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Stand der Technik
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Die
Erfindung geht aus von einer Luftfederungseinrichtung zum Heben
und Senken des Fahrzeugaufbaus von luftgefederten Fahrzeugen mit
Niveauregelung, mit wenigstens einem mit einem Druckluftvorrat in
Verbindung stehenden Niveauregelventil, mindestens einer Fahrzeugachse
zugeordneten Luftfederbälgen,
sowie mit einer Steuerventileinrichtung zur manuellen Niveaueinstellung
des Fahrzeugaufbaus unter Umgehung des Niveauregelventils, welche
wenigstens ein in eine Leitungsverbindung des Niveauregelventils
mit den Luftfederbälgen
eingebautes Sperrventil mit wenigstens zwei Schaltstellungen sowie
wenigstens ein manuell betätigtes
Steuerventil zum Be- und Entlüften
der Luftfederbälge
beinhaltet.
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Bei
Luftfederungseinrichtungen mit Luftfederbälgen ist zusätzlich zum
Niveauregelventil, welches das Niveau einer Anhängerplattform oder eines Anhängerrahmens
in bekannter Weise auf einen konstanten Wert einregelt, eine manuell
betätigbare
Niveauregelventileinheit vorgesehen, mittels der von einer Bedienperson
manuell und unter Umgehung des Niveauregelventils eine gewünschte Niveaulage der
Anhängerplattform
bzw. des Fahrzeugsaufbaus eingestellt werden kann. Dazu wird die
Niveauregelventileinheit manuell in die Stellungen „Heben”, „Senken” oder „Stop” gestellt.
Dazu weist die Niveauregelventileinheit Handbetätigungsmittel auf, womit z.
B. eine für
ein Beladen des Fahrzeugs an einer Laderampe gewünschte Niveaulage eingestellt
werden kann. Weiterhin muss eine Stellung „Fahrt” vorhanden sein, in welcher
das Niveauregelventil wieder wirksam wird.
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In
der
DE 42 02 729 C2 ist
eine gattungsgemäße Luftfederungseinrichtung
mit einem Niveauregelventil beschrieben.
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Gemäß einer
ersten Ausführungsform
ist ein manuell betätigbares,
mechanisches Schaltventil vorgesehen, in welchem das Sperrventil,
ein Belüftungsventil
sowie ein Entlüftungsventil
zusammengefasst sind. Dabei erzeugt eine elektronische Steuereinheit
ein Steuersignal in Abhängigkeit
vom Fahrzustand des Fahrzeugs und leitet dieses über eine elektrische Leitung
auf ein Magnetventil, welches daraufhin in Durchlassstellung übergeht,
so dass Druckluft aus einem Druckluftvorrat in eine Steuerkammer
des Schaltventils gelangt und einen Steuerkolben einer Schaltwelle
belastet, welcher diese derart verschiebt, dass sie die Stellung „Fahrt” des Schaltventils
einstellt. Folglich wird ein elektrisches Steuersignal in ein pneumatisches
Steuersignal umgewandelt, um dieses wiederum in ein mechanisches
Signal zu wandeln, was relativ aufwändig und teuer ist und eine
relativ geringe Dynamik aufweist.
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Gemäß einer
weiteren, in der genannten Druckschrift beschriebenen Ausführungsform
ist das Schaltventil ausschließlich
elektrisch betätigt
ausgeführt,
was zwar Vorteile hinsichtlich der Dynamik mit sich bringt, aber
Nachteile im Hinblick auf die Verfügbarkeit. Denn im Falle eines
vom Zugfahrzeug abgekoppelten Anhängerfahrzeugs muss dieses dann entweder über eine
eigene elektrische Energiequelle verfügen oder an das Stromnetz angeschlossen
werden, da ansonsten das elektrische Schaltventil nicht funktioniert.
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Der
Erfindung liegt demgegenüber
die Aufgabe zugrunde, eine Luftfederungseinrichtung der eingangs
erwähnten
Art derart weiter zu bilden, dass die oben beschriebenen Nachteile
vermieden werden.
