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Stand der Technik
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Die
Erfindung betrifft Verfahren zur Erkennung des Auftretens von Querempfindlichkeiten
eines Abgassensors, welcher zur Bestimmung der Anwesenheit oder
der Konzentration zumindest einer ersten Abgaskomponente im Abgas
einer Brennkraftmaschine vorgesehen ist, auf zumindest eine zweite Abgaskomponente
des Abgases, wobei der Abgassensor in Strömungsrichtung
des Abgases nach zumindest einem zumindest die zweite Abgaskomponente
umsetzenden ersten Katalysator angeordnet ist.
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Insbesondere
im Abgassystem von Dieselmotoren mit Dieselpartikelfiltern sind
Partikelsensoren vorgesehen, mit welchen die korrekte Funktion des
Dieselpartikelfilters im Rahmen einer On-Board-Diagnose überwacht
wird. Ein solcher resistiver Partikelsensor ist in der
DE 101 33 384 A1 beschrieben.
Der Partikelsensor ist aus zwei ineinander greifenden, kammartigen
Elektroden aufgebaut, die zumindest teilweise von einem Schutzrohr überdeckt
sind, das auch als Fanghülse zur Verbesserung der Ablagerung
von Partikeln dient. Lager sich Partikel aus dem Abgas einer Brennkraftmaschine
an dem Partikelsensor ab, so führt dies zu einer auswertbaren Änderung
der Impedanz des Partikelsensors, aus der auf die Menge angelagerter
Partikel und somit auf die Menge im Abgas mitgeführter
Partikel geschlossen werden kann.
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In
einer noch nicht veröffentlichten Anmeldung (Aktenzeichen
DE 10 2005 034 247 )
ist ein Verfahren zur Überwachung eines Abgasgrenzwertes
eines Verbrennungsmotors mittels einer Motorsteuerung beschrieben,
wobei die Motorsteuerung zumindest einen Abgassensor aufweist und
ein Fehlersignal bei Überschreitung des Abgasgrenzwertes
abgegeben wird. Dabei werden die für den gegenwärtigen Fahrzustand
vorhergesagten Emissionen mit Hilfe eines Motormodells ermittelt
und mit dem Signal des Abgassensors oder einem daraus hergeleiteten
Vergleichswert für die Emission verglichen. Der Abgassensor
kann ein hinter einem Partikelfilter angeordneter, sammelnder Partikelsensor
sein. Zur Beurteilung, ob der Partikelfilter intakt oder defekt
ist, wird der Vergleich eines als Quotient aus der von dem Partikelsensor
gemessenen Partikelemission und der modellierter Partikelemission
berechneten Emissionsgrades mit einem vorgegebenen Grenzwert vorgeschlagen.
Das Verfahren ermöglicht die Abgasüberwachung
bei gegenüber standardisierten Fahrzyklen zur Festlegung
der Grenzwerte abweichenden Betriebsbedingungen des Verbrennungsmotors.
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Partikelsensoren
weisen eine starke Querempfindlichkeit gegenüber äußeren
Einflussgrößen wie Sensortemperatur, Abgastemperatur,
Abgasgeschwindigkeit oder auch Abgasbestandteilen auf. Dabei beeinflussen
diese Größen sowohl die Anlagerung der Partikel
an dem Sensor wie auch die gemessene Impedanz des Sensors.
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In
einer noch nicht veröffentlichten Anmeldung (
DE 10 2005 040 790 ) ist ein Verfahren
zum Betreiben eines Sensors zum Erfassen von Partikeln in einem
Abgasstrom beschrieben. Dabei wird zumindest ein Maß für
den Abgasstrom am Partikelsensor ermittelt und bei der Bewertung
des vom Partikelsensor bereitgestellten Partikelsensorsignals das
Maß für den Abgasstrom berücksichtigt.
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Weitere
Einflussgrößen auf die Querempfindlichkeiten der
Sensoren werden bei dem beschriebenen Verfahren nicht berücksichtigt.
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In
einer weiteren noch nicht veröffentlichten Anmeldung (
DE 10 2006 018 956 )
ist ein Verfahren zur Bestimmung einer Masse von Partikeln oder
eines Partikelmassenstroms in einem Abgaskanal einer Brennkraftmaschine
beschrieben, wobei in dem Abgaskanal der Brennkraftmaschine zumindest
ein resistiver Partikelsensor angeordnet ist, dessen gemessene Signaländerung
mit einer aus einem Motormodell ermittelten, prognostizierten Signaländerung des
Partikelsensors verglichen wird. Dabei ist es vorgesehen, dass die
gemessene Signaländerung des Partikelsensors und/oder die
prognostizierte Signaländerung des Partikelsensors unter
Berücksichtigung von Einflussgrößen auf
Querempfindlichkeiten des Partikelsensors korrigiert werden. Die
gemessenen und prognostizierten Signaländerungen können nach
den bekannten Methoden der Gradientenmethode und der Auslösemethode
ausgewertet werden. Im Falle der Gradientenmethode entspricht die
Signaländerung der Anstiegsgeschwindigkeit dI/dt des Sensorstroms.
Bei der Auslösemethode wird überwacht, ob das
Sensorsignal eine vorgegebene Schwelle überschreitet und
der Zeitpunkt des Überschreitens der Schwelle, zum Beispiel
bezogen auf das Ende einer Ausheizphase des Partikelsensors, als
Auslösezeitpunkt des Partikelsensors definiert.
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Das
Verfahren ermöglicht es, dass auch dynamische Betriebspunktwechsel
der Brennkraftmaschine, die schneller erfolgen als das Ansprechen des
Partikelsensors, bezüglich der Querempfindlichkeiten des
Partikelsensors korrigiert werden können.
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Dazu
ist es jedoch notwendig, die Einflussgrößen auf
die Querempfindlichkeiten des Partikelsensors an dem Ort des Partikelsensors
zu bestimmen beziehungsweise abzuschätzen. Dies ist insbesondere
für Abgasbestandteile schwierig, wenn deren Gehalt am Einbauort
des Partikelsensors nicht hinreichend genau bestimmt werden kann.
So kann beispielsweise der Gehalt einer Abgaskomponente am Partikelsensor
in Abhängigkeit von einem Alterungszustand eines die Abgaskomponente
konvertierenden Katalysators bei ansonsten gleichen Betriebsparametern
der Brennkraftmaschine stark variieren.
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Es
ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, mit welchem
das Auftreten von Querempfindlichkeiten eines Abgassensors auf Abgasbestandteile
erkannt werden kann.
