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TECHNISCHES
GEBIET
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Die
vorliegende Anmeldung bezieht sich im Allgemeinen auf zwei Verfahren
zur Regelung des Betriebs von Gasturbinen. Im speziellen, jedoch
nicht in einschränkendem
Sinne, bezieht sich die vorliegende Anmeldung auf zwei Verfahren
für die
Regelung des Betriebs einer Gasturbinenmaschine, die Teil eines
kombinierten Kreisprozess-Energiegewinnungssystems mit integrierter
Vergasung ist, und zwar durch Veränderung der Entnahme der Druckluft aus
dem Turbinenverdichter.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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In
den gegenwärtigen
kombinierten Kreisprozess-Energiegewinnungssystemen
(„IGCC") mit integrierter
Vergasung wird einem Vergaser von einer Lufttrenneinheit O2 geliefert, welcher dann teilverbrannte
Gase für
die Verwendung in einer Gasturbine produziert. Im Allgemeinen erfolgt
die Zufuhr der Druckluft in die Lufttrenneinheit sowohl von einem Hauptluftverdichter
und/oder durch Entnahme an dem Auslass des Gasturbinenverdichters.
Gegenwärtig
ist die an dem Turbinenverdichterausgang entnommene Druckluftmenge
annäherungsweise
ein fester Prozentsatz des Verdichterstroms, und ist nur vom Bedarf
der externen Anforderung abhängig.
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Aufgabe
für den
Gasturbinenbetrieb in solchen Systemen ist die Bereitstellung des
Soll-Lastniveaus unter Maximierung des Wirkungsgrades. Es umfasst
die Gewährleistung
des Gasturbi nenbetriebs auf maximalem Soll-Lastniveau unter wechselnden Umgebungsbedingungen
ohne Überschreitung
des maximalen Lastniveaus und unter Beachtung der Betriebsgrenzen
der Turbine. Betriebsgrenzen umfassen zum Bespiel die maximal zulässigen Temperaturen
in den Turbinen- oder Brennerkomponenten. Eine Überschreitung dieser Temperaturen
kann die Turbinenkomponenten beschädigen oder zu einem erhöhten Emissionsniveau
führen.
Eine andere Betriebsgrenze umfasst ein maximales Verdichterdruckverhältnis. Die Überschreitung
dieses Grenzwertes kann die Anlage zum Klopfen bringen, was die
Turbine umfassend schädigen
kann. Darüber
hinaus kann die Turbine, abhängig
von der maximalen Flussrate der aus der Turbine tretenden verbrannten
Gase, eine maximale Mach-Zahl aufweisen. Die Überschreitung dieser maximalen
Flussrate kann die Turbinenkomponenten schädigen.
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Dementsprechend
ist die Regelung des Gasturbinenbetriebs auf einen höheren Wirkungsgrad unter
Einhaltung der Betriebsanforderungen ein bedeutendes Ziel in der
Industrie. Um zu versuchen, dieses Ziel zu erreichen, werden von
Turbinenbetreibern mehrere bekannte Verfahren für die Regelung oder Begrenzung
der Turbinenlast verwendet. Diese bekannten Verfahren umfassen die
Manipulation der Zustrom-Entnahmewärme, der Zustromleitschaufeln des
Verdichters, und/oder der Turbinentreibstoffversorgung.
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Das
Zustrom-Entnahmewärmekonzept
erlaubt es dem Turbinenbetreiber, die vom Turbinenverdichter abgegebene
Luft abzuführen
und die abgeführte
Luft dem Verdichtereingang wieder zuzuführen. Weil ein Teil des Verdichterstroms
dem Eingang wieder zugeführt
wird, reduziert dieses Verfahren den durch den Verdichter strömenden Strom,
der durch die Turbine expandiert wird, was den Output der Turbine
verringert. Dieses Verfahren einer Gasturbinenlastregelung kann
ebenso die Erhöhung
der Zulauftemperatur der Verdichterzulaufluft durch Mischung der
kälteren
Umgebungsluft mit der abgeführten
Menge der heißen
Verdichterausgangsluft umfassen. Dieses Anheben der Temperatur verringert
die Luftdichte und folglich den Massenstrom zur Gasturbine. Obwohl
diese Vorgehensweise genutzt werden kann, um die Gasturbineneinheit
unter wechselnden Umgebungsbedingungen auf einem maximalen Lastniveau
zu betreiben (unter Einhaltung der Betriebsgrenzen), sind damit
höhere
Kosten verbunden, da sie den thermischen Wirkungsgrad der Gasturbine
herabsetzt.
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Das
Schließen
der Zulaufleitschaufeln, die den Luftstrom zum Turbinenverdichter
regeln, ist ein weiteres verbreitetes Verfahren zur Verringerung
des Massenstroms durch die Gasturbine, welches ebenso zur Regelung
oder Begrenzung der Turbinenlast verwendet werden kann. Das Schließen der
Zulaufleitschaufeln drosselt den Luftdurchgang zum Verdichter und
verringert so die in den Verdichter eintretende Luftmenge. Diese
Vorgehensweise kann ebenso für
den Betrieb der Gasturbineneinheit bei maximalem Lastniveau unter
wechselnden Umgebungsbedingungen (unter Einhaltung der Betriebsgrenzen) verwendet
werden, sie verkleinert jedoch ebenso den thermischen Wirkungsgrad
der Gasturbine, da der Verdichter außerhalb seines ausgelegten
Betriebspunktes betrieben wird.
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Schließlich kann
die Turbinenlast durch die Verringerung des Treibstoffflusses zum
Brenner geregelt oder begrenzt werden. Dieser verringert die Verbrennungstemperatur
der Turbine und den Output des Gasturbinenantriebs. Im Falle abnehmender Umgebungstemperaturen
erlaubt diese Maßnahme der
Turbine, ein maximales Lastniveau zu halten. Trotzdem, wie in der
Technik bekannt, führt
die Abnahme der Verbrennungstemperatur zur Abnahme des Wirkungsgrades
des Gasturbinenantriebs.
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Diese
bekannten Regelungsverfahren beeinflussen daher in negativer Weise
den Wirkungsgrad des Gasturbinenantriebs. Darüber hinaus nutzt keine dieser
Regelungsverfahren die spezifischen Komponenten eines IGCC-Energiegewinnungssystems
zur Effizienzsteigerung aus. Folglich besteht ein Bedarf für ein effizienteres
Verfahren, um die Last der in einem IGCC-Energiegewinnungssystem
verwendeten Gasturbine zu regeln.
