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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Druckübertragungsmedium
und ein Verfahren zum Herstellen eines Druckübertragungsmediums.
Darüber hinaus betrifft die Erfindung eine Drucksensoreinrichtung.
Die Drucksensoreinrichtung weist insbesondere einen Raum auf, in
den ein Druckübertragungsmedium eingebracht ist, der teilweise
von einem Gehäuse umschlossen ist, der in einem ersten
Bereich von einer ersten Membran begrenzt ist, die einerseits mit dem
Druckübertragungsmedium und andererseits mit einem Arbeitsmedium
in Kontakt steht, wobei ein Sensorelement vorgesehen ist, das den
Druck des Druckübertragungsmediums erfasst.
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Bei
derartigen Drucksensoreinrichtungen handelt es sich beispielsweise
um Mitteldrucksensoren. Die Drucksensoreinrichtungen können
für Hydrauliksysteme, Bremssysteme, Druckölschmiersysteme,
Luftmassenmesser usw. eingesetzt werden. Auch ist es möglich
die Drucksensoreinrichtungen zum Erfassen des Kraftstoffdrucks in
einer Kraftstoffversorgung einer Dieselbrennkraftmaschine einzusetzen,
wo Drücke bis über 2000 bar zu erfassen sind.
Die Einrichtung kann auch zum Erfassen des Druckes des Kühlmittels
einer Klimaanlage eingesetzt werden.
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Es
existiert eine Vielzahl von verschiedenen Drucksensorkonzepten,
beispielsweise solche, die Membranen zur Medientrennung verwenden
und einen zu messenden Druck über die Membran auf einen
Drucksensor übertragen. Dieses Konzept erfordert eine Membran
mit möglichst geringer Steifigkeit, was grundsätzlich
kein Problem darstellt, da die Membran selbst keiner sonstigen Belastung
ausgesetzt ist. Eine Ausdehnung oder Schwindung des Übertragungsmediums
bewirkt keine Druckänderung am Sensor.
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Derartige
Drucksensoreinrichtungen erfordern allerdings teure Sensoren, teure
Medientrennungen und teure druckdichte elektrische Durchführungen
nach außen. Insbesondere sind zur Messung hoher Drücke
entsprechend aufwendige und teure Drucksensoren erforderlich.
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Aus
der
DE 100 06 657
A1 ist eine Drucksensoreinrichtung bekannt mit einem Raum,
in den ein Druckübertragungsmedium eingebracht ist, der
teilweise von einem Gehäuse umschlossen ist, der in einem
ersten Bereich von einer ersten Membran begrenzt ist, die einerseits
mit dem Druckübertragungsmedium und andererseits mit einem
Arbeitsmedium in Kontakt steht, der in einem zweiten Bereich von
einer zweiten Membran begrenzt ist, die einerseits mit dem Druckübertragungsmedium
in Kontakt steht, wobei die zweite Membran so ausgebildet ist, dass der
Druck im Arbeitsmedium in einen niedrigeren Druck im Druckübertragungsmedium
transformiert wird, und ein Sensorelement vorgesehen ist, das den Druck
des Fluids erfasst.
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Die
bekannte Drucksensoreinrichtung untersetzt einen zu messenden hohen
Druck des Arbeitsmediums in einen niedrigeren Druck des Druckübertragungsmediums.
Dieser untersetzte Druck des Druckübertragungsmediums wird
von dem Sensorelement erfasst. Auf diese Weise ist es möglich,
mit einem kostengünstigen Sensor zum Messen kleinerer Drücke
einen höheren Druck des Arbeitsmediums zu messen. Als Druckübertragungsmedium
wird dabei insbesondere ein Öl eingesetzt.
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Trotz
der genannten Vorteile der bekannten Drucksensoreinrichtung besteht
das Problem, dass das für die Druckübertragung
eingesetzte Medium (z. B. Öl) bei Temperaturänderungen
sein Volumen stark verändert. Eine Ausdehnung bei einer
Temperaturerhöhung bewirkt dabei ein Drucksignal am Sensorelement,
das die Messung verfälscht. Das durch die Ausdehnung erzeugte
Drucksignal ist bei den in der Praxis auftretenden Temperaturschwankungen
oftmals größer, insbesondere ein Mehrfaches des
tatsächlich zu messenden Drucks. Daher lässt sich das durch
die Ausdehnung erzeugte Drucksignal nicht anhand einer Temperaturmessung
rechnerisch nachträglich im Rahmen einer Kalibrierung eliminieren.