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Offenbarung der Erfindung
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Vorteile der Erfindung
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Die
Aufgabe wird dadurch gelöst, dass sich während
ersten Betriebszuständen hohe Konzentrationen der zweiten
Abgaskomponente vor dem ersten Katalysator einstellen und/oder dass
sich Bedingungen am Abgassensor einstellen, bei denen eine hohe
Querempfindlichkeit des Abgassensors auf die zweite Abgaskomponente
erwartet wird und dass sich während zweiten Betriebszuständen
niedrige Konzentrationen der zweiten Abgaskomponente vor dem ersten
Katalysator einstellen und/oder dass sich Bedingungen am Abgassensor
einstellen, bei denen eine niedrige Querempfindlichkeit des Abgassensors auf
die zweite Abgaskomponente erwartet wird und dass bei abweichendem
Signalverhalten des Abgassensors zwischen den ersten und den zweiten
Betriebszuständen auf das Vorliegen der zweiten Abgaskomponente
am Abgassensor und eine dadurch bewirkte Querempfindlichkeit des
Abgassensors geschlossen wird.
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Dem
Verfahren liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass bei intaktem Katalysator
unabhängig von der Konzentration der die Querempfindlichkeit
verursachenden zweiten Abgaskomponente vor dem Katalysator kein
nennenswerter Anteil der zweiten Abgaskomponente an dem Abgassensor
vorliegt. Es kann somit keine Beeinflussung des Signals des Abgassensors
durch die zweite Abgas komponente erfolgen. Auch Bedingungen am Abgassensor,
welche eine stärkere Querempfindlichkeit des Abgassensors auf
die zweite Abgaskomponente erwarten lassen, beispielsweise eine
hohe oder niedrige Temperatur des Abgassensors, führen
zu keiner Beeinträchtigung des Signals des Abgassensors,
da keine ausreichende Menge der zweiten Abgaskomponente am Abgassensor
vorliegt.
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Bei
defektem Katalysator wird hingegen eine höhere Konzentration
der die Querempfindlichkeit verursachenden zweiten Abgaskomponente
vor dem Katalysator zu einem merklichen Anstieg der Konzentration
der zweiten Abgaskomponente am Ort des Abgassensors führen.
Dadurch wird die Messung des Abgassensors beeinflusst, und zwar
in Abhängigkeit von der angebotenen Konzentration der zweiten
Abgaskomponente vor dem Katalysator und von Bedingungen am Abgassensor,
welche die Querempfindlichkeit des Abgassensors auf die zweite Abgaskomponente
beeinflussen.
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Durch
betriebsbedingte oder gezielt vorgenommene Variationen der Konzentration
der zweiten Abgaskomponente vor dem Katalysator und/oder durch Variation
der Bedingungen am Ort des Abgassensors, welche die Querempfindlichkeit
des Abgassensors auf die zweite Abgaskomponente beeinflussen, kann
somit auf einen Defekt des Katalysators bezüglich seiner
Konvertierungs- beziehungsweise Rückhaltefähigkeit
für die zweite Abgaskomponente und somit auf das Vorliegen
der zweiten Abgaskomponente am Ort des Abgassensors mit einer dadurch bewirkten
Querempfindlichkeit und eine entsprechende Fehlmessung des Abgassensors
geschlossen werden.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltungsvariante der Erfindung ist es vorgesehen,
dass mit dem Abgassensor die Anwesenheit oder Konzentration der
ersten Abgaskomponente nach einem zumindest die zweite Abgaskomponente
konvertierenden oder speichernden ersten Katalysator und einem zumindest
die erste Abgaskomponente konvertierenden oder speichernden zweiten
Katalysator gemessen wird, dass bei verschiedenen Betriebszuständen aus
dem Signal des Abgassensors ein Maß ε für
die Konvertierungsfähigkeit oder die Rückhaltefähigkeit des
zweiten Katalysators für die erste Abgaskomponente ermittelt
wird, dass unter Annahme eines defekten ersten Katalysators ein
Maß β für eine angenommene Belastung
des Abgassensors mit der zweiten Abgaskomponente für den
jeweiligen Betriebszustand ermittelt wird und dass bei einem stetig
steigenden oder abnehmenden Maß ε infolge einer
stetigen Veränderung des Maßes β auf
die Anwesenheit der zweiten Abgaskomponente an dem Abgassensor geschlossen
wird. Dabei können die beiden Katalysatoren getrennt oder
in einer baulichen Einheit vorliegen, wobei die Durchführung
des Verfahrens unabhängig von der Reihenfolge der in dem
Abgaskanal angeordneten Katalysatoren erfolgen kann. Da das Maß ε aus
dem Signal des Abgassensors gebildet wird, wird es bei defektem
erstem Katalysator fehlerhaft sein. Weiterhin wird sich das Maß ε bei
defektem erstem Katalysator bei gezielter Variation der Konzentration
der zweiten Abgaskomponente vor dem ersten Katalysator ändern.
Das Maß β quantifiziert dabei die mögliche
Belastung des Abgassensors mit der zweiten Abgaskomponente unter
Annahme eines defekten ersten Katalysators. Ändert sich
das Maß ε nicht in Abhängigkeit von dem
Maß β, so ist von einem intakten ersten Katalysator
und somit von keiner Querbeeinflussung des Abgassensors durch die zweite
Abgaskomponente auszugehen. Ändert sich hingegen das Maß ε in
Abhängigkeit von dem Maß β, so kann auf
einen defekten ersten Katalysator und somit auf die Anwesenheit
der zweiten Abgaskomponente an dem Abgassensor mit der dadurch bedingten
Beeinflussung des Messergebnisses des Abgassensors für
die erste Abgaskomponente geschlossen werden. Vorteilhaft bei dieser
Ausgestaltung der Erfindung ist, dass bei heutigen Abgassystemen
häufig schon ein Maß ε zur Beschreibung
der Konvertierungs- beziehungsweise Rückhaltefähigkeit
eines Katalysators gebildet wird und somit bei der Durchführung
des Verfahrens auf bereits bestehende Größen zurückgegriffen
werden kann. Das Verfahren lässt sich für viele
Abgassysteme rein rechnerisch auf Basis von Signalen und Messergebnissen
bereits vorhandener Sensoren durchführen.
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Eine
rechnerische Erfassung des Zusammenhangs zwischen den Maßen ε und β für
verschiedene Betriebszustände lässt sich dadurch
erreichen, dass für verschiedene Betriebszustände
Wertepaare des Maßes ε und des Maßes β gebildet
werden, dass durch eine Regressionsanalyse ein funktionaler Zusammenhang
zwischen dem Maß ε und dem Maß β ermittelt
wird und dass auf die Anwesenheit der zweiten Abgaskomponente an
dem Abgassensor und eine dadurch bewirkte Querempfindlichkeit des
Abgassensors geschlossen wird, wenn die angepassten Regressionsparameter
einen vorgegebenen Grenzwert überschreiten oder einen vorgegebenen Grenzwert
unterschreiten und/oder dass aus der Höhe der Regressionsparameter
auf die Konzentration der zweiten Abgaskomponente an dem Abgassensor
geschlossen wird. Das Verfahren ermöglicht es, auch bei
streuenden Messergebnissen eine Aussage über die Querbeeinflussung
des Abgassensors treffen.