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KURZBESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Anwendung beschreibt ein Verfahren zur Regelung der
Last eines Gasturbinenantriebs, welche Teil eines kombinierten Kreisprozess-Energiegewinnungssystems
mit integrierter Vergasung ist, wobei letzteres durch eine Lufttrenneinheit
gekennzeichnet ist, die folgende Schritte umfasst: (1) Entnahme
einer Druckluftmenge, welche durch einen Turbinenverdichter erzeugt
wird; (2) Bereitstellung der entnommenen Druckluftmenge für die Lufttrenneinheit;
(3) Veränderung
der vom Turbinenverdichter entnommenen Druckluftmenge, abhängig von
der Soll-Last des Gasturbinenantriebs.
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In
einigen Ausführungsformen
kann das Verfahren weiterhin den Schritt der Versorgung der Lufttrenneinheit
durch vom Hauptluftverdichter bereitgestellte Druckluft umfassen.
Die Menge der für die
Lufttrenneinheit durch den Hauptluftverdichter bereitgestellten
Druckluft kann über
die vom Turbinenverdichter entnommene Druckluftmenge verändert werden.
Eine kombinierte Bereitstellung an Druckluft kann die durch den
Hauptluftverdichter der Lufttrenneinheit bereitgestellte Druckluftmenge
sowie die vom Turbinenverdichter entnommene Druckluftmenge umfassen.
Die kombinierte Bereitstellung von Druckluft kann die Versorgung
mit Druckluft umfassen, die den Gesamtbedarf der Lufttrenneinheit an
Druckluft abdeckt.
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In
einigen Ausführungsformen
kann der Schritt der Veränderung
der Druckluftmenge, die der Lufttrenneinheit durch den Hauptluftverdichter
zugeführt
wird, abhängig
von der Druckluftmenge, die dem Turbinenverdichter entnommen wird,
den Schritt umfassen, dass die vom Hauptluftverdichter an die Lufttrenneinheit
gelieferte Druckluftmenge verringert wird, wenn die vom Turbinenverdichter
entnommene Druckluftmenge erhöht
wird. Die Menge, um welche die durch den Hauptluftverdichter der
Lufttrenneinheit gelieferte Druckluft verringert wird, kann annähernd der
Menge entsprechen, um welche die vom Turbinenverdichter entnommene
Druckluftmenge erhöht
wird. Der Schritt der Veränderung
der Druckluftmenge, die der Lufttrenneinheit durch den Hauptluftverdichter
zugeführt
wird, abhängig
von der Druckluftmenge, die dem Turbinenverdichter entnommen wird,
kann den Schritt umfassen, dass die durch den Hauptluftverdichter
für die
Lufttrenneinheit bereitgestellte Druckluftmenge erhöht wird,
wenn die vom Turbinenverdichter entnommene Druckluftmenge verringert
wird. Die Menge, um welche die durch den Hauptluftverdichter der
Lufttrenneinheit bereitgestellte Druckluft erhöht wird, kann annähernd der
Menge entsprechen, um welche die vom Turbinenverdichter entnommene
Druckluftmenge verringert wird.
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In
einigen Ausführungsformen
kann das Verfahren den Schritt umfassen, dass die Veränderung der
vom Turbinenverdichter entnommenen Druckluftmenge von der Umgebungstemperatur
abhängig
ist. Der Schritt der von der Umgebungstemperatur abhängigen Veränderung
der vom Turbinenverdichter entnommenen Druck luftmenge kann die Erhöhung der
vom Turbinenverdichter entnommenen Druckluftmenge umfassen, wenn
die Umgebungstemperatur abnimmt. Der Schritt der von der Umgebungstemperatur
abhängigen
Veränderung
der vom Turbinenverdichter entnommenen Druckluftmenge umfasst die Verringerung
der vom Turbinenverdichter entnommenen Druckluftmenge, wenn die
Umgebungstemperatur steigt.
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In
einigen Ausführungsformen
kann der von der Solllast der Gasturbine abhängige Schritt, die vom Turbinenverdichter
entnommene Druckluftmenge zu verändern,
folgende Schritte umfassen: (1) Messung einer Ist-Last für die Gasturbinenmaschine; und
(2) Ist-/Soll-Lastvergleich der Gasturbinenmaschine. Die Menge,
um welche die vom Turbinenverdichter entnommene Druckluftmenge verändert wird, kann
von dem Ist-/Soll-Lastvergleich
der Gasturbine abhängig
sein. Das Verfahren kann den Schritt der Erhöhung der vom Turbinenverdichter
entnommenen Druckluftmenge umfassen, falls die Ist-Last der Gasturbine
größer als
ihre Soll-Last ist. Darüber
hinaus kann das Verfahren den Schritt der Verringerung der vom Turbinenverdichter
entnommenen Druckluftmenge umfassen, falls die Ist-Last der Gasturbine
als kleiner als ihre Soll-Last gemessen wird.
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Die
vorliegende Anwendung beschreibt darüber hinaus ein System zur Regelung
der Last eines Gasturbinenantriebs, welche Teil eines integrierten Kreisprozess-Energiegewinnungssystems
mit integrierter Vergasung ist, welches umfasst: (1) eine Lufttrenneinheit,
welche einen Luft komprimierenden Turbinenverdichter umfasst; (2)
Mittel für
die Entnahme von Druckluft vom Turbinenverdichter und Mittel für die Bereitstellung
der entnommenen Druckluft für die
Lufttrenneinheit; und (3) Mit tel für die von der Soll-Last für die Gasturbine
abhängigen
Veränderung
der vom Turbinenverdichter entnommenen Druckluft.
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In
einigen Ausführungsformen
kann das System darüber
hinaus Mittel für
die Messung der Ist-Last der Gasturbine umfassen. Die Mittel für die Veränderung
der vom Turbinenverdichter entnommenen Druckluftmenge, abhängig von
der Soll-Last für die
Gasturbinenmaschine, können
Mittel zum Vergleich von Ist-Last
und Soll-Last sowie Mittel zur Veränderung der vom Turbinenverdichter entnommenen Druckluftmenge
umfassen, abhängig
vom Vergleich der Ist-Last der Gasturbine mit der Soll-Last der
Gasturbine. Die von der Soll-Last der Gasturbine abhängigen Mittel
für die
Veränderung
der vom Turbinenverdichter entnommenen Druckluftmenge können einen
PID-Regler umfassen.
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In
einigen Ausführungsformen
kann das System darüber
hinaus einen Hauptluftverdichter umfassen, der der Lufttrenneinheit
die Versorgung mit Druckluft vom Hauptluftverdichter gewährleistet.
Das System kann Mittel für
die Veränderung
der vom Hauptluftverdichter für
die Lufttrenneinheit bereitgestellten Druckluft umfassen. Die vom
Hauptluftverdichter für
die Lufttrenneinheit bereitgestellte Menge an Druckluft kann anhand
der von der Gasturbine entnommenen Druckluftmenge verändert werden.
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KURZBESCHREIBUNG
DER FIGUREN
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1 ist
ein schematischer Plan einer beispielhaften Turbine, welche in bestimmten
Ausführungsformen
der vorliegenden Anwendung verwendet werden kann.
