-
Die
Erfindung betrifft ein elektrisches Schaltelement, insbesondere
Relais, zum gleichzeitigen Schalten mehrerer Stromkreise, mit einer
Betätigungseinrichtung
und einem an einer Koppelstelle mit der Betätigungseinrichtung verbundenen
Ausgleichselement, das gegeneinander bewegliche, aus jeweils einem
Starrkörper
gebildete Schaltkontaktträger
aufweist, an denen jeweils ein Paar von Schaltkontakten angeordnet
ist.
-
Ein
derartiger Aufbau von elektrischen Schaltelementen ist beispielsweise
bei Relais bekannt. Bei Relais wird üblicherweise als Betätigungseinrichtung
eine Spulen-Anker-Kombination
eingesetzt, bei welcher der Anker durch eine von der Spule aufgebrachte
Magnetkraft bewegt wird. Diese Schaltbewegung wird an das Ausgleichselement übertragen,
wodurch die Schaltkontakte im Kontakt oder außer Kontakt mit den Schaltkontakten
zugeordneten, stationären
Festkontakten gebracht werden. Die Festkontakte sind beispielsweise
jeweils paarweise mit einem Stromkreis verbunden. Die Paare von Schaltkontakten,
die beispielsweise elektrisch verbunden sind, schließen oder öffnen diese
Stromkreise im Wesentlichen gleichzeitig durch die Schaltbewegung.
In einer Kontaktstellung mit den Festkontakten richtet das Ausgleichselement
die Schaltkontakte an den zugeordneten Festkontakten aus. Auf diese Weise
kann ein Kontaktversatz durch unterschiedliche Höhen der Festkontakte, z. B.
hervorgerufen durch Fertigungstoleranzen oder Ablagerung, ausgeglichen
werden.
-
In
der
DE 44 17 157
C2 ist beispielsweise ein Tastschalter beschrieben, bei
dem zwei mit jeweils einem Kontaktpunkt versehene Kontaktwippen
gemeinsam über
eine Schaltbrücke
betätigt
werden. Die Schaltbrücke
ist aus zwei Brückenelementen
gebildet, die miteinander fest im Eingriff sind, als wären sie
miteinander verzahnt, was ein möglichst
gleichzeitiges Schalten der beiden Kontaktwippen ermöglichen
soll, jedoch nicht dabei hilfreich ist, bei mehreren paarweise angeordneten
Schaltkontakten einen Kontaktversatz auszugleichen.
-
Ein
bekanntes Relais der genannten Art ist beispielsweise in der
EP 1 600 992 A1 beschrieben. Nachteilig
ist bei diesem Relais, dass eine Kontaktkraft, mit der die Schaltkontakte
in der Kontaktstellung jeweils gegen die Festkontakte drücken, zwischen
den Schaltkontakten variieren kann. Hierdurch kann der elektrische
Strom zwischen den Schaltkontakten und den Festkontakten variieren,
was insbesondere beim Schalten von hohen Strömen, negative Auswirkungen
hat.
-
Daher
liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein elektrisches Schaltelement
zum Schalten mehrerer Stromkreise bereitzustellen, bei dem die Kontaktkraft
an den Schaltkontakten annähernd gleichmäßig verteilt
ist.
-
Diese
Aufgabe wird bei der vorliegenden Erfindung dadurch gelöst, dass
die Schaltkontaktträger und
die Koppelstelle über
wenigstens ein Starrkörpergelenk
miteinander verbunden sind.
-
Die
erfindungsgemäße Lösung ist
konstruktiv einfach und hat den Vorteil, dass das Starrkörpergelenk
keine Kraft aufnimmt, die ein Kräftegleichgewicht
zwischen den Schaltkontakten verschieben würde. So wird eine in die Koppelstelle
eingeleitete Kraft im Wesentlichen gleichmäßig an die Schaltkontakte weitergeleitet.
Das erfindungsgemäße Schaltelement
kann einen Kontaktversatz bezüglich
der Schaltkontakte ausgleichen, weil das Starrkörpergelenk des insgesamt beweglichen
Ausgleichselements die Schaltkontaktträger gegeneinander beweglich
verbindet.