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Eine
einfache Auswertung der Abhängigkeit des Maßes ε vom
Maß β wird dadurch ermöglicht, dass eine
lineare Regression durchgeführt wird und dass bei einer
Steigung der ermittelten Geraden, welche einen vorgegebenen Grenzwert überschreitet oder
einen vorgegebenen Grenzwert unterschreitet, auf die Anwesenheit
der zweiten Abgaskomponente an dem Abgassensor und eine dadurch
bewirkte Querempfindlichkeit des Abgassensors geschlossen wird.
Dazu muss im Rahmen der Streuung der Messwerte ein stetiger, linearer
Zusammenhang zwischen dem Maß ε und dem Maß β vorliegen.
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Ein
weiterer Vorteil einer Auswertung mit Hilfe einer Regressionsanalyse
lässt sich dadurch ausnutzen, dass auf die Anwesenheit
der zweiten Abgaskomponente an dem Abgassensor und eine dadurch
bewirkte Querempfindlichkeit des Abgassensors nur dann geschlossen
wird, wenn auf Basis der Regressionsanalyse ein statistisch relevanter
Zusammenhang zwischen dem Maß εund dem Maß β nachgewiesen
wird. Zufällige Streuungen der Messergebnisse, zum Beispiel
im Rahmen von Messtoleranzen, können somit nach gesicherten
mathematischen Methoden von tatsächlichen Abhängigkeiten der
Maße ε und β unterschieden werden. Dies
kann beispielsweise durch den bekannten Regressionskoeffizienten
r erfolgen.
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Die
Sicherheit der Entscheidung, ob eine Beeinflussung des Signals des
Abgassensors durch eine zweite Abgaskomponente vorliegt, kann dadurch
verbessert werden, dass auf die Anwesenheit der zweiten Abgaskomponente
an dem Abgassensor und eine dadurch bewirkte Querempfindlichkeit
des Abgassensors nur dann geschlossen wird, wenn Wertepaare für
das Maß ε und das Maß β vorliegen, bei
denen das Maß β durch die verschiedenen Betriebszustände
einen vorgegebenen Bereich überschreitet. Eine große
Variation des Maßes β führt insbesondere
bei einem linearen Zusammenhang zwischen den Maßen ε und β zu
einer möglichst großen Änderung des Maßes ε bei
defektem ersten Katalysator, was leichter und sicherer nachweisbar
ist als entsprechend kleine Änderungen des Maßes ε.
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Die
Beeinflussung des Signals des Abgassensors auf eine vorhandene zweite
Abgaskomponente kann von weiteren Betriebsbedingungen, insbesondere
von der Temperatur des Abgassensors, abhängig sein. Daher
kann es sinnvoll beziehungsweise notwendig sein, dass als Bedingungen,
welche die Querempfindlichkeit des Abgassensors gegen die zweite
Abgaskomponente beeinflussen, die Temperatur des Abgassensors und/oder
die Abgastemperatur im Bereich des Abgassensors berücksichtigt werden.
Besteht ein solcher Zusammenhang zwischen der Querempfindlichkeit
des Abgassensors auf eine zweite Abgaskomponente und der Temperatur
des Abgassensors, so werden bei gegebener Anwesenheit und Konzentration
der zweiten Abgaskomponente an dem Abgassensor durch Variation der
Temperatur des Abgassensors unterschiedliche Messergebnisse des
Abgassensors erhalten. Die durch die Querempfindlichkeit auf die
zweite Abgaskomponente verursachte Temperaturabhängigkeit des
Messergebnisses kann dabei einer anderweitig bedingten Temperaturabhängigkeit
des Messergebnisses überlagert sein. Das Vorhandensein
der zweiten Abgaskomponente an dem Abgassensor kann somit bei zum
Beispiel konstanter Konzentration der zweiten Abgaskomponente an
dem Abgassensor durch Variation der Temperatur des Abgassensors nachgewiesen
werden.
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Zur
gezielten Variation des Maßes β, also der potentiellen
Belastung des Abgassensors mit der zweiten Abgaskomponente, kann
es vorgesehen sein, dass eine Einstellung der Konzentration der zweiten
Abgaskomponente vor dem ersten Katalysator durch Variation der Rohemission
der Brennkraftmaschine für die zweite Abgaskomponente und/oder durch
Einbringen der zweiten Abgaskomponente in den Abgaskanal der Brennkraftmaschine
vor dem ersten Katalysator und/oder durch Einbringen von Vorläuferprodukten
der zweiten Abgaskomponente, aus denen sich die zweite Abgaskomponente
bildet, in den Abgaskanal vor dem ersten Katalysator erfolgt.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltungsvariante der Erfindung kann es vorgesehen
sein, dass bei erkannter Anwesenheit der zweiten Abgaskomponente
an dem Abgassensor und der dadurch bewirkten Querempfindlichkeit
des Abgassensors eine Korrektur der Querempfindlichkeit des Abgassensors
auf die zweite Abgaskomponente durchgeführt wird. Dies
ist insbesondere in Zusammenhang mit Katalysatoren vorteilhaft,
deren Alterung und somit Rückgang ihrer Wirksamkeit kaum
vorhersehbar und somit, beispielsweise durch ein Rechenmodell oder
ein Kennlinienfeld, kaum zu berücksichtigen ist.
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Eine
besonders bevorzugte Erfindungsvariante sieht vor, dass das Auftreten
von Querempfindlichkeiten eines in Strömungsrichtung nach
zumindest einem Oxidationskatalysator und einem Partikelfilter angeordneten
Partikelsensors erkannt wird. Partikelsensoren werden zur On-Board-Diagnose von
Partikelfiltern eingesetzt, weisen jedoch neben ihrer Empfindlichkeit
auf die nachzuweisenden Partikel eine Reihe von Querempfindlichkeiten,
unter anderem auf weitere Abgasbestandteile, auf. Die Konzentration
der weiteren Abgasbestandteile am Ort des Partikelsensors ist stark
von der Konvertierungsfähigkeit der vorgeschalteten Katalysatoren
abhängig, wird jedoch bei bekannten Abgassystemen am Ort
des Partikelsensors nicht gemessen. Mit dem beschriebenen Verfahren
lässt sich eine Kompensation der Querempfindlichkeiten
des Partikelsensors auf Abgasbestandteile ohne zusätzliche
Komponenten zur Bestimmung der Konzentration der Abgaskomponenten
im Bereich des Partikelsensors durchführen.
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Bekannte
Partikelsensoren sind insbesondere für unverbrannte Kohlenwasserstoffe
empfindlich. Daher kann eine deutliche Verbesserung der On-Board-Diagnose
für die Funktionsfähigkeit des Partikelfilters
dadurch erreicht werden, dass von dem Partikelsensor als zu messende
erste Abgaskomponente im Abgas geführte Partikelmengen
bestimmt werden und dass die Querempfindlichkeit des Partikelsensors
auf die zweite Abgaskomponente Kohlenwasserstoffe erkannt wird.
