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Die
Erfindung betrifft ein Koagulationssystem zur Koagulation von organischen
Geweben.
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Die
Lichtkoagulation wurde erstmals Ende der 40er Jahre durch das fokussierte
Licht einer axialen Hochdrucklampe zur Behandlung verschiedener Erkrankungen
der Netzhaut – beispielsweise der diabetischen Retinopathie – eingesetzt.
Durch Absorption des Laserstrahls insbesondere im Pigmentepithel, einer
in der Netzhaut liegenden, einen dunklen Farbstoff, insbesondere
Melanin tragenden Schicht, wird die Netzhaut erwärmt und
koaguliert. Dadurch wird der Stoffwechsel auf die noch gesunden
Bereiche der Netzhaut fokussiert. Außerdem werden biochemische
Kofaktoren stimuliert. Der Krankheitsverlauf wird so deutlich verlangsamt
oder gestoppt.
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In
der
DE 30 24 169 ist
ein Verfahren zum Betreiben eines Fotokoagulators für biologisches
Gewebe beschrieben. In der
DE
39 36 716 ist eine Vorrichtung zur thermischen Veränderung
von biologischem Gewebe beschrieben.
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Nachteilig
bei den in den beiden Druckschriften beschriebenen Vorrichtungen
ist jedoch, dass bei deren Anwendung erhaltungswürdiges
Gewebe, insbesondere die in Strahlrichtung vor dem retinalem Pigmentepithel
befindliche Photorezeptorenschicht zerstört wird. Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Koagulationssystem
zur Koagulation von organischen Geweben bereitzustellen, das die Zerstörung
erhaltungswürdigen Gewebes minimiert.
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Die
Aufgabe wird gelöst durch ein Koagulationssystem zur Koagulation
von organischen Geweben, insbesondere der Retina, aufweisend einen
Laser, einen Detektor, eine Steuerungseinrichtung und einen Unterbrecher,
wobei der Laser eingerichtet ist, einen Arbeitsstrahl zu emittieren,
der Detektor einen Dimensionsmesser aufweist und eingerichtet ist,
ein Signal zu detektieren und die Detektion eines Signals an die
Steuerungseinrichtung weiterzuleiten, die Steuerungseinrichtung
eingerichtet ist, einen Unterbrecher zu aktivieren, der Unterbrecher
eingerichtet ist, das Emittieren von Strahlung mit mindestens einer
Wellenlänge des Arbeitsstrahls des Lasers zu unterbrechen,
und das Signal zu einem Koagulationsgrad oder Veränderungsgrad
des Gewebes korrespondiert. Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung eingerichtet,
den Unterbrecher zu schalten, wenn die Detektorsignale vorgegebene
Grenzwerte überschreiten.
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Bevorzugt
werden Argonlaser, Dioden-Laser, diodengepumpte Festkörperlaser,
diodengepumpte Halbleiterlaser, frequenzverdoppelte Nd:YAG-Laser,
etc. eingesetzt. Die Laser können gepulst oder als CW-Laser
eingesetzt werden. Daneben sind auch weitere Lichtquellen denkbar,
wie beispielsweise fokussiertes Licht einer Xenonlampe, von Licht
emittierenden Dioden (LED's), Superlumineszenzdioden (SLD's), etc.
Vorzugsweise werden Lasersysteme, besonders bevorzugt Multilängensysteme
eingesetzt, die eingerichtet sind, Wellen mit grüner, gelber,
roter und infraroter Wellenlänge zu emittieren. Zur Koagulation
insbesondere eingesetzte Wellenlängen liegen im grünen
Wellenlängenbereich (514 nm, 532 nm) wo die vergleichsweise höchste
Absorption des Photopigmentes Melanin vorliegt oder im gelben Spektralbereich
(561–580 nm) wo die Absorption des Blutfarbstoffes Hämoglobin
maximal ist. Für Koagulationen hoher Eindringtiefe nutzt
man rote Wellenlängen (630–690 nm) oder infrarote
Wellenlängen wie z. B. 810 nm.
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Als
Detektor ist jede Einrichtung geeignet, die das Vorhandensein von
Strahlung erfassen kann. Vorzugsweise ist der Detektor geeignet,
Strahlungsdichte und/oder Strahlungsrichtung und/oder eine Wellenlänge
der Strahlung festzustellen. Vorzugsweise ist der Detektor ein Smartsensor,
der einen Mikroprozessor aufweist. Vorzugsweise wird als Detektor
eine Fotozelle, eine Fotodiode oder ein Fotomultiplier, besonders
be vorzugt ein Halbleiterdetektor, vorzugsweise aus Silizium oder
Germanium, wie beispielsweise ein Charge-coupled Device, besonders bevorzugt
ein Bolometer oder Pyrometer, eingesetzt. Die Detektoren sind vorzugsweise
in einem Detektionssystem angeordnet. Vorzugsweise ist das Detektionssystem
ein Interferometer.
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Als
Steuerungseinrichtung ist jede Einrichtung geeignet, die ein Gerät
abhängig von einer Eingangsgröße steuern
kann. Die Steuerung weist vorzugsweise sowohl mindestens eine Eingabe-
als auch mindestens eine Ausgabeschnittstelle auf. Vorzugsweise
ist die Steuerung programmierbar. Vorzugsweise wird eine verbindungsprogrammierte Steuerung,
besonders bevorzugt eine speicherprogrammierte Steuerung, eingesetzt.
Vorzugsweise weist die Steuerung eine Prozessorarchitektur auf.