-
Das
erfindungsgemäße Schaltelement
eignet sich durch die gleichmäßige Kontaktkraft
insbesondere zum Schalten großer
Ströme
und kann durch die nachfolgend beschriebenen, jeweils für sich vorteilhaften
Ausgestaltungen weitergebildet sein.
-
So
kann in einer Ausgestaltung des Schaltelements mit den Schaltkontakten
zugeordneten Festkontakten, gegen welche die Schaltkontakte in einer Kontaktstellung
gedrückt
sind, das Ausgleichselement in der Kontaktstellung zwischen der
Koppelstelle und den Schaltkontakten bezüglich einer von der Betätigungseinrichtung
gebildeten Kontaktkraft einen Starrkörper bilden. Hierdurch werden
Kraft aufnehmende elastische Verformungen auf einer Kraftlinie zwischen
der Koppelstelle und den Schaltkontakten vermieden, die die Kraftverteilung
auf die Schaltkontakte beeinflussen können.
-
Um
den nötigen
Höhenausgleich
der Schaltkontakte zu den Festkontakten in der Kontaktstellung zu
gewährleisten,
kann das Starrkörpergelenk
die Schaltkontaktträger
um eine Schwenkachse gegeneinander schwenkbar verbinden und die
Schwenkachse jeweils in der Mitte zwischen den Paaren von Schaltkontakten
verläuft.
Das Starrkörpergelenk
ist somit als ein Drehgelenk mit einem einzigen Freiheitsgrad ausgebildet.
-
In
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann an jedem Schaltkontaktträger wenigstens
eine Gelenkkomponente angeordnet sein und die Gelenkkomponenten
können
zusammen das Starrkörpergelenk
bilden. So kann das erfindungsgemäße Schaltelement besonders
kompakt und mit wenigen Einzelteilen ausgebildet werden, weil die
Gelenkkomponenten, die das Starrkörpergelenk bilden, als ein
Teil mit den Schaltkontaktträgern
handhabbar sind.
-
Die
Montage des elektrischen Schaltelements kann vereinfacht werden,
wenn die Gelenkkomponenten in einer entlang der Schwenkachse verlaufenden
Einsteckrichtung ineinander gesteckt sind. Um die gleichmäßige Kraftübertragung
von der Koppelstelle auf die Schaltkontakte zu gewährleisten,
können
die ineinander gesteckten Gelenkkomponenten miteinander in Eingriff
stehende Vorsprünge
und Ausnehmungen aufweisen, welche die Gelenkkomponenten quer zur
Schwenkachse im Wesentlichen bewegungsstarr verbinden. Zusätzlich kann
das Ausgleichselement relativ zum Betätigungselement und zu den Festkontakten
fixiert sein, z.B. durch ein entsprechendes Führungselement, wie einem Zylinderstift.
So kann ein Auseinanderziehen der Gelenkkomponenten entgegen der
Einsteckrichtung und ein Verdrehen des Ausgleichselements blockiert
werden.
-
Um
die gleichmäßige Kraftverteilung
auf die Schaltkontakte weiter zu verbessern, kann die Koppelstelle
auf einer Mittelachse zwischen den Paaren von Schaltkontaktträgern, angeordnet
sein. Für
einen einfachen Aufbau des Schaltelements kann die Koppelstelle
beispielsweise an einen der Gelenkkomponenten des Starrkörpergelenks
angeordnet sein.
-
Die
Betätigungseinrichtung
des erfindungsgemäßen Schaltelements
ist beispielsweise elektromagnetisch angetrieben. Um eine gleichmäßige Kontaktkraft,
unabhängig
von Schwankungen der elektromagnetischen Kraft der Betätigungseinrichtung
zu gewährleisten,
kann die Betätigungseinrichtung
wenigstens ein mit der Koppelstelle gekoppeltes Federelement aufweisen.
Bei einer Ausführung
des Schaltelements als Schließer
kann sich das Federelement an einem eine Schaltbewegung ausführenden
Anker der Betätigungseinrichtung
abstützen.