Ist die Beeinflussung des Partikelsensors durch Kohlenwasserstoffe
erkannt, kann zum Beispiel das ausgegebene Sensorsignal korrigiert
werden.
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Unverbrannte
Kohlenwasserstoffe führen bei bekannten Partikelsensoren
zu einer Verringerung der Empfindlichkeit. Ein Partikelfilter, dessen
Rückhaltefähigkeit einen vorgegebenen Grenzwert
unterschritten hat, wird somit bei Anwesenheit von Kohlenwasserstoffen
im Bereich des Partikelfilters auf Basis des Signals des Partikelfilters
nicht erkannt. Daher kann es vorgesehen sein, dass der Partikelsensor zur
On-Board-Diagnose (OBD) des Partikelfilters eingesetzt wird und
dass bei Nachweis der zweiten Abgaskomponente Kohlenwasserstoff
an dem Partikelsensor ein OBD-Alarm bei im Vergleich zu Betriebsbedingungen
ohne Kohlenwasserstoffe niedrigeren Signalen des Partikelsensors
ausgelöst wird.
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Eine
Variation des Maßes β, welches die Belastung des
Partikelsensors mit unverbrannten Kohlenwasserstoffen unter Annahme
eines defekten Oxidationskatalysators beschreibt, kann dadurch erreicht
werden, dass die Konzentration von Kohlenwasserstoffen vor dem Oxidationskatalysator
durch die Kohlenwasserstoff-Rohemission der Brennkraftmaschine bei
verschiedenen Betriebsbedingungen und/oder durch Einbringen von
Kohlenwasserstoffen in das Abgas vor dem Oxidationskatalysator variiert wird.
Bei intaktem Oxidationskatalysator führt keine der Maßnahmen
zu einer Beeinträchtigung der Messung des Partikelfilters.
Erst bei einem defekten Oxidationskatalysator gelangt unverbrannter
Kohlenwasserstoff in relevanter Konzentration an den Partikelsensor
und beeinflusst dessen Messergebnis.
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In
einer bevorzugten Ausgestaltungsvariante der Erfindung ist es vorgesehen,
dass für verschiedene Betriebszustände jeweils
zumindest ein Maß ε für die Rückhaltefähigkeit
des Partikelfilters als Quotient aus einem Signal des Partikelsensors
oder einem daraus hergeleiteten Vergleichswert und aus einem aus
einem Motormodell zur Bestimmung der Rohemissionen der Brennkraftmaschine
abgeleiteten modellierten Signal eines Partikelsensors oder einem daraus
hergeleiteten Vergleichswert als Maß für die Anwesenheit
und/oder Konzentration von Kohlenwasserstoffen an dem Partikelsensor
berechnet wird. Das Maß ε entspricht dabei dem
so genannten Emissionsgrad ε, wie er bei bekannten Systemen
zur Bestimmung der Rückhaltefähigkeit von Partikelfiltern zur
On-Board-Diagnose ermittelt wird. Dabei wird ein OBD-Alarm ausgelöst,
wenn der Emissionsgrad ε einen vorbestimmten Wert überschreitet.
Durch Korrelation des Maßes ε und somit des Emissionsgrades ε mit
dem Maß β kann der Nachweis einer Belastung des
Partikelsensors mit Kohlenwasserstoffen auf Basis einer bereits
vorhandenen Kenngröße erfolgen.
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Das
Maß β für die Stärke einer potentiellen Beeinflussung
des Partikelsensors mit unverbrannten Kohlenwasserstoffen kann dadurch
ermittelt werden, dass für verschiedene Betriebszustände
das Signal des Partikelsensors oder eines daraus hergeleiteten Vergleichswertes
unter Annahme eines defekten Oxidationskatalysators auf die Anwesenheit
von Kohlenwasserstoffen korrigiert wird und dass das Maß β für
die angenommene Kohlenwasserstoff-Beeinflussung des Partikelsensors
bei defektem Oxidationskatalysator als Quotient aus dem korrigierten
Signal des Partikelsensors oder des daraus hergeleiteten Vergleichswertes
und dem nicht auf Querempfindlichkeiten für Kohlenwasserstoffe
korrigierten, gemessenen und/oder prognostizierten Signal des Partikelsensors
oder eines daraus hergeleiteten Vergleichswertes bestimmt wird.
In der angegebenen Berechnungsgrundlage führt eine hohe
potentielle Belastung des Partikelsensors mit Kohlenwasserstoffen
zu einem hohen Maß β. Es kann jedoch auch der
reziproke Wert verwendet werden, dann entspricht ein niedriges Maß β einer
hohen potentiellen Kohlenwasserstoff-Belastung des Partikelsensors.
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Zur
Variation des Maßes β wird die Kohlenwasserstoff-Konzentration
vor dem Oxidationskatalysator variiert. Dies kann über
die Kohlenwasserstoff-Emission der Brennkraftmaschine in unterschiedlichen
Betriebszuständen erfolgen. Die Korrektur des Signals des
Partikelsensors unter Annahme eines defekten Oxidationskatalysators
kann dadurch erfolgen, dass die Korrektur des Signals des Partikelsensors
oder eines daraus hergeleiteten Vergleichswertes auf die Anwesenheit
von Kohlenwasserstoffen bei den verschiedenen Betriebszuständen auf
Basis eines Motormodells zur Berechnung der Motorrohemission von
Kohlenwasserstoffen erfolgt. Das Modell liefert die Konzentration
von Kohlenwasserstoffen vor dem Oxidationskatalysator. Dies erspart
die Notwendigkeit, die Kohlenwasserstoffkonzentration vor dem Oxidationskatalysator
zu messen. Eine Simulation der Kohlenwasserstoffkonzentration vor
dem Oxidationskatalysator auf Basis eines Motormodells ist möglich,
da die Konzentration hier nicht durch undefiniert gealterte Katalysatoren
beeinflusst wird.
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Wird
Kohlenwasserstoff im Bereich des Partikelsensors nachgewiesen, ist
von einem defekten Oxidationskatalysator und von einer Beeinflussung des
Messergebnisses des Partikelsensors durch Kohlenwasserstoffe auszugehen.
Zur Korrektur der Querempfindlichkeiten des Partikelsensors bei
der On-Board-Diagnose des Partikelfilters kann es vorgesehen sein,
dass bei Nachweis von Kohlenwasserstoffen am Ort des Partikelsensors
ein Maß ε' für die Rückhaltefähigkeit
des Partikelfilters als Quotient aus dem unter Annahme eines defekten
Oxidationskatalysators auf die Anwesenheit von Kohlenwasserstoffen
korrigierten Signals des Partikelsensors oder eines daraus hergeleiteten
Vergleichswertes und einem aus einem Motormodell zur Bestimmung
der Rohemissionen der Brennkraftmaschine abgeleiteten modellierten
Signal eines Partikelsensors oder eines daraus hergeleiteten Vergleichswertes
gebildet wird. Das Maß ε' entspricht dann dem
tatsächlichen Emissionsgrad des Partikelfilters. Es kann
mit einem vorgegebenen Grenzwert für den Emissionsgrad
des Partikelfilters verglichen werden und bei Überschreiten
des Grenzwertes kann ein OBD-Alarm ausgelöst werden.