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Als
Unterbrecher ist jede Einrichtung geeignet, die dazu eingerichtet
ist, den Arbeitsstrahl eines Lasers ganz oder teilweise zu unterbrechen.
Vorzugsweise wird als Unterbrecher eine Einrichtung eingesetzt,
die den Laser abschaltet. Besonders bevorzugt wird eine Blende eingesetzt,
die geeignet ist, den Arbeitsstrahl eines Lasers zu begrenzen oder
zu unterbrechen. Dazu wird die Blende vorzugsweise in einem Bereich
positioniert, durch den Laserstrahl hindurchgeht. Besonders bevorzugt
wird als Unterbrecher ein Filter eingesetzt. Zum Unterbrechen ist der
Filter vorzugsweise in den Arbeitsstrahl führbar. Der Filter
unterbricht insbesondere nur einen Teil des Arbeitsstrahls, vorzugsweise
unterbricht der Filter nur Wellen des Arbeitsstrahls, die eine bestimmte Länge
aufweisen, besonders bevorzugt unterbricht der Filter den Arbeitsstrahl
vollständig.
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Der
Unterbrecher ist vorzugsweise eingerichtet, die Emission einzelner
Wellen mit bestimmten Wellenlängen eines Lasers bzw. Lasersystems,
der bzw. das vorzugsweise Wellen mit Wellenlängen im sichtbaren
Bereich, besonders bevorzugt Wellen mit Wellenlängen im
Infrarotbereich emittiert, zu unterbre chen. Vorzugsweise werden
dabei Wellen mit Wellenlängen im sichtbaren Bereich, besonders
bevorzugt Wellen mit Wellenlängen im Infrarotbereich unterbrochen.
Besonders bevorzugt ist der Unterbrecher auch dazu eingerichtet,
Wellen unabhängig von einer detektierten Koagulation zu
unterbrechen. So können patientenindividuell vorgewählte
Koagulationszeiten mit Hilfe des Unterbrechers auch serienhaft geschaltet
werden.
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Dadurch
wird vorzugsweise während der Bestrahlung die Intensität
von Wellen mit bestimmten Wellenlängen, mit denen die organischen
Gewebe bestrahlt werden, geändert. Besonders bevorzugt wird
die Emission von Wellen, die eine bestimmte Wellenlänge,
oder eine von mehreren bestimmten Wellenlängen aufweisen, über
die gesamte Bestrahlungsdauer unterbrochen. So wird es ermöglicht,
die Bestrahlung in Abhängigkeit des Detektionssignals zu
stoppen. Außerdem ist es möglich, die Bestrahlung
zeitabhängig zu verändern. Dadurch wird insbesondere
die Eindringtiefe der Strahlung gesteuert. Auf diese Weise ist es
möglich, das Gewebe über die Bestrahlungsdauer
hinweg gezielt jeweils mit den Wellenlängen zu bestrahlen,
die zur Hervorrufung einer Koagulation und zur Vermeidung einer
Schädigung des umliegenden Gewebes am besten geeignet sind.
Vorzugsweise wird die Emission von Strahlung mit Wellenlängen
im Infrarotbereich unterbrochen, um ein Eindringen in die Tiefe
des Gewebes zu begrenzen. Infrarotstrahlung weist Wellenlängen
von 780 nm bis 1 mm auf.
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Der
Arbeitsstrahl ist vorzugsweise parallel, besonders bevorzugt gebündelt.
Der Arbeitsstrahl ist vorzugsweise unpolarisiert, besonders bevorzugt
polarisiert. Ein polarisierter Arbeitsstrahl ist elliptisch, vorzugsweise
zirkular, besonders bevorzugt linear. Der Arbeitsstrahl weist eine
Wellenlänge, bevorzugt mehrere unterschiedliche Wellenlängen
auf. Diese Wellenlängen liegen vorzugsweise im sichtbaren und/oder
Infrarotbereich.
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Als
Dimensionsmesser kann jede Einrichtung eingesetzt werden, die eingerichtet
ist, um Dimensionen bzw. entsprechende Wirkungen der Strahlungseinwirkung
zu messen. Vorzugsweise ist der Dimensionsmesser eingerichtet, die
Wirkung der applizierten Strahlung zu bewerten. Vorzugsweise wird
ein Messmikroskop, besonders bevorzugt eine interferometische Einrichtung,
eine konfokale Einrichtung oder eine Optische Kohärenztomographie-Einrichtung
bzw. OCT-Einrichtung eingesetzt. Die OCT-Einrichtung arbeitet vorzugsweise
nach dem „time domain Prinzip", besonders bevorzugt nach
dem „spectral domain (Fourier) Prinzip". Eine interferometrische
Einrichtung ist jede Einrichtung, durch die ein Interferenzmuster
erzeugbar ist. Als interferometrische Einrichtung wird ein Twyman-Green-Interferometer,
vorzugsweise ein Mach-Zehnder-Interferometer, besonders bevorzugt ein
Fabry-Pérot-Interferometer oder ein Michelson-Interferometer
eingesetzt. Als konfokale Einrichtung wird vorzugsweise eine Einrichtung
eingesetzt, die ein Objektiv zum Fokussieren von Licht in die Probe
aufweist. Besonders bevorzugt weist die konfokale Einrichtung eine
Lichtquelle, einen Strahlteiler und zwei Lochblenden auf. Vorzugsweise
wird Licht aus der Lichtquelle durch die Lochblende, den Strahlteiler und
das Objektiv in die Probe geleitet, und von dort durch das Objektiv
wieder auf den Strahlteiler und die Lochblende geleitet. Als OCT-Einrichtung
wird vorzugsweise eine Einrichtung eingesetzt, die eine Lichtquelle,
einen Strahlteiler, einen Messarm, einen Referenzarm mit Spiegel
und einen Detektor aufweist. Vorzugsweise werden durch den Strahlteiler Strahlen
der Lichtquelle zu dem Spiegel, dem Messarm und dem Detektor geleitet.
