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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Arzneimittel zur Behandlung und/oder
Prävention von Arteriosklerose, ein Verfahren zur Herstellung
eines solchen Arzneimittels sowie ein Verfahren zur therapeutischen und/oder
prophylaktischen Behandlung eines Lebewesens, das von Arteriosklerose
betroffen ist und/oder bei dem die Gefahr von Arteriosklerose besteht.
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Arzneimittel
zur Behandlung und/oder Prävention von Arteriosklerose,
Verfahren zur Herstellung solcher Arzneimittel sowie Verfahren zur
therapeutischen und/oder prophylaktischen Behandlung eines von Arteriosklerose
betroffenen Lebewesens sind im Stand der Technik allgemein bekannt.
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Die
Arteriosklerose ist ein hochkomplexer, aktiver pathologischer Prozess,
in dessen Zentrum eine inflammatorische Reaktion in den Wänden
der blutführenden Gefäße eines betroffenen
Individuums steht. Die Entstehung der Arteriosklerose kann in mehrere
Phasen unterteilt werden.
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Die
frühe Phase der Arteriosklerose ist gekennzeichnet durch
eine sogenannte endotheliale Dysfunktion. Eine Reihe unterschiedlicher
Risikofaktoren wie z. B. Rauchen, Übergewicht, körperliche
Inaktivität, Hyperlipoproteinämie und Typ-II-Diabetes
sowie andere bislang noch nicht identifizierte Faktoren führen
zu einer Schädigung des Endothels. Die Permeabilität
des Endothels für Lipoproteine und andere zirkulierende
Stoffe im Plasma nimmt hierdurch zu. In der Folge werden Endothelzellen
aktiviert und exprimieren vermehrt sogenannte Adhäsionsmoleküle
auf der Zelloberfläche. Darunter vermitteln vor allem sogenannte
Selektive zunächst den temporären Kontakt bestimmter
Blutzellen wie Monocyten und T-Lymphocyten mit dem Endothel. Durch
eine weitere Gruppe von Adhäsionsmolekülen, den
sogenannten Cellular Adhesion Molecules (CAMs), kommt es zur festen
Anheftung dieser Zellen an die Gefäßwand. Insbesondere
an Gefäßverzweigungen – den Stellen,
an denen gehäuft arteriosklerotische Läsionen
entstehen – spielen zudem mechanische Kräfte eine Rolle.
Erhöhte Scherkräfte können die Bildung
von endothelialem Stickstoff (NO) verringern. NO wirkt Gefäßerweiternd
und besitzt antiinflammatorische Eigenschaften. Darüber
hinaus führen erhöhte Scherkräfte zu
gesteigerter Bildung von Adhäsionsmolekülen mit
den oben geschilderten Folgen.
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Im
weiteren Verlauf dringen vor allem Monocyten und in geringerem Ausmaß T-Lymphocyten
in den subintimalen Raum ein. Dieses Eindringen wird durch eine
andere Gruppe von Molekülen, zu denen z. B. das Chemokin
Monocyte-Chemoattractant-Protein-1(MCP-1) gehört, vermittelt.
Es kommt zur Differenzierung der Monocyten in Makrophagen im subintimalen
Raum.
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Im
geschädigten Endothel kommt es ferner zur Oxidation von
Lipoprotein mit geringer Dichte (LDL) und dadurch zur Bildung von
oxLDL. Das oxLDL wird in den subintimalen Raum abgegeben, wo es
die dort aus Monocyten hervorgegangenen Makrophagen belädt.
Diese Makrophagen werden durch die Beladung mit oxLDL zu sogenannten
Schaumzellen transformiert, den charakteristischen Zellen der arteriosklerotischen Plaques,
die als weitere Bestandteile u. a. T-Lymphocyten und aus der Media
eingewanderte Glattmuskelzellen enthalten.
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Ein
solcher arteriosklerotischen Plaque lagert sich an den Arterienwänden
ab und wird dabei von einer stabilisierenden fibrösen Kappe
bestehend aus Glattmuskelzellen und extrazellulärer Matrix überzogen.
Der arteriosklerotischen Plaque steht nun im Zentrum einer inflammatorischen
Reaktion, bei der es zur Produktion von verschiedensten Entzündungsmediatoren
kommt, wie Cytokinen, Chemokinen, Proteasen etc. Dabei kann es zu
Gewebenekrosen kommen, in deren Nachbarschaft Kalksalze abgelagert
werden. Dadurch kann das Gefäßlumen bis zum völligen
Verschluss mit der Folge von Durchblutungsstörungen verengt
werden.
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Im
weiteren Verlauf der Arteriosklerose kommt es zur Ausschüttung
von Matrixmetalloproteinasen (MMP) durch Makrophagen und Schaumzellen.
Durch die proteolytische Aktivität der MMP kommt es zu
einem verstärkten Abbau von extrazellulärer Matrix
in der arteriosklerotischen Umgebung. Der verstärkte Abbau
bzw. die verminderte Neubildung der extrazellulären Matrix
führen zur Ausdünnung der fibrösen Kappe
des arteriosklerotischen Plaques mit konsekutiver Plaqueinstabilität
und drohender Rupturgefahr.
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Der
Plaque kann durch die Ausdünnung der fibrösen
Kappe aufreißen, wodurch der thrombogene Lipidkern und
Kollagen in der Gefäßwand freigelegt werden. Die
dadurch bedingte Aktivierung des Hämostasesystems führt
zur okkludierenden und nicht-okkludierenden Thrombusbildung, d.
h. zur Aktivierung der Gerinnungskaskade, in dessen Zentrum der
sogenannte Tissue Factor (TF) steht. Klinisch manifestiert sich
die Plaqueruptur mit Thrombusformation als instabile Angina pectoris
oder akuter Myokardinfarkt.
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Bekannt
ist, dass bei der Arteriosklerose auch dem Calcium-Phosphat-Haushalt
eine wichtige Bedeutung zukommt. So ist beschrieben worden, dass
Störungen des Calcium-Phosphat-Gleichgewichts zur vaskulären
Calcifizierung beitragen, die bei der Arteriosklerose beobachtet
wird, vgl.. Ketteler et al.: Novel insights into vascular
calcification. Kidney. Int. Suppl. 2006 (105): 5–9; Ketteler
et al.: Inhibitors of calcification: general aspects and implications
in renal failure, Pediatr. Nephrol. 2005 20(3): 383–8.