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Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe durch die Merkmale von Patentanspruch 1 gelöst.
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Vorteile der Erfindung
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Die
Erfindung basiert auf dem Gedanken, das Sperrventil in seine die
Luftfederbälge
mit dem Niveauregelventil verbindende Durchlassstellung durch einen
elektrischen Aktuator und in seine diese Verbindung sperrende Sperrstellung,
in welcher die Luftfederbälge
unter Umgehung des Niveauregelventils durch das wenigstens eine
manuell betätigte Steuerventil
be- oder entlüftet werden,
durch einen von einem über
das wenigstens eine manuell betätigte
Steuerventil pneumatisch ansteuerbaren Vorsteuerventil ausgesteuerten
Steuerdruck zu betätigen.
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Eine
solche Lösung
ist zum einen kostengünstig,
da eine pneumatische Ansteuerung des Sperrventils durch die in dem
Fahrzeug ohnehin schon vorhandene Pneumatik als Arbeitsmedium keinen
besonderen Aufwand erfordert. Zum anderen bietet insbesondere der
elektrische Aktuator eine hohe Dynamik bei gleichzeitig niedrigen
Kosten.
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Ein
entscheidender Vorteil liegt auch darin, dass im Falle eines vom
Zugfahrzeug abgekoppelten Anhängerfahrzeugs,
bei dem in der Regel keine eigene elektrische Stromversorgung vorhanden
ist, das Sperrventil über
seinen eigenen Druckluftvorrat und das Vorsteuerventil pneumatisch
angesteuert werden kann, um die Stellungen „Heben”, „Senken” oder „Stop” einzustellen, ohne dass hierzu
externe elektrische Energie, insbesondere vom Zugfahrzeug, notwendig
ist. Die hierzu entsprechende Schaltstellung des Sperrventils ist
die Sperrstellung, in welcher das Niveauregelventil von den Luftfederbälgen abgekoppelt
ist.
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Bei
einer Ankoppelung des Anhängerfahrzeugs
an ein Zugfahrzeug steht in der Regel die elektrische Energie vom
Zugfahrzeug sowie ein vom Fahrzustand abhängiges elektrisches Steuersignal wieder
zur Verfügung,
wodurch das Sperrventil mittels des elektrischen Aktuators wieder
in die Durchgangsstellung schaltbar ist, welche dem Betriebszustand „Fahrt” entspricht.
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Folglich
ist daher die elektrisch betätigte Schaltstellung
die Durchlassstellung des Sperrventils, in welcher das Niveauregelventil
mit den Luftfederbälgen
verbunden ist, um den Zustand „Fahrt” herzustellen
und um während
der Fahrt eine manuelle Niveaueinstellung zu unterbinden. Demgegenüber ist
die andere Schaltstellung die pneumatisch hervorgerufene Sperrstellung
des Sperrventils, in welcher die Luftfederbälge unter Umgehung des Niveauregelventils
durch das wenigstens eine manuell betätigte Steuerventil be- oder
entlüftet
werden, um die Zustände „Heben”, „Senken” oder „Stop” hervorzurufen.
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Mit
den erfindungsgemäßen Maßnahmen entfällt daher
die beim Stand der Technik notwendige Versorgung eines Anhängerfahrzeugs
mit elektrischer Energie, da das Druckmittel in Vorratsbehältern auch über einen
längeren
Zeitraum unter Druck gehalten werden und die Luftfederungseinrichtung damit
ihren vollen Funktionsumfang zur Verfügung stellen kann.
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Durch
die in den Unteransprüchen
aufgeführten
Maßnahmen
sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der in den
unabhängigen Ansprüchen angegebenen
Erfindung möglich.