So wird in der Kontaktstellung die Schaltbewegung des Ankers unabhängig von
der elektromagnetischen Kraft durch das Federelement in eine Kontaktkraft
umgesetzt. Wenn das elektrische Schaltelement als Öffner ausgebildet
ist, kann das Federelement im nicht betätigten Zustand des Schaltelements
das Ausgleichselement permanent in die Kontaktstellung drücken.
-
Um
das Ausgleichselement permanent durch das Federelement vorzuspannen,
kann der Anker in der Kontaktstellung zum Ausgleichselement beabstandet
und außerhalb
der Kontaktstellung mit dem Ausgleichselement in Kontakt stehen.
Hierfür kann
der Anker des Ausgleichselements beispielsweise in der Betätigungsrichtung
umgreifen. So werden die Schaltkontakte durch eine Rückstellbewegung
des Ankers von den Festkontak ten beabstandet. In dieser Ausgestaltung
ist das Federelement außerhalb
der Kontaktstellung vorgespannt angeordnet und drückt das
Ausgleichselement gegen den Anker.
-
Die
permanente Vorspannung des Ausgleichselements hat den Vorteil, dass
die Kontaktkraft bei einem Schalten des Schaltelements schnell und
gleichmäßig aufgebaut
wird. Dies hat den Vorteil, dass die Kontaktkraft im Gegensatz zu
den im Stand der Technik verwendeten Feder-Systemen ohne Vorspannung
nicht vollständig über einen Überhub des Ankers
aufgebaut wird, sondern nur zu ca. 10%. So ist bei dem erfindungsgemäßen Schaltsystem
der Einfluss der Toleranz des Überhubs
wesentlich geringer und es kann beispielsweise bei der Montage auf eine
Justage der Betätigungseinrichtung
zum Ausgleichselement verzichtet werden. Die Position der Betätigungseinrichtung
zum Ausgleichselement kann bei dem erfindungsgemäßen Schaltelement vielmehr durch
feste Anschläge
bestimmt sein.
-
Im
Folgenden wird die Erfindung anhand einer beispielhaften Ausführungsform
mit Be- zug auf die Zeichnungen beispielhaft erläutert. Dabei können die
unterschiedlichen Merkmale der beschriebenen Ausführungsform
und die damit zu erzielenden Vorteile beliebig kombiniert oder weggelassen
werden, wie es bereits aus den obigen Ausführungen hervorgeht.
-
Es
zeigen:
-
1 eine
schematische perspektivische Darstellung einer beispielhafte Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen elektrischen
Schaltelements;
-
2 eine
schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Schaltelements aus 1 ohne einen
Teil der Betätigungseinrichtung;
-
3 eine
schematische Schnittdarstellung des Schaltelements aus 2 entlang
einer Ebene A-A;
-
4 die
Betätigungseinrichtung
und das Ausgleichselement des erfindungsgemäßen Schaltelements aus 1 in
einer schematischen, perspektivischen Ansicht von unten;
-
5 ein
Ausgleichselement des erfindungsgemäßen Schaltelements aus 1 in
einer schematischen, perspektivischen Darstellung von oben;
-
6 das
Ausgleichselement aus 5 in einer schematischen, perspektivischen
Darstellung von unten;
-
7 das
Ausgleichselement der 5 und 6 in einer
schematischen, Explosionsdarstellung;
-
8 das
Ausgleichselement der 5 bis 7 in einer
schematischen, Ansicht von unten;
-
9 das
Ausgleichselement der 8 in einer schematischen, Schnittdarstellung
entlang der Schnittlinie B-B;
-
10 das
Ausgleichselement aus 8 in einer schematischen Schnittdarstellung
entlang einer Schnittlinie C-C;
-
Zunächst wird
der Aufbau eines erfindungsgemäß ausgestalteten
elektrischen Schaltelements 1, hier ein Relais, anhand
der in 1 schematisch dargestellten Ausführungsform
beschrieben.
-
Das
elektrische Schaltelement 1 umfasst eine Bodengruppe 2,
eine elektromagnetisch betätigbare
Betätigungseinrichtung 3 und
ein zwischen der Bodengruppe 2 und der Betätigungseinrichtung 3 beweglich
angeordnetes Ausgleichselement 4.