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Ausgehend
von dem voran erläuterten Stand der Technik liegt der Erfindung
somit die Aufgabe zugrunde, ein Druckübertragungsmedium
sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung zur Verfügung
zu stellen, mit dem eine Druckübertragung in definierter und
zuverlässiger Weise auch bei Temperaturänderungen
möglich ist. Außerdem liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine Drucksensoreinrichtung der eingangs genannten Art
bereitzustellen, mit der eine Druckmessung in definierter und zuverlässiger
Weise auch bei Temperaturänderungen möglich ist.
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Diese
Aufgabe wird durch die unabhängigen Patentansprüche
1, 13 und 25 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen finden
sich in den Unteransprüchen sowie der Beschreibung und
der Zeichnung.
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Das
erfindungsgemäße Druckübertragungsmedium
besteht aus einer mindestens eine Flüssigkeit und mindestens
einen Festkörper aufweisenden Mischung. Entsprechend wird
das Druckübertragungsmedium durch Mischen mindestens einer
Flüssigkeit und mindestens eines Festkörpers hergestellt.
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Um
Druck definiert zu transformieren, ist ein Druckübertragungsmedium
erforderlich, das sein Volumen weder durch Temperatur, Druck noch
Alterung usw. wesentlich ändert. Außerdem sollten
auch die das Medium einschließenden Wände derartige
Eigenschaften besitzen. Eine Volumenänderung durch eine
Temperaturänderung ist zulässig, wenn sie klein und
langzeitstabil ist. Insbesondere, wenn das durch eine thermische
Volumenänderung erzeugte Drucksignal klein ist gegenüber
dem zu messenden Drucksignal, kann das durch die Volumenänderung
erzeugte Drucksignal nachträglich rechnerisch anhand einer
Temperaturmessung korrigiert werden.
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Der
Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch eine Mischung
eines Festkörpers und einer Flüssigkeit der aufgrund
von Temperaturänderungen entstehende Volumenänderungsfehler
soweit reduziert werden kann, dass dieser nachträglich rechnerisch
korrigiert werden kann. Während Flüssigkeiten
eine höhere thermische Ausdehnung als Festkörper
aufweisen, können mit Festkörpern grundsätzlich
zwar Kräfte, aber keine Drücke übertragen
werden. Die aufgrund einer thermischen Volumendehnung auftretenden
Messfehler sind bei einem flüssigen Medium als Druckübertragungsmedium
proportional zum Volumen. Ein bestimmtes Flüssigkeitsvolumen
wird jedoch benötigt, um einen zu messenden Druck durch
das Druckübertragungsmedium zuverlässig zu übertragen.
Indem der Festkörperanteil an der Mischung so hoch gewählt
wird, dass der Druck im Wesentlichen gerade noch durch den verbleibenden
Flüssigkeitsanteil übertragen werden kann, lässt
sich somit eine weitgehende Reduzierung der Ausdehnungseffekte erreichen.
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Bei
einer geeigneten Wahl der Mischungskomponenten und Mischungsanteile
von Festkörpern und Flüssigkeiten bleibt die druckübertragende
Eigenschaft der Flüssigkeit also erhalten, während
sich gleichzeitig die thermische Ausdehnung (räumlicher Temperaturkoeffizient)
der Mischung minimieren lässt. Mit dem Druckübertragungsmedium
sind somit auch geringe Drücke exakt definiert übertragbar.
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Neben
der thermischen Ausdehnung wirkt sich auch die Kompressibilität
der zur Druckübertragung eingesetzten Flüssigkeit,
beispielsweise eines Öls, unvorteilhaft auf die Messung
aus. Dieser nachteilige Einfluss der Kompressibilität der
Flüssigkeit wird ebenfalls durch den in die Mischung gegebenen Festkörper
verringert, so dass die Genauigkeit und Zuverlässigkeit
der Messung weiter gesteigert wird.