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Besonders
bevorzugt beinhaltet der elektrische Aktuator zur elektrischen Betätigung des
Sperrventils wenigstens einen Elektromotor, wobei der Elektromotor
beispielsweise einen Mutter-Spindeltrieb treibt, dessen Spindel
oder Mutter einen Stößel betätigt, der
mit dem Sperrventil zusammenwirkt. Dann kann eine elektronische
Steuereinrichtung ein vom Fahrzustand des Fahrzeugs abhängiges elektrisches
Signal für
den elektrischen Aktuator erzeugen, um das Sperrventil in die Durchlassstellung
zu schalten. Dieses elektrische Signal kann beispielsweise von einem
Steuergerät
des Anti-Blockier-Systems (ABS) des Fahrzeugs erzeugt werden.
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Vorzugsweise
sind wenigstens das Sperrventil, das Belüftungsventil und das Entlüftungsventil sowie
beispielsweise auch eine Leitungsverbindung, an welcher sich die
Druckmittelversorgungsleitungen der Luftfederbälge auf rechts- und linksseitige
Zweige aufteilen, in einer Baueinheit zusammengefasst, welche in
unmittelbarer Nachbarschaft zu den Luftfederbälgen angeordnet ist. Wegen
der dann kurzen Druckmittelversorgungsleitungen der Luftfederbälge ergibt
sich eine Luftfederungseinrichtung mit hoher Dynamik.
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Zeichnung
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Ein
Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung
näher erläutert. In
der Zeichnung zeigt die einzige Figur ein schematisches Schaltbild
einer Luftfederungseinrichtung gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung mit zwei Handbetätigungsmitteln
im Betriebszustand „Fahrt”.
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Beschreibung des Ausführungsbeispiels
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In 1 ist
als Ausführungsbeispiel
der Erfindung eine einkreisige Luftfederungseinrichtung 1 eines
Anhängers
einer Zugfahrzeug-Anhängerkombination
dargestellt. „Einkreisig” bedeutet
in diesem Zusammenhang, dass die Luftfederbälge 2 verschiedener
Achsen und Achsseiten einem Kreis zugeordnet sind und deshalb nur
gemeinsam be- und entlüftet
werden können.
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Bei
der Luftfederungseinrichtung 1 mit Luftfederbälgen 2 gemäß der Erfindung
ist zusätzlich
zu einem Niveauregelventil 16 innerhalb einer Niveauregeleinheit 5,
welche das Niveau einer Fahrzeugplattform oder eines Fahrzeugrahmens
in bekannter Weise auf einen konstanten Wert einregelt, eine manuell betätigbare
Niveauregelventileinheit 7 vorgesehen, mittels der von
einer Bedienperson manuell und unter Umgehung des Niveauregelventils 5 eine
gewünschte
Niveaulage der Anhängerplattform
bzw. des Fahrzeugsaufbaus eingestellt werden kann. Dazu wird die Niveauregelventileinheit 7 durch
eine Handsteuereinheit 10 in die Stellungen „Heben” und „Senken” pneumatisch
geschaltet. Gemäß der in 1 gezeigten Ausführungsform
weist die Handsteuereinheit 10 hierzu beispielsweise zwei
Handbetätigungsmittel
für „Heben” und „Senken” auf, womit
z. B. eine für
ein Beladen des Fahrzeugs an einer Laderampe gewünschte Niveaulage eingestellt
werden kann. Weiterhin muss ein Betriebszustand „Fahrt” vorhanden sein, in welcher
das Niveauregelventil 5 wieder wirksam wird.
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Die
Luftfederbälge 2 des
Anhängers
sind zur Speisung mit Druckluft aus einem Druckluftbehälter 3 mit
diesem durch eine Druckluftleitung 4 sowie durch eine pneumatische
Leitung 6 in Verbindung bringbar. Zwischen der Druckluftleitung 4 und
der pneumatischen Leitung 6 ist die mit unterbrochener
Linie umrandete Niveauregeleinheit 5 eingebaut, weiterhin
ist zwischen der Niveauregeleinheit 5 und den Luftfederbälgen 2 die
in 1 mit unterbrochener Linie umrandete Niveauregelventileinheit 7 angeordnet, die
auch direkt mittels einer Druckluftleitung 9 mit dem Druckluftbehälter 3 verbunden
ist. An die Niveauregelventileinheit 7 ist die ebenfalls
mit unterbrochener Linie umrandete Handsteuereinheit 10 durch pneumatische
Leitungen 11, 12 angeschlossen.