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2 ist
ein schematischer Plan eines beispielhaften kombinierten Kreisprozess-("IGCC")Energiegewinnungssystems
mit integrierter Vergasung, welches in bestimmten Ausführungsformen
der vorliegenden Anwendung verwendet werden kann.
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Die 3(a), 3(b) und 3(c) umfassen einige verwandte Diagramme, welche
die Ergebnisse eines beispielhaften IGCC Energiegewinnungssystems
zeigen, in welchem das Entnahmeniveau der vom Turbinenverdichter
erzeugten Druckluft so verändert
wird, dass eine maximale Last der Turbine unter sich ändernden
Umgebungsbedingungen effizient aufrecht gehalten werden kann.
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4 umfasst zwei Diagramme, die zeigen, wie
die Temperatur im Brenner 106 verändert werden kann, so dass
eine maximal zulässige
Gasaustrittstemperatur aus dem Brenner nicht überschritten wird, wenn die
Turbine 100 auf einer konstanten Last bei sich ändernden
Umgebungsbedingungen betrieben wird.
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Die 5(a) und 5(b) umfassen
zwei Diagramme, die zeigen, wie die Zulaufsleitschaufeln verändert werden
können,
so dass eine maximale Austritts-Mach-Zahl nicht überschritten wird, wenn die
Turbine 100 auf konstanter Last bei sich ändernden
Umgebungsbedingungen betrieben wird.
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6 ist
ein Flussdiagramm, das ein beispielhaftes Regelungsverfahren zeigt,
das für
die Einstellung der Abgastemperatur der Turbine verwendet werden
kann.
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7 ist
ein Flussdiagramm, das ein beispielhaftes Regelungsverfahren zeigt,
das für
die Berechnung eines Einstellungspunktes für die Zulaufleitschaufeln der
Turbine (z. B. der Anstellwinkel der Zulaufleitschaufeln) verwendet
werden kann.
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8 ist
ein Flussdiagramm, das ein beispielhaftes Regelungsverfahren für die Berechnung des
Einstellungspunktes der Turbinenverdichterentnahme zeigt (z. B.
die Menge oder der Prozentsatz an Druckluft des Turbinenverdichters,
der entnommen wird und der Lufttrenneinheit bereitgestellt wird).
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Mit
Bezug auf die Figuren bedeuten die verschiedenen Zahlen Komponenten
in unterschiedlichen Ansichten, 1 zeigt
schematisch einen beispielhaften Gasturbinenantrieb 100,
der in bestimmten Ausführungsformen
der vorliegenden Anwendung verwendet wird. Der Gasturbinenantrieb 100 kann
einen Turbinenverdichter 104, einen Brenner 106 und
eine Turbine 108 in Serienschaltung umfassen. Der Turbinenverdichter 104 und
die Turbine 108 können
durch eine Welle 110 gekoppelt sein, ebenfalls kann diese
die Turbine 108 zum Betrieb eines elektrischen Generators
(nicht gezeigt) koppeln. In bestimmten Ausführungsformen kann der Gasturbinenantrieb 100 eine
7FB Maschine sein, welche über die
Fa. General Electric kommerziell erhältlich ist, jedoch wird der
Gasturbinenantrieb 100 hier lediglich beispielhaft gezeigt
und beschrieben. Dementsprechend ist der Gasturbinenantrieb 100 nicht
begrenzt auf den in der 1 gezeigten Gasturbinenantrieb. Zum
Beispiel, jedoch nicht in einschränkendem Sinne, kann der Gasturbinenantrieb 100 in
einer alternativen Ausführung
eine vielachsige Gasturbinenmaschine sein, die zwei Wellen für den getrennten
Betrieb des elektrischen Generators (nicht gezeigt) und des Turbinenverdichters 104 umfasst.
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Während des
Betriebs kann über
den Turbinenverdichter 104 Luft in den Gasturbinenantrieb 100 strömen (wie
durch die Pfeile 112 angedeutet) und komprimiert werden.
Druckluft kann dann zum Brenner 106 geleitet werden, wo
diese mit Treibstoff vermischt und entzündet werden kann. Die expandierenden
heißen
Gase vom Brenner 106 können
die rotierende Turbine 108 antreiben und über einen
Abgasdiffusor 114 aus der Gasturbinenmaschine 100 austreten
(durch Pfeil 113 angedeutet). Zudem können in einigen Ausführungsformen
Abgase von der Turbinenmaschine 100 für die Aufheizung eines Sicherheits-Dampferzeugers (nicht
gezeigt) bereitgestellt werden, welcher Dampf für den Betrieb einer Dampfturbine
(nicht gezeigt) erzeugt.
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2 ist
ein schematisches Diagramm eines beispielhaften kombinierten Kreisprozess-("IGCC")Energiegewinnungssystems 200 mit
integrierter Vergasung, das in bestimmten Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung Anwendung findet. Allerdings werden es all jene mit üblichen
Kenntnissen begrüßen, dass
die vorliegende Anwendung nicht begrenzt ist auf die Verwendung
mit dem IGCC Energiegewinnungssystem 200, sondern auch
in anderen, aus einer Gasturbine bestehenden, Systemen verwendet
werden kann. Das IGCC Energiegewinnungssystem 200 kann
den oben beschriebene Gasturbinenantrieb 100 umfassen.
Das IGCC System 200 kann darüber hinaus einen Hauptluftverdichter 202 umfassen,
eine mit dem Hauptluftverdichter 202 und dem Turbinenverdichter 104 in
Strömungsverbindung
stehende Lufttrenneinheit 204, einen mit der Lufttrenneinheit 204 in
Strömungsverbindung
stehenden Vergaser 206, den mit dem Vergaser 206 in Strömungsverbindung
stehenden Brenner 106 und die Turbine 108. Die
Pfeile in 2 zeigen die Flussrichtungen.
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Im
allgemeinen Betrieb kann der einen oder mehrere in der Technik bekannte
Verdichtern umfassende Hauptverdichter 202 Umgebungsluft
komprimieren (siehe mit 207 bezeichnete Pfeile). Die vom Hauptverdichter 202 erzeugte
Druckluft kann in die Lufttrenneinheit 204 geleitet werden.
Vom Turbinenverdichter 104 erzeugte Druckluft kann entnommen und
der Lufttrenneinheit 204 bereitgestellt werden. Die Druckluftentnahme
aus dem Turbinenverdichter 104 kann durch Leitung der Druckluft
von dem Turbinenverdichter 104 in ein Rohr und Lenken der
entnommenen Druckluft zu der Lufttrenneinheit 204 erfolgen.