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Derzeit
wird die Arteriosklerose in der Regel über die Verabreichung
von Lipidsenkern bzw. Statinen behandelt. Hierbei handelt es sich
um eine Gruppe von Wirkstoffen, die letztlich die endogene Cholesterinsynthese
hemmen. Zu den Statinen zählen u. a. Atorvastatin, Cerivastatin,
Fluvastatin, Lovastatin (Mevinolin), Mevastatin (Compactin), Pravastatin
und Simvastatin. Diese Substanzen haben auf verschiedene Weise Einfluss auf
den Lipidstoffwechsel, z. B. durch kompetitive Hemmung des Schlüsselenzyms
der Cholesterinsynthese, der 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Coenzym-A-Reductase,
durch Verminderung der Cholesterinbiosynthese in der Leber, durch
Vermehrung der LDL-Rezeptoren auf der Leberzelle und durch Modifikation
der Lipoproteinzusammensetzung. Statine haben einen großen
Einfluss auf die Zusammensetzung der Serumlipide und führen
u. a. zu einer leichten Anhebung der Konzentration von sogenannten
"High Density Lipoproteinen" (HDL) und zu einer starken Senkung
der LDL-Konzentration. Insgesamt zirkulieren durch die Wirkung der
Statine weniger Fette im Blut, so dass die arteriosklerotischen
Plaques weniger Fette einlagern und das Risiko einer Thrombose und
der daraus folgenden Gefährdungen sinkt dadurch.
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Obwohl
den Statinen noch eine Reihe weiterer positiver Eigenschaften zugeschrieben
wird, sind diese auf Grund einer auffälligen Häufung
von seltenen, jedoch schwerwiegenden Nebenwirkungen an Muskeln und Nieren
im Zusammenhang mit der Einnahme in die Kritik geraten. Deshalb
wurde insbesondere der Wirkstoff Cerivastatin (z. B. Lipobay®, Zenas®)
in Deutschland im August 2001 vom Markt genommen und es wird nach Alternativen
gesucht.
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Criscuoli
et al.: Glunicate (Lg 13979) protects the arterial wall from cholesterolinduced
arterosclerotic changes in the rabbit without affecting plasma lipids.
Arteriosclerosis 1984, 53: 59–68, beschreiben
die Verwendung von Nicotinsäure zum Schutz der Arterienwand
gegenüber Cholesterin-induzierten Veränderungen bei
der Arteriosklerose. Die protektive Wirkung von Nicotinsäure
war jedoch in keinem der gezeigten Fälle signifikant.
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Feinblatt
et al.: Treatment of arteriosclerosis and vague abdominal distress
with niacinamide hydroiodide (without side-effects). Amer. jour.
Dig. Dis. 1955; Januar: 5–6, schlagen die Behandlung
von Arteriosklerose durch eine Kombination von Iodiden und Nicotinsäureamid-Hydroiodiden
vor. Eine solche Behandlung hat sich jedoch in der Praxis nicht
bewährt.
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Vor
diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Substanz bereitzustellen, mit der die Arteriosklerose behandelt
oder dieser vorgebeugt werden kann, und mit der die vorstehend genannten Nachteile
der bekannten Lipidsenker oder sonstigen Substanzen reduziert oder
weitgehend vermieden werden können.
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Diese
Aufgabe wird durch die Bereitstellung von Nicotinsäureamid
gelöst.
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Die
Erfinder haben erkannt, dass Nicotinsäureamid die zelluläre
Aufnahme von Phosphat und die Akkumulation von Calciumphosphat in
der Zelle hemmt. Dadurch wird die Gefahr reduziert, dass das Löslichkeitsprodukt
von Calciumphosphat überschritten wird, weniger Calciumphosphat
ausfällt und die Gefahr der Arteriosklerose und das Auftreten
verkalkter arteriosklerotischer Plaques deutlich vermindert wird.
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Diese
Erkenntnis der Erfinder war überraschend, da dem Nicotinsäureamid,
das auch als Nicotinamid, Pyridin-3-carbamid oder Niacinamid bezeichnet
wird, bislang völlig andere Eigenschaften zugeschrieben
werden.
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So
beschreiben bspw. Eto et al.: Nicotinamide prevents the
development of hyperphosphataemia by suppressing intestinal sodium-dependent
phosphate transporter in rats with adenine-induced renal failure.
Nephrol. Dial. Transplant. 2005; 20: 1378–1384,
dass Nicotinsäureamid in Ratten den natriumabhängigen
Phosphattransporter NaPiIIb und damit die Aufnahme von Phosphat
in den Organismus hemme.
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Tenenhouse
H. S. und Chu Y. L.: Hydrolysis of nicotinamide-adenine dinucleotide
by purified renal brush-border membranes. Mechanism of NAD+ inhibition
of brushborder membrane phosphate-transport activity. Biochem. J.
1982; 204: 635–638, behaupten ferner, dass Nicotinsäureamid
die renale Resorption von Phosphat hemme und damit die renale Ausscheidung
von Phosphat steigere.
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Die
von Eto et al. (a. a. O.) und Tenenhouse und Chu (a. a. O.) beschriebenen
Wirkungen des Nicotinsäureamids sollten deshalb die Plasmakonzentration
von Phosphat reduzieren, was von Eto et al auch behauptet wird.
Die Erfinder haben jedoch genau den gegenteiligen Effekt von Nicotinsäureamid
beobachten können. So wurde von den Erfindern nämlich überraschenderweise
festgestellt, dass Nicotinsäureamid die Konzentration von
Phosphat im Plasma erhöht.
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Bei
den Erkenntnissen der Erfinder handelt es sich deshalb um eine Abkehr
von der im Stand der Technik vertretenen Auffassung bezüglich
der Eigenschaften des Nicotinsäureamids.
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Für
Nicotinsäureamid ist ferner beschrieben worden, dass ein
Mangel hiervon zum Krankheitsbild der sog. Pellagra führen
kann, das sich als Dermatitis mit Hyperpigmentierung im Bereich
sonnenexponierter Haut manifestiert. Die Verabreichung von Nicotinsäureamid
wird deshalb zur Behandlung von Pellagra vorgeschlagen.
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Verschiedene
Autoren schlagen die Verabreichung von Nicotinsäureamid
zur Verlängerung der Lebensdauer bzw. zur Verzögerung
von Altersprozessen vor; vgl. Crane und Low: Plasma membrane
redox and control of sirtuin. Age 2005; 27: 147–152, Bitterman
et al.: Inhibition of silencing and accelerated aging by nicotinamide,
a putative negative regulator of yeast sir2 and human SIRT1. J.
Biol. Chem. 2002; 277: 45099–45107 (in Hefe),
und Kang et al.: Nicotinamide extends replicative lifespan
of human cells. Aging Cell 2006; 5: 423–436 (in
humanen Zellen).
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Obgleich
Feinblatt et al. (a. a. O.) und Criscuoli et al. (a. a. O.) einen
Zusammenhang zwischen Arteriosklerose und Niacinamidhydroiodid bzw.
Arteriosklerose und Nicotinsäure herstellen, war wegen
der von Eto et al. (a. a. O.) und Tenenhouse und Chu (a. a. O.)
beschriebenen Wirkungen nicht zu erwarten, dass auch Nicotinsäureamid
antiarteriosklerotische Wirkung zeigt. Hinzu kommt, dass Nicotinsäure
und Nicotinsäureamid-Hydroiodid niedermolekulare Verbindungen
sind, bei denen kleine Modifikationen bereits zu einer vollständigen Änderung
ihrer biologischen Wirkungen führen können. So
haben die Erfinder bspw. auch Isonicotinsäureamid auf etwaige
antiarteriosklerotische Wirkungen getestet und dabei festgestellt,
dass eine solche gegenüber Nicotinsäureamid nur
gering modifizierte Verbindung als Substanz gegen Arteriosklerose
ungeeignet ist.