-
Die
Bodengruppe 2 weist, wie in 2 dargestellt,
mehrere, nach unten vorstehende Kontakte 5, 6,
mehrere oben angeordnete Festkontakte 7 und mehrere Aufnahmeöffnungen 8 für die Betätigungseinrichtung 3 auf.
-
Die
Verbindungskontakte 5, 6 sind als parallel zueinander
angeordnete Stifte mit rechteckigem Querschnitt ausgebildet.
-
Sie
sind z.B. in komplementär
ausgestaltete Buchsen, beispielsweise in einem Schaltkasten eines
Kraftfahrzeuges einsteckbar. Alternativ können die Verbindungskontakte 5, 6 auch
angeschweißt werden.
Die Verbindungskontakte 5, 6 sind aus einem elektrisch
gut leitenden Material, beispielsweise Kupfer, hergestellt. Mit
dem erfindungsgemäßen Schaltelement 1 können mehrere
Stromkreise mit Hilfe einer elektrischen Steuerspannung geschaltet werden.
Die Verbindungskontakte 6 weisen gegenüber den vier Steckkontakten 5 einen
geringeren Querschnitt auf und dienen insbesondere zum Anlegen der
Steuerspannung, die das Schaltelement 1 schaltet. Die mit
dem größeren Quer schnitt
versehenen Verbindungskontakte 5 sind zur Verbindung mit den
zu schaltenden Stromkreisen vorgesehen. Der Querschnitt der Verbindungskontakte 5 ist
größer als der
Querschnitt der Verbindungskontakte 6 ausgebildet, um auch
für große Ströme geeignet
zu sein.
-
Die
Festkontakte 7 sind an der Oberseite der Bodengruppe 2 angeordnet.
Das in den 1 und 2 gezeigte
beispielhafte Schaltelement 1 weist vier Festkontakte 7 auf,
die jeweils mit einem der vier an der Unterseite der Bodengruppe 2 angeordneten Verbindungskontakte 5 elektrisch
leitend verbunden sind. Die fest an der Bodengruppe 2 angeordneten Festkontakte 7 sind
aus einem elektrisch gut leitenden Material, wie beispielsweise
Kupfer, hergestellt und weisen eine kreisförmige, ebene Kontaktfläche 9 auf.
Zur Positionierung und Fixierung des Ausgleichselements 4,
das über
den Festkontakten 7 angeordnet ist, sind z.B. zwei nach
oben vorstehende Zylinderstifte 9 als Führungselemente bewegungsstarr
in die Bodengruppe 2 eingesteckt.
-
Die
Betätigungseinrichtung 3 ist,
wie in 1 dargestellt, oberhalb der Bodengruppe 2 und
des Ausgleichselements 4 angeordnet. Die Betätigungseinrichtung 3 umfasst
einen Elektromagneten 10 mit einer Spule 11 und
einem durch die Spule 11 hindurchführenden Kern 12. Der
Elektromagnet 10 weist Haltestifte 14 auf, die
in den Aufnahmeöffnungen 8 der
Bodengruppe 2 stecken und so den Elektromagneten 10 an
der Bodengruppe 2 befestigen. Anschlusskontakte 15 des
Elektromagneten 10 sind im zusammengebauten Zustand ebenfalls
in die Aufnahmeöffnung 8 eingesteckt.
In der Aufnahmeöffnung 8 ist
ein Gegenkontakt (nicht dargestellt) für den Anschlusskontakt 15 ausgebildet.
So verbinden die Anschlusskontakte 15 die Spule 11 und
mit den Verbindungskontakten 6 der Bodengruppe 2,
so dass eine an den Steckkontakten 6 angelegte Steuerspannung
die Spule 11 durchfließt
und der Elektromagneten 10 ein Magnetfeld erzeugt.
-
Ein
U-förmiger
Anker 13 der Betätigungseinrichtung 3 ist
oberhalb der Bodengruppe 2 relativ zum Elektromagneten 10 beweglich
angeordnet. Der Anker 13 weist eine Öffnung 16 auf, durch
die die Spule 11 des Elektromagneten 10 teilweise
nach oben vorsteht. Eine in Längsrichtung 2 beidseitig
zu der Öffnung 16 ausgebildete
Grundfläche 17 des
Ankers 13 ist oberhalb des Kerns 12 angeordnet.