Ein Ventil (nicht gezeigt), wie ein Drossel- oder ähnliches
Ventil, kann in dem Rohr für
die Regelung der vom Turbinenverdichter 104 entnommenen Druckluftmenge
angebracht werden. Jene mit üblichen
technischen Kenntnissen werden es begrüßen, dass andere Systeme und
Verfahren für
die Druckluftentnahme vom Turbinenverdichter 104 und ihre Bereitstellung
für die
Lufttrenneinheit 204 verwendet werden können. Die Lufttrenneinheit 204 bekommt damit
die für
ihre Funktion erforderliche Druckluftmenge von dem Hauptverdichter 202 und
von der vom Turbinenverdichter 104 entnommenen Druckluft.
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Die
Lufttrenneinheit 204 kann dann entsprechend der in der
Technik bekannten Verfahren die Druckluft für die Erzeugung von Sauerstoff
zur Verwendung durch den Vergaser 206 nutzen. Insbesondere
kann die Lufttrenneinheit 204 die Druckluft in getrennte
Ströme
von Sauerstoff (durch Pfad 208 angegebenen Fluss) und ein
Gasnebenprodukt, manchmal mit „Prozessgas" bezeichnet, teilen.
Das durch die Lufttrenneinheit 204 erzeugte Prozessgas
kann Stickstoff enthalten und wird darum als „Stickstoffprozessgas" bezeichnet. Das
Stickstoffprozessgas kann ebenso aus anderen Gasen bestehen, wie
z. B. Sauerstoff, Argon, etc. In einigen Ausführungsformen kann das Stickstoffprozessgas
aus zwischen etwa 95% bis 100% Stickstoff bestehen.
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Der
Sauerstofffluss von der Lufttrenneinheit 204 kann zur Erzeugung
teilweise verbrannter Gase, hier für die Verwendung als Treibstoff
durch die Gasturbinenmaschine 100 mit „Syngas" bezeichnet, zum Vergaser 206 geleitet
werden. In einigen bekannten IGCC-Systemen kann mindestens ein Teil
des Stickstoffprozessflusses, ein Nebenprodukt der Lufttrenneinheit 204,
in die Atmosphäre
abgelassen werden (mit Pfad 210 bezeichneter Fluss). In
einigen bekannten IGCC Systemen kann ein anderer Teil des Stickstoffprozessgasflusses
(mit Pfad 211 bezeichneter Fluss) einem Stickstoff gespeisten
Verdichter 208 bereitgestellt werden und dann zur Erleichterung
der Emissionsregelung der Turbine 108 in den Brenner 106 geleitet
werden.
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Der
Vergaser 206 kann eine Treibstoffmischung (mit Pfad 212 bezeichneter
Fluss), den durch die Lufttrenneinheit bereitgestellten Sauerstoff
(mit Pfad 208 bezeichneter Fluss), Dampf (mit Pfad 213 bezeichneter
Fluss) und/oder Kalkstein (Fluss nicht abgebildet) entsprechend
der in der Technik bekannten Verfahren in einen Output an Syngas
für die
Verwendung als Treibstoff in der Gasturbinenmaschine 100 umwandeln.
Obwohl der Vergaser 206 viele Treibstoffarten verwenden
kann, können
in einigen IGCC Systemen vom Vergaser 206 pulverisierte Kohle,
Petrolkoks, Rückstandsöle, Ölemulsionen, Ölsand und/oder
andere ähnliche
Treibstoffe verwendet werden. In einigen bekannten IGCC Systemen kann
das vom Vergaser 206 erzeugte Syngas Kohlendioxid, Schwefel
oder andere unerwünschte
Kontami nationen enthalten. Wie in der Technik bekannt, kann das
vom Vergaser 206 erzeugte Syngas (mit Pfad 214 bezeichneter
Fluss) mittels einer Reinigungseinheit 216, die auch bekannt
sein kann als Säureentfernungssystem,
gereinigt werden, um einige oder alle Kontaminationen vor der Bereitstellung für seine
Verbrennung durch den Brenner 106 zu entfernen.
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Die
von dem Gasturbinenantrieb 100 abgegebene Energie kann
den elektrischen Generator (nicht gezeigt) antreiben, der elektrische
Energie für ein
Energieverteilernetz (nicht gezeigt) bereitstellt. Abgas von des
Gasturbinenantriebs 100 kann für einen Wärmerückgewinnungs-Dampfgenerator
(nicht gezeigt) bereitgestellt werden, der Dampf für den Antrieb
der Dampfturbine (nicht gezeigt) erzeugt. Die durch die Dampfturbine
erzeugte Energie kann einen elektrischen Generator (nicht gezeigt)
antreiben, der elektrische Energie für ein Energieverteilernetz
bereitstellt. In einigen bekannten IGCC Systemen kann der vom Wärmerückgewinnungs-Dampfgenerator bereitgestellte
Dampf auch für
die Herstellung des Syngases an einen Vergaser 206 geliefert
werden.
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Als
Teil der Ausführungsformen
der vorliegenden Anwendung kann die von dem Turbinenverdichter 104 entnommene
und an die Lufttrenneinheit 204 gelieferte Druckluftmenge
als Mittel zur Regelung der Last der Turbine 100 im IGCC
Energiesystem 200 und/oder zur Einhaltung der Betriebsgrenzen
der Turbine 100 verändert
werden. Als Beispiel zeigt 3 das beispielhafte
Ergebnis einer solchen Regelung der Turbine 100 und ihres
Betriebs. 3 beinhaltet mehrere verwandte
Plots, die beispielhaft den Betrieb der Gasturbine 100 zeigen,
wobei das Entnahmeniveau der Druckluft des Turbinenverdichters für die effiziente
Aufrechterhaltung (und nicht die Überschreitung) der maximalen
Turbinenlast unter sich ändernden
Umgebungsbe dingungen verändert wird. 3(a) zeigt beispielhafte Ergebnisse der Entnahme
in Prozent (z. B. der Prozentsatz der vom Turbinenverdichter 104 entnommenen
und der Lufttrenneinheit 204 bereitgestellten Druckluft),
aufgetragen über
die Umgebungstemperatur. 3(b) zeigt
beispielhaft Ergebnisse für
die Spanne des Verdichters, aufgetragen über die Umgebungstemperatur
für die veränderte Entnahme
in Prozent. Die Spanne des Verdichters gibt den Unterschied zwischen
dem gemessenen Druckverhältnis
des Turbinenverdichters 104 und dem maximalen Druckverhältnis an,
bei dem der Verdichter für
eine gegebene Flussrate betrieben werden kann, ohne dass der Turbinenverdichter 104 erfahrungsgemäß klopft.
Eine untere Begrenzungslinie 302 für den Verdichterbetrieb gibt
die für
den Systembetreiber während
des Betriebs des Gasturbinenantriebs 100 minimal zulässige Spanne
des Verdichters an. 3(c) zeigt
beispielhaft Ergebnisse des Outputs der Turbine (z. B. Last), aufgetragen über die Umgebungstemperatur
für eine
variable Entnahme in Prozent. Eine Lastgrenzlinie 303 gibt
die maximal zulässige
Last für
die Turbine 100 an.