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Die
der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird durch die Bereitstellung
von Nicotinsäureamid vollkommen gelöst.
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Die
Aufgabe wird ferner gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung
eines Arzneimittels zur Behandlung und/oder Prävention
von Arteriosklerose, das die folgenden Schritte aufweist: (1) Bereitstellung
von Nicotinsäureamid, und (2) Formulierung des Nicotinsäureamids
in einen pharmazeutisch akzeptablen Träger.
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Pharmazeutisch
akzeptable Träger sind im Stand der Technik umfassend beschrieben.
Beispielhaft wird verwiesen auf Bauer et al.: Lehrbuch der
pharmazeutischen Technologie, 6. Aufl., Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
mbH Stuttgart 1999; Rowe et al.: Handbook of pharmaceutical
excipients 5. Aufl., Pharmaceutical Press and American Pharmacist
Association 2006. Der Inhalt der vorstehend genannten Publikationen
ist durch Inbezugnahme Bestandteil der Anmeldung.
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Bei
der erfindungsgemäßen Verwendung bzw. dem erfindungsgemäßen
Verfahren ist es bevorzugt, wenn das Arzneimittel für eine
Applikation ausgebildet ist, die ausgewählt ist aus der
Gruppe bestehend aus: oral, rektal, parenteral, lokal, transdermal.
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Diese
Maßnahme hat den Vorteil, dass das Arzneimittel je nach
gewünschter Applikationsform bereits auf geeignete Weise
ausgestaltet ist. Dem behandelnden Arzt steht dadurch eine Auswahl
verschiedenster Ausgestaltungsformen des Arzneimittels zur Verfügung,
wobei sich die konkrete Form an dem Zustand des Patienten, dem jeweiligen
Behandlungsprogramm und weiteren Faktoren orientieren kann.
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Vor
diesem Hintergrund ist es auch bevorzugt, wenn das Arzneimittel
in einer Form ausgebildet ist, die ausgewählt ist aus der
Gruppe bestehend aus: Pulver, Tablette, Saft, Tropfen, Kapsel, Zäpfchen,
Lösung, Injektionslösung, Aerosol, Salbe, Spülung,
Pflaster, Pellet, Dragee.
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Mit
dieser Maßnahme wird auf vorteilhafte Art und Weise bereits
eine Formulierungsvariante bereitgestellt, die den unmittelbaren
Einsatz von Nicotinsäureamid zur Behandlung bzw. Prävention
von Arteriosklerose ermöglicht.
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Bei
der erfindungsgemäßen Verwendung bzw. dem erfindungsgemäßen
Verfahren ist es außerdem bevorzugt, wenn das Arzneimittel
Nicotinsäureamid in einer Konzentration aufweist, die ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus (jeweils angegeben in Gewicht des
Wirkstoffs Nicotinsäureamid bezogen auf das Gesamtgewicht
des Arzneimittels): 1 μg/g, 10 μg/g, 100 μg/g,
1 mg/g, 10 mg/g, 100 mg/g, 1 g/g.
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Diese
Maßnahme hat den Vorteil, dass das Arzneimittel den Wirkstoff
Nicotinsäureamid bereits in einer Konzentration aufweist,
die sich zur Behandlung bzw. Prävention von Arteriosklerose
besonders eignet.
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Ferner
ist es bevorzugt, wenn die Absolutmenge des Wirkstoffs Nicotinsäureamid
in einer Dosierungseinheit des Arzneimittel zwischen ca. 1 und ca.
3000 mg, vorzugs weise zwischen ca. 10 und ca. 1500 mg, weiter bevorzugt
zwischen ca. 100 und ca. 750 mg, und höchst bevorzugt bei
ca. 500 mg liegt.
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Mit
dieser Maßnahme wird Nicotinsäureamid bereits
in einer solchen Menge bereitgestellt, dass in dem Patient ohne
weiteres die gewünschten Nicotinsäureamidspiegel
erzielt werden können. Unter einer Dosierungseinheit wird
erfindungsgemäß eine oben genannte Formulierungsvariante
bezeichnet, bspw. eine Tablette, ein Dragee, eine Kapsel etc.
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Weiter
ist es bei der erfindungsgemäßen Verwendung bzw.
dem erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt, wenn
das Arzneimittel zusätzlich eine weitere gegen Arteriosklerose
wirksame Substanz aufweist.
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Diese
Maßnahme hat den Vorteil, dass durch den Zusatz die antiarteriosklerotischen
Wirkungen des erfindungsgemäßen Arzneimittels
noch verbessert werden können. So ist es möglich,
durch die Kombination mit einer weiteren Substanz einen Eingriff
in die Arteriosklerose an einer anderen Stelle zu bewirken, um das Krankheitsbild
durch synergistische Effekte noch wirksamer zu bekämpfen.
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Bei
der weiteren Substanz handelt es sich erfindungsgemäß vorzugsweise
um einen Lipidsenker (Statin), der weiter vorzugsweise ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Atorvastatin, Cerivastatin, Fluvastatin,
Lovastatin (Mevinolin), Mevastatin (Compactin), Pravastatin und
Simvastatin.
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Diese
Maßnahme hat den Vorteil, dass das Arzneimittel eine solche
weitere Substanz beinhaltet, die nachweislich antiarteriosklerotische
Wirkung zeigt und routinemäßig eingesetzt wird.
Erfindungsgemäß können durch das Zusammenwirken
von Nicotinsäureamid und der weiteren Substanz ggf. synergistische
Effekte erzielt werden.
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Vor
diesem Hintergrund betrifft ein weiterer Gegenstand der vorliegenden
Erfindung ein Verfahren zur therapeutischen und/oder prophylaktischen
Behandlung eines Lebewesens, das von Arteriosklerose betroffen ist
oder/und bei dem die Gefahr von Arteriosklerose besteht, das folgende
Schritte aufweist: (1) Bereitstellung von Nicotinsäureamid,
(2) Einbringung des Nicotinsäureamids in das Lebewesen,
und (3) ggf. mehrfaches Wiederholen der Schritte (1) und (2).
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Das
Nicotinsäureamid kann bei diesem Verfahren in Form des
erfindungsgemäßen Arzneimittels bereitgestellt
und in das Lebewesen eingebracht werden. Die vorstehend beschriebenen
Eigenschaften, Merkmale und Vorteile gelten insofern für
dieses Verfahren entsprechend.