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Das
Niveauregelventil 16 wirkt mit einem Ventilschieber 17 zusammen,
der mit einer nicht gezeigten Anhängerachse derart in Wirkverbindung steht,
dass eine vertikale Bewegung, d. h. eine Veränderung des Niveaus der Anhängerplattform
oder des Anhängerrahmens
in Bezug zur Anhängerachse den
Ventilschieber 17 mitnimmt. Das Niveauregelventil 16 ist
dazu beispielsweise am Anhängerrahmen
befestigt. Ein Anschluss 19 des Niveauregelventils 16 ist über ein
Rückschlagventil
an die Druckluftleitung 4 angeschlossen. Ein weiterer Anschluss 18 steht
in Verbindung mit der pneumatischen Leitung 6, die sich
in der Niveauregelventileinheit 7 bis zu einer Leitungsverbindung 20 erstreckt,
an welcher sich die Druckluftverbindungen zu den Luftfederbälgen der
rechten Seite und der linken Seite teilen.
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In
die pneumatische Leitung 6 ist ein Sperrventil 21 eingebaut,
das beispielsweise als 2/2 Wegeventil ausgebildet ist. Das Sperrventil 21 ist
weiterhin derart ausgebildet, dass es in die seine Durchlassstellung
durch einen elektrischen Aktuator 51 und in seine Sperrstellung
durch einen von wenigstens einem Vorsteuerventil 24 ausgesteuerten
Steuerdruck betätigt
ist. Dadurch verbindet das Sperrventil 21 das Niveauregelventil 16 mit
den Luftfederbälgen 2 oder sperrt
diese Verbindung. Das Sperrventil 21 ist nicht zuletzt
so ausgebildet, dass es seine zuletzt eingenommene Schaltstellung
solange beibehält,
bis es durch die mechanische Betätigung
des elektrischen Aktuators 51 bzw. durch den Steuerdruck
des Vorsteuerventils 24 umgeschaltet wird.
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Hierzu
ist das Sperrventil 21 mit seinem pneumatischen Steueranschluss 22 durch
eine pneumatische Leitung 23 mit einem Anschluss eines beispielsweise
als federbelastetes und pneumatisch betätigtes 3/2 Wegeventil ausgebildeten
Vorsteuerventils 24 gekoppelt. Das Vorsteuerventil 24 ist
mit seinem anderen Anschluss an die Druckluftleitung 9 angeschlossen,
ein weiterer Anschluss mündet durch
eine Entlüftung
ins Freie. Das pneumatisch betätigte
Vorsteuerventil 24 hat weiterhin einen pneumatischen Steueranschluss 25,
welcher über
eine pneumatische Leitung 14 und über zwei Rückschlagventile 44 und 45 die
pneumatischen Leitungen 11 bzw. 12 und über diese
an die Handsteuereinheit 10 angeschlossen ist. Weiterhin
steht der Steueranschluss 25 des Vorsteuerventils 24 über die
pneumatische Leitung 14 und eine Drossel 38 mit
der unter Vorratsdruck stehenden Druckluftleitung 9 in
Verbindung.
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Das
Vorsteuerventil 24 verbindet, wenn der Steueranschluss 25 drucklos
gesetzt ist, in der dann federbelasteten Stellung die unter Vorratsdruck
stehende Druckluftleitung 9 mit dem Steueranschluss 22 des
Sperrventils 21 oder verbindet, wenn der Steueranschluss 25 druckbeaufschlagt
ist, den Steueranschluss 22 des Sperrventils 21 mit
seiner Entlüftung.
In die Druckluftleitung 9 ist ein Rückschlagventil 27 eingebaut.