Dabei wird vorzugsweise die Laufzeit des Lichts auf dem Referenzarm und
dem Messarm verglichen. Besonders bevorzugt wird die Interferenz
der einzelnen spektralen Komponenten erfasst. Als Lichtquelle bzw.
Strahlungsquelle werden vorzugsweise Lichtquellen eingesetzt, die eine
kurze Kohärenzlänge bereitstellen. Vorzugsweise
werden breitbandige Superlumineszenzdioden, fs-Laser oder sweptsource
Systeme eingesetzt. Ein OCT-Signal beruht vorzugsweise auf Streuung,
besonders bevorzugt auf Absorption.
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Das
Signal ist insbesondere reflektiert und/oder gestreut, vorzugsweise
fluoreszierend und besonders bevorzugt thermisch oder akustisch
generiert. Das Signal entsteht vorzugsweise durch die Überschreitung
eines Grenzwertes für bestimmte Eigenschaften der von dem
organischen Gewebe zurückgeworfenen Strahlung. Vorzugsweise
ist das Signal das Überschreiten eines bestimmten Helligkeitswertes
oder eines Wertes für die Streuung, besonders bevorzugt
das Überschreiten eines bestimmten Temperaturwertes, eines
akustischen Druckgradienten oder einer Wellenlänge.
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Wellen
sind hier sich ausbreitende Schwingungen. Vorzugsweise sind sie
Stoßwellen, besonders bevorzugt periodische Wellen.
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Die
Wellenlänge ist hier der kleinste Abstand zweier Punkte
gleicher Phase einer Welle. Die beiden Punkte gleicher Phase haben
im zeitlichen Ablauf die gleiche Auslenkung und die gleiche Bewegungsrichtung.
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Der
Veränderungsgrad des Gewebes entspricht vorzugsweise einer Änderung
der spektralen Eigenschaften (Farbänderung) oder einer Änderung der
mechanischen Eigenschaften wie beispielsweise Härte oder
Elastizität, besonders bevorzugt einer Temperaturänderung
des Gewebes oder deren akustischer Effekte.
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Vorzugsweise
weist der Laser einen Taktgeber zum Takten des Arbeitsstrahls über
einen Zeitraum, der zwischen 10 ms und 10.000 ms liegt, auf. Besonders
bevorzugt werden Taktgeber bzw. schnelle Schalter für Emissionsdauern
im Bereich von 0,1 μs bis 10 ms eingesetzt. Vorzugsweise
wird als Taktgeber die elektrische Schaltung der Pumpenergie zur Taktung
oder schnellen Schaltung der Laseremission genutzt. Besonders bevorzugt
werden elektromechanische, akustooptische (Bragg-Zellen) oder elektrooptische
Schalter (Pockels-Zellen) zur Unterbrechung des resonatorinternen
oder resonatorexternen Strahlenganges eingesetzt.
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Getaktete
Leistung bedeutet hier, dass in wiederkehrenden gleichen Zeitabständen
eine bestimmte Leistung abgegeben wird. Dabei ist vorzugsweise auch
der Zeitraum, in dem die Leistung abgegeben wird jeweils gleich.
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Bei
der traditionellen Laserkoagulation setzt man vorzugsweise voreingestellte
Bestrahlungszeiten im Zeitbereich von vorzugsweise 10 ms bis 10 000
ms besonders bevorzugt ca. 100 ms ein. Dabei wird der Puls vorzugsweise
im Einzelschußbetrieb vom Arzt zur Emission ausgelöst,
wenn er mit Hilfe des Zielstrahles die Position am Augenhintergrund gefunden
hat. Bei der schonenderen Selektiven Retina Therapie (SRT) setzt
man vorzugsweise Pulslängen im Bereich von 0,1 μs
bis ca 10 ms, besonders bevorzugt 1–5 μs ein.
Die Bestrahlungszeiten sind ebenfalls fest voreingestellt. Dabei
wird der Puls im Einzelschußbetrieb vom Arzt zur Emission
ausgelöst, wenn er ebenfalls mit Hilfe des Zielstrahles
die Position am Augenhintergrund gefunden hat.
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Während
der Arzt bei der traditionellen Laserkoagulation auch bei Nachuntersuchungen
visuell leicht die gesetzten Koagulationsherde erkennen kann, ist
dies bei einer schonenden SRT-Behandlung nur noch in einem Angiografiebild
möglich. Im Farbbild einer normalen Spaltlampendiagnose
mit Kontaktglas oder einer Funduskamera ist keine ausreichende Sichtbarkeit
vorangegangener Behandlungsareale erkennbar.
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Der
Laser weist vorzugsweise einen Pulsgeber zum Pulsen des Arbeitsstrahls
mit einer Pulsdauer zwischen 2 und 10 μs, vorzugsweise
zwischen 3 und 7 μs, besonders bevorzugt 5 μs
auf.
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Als
Pulsgeber wird vorzugsweise ein Dämpfer in den optischen
Resonator eingesetzt. Besonders bevorzugt wird als Pulsgeber ein
akustooptischer Modulator oder ein sättigbarer Absorber
eingesetzt.
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Der
Dämpfer der in den Resonator eingesetzt wird, verhindert
im eingeschalteten Zustand, dass Licht, das emittiert wird, zurückgeworfen
wird. Dadurch wird keine Strahlung abgegeben.