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Die
Mischung besteht dabei im Wesentlichen nur aus flüssigen
und festen Bestandteilen. Sie kann beispielsweise eine breiartige
Konsistenz bilden. Indem in der Mischung insbesondere kein Gas enthalten
ist, wird sichergestellt, dass die üblicherweise starke
thermisch bedingte Volumenänderung von Gasen die Messung
nicht beeinträchtigt. Außerdem stellt die Flüssigkeit
in der Mischung sicher, dass zwischen einzelnen Festkörperpartikeln
keine schädliche Reibung oder Abnutzung auftritt. Eine
solche würde kein zuverlässiges und stabiles Messergebnis ermöglichen.
Bei dem Festkörper handelt es sich insbesondere um einen
Feststoff, der bei dem im Betrieb des Druckübertragungsmediums
auftretenden Temperaturen einen festen Aggregatzustand besitzt.
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Gemäß einer
vorteilhaften Ausgestaltung liegt der Festkörper in Form
einer Vielzahl von Partikeln vor. Der Festkörper wird gemäß dieser
Ausgestaltung also in Form einer Vielzahl von Partikeln in die Mischung
gegeben. Mit einer Vielzahl von Festkörperpartikeln in
der Mischung lässt sich eine besonders gleichmäßige
Füllung eines für das Druckübertragungsmedium
vorgesehenen Raums erreichen. Die Druckübertragung kann
dann besonders gleichmäßig und zuverlässig
erfolgen. Die Partikel sind insbesondere von der Flüssigkeit
umgeben. Es kann dabei eine Art Brei aus Festkörperpartikeln
und Flüssigkeit gebildet werden.
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Die
Partikel können beispielsweise kugelförmig ausgebildet
sein. Dadurch ist eine noch gleichmäßigere Füllung
möglich. Ein Verhaken der Partikel und ein dadurch auftretender
Messfehler kann sicher vermieden werden.
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Sofern
der Festkörper nicht kugelförmig vorliegt, kann
der Flüssigkeitsanteil an der Mischung entsprechend erhöht
werden und/oder die Schmiereigenschaft der Flüssigkeit
verbessert werden, um dennoch eine gleichmäßige
Druckübertragung zu ermöglichen und ein Verhaken
der Partikel zu vermeiden.
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Gemäß einer
weiter bevorzugten Ausgestaltung können die Partikel unterschiedlich
groß sein. Mit Kugeln gleichen Durchmessers kann man nur
ca. 50% eines vorgegebenen Volumens füllen. Mit einem geeigneten
Spektrum an Partikelgrößen kann man theoretisch
hingegen praktisch das gesamte Volumen füllen.
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Die
Partikel besitzen gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung
einen maximalen Durchmesser von 80 μm, vorzugsweise von
30 μm. Der maximale Durchmesser bezeichnet dabei den über
das Verteilungsspektrum der Partikelgrößen auftretenden
maximalen Partikeldurchmesser. Beispielsweise wenn die Partikel
in unterschiedlicher Größe vorliegen, können
sie einen mittleren Durchmesser von höchstens 20 μm,
vorzugsweise höchstens 10 μm besitzen. So kann
der mittlere Durchmesser beispielsweise 9 μm betragen.
Der mittlere Partikeldurchmesser bezeichnet den durchschnittlichen
Partikeldurchmesser über das Verteilungsspektrum der Partikelgrößen. Mit
solchen Partikelgrößen lassen sich Mischungen herstellen,
die eine besonders genaue, zuverlässige und temperaturunabhängige
Druckmessung ermöglichen. Dabei werden die druckübertragenden
Eigenschaften der Flüssigkeit gewahrt und es lässt
sich eine für den erfindungsgemäßen Zweck
besonders günstige Konsistenz der Mischung erreichen.
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Anbieter
geeigneter Festkörper sind beispielsweise die Quarzwerke
GmbH oder die Firma Denko.
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Als
Festkörper kann insbesondere ein keramischer Werkstoff,
ein glaskeramischer Werkstoff oder ein Glaswerkstoff verwendet werden.
Derartige Werkstoffe weisen eine besonders geringe Temperaturdehnung
auf und eignen sich daher für den vorliegenden Zweck besonders
gut. Der keramische Werkstoff ist vorzugsweise eine Glaskeramik.