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Es
versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend
noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils
angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder
in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
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Die
Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher
erläutert, aus denen sich weitere Eigenschaften, Merkmale
und Vorteile ergeben. Dabei wird Bezug genommen auf die beigelegten
Figuren, in denen Folgendes dargestellt ist:
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1 zeigt
die Flüssigkeitsaufnahme der Versuchstiere vor und nach
der Verabreichung von Nicotinsäureamid,
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2 zeigt
die Nahrungsaufnahme der Versuchstiere vor und nach der Verabreichung
von Nicotinsäureamid,
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3 zeigt
das Kot-Trockengewicht der Versuchstiere vor und nach der Verabreichung
von Nicotinsäureamid,
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4 zeigt
das Körpergewicht der Versuchstiere vor und nach der Verabreichung
von Nicotinsäureamid,
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5 zeigt
die Harnflussrate der Versuchstiere vor und nach der Verabreichung
von Nicotinsäureamid,
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6 zeigt
die Phosphatkonzentrationen im Harn der Versuchstiere vor und nach
der Verabreichung von Nicotinsäureamid,
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7 zeigt
die Phosphatausscheidung über den Harn der Versuchstiere
vor und nach der Verabreichung von Nicotinsäureamid,
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8 zeigt
die Phosphatausscheidung über den Kot der Versuchstiere
vor und nach der Verabreichung von Nicotinsäureamid,
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9 zeigt
die Abundanz des Transportproteins NaPiIIb in der ersten und zweiten
Hälfte des Dünndarmes der Versuchstiere vor und
nach der Verabreichung von Nicotinsäureamid,
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10 zeigt
die Phosphatkonzentration im Plasma der Versuchstiere vor und nach
der Verabreichung von Nicotinsäureamid,
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11 zeigt
eine Eichkurve zur Messung von freiem Phosphat an Kulturen von Darmepithelzellen,
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12 zeigt
die Phosphataufnahme durch Darmepithelzellen in der Kontrolle (Kulturmedium
mit Phosphat und ohne Testsubstanz) im Vergleich zu Zellen in Kulturmedium
(Kulturmedium ohne Phosphat und ohne Testsubstanz),
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13 zeigt
den Einfluss von drei verschiedenen Konzentrationen von Nicotinsäureamid
auf die Phosphataufnahme durch Darmepithelzellen,
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14 zeigt
den Einfluss von drei verschiedenen Konzentrationen von Isonicotinsäureamid
auf die Phosphataufnahme durch Darmepithelzellen, und
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15 zeigt
den Einfluss von drei verschiedenen Konzentrationen von Thiaminhydrochlorid
auf die Phosphataufnahme durch Darmepithelzellen.
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Ausführungsbeispiele
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1. Material und Methoden
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1.1 Tierversuche
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1.1.1 Experimente an den Tieren
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Sämtliche
Tierversuche wurden gemäß der Richtlinien der
Amerikanischen Physiologischen Gesellschaft und in Übereinstimmung
mit dem Deutschen Tierschutzgesetz durchgeführt und von
den lokalen Behörden genehmigt.
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1.1.2 Stoffwechselkäfige
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Die
Experimente wurden an 6–10 Monate alten Mäusen
durchgeführt, die bei einer Kontrolldiät gehalten
wurden (C1314; 0,2% Na+, 1% K+,
0,9% Ca, Altromin, Heidenau, Deutschland). Vor und während
den Experimenten hatten die Mäuse freien Zugang zu Leitungswasser
mit und ohne Nicotinsäureamid (0,1–2 mg/g), wie
angegeben. Zur Bewertung der renalen und fäkalen Exkretion
wurden die Mäuse einzeln für 24 Stunden zur Harnsammlung
mit freiem Zugang zu Trinkwasser in Stoffwechselkäfige
(Tecniplast Hohenpeissenberg, Deutschland) gesetzt. Die innere Wand
der Stoffwechselkäfige war silikonisiert und der Urin wurde
unter Wasser-gesättigtem Öl gesammelt.
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Um
Blutproben zu erhalten, wurden die Tiere mit Diethylether (Roth,
Karlsruhe, Deutschland) anästhesiert und etwa 150 μl
Blut wurde durch Punktieren des retro-orbitalen Plexus in heparinisierte
Kapillaren entnommen.
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Kot
wurde bei etwa 80°C für etwa 3 Stunden getrocknet
und anschließend wurde das Kot-Trockengewicht bestimmt.
5 ml von 0,75 M HNO3 wurde zu dem Kot hinzugegeben
und die Probe wurde für 48 Stunden auf einem elektrischen
Schüttler geschüttelt. Die Proben wurden dann
bei 3500 rpm für 10 Minuten zentrifugiert und 1 ml des Überstandes
wurde gesammelt. Der Überstand wurde erneut bei 14.000
rpm für 5 Minuten zentrifugiert. Der Überstand
wurde bei –20°C bis zur Analyse gelagert. Der Überstand
wurde analysiert, wie unten beschrieben.
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1.1.3 Bestimmung der Phosphatkonzentrationen
im Plasma, Harn und Kot
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Die
Konzentration von Phosphat (Pi) in Plasma,
Harn und Kot erfolgte unter Verwendung eines photometrischen Kits
(Roche, Mannheim, Deutschland) gemäß der Anweisungen
des Herstellers mit Anpassungen an den unterschiedlichen Ursprung
der Proben.
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Sämtliche
Substanzen stammten von Sigma (Taufkirchen, Deutschland) oder Roth
(Karlsruhe, Deutschland).
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1.1.4 Western-Blot-Analyse der Abundanz
des NaPiIIb-Proteins
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Aus
der ersten und zweiten Hälfte des Dünndarmes wurde
Darmgewebe entnommen. Im Folgenden wurde das Epithelgewebe abgeschabt
und das Gesamtprotein aus unbehandelten und mit Nicotinsäureamid behandelten
Mäusen isoliert (jeweils n = 3 Tiere, gepoolt und doppelt
bestimmt). Die kleinen Darmsegmente wurden mit eiskalter Salinelösung
gespült und der Länge nach geöffnet.