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Zwischen
der Druckluftleitung 9 und der pneumatischen Leitung 6 ist
eine pneumatische Verbindungsleitung 31 angeordnet, die
mit einem Rückschlagventil 32 versehen
ist. Das Rückschlagventil 26 lässt nur
eine Luftströmung
von der pneumatischen Leitung 6 in Richtung Druckluftleitung 9 zu. Ferner
sind die Druckluftleitung 9 und die pneumatische Leitung 6 mittels
einer pneumatischen Verbindungsleitung 33 verbunden, in
welcher ein Belüftungsventil 34 angeordnet
ist, das beispielsweise als federbelastetes, pneumatisch betätigtes 2/2
Wegeventil ausgebildet ist, dessen Steueranschluss 35 ständig mit
der pneumatischen Leitung 11 in Verbindung steht. Wenn
ein Steuerdruck am Steueranschluss 35 des Belüftungsventils 34 ansteht,
schaltet dieses in seine Sperrstellung, andernfalls federbelastet
in seine Durchgangsstellung.
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An
die pneumatische Leitung 6 ist weiterhin ein Entlüftungsventil 36 angekoppelt,
das einen Entlüftungsanschluss
ins Freie aufweist. Das Entlüftungsventil 36 ist
ebenso als federbelastetes, pneumatisch betätigtes 2/2 Wegeventil ausgebildet,
dessen Steuereingang 37 mit der pneumatischen Leitung 12 ständig in
Verbindung steht. Wenn ein Steuerdruck am Steueranschluss 37 des
Entlüftungsventils 36 ansteht,
schaltet dieses in seine Sperrstellung, andernfalls in seine Durchgangsstellung,
in welcher es die Leitung 6 entlüftet.
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Die
pneumatischen Leitungen 11 und 12 sind innerhalb
der Niveauregelventileinheit 7 durch die pneumatische Leitung 14 und
die Rückschlagventile 44, 45 verbunden.
Wegen der Sperrichtung der Rückschlagventile 44, 45 kann
jedoch keine Druckluft von der pneumatischen Leitung 11 in
die pneumatische Leitung 12 strömen und umgekehrt. Jedoch lassen
die beiden Rückschlagventile 44 und 45 eine Luftströmung von
der pneumatischen Leitung 14 in die pneumatische Leitung 11 bzw. 12 zu.
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In
der Handsteuereinheit 10 ist an die pneumatische Leitung 12 ein
Betätigungsventil 48 angekoppelt,
das durch Handbetätigungsmittel 49,
beispielsweise in Form eines Tasters betätigt wird. Das Betätigungsventil 48 ist
für das
Senken der Anhängerplattform
vorgesehen und beispielsweise als federbelastetes 2/2 Wegeventil
ausgebildet. Durch eine Rückstellfeder
in Sperr- oder Ruhestellung
vorgespannt, schließt
es die pneumatische Leitung 12, in der druckbeaufschlagten
Durchgangsstellung entlüftet
es die pneumatische Leitung 12 ins Freie. Über den
Taster 49 ist das Betätigungsventil 48 folglich
gegen die Kraft der Rückstellfeder
betätigbar.
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Weiterhin
ist in der Handsteuereinheit 10 an die pneumatische Leitung 11 ein
Betätigungsventil 50 angekoppelt,
das mit Handbetätigungsmitteln 49 wie einem
Taster versehen ist. Das Betätigungsventil 50 ist
für das
Heben der Anhängerplattform
vorgesehen und beispielsweise als 2/2 Wegeventil ausgebildet. Durch
die Rückstellfeder
in Ruhe- oder Sperrstellung vorgespannt, schließt es die pneumatische Leitung 11,
in der druckbeaufschlagten Durchgangsstellung entlüftet es
die pneumatische Leitung 11 ins Freie.
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Schließlich wird
das Sperrventil 21 in seine Durchlassstellung durch einen
elektrischen Aktuator 51 direkt betätigt. Besonders bevorzugt beinhaltet der
elektrische Aktuator 51 zur elektrischen Betätigung des
Sperrventils 21 wenigstens einen Elektromotor, wobei der
Elektromotor beispielsweise einen Mutter-Spindeltrieb 52 treibt, dessen
Spindel 53 oder Mutter 54 beispielsweise einen
Ventilkörper
des Sperrventils 21 betätigt.