Der Anker 13 ist über
eine an dem einen Ende des Ankers 13, vom Ausgleichselement 4 gegenüberliegend,
angeordnete Rückstellfeder 18 zur
Bodengruppe 2 schwenkbar ausgebildet. Eine Aktivierung
des Elektromagneten 10 durch die Steuerspannung erzeugt
ein Magnetfeld in dem Kern 12, das die Grundfläche 17 des
Ankers 13 anzieht. Folglich erzeugt die Betätigungseinrichtung 3,
aktiviert durch eine Steuerspannung, eine Schaltbewegung 19' des Ankers 13 in
Richtung der Bodengruppe 2.
-
An
dem anderen Ende des Ankers 13, in der Längsrichtung
L des Schaltelements 1 gegenüberliegend von der Rückstellfeder 18,
ist eine Kontaktfeder 19 an dem Anker 13 angeordnet.
Die Kontaktfeder 19 weist ein U-förmig ausgebildeten Ende auf,
das mit den Schenkeln des Ankers 13 bewegungsstarr verbunden
ist, wie z. B. durch Kleben oder Löten. Die aus einem federnden
Flachmaterial hergestellte Kontaktfeder 19 ist in der Mitte
etwa rechtwinklig umgebogen und endet gegenüberliegend vom U-förmigen Ende
zwischen dem Kern 12 und der Bodengruppe 2. Die
Kontaktfeder 19 ist mit Blattfeder- und Torsionsfederabschnitten ausgebildet
und vorgespannt eingebaut. Das freie, federnde Ende 20 drückt mit
einer Schaltkraft Fs gegen das Ausgleichselement 4.
-
Wie
in 4 dargestellt, weist der Anker 13 an
der Innenseite seiner Schenkel 21 gegenüberliegende und nach innen
vorstehende, erhabene Nasen 22 auf. Dadurch umschließt die Betätigungseinrichtung 3 das
Ausgleichselement 4 in Richtung der Schaltbewegung 19' beidseitig.
So wird das Ausgleichselement 4, in der in 4 dargestellten
Stellung, von der vorgespannten Kontaktfeder 19 gegen die
Nasen 22 gedrückt.
Die Nasen 22 können
alternativ jede beliebe Form aufweisen, durch die sie das Ausgleichselement 4 in
der Position in 4 gegen die Kraft der Kontaktfeder 19 abstützen.
-
Die
in Richtung der Schaltbewegung 19' weisenden Enden 23 der
Schenkel 21 des Ankers 13 dienen als Anschläge. Sie
schlagen durch die Schaltbewegung 19' an die Bodengruppe 2 an,
um den Hub des Ankers 13 zu begrenzen. An der Bodengruppe 2 können selbstverständlich entsprechende
Gegenflächen
ausgebildet sein, die einem Verschleiß entgegenwirken.
-
Das
mit der Betätigungseinrichtung 3 gekoppelte
Ausgleichselement 4 weist zwei Schaltkontaktträger 24 auf,
an denen jeweils zwei Schaltkontakte 25 angeordnet sind.
Das Ausgleichselement 4 ist insgesamt beweglich angeordnet
und seine zwei Schaltkontaktträger
sind zueinander beweglich ausgebildet.
-
Die
Schaltkontakte 25 sind im Wesentlichen ähnlich wie die Festkontakte 7 ausgestaltet
und weisen eine runde, im Wesentlichen plan ausgebildete Kontaktfläche 25' auf. Die beiden
Schaltkontakte 25 jedes Schaltkontaktträgers 24 sind an einem
elektrisch leiten den Plattenkörper 26 angeordnet,
der sie elektrisch verbindet. Der Plattenkörper 26 ist aus einem
elektrisch gut leitenden Material, wie beispielsweise Kupfer, hergestellt.
Zum Leiten großer
Ströme weisen
die Plattenkörper 26 des
beispielhaften Schaltelements 1 eine Plattendicke größer als
0,5 mm auf. In einer Kontaktstellung des elektrischen Schaltelements 1 steht
das Paar Schaltkontakte 25 eines Schaltkontaktträgers 24 in
Kontakt mit zwei zugeordneten Festkontakten 7 und schließt so einen mit
diesen Festkontakten 7 verbundenen Stromkreis.