Die Mucosa wurde mit einem Glasobjektträger in Puffer abgeschabt,
der Folgendes enthielt (in mM): 250 Saccharose, 20 Tris (pH 7,5),
5 EGTA und Proteaseinhibitor-Cocktail (Roche, Mannheim, Deutschland).
Die Suspension wurde mit einem Omnimixer für 7 Sekunden
homogenisiert. MgCl2 wurde zu dem Homogenat
in einer Endkonzentration von 10 mM hinzugegeben. Die Suspension
wurde auf Eis geschüttelt und anschließend bei
1600 g für 15 Minuten zentrifugiert. Die Plasmamembranen,
die in dem Überstand verblieben, wurden durch Zentrifugation
bei 20.000 g für 30 Minuten gesammelt. Das resultierende
Pellet wurde in einem Puffer bei pH 7,4 suspendiert, der Folgendes
enthielt (in mM): 125 Saccharose, 10 Tris (pH 7,5), 2,5 EGTA, 2,5
MgSO4. Diese Suspension wurde mit 50 "up-down"
strokes mit einem Glashomogenizer homogenisiert und bei 20.000 g
für 30 Minuten zentrifugiert. Das End-Pellet, das die gereinigten
Bürstensaummembranvesikel („brush border membrane
vesicles", BBMV) enthielt, wurde durch Hindurchdrücken
der Suspension durch 25- und 28-gauge-Nadeln und anschließende Solubilisierung
homogenisiert. Sämtliche Schritte wurden bei 4°C
durchgeführt. Anschließend wurden die Proben bei –80°C
für die spätere Verwendung eingefroren. Das Membranprotein
wurde bestimmt, wie von Bradford beschrieben. Das Gesamtprotein
(20–30 μg/μl) wurden durch SDS-Page (8%
Tris-Glycin) aufgetrennt, auf Nitrocellulosemembranen transferiert, über
Nacht in Blockierungspuffer (5% fettfreie Milch in PBS enthaltend 0,15%
Tween) blockiert und über Nacht bei 4°C mit einem
monoklonalen Anti-NaPiIIb-Antikörper (verdünnt 1:1000
in B10-ckierungspuffer) inkubiert (Alpha Diagnostics, Deutschland).
Nach der Inkubation mit Meerrettich-Peroxidase (HRP)-konjugiertem
Anti-Maus-Sekundärantikörper (Amersham, Freiburg,
Deutschland) wurden die Banden mit verstärkter Chemolumineszenz
(ECL) gemäß der Anweisungen des Herstellers visualisiert.
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1.1.5 Statistische Analyse
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Die
Daten sind dargestellt als Mittelwerte ± SEM, n stellt
die Anzahl der unabhängigen Experimente dar. Sämtliche
Daten wurden auf ihre Signifikanz unter Verwendung des ungepaarten
Student's t-Test mit Welch-Korrektur getestet, sofern erforderlich.
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1.2 Zellkulturversuche
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1.2.1 Testsubstanzen
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Nicotinsäureamid
(NA): DSM Nutritional Products, Produkt-Nr. 0587848, CAS-Nr. 98-92-0,
Lot 404023; Stammlösung: 10 mg/ml in Kulturmedium (MEM)
ohne Zusätze; Substanz ist problemlos löslich, pH-neutral
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Isonicotinsäureamid
(INA): Acros Organics, Produkt-Nr. 12258,0000, CAS-Nr. 1453-82-3,
Lot A0214246; Stammlösung: 10 mg/ml in Kulturmedium (MEM)
ohne Zusätze; Substanz ist problemlos löslich, pH-neutral
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Thiaminhydrochlorid
(THC): DSM Nutritional Products, Produkt-Nr. 0413038, CAS-Nr. 67-03-8,
Lot UQ50308195; Stammlösung: 10 mg/ml in Kulturmedium (MEM)
ohne Zusätze; Substanz ist problemlos löslich, jedoch
saurer pH-Wert von 4,82. Daher durch Zugabe von wenigen Tropfen
1 N NaOH neutralisiert.
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Aus
den Stammlösungen wurden durch weitere Verdünnung
mit Kulturmedium Inkubationslösungen mit einer Konzentration
von 5 mg/ml und 1 mg/ml hergestellt. Alle Lösungen waren
10fach konzentriert, d. h. die Konzentrationen im zellbiologischen
Test waren somit 100 μg/ml, 500 μg/ml und 1000 μg/ml.
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1.2.2 Verwendete Zelllinie und Routinekultur
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Humane
Darmepithelzellen, Zelllinie Caco-2 (Human Caucasian colon adenocarcinoma;
ECACC 86010202, DSMZ ACC 169); Passage 67 intern. Die Caco-2-Zellen
wurden als Massenkulturen in Minimum Essential Medium mit L-Glutamin
(MEM) unter Zusatz von 5% fetalem Rinderserum sowie 100 U/ml Penicillin und
100 μg/ml Streptomycin und 1% NEAA (nichtessentielle Aminosäure-Lösung,
100fach) inkubiert.
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1.2.3 Phosphat-Stammlösung zur
Exposition der Zellen
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Die
100fach konzentrierte Phosphat-Stammlösung zur Inkubation
der Zellen enthielt in Anlehnung an die Phosphatkonzentration in
Dulbecco's Phosphatgepufferter Saline für die Zellkultur:
- • KH2PO4 wasserfrei 10,0 g/l = 100 μg/ml
im Kulturmedium zur Inkubation
- • Na2HPO4 × 2H2O 57,5 g/l = 575 μg/ml im Kulturmedium
zur Inkubation
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1.2.4 Bestimmung von anorganischem Phosphat
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Reagenzien und Lösungen
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- • 1 mM Na2HPO4 zur Erstellung der Eichkurve (Lösung
1): 178 mg Na2HPO4 × 2H2O in 1 Liter Aqua dest. gelöst
Lagerung bei 4°C im Kühlschrank.
- • 0,5 M H2SO4 aus
konz. H2SO4 (18
M): 28 ml konz. H2SO4 in
900 ml Aqua dest. unter Rühren und ggf. Kühlung
eingegossen und auf 1000 ml mit Aqua dest. aufgefüllt
- • 0,42% (NH4)6Mo7O24 × 4H2O: 4,2 g (NH4)6Mo7O24 × 4H2O in 0,5 M H2SO4 gelöst und auf 1000 ml mit 0,5 M
H2SO4 aufgefüllt.
Lagerung in einer braunen Glasflasche bei 4°C im Kühlschrank.
- • 10%ige Ascorbinsäure-Lösung (jeweils
am Versuchstag frisch hergestellt): 1,11 g Ascorbinsäure
in 10 ml Aqua dest. gelöst
- • Phosphatreagenz (jeweils am Versuchstag frisch angesetzt):
10%ige Ascorbinsäure-Lösung und 0,42%ige Molybdat-Lösung
im Verhältnis 1+6 gemischt (6 ml 10%ige Ascorbinsäure-Lösung
+ 36 ml Molybdat-Lösung)
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Eichkurven und Durchführung
der Bestimmung
-
- • Probe A: 10 μl Lösung
1 + 990 μl Aqua dest. = 1 μM im Test
- • Probe C: 50 μl Lösung 1 + 950 μl
Aqua dest. = 5 μM im Test
- • Probe D: 100 μl Lösung 1 + 900 μl
Aqua dest. = 10 μM im Test
- • Probe F: 200 μl Lösung 1 + 800 μl
Aqua dest. = 20 μM im Test
- • Probe G: 300 μl Lösung 1 + 700 μl
Aqua dest. = 30 μM im Test
- • Probe H: 500 μl Lösung 1 + 500 μl
Aqua dest. = 50 μM im Test
-
Zu
100 μl der Probe bzw. Aqua dest. für den Leerwert
wurden 900 μl Phosphatreagenz pipettiert und für
60 min bei 37°C im Schüttelwasserbad im Dunkeln
inkubiert. Danach erfolgte die Messung der Extinktion bei 820 nm
mit einem ATI Unicam UV/Vis UV4 Spektrometer.