Im vorliegenden Fall treibt der Elektromotor 51 die sich
an der drehfesten und ruhenden Mutter abstützende Spindel 53,
um das Sperrventil 21 mit einem Stößel 56 in seine Durchlassstellung
zu betätigen.
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Dann
kann eine elektronische Steuereinrichtung 55 ein vom Fahrzustand
des Fahrzeugs abhängiges
elektrisches Signal für
den elektrischen Aktuator 51 erzeugen, um das Sperrventil 21 von
der Sperrstellung in die Durchlassstellung zu schalten. In Fahrt
erhält
die Steuereinrichtung 55 fahrdynamische Kennwerte, wie
beispielsweise die momentane Geschwindigkeit oder Signale vorzugsweise
von einem ABS-Steuergerät
und steuert abhängig
von diesen Kennwerten ein elektrisches Steuersignal in den Elektromotor 51 ein.
Bei vom Zugfahrzeug abgekoppeltem Anhänger ist die Elektronik abgeschaltet,
wodurch die Steuereinrichtung 55 keine Kennwerte mehr erhält und folglich
auch keine Steuersignale mehr in den Elektromotor 51 aussteuern
kann.
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Vorzugsweise
sind wenigstens das Sperrventil 21, das Belüftungsventil 34 und
das Entlüftungsventil 36 sowie
beispielsweise auch die Leitungsverbindung 20, an welcher
sich die Druckmittelversorgungsleitungen der Luftfederbälge 2 auf rechts- und linksseitige
Zweige aufteilen, in der Niveauregelventileinheit 7 zusammengefasst,
welche in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Luftfederbälgen 2 angeordnet
ist.
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In
der Figur ist die Luftfederungseinrichtung 1 des Anhängers im
Betriebszustand „Fahrt” dargestellt.
Dieser Betriebszustand stellt sich bei dieser Ausführungsform selbsttätig ein,
wenn die Zugfahrzeug-Anhängerkombination
eine bestimmte Geschwindigkeitsschwelle, beispielsweise 10–15 km/h überschreitet.
Der elektrische Aktuator 51 erhält dann von der Steuereinrichtung 55 ein
elektrisches Steuersignal, um über
den Mutter-Spindel-Trieb 52 das Sperrventil 21 von
seiner Sperrstellung in seine Durchlassstellung zu schalten, um
die Luftfederbälge 2 über die
pneumatische Leitung 6 mit der Niveauregeleinheit 5 zu
verbinden. Im Betriebszustand „Fahrt” regelt
dann die Niveauregeleinheit 5 das Niveau der Anhängerplattform
in bekannter Weise ein. Nach Beendigung des Umschaltprozesses wird
die Spindel 53 durch den Elektromotor 51 zurückgefahren,
jedoch ist das Sperrventil 21 vorzugsweise so ausgebildet,
dass es in seiner Durchlassstellung verbleibt.
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Der
Betriebszustand „Heben” soll nur
bei stehendem oder geparktem Anhänger
möglich
sein, gleich ob dieser noch an das Zugfahrzeug angekoppelt ist oder
nicht. Im Betriebszustand „Heben” wird das
Niveau der Anhängerplattform
erhöht.
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Hierzu
wird das Handbetätigungsmittel 49 des
Betätigungsventils 50 manuell
betätigt,
wodurch die pneumatische Leitung 11 ins Freie entlüftet und damit
auch der Druck in der pneumatischen Leitung 14 sinkt, weil
diese über
das sich dann öffnende Rückschlagventil 44 mit
der pneumatischen Leitung 11 in Verbindung steht. Der dann
sinkende Druck in der Leitung 14 bewirkt einen niedrigen
Druck am Steueranschluss 25 des Vorsteuerventils 24,
welches daraufhin federbelastet in eine Stellung schaltet, in welcher
die Leitung 23 mit der Druckluftleitung 9 und
damit mit dem Vorratsbehälter 3 in
Verbindung gebracht wird. Dadurch steht am Steueranschluss 22 des
Sperrventils 21 Vorratsdruck an, woraufhin dieses von der
Durchlassstellung in seine Sperrstellung zurückschaltet. Damit sind die
Luftfederbälge 2 von der
Niveauregeleinheit 5 abgekoppelt.