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Als
akusto-optischer Modulator wird vorzugsweise ein Schalter eingesetzt,
der sehr schnell (< 10
ns) zwischen Blockieren und Durchlassen schalten kann. Vorzugsweise
wird in einem transparenten Festkörper ein optisches Gitter
erzeugt, an dem der Lichtstrahl gebeugt wird. Besonders bevorzugt
werden die dafür verantwortlichen Schallwellen über
den Piezoeffekt elektrisch erzeugt. Dadurch ist eine sehr rasche
elektrische Beeinflussung des Lichtstrahls möglich.
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Als
sättigbarer Absorber wird vorzugsweise ein Material, das
für die gewünschte Wellenlänge einen Übergang
besitzt, dessen Grundzustand normalerweise besetzt ist, eingesetzt.
Im Laser eingebaut absorbiert dieses Material vorzugsweise einen
Teil der Laserstrahlung. Gerät der Absorber in die Sättigung,
sind also viele Zustände angeregt, sinkt vorzugsweise die
Absorption, die Güte des Resonators übersteigt
die Laserschwelle und es tritt für kurze Zeit Laseraktivität
ein.
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Die
Pulsdauer ist der Zeitraum, in dem Strahlung abgegeben wird. Vorzugsweise
beginnt dieser Zeitraum mit dem Einsetzen einer Strahlungserhöhung
und endet, wenn keine Strahlung mehr emittiert wird. Die Pulsdauer
beträgt 10 bis 10000 ms, vorzugsweise 1 bis 10 μs,
besonders bevorzugt 1 ms.
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Vorzugsweise
weist der Laser eine Eigenschaftssteuerung zur Emission einer Strahlung
im Wellenlängenbereich von 500–1064 nm auf.
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Als
Eigenschaftssteuerung wird vorzugsweise ein Resonator, besonders
bevorzugt in Kombination mit einer Temperaturregeleinrichtung oder
einem elektrischen Strom eingesetzt.
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Durch
die Temperatur und/oder den Strom wird eine optische Wellenlänge
des Resonators eingestellt, die die Wellenlänge der Welle
bestimmt.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform ist das Signal durch
den Arbeitsstrahl erzeugbar. So wird auf einfache Weise ein Signal
erzeugt. Außerdem wird das Signal unmittelbar durch den
Strahl, der auch die Koagulation bewirkt, erzeugt.
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Das
Signal wird hier vorzugsweise durch Reflexion von dem organischen
Gewebe und/oder Streuung des Arbeitsstrahls zu dem Detektor geleitet.
Durch die Veränderung des organischen Gewebes bei der Koagulation
wird vorzugsweise die Art und Weise der Reflexion und/oder Streuung,
besonders bevorzugt mindesten eine Eigenschaft des reflektierten
und/oder gestreuten Strahls, geändert.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Signal
durch einen Hilfsstrahl erzeugbar. Dadurch wird das Signal vorzugsweise
unabhängig von dem Arbeitsstrahl erzeugt. Außerdem
ist es bei Verwendung einer Strahlung als Signal möglich,
die Richtung des Signals festzulegen. Weiterhin können durch
die Eigenschaften des Hilfsstrahls die Eigenschaften des Signals
festgelegt werden. Hier ist keine Begrenzung auf die Eigenschaften
des Arbeitsstrahls erforderlich. Es können andere Wellenlängen und/oder
Amplituden und/oder Frequenzen benutzt werden.
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Ein
Hilfsstrahl ist ein Strahl, der vorzugsweise ausschließlich
zur Erzeugung des Signals genutzt wird.
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Vorzugsweise
ist der Hilfsstrahl durch eine andere Quelle als der Arbeitsstrahl
erzeugbar. Dadurch ist es möglich, den Hilfsstrahl unabhängig
von dem Arbeitsstrahl zu erzeugen. Es ist möglich, den Hilfsstrahl
zu erzeugen, ohne dass ein Arbeitsstrahl vorhanden ist oder umgekehrt.
Außerdem bestehen so besonders große Freiheiten
bei der Festlegung der Eigen schaften des Hilfsstrahls. Die Eigenschaften
des Hilfsstrahls können besonders gezielt festgelegt werden.
So können sowohl die Richtung des Hilfsstrahls als auch
dessen Wellenlänge oder eine Zusammensetzung von Wellen
aus verschiedenen Wellenlängen, Amplitude und Frequenz
unabhängig festgelegt werden.
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Als
Quelle kann jeder Gegenstand eingesetzt werden, der Wellen oder
Teilchen aussendet. Vorzugsweise werden Lichtquellen, wie Lampen,
besonders bevorzugt Laser eingesetzt.
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Vorzugsweise
ist das Signal ein durch Streuung und/oder Reflexion und/oder Fluoreszenzanregung
und/oder thermische Anregung erzeugbares Signal. Dadurch kann das
Signal auf einfache Weise erzeugt werden. Das Signal wird unmittelbar
durch die Veränderungen des organischen Gewebes erzeugt.
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Streuung
ist die Ablenkung des Strahls durch Wechselwirkung mit anderen Objekten.
Sie wird hier insbesondere durch die Linse, den Glaskörper und/oder
die Netzhaut erzeugt. Eine Veränderung in einem dieser
Objekte erzeugt vorzugsweise eine Änderung der Streuung.
Vorzugsweise wird eine Änderung der Streuung durch eine Änderung
an der Netzhaut, insbesondere im Zielareal der therapeutischen Laserstrahlung
als Signal genutzt.
