DE102007005939A1 - Tragbare Mehrzweckwaffe - Google Patents
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Abstract
Vorgeschlagen wird ein tragbares, rückstoßfreies bzw. rückstoßarmes Waffensystem (11), welches gegen statische und mobile Ziele wirksam ist und die bei Tag und Nacht eine vorzugsweise programmierbare leistungstarke Munition verschießen kann. Das Waffensystem (11) weist eine eigene Feuerleitung auf.
Description
- Insbesondere bedingt durch die neuerlichen Einsatzaufgaben von Soldaten in friedenserhaltenden Gebieten wird angestrebt, dem Soldaten eine Waffe zu konzipieren, die unterschiedlichen Einsätzen gerecht werden kann. Sie sollte mehrere Aufgaben lösen und gegen verschiedene Ziele einsetzbar sein. Auch steigt die Forderung, dass diese Waffen nachteinsatztauglich sein sollten.
- Hier stellt sich die Erfindung die Aufgabe, eine Waffe aufzuzeigen, die neben einer hohen Leistungsfähigkeit auch eine Mobilität der Soldaten/Benutzer gewährleistet.
- Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen aufgezeigt.
- Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, eine tragbare, rückstossfreie bzw. rückstossarme Waffe bzw. Waffensystem anzubieten, welches gegen statische und mobile Ziele wirksam ist (bei Tag und Nacht) und welches zudem eine programmierbare leistungsstarke Munition verschießen kann. Dazu weist das Waffensystem eine eigene Feuerleitung auf.
- Das Waffensystem ist zwar kaliberunabhängig, jedoch wird ein Kaliber von 30 mm sich schon deshalb anbieten, da bestehende intelligente Munitionen verwendet werden können und das Gewicht einer derartigen Waffe als akzeptabel erscheint.
- Die Waffe selbst besteht aus vorzugsweise 4 Hauptbestandteilen, einem Rohr (beispielsweise mit Zügen), einer Mündungsbremse mit Programmierungsanlage, einem Patronenlager mit mehreren Gasentnahmen, die durch die Anfangsbewegung des Geschosses geöffnet werden sowie einem Bodenteil, die Düse, Verschluss und Zündvorrichtung beinhalten. Das Patronenlager und das Bodenteil sind trennbar und erlauben, das Geschoss zu laden und die leere Hülse zu entfernen. Die Patronenhülse ist für die Gasentnahme nicht gebohrt, wodurch die Zündung der Treibladung nicht gestört wird. Die Gasentnahme ist so konzipiert, dass sie nicht vor der Geschossbewegung im Rohr geöffnet ist.
- Die Rückstoßfreiheit wird dadurch geschaffen, dass die Waffe spezielle Vorrichtungen aufweist, welche die Rückstoßkraft reduzieren. So wird eine Düse verwendet, die einen Teil der Treibladungsgase in bekannter Art und Weise in eine Gegenrücklaufkraft generiert. Zudem wird eine Mündungsbremse eingebunden, die selbst hoch effizient wirkt. Des Weiteren ist eine Rücklaufbremse vorgesehen. Die Düse hat in der Zone der Gasexpansion Vorrichtungen, die durch die Gasdynamik ein Moment erzeugen, welche das Rotationsmoment des Geschosses durch die Züge kompensieren.
- Die Tragbarkeit der Waffe wird unter anderem dadurch erreicht, dass die Rohr- und Mündungsbremsenmaterialien ein Verbund aus metallischen und nichtmetallischen Werkstoffen sind. Die Zerlegbarkeit der Waffe in seine Hauptelemente erlaubt eine mobile Mitnahme durch den Soldaten beispielsweise in einem Koffer.
- Der modulare Aufbau erlaubt somit differenzierte Leistungen.
- Dazu ist in der tragbaren Waffe eine Feuerleitung integriert. In der Waffenstruktur sind um die relevanten Achsen Sensoren angebracht. Mittels dieser und wenigstens einem Rechner (Feuerleitung) können im autonomen Mode oder im externen Mode Ziele akquiriert und bekämpft werden. Die Sensoren erlauben eine externe Zielzuweisung und das Vermessen der Visierlinie. Parallel zur Schussachse sind zudem ein Entfernungsmessgerät sowie ein optisches System eingebunden.
- Das Zielbild wird vorzugsweise auf einen Bildschirm an der Waffe übertragen und kann mit einer Zielmarke dargestellt werden. Während der Verfolgung werden die Vorhaltedaten zudem kontinuierlich beispielsweise extrapoliert, sodass ein so genanntes Memoschießen möglich ist.
- In Weiterführung ist vorgesehen, dass im Waffensystem ein Zeitlimit integriert ist, welches sicherstellt, dass die Vorhaltedaten nicht veraltern. Dazu wird beispielsweise nach Ablauf dieser Zeit eine Wiederholung der Verfolgungsphase verlangt. Sicherlich besteht die Möglichkeit, dieses Zeitlimit einerseits individuell oder automatisch vorzugeben. Aus sicherheitsrelevanten Gründen sollte jedoch vermieden werden, dieses Limit ganz ausschalten zu können.