-
Die
Plattenkörper 26 mit
den beiden Schaltkontakten 25 sind jeweils an einem Isolierkörper 27 aus
elektrisch nicht leitenden Material angeordnet. Bei der beispielhaften
Ausführungsform
der 1 bis 10 sind die Isolierkörper 27 als
Spritzgussteile aus einem Kunststoff hergestellt.
-
Da
die Schaltkontaktträger 24 zum
Teil unterschiedlich ausgestaltet sind, werden im Folgenden Buchstaben
zu den Bezugszeichen hinzugefügt,
wie z.B. 24a, 24b, um die einzelnen Schaltkontaktträger 24 voneinander
zu unterscheiden.
-
Jeder
der beiden Schaltkontaktträger 24 weist
am Isolierkörper 27 angeordnete
Vorsprünge 28 und
Ausnehmungen 29 auf. Die Vorsprünge 28 und Ausnehmungen 29 der
beiden Schaltkontaktträger 24 sind
zueinander im Wesentlichen komplementär ausgebildet und greifen im
zusammengebauten Zustand ineinander ein, wie in 3 dargestellt.
-
Die
Vorsprünge 28 und
Ausnehmungen 29 erstrecken sich in einer Projektion von
unten, wie in 8, im Wesentlichen quer zu einer
Längsachse 30 der
Schaltkontaktträger 24,
die durch die Mittelpunkte der runden Schaltkontaktflächen 25' verläuft. Die Vorsprünge 28 und
Ausnehmungen 29 sind an ihrer Ober- und Unterseite ballig
mit einem Radius ausgebildet. Wie in 9 dargestellt,
sind die verschiedenen Radien so zueinander ausgestaltet, dass sie
sich in Richtung der von der Kontaktfeder 19 eingeleiteten Kraft
Fs verkleinern. Das heißt für die in 2 von oben
nach unten wirkende Kraft Fs, dass die jeweils oben
liegende Fläche
eines Vorsprungs 28 bzw. einer Ausnehmung 29 einen
größeren Radius
aufweist als die mit ihr in Kontakt stehende unten liegende Fläche eines
Vorsprungs 28 bzw. einer Ausnehmung 29. Durch
diese unterschiedlichen Radien berühren sich die ineinander greifenden
Schaltkontaktträger 24 in Richtung
der Schaltkraft Fs nur auf Kontaktlinien 32, die
quer zur Schaltkraft Fs verlaufen.
-
Die
Kontaktlinien 32 der Vorsprünge 28 und Ausnehmungen 29 verlaufen
in der Projektion von unten in 8 auf einer
ersten Mittellachse M1 zwischen den Schalkontakten 25,
die quer zur Längsachse 30 der
Schaltkontaktträger 24 verläuft.
-
Durch
die so ausgestalteten Vorsprünge 28 und
Ausnehmungen 29 bilden die beiden Schaltkontaktträger 24a, 24b zusammen
ein Starrkörpergelenk 33 aus.
Durch die ballige Ausgestaltung der Vorsprünge 28 und Ausnehmungen 29 können die
beiden Schaltkontaktträger 24 in
einem begrenzten Bereich gegeneinander schwenken. Die Schwenkachse 34 dieser
Schwenkbewegung verläuft
in der Projektion von unten in 8 auf der
ersten Mittelachse M1.
-
Beim
Zusammenbau des Ausgleichselements 4 werden die beiden
Schaltkontaktträger 24 entlang
der Schwenkachse 34 ineinander gesteckt. Jeder Schaltkontaktträger weist
eine quer zur Mittelachse M1, entlang der
Richtung der Kraft Fs verlaufende, halbkreisförmige Nut 38 auf.
Der Radius der Nuten 38 entspricht im Wesentlichen dem
Radius der Zylinderstifte 9, wobei eine Bewegung des Ausgleichselements 4 in
Richtung der Schaltbewegung 19' unbeeinflusst ist. Das zusammengesteckte
Ausgleichselement 4 ist im montierten Zustand des Schaltelements 1 angeordnet,
dass die Nuten 38 im Eingriff mit den beiden Zylinderstiften 9 sind.