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Reflexion
ist das Zurückwerfen einer Welle von einer Oberfläche.
Auch an der Grenzschicht zweier Medien mit stark unterschiedlichen
Wellenwiderständen kommt es zu Reflexionen. Die Reflexion ist
hier vorzugsweise diffus, besonders bevorzugt gerichtet. Bei einer
gegen die Wellenlänge kleinen Unebenheit der Oberfläche
bzw. Grenzschicht wird eine gerichtete Reflexion erreicht, andernfalls
ist die Reflexion diffus. Vorzugsweise wird das Signal hier durch
Reflexion an der Retina erzeugt. Eine Veränderung der Retina
bzw. ihrer Oberfläche ändert vorzugsweise die
Eigenschaften des reflektierten Strahls. Durch eine Änderung
der Rauhigkeit und/oder Geometrie der Oberfläche der Retina
wird die Richtung der Reflexion beeinflusst. Durch die Änderung
des Gewebes der Retina werden vorzugsweise Eigenschaften des reflektierten
Strahls, wie beispielsweise die Wellenlänge oder Amplitude,
verändert.
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Bei
der Fluoreszenzanregung werden Objekte mit Strahlen von bestimmten
Wellenlängen bestrahlt. Dies führt dazu, dass
die bestrahlten Objekte zu einer Fluoreszenzstrahlung angeregt werden. Durch
die Veränderung der Retina bei der Koagulation wird vorzugsweise
auch deren Fluoreszenzstrahlung verändert. Aus der Veränderung
der Fluoreszenzstrahlung lässt sich der Koagulationsgrad
bestimmen. Das Signal wird vorzugsweise durch das Überschreiten
einer Intensität oder Eigenschaft der Fluoreszenzstrahlung
erzeugt.
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Durch
thermische Anregung wird vorzugsweise Licht abgegeben. Beim Erhitzen
emittieren Körper Licht. Unter bestimmten Voraussetzungen zeigen
Festkörper bereits bei tieferen Temperaturen zusätzliche
Lichtemissionen. Diese zusätzliche Strahlung tritt nur
bei erstmaligem Erhitzen auf. Besonders bevorzugt wird Gewebe durch
thermische Einflussnahme verändert. Diese Veränderungen
sind vorzugsweise optisch erkennbar, besonders bevorzugt durch akustische
Auswirkungen ermittelbar. Das Signal wird jeweils durch die Überschreitung
eines Grenzwertes für eine bestimmte Eigenschaft erzeugt.
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Vorzugsweise
weist der Arbeitsstrahl und/oder Hilfsstrahl Wellen mit einer Wellenlänge
im VIS-Spektralbereich und/oder IR-Spektralbereich auf.
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Dadurch
können die Eigenschaften des Arbeitsstrahls bzw. des Hilfsstrahls
gezielt gesteuert werden. Besonders bevorzugt weist der Arbeitsstrahl Wellen
mit einer Wellenlänge sowohl im VIS-Spektralbereich als
auch im IR-Spektralbereich auf. Dadurch kann ein Eindringen der
Wellen in die Tiefe der Retina erzeugt werden und die Bestrahlung
der Retina über deren Tiefe gezielt vorgenommen werden. Besonders
bevorzugt weist der Hilfsstrahl Wellen mit einer Wellenlänge
im VIS- Spektralbereich und nicht im IR-Spektralbereich auf. Dadurch
wird verhindert, dass der Hilfsstrahl in die Retina eindringt und
durch Wellen mit Wellenlängen im IR-Spektralbereich die Retina
unnötig aufgeheizt wird.
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Der
VIS-Spektralbereich weist Wellen mit Wellenlängen von 380
bis 750 nm auf. Der IR-Spektralbereich umfasst Wellen mit Wellenlängen
von 780 nm bis 1 mm.
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Durch
den Dimensionsmesser ist vorzugsweise eine lateral und/oder in Tiefenrichtung
definierte Behandlungszone scanbar. Dadurch kann der Zustand des
Gewebes in jedem Bereich der Behandlungszone bestimmt werden. Beim
Scannen wird die Behandlungszone berührungsfrei abgetastet,
vorzugsweise werden Messwerte aufgenommen und besonders bevorzugt
abgespeichert.
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Vorzugsweise
weist der Dimensionsmesser einen OCT Detektor auf.
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Als
OCT Detektor wird vorzugsweise ein Detektor eingesetzt, bei dem
zeitlich kurzkohärentes Licht mit Hilfe eines Interferometers
vorzugsweise eines Michelson-Interferometers zur Entfernungsmessung
genutzt wird. Das Michelson-Interferometer weist vorzugsweise einen
Strahlteiler bzw. halbdurchlässigen Spiegel auf, in dem
Strahlung aufgespalten und wieder vereinigt wird. Vorzugsweise wird ein
Photodetektor, besonders bevorzugt ein Zeilensensor eingesetzt.
Vorzugsweise wird bei der Entfernungsmessung ein time- oder ein
spectral-domain bzw. frequency-domain Verfahren eingesetzt.
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Der
Dimensionsmesser weist vorzugsweise einen konfokalen Detektor auf.
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Als
konfokaler Detektor wird vorzugsweise ein Detektor mit einer Lichtquelle,
zwei Lochblenden, einem Strahlteiler und einem Objektiv eingesetzt. Das
Anregungslicht wird durch eine der Lochblenden, den Strahlteiler
und das Objektiv in die Probe hineinfokussiert. Dieses Anregungslicht
wird vorzugsweise von der Probe reflektiert und auf eine Lochblende
abgebildet. Hinter der Lochblende befindet sich vorzugsweise eine
Auswerteeinheit. Vorzugsweise wird das durch die Lochblende hindurchtretende
Licht ausgewertet. Vorzugsweise wird die Probe abgerastert und aus
den Ergebnissen ein Bild zusammengesetzt.