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Aufgrund
der entlüfteten
Leitung 11 vermindert sich der Luftdruck am Steuereingang 35 des
Belüftungsventils 34,
weswegen dieses in seine federbelastete Durchgangs- oder Durchlassstellung
umschaltet. Aufgrund dessen wird die pneumatische Leitung 6 mit
der Druckluftleitung 9 durch die Leitung 33 gekoppelt
und Druckluft kann aus dem Vorratsbehälter 3 durch die Druckluftleitung 9,
die Leitung 33 und die pneumatische Leitung 6 in
die Luftfederbälge 2 hineinströmen. Das
Niveau der Anhängerplattform wird
erhöht,
so lange das Handbetätigungsmittel 49 gedrückt ist
bzw. bis die Anhängerplattform
die mechanisch begrenzte maximale Höhe erreicht.
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Beim
Loslassen des Handbetätigungsmittels 49 wird
das federbelastete Betätigungsventil 50 umgeschaltet
und folglich die pneumatische Leitung 11 endseitig gesperrt
oder verschlossen. Weil dann die pneumatische Leitung 11 nicht
mehr entlüftet,
sondern über
die Druckluftleitung 9, die Drossel 38, die Leitung 14 und über das
Rückschlagventil 44 wieder belüftet wird,
kann sich am Steueranschluss 35 des Belüftungsventils 34 Druck
aus dem Vorratsbehälter 3 aufbauen
und es in Sperrstellung schalten, so dass die Verbindungsleitung 33 gesperrt
und das Heben der Anhangerplattform beendet wird. Damit ist der Betriebszustand „Stop” der Luftfederungseinrichtung 1 des
geparkten Anhängers
erreicht.
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Im
Betriebszustand „Stop”, in dem
weder ein Heben noch ein Senken der Anhangerplattform stattfindet,
befindet sich das Sperrventil 21 weiterhin in seiner druckbeaufschlagten
Sperrstellung, d. h. sein Steueranschluss 22 ist belüftet, weil
das an seinem Steuereingang 25 drucklose und federbelastete
Vorsteuerventil 24 die Leitung 23 auf die Leitung 9 durchgeschaltet
hält, so
dass Druckluft aus dem Vorratsbehälter 3 durch die pneumatische
Leitung 9 in die pneumatische Leitung 23 hineinströmen kann.
Das Einlassventil 34, das Auslassventil 36, das
Betätigungsventil 48 sowie
das Betätigungsventil 50 befinden
sich durch Rückstellfedern
in geschlossener Sperr- oder Ruhestellung, das Vorsteuerventil 24 in Durchlassstellung
vorgespannt. Somit sind bei dieser Ausführungsform die federbelasteten,
pneumatisch gesteuerten Ventile 24, 34, 36, 48, 50 derart
ausgeführt
und miteinander verschaltet, dass sich, ein Vorhandensein von Druck
im Vorratsbehälter 3 vorausgesetzt,
der Betriebszustand „Stop” automatisch
und ohne Zutun einer Bedienperson selbsttätig einstellt. Dieser Zustand
wird durch die Betätigung
der Taster 49 (Heben, Senken) pneumatisch überschrieben
und stellt sich nach Loslassen des jeweiligen Tasters 49 wieder
ein.
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Der
Betriebszustand „Senken” soll wiederum nur
bei stehendem oder geparktem, sich im Betriebszustand „Stop” befindlichen
Anhänger
möglich
sein, gleich ob dieser noch an das Zugfahrzeug angekoppelt ist oder
nicht. In diesem Betriebszustand wird das Niveau der Anhängerplattform
gesenkt.