Da die Nuten 38 auf der Schwenkachse 34 des Ausgleichselements 4 angeordnet
sind, verhindern sie ein Auseinanderziehen der ineinander gesteckten
Schaltkontaktträger 24.
-
Die
zusammengesteckten Schaltkontaktträger 24 sind durch
die ineinander eingreifenden Vorsprünge 28 und Ausnehmungen 29 bezüglich einer Rotation
oder Translation quer zur Schwenkachse 34 im Wesentlichen
starr miteinander verbunden. Lediglich um diese Schwenkachse 34 können die
Schaltkontaktträger 24 gegeneinander
ausgelenkt werden. Das Starrkörpergelenk 33 ist
folglich ein Drehgelenk mit einem einzigen Freiheitsgrad, nämlich der Schwenkbewegung
um die Schwenkachse 34. Die Vorsprünge 28 und Ausnehmungen 29 sind
Gelenkkomponenten 35, die im montierten Zustand das Starrkörpergelenk 33 bilden.
Bei der Ausführungsform
der 1 bis 10 sind die Gelenkkomponenten 35 und
die Isolierkörper 27 jeweils
als ein Fertigungsteil ausgebildet und im Spritzgussverfahren hergestellt.
-
An
der bezüglich
der Schaltbewegung 19' oben
liegenden Gelenkkomponente 35a ist ein gegen die Schaltbewegung 19' vorstehender
Druckkopf 36 ausgebildet. Am oberen Ende ist der Druckkopf 36 ballig
entlang einer zweiten Mittelachse M2 ausgebildet,
die parallel zur Längsachse 30 verläuft. Die
zweite Mittelachse M2 verläuft in der
Projektion von unten in 8 in der Mitte zwischen den
Schaltkontakten 25 unterschiedlicher Schaltkontaktträger 24.
Die Kontaktfeder 19 drückt
mit Linienkontakt entlang der Mittelachse M2 auf
den Druckknopf 36. Diese Kontaktlinie bildet somit die
Koppelstelle 31 zur Betätigungseinrichtung 30.
Durch den Linienkontakt entlang der Mittelachse M2 am
Druckknopf und dem dazu quer verlaufenden Linienkontakt entlang
der Mittelachse M1 am Starrkörpergelenk 33,
wirkt die Kraft Fs, bezüglich der Hebelverhältnisse
zu den Schaltkontakten 25, im Schnittpunkt 39 der
Mittelachse M1, M2 in
der Projektion in 8.
-
In
der Kontaktstellung des erfindungsgemäßen Schaltelements 1 werden
die Schaltkontakte 25 durch die von der Betätigungseinrichtung 3 aufgebrachte
Schaltkraft Fs gegen die Festkontakte 7 gedrückt. Dadurch
werden die an das Schaltelement 1 angeschlossenen Stromkreise
geschlossen. In den 1 bis 10 ist
das Schaltelement nicht in der Kontaktstellung, sondern in einer
geöffneten
Stellung dargestellt, in der die Schaltkontakte 25 von
den Festkontakten 7 beabstandet sind. In dieser geöffneten
Stellung liegen Auflageflächen 37,
die jeweils an den Enden der Schaltkontaktträger 24 ausgebildet sind,
auf den Nasen 22 des Ankers 13 auf. Durch die zwischen
dem Anker 13 und dem Druckknopf 36 vorgespannt
angeordnete Kontaktfeder 19, wird eine Vorspannkraft auf
das Ausgleichselement 4 ausgeübt, die es gegen die Nasen 22 drückt.
-
Wenn
das Schaltelement 1 durch Anlegen einer Steuerspannung
betätigt
wird und der Anker 13 der Betätigungseinrichtung 3 die
Schaltbewegung 19' ausführt, werden
das Ausgleichselement 4 mit den Schaltkontakten 25 in
die Kontaktstellung bewegt. Der Anker 13 führt, nachdem
das Ausgleichselement 4 in die Kontaktstellung bewegt ist,
einen Überhub
aus, der die Nasen 22 von den Anschlagflächen 37 beabstandet.