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Der
konfokale Detektor ist in dem erfindungsgemäßen
Koagulationssystem dazu eingerichtet, auf ein Behandlungsareal des
retinalen Gewebes ausgerichtet zu werden. Ein Detektionssignal,
welches durch einen einzelnen Photodetektor registriert wird und
von der Streuung bzw. Absorption in diesem Punkt direkt abhängt,
ist erfindungsgemäß nutzbar, um den Koagulationsfortschritt
online zu bewerten. Eine Änderung des Detektionssignals
kann somit direkt dem Koagulationsfortschritt zugeordnet werden. Entspricht
die Änderung des Detektionssignales einem vorbestimmten
Wert, der dem gewünschten Koagulationsgrad entspricht,
kann online die Laserexposition des retinalen Gewebes gestoppt werden.
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Vorzugsweise
weist der Dimensionsmesser einen konfokalen OCT Detektor auf. Es
ist vorzugsweise vorgesehen, einen konfokalen Detektor und einen
OCT Detektor kombiniert zu nutzen, um die Signifikanz des Signals
zu erhöhen, also das Signal-Rausch-Verhaltnis zu verbessern.
In dieser konfokalen OCT-Anordnung ist die Änderung des
Detektionssignales ebenfalls bewertbar und zur online Abschaltung
der Laserexposition des retinalen Gewebes nutzbar.
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Vorzugsweise
weist der Dimensionsmesser ein Laservibrometer auf. Mit Hilfe eines
Laservibrometers werden Akustische Effekte, die den Veränderungsgrad
des Gewebes beispielsweise während einer Lasertherapie
am Augenhintergrund widerspiegeln detektiert.
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Laser-Vibrometer
arbeiten nach dem Prinzip der Dopplerfrequenzverschiebung. Dabei
liefert das von einem vibrierenden Objekt rückgestreute
Laserlicht alle Informationen für die Bestimmung von Objektgeschwindigkeit
und absoluten Schwingamplituden.
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Dem
Anwender stehen, dabei je nach Aufgabenschwerpunkt verschiedenen
Arten von Laservibrometern zur Verfügung. Ein Scanning-Vibrometer erfasst
die Bewegung mehrerer Meßpunkte gleichzeitig. Ein Einpunkt-Vibrometer
erfasst die Bewegung eines einzigen Messpunktes. Ein 3D Laser Vibrometer
erfasst simultan alle drei Beschleunigungsrichtungen an einem Meßpunkt
Dabei nutzt die Laservibrometrie in einem Einpulsbestrahlungsmodus
das akustische Signal einer gedämpften Schwingung, oder
in einer getakteten Mehrpulsbestrahlung die dadurch auftretenden
induzierten Gewebeschwingungen zur Analyse.
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Vorzugsweise
wird der Pilotstrahl des therapeutischen Lasersystems, der an der
Stelle der Therapie am Augenhintergrund zwangsläufig positioniert ist,
neben seiner Zielfunktion gleichzeitig zur Laservibrometrie benutzt.
Hierzu ist das beschriebene Einpunkt-Vibrometer ausreichend.
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In
einer weiteren Ausführungsform wird ein Teil des reflektierten
Therapielaserlichtes zur Laservibrometrie verwendet. Besonders bevorzugt
wird eine weitere unabhängige Laserwellenlänge
für die Laservibrometrie eingesetzt.
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Besonders
vorteilhaft ist die Anwendung dieser Detektionstechnik im non Kontakt
Verfahren. Vorteilhafterweise wird es bei einer Funduskamera mit Ophthalmoskoplinse
als Trägersystem des Therapielasers eingesetzt. Besonders
bevorzugt wird es bei einer Spaltlampe mit Kontaktglas verwendet.
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Vorzugsweise
weist der Dimensionsmesser ein Laservibrometer in einer optisch
konfokalen Anordnung zum Behandlungsareal auf. Dadurch werden Störsignale,
die von nicht im Fokusbereich des Therapiespots des Lasers gelegenen
Stellen herrühren unterdrückt und das Signal-Rausch-Verhältnis verbessert.
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Das
Koagulationssystem weist vorzugsweise ein Lokalisierungssystem zur
Lokalisierung der Behandlungszone/n und/oder einer Zuordnung der Behandlungszone/n
zu einem Fundusbild auf. Dadurch kann bestimmt werden, an welchen
Stellen ein organisches Gewebe behandelt worden ist. Dies ist für
eine spätere Koagulationsbehandlung von organischen Geweben
nach einer Erstbehandlung hilfreich.
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Als
Lokalisierungssystem wird vorzugsweise ein Koordinatensystem eingesetzt,
auf dem die Behandlungszonen markiert sind. Das Koordinatensystem
ist vorzugsweise ein karthesisches Koordinatensystem, besonders
bevorzugt ein Polarkoordinatensystem.
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Als
Fundusbild wird vorzugsweise die Aufnahme einer Retina eingesetzt.
Besonders bevorzugt wird eine Aufnahme der Retina des behandelten
Patienten eingesetzt.