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Wie
in den 3(a), 3(b) und 3(c) gezeigt, kann die Entnahme in Prozent für abnehmende
Umgebungstemperaturen erhöht
werden, so dass das maximale Basislastniveau und andere Betriebsgrenzen
der Turbine 100 nicht überschritten werden.
Zu beachten ist, dass den im Folgenden beschriebenen Diagrammen
Daten zugrunde gelegt werden, die rein beispielhaften Charakter
haben und nur in demonstrativem Sinne den Gasturbinenbetrieb unter
Verwendung der Verfahren und Systeme der vorliegenden Anwendung
aufzeigen. Die in den Diagrammen abgebildeten Punkte, Bereiche und
Daten können
für Systeme
mit anderen Bedingungen entscheidend unterschiedlich sein. Wie in 3(a) gezeigt, kann die prozentuale Entnahme bei
einer Umgebungstemperatur von etwa 70° F (21° C) etwa 5% betragen (Punkt 304).
Wenn die Umgebungstemperatur auf etwa 50° F (10° C) fällt, kann die prozentuale Entnahme
um etwa 7% erhöht
werden (Punkt 306). Wie in 3(b) gezeigt,
beträgt
das Verhältnis
der Spanne des Verdichters zur Betriebsgrenzlinie („OLL") bei etwa 70° F (21° C) und einer
prozentualen Entnahme von etwa 5% etwa 0,3 (Punkt 308). Das
Verhältnis
der Spanne des Verdichters zur OLL bei etwa 50° F (10° C) und einer prozentualen Entnahme
von etwa 7% ist etwa 0,45 (Punkt 310). 3(c) zeigt, dass in beiden Punkten, bei 70° F (21° C) (Punkt 312)
und bei 50° F
(10° C)
(Punkt 314), das maximale Basislastniveau unter sich verändernden Umgebungsbedingungen
gehalten werden kann (z. B. die Last der Turbine 100 bleibt
auf der maximalem Basisniveaulinie 303, wenn die Temperatur
von 70° auf
50° F fällt (21° auf 10° C)).
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Die
in den 3(a), 3(b) und 3(c) gezeigten Ergebnisse geben mehrere, aus der
Veränderung
der vom Turbinenverdichter 104 entnommenen Druckluftmenge
resultierenden Vorteile für den
Betrieb wieder. Erstens ist die variable Entnahme der Druckluft
vom Turbinenverdichter eine zusätzliche
Regelgröße, die
Einhaltung der Betriebsgrenzen während
des Turbinenbetriebs 100 umfassend. Wie anhand des oben
behandelten Beispiels in 3 gezeigt,
fällt die
Umgebungstemperatur von 70° auf
50° F (21° auf 10° C), dennoch
kann das maximale Basislastniveau (Punkte 312 und 314)
gehalten und eine akzeptable Spanne des Verdichters aufrecht erhalten werden
(das Niveau steigt von 0,30 auf 0,45, siehe Punkte 308 und 310).
Darüber
hinaus kann die variable Entnahme ein maximales Basislastniveau
der Turbine 100 unter sich verändernden Umgebungsbedingungen
sicher stellen. Wie in der Technik bekannt, führt die Abnahme der Umgebungstemperatur
bei gleich bleibenden übrigen
Betriebsfaktoren zu einer Zunahme des Turbinen-Outputs. Somit, um beim Beispiel der 3 zu bleiben, muss der Turbinenbetreiber,
im Falle eines Umgebungstemperaturabfalls von 70° auf 50° F (21° auf 10° C) während des Betriebs der Turbine 100 auf
maximalem Basislastniveau, die Durchführung bestimmter Regelungsmaßnahmen
auslösen,
um das maximale Basislastniveau der Turbine 100 zu halten
(und nicht zu überschreiten).
Wie in der Technik bekannt, können
diese Regelungsmaßnahmen
die Abführung
von Zulauf wärme (z.
B. die Abführung
der Entladungsluft des Turbinenverdichters 104 und die
Wiederzuführung
der abgeführten
Luft in den Verdichterzulauf), das Schließen der Zulaufleitschaufeln
und/oder die Verringerung der Turbinentreibstoffversorgung (z. B.
die Verringerung der Turbinenzulauftemperatur) umfassen. Wie bereits
behandelt, verringern diese Regelungsmaßnahmen den thermischen Wirkungsgrad
der Gasturbine 100 und sind wegen der Erhöhung der
prozentualen Entnahme an dem Turbinenverdichter 104 nicht
effektiv. Die 3(a), 3(b) und 3(c) zeigen, dass die Veränderung des Entnahmeniveaus zu
der erfolgreichen Vermeidung der Überschreitung des maximalen
Basislastniveaus, bedingt durch sich ändernde Umgebungsbedingungen,
führt.
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Zweitens
kann eine Erhöhung
der Bereitstellung der dem Turbinenverdichter 104 entnommenen Druckluft
zu einer Abnahme gleicher Quantität an Druckluft führen, die
von dem Hauptverdichter 202 für die Bereitstellung von Druckluft
für die
Lufttrenneinheit 204 benötigt wird. Dies führt zu einer
niedrigeren Belegung des Hauptverdichters 202 und aufgrund
des niedrigeren Energieverbrauchs dieser Komponente zu einem höheren Gesamtwirkungsgrad
des Systems. Darüber
hinaus reduziert eine niedrigere Belegung des Hauptverdichters 202 die mit
dem Betrieb verbundenen Instandhaltungskosten. So ermöglicht die
Veränderung
des Entnahmeniveaus an Druckluft für die Lufttrenneinheit 204,
im Gegensatz zu den anderen bekannten Verfahren zur Lastregelung
der Turbine 100, einen effi zienten Betrieb der Regelungsmaßnahmen
durch Erhöhung
der Bereitstellung von Druckluft vom Turbinenverdichter 104 für die Lufttrenneinheit 204 (z.
B. wird der Bedarf an Output vom Hauptverdichter 202 verringert
und sein Energieverbrauch gesenkt).
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Wenn
andererseits die prozentuale Entnahme an dem Turbinenverdichter 104 im
oben behandelten Beispiel bei fallender Umgebungstemperatur auf
50° F (10° C) konstant
bliebe (z. B. auf dem etwa 4% Niveau von 70° F (21° C)), müsste der Betreiber der Turbine 100 Aktivitäten einleiten,
wie Zulaufwärme
entnehmen, die Zulaufleitschaufeln schließen und/oder die Turbinentreibstoffversorgung
verringern. Darüber
hinaus müsste
das Gesamtsystem den Unterschied an vom Turbinenverdichter 104 erzeugter
Druckluftmenge zwischen 4% und 7% Entnahmeniveau mit dem Hauptverdichter 202 ausgleichen,
was den Wirkungsgrad des Gesamtsystems weiter herabsetzen würde.