Es kann beispielsweise die Alumino-Lithio-Silikat-Glaskeramik β-Eukryptit
eingesetzt werden, die ein kristalliner Bestandteil von CERAN-Kochfeldern
ist. Solche Festkörper verdanken ihre Temperaturfestigkeit
der geringen thermischen Dehnung. β-Eukryptit weist fast
keine Volumenänderung bei einer Temperaturänderung auf,
da es in einer Kristallrichtung mit steigender Tempera tur doppelt
so stark schrumpft, wie es sich in den anderen Richtungen ausdehnt.
Natürlich sind auch andere Stoffe denkbar, bevorzugt solche
mit einer geringen Temperaturdehnung.
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Auch
an die Flüssigkeit werden hohe Anforderungen gestellt.
Vor allem sollte sie eine möglichst geringe Temperaturdehnung
aufweisen und weitgehend inkompressibel sein. Trotzdem sind grundsätzlich
auch definiert kompressible Flüssigkeiten denkbar, diese
haben jedoch in der Regel auch eine höhere Temperaturdehnung.
Als Flüssigkeit für die Mischung hat sich in der
Praxis insbesondere Öl bewährt. Neben den hervorragenden
druckübertragenden Eigenschaften von Öl sorgt
dieses auch für eine ausreichende Schmierung des Festkörpers.
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Grundsätzlich
ist es denkbar, dass neben beispielsweise einem keramischen Festkörper
und dem Öl noch weitere Festkörper und/oder Flüssigkeiten
in der Mischung enthalten sind.
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Bevorzugt
beträgt der Volumenanteil des Festkörpers an der
Mischung mindestens 70%, vorzugsweise mindestens 80%. Der übrige
Volumenanteil wird durch die Flüssigkeit gebildet. Mit
derartigen Mischungsverhältnissen zwischen Festkörper
und Flüssigkeit kann die Druckübertragung durch
die Flüssigkeit sicher gewährleistet werden und
gleichzeitig eine temperaturbedingte Volumenänderung des
Druckübertragungsmediums ausreichend vermieden werden.
Wenn man theoretisch 96% des Volumens des Druckübertragungsmediums
mit einem Festkörper, wie beispielsweise β-Eukryptit,
und die restlichen 4% mit einer Flüssigkeit, wie beispielsweise Öl,
füllt, verschwindet die temperaturbedingte Volumenänderung
im Wesentlichen vollständig.
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Um
zu verhindern, dass durch Gase, die im Feststoff oder der Flüssigkeit
gelöst sind, die Druckmessung verfälscht wird,
kann eine Einrichtung zum Anlegen eines Unterdrucks an die Mischungskomponenten
und/oder die Mischung vorgesehen sein, um in der Flüssigkeit
oder dem Festkörper gelöste Gase zu entfernen.
Gemäß dieser Ausgestaltung des Verfahrens kann
vor und/oder bei dem und/oder nach dem Herstellen der Mischung ein
Unterdruck an die Mischungskomponenten bzw. die Mischung angelegt werden,
um in der Flüssigkeit oder dem Festkörper gelöste
Gase zu entfernen. Dabei wird bevorzugt ein Vakuum angelegt. Mit
dieser Einrichtung kann also eine Evakuierung durchgeführt
werden, um etwaige in der Flüssigkeit oder dem Festkörper
gelöste Gase aus der Mischung zu entfernen. Der Unterdruck
kann an die bereits hergestellte Mischung angelegt werden. In vorteilhafter
Weise wird der Unterdruck aber bereits vor dem Mischvorgang und/oder
während des Mischvorgangs angelegt, damit gegebenenfalls
vorhandene Gase bereits im Zuge des Mischvorgangs sicher entfernt
werden. Nach dem Herstellen der Mischung ist das Entfernen von Gasen
durch einen Unterdruck in der Regel nur noch schwierig möglich.
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Um
eine Verfälschung des Messergebnisses durch eine Diffusion
der Flüssigkeit in den Festkörper zu vermeiden,
kann weiterhin eine Einrichtung zum Beaufschlagen der Mischung mit
einem Überdruck, also einem Druck oberhalb des Umgebungsdrucks, vorgesehen
sein. Entsprechend kann die Mischung mit einem Überdruck
beaufschlagt werden, um eine Diffusion der Flüssigkeit
in den Festkörper zu begünstigen. Gemäß dieser
Ausgestaltung wird also durch einen von außen angelegten
Druck gezielt der Diffusionsvorgang begünstigt. Der Druck
kann dabei eine derartige Größe aufweisen und
so lange angelegt werden, bis der Diffusionsvorgang im Wesentlichen
vollständig abgeschlossen ist. Bei anschließenden
Messungen ist dann keine Verfälschung des Messergebnisses
aufgrund von Diffusion mehr zu erwarten. Dabei ist es bevorzugt,
als Überdruck ein Mehrfaches des späteren Betriebsdrucks
anzulegen, um sicherzustellen, dass es im späteren Betrieb
nicht mehr zu einem unerwünschten Diffusionsvorgang kommt.