- Der Abstand des Ausstoßpunktes der Subprojektile der Munition ist wie bekannt auch hier Ziel abhängig wählbar. Die Geschossprogrammierung erfolgt vorzugsweise automatisch durch das System, wozu die Vorhaltedaten und die variierbare Ausstoßentfernung vom Prozessor berücksichtig werden.
- Das Entfernungsmessgerät wird mit einer der beiden Hände bedient, die Schussauslösung dann mit der freien. Je nach Anforderung kann dabei die Waffe auf einen Links- bzw. Rechtshänder angepasst werden.
- Der Soldat hat in der Regel eine Trageweste und einen Helm. In diesen Fällen kann dann der Prozessor, ein Radioset sowie die elektrische Speisung für das Waffensystem in der Weste/Jacke untergebracht werden. Das Radio stellt via Daten- und Sprachübertragung die Kommunikation zwischen den Soldaten sicher. Ein GPS-Gerät sorgt für die Transformation der externen Zielzuweisungen in lokale Daten. Die Daten zur Programmierung des Geschosses oder auch meteorologische Daten können direkt über eine waffenfeste oder mobile Tastatur eingegeben werden. Der Helm ist bevorzugt mit einer Sprechanlage ausgerüstet und vorzugsweise mittels Kabelverbindung zusätzlich mit einem taktischen Bildschirm (möglich auch mit dem an der eigenen Waffe direkt oder kommunizierbar) verbunden.
- Diese tragbare Mehrzweckwaffe kann gegen Boden- und Luftbedrohungen eingesetzt werden. Sie kann harte als auch weiche Ziele punktuell oder gestreut bekämpfen, wobei die Einsatzdistanz auf stehende Ziele auch größer 2000 m und auf dynamische Ziele bis zu 1000 m gewählt werden kann. Das Einbinden eines bekannten Nachtsichtsystems (optisches System) ermöglicht den Tages- und den Nachteinsatz. Von keiner geringen Bedeutung ist nunmehr auch die Möglichkeit der Systemvernetzungen der tragbaren Waffensysteme der Soldaten, wobei insbesondere die Zieldaten aufeinander abgestimmt werden und auf die jeweilige Position der einzelnen Soldaten berücksichtigt werden können.
- Eine beispielsweise 30 mm Mehrzweckwaffe dieser Konzipierung ist somit in der Lage, ein Maschinengewehr, einen Granatwerfer (beispielsweise 40 mm), eine Antimaterial Riffle, eine RPG 7, eine 20 mm Flugkanone und/oder Manpads zu ersetzen.
- Anhand eines Ausführungsbeispiels mit Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert werden.
- Es zeigt:
-
1 eine perspektivische Darstellung des Waffensystems, -
2 eine zum Waffensystem zugehörige Weste oder dergleichen, -
3 eine Darstellung der Waffe als Bestandteil des Waffensystems, -
4 eine vergrößerte Darstellung des Überganges zwischen Patronenlager und Waffenrohr. - Mit
1 ist ein, auch in Funktion von einer Person tragbares Waffensystem gekennzeichnet, welches in1 teilweise dargestellt, aus einer Waffe2 mit Waffenrohr3 und beispielsweise Zügen3a (4 ), einer Mündungsbremse4 mit Programmierung4a bestehen kann. Dem Waffenrohr3 schließt sich am hinteren Ende ein Patronenlager5 mit einem Bodenteil6 und einem Verschluss mit Zündeinrichtung6a sowie einer Düse6b an. Um das Waffenrohr3 angebracht ist eine Rücklaufbremse7 . Diese dient zusammen mit der Düse4b und der hocheffizienten Mündungsbremse4 zur Reduzierung der Rückstoßkraft der Waffe2 . - Das Patronenlager
5 weist vorzugsweise mehrere Gasentnahmen8 (4 ) auf, welche durch die Anfangsbewegung eines hier nicht näher dargestellten Geschosses10 in Funktion des Waffensystems1 geöffnet werden. - Das Patronenlager
5 und der Bodenteil6 sind trennbar, wodurch das Geschoss10 an dieser Stelle dem Patronenlager5 zugeführt werden kann. - Die Düse
6b weist in der Zone der Gasexpansion Vorrichtungen9 auf, die durch die Gasdynamik ein Moment erzeugen, welches das Rotationsmoment des Geschosses10 durch die Züge3a kompensieren. - In der Waffenstruktur
11 des Waffensystems1 sind um die relevanten Achsen Sensoren12 eingebunden, die einerseits eine externe Zielzuweisung erlauben und andererseits die Dynamik der Visierlinie13 vermessen können. Vorzugsweise parallel zur Schiessachse (Rohrachse) sind wenigstens ein Entfernungsmessgerät14 und/oder ein optisches System15 integriert. - Das Zielbild kann auf einem an der Waffe
2 angebrachten klappbaren Bildschirm16 übertragen und mit einer Zielmarke17 verfolgt werden. So kann der Vorhaltepunkt auf dem Bild schirm16 beispielsweise durch Verschiebung der Zielmarke17 dargestellt werden. Die Vorhaltedaten werden kontinuierlich extrapoliert, wodurch ein so genanntes Memoschießen möglich ist. Insbesondere aus genauigkeitsrelevanten Gesichtspunkten sollte sichergestellt werden, dass die Vorhaltedaten nicht veralten. - Da es sich bei dem zu verschießenden Geschoss