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Wie
in den 3(a), 3(b) und 3(c) gezeigt, kann im allgemeinen der entnommene
Anteil bei steigender Umgebungstemperatur verringert werden, so
dass das Turbinen-Output auf maximaler Basislastniveaulinie 303 aufrechterhalten
wird (z. B. würde
das Turbinen-Output bei steigender Umgebungstemperatur fallen, wenn
der Entnahmeanteil nicht verringert wird und die übrigen Betriebsfaktoren gleich
bleiben). Steigt die Umgebungstemperatur weiter an, ist die Turbine 100 nicht
länger
in der Lage, die der maximalen Lastgrenzlinie 303 entsprechende Last
unter Einhaltung der Betriebsgrenzen (wie die Verdichterbetriebsgrenzlinie 302)
zu liefern, selbst dann nicht, wenn der Prozentsatz der entnommenen Druckluft
weiter verringert wird. In 3 tritt
dies bei etwa 80° F
(27° C)
auf, dennoch kann es für
unterschiedliche Systeme unter unterschiedlichen Bedingungen bei
anderen Temperaturen auftre ten. In diesem Punkt kann die prozentuale
Entnahme nicht weiter für
die Aufrechterhaltung der maximalen Lastgrenzlinie 303 verringert
werden, ohne dass eine der Betriebsgrenzen der Turbine 100 überschritten
wird. Bis zu diesem Punkt ist der Output der Turbine (z. B. Last)
in effizienter Weise auf maximal benötigtem Niveau unter wechselnden
Umgebungsbedingungen geregelt.
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4(a) und 4(b) beinhalten
zwei Diagramme, die aufzeigen, wie die Temperatur im Brenner 106 verändert werden
kann, so dass eine maximal zulässige
Temperatur der aus dem Brenner austretenden Gase bei Betrieb der
Turbine 100 auf konstanter Last unter sich ändernden
Umgebungsbedingungen nicht überschritten
wird. In diesen Diagrammen bedeutet „Tfire" die Gastemperatur am Austritt der ersten
Düsenstufe
im Brenner 106 und „T3.9" die Gastemperatur
am Austritt des Brenners 106. Wie gezeigt, kann bei fallender
Umgebungstemperatur Tfire verringert werden, so dass die durch die
T3.9 Grenzlinie 402 wiedergegebene maximal zulässige Temperatur
T3.9 nicht überschritten
wird. Wenn anfangs die Umgebungstemperatur von etwa 100° auf 60° F (von 38° auf 16° C) fällt, kann
Tfire auf einem Niveau aufrechterhalten werden, welches einer maximal
zulässigen
Temperatur Tfire entspricht, die durch eine Tfire Grenzlinie 404 gegeben
ist. Wenn also die Umgebungstemperatur von 100° auf 60° F (von 38° auf 16° C) fällt, kann die Temperatur T3.9
bis zum Erreichen der T3.9 Grenzlinie bei Punkt 406 steigen. Wenn
die Umgebungstemperatur unter 60° F
(16° C) (und
wie festgelegt bei Aufrechterhaltung einer konstanten Last) fällt, kann
Tfire so verringert werden, dass die T3.9 Grenzlinie nicht überschritten
wird. Zum Beispiel kann Tfire bei einer Umgebungstemperatur von
40° F (4° C) bis auf
ein Niveau unterhalb der Grenzlinie Tfire 404 (Punkt 408)
verrin gert werden, so dass die Temperatur T3.9 nicht die Grenzlinie
T3.9 (Punkt 410) überschreitet.
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Variable
Entnahme (z. B. Veränderung
der vom Turbinenverdichter 104 entnommenen und der Lufttrenneinheit 204 bereitgestellten
Druckluftmenge) kann genutzt werden, um sicher zu stellen, dass Betriebsgrenzen,
wie die T3.9 Grenzlinie 402 und die Tfire Grenzlinie 404,
beachtet werden und der Systemwirkungsgrad maximiert wird. Zum Beispiel, wenn
als primäre
Regelung für
die Begrenzung des Turbinenlastniveaus die Verringerung des Treibstoffflusses
verwendet wird, werden die Temperaturen Tfire und T3.9 nicht bis
zu ihren Grenzlinien erhöht. Andererseits
ist, aufgrund der direkten Beziehung zwischen hohen Systemtemperaturen
und erhöhtem Systemwirkungsgrad,
die Entnahmeveränderung
für die
Aufrechterhaltung der maximalen Temperaturen Tfire und T3.9 effektiver.
Folglich kann die Entnahme bei fallenden Umgebungstemperaturen so
erhöht werden,
dass die maximalen Temperaturen Tfire und T3.9 aufrechterhalten
werden können,
ohne dass das maximale Lastniveau überschritten wird.
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5(a) und (b) beinhalten zwei Diagramme, die zeigen,
wie die Einstellung der Zulaufleitschaufeln geändert werden kann, so dass
eine maximale Geschwindigkeit des aus der Turbine 100 austretenden
Fluids bei Betrieb der Turbine 100 auf konstanter Last
unter sich ändernden
Umgebungstemperaturen nicht überschritten
wird. In diesem Diagramm bedeutet „IGV" die Einstellung (z. B. den Anstellwinkel)
der Zulaufleitschaufeln und „Axial
Exit MN" die Geschwindigkeit
des Fluids beim Austritt aus der Turbine, auch bekannt als Turbinen-Mach-Zahl. Wie
gezeigt, kann bei Abfallen der Umgebungstemperatur auf unter 80° F (27° C) der Anstellwinkel
der Zulaufleitschaufeln verkleinert werden (z. B. werden die Zulaufleitschaufeln weiter „geschlossen"), so dass eine maximal
zulässige
Austrittstemperatur des Fluids, gegeben durch die Mach-Zahl-Grenzlinie 502, nicht überschritten
wird. Zum Beispiel wird der IGV Anstellwinkel von 60° auf 40° F (16° auf 4° C) von etwa
83° (siehe
Punkt 504) auf 81° (siehe
Punkt 506) verkleinert, so dass die Austrittstemperatur
des Fluids auf der oder unterhalb der Mach-Zahl-Grenzlinie 502 (siehe
Punkte 508 und 510) aufrechterhalten wird.