Folglich bildet die Koppelstelle 37 im Schaltzustand des
Schaltelements 1 den einzigen Kontakt zwischen dem Ausgleichselement 4 und der
Betätigungseinrichtung 3.
-
Die
vier Festkontakte 7 weisen bedingt durch Fertigungstoleranzen
oder Materialablagerungen im Betrieb unterschiedliche Höhen auf.
Diesen Höhenunterschied
gleicht das Ausgleichselement 4, wie im Folgenden anhand 6 beschrieben
ist, aus.
-
Zunächst stellt
sich die Kontaktstellung an einem ersten Schaltkontakt 25i ein.
Die an der Koppelstelle 31 einwirkende Schaltkraft Fs erzeugt ein Moment an dem ersten Schaltkontaktträger 24a,
das den zweiten Schaltkontakt 25ii in die Kontaktstellung kippt.
Da die beiden Schaltkontaktträger 24 durch das
Starrkörpergelenk 33 quer
zur Schwenkachse 34 starr verbunden sind, wird anschließend der
zweite Schaltkontaktträger 24b durch
ein Moment um die Mittelachse M2 niedergedrückt. Dabei
wird einer seiner Schaltkontakte 25 zuerst die Kontaktstellung
mit dem zugeordneten Festkontakt 7 erreichen, beispielsweise
der Schaltkontakt 25iii. Schließlich erzeugt die weiterhin
einwirkende Kraft Fs ein Moment um die Mittelachse
M1 in dem zweiten Schaltkontaktträger 24b,
so dass der letzte Schaltkontakt 25iiii in die Kontaktstellung
bewegt wird. Durch die oben beschriebene Funktionsweise des Ausgleichselements 4 werden
die Höhenunterschiede
zwischen Festkontakten 7 und den Schaltkontakten 25 variabel
ausgeglichen.
-
Da
das Ausgleichselement 4 auf der Kraftlinie zwischen der
Koppelstelle 31 und den Schaltkontakten 25 als
ein Starrkörper
ausgebildet ist und die Krafteinleitung über den Schnittpunkt 39 erfolgt,
wird die Schaltkraft Fs gleichmäßig auf
die vier Schaltkontakte 25 verteilt. Folglich werden alle
Schaltkontakte 25 mit im Wesentlichen gleicher Kontaktkraft
F gegen die zugeordneten Festkontakte 7 gedrückt.
-
Wenn
das Schaltelement 1 in der Kontaktstellung deaktiviert
wird, stellt die Rückstellfeder 18 den
Anker 13 in seine Ausgangsstellung zurück. Dadurch bewegen sich auch
die Nasen 22 des Ankers 13 entgegen der Schaltbewegung 19' und schlagen gegen
die Auflageflächen 37 des
Ausgleichselements 4. Folglich bewegt sich das Ausgleichselement 4 gegen
die Schaltbewegung 19',
so dass sich die Schaltkontakte 25 von den Festkontakten 7 beabstanden.
Durch die das Ausgleichselement 4 umschließenden Nasen 22 kann
eine relativ große
Lösekraft
auf das Ausgleichselement 4 ausgeübt werden. Durch diese Lösekraft
werden die Schaltkontakte 25 und die Festkontakte 7 auseinandergezogen.
Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn die Festkontakte 7 und
die Schaltkontakte 25 in der Kontaktstellung miteinander
verschweißt
sind, was beim Schalten großer
Ströme
auftreten kann.
-
Das
beschriebene beispielhafte Schaltelement 1 der 1 bis 10 ist
als Schließer
ausgestaltet, der durch seine Betätigung zwei Stromkreise gleichzeitig
schließt.
Alternativ kann das erfindungsgemäße Schaltelement 1 auch
als ein Öffner
ausgebildet sein, der durch seine Aktivierung geschlossene Stromkreise öffnet. Bei
dieser Ausgestaltung steht das Schaltelement im nichtbetätigten Zustand
in der oben beschriebenen Kontaktstellung, in der die Stromkreise
geschlossen sind. Der aktivierte Elektromagnet 10 würde bei
dieser Ausgestaltung als Öffner die
Schaltkontakte 25 von den Festkontakten 7 beabstanden
und die Stromkreise öffnen.