Der anzulegende Überdruck hängt also von dem zu
erwartenden Betriebsdruck ab. Beispielsweise ölgekapselte
Sensoren werden bis zu Drücken von 2000 bar vorgesehen.
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Sofern
sowohl eine Überdruckbeaufschlagung erfolgt als auch ein
Evakuieren, ist es bevorzugt, zuerst zu evakuieren um eventuelle
Gase aus der Mischung zu entfernen und anschließend einen Überdruck
anzulegen, um den Diffusionsvorgang zu begünstigen.
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Um
zu vermeiden, dass das Gemisch aus Festkörper und Flüssigkeit
klumpt oder sedimentiert, kann die Mischung zusätzlich
einen Emulgator aufweisen.
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Gemäß einer
weiteren Ausgestaltung kann die Mischung im kritischen Punkt der
Flüssigkeit hergestellt werden oder die Flüssigkeit
beim Herstellen der Mischung aus der Gasphase kondensiert werden.
Dazu kann eine entsprechende Einrichtung vorgesehen sein. Auf diese
Weise wird verhindert, dass es aufgrund von auftretenden Oberflächenspannungen
nicht zu einer vollständigen, hohlraumfreien Mischung von
Festkörper und Flüssigkeit kommt.
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Das
erfindungsgemäße Druckübertragungsmedium
muss nicht zur Druckmessung eingesetzt werden. Vielmehr kann es
bei allen Vorgängen zum Einsatz kommen, die eine exakt
definierte und insbesondere temperaturunabhängige Wegübertragung, beispielsweise über
eine Hydraulik erfordern. So sind zum Beispiel entsprechende Vorrichtungen
mit Kolben, Membranen etc. denkbar. Selbstverständlich
ist eine Vielzahl weiterer Anwendungen denkbar.
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In
besonders bevorzugter Weise wird das Druckübertragungsmedium
jedoch in Drucksensoren eingesetzt. Es kann insbesondere eine Drucksensoreinrichtung
vorgesehen sein, die das erfindungsgemäße Druckübertragungsmedium
nach einem der Ansprüche 1 bis 12 aufweist, vorzugsweise
hergestellt nach einem der Ansprüche 13 bis 24. Auch bei einer
Messung geringer Drücke ist mit dem Druckübertragungsmedium
dann eine zuverlässige und exakt definierte Druckmessung
möglich.
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Die
der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird entsprechend weiterhin
durch eine Drucksensoreinrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
dass sie ein in der erfindungsgemäßen Weise ausgestaltetes
Druckübertragungsmedium aufweist.
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Der
Raum der Drucksensoreinrichtung wird im Wesentlichen vollständig
mit dem Druckübertragungsmedium gefüllt. Sofern
das Druckübertragungsmedium eine Flüssigkeit von
definierter Kompressibilität aufweist, ist mit der Drucksensoreinrichtung
auch mit nur einer ersten Membran bereits eine Druckuntersetzung
möglich. Da kompressible Flüssigkeiten aber in
der Regel eine höhere Temperaturdehnung aufweisen, ist
der Einsatz einer im Wesentlichen nicht kompressiblen Flüssigkeit
bevorzugt.