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Variable
Entnahme kann genutzt werden, um die Beachtung der Betriebsgrenzen,
wie der Mach-Zahl-Grenzlinie 502, sicher zu stellen bei gleichzeitiger
Maximierung des Systemwirkungsgrades oberhalb eines anderen bekannten
Regelungsmitteln möglichen
Niveaus, wie der Veränderung
der Einstellung der Zulaufleitschaufeln. Zum Beispiel kann die Erhöhung der
an dem Turbinenverdichter 104 entnommenen prozentualen
Druckluftmenge die Menge des für
die Expansion durch die Turbine 104 zur Verfügung stehenden
Verdichterflusses herabsetzen, was wiederum die Geschwindigkeit
des Fluides am Turbinenaustritt herabsetzt. So kann bei fallenden
Umgebungstemperaturen der Bedarf, den Luftstrom zum Turbinenverdichter 104 durch
Manipulation der Zulaufleitschaufeln zu verringern, durch Veränderung
(in diesem Fall durch Erhöhung)
des Entnahmeniveaus vom Turbinenverdichter 104 verringert
werden. Wie bereits angesprochen, ist die Veränderung der Entnahme zur Aufrechterhaltung der
Betriebsgrenzen, wie der maximal zulässigen Austrittsgeschwindigkeit
des Fluids aus der Turbine 100, effizienter, als das Schließen der
Zulaufleitschaufeln, da unter anderem die erhöhte Entnahmeluftmenge der Lufttrenneinheit 204 bereitgestellt
werden kann, der an den Hauptluftverdichter 202 gestellte
Bedarf verringert werden kann und der Gesamtwirkungsgrad des Systems
erhöht
wird.
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Beim
Betrieb des IGCC Energiegewinnungssystems 200 kann daher
die zur Versorgung der Lufttrenneinheit 204 an dem Turbinenverdichter 104 entnommene
Druckluftmenge für
die Regelung der Last der Turbine 100, für die Aufrechterhaltung
der Betriebsgrenzen der Turbine 100 und der Maximierung
der Systemwirkungsgrade variiert werden. Darüber hinaus kann eine erhöhte Lieferung
an von dem Turbinenverdichter 104 entnommener Druckluft
den Energieverbrauch des Hauptluftverdichters 202 reduzieren,
so dass der Gesamtwirkungsgrad des IGCC Systems 200 erhöht wird.
Dieses Verfahren zur Regelung der Turbine 100 kann auf
mehrere Arten realisiert werden, darunter, jedoch nicht im Sinne
einer Begrenzung, über
die in den 6–8 gezeigten Regelungsverfahren.
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Das
Flussdiagramm in 6 zeigt ein für die Einstellung
der Abgastemperatur („Texh") der Turbine 100 verwendetes
beispielhaftes Regelungsverfahren. Bei Block 602 erfolgt
eine Messung des Druckverhältnisses
entlang des Turbinenverdichters 104. Bei 604 kann
die Druckverhältnismessung
für die
Berechnung von Texh für
eine Teillast-Bedingung (z. B. eine Betriebsbedingung von kleiner
als etwa 96% der Basislast) verwendet werden. Die berechnete Texh
der Teillast kann dann abhängig
von einer Schalterstellung 608 zu einem „Auswahl
Minimal" Block 606 weitergeleitet
werden. Wenn ermittelt wurde, dass sich die Turbine 100 in
Betrieb unter Teillast Bedingung befindet, kann der Schalter 608 geschlossen
werden, was ermöglicht,
dass die für
Teillast berechnete Texh den Auswahl Minimal Block 606 passiert.
Wenn andererseits kein Betrieb der Turbine 100 unter Teillast
Bedingung ermittelt wurde, bleibt der Schalter 606 geöffnet, so
dass die berechnete Texh für
Teillast nicht zum Auswahl Minimal Block 606 weitergeleitet
wird.
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An
einem Block 610 kann eine andere, von dem gemessenen Verdichterdruckverhältnis 602 und einer
bekannten Brenneraustrittstemperaturgrenze 612 abhängige Sollwertberechnung
für Texh
durchgeführt
werden, sie stellt die maximal zulässige Austrittstemperatur für den Brenner 106 dar.
Die von Block 610 berechnete Texh kann dann in den Auswahl
Minimal Block 606 eingegeben werden. Der Auswahl Minimal
Block 606 wird dann anhand zweier Eingangsgrößen, z.
B. den Eingängen
von Block 604 und 610 zur Selektion des minimalen
Sollwerts für Texh,
verwendet (angenommen Schalter 608 in geschlossener Stellung).
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Eine
zweite Minimalauswahl, ein Auswahl Minimal Block 613, kann
den, über
die ihm vom Auswahl Minimal Block 606 und von Block 614 bereitgestellten
Eingänge
berechneten, Mindestsollwert für Texh
selektieren. Bei Block 614 kann eine Sollwertberechnung
erfolgen, anhängig
von dem bei Block 602 berechneten Druckverhältnis und
einem bekannten Turbinenzulauf-Temperaturmaximum 616 (z.
B. die im Turbinenzulauf maximal zulässige Temperatur). Das Minimum
dieser beiden Eingänge
im Auswahl Minimal Block 613 kann verwendet werden und das
Ergebnis kann auf einen Sollwert für Texh 618 führen.
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Das
Flussdiagramm in 7 zeigt ein beispielhaftes Regelungsverfahren,
das für
die Berechnung eines Sollwertes für die Zulaufleitschaufeln, den
Winkel der Zulaufleitschaufeln der Turbine 100 festlegend,
verwendet werden kann. Bei Block 702 kann anhand eines
gemessenen Texh-Wertes 704 eines Messwertes des Turbinenabgasdrucks 706 und einer
bekannten maximal zulässigen
Turbinenabgasflussrate 707 eine Ziel-Abgas-Flussrate der Turbine berechnet
werden. Die bei Block 702 berechnete Ziel-Abgas-Flussrate
kann dann einem Block 708 zugeführt werden, und zwar zusammen
mit: einer gemessenen Umge bungstemperatur 710, einem gemessenen
Umgebungsluftdruck 712 und einer gemessenen Treibstoffflussrate 714.
Mit dieser Information kann ein Ziel-Zulaufleitschaufelsollwert über in der
Technik bekannte Verfahren berechnet werden.
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Der
bei Block 708 berechnete Wert kann dann einem Auswahl Minimal
Block 716 zugeführt werden.
Auswahl Minimal Block 716 kann den Sollwert der Zulaufleitschaufeln
anhand folgender Größen selektieren:
1) der Zulaufleitschaufel-Sollwert berechnet bei Block 708;
ein Teillast-Zulaufleitschaufel-Sollwert,
anhand von in der Technik bekannten Verfahren 718 berechnet
und ein bekannter maximal zulässiger
Zulaufleitschaufelsollwert 720. Das bei Auswahl Minimal
Block 716 ermittelte Minimum wird dann als ein Zulaufleitschaufelsollwert 722 verwendet.
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Das
Flussdiagramm in 8 zeigt ein beispielhaftes Regelungsverfahren
für die
Berechnung des Entnahmesollwerts des Turbinenverdichters 104 (z.