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Die
Querempfindlichkeiten unterschiedlicher Abgassensoren auf verschiedenen
Abgasbestandteile können dadurch berücksichtigt
werden, dass Querempfindlichkeiten von nach einem SCR-Katalysator und/oder
nach einem NSC-Katalysator und/oder nach einem Oxidationskatalysator
angeordneten Sauerstoff-Sensoren und/oder Stickoxid-Sensoren und/oder
Ammoniak-Sensoren und/oder Kohlenwasserstoff-Sensoren erkannt und/oder
korrigiert werden. Dabei dienen SCR-Katalysatoren und NSC-Katalysatoren
der Umsetzung von Stickoxiden im Abgas der Brennkraftmaschine, während
Oxidationskatalysatoren im Abgas enthaltene Kohlenwasserstoffe beziehungsweise
Kohlenmonoxid umsetzen. Alle Katalysatoren unterliegen einer nicht
definierten Alterung, wodurch es zu einer nicht vorhersehbaren Belastung
der nachfolgenden Sensoren mit den jeweiligen nicht konvertierten
Abgasbestandteilen kommt. Das beschriebene Verfahren ermöglicht
es, die Anwesenheit der nicht konvertierten Abgasbestandteile im
Bereich der Abgassensoren zu bestimmen und bei Bedarf eine entsprechende
Korrektur der Sensorsignale beziehungsweise der dadurch bewirkten
Maßnahmen vorzunehmen.
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Ist
es vorgesehen, dass Querempfindlichkeiten auf die Abgaskomponenten
Stickoxide und/oder Ammoniak und/oder Kohlenmonoxid erkannt und/oder
korrigiert werden, so können die maßgeblichen
Einflussgrößen auf die Querempfindlichkeiten bekannter
Abgassensoren korrigiert werden.
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Das
Verfahren lässt sich besonders vorteilhaft bei Dieselmotoren
anwenden, welche in ihrem Abgaskanal einen Oxidationskatalysator,
einen Partikelfilter und einen Partikelsensor aufweisen.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand der in den Figuren dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Es zeigen:
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1 in
schematischer Darstellung das technische Umfeld, in dem die Erfindung
eingesetzt werden kann,
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2 ein
Diagramm der Abhängigkeit eines Maßes ε von
einem Maß β,
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3 ein
vereinfachtes Ablaufschema zur Überwachung eines Partikelfilters,
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4 ein
weiteres vereinfachtes Ablaufschema zur Überwachung eines
Partikelfilters.
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Ausführungsformen
der Erfindung
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1 zeigt
in schematischer Darstellung das technische Umfeld, in dem die Erfindung
eingesetzt werden kann. Dabei ist eine Brennkraftmaschine 10 als
Dieselmotor ausgeführt. Der Brennkraftmaschine 10 ist
ein Abgaskanal 11 nachgeordnet, in dem in Strömungsrichtung 16 des
Abgases ein erster Katalysator in Form eines Oxidationskatalysators 13 und
ein zweiter Katalysator in Form eines Partikelfilters 14 angeordnet
sind. Zwischen der Brennkraftmaschine 10 und dem Oxidationskatalysators 13 ist
eine Einspritzstelle 12 für Kraftstoffvorgesehen.
Ein Partikelsensor 15 ist als Abgassensor nach dem Partikelfilter 14 in
dem Abgaskanal 11 angeordnet.
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Durch
Einspritzen von Kraftstoff an der Einspritzstelle 12 kann
die Konzentration nicht verbrannter Kohlenwasserstoff vor dem Oxidationskatalysators 13 erhöht
werden.
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In
dem Oxidationskatalysator 13 werden unverbrannte Kohlenwasserstoffe
konvertiert. Der Partikelfilter 14 filtert von der Brennkraftmaschine 10 emittierte
Partikel aus dem Abgasstrom. In Abhängigkeit von dem Beladungszustand
ist eine Regeneration des Partikelfilters 14 vorzusehen,
bei denen die in dem Partikelfilter 14 gespeicherten Partikel
verbrannt werden.
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Der
Partikelsensor 15 dient der Bestimmung der in dem Abgas
nach dem Partikelfilter 14 geführten Restmenge
an Partikeln. Er ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel
als resistiver Partikelsensor ausgeführt. Bei diesem sammelnden
Prinzip werden Partikel aus dem Abgas auf einem keramischen Sensorelement
angelagert. Durch eine elektrische Widerstandsmessung zwischen zwei
Interdigitalelektroden können die angelagerten Partikel
nachgewiesen werden. Nachteilig bei solchen Sensoren ist deren Querempfindlichkeit
auf unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC) im Abgas. Diese Substanzen
bewirken einen Rückgang der Empfindlichkeit des Partikelsensors 15.
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Der
Partikelsensor 15 wird im Rahmen einer On-Board-Diagnose
(OBD) für die Funktionskontrolle des Partikelfilters 14 eingesetzt.
Dazu ist es bekannt, dass für den Partikelfilter 14 ein
Emissionsgrad ähnlich einem Filterwirkungsgrad bestimmt
wird, der Auskunft über das Verhältnis von einer
von dem Partikelsensor 15 angezeigten Partikelemission
zu einer mit einem Motormodell prognostizierten Partikelemission
gibt. Die Entscheidung über die Auslösung eines
OBD-Alarms wird getroffen, wenn der Emissionsgrad einen vorbestimmten
Wert überschreitet. Durch dieses Verfahren kann die Entscheidung
unabhängig von den durchlaufenen Betriebszuständen der Brennkraftmaschine 10,
die sich in ihrer Partikelemission unterscheiden, getroffen werden.
Durch die beschriebene Querempfindlichkeit des Partikelsensors 15 auf
unverbrannte Kohlenwasserstoffe kann eine fehlerhafte Bestimmung
des Emissionsgrads verursacht werden.
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Kohlenwasserstoffe
liegen an dem Partikelsensor 15 nur dann in relevanter
Menge vor, wenn ein defekter Oxidationskatalysator 13 vorliegt.
Bei einem intakten Oxidationskatalysator 13 ist der Umsatz an
Kohlenwasserstoffen so hoch, dass nicht mit einer nennenswerten
Auswirkung auf den Partikelsensor 15 zu rechnen ist.
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Die
Querempfindlichkeit des Partikelsensors 15 gegenüber
Kohlenwasserstoffen ist von der Temperatur des Abgases oder des
Sensorelementes abhängig. Bei hohen Temperaturen wird das
Sensorsignal weniger stark durch Kohlenwasserstoffe beeinflusst
als bei niedrigen Temperaturen.