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Um
auch mit einer solchen Flüssigkeit eine Transformierung
eines zu messenden Drucks zu ermöglichen, sieht eine vorteilhafte
Ausgestaltung der Drucksensoreinrichtung vor, dass der Raum in einem zweiten
Bereich von einer zweiten Membran begrenzt ist, die mit dem Druckübertragungsmedium
in Kontakt steht, wobei die zweite Membran so ausgebildet ist, dass
der Druck im Arbeitsmedium in einen niedrigeren Druck im Druckübertragungsmedium transformiert
wird. Entsprechend kann auch zum Messen hoher Drücke des
Arbeitsmediums ein kostengünstig verfügbares Sensorelement
zum Messen geringer Drücke des Druckübertragungsmediums eingesetzt
werden. Durch eine geeignete Ausgestaltung der Membran können
also dieselben Niederdrucksensoren praktisch für die Messung
beliebiger Drücke eingesetzt werden. So können
beispielsweise auch für sehr hohe Druckbereiche des Arbeitsmediums,
die z. B. im Bereich von 2000 bar liegen, kostengünstige
Sensorelemente eingesetzt werden, deren Druckmessbereich beispielsweise
im Bereich von nur 100 bar liegt.
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Die
Transformation des Drucks im Arbeitsmedium in einen niedrigeren
Druck im Druckübertragungsmedium kann beispielsweise erreicht
werden, indem die zweite Membran eine kleinere Fe derkonstante hat
als die erste Membran. Alternativ oder zusätzlich kann
das Elastizitätsmodul der zweiten Membran kleiner sein
als das der ersten Membran oder die erste Membran kann dicker sein
als die zweite Membran.
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Sofern
ein Anlegen eines Unterdrucks an das Druckübertragungsmedium
oder ein Beaufschlagen des Druckübertragungsmediums mit
einem Überdruck erfolgt, kann dies insbesondere in dem Raum
der Drucksensoreinrichtung erfolgen. Dazu kann eine entsprechende
Einrichtung zum Anlegen eines Unterdrucks oder zum Beaufschlagen
mit einem Überdruck vorgesehen sein.
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Gemäß einer
weiteren Ausgestaltung der Drucksensoreinrichtung kann das Sensorelement
in einem Kunststoffteil des Gehäuses angeordnet sein. Aufgrund
der Druckuntersetzung ist das Sensorelement nicht den hohen Drücken
des Arbeitsmediums ausgesetzt. Entsprechend muss auch der das Sensorelement
tragende Gehäuseteil nur diesen geringeren Drücken
standhalten und kann daher kostengünstig aus einem Kunststoffwerkstoff
gefertigt sein.
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Gemäß einer
weiteren Ausgestaltung der Drucksensoreinrichtung kann ein zweiter
Raum vorgesehen sein, der durch mindestens ein Gehäuseteil und
von der zweiten Membran begrenzt ist. In dem zweiten Raum kann beispielsweise
ein Vakuum herrschen oder zumindest ein Unterdruck, also ein Druck unterhalb
des Umgebungsluftdrucks. Die zweite Membran kann dann so ausgebildet
sein, dass der Druck des Arbeitsmediums in dem Druckübertragungsmedium
in einen Druckbereich um den Umgebungsdruck, also im Bereich um
1 bar, transformiert wird. Es ist dann möglich, als Sensorelement
ein Drucksensorelement einzusetzen, das z. B. zum Erfassen des Drucks
in einem Saugrohr einer Brennkraftmaschine eingesetzt wird. Derartige
Sensorelemente sind in hohen Stückzahlen und somit kostengünstig
verfügbar.
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Das
in der erfindungsgemäßen Drucksensoreinrichtung
vorgesehene Druckübertragungsmedium kann insbesondere durch
das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung
des Druckübertragungsmediums hergestellt sein.
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Nachfolgend
wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
schematisch:
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1:
eine erfindungsgemäße Drucksensoreinrichtung in
einer Schnittansicht gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
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2:
eine erfindungsgemäße Drucksensoreinrichtung in
einer Schnittansicht gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel.
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In
den 1 und 2 bezeichnen gleiche Bezugszeichen
gleiche Gegenstände.
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Die
Drucksensoreinrichtung umfasst ein Gehäuse 1 und
einen Raum 2, der teilweise von dem Gehäuse 1 umschlossen
ist. In den Raum 2 ist ein Druckübertragungsmedium 6 eingebracht.
Das Druckübertragungsmedium 6 besteht aus einer
Mischung aus einer Flüssigkeit und einem Festkörper. Bei
der Flüssigkeit handelt es sich um ein Öl. Der Festkörper,
der vorliegend in Form einer Vielzahl von kugelförmigen
Partikeln unterschiedlicher Größe vorliegt, besteht
im dargestellten Beispiel aus β-Eukryptit. Im dargestellten
Beispiel besitzen die Partikel einen mittleren Durchmesser von 9 μm
und einen maximalen Durchmesser von 30 μm. Die Mischung
hat eine breiartige Konsistenz. Der Volumenanteil des Festkörpers
an der Mischung beträgt in dem dargestellten Beispiel mindestens
70%, bevorzugt mindestens 80%.