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Vorzugsweise
nutzt das erfindungsgemäße Lokalisierungssystem
Positionsdaten des Scannersystems welches den therapeutischen Laserstrahl und
den zugehörigen konfokalen und/oder OCT Detektor auf den
jeweiligen Behandlungspunkt am Augenhintergrund ausrichtet. Der
Bezug dieser Positionsdaten zum individuellen Augenfundus des Patienten
wird vorzugsweise dadurch hergestellt, dass man am Beginn der Behandlung
den Bezug zu einem retinalen Koordinatensystem derart herstellt,
dass man signifikante Punkte wie die Fovea und die Papille zentrisch
mit dem Zielstrahl positioniert, der die entsprechenden Positionsdaten
der Scannereinheit registriert. Weiterhin werden vorzugsweise zugehörige Systemparameter,
vorzugsweise das verwendete Kontaktglas und/oder die Vergrößerung
und/oder der Bildwinkel koregistriert. Dementsprechend hat man auch
bei späteren Eingriffen den Behandlungddatensatz zur Verfügung und
kann eine Zielgerichtete Nachbehandlung durchführen bzw.
den Therapieerfolg sicher bewerten.
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Vorzugsweise
bietet das erfindungsgemäße Lokalisierungssystem
die Möglichkeit, bereits behandelte Areale intraoperativ
bei einer Nachuntersuchung und/oder Nachbehandlung flächig
z. B. mit einem entsprechend gescannten Pilot- oder Zielstrahl zu
markieren und/oder zu umranden.
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Vorzugsweise
ist in dem Lokalisierungssystem eine Skalierung für unterschiedliche
Bildaufnahmemodalitäten vorgesehen.
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Vorzugsweise
ist eine Registrierung anhand signifikanter Merkmale vorzugsweise
des Nervenfaserkopfes und/oder der Makula, besonders bevorzugt der
Blutgefäße am Augenfundus zur zielgenauen Bildüberlagerung
vorgesehen.
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Vorzugsweise
ist eine Kalibrierung der Positionsdaten der Laserscannereinheit
auf das jeweilige Zielbild vorgesehen um schließlich eine
eindeutige Zuordnung aller Daten sicherzustellen.
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Vorzugsweise
weist das Lokalisierungssystem einen Speicher zur nachträglichen
Lokalisierung der Behandlungszonen aufweist.
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Als
Speicher können beispielsweise Halbleiterspeicher, wie
Flashspeicher, magnetische Speicher, wie Festplatten, oder optische
Speicher, wie CDs, verwendet werden.
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Die
Erfindung soll nun anhand von Figuren veranschaulicht werden, in
denen weitere vorteilhafte Ausführungsformen dargestellt
sind. In den Figuren zeigt:
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1 eine
schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Koagulationssystems.
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2 eine
schematische Ansicht einer zweiten Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Koagulationssystems.
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In 1 ist
ein erfindungsgemäßes Koagulationssystem 1 dargestellt.
Das Koagulationssystem 1 weist einen Laser 10 mit
einem akustooptischen Modulator 13 und einem Resonator 14 auf,
an dessen Ausgangsende ein Unterbrecher 40 angeordnet ist.
Sowohl der Laser 10 als auch der Unterbrecher 40 sind
mit einer Steuerungseinrichtung 30 verbunden. Die Steuerungseinrichtung 30 ist
wiederum mit einem Detektor 20 verbunden. Im eingeschalteten Zustand
des Lasers 10 emittiert der Laser 10 einen Arbeitsstrahl 15.
Der Arbeitsstrahl 15 ist auf die Behandlungszone 60 einer
Retina 50 eines menschlichen Auges gerichtet. Von der Retina 50 wird
der Arbeitsstrahl als Kugelwelle 17 reflektiert. Ein Teil
der Kugelwelle 17 wird zu dem Detektor 20 umgeleitet.
In einer konfokalen Anordnung des Detektors 20, die zu der
Behandlungszone 60 ausgerichtet ist, wird mit einer Ringblende
das indirekt zurückgestreute Laserlicht bzw. Fluoreszenzlicht
detektiert.
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Der
Laser 10 emittiert wahlweise Strahlung mit einer Wellenlänge
oder mit bis zu vier unterschiedlichen Wellenlängen. Der
akustooptische Modulator 13 schaltet sehr schnell zwischen
Blockieren und Durchlassen, so dass die Wellen gepulst werden. Der
Resonator 14 ist modular aufgebaut und kann wahlweise vier
unterschiedliche Wellenlängen zur Emission bringen (z.
B. gelb, grün, rot, infrarot).
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Diese
Laserstrahlung ruft auf der Retina eine Koagulationswirkung hervor.
Dadurch werden hier u. a. Blutgefäße der Retina
geschlossen. Die Retina ist in verschiedene Bereiche unterteilt,
denen verschiedene Therapiezonen zugeordnet sind. In den verschiedenen
Therapiezonen werden unterschiedliche Bestrahlungsprofile, d. h.
Abfolgen von Bestrahlung mit Wellen, die bestimmte Wellenlängen
im VIS- und/oder IR-Bereich aufweisen, angewandt. Die Leistungsabgabe
der Quelle ist zur Durchführung der Selektiven Retina Therapie
(SRT) gepulst. Die Pulsdauer, in der Leistung abgegeben wird, beträgt
5 μs. Diese Kurzpulsstrahlung von 5 μs kann mit
einer Folgefrequenz von 100 Hz (10–10000 Hz) appliziert
werden. Hier wird bereits durch das Prinzip der selektiven Thermolyse
weitestgehend die Photorezeptorenschicht geschont und nur das retinale
Pigmentepithel (RPE) lokal koaguliert. Erfindungsgemäß wird
in diesem Betriebsregime mit Hilfe des Detektors 20 eine individuell
angepasste Impulszuglänge erzeugt. So wird bei vorbestimmter Änderung
des Detektionssignales auf einen Grenzwert der z. B. mit 100 Hz/5 μs quasikontinuierliche
Impulszug mit Hilfe des Unterbrechers 40 oder auch des
akustooptischen Modulators 13 unterbrochen.