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Wird
erfindungsgemäß die Konzentration von unverbrannten
Kohlenwasserstoffen vor dem Oxidationskatalysator 13 variiert,
so hat dies bei intaktem Oxidationskatalysator 13 und bei
ansonsten gleichen Betriebsbedingungen der Brennkraftmaschine 10 keinen
Einfluss auf das Messergebnis des Partikelsensors 15, da
alle Kohlenwasserstoffe weitestgehend konvertiert werden. Liegt
hingegen ein defekter Oxidationskatalysator 13 vor, so
wird sich auch die Kohlenwasserstoff-Konzentration am Partikelsensor 15 verändern.
Dies führt aufgrund der Querempfindlichkeit des Partikelsensors 15 zu
geänderten Messergebnissen, was sich in einem von der vor dem
Oxidationskatalysator 13 angebotenen Kohlenwasserstoff-Konzentration
abhängigen Emissionsgrad bemerkbar macht. Wird also eine
solche Abhängigkeit festgestellt, so kann auf das Vorliegen
von Kohlenwasserstoffen am Partikelsensor 15 geschlossen
und eine entsprechende Korrektur der Querempfindlichkeit des Partikelsensors 15 gegenüber
Kohlenwasserstoffen durchgeführt werden. Dies kann beispielsweise
dadurch geschehen, dass ein OBD-Alarm bei niedrigeren Werten des
berechneten Emissionsgrades ausgelöst wird.
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Die
Kohlenwasserstoff-Konzentration vor dem Oxidationskatalysator 13 kann
durch variierende Kohlenwasserstoff-Rohemissionen der Brennkraftmaschine 10 oder
durch Einbringen von Kohlenwasserstoff in das Abgas der Brennkraftmaschine 10 vor
dem Oxidationskatalysator 13 verändert werden.
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Eine
weitere Möglichkeit, eine erhöhte Konzentration
von Kohlenwasserstoffen im Bereich des Partikelsensors 15 nachzuweisen,
besteht darin, bei gleicher angebotener Kohlenwasserstoff-Konzentration
vor dem Oxidationskatalysator 13 die Temperatur des Abgases
oder des Partikelsen sors 15 zu variieren. Liegen keine
relevanten Mengen Kohlenwasserstoff an dem Partikelsensor 15 vor,
hat dies keinen Einfluss auf das gemessene Sensorsignal. Liegen hingegen
aufgrund eines defekten Oxidationskatalysators 13 Kohlenwasserstoffe
am Partikelsensor 15 vor, so führen geänderte
Temperaturen zu unterschiedlich starker Beeinflussung des Partikelsensors 15 auf
die vorliegenden Kohlenwasserstoffe, was sich wiederum in einem
geänderten Emissionsgrad auswirkt.
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Die
beschriebenen Möglichkeiten des Nachweises von Kohlenwasserstoffen
am Partikelsensor 15 können als Einzelmaßnahme
oder in Kombination durchgeführt werden. So treten bei
defektem Oxidationskatalysator 13 und bei Betriebszuständen,
bei denen sich die Kohlenwasserstoff-Querempfindlichkeit des Partikelsensors 15 stark
auswirken kann, zum Beispiel bei hoher Kohlenwasserstoff-Rohemission
der Brennkraftmaschine 10 und niedriger Abgastemperatur,
vergleichsweise niedrige bestimmte Emissionsgrade auf, da der Kohlenwasserstoff
das Sensorsignal des Partikelsensors 15 und damit den berechneten
Emissionsgrad mindert. Bei defektem Oxidationskatalysator 13 und
bei Betriebszuständen, bei denen sich die Kohlenwasserstoff-Querempfindlichkeit
des Partikelsensors 15 nur geringfügig auswirken
kann, beispielsweise bei niedriger Kohlenwasserstoff-Rohemission
der Brennkraftmaschine 10 und hoher Abgastemperatur, werden
vergleichsweise hohe Emissionsgrade bestimmt. Der Vergleich der Emissionsgrade
zwischen diesen beiden Betriebszuständen erlaubt also eine
quantitative Aussage über die Anwesenheit von Kohlenwasserstoffen
am Partikelsensor 15.
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2 zeigt
ein Diagramm 20 der Abhängigkeit eines Maßes ε 21,
aufgetragen auf der Ordinate, von einem Maß β 22,
welches auf der Abszisse dargestellt ist, bezogen auf das in 1 beschriebene Ausführungsbeispiel.
Das Maß β 22 stellt in dem Ausführungsbeispiel
ein Maß für die Beeinflussung des Partikelsensors 15 mit
Kohlenwasserstoffen bei angenommenem defektem Oxidationskatalysator 13 dar,
das Maß ε 21 den aus dem Signal des Partikelsensors 15 bestimmten
Emissionsgrad des Partikelfilters 14.
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Eine
erste Messreihe 23 zeigt die bestimmten Emissionsgrade
des Partikelfilters 14 bei variierendem Maß β 22 und
intaktem Oxidationskatalysator 13, durch welche mit Hilfe
einer linearen Regressionsanalyse eine erste Ausgleichsgerade 24 gelegt ist.
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Eine
zweite Messreihe 25 zeigt die bestimmten Emissionsgrade
des Partikelfilters 14 bei variierendem Maß β 22 und
defektem Oxidationskatalysator 13, durch welche ebenfalls
mit Hilfe einer linearen Regressionsanalyse eine zweite Ausgleichsgerade 26 mit
einer Steigung 27 gelegt ist.
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Niedrige
Werte des Maßes β 22 entsprechen Betriebsbedingungen
mit einer geringen angenommenen Beeinflussung des Partikelsensors 15 mit Kohlenwasserstoffen.
Dies können zum Beispiel eine geringe Rohemission der Brennkraftmaschine 10 von Kohlenwasserstoffen
und eine hohe Abgastemperatur sein. Hohe Werte des Maßes β 22 entsprechen Betriebsbedingungen
mit einer hohen angenommenen Beeinflussung des Partikelsensors 15 mit
Kohlenwasserstoffen, beispielsweise bei niedrigen Abgastemperaturen
und hoher Kohlenwasserstoff-Rohemission der Brennkraftmaschine 10.
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Wie
die erste Messreihe 23 und dabei insbesondere die erste
Ausgleichsgerade 24 zeigen, bleibt bei intaktem Oxidationskatalysator 13 das
Maß ε 21, also der bestimmte Emissionsgrad
des Partikelfilters 14, bei steigendem Maß β 22 konstant,
es ist von keiner Beeinflussung des Partikelsensors 15 durch
Kohlenwasserstoffe auszugehen.
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Bei
der zweiten Messreihe 25 und der zugeordneten zweiten Ausgleichsgeraden 26,
wie sie bei defektem Oxidationskatalysator 13 aus dem Signal des
Partikelsensors 15 bestimmt werden, ist hingegen eine deutliche
Abhängigkeit des Maßes ε 21 von dem
Maß β 22 zu erkennen.