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Um
das Druckübertragungsmedium 6 zu entgasen, ist
mittels einer nicht näher dargestellten Einrichtung beim
Herstellen der das Druckübertragungsmedium 6 bildenden
Mischung ein Unterdruck an die Mischungskomponenten angelegt worden.
Das Druckübertragungsmedium 6 ist ebenfalls unter
Vakuum in den Raum 2 eingebracht worden. Der Raum 2 ist
mit einer Stahlkugel 7 verschlossen. Auf diese Weise wird
sichergestellt, dass die Kompressibilität des Druckübertragungsmediums 6 und
insbesondere des Öls gering ist.
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Der
Raum 2 ist in einem ersten Bereich von einer ersten Membran 3 begrenzt,
die einerseits mit dem Druckübertragungsmedium 6 und
andererseits mit einem Arbeitsmedium 4 in Kontakt steht,
dessen Druck mit der Einrichtung bestimmt werden soll.
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Die
Drucksensoreinrichtung umfasst weiterhin ein Gehäuseteil 8,
in dem ein Sensorelement 10 angeordnet ist. Das Sensorelement 10 ist
zum Erfassen von Drücken ausgebildet. Ferner umfasst das Gehäuseteil 8 ein
Steckerteil 11, in dem elektrische Steckkontakte ausgebildet
sind. Das Gehäuseteil 8 ist aus Metall oder vorzugsweise
aus Kunststoff ausgebildet. Das Material des Gehäuseteils 8 muss
dabei so ausgebildet sein, dass es beispielsweise Drücken
von 200 bis 300 bar standhält.
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Bei
dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Raum 2 ferner
in einem zweiten Bereich von einer zweiten Membran 5 begrenzt,
die einerseits mit dem Druckübertragungsmedium 6 und
andererseits mit dem die Drucksensoreinrichtung umgebenden Medium,
z. B. der Umgebungsluft in Kontakt steht. Dazu ist vorzugsweise
in das Gehäuseteil 8 eine Druckausgleichsbohrung 12 eingebracht.
Die zweite Membran 5 hat vorteilhaft eine kleinere Federkonstante
als die erste Membran 3. Dadurch ist gewährleistet,
dass der Druck im Arbeitsmedium 4 in dem Druckübertragungsmedium 6 in
einen niedrigeren Druck transformiert wird. Die Federkonstanten
der ersten und zweiten Membran 3, 5 sind dabei
jeweils geeignet so dimensioniert, dass der im Arbeitsmedium 4 zu
erfassende Druckbereich in einen Druckbereich in dem Druckübertragungsmedium 6 transformiert
wird, der im Druckmessbereich des Sensorelementes 10 liegt
(beispielsweise zwischen 50 und 150 bar). Alternativ oder zusätzlich
kann die zweite Membran 5 zu diesem Zweck ein kleineres
Elastizitätsmodul aufweisen als die erste Membran 3 oder
die erste Membran 3 kann eine größere
Dicke besitzen als die zweite Membran 5.
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Die
in dem Beispiel dargestellte Drucksensoreinrichtung wird bevorzugt
eingesetzt zum Erfassen eines Kraftstoffdrucks, der in einer Kraftstoffverteilerleiste 16 herrscht,
die häufig bei Dieselmotoren auch als Common-Rail bezeichnet
wird. In diesem Fall ist dann das Arbeitsmedium der Kraftstoff in
dem Common-Rail. Eine Hochdruckdichtung 14 ist zwischen der
Verteilerleiste 16 und dem Gehäuse 1 vorgesehen.
Selbstverständlich können mit der Drucksensoreinrichtung
auch andere Drücke gemessen werden, beispielsweise in Hydrauliksystemen,
Bremssystemen oder Druckölschmiersystemen.