-
1.2.5 Durchführung der Zellkulturversuche
-
- • Caco-2-Zellen wurden in einer Dichte
von 750.000 Zellen/Kulturschale (Wachstumsfläche pro Kulturschale
55 cm) ausgesät und für 3 Tage bis zum Erreichen
einer etwa 90%igen Konfluenz in Minimum Essential Medium (MEM) unter
Zusatz von 5% fetalem Kälberserum sowie 100 U/ml Penicillin
und 100 μg/ml Streptomycin und 1% NEAA (nichtessentielle
Aminosäure-Lösung, 100fach) inkubiert.
- • Die Caco-2-Zellen wurden dann mit Kulturmedium (Minimum
Essential Medium; MEM) ohne weitere Zusätze (enthält
140 mg/l Natriumdihydrogenphosphat × H2O) ± 100,
500 resp. 1000 μg/ml Testsubstanz für 15 min bei
37°C im Brutschrank präinkubiert.
- • Das Kulturmedium wurde abgesaugt und frisches MEM
mit 100 μg/ml Kaliumdihydrogenphosphat und 575 μg/ml
Dinatriumhydrophosphat-Dihydrat aus der 100fach konzentrierten Phosphat-Stammlösung ± 100, 500
resp. 1000 μg/ml Testsubstanz zugegeben und für
60 min bei 37°C im Brutschrank inkubiert.
- • Das Inkubationsmedium wurde abgesaugt, einmal mit
jeweils 10 ml pro Schale 0,9%iger Kochsalzlösung gewaschen,
die Zellen durch kurzzeitige Trypsin/EDTA-Behandlung abgelöst
(5 ml Trypsin/EDTA für 5 min bei 37°C) und suspendiert
(+ 5 ml Kochsalzlösung)
- • Die Zellsuspension wurde zentrifugiert (7 min bei
240 × g), der Überstand mit einer Pasteurpipette
abgesaugt und das Zellsediment in 1 ml Kochsalzlösung aufgenommen
- • Die Proben wurden in Eppendorfcups bei –20°C
eingefroren und bis zur Phosphatbestimmung gelagert
- • Nach dem Auftauen am Tag der Phosphatbestimmung wurden
die Eppendorfcups mit den Zellproben zum Zerstören der
Zellmembranen kurz in Flüssigstickstoff schockgefroren
(ca. 30 sec) und die Proben anschließend wieder bei Raumtemperatur
aufgetaut
- • Das entsprechende Volumen (Verdünnung 1:10)
zur Phosphatbestimmung wurde zugegeben
- • Messung am ATI Unicam UV/Vis Spectrometer UV4 bei
einer Wellenlänge von 820 nm
- • Die Untersuchungen wurden in dreifachem Parallelansatz
durchgeführt
-
1.2.6 Interne Probenbezeichnungen
-
- • Unbehandelte Zellen in Kulturmedium
(KM)
- • Kochsalzlösung (NaCl)
- • 15 min MEM ohne TS + 60 min IM ohne TS (K)
- • 15 min MEM mit 100 μg/ml TS + 60 min IM
mit 100 μg/ml TS (TS100)
- • 15 min MEM mit 500 μg/ml TS + 60 min IM
mit 500 μg/ml TS (TS500)
- • 15 min MEM mit 1000 μg/ml TS + 60 min IM
mit 1000 μg/ml TS (TS1000)
-
- Abkürzungen: IM = Inkubationsmedium = Kulturmedium
mit Phosphat 1:100; TS = Testsubstanz, d. h. NA = Nicotinamid, INA
= Isonicotinamid und THC = Thiaminhydrochlorid.
-
2. Ergebnisse
-
2.1 Tierversuche
-
In
den 1 bis 8 sind die arithmetischen Mittel ± SEM
der Flüssigkeitsaufnahme (ml/24 Stunden; 1),
der Nahrungsaufnahme (mg/24 h; 2), des
Kot-Trockengewichts (g/24 Stunden, 3), des
Körpergewichts (g; 4), der
Harnflussrate (ml/24 Stunden; 5), der
Harnphosphatkonzentration (mg/dl; 6), der
Harnphosphatausscheidung (mg/24 h; 7) und der
Kotphosphatausscheidung (mg/24 h; 8) der Versuchstiere
vor (Kontrolle) oder ein oder zwei Wochen nach der Verabreichung
von 0,1, 0,3, 0,5, 1 oder 2 [mg/g Körpergewicht] Nicotinsäureamid
dargestellt. * zeigt eine statistisch signifikante (p < 0,05) Differenz gegenüber
dem Wert vor der Verabreichung von Nicotinsäureamid an.
-
2.1.1 Flüssigkeitsaufnahme
-
Wie
in 1 illustriert, folgt auch die Verabreichung von
niedrigen Dosen von Nicotinsäureamid eine leichte Abnahme
der Flüssigkeitsaufnahme der Versuchstiere, wobei der Effekt
bei 0,3 mg/g Körpergewicht für eine Woche die
Signifikanz erreicht. Umgekehrt führt die Verabreichung
von 0,5 mg/g Körpergewicht Nicotinsäureamid eher
zu einer leichten, aber signifikanten Zunahme der Flüssigkeitsaufnahme.
-
2.1.2 Nahrungsaufnahme
-
Gleichermaßen
nimmt die Nahrungsaufnahme der Versuchstiere nach der Verabreichung
von 0,1 bis 0,3 mg/g Körpergewicht Nicotinsäureamid
leicht ab und nach der Verabreichung von 0,5 mg/g Körpergewicht Nicotinsäureamid
leicht zu; vgl. 2.
-
2.1.3 Kot-Trockengewicht
-
Parallel
zu der Auswirkung auf die Nahrungsaufnahme führt die Verabreichung
von 0,1 bis 0,3 mg/g Körpergewicht Nicotinsäureamid
eher zu einer Abnahme des Kot-Trockengewichts der Versuchstiere,
wobei dieser Effekt jedoch keine statistische Signifikanz erreicht;
vgl. 3.
-
2.1.4 Körpergewicht
-
Die
Verabreichung von Nicotinsäureamid führte nicht
zu signifikanten Veränderungen des Körpergewichts
der Versuchstiere; vgl. 4.
-
2.1.5 Harnfluss
-
Die
Harnflussrate der Versuchstiere nahm nach zwei Wochen der Verabreichung
von 0,1 bis 0,3 mg/g Körpergewicht Nicotinsäureamid
signifikant ab; vgl. 5.
-
2.1.6 Harnphosphatkonzentration
-
Die
Verabreichung von 0,1 und 0,3 mg/g Körpergewicht Nicotinsäureamid
erhöhte die Harnphosphatkonzentration der Versuchstiere,
wobei die Effekte eine bzw. zwei Wochen nach dem Beginn der Behandlung signifikant
waren; vgl. 6.