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Auf
Basis der Abhängigkeit des bestimmten Emissionsgrades des
Partikelfilters 14, also des Maßes ε 21,
von dem Maß β 22 kann somit eindeutig
auf die Anwesenheit von Kohlenwasserstoffen an dem Partikelsensor 15 geschlossen
und eine entsprechende Korrektur der Querempfindlichkeit des Partikelsensors 15 auf
Kohlenwasserstoffe vorgenommen werden.
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Die
Auswertung der Abhängigkeit des Maßes ε 21 von
dem Maß β 22 erfolgt vorteilhaft durch eine
Regressionsanalyse einer beliebigen Funktion Maß ε =
f (Maß β). Die Entscheidung über eine
Beeinflussung des Partikelsensors 15 durch Kohlenwasserstoffe
wird dann getroffen, wenn die angepassten Regressionsparameter vorbestimmte
Grenzwerte über- beziehungsweise unterschreiten. Diese
Entscheidung kann auch davon abhängig gemacht werden, ob
die Regressionsanalyse zu einem statistisch signifikanten Ergebnis
geführt hat. Dies kann zum Beispiel durch den bekannten
Regressionskoeffizienten r quantifiziert werden. Ferner kann die
Entscheidung abhängig davon getroffen werden, dass ein
ausreichend großer Bereich des Grads der Kohlenwasserstoff-Beeinflussung,
also des Maßes β 22, erfasst wurde.
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Gemäß dem
dargestellten Ausführungsbeispieles kann eine lineare Regression
der Gleichung (Maß ε = A + B·Maß β)
durchgeführt werden mit A als Konstanten und B als Steigung 27 der
erhaltenen Ausgleichsgeraden 24, 26. Die Steigung 27 dieser Gleichung
wird umso stärker negativ ausfal len, je größer
die Beeinflussung des Sensorsignals durch Kohlenwasserstoffe ist.
Anhand eines Vergleichs der Größe B mit einem
Schwellwert Bzulässig kann so eine Aussage
darüber getroffen werden, ob eine Beeinflussung des Partikelsensors 15 durch
Kohlenwasserstoffe vorliegt.
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3 zeigt
ein vereinfachtes Ablaufschema zur Überwachung eines Partikelfilters 14,
wie sie vorteilhaft mit der bekannten Gradientenmethode zur Signalauswertung
für Partikelsensoren 15 angewendet wird. Dabei
ist nur der Teil einer Partikelfilter-Überwachungsfunktion
dargestellt, der unmittelbar mit der Kohlenwasserstoff-Empfindlichkeit
des Partikelsensors 15 in Verbindung steht. Für
eine komplette Partikelfilter-Überwachung sind noch weitere,
nicht dargestellte Komponenten notwendig.
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Ein
Rohsignal 40 eines Partikelsensors 15 wird einer
ersten Signalkorrektur 32 ohne Berücksichtigung
von Kohlenwasserstoff und einer zweiten Signalkorrektur 30 mit
Berücksichtigung von Kohlenwasserstoff zugeführt.
Der zweiten Signalkorrektur 30 wird weiterhin eine erwartete
Kohlenwasserstoff-Konzentration 41, welche in einem ersten
Motormodell 31 ermittelt wird, zugeführt. Als
Ausgangssignal der ersten Signalkorrektur 32 wird eine
gemessene Partikelemission mg 42 ohne
Kohlenwasserstoff-Korrektur an eine erste Vergleichsstufe 34 und eine
zweite Vergleichsstufe 35 geleitet. Der ersten Vergleichsstufe 34 wird
weiterhin eine von der ersten Signalkorrektur 30 bereit
gestellte gemessene Partikelemission mHC 43 und
der zweiten Vergleichsstufe 35 ein in einem zweiten Motormodell 33 gewonnene, prognostizierte
Partikelemission mp 44 zugeführt.
In der ersten Vergleichsstufe 34 wird durch Division der gemessenen
Partikelemission mg 42 ohne Kohlenwasserstoff-Korrektur
durch die gemessene Partikelemission mHC 43 mit
Kohlenwasserstoff-Korrektur das aus 2 bekannte
Maß β 22 berechnet. In der zweiten Vergleichsstufe 35 wird
ebenfalls durch Division aus der gemessenen Partikelemission mg 42 ohne Kohlenwasserstoff-Korrektur
und der prognostizierten Partikelemission mp 44 das
Maß ε 21 als Emissionsgrad des Partikelfilters 15 bestimmt.
Das Maß ε 21 und das Maß β 22 werden
als Wertepaare 45 in einem Speicher 36 hinterlegt.
Der Speicher 36 liefert die Wertepaare 45 an ein
Rechenmodul 37, in dem durch eine Regressionsanalyse ein
linearer, funktioneller Zusammenhang zwischen den Wertepaaren 45 bestimmt
und die Steigung 27 der entsprechenden Ausgleichsgeraden 24, 26 an
eine Entscheidungsstufe 38 ausgegeben wird, auf deren Grundlage
in der Entscheidungsstufe 38 eine Entscheidung nein 46 für
keinen Einfluss von Kohlenwasserstoffen auf den Partikelsensor 15 oder
eine Entscheidung ja 47 für einen vorhandenen
Einfluss von Kohlenwasserstoffen auf den Partikelsensor 15 getroffen
wird.
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Das
Verfahren zur Korrektur der Querempfindlichkeiten eines Partikelsensors 15 wird
wie folgt durchgeführt: Zunächst wird aus der
mit dem zweiten Motormodell 33 ermittelten, prognostizierten
Partikelemission mp 44 und der
gemessenen Partikelemission mg 42 das
Maß ε 21 als Emissionsgrad des Partikelfilters 14 nach
bereits bekanntem Verfahren bestimmt. Dabei wird die gemessenen
Partikelemission mg 42 aus dem
in der ersten Signalkorrektur 32 korrigierten Rohsignal 40 des
Partikelsensors 15 gewonnen. Die Korrektur in der ersten
Signalkorrektur 32 erfolgt nach einem Korrekturmodell ohne
die Berücksichtigung einer möglichen Beeinflussung
des Partikelsensors 15 durch Kohlenwasserstoffe. Des weiteren
wird aus dem Rohsignal 40 des Partikelsensors 15 ein
weiteres Partikelemissionssignal, die gemessene Partikelemission
mHC 43, ermittelt. Dies geschieht
in der zweiten Signalkorrektur 30 unter Berücksichtigung
einer Beeinflussung des Partikelsensors 15 durch Kohlenwasserstoffe
unter Annahme eines defekten Oxidationskatalysators 13,
wobei die vorliegende Menge an Kohlenwasserstoffen durch das erste
Motormodell 31 für den jeweiligen Betriebszustand
der Brennkraftmaschine 10 bestimmt und der zweiten Signalkorrektur 30 zugeführt
wird. Das Verhältnis gemessene Partikelemission mHC 43 zu gemessene Partikelemission
mg 42 entspricht dem Maß β 22 und
gibt Auskunft über die Stärke der erwarteten Beeinflussung
des Signals des Partikelsensors 15 durch Kohlenwasserstoffe.