B. die Menge oder der Prozentsatz an vom Turbinenverdichter 104 entnommener
Druckluft und der Lufttrenneinheit 204 bereitgestellter
Luft). Bei Block 802 kann die Differenz zwischen einer
gemessenen Turbinenlast 804 und einer Ziel-Turbinenlast 806 berechnet
werden. Die Turbinenlast kann mittels in der Technik bekannter Geräte und Systeme,
einschließlich
eines Leistungsanalysators, eines Wattstunden-Meters oder anderen ähnlichen
Geräten
und Systemen gemessen werden. Die gemessene Turbinenlast 804 kann
mit der Ziel-Turbinenlast 806 (und einer berechneten Differenz)
verglichen werden und zwar mittels Geräten, Reglern und den mit üblichen Kenntnissen
in der Technik bekannten Systemen, einschließlich programmierbarem logischem
Regler oder anderen ähnlichen
Geräten,
Reglern und Systemen. Die berechnete Differenz kann dann einem Last-PID-Regler 808 oder
anderen ähn lichen
Geräten
zugeführt
werden und ein Entnahmesollwert 810, z. B. die an dem Turbinenverdichter 104 zu
entnehmende Druckluftmenge, kann berechnet werden. Der Entnahmesollwert 810 kann
dann von Ventilen, wie einem Drosselventil oder ähnlichen Bauteilen im Turbinenverdichter 104 oder
der Rohrleitung zwischen Turbinenverdichter 104 und der
Lufttrenneinheit 204, verwendet werden, so dass eine erforderliche
Menge an Druckluft vom Turbinenverdichter 104 entnommen wird.
Die vom Turbinenverdichter 104 entnommene Druckluft kann
dann der Lufttrenneinheit 204 über Rohrleitungen und Ventile
wie beschrieben zugeführt werden.
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Das
Gesamtverfahren der variablen Entnahme einer Druckluftmenge vom
Turbinenverdichter 104 und die Bereitstellung der entnommenen
Druckluftmenge für
die Lufttrenneinheit 204 zur Regelung der Turbinenlast,
wie oben beschrieben, kann eingebettet und geregelt werden durch
ein rechnergestütztes
Werksbetriebssystem, allen bekannt, die mit den üblichen Kenntnissen aus dem
Stand der Technik vertraut sind. Das Betriebssystem kann ein Computer
sein, lediglich als Beispiel für
ein Hochleistungs-Regelungssystem innerhalb des Umfangs der Anwendung.
Zum Beispiel, nicht im Sinne einer Einschränkung, kann das Betriebssystem
mindestens einen Silizium-gesteuerten Gleichrichter (SCR), einen
Thyristor, einen MOS-gesteuerten Thyristor (MCT) und einen bipolaren
Isoliertor-Transistor umfassen. Das Betriebssystem kann auch als
einzelner Sonderzweck-Schaltkreis implementiert werden („single
spezial purpose integrated circuit"), wie ein ASIC, welcher einen Haupt- oder Zentralprozessorabschnitt
für alles
globale, dass heißt
Regelungen auf System-Niveau, sowie getrennte Abschnitte für die Ausführung verschiedener
unterschiedlicher spezifischer Kombinationen, Funktionen und anderer Verfahren,
die unter Kontrolle des Zentralprozessorabschnitts stehen. Diejenigen mit
Kenntnissen aus dem Stand der Technik werden es begrüßen, dass das
Betriebssystem auch unter Verwendung einer Vielzahl von getrennten
oder programmierbaren, integrierten oder anderen elektronischen
Schaltkreisen oder Geräten,
wie verdrahtete Elektronik oder logische Schaltkreise, mit diskreten
Elementschaltkreisen oder programmierbaren logischen Geräten, wie PLDs,
PALs, PLAs oder ähnlichen,
implementiert werden kann. Das Betriebssystem kann auch unter Verwendung
eines geeigneten programmierten Universalcomputers, wie einem Mikroprozessor
oder Mikro-Steuerelement, oder anderen Prozessorgeräten, wie
einer CPU oder MPU, entweder allein oder in Verbindung mit einem
oder mehreren Peripheriedaten- und Signalverarbeitungsgeräten, implementiert werden.
Im Allgemeinen kann jedes Gerät
oder ähnliche
Geräte
als Betriebssystem verwendet werden, in denen eine finite Status-Maschine
das logische Flussdiagramm 200 als Betriebssystem implementieren
kann. Wie gezeigt, sollte für
eine maximale Daten-/Signalverarbeitungsfähigkeit und Geschwindigkeit
einer übergreifenden
Verfahrensarchitektur der Vorzug gegeben werden.
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Wie
von den technisch Ausgebildeten begrüßt werden wird, kann das Betriebssystem
darüber hinaus
den Betrieb (z. B. das Öffnen,
Schließen
oder andere Einstellungen) der Ventile und anderer mechanischer
Systeme des IGCC Energiegewinnungssystems 200 regeln und
Eingangsgrößen von
Sensoren, die für
die Systemregelung relevante Informationen übertragen, aufnehmen.
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Ganz
allgemein kann die Menge von an dem Turbinenverdichter 104 entnommener
Druckluft erhöht
werden, wenn die gemessene Turbinenlast größer als die Ziel-Turbinenlast
ist. Ähnlich
kann die Menge der vom Turbinenverdichter 104 entnommenen
Druckluft verringert werden, wenn die gemessene Turbinenlast kleiner
als die Ziel-Turbinenlast ist. Wenn darüber hinaus die Menge der vom
Turbinenverdichter 104 entnommenen Druckluft erhöht wird, kann
die vom Hauptluftverdichter 202 bereitgestellte Versorgung
mit Druckluft um annähernd
dieselbe Menge verringert werden (so dass die kombinierte Versorgung
der Lufttrenneinheit 204 annähernd gleich bleibt). Wenn
andererseits die vom Turbinenverdichter 104 entnommene
Menge an Druckluft verringert wird, kann die vom Hauptluftverdichter 202 bereitgestellte
Versorgung mit Druckluft um annähernd
dieselbe Menge erhöht
werden.
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Wie
festgestellt, werden jene in der Technik Bewanderten es begrüßen, dass
andere Regelungsverfahren, Verfahren und Systeme für die Veränderung
des Entnahmeniveaus verwendet werden können, so dass die Turbinenlast
effizient geregelt wird. Es sollte offensichtlich sein, das das
Vorangehende nur die vorgezogenen Ausführungsformen der vorliegenden
Anwendung zum Gegenstand hat und dass zahlreiche Änderungen
und Modifikationen darin gemacht werden können, ohne vom Sinn und Geltungsbereich
der Anwendung, wie in den folgenden Patentansprüchen und ihren Äquivalenten
definiert, abzuweichen.