-
2.1.7 Harnphosphatausscheidung
-
Gleichermaßen
erhöhte 0,1 mg/g Körpergewicht Nicotinsäureamid
die Harnphosphatausscheidung der Versuchstiere, wobei dieser Effekt
eine Woche nach Beginn der Behandlung signifikant war; 7.
-
2.1.8 Fäkalphosphatausscheidung
-
Nach
der Verabreichung von 0,3 mg/g Körpergewicht Nicotinsäureamid
nimmt die Fäkalphosphatausscheidung der Versuchstiere signifikant
zu; 8.
-
2.1.9 Expression des Phosphattransporters
NaPiIIb
-
Anschließend
wurden Western-Blot-Experimente durchgeführt, um zu untersuchen,
ob die Nicotinsäureamid-Behandlung die Expression des Phosphattransporters
NaPiIIb im Darm beeinflusst. Das Ergebnis eines solchen Experimentes
ist in 9 dargestellt. Die oberen Balken zeigen die Original-Blots,
die unteren Balken die arithmetischen Mittel ± SEM der
NaPiIIb-Abundanz (willkürliche Einheiten) vor der Verabreichung von
Nicotinsäureamid (0 Tage) und 7 Tage nach der Behandlung
mit 2 mg/g Körpergewicht Nicotinsäureamid. # zeigt
statistische Signifikanz (d < 0,05)
zwischen der ersten und zweiten Hälfte des Dünndarms
an.
-
Wie
in dieser Abbildung illustriert, war die Proteinabundanz deutlich
höher in der ersten (jejunalen) als in der zweiten (ilealen)
Hälfte des Dünndarms vor der Verabreichung von
Nicotinsäureamid. Die Nicotinamidbehandlung führt
zum vollständigen Verschwinden des NaPiIIb-Proteins von
den Grenzen des Dünndarmborstensaums.
-
2.1.10 Phosphatkonzentration im Plasma
-
Als
Nächstes wurde untersucht, ob die Verabreichung von Nicotinsäureamid
zu einer Abnahme der Phosphatkonzentration im Plasma der Versuchtiere
führt. Das Ergebnis eines entsprechenden Experimentes ist
in 10 dargestellt. Gezeigt sind die arithmetischen
Mittel ± SEM der Plasmaphosphatkonzentration (mg/dl) vor
(Kontrolle) oder eine oder zwei Wochen nach der Verabreichung von
0,1, 0,3, 0,5, 1 oder 2 [mg/g Körpergewicht] Nicotinsäurea mid.
* zeigt einen statistisch signifikanten (p < 0,05) Unterschied gegenüber
dem Wert vor der Verabreichung von Nicotinsäureamid an.
-
Dabei
zeigt sich, dass es bei höheren Dosen (≥ 0,5 mg/g)
Nicotinsäureamid zu einer Abnahme der Plasmaphosphatkonzentration
kommt. Dieser Effekt erreicht statistische Signifikanz zwei Wochen
nach dem Beginn der Verabreichung von 0,5 und 1 mg/g Körpergewicht
Nicotinsäureamid und eine Woche nach der Verabreichung
von 2 mg/g Körpergewicht Nicotinsäureamid. Im
Gegensatz zu dem erniedrigenden Effekt von Nicotinsäureamid
bei ≥ 0,5 mg/g, erhöhte die Verabreichung von
Nicotinsäureamid bei niedriger Dosierung (0,1 mg/g und
0,3 mg/g) die Plasmaphosphatkonzentration. Dieser Effekt erreichte
statistische Signifikanz zwei Wochen nach 0,1 und 0,3 mg/g Körpergewicht
Nicotinsäureamid-Verabreichung.
-
2.2 Zellkulturversuche
-
Um
zu überprüfen, ob der Anstieg der Plasmaphosphatkonzentration
bei niedrigen Dosen von Nicotinsäureamid mit einer verringerten
Aufnahme von Phosphat in die Zellen einhergeht, haben die Erfinder
ein zelluläres Testsystem mit Darmepithelzellen (Zelllinie
Caco-2) etabliert, an welchem die Phosphataufnahme der Zellen in
Abhängigkeit von Nicotinsäureamid quantitativ
bestimmt werden kann. Ferner wurden zwei weitere Testsubstanzen
in ihrer Fähigkeit untersucht, die Phosphataufnahme der
Zelle zu beeinflussen, nämlich Isonicotinsäureamid
und Thiaminhydrochlorid.
-
2.2.1 Phosphateichkurve
-
Zunächst
wurde eine Phosphateichkurve zur Dokumentation des linearen Messbereiches
erstellt. In der nachfolgenden Tabelle 1 sind die Phosphatmesswerte
bei einer Verdünnung von 1:10 dargestellt.
| Eichkurve
Phosphatbestimmung (1:10) |
| Probe | [Pi]
in μM | Messwerte | OD
820 nm | Mittel | wert | S.
D. |
| A | 1 | 0,112 | 0,103 | 0,111 | 0,112 | 0,005 |
| C | 5 | 0,179 | 0,171 | 0,172 | 0,179 | 0,004 |
| D | 10 | 0,245 | 0,257 | 0,251 | 0,245 | 0,006 |
| F | 20 | 0,362 | 0,365 | 0,359 | 0,362 | 0,003 |
| G | 30 | 0,482 | 0,473 | 0,459 | 0,482 | 0,012 |
| H | 50 | 0,804 | 0,786 | 0,816 | 0,804 | 0,015 |
Tab.
1: Tabellarische Darstellung der Phosphat-Messwerte bei einer Verdünnung
von 1:10 zur Dokumentation des linearen Messbereiches
-
11 zeigt
eine graphische Darstellung der Phosphatmesswerte aus Tabelle 1
zur Dokumentation des linearen Messbereiches.
-
Bei
den anschließenden Phosphatmessungen lagen die maximalen
optischen Dichten (OD) bei 820 nm bei 0,8 und waren damit noch im
linearen Bereich der Eichkurve.
-
2.2.2 Phosphataufnahme durch Darmepithelzellen
(Kontrollen)
-
In 12 ist
die Phosphataufnahme durch Darmepithelzellen (Caco-2) in der Kontrolle
(K = Kulturmedium mit Phosphat 1:100 ohne Testsubstanz) im Vergleich
zu Zellen in Kulturmedium (KM = Kulturmedium ohne Phosphat 1:100
und ohne Testsubstanz) dargestellt. Die Phosphataufnahme der Zellen
beträgt 27,63 ± 6,6% (Mittelwert ± Standardabweichung)
und ist signifikant (p < 0,05;
Student's t-Test). Somit ist gezeigt, dass alle mit den Testsubstanzen
gemessenen Wirkungen tatsächlich auf einer durch die einstündige
Inkubation mit Phosphat 1:100 erhöhten basalen Phosphataufnahme
durch die Zellen beruhen.