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Hierzu
wird das Handbetätigungsmittel 49 des
Betätigungsventils 48 betätigt, wodurch
das Betätigungsventil 48 umgeschaltet
wird, um die pneumatische Leitung 12 ins Freie zu entlüften. Dadurch wird
der Luftdruck am Steuereingang 37 des Entlüftungsventils 36 vermindert,
weswegen dieses in Durchgangsstellung umschaltet, in welcher die
pneumatische Leitung 6 durch das Entlüftungsventil 36 hindurch
ins Freie entlüftet
wird, was bewirkt, dass Druckluft aus den Luftfederbälgen 2 herausströmt. Dabei
wird das Niveau der Anhängerplattform
vermindert, so lange das Handbetätigungsmittel 49 gedrückt ist
bzw. die Anhängerplattform
die mechanisch begrenzte minimale Höhe erreicht.
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Der
dann niedrige Druck in der Leitung 14 hält den Druck am Steueranschluss 25 des
Vorsteuerventils 24 niedrig, welches daraufhin federbelastet in
der Stellung verbleibt, in welcher die Leitung 23 mit der
Druckluftleitung 9 und damit mit dem Vorratsbehälter 3 in
Verbindung gebracht ist. Dadurch steht am Steueranschluss 22 des
Sperrventils 21 Vorratsdruck an, woraufhin dieses in seiner
Sperrstellung verbleibt. Damit bleiben die Luftfederbälge 2 von
der Niveauregeleinheit 5 abgekoppelt.
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Beim
Loslassen des Handbetätigungsmittels 49 wird
das Betätigungsventil 48 umgeschaltet
und die pneumatische Leitung 12 endseitig verschlossen oder
gesperrt. Die pneumatische Leitung 12 wird sodann durch
die Druckluftleitung 9, die Drossel 38, die Leitung 4 und
das Rückschlagventil 45 vom
Vorratsbehälter 3 mit
Druckluft befüllt,
wodurch sich der Luftdruck am Steueranschluss 37 erhöht und das
Entlüftungsventil 36 in
seine Sperrstellung umschaltet, was das Entleeren der Luftfederbälge 2 durch
die pneumatische Leitungen 6 und damit das Senken der Anhängerplattform
beendet. Damit ist wiederum der Betriebszustand „Stop” der Luftfederungseinrichtung 1 des
geparkten Anhängers
erreicht.
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Ausgehend
von diesem Betriebszustand „Stop” wird der
Zustand „Fahrt” eingestellt,
indem die Steuereinrichtung 55 durch ein elektrisches Signal den
Elektromotor 51 betätigt,
um das Sperrventil von der Sperrstellung in die Durchlassstellung
zu schalten, in welcher die Luftfederbälge wieder mit der Niveauregeleinheit
verbunden sind.
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- 1
- Luftfederungseinrichtung
- 2
- Luftfederbalg
- 3
- Vorratsbehälter
- 4
- Druckluftleitung
- 5
- Niveauregeleinheit
- 6
- pneumatische
Leitung
- 7
- Niveauregelventileinheit
- 9
- Druckluftleitung
- 10
- Handsteuereinheit
- 11
- pneumatische
Leitung
- 12
- pneumatische
Leitung
- 14
- pneumatische
Leitung
- 16
- Niveauregelventil
- 17
- Ventilschieber
- 18
- Anschluss
- 19
- Anschluss
- 20
- Leitungsverbindung
- 21
- Sperrventil
- 22
- Steueranschluss
- 23
- pneumatische
Leitung
- 24
- Vorsteuerventil
- 25
- Steuereingang
- 27
- Rückschlagventil
- 31
- Verbindungsleitung
- 32
- Rückschlagventil
- 33
- Verbindungsleitung
- 34
- Belüftungsventil
- 35
- Steueranschluss
- 36
- Entlüftungsventil
- 37
- Steueranschluss
- 38
- Drossel
- 44
- Rückschlagventil
- 45
- Rückschlagventil
- 48
- Betätigungsventil
- 49
- Handbetätigungsmittel
- 50
- Betätigungsventil
- 51
- elektrischer
Aktuator
- 52
- Mutter-Spindel-Trieb
- 53
- Spindel
- 54
- Mutter
- 55
- Steuereinrichtung
- 56
- Stößel