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Die
Lichtenergie wird vom Gewebe der Retina absorbiert, in Wärme
umgewandelt und führt dadurch zu einer Denaturierung bzw.
Koagulation des Gewebes. Durch eine vollständige Koagulation
wird die Retina verfärbt. Der Bereich der Retina, in dem eine
vollständige Koagulation vorliegt, unterstützt das
Sehen nicht mehr. Wenn der Bereich der Retina, auf den der Laser
gerichtet ist, eine Koagulation aufweist, verändert sich
die reflektierte Kugelwelle 17. Diese veränderte
Kugelwelle 17 wird zu einem Detektor 20 umgelenkt.
Der Detektor 20 weist einen OCT-Detektor 23 auf,
der seine Messstrahlung koaxial zum Therapielaser 10 auf
die Behandlungszone 60 einstrahlt und gleichzeitig das
rückgestreute Signal mit einem internen Referenzsignal
bzgl. der Behandlungszone positionsgenau überlagert. Wenn eine
vorher festgelegte Änderung des OCT Signals erreicht ist,
sendet der Detektor 20 diese Information an die Steuerungseinrichtung 30.
Daraufhin schaltet die Steuerungseinrichtung 30 den Laser 10 ab.
Der Laser 10 wird online schon bei ersten Gewebeveränderungen
abgeschaltet, um kollaterale Gewebeschädigung, insbesondere
der Photorezeptorenschicht zu vermeiden. Um die unterschiedlichen
Behandlungsbedürfnisse und die unterschiedlichen optischen
und thermischen Eigenschaften der verschiedenen Gewebsschichten
der Retina zu berücksichtigen, ist das Koagulati onssystem
eingerichtet, unterschiedliche Behandlungswellenlängen
im visuellen und infraroten Bereich unabhängig voneinander
unterbrechen zu können. Die Einwirkung auf das Gewebe kann
daher sowohl zeitlich als auch spektral gesteuert werden. Hier werden
Wellen mit Wellenlängen im Infrarotbereich unterbrochen,
wenn in tieferen Gewebeschichten der Retina eine ausreichende Koagulation erfolgt
ist.
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Die
Schädigung des umliegenden Gewebes kann mit diesem Koagulationssystem
weitestgehend verhindert werden.
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2 zeigt
eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Koagulationssystems. In 2 wird das Signal im Unterschied
zu dem in 1 dargestellten Koagulationssystem
durch einen Hilfsstrahl 16 erzeugt. Der Hilfsstrahl 16 weist
hier eine Wellenlänge im visuellen Spektralbereich auf.
Er wird auf die Retina 50 geleitet, von dort als Kugelwelle
reflektiert und auf einen Detektor 20 geleitet. Der Detektor 20 weist
einen konfokalen Detektor 24 auf, durch den die Wellenlänge
des Strahls bestimmt werden kann. Durch eine Veränderung
der Richtung des Hilfsstrahls 16 wird der Bereich der Retina 50,
auf dem der Hilfsstrahl 16 auftrifft, verändert.
So kann der Detektor 20 den Zustand der Retina in verschiedenen Bereichen überprüfen.
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Dabei
wird der Messpunkt dieses OCT-Detektors 23 auf den „Koagulations"-Spot
des Lasers bzw. Therapielasers 10 ausgerichtet. Ein Detektionssignal
welches durch einen einzelnen Photodetektor bzw. einen Zeilensensor
registriert wird und von der Streuung bzw. Absorption in diesem
Punkt direkt abhängt wird erfindungsgemäß genutzt,
um den Koagulationsfortschritt online zu bewerten. Die Änderung des
Detektionssignales kann somit direkt dem Koagulationsfortschritt
zugeordnet werden. Entspricht die Änderung des Detektionssignales
einem vorbestimmten Wert, der dem gewünschten Koagulationsgrad
entspricht, wird die Laserexposition des retinalen Gewebes online
gestoppt.
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Ein
weiterer Unterschied zu dem in 1 dargestellten
Koagulationssystem besteht darin, dass die Steuerungseinrichtung 30 mit
einem Aufzeichnungssystem 31 verbunden ist. Dieses Aufzeichnungssystem
zeichnet den Ort und die Intensität der Behandlung auf.
Es ist eingerichtet, die Behandlungsorte auf einem vorher aufgenommenen Fundusbild
anzuzeigen. Dadurch ermöglicht es eine nachträgliche
Lokalisierung der Behandlungszonen. Dies ist für Folgebehandlungen
hilfreich.
-
- 1
- Koagulationssystem
- 10
- Laser
- 11
- Kontinuierlich
abstrahlende Quelle
- 12
- Taktgeber
- 13
- Akustooptischer
Modulator
- 14
- Resonator
- 15
- Arbeitsstrahl
- 16
- Hilfsstrahl
- 17
- Kugelstrahl
- 20
- Detektor
- 22
- Dimensionsmesser
- 23
- OCT-Detektor
- 24
- Konfokaler
Detektor
- 30
- Steuerungseinrichtung
- 31
- Aufzeichnungssystem
- 40
- Unterbrecher
- 41
- Wellenlängenunterbrecher
- 50
- Retina
- 60
- Behandlungszone
- 70
- Lokalisierungssystem
- 71
- Speicher
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 3024169 [0003]
- - DE 3936716 [0003]