-
2.2.3 Phosphataufnahme durch Darmepithelzellen
in Gegenwart von Nicotinsäureamid
-
In 13 ist
der Einfluss von drei verschiedenen Konzentrationen von Nicotinsäureamid
(NA) auf die Phosphataufnahme durch Darmepithelzellen (Caco-2) dargestellt.
Angegeben ist der Mittelwert ± Standardabweichung (n =
3). Dabei ist eindeutig zu erkennen, dass Nicotinsäureamid
eine Dosis-abhängige Reduktion der Phosphataufnahme mit
steigender Nicotinsäureamidkonzentration um ca. 22 bis
26% bewirkt. Selbst bei der niedrigsten Testkonzentration von 100 μg/ml
ist die Reduktion bereits signifikant (p < 0,05; Student's t-Test).
-
Dieses
Experiment bestätigt demnach, dass eine Erhöhung
der Plasmaphosphatkonzentration mit einer Reduktion der Phosphataufnahme
durch Nicotinsäureamid einhergeht.
-
Die
Erfinder haben nun erkannt, dass die herabgesetzte zelluläre
Aufnahme von Phosphat die zelluläre Akkumulation von Calciumphosphat
(CaHPO4) und damit die Gefahr der Arteriosklerose
mindert.
-
2.2.4 Phosphataufnahme durch Darmepithelzellen
in Gegenwart von Isonicotinsäureamid
-
In 14 ist
der Einfluss von drei verschiedenen Konzentrationen von Isonicotinsäureamid
(INA) auf die Phosphataufnahme durch die Darmepithelzellen dargestellt.
Angegeben ist wieder der Mittelwert ± Standardabweichung
(n = 3).
-
Dabei
zeigt sich, dass Isonicotinsäureamid die Phosphataufnahme
der Zelle weitgehend unbeeinflusst lässt. So ist bei den
Konzentrationen 500 μg/ml bzw. 1000 μg/ml keine
Abweichung gegenüber der Kontrolle feststellbar (p < 0,05; Student's
t-Test).
-
2.2.5 Phosphataufnahme durch Darmepithelzellen
in Gegenwart von Thiaminhydrochlorid
-
In 15 ist
der Einfluss von drei verschiedenen Konzentrationen von Thiaminhydrochiorid
(THC) auf die Phosphataufnahme durch die Darmepithelzellen dargestellt.
Angegeben ist der Mittelwert ± Standardabweichungen (n
= 3).
-
Dabei
zeigt sich, dass Thiaminhydrochlorid eine Dosis-abhängige
Förderung der Phosphataufnahme um ca. 29 bis 9% mit umgekehrter
Proportionalität bewirkt, d. h. je geringer die Testkonzentration,
desto größer wird die Förderung der Phosphataufnahme.
Nur bei der niedrigsten Testkonzentration von 100 μg/ml
ist allerdings die Förderung signifikant (p < 0,05; Student's
t-Test).
-
2.2.6 Alle Testsubstanzen im Vergleich/Zusammenfassung
-
Die
mit den drei getesteten Substanzen erzielten Ergebnisse zur Phosphataufnahme
in die Zellen sind in der nachfolgenden Tabelle 2 zusammengefasst.
| Phosphataufnahme
unter Nicotinsäureamid |
| Probe | Messwerte
OD 820 nm korrigiert, d. h. abzgl. OD der 0,9%igen Kochsalzlösung | Mittelwert | S.
D. | Mittelwert Pi-Aufnahme
in % (K = 100%) | S.
D. Pi Aufnahme in % |
| NaCl | 0,08 | 0,112 | 0,094 | 0,095 | 0,016 | | |
| KM | 0,257 | 0,226 | 0,241 | 0,241 | 0,016 | 72,37 | 6,43 |
| K | 0,352 | 0,309 | 0,339 | 0,333 | 0,022 | 100,00 | 6,62 |
| NA100 | 0,278 | 0,234 | 0,269 | 0,260 | 0,023 | 78,08 | 8,94 |
| NA500 | 0,266 | 0,236 | 0,262 | 0,254 | 0,016 | 76,38 | 6,40 |
| NA1000 | 0,270 | 0,247 | 0,224 | 0,247 | 0,023 | 74,07 | 9,32 |
| Phosphataufnahme
unter Isonicotinsäureamid |
| Probe | Messwerte
OD 820 nm korrigiert, d. h. abzgl. der OD 0,9%igen Kochsalzlösung | Mittelwert | S.
D. | Mittelwert Pi-Aufnahme
in % (K= 100%) | S.
D. Pi Aufnahme in % |
| NaCl | 0,08 | 0,112 | 0,094 | 0,095 | 0,016 | | |
| KM | 0,257 | 0,226 | 0,241 | 0,241 | 0,016 | 72,37 | 6,43 |
| K | 0,352 | 0,309 | 0,339 | 0,333 | 0,022 | 100,00 | 6,62 |
| INA100 | 0,238 | 0,287 | 0,263 | 0,262 | 0,025 | 78,78 | 9,34 |
| INA500 | 0,307 | 0,331 | 0,348 | 0,328 | 0,021 | 98,60 | 6,27 |
| INA1000 | 0,321 | 0,369 | 0,335 | 0,342 | 0,025 | 102,56 | 7,20 |
| Phosphataufnahme
unter Thiaminhydrochlorid |
| Probe | Messwerte
OD 820 nm korrigiert, d. h. abzgl. OD der 0,9%igen Kochsalzlösung | Mittelwert | S.
D. | Mittelwert Pi-Aufnahme
in % (K 100 %) | S.
D. Pi Aufnahme in % |
| NaCl | 0,08 | 0,112 | 0,094 | 0,095 | 0,016 | | |
| KM | 0,257 | 0,226 | 0,241 | 0,241 | 0,016 | 72,37 | 6,43 |
| K | 0,352 | 0,309 | 0,339 | 0,333 | 0,022 | 100,00 | 6,62 |
| THC100 | 0,396 | 0,459 | 0,430 | 0,428 | 0,032 | 128,53 | 7,37 |
| THC500 | 0,361 | 0,428 | 0,394 | 0,394 | 0,034 | 118,32 | 8,50 |
| THC1000 | 0,330 | 0,394 | 0,362 | 0,362 | 0,032 | 108,61 | 8,85 |
Tab.
2: Tabellarische Darstellung aller Messwerte zur Phosphataufnahme
unter dem Einfluss der drei verschiedenen Konzentrationen der drei
verschiedenen Testsubstanzen.
-
Die
Erfinder konnten anhand von Tierversuchen und mittels eines zellulären
Testsystems nachweisen, dass Nicotinsäureamid die Aufnahme
von Phosphat in die Zelle aus dem Plasma signifikant reduzieren
kann und dadurch eine wirksame Substanz zur Behandlung und Prophylaxe
von Arteriosklerose darstellt. Beeindruckenderweise ist Nicotinsäureamid
die einzige Testsubstanz, die die Phosphataufnahme in die Zellen
bei allen getesteten Konzentrationen reduziert.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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