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Ein
zweites Ausführungsbeispiel der Drucksensoreinrichtung
zeigt 2. Im Unterschied zu der Ausführungsform
gemäß 1 weist die Drucksensoreinrichtung
einen Deckel 20 auf, der auch alternativ Teil des Gehäuseteils 8 sein
kann. Der Deckel 20 ist vorzugsweise steif und hat ein
hohes Elastizitätsmodul, so dass er sich auch bei Druckschwankungen im
Bereich von ±1/2 bar nur unwesentlich verbiegt.
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Der
Deckel 20 begrenzt in einem Bereich einen weiteren Raum 18,
der in einem anderen Bereich durch die zweite Membran 5 begrenzt
wird. Der Deckel 10 ist vorzugsweise dauerhaft durch eine Schweißverbindung
an dem Gehäuse 1 befestigt.
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Im
Inneren des Raums 18 kann ein Vakuum herrschen oder ein
kompressibles Medium eingebracht sein, das vorzugsweise bei einer
vorgegebenen Temperatur – z. B. 20°C – und
einem vorgegebenen Druck im Arbeitsmedium – z. B. 1 bar – einen Druck
von unter 1 bar, also unter dem Umgebungsluftdruck hat.
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Die
zweite Membran 5 kann dann so ausgebildet sein, dass der
zu erfassende Druck im Arbeitsmedium 4 in dem Fluid in
dem Raum 2 in einen Druckbereich um den Umgebungsdruck,
also im Bereich um 1 bar, transformiert werden. Dies hat den Vorteil,
dass als Sensorelement 10 ein Drucksensorelement eingesetzt
werden kann, das z. B. auch zum Erfassen des Drucks in einem Saugrohr
einer Brennkraftmaschine eingesetzt wird und somit in hohen Stückzahlen
und kostengünstig verfügbar ist.
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Das
Medium, das in dem weiteren Raum 18 eingeschlossen ist,
wird nur vernachlässigbar durch Schwankungen des Umgebungsdrucks
beeinflusst, da der Deckel 20 entsprechend steif ausgebildet
ist. Dies hat den Vorteil, dass derartige Druckschwankungen, wie
beispielsweise bei Fahrten in Bergregionen mit einem Kraftfahrzeug
eine bedeutsame Rolle spielen können, zu keinem Messfehler
an dem Sensorelement 10 führen. Ferner hat diese
Ausführungsform der Drucksensoreinrichtung den Vorteil,
dass das Gehäuseteil 8 aus Kunststoff ausgeführt
werden kann ohne dass dieses für die Belastung mit hohen Drücken
geeignet sein muss. Alternativ kann auch das Gehäuse 1 oder
das Gehäuseteil 8 so ausgebildet sein, dass durch
es der Deckel 20 ausgebildet ist.
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Das
in der Drucksensoreinrichtung nach den 1 und 2 eingesetzte
Druckübertragungsmedium 6 ermöglicht
eine exakt definierte und zuverlässige Druckübertragung
ohne bei einer Temperaturänderung eine für die
Messung kritische Volumenänderung zu zeigen. Insbesondere
besitzt das erfindungsgemäße Druckübertragungsmedium 6 nur
eine geringe thermisch bedingte Volumenänderung. Das durch diese
Volumenänderung erzeugte Drucksignal am Sensorelement 10 ist
deutlich geringer als der in das Druckübertragungsmedium 6 untersetzte,
von dem Sensorelement 10 gemessene Druck. Indem beispielsweise
zusätzlich eine Messung der Temperatur des Druckübertragungsmediums
vorgenommen wird, kann somit der durch die thermisch bedingte Volumenänderung
des Druckübertragungsmediums 6 erzeugte Messfehler
nachträglich rechnerisch korrigiert werden.
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Mit
der Drucksensoreinrichtung ist somit eine präzise, zuverlässige
und kostengünstige Messung auch von hohen Drücken
möglich.
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- 1
- Gehäuse
- 2
- Raum
- 3
- erste
Membran
- 4
- Arbeitsmedium
- 5
- zweite
Membran
- 6
- Druckübertragungsmedium
- 7
- Stahlkugel
- 8
- Gehäuseteil
- 10
- Sensorelement
- 11
- Steckerteil
- 12
- Druckausgleichsbohrung
- 14
- Hochdruckdichtung
- 16
- Kraftstoffverteilerleiste
(Common-Rail)
- 18
- weiterer
Raum
- 20
- Deckel
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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