10 um eine intelligente Munition handelt, kann beispielsweise der Abstand des Ausstoßpunktes der Subprojektile abhängig vom Ziel ausgewählt werden (Scolable termial energy and effect an the Forget). Die Geschossprogrammierung erfolgt vorzugsweise automatisch. Dabei werden unter anderem die Vorhaltdaten und die Ausstoßentfernung vom Systemprozessor18 berechnet und der Waffe2 bzw. dem Geschoss10 als Daten bereitgestellt. Weitere Daten können auch extern einprogrammiert werden (wird noch ausgeführt). - Bestandteil des Waffensystems
1 sind neben der Waffe2 eine Weste20 (oder anderes Bekleidungsstück des Bedieners des Waffensystems1 ) sowie ein Helm oder eine Art von Kopfbedeckung21 . In der Weste20 kann dann der Prozessor18 integriert werden. Des Weiteren ist vorgesehen, in die Weste20 ein Radioset22 sowie die elektrische Speisung23 für das Waffensystem1 unterzubringen. - Das Radioset
22 , hier bestehend aus einem Radio22a und einem GPS-Gerät22b , stellen dabei die Kommunikation zum Verbundnetz sicher bzw. dienen zur Transformation der externen Zielzuweisung in lokale Daten des Waffensystems1 . Das Visier (16 ) zeigt durch das optische System Bewegungsrichtungsbefehle zur Zielakquisition. - Die weiteren Daten zur Programmierung des Geschosses
10 oder auch die meteorologischen Daten können direkt über eine waffenfeste23 und/oder eine mobile24 Tastatur eingeben werden. - Der Helm
21 kann zudem mit einer Sprechanlage ausgerüstet sein. Über Kabel aber auch kabellos kann eine Verbindung mit einem möglicherweise auch zusätzlichen Bildschirm25 hergestellt werden. Dieser kann auch im Helm21 integriert sein. - Es versteht sich, dass die elektrischen Bauteile des Waffensystems
1 so miteinander verbunden sind, dass die Versorgung mit Strom/Spannung26 als auch deren Funktion innerhalb des Waffensystems1 sichergestellt sind. Dazu sind alle miteinander zumindest verkabelt oder dergleichen.
Claims (10)
- Von einer Person tragbares Waffensystem (
1 ), bestehend aus – einer Waffe (2 ) mit Waffenrohr (3 ), – einer Mündungsbremse (4 ) vorzugsweise mit Programmierung (4a ), – einem dem Waffenrohr (3 ) sich am hinteren Ende anschließenden Patronenlager (5 ), – einem davon trennbaren Bodenteil (6 ) mit einem Verschluss mit Zündeinrichtung (6a ) und einer Düse (6b ), – einer um das Waffenrohr (3 ) angebrachten Rücklaufbremse (7 ), die zusammen mit der Düse (4b ) und der hocheffizienten Mündungsbremse (4 ) zur Reduzierung der Rückstoßkraft der Waffe (2 ) dient, – einer Waffenstruktur (11 ) oder Waffengehäuse, – einer im Waffensystem (1 ) und speziell an der Waffenstruktur (11 ) integrierten Feuerleitung, die eine Zielzuweisung erlaubt und – einer Kommunikationsschnittstelle (30 ,31 ) zwischen der Person und der Feuerleitung der Waffe (1 ). - Waffensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Feuerleitung Sensoren (
12 ) umfasst, die um relevante Achsen an der Waffenstruktur (11 ) angeordnet sind. - Waffensystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Entfernungsmessgerät (
14 ) sowie ein optisches System (15 ) parallel zur Rohrachse angebracht sind. - Waffensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Feuerleitung einen Prozessor (
18 ) umfasst, in welchem Vorhaltedaten und Ausstoßentfernung eines zu verschießenden Geschosses (10 ) errechnet werden. - Waffensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zielbild auf einem an der Waffenstruktur (
11 ) befestigbaren Bildschirm (16 ) übertragen und mittels einer Zielmarke (17 ) verfolgt werden kann. - Waffensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine waffenfeste Tastatur (
23 ) vorhanden sein kann. - Waffensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kommunikationsschnittstelle (
31 ) in einer Weste (20 ) oder dergleichen sowie einem Helm (21 ) oder einer ähnlichen Kopfbedeckung integrierbar ist. - Waffensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass an der Kommunikationsschnittstelle (
31 ) ein Radioset (22 ) angeschlossen werden kann, welches aus wenigstens einem Radio (22a ) und/oder GPS-Gerät (22b ) besteht. - Waffensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine mobile Tastatur (
24 ) sowie ein Bildschirm (25 ) an der Kommunikationsschnittelle (30 ) anschließbar sind. - Waffensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die mobile Stromversorgung (
26 ) in/an der Weste (20 ) untergebracht ist.
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