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Die
so gewonnenen Wertepaare 45 des Maßes β 22 und
des Maßes ε 21 werden in einem Speicher 36 zwischengespeichert.
Liegt eine ausreichende Anzahl Wertepaare 45 für
verschiedene Betriebszustände gespeichert vor, kann das
erhaltene Datenkollektiv anschließend auf eine Abhängigkeit
des beobachteten Maßes ε 21, also des
Emissionsgrads des Partikelfilters 14, von dem Maß β 22,
welches die potentielle Beeinflussung des Partikelsensors 15 durch
Kohlenwasserstoffe repräsentiert, untersucht werden. Dies
erfolgt in dem Rechenmodul 37 auf Basis einer Regressionsanalyse.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist von einer linearen
Abhängigkeit auszugehen, so dass in einer linearen Regression die
Steigung 27B gemäß der Funktion (Maß ε =
A + B·Maß β) bestimmt werden kann. In
der anschließenden Entscheidungsstufe 38 wird
die Steigung 27 mit einem vorgegebnen Grenzwert Bzulässig verglichen. Liegt die Steigung 27B über
dem vorgegebnen Grenzwert Bzulässig,
so ist von keiner Beeinflussung des Partikelsensor 15 durch
Kohlenwasserstoffe auszugehen, die Entscheidungsstufe 38 gibt
ein entsprechendes Signal Entscheidung nein 46 aus. Liegt
die Steigung 27B unter dem vorgegebnen Grenzwert Bzulässig, so ist von einer Beeinflussung
des Partikelsensors 15 durch Kohlenwasserstoffe auszugehen,
die Entscheidungsstufe 38 gibt dann ein Signal Entscheidung
ja 47 aus.
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Als
Reaktion auf die Entscheidung ja 47 kann in einem nicht
dargestellten, anschließenden Schritt beispielsweise die
Anzeige eines Defekts des Partikelfilters 14 beeinflusst
werden. So ist es denk bar, dass die Entscheidung über einen
Defekt des Partikelfilters 14 nicht anhand des bekannten
Emissionsgrades, welcher dem Maß ε 21 entspricht,
getroffen wird, sondern auf Basis eines modifizierten Emissionsgrades ε',
der auf der bezügliche der Kohlenwasserstoff-Beeinflussung
korrigierten, gemessenen Partikelemission mHC 43 gemäß dem
Zusammenhang (ε' = gemessene Partikelemission mHC 43/prognostizierte Partikelemission
mp 44) basiert.
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4 zeigt
ein weiteres vereinfachtes Ablaufschema zur Überwachung
eines Partikelfilters 14, wie sie vorteilhaft mit der bekannten
Auslösemethode zur Signalauswertung für Partikelsensoren 15 angewendet
wird. Dabei ist auch hier nur der Teil einer Partikelfilter-Überwachungsfunktion
dargestellt, der unmittelbar mit der Kohlenwasserstoff-Empfindlichkeit
des Partikelsensors 15 in Verbindung steht. Für eine
komplette Partikelfilter-Überwachung sind noch weitere,
nicht dargestellte Komponenten notwendig. Komponenten, welche die
gleiche Aufgaben wie in 3 dargestellt übernehmen,
und entsprechende Signale sind mit gleichen Bezugszeichen versehen und
entsprechen der Beschreibung zu 3.
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Im
Gegensatz zu 3 wird in dem dargestellten
Ausführungsbeispiel das Maß β 22 durch
Division einer prognostizierten Signaländerung ΔSHC 60 durch eine prognostizierte
Signaländerung ΔSp 61 in
einer ersten Vergleichsstufe Signaländerung 51 ermittelt.
Dabei wird die prognostizierte Signaländerung ΔSHC 60 aus der erwarteten Kohlenwasserstoff-Konzentration 41 aus
dem ersten Motormodell 31 durch ein erstes Modell Signalverhalten 50 unter Berücksichtigung
der von dem zweiten Motormodell 33 ermittelten prognostizierten
Partikelemission mp 44 berechnet.
Die prognostizierte Signaländerung ASHC 60 entspricht
somit dem rein auf Basis von Motormodellen 31, 33 ermittelten
Signal eines Partikelsensors 15 unter Berücksichtigung
einer angenommenen Beeinflussung des Partikelsensors 15 durch Kohlenwasserstoffe
infolge eines defekten Oxidationskatalysators 13. Analog
wird die prognostizierte Signaländerung ΔSp 61 aus der prognostizierten Partikelemission
mp 44 durch ein zweites Modell
Signalverhalten 52 ohne Berücksichtigung einer
möglichen Beeinflussung des Partikelsensors 15 durch
Kohlenwasserstoffe ermittelt. Das in der ersten Vergleichsstufe
Signaländerung 51 erhalten Maß β 22 stellt demnach
wieder ein Maß für eine potentielle Beeinflussung
des Partikelsensors 15 durch Kohlenwasserstoffe unter Annahme
eines defekten Oxidationskatalysators 13 dar.
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Die
Bestimmung des Maßes ε 21 entsprechend
dem Emissionsgrad des Partikelfilters 14, welcher ohne
eine berücksichtigte Kohlenwasserstoff-Beeinflussung des
Partikelsensors 15 ausgegeben wird, erfolgt in einer zweiten
Vergleichsstufe Signalverhalten 53 durch Division einer
von dem Partikelsensor 15 gemessenen Signaländerung ΔSg 62 durch die prognostizierte Signaländerung ΔSp 61.
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Die
Wertepaare Maß ε 21 und Maß β 22 werden
wieder einem Speicher zugeführt, der weitere Ablauf entspricht
dem bereits in 3 beschriebenen Ablauf.
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In
der dargestellten Ausführungsform wird demnach wie bei
der in 3 dargestellten Variante ein Maß β 22 als
Grad der Beeinflussung des Partikelsensors 15 durch Kohlenwasserstoffe
definiert. Im Unterschied zu der in 3 dargestellten
Variante wird jedoch das Maß β 22 nicht
als Verhältnis von angezeigten Partikelmassenströmen,
sondern als Verhältnis von erwarteten Signaländerungen
definiert. Als Emissionsgrad des Partikelfilters 14 wird
hier das Maß ε 21 als das Verhältnis
der ohne Berücksichtigung von Kohlenwasserstoffen prognostizierte
Signaländerung ΔSp 61 und
der gemessenen Signaländerung ΔSg 61 angesetzt.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 10133384
A1 [0002]
- - DE 102005034247 [0003]
- - DE 102005040790 [0005]
- - DE 102006018956 [0007]