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Die
Erfindung betrifft eine elektrische Hochspannungsschaltanlage mit
wenigstens einem Trennschalter und wenigstens einem Erdungsschalter
sowie gegebenenfalls weiteren Komponenten.
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Trenn-
und Erdungsschalter werden im Allgemeinen als sogenannte kombinierte
Trenn- und Erdungsschalter
ausgebildet, siehe Prospekt „Gasisolierte Schaltanlage
ELK-0 für
Stationen bis 170kV 4000 Ampere, 63 Kilo/Ampere" der Firma ABB, Druckschriftnummer 1
HDX580050, Seite 7 bzw. 12". Dort
befindet sich innerhalb einer Metallkapselung, die zwei parallel
zueinander verlaufende Flansche und einen senkrecht dazu verlaufenden
Flansch aufweist, zwischen den beiden parallel zueinander verlaufenden
Flanschen eine Leitungsführung,
an der pro Phase jeweils ein feststehender Trennschalterkontakt
angebracht ist. Mit der Kapselung selbst ist ein Erdungsschalterkontakt
verbunden und am dritten, senkrecht zu den beiden Flanschen verlaufenden
Flansch ist ein Trägerelement
für einen
beweglichen Kontaktstift vorgesehen, welcher bewegliche Kontaktstift
unter einem Winkel von ca. 45° zu
den Flanschen bzw. zu der Längsachse
der Kapselung zwischen den beiden parallel verlaufenden Flanschen
verläuft.
Der Kontaktstift besitzt eine Zahnanordnung, die mit einer Zahnradanordnung
an einer senkrecht dazu verlaufenden Antriebsisolierstange kämmt. Durch
Verdrehen der Antriebsisolierstange wird der Kontaktstift in die
Erdungsstellung bzw. in die Stellung Trennschalter geschlossen sowie
in eine dritte Stellung verbracht, in der sowohl die Trennschalterkontaktstelle
als auch die Erdungsschalterkontaktstelle geöffnet sind.
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Aus
dem ABB Schaltanlagenhandbuch, Auflage 10, Seite 492,
Bild links unten ist eine Ringanordnung ersichtlich, die in 1 näher dargestellt
ist. Diese Schaltungsanordnung besitzt zwei Sammelschienenanordnungen
SS1 und SS2, die
mit einer Verbindungsleitung V1 beziehungsweise
V2 miteinander verbunden sind.
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In
den Sammelschienenanordnungen befinden sich je vier Trenn-Erdungsschalter 10, 11, 12 (im folgenden
kurz Trennschalter genannt) und 13 (in der Sammelschienenanordnung
SS2 sind die gleichen Trennschalter vorhanden)
und zwischen den beiden Trennschaltern 11 und 12 befindet
sich ein Leistungsschalter 14. Zwischen den Trennschaltern 10 und 11 beziehungsweise 12 und 13 fließt die Verbindungsleitung
V1 beziehungsweise V2 an,
wobei an den Knotenpunkt 15, 16 für jede Verbindungsleitung
V1 und V2 ein weiterer
Trennschalter 17, ein Leistungsschalter 18, und
der Sammelschiene SS2 ist ein Trennschalter 19 zwischen
den Trennschaltern 10 und 11 entsprechenden Trennschaltern 20 und 21 angeschlossen. Gleiche
Zuordnung befindet sich auch für
die Verbindungslinie V2.
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Bei
dieser Schaltungsanordnung benötigt man
demgemäß zwölf Trennschalter.
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Die 2,
die eine H-Schaltung zeigt, enthält
zwei Sammelschienen SS3 beziehungsweise SS4, die mit einer Verbindungsleitung V3 miteinander verbunden sind. Dabei schließt die Verbindungsleitung
an einem Knotenpunkt 30 beziehungsweise 40 zwischen
zwei Trennschaltern 31, 32 beziehungsweise 33 und 34 an,
welche Trennschalter gleichzeitig auch als Erdungsschalter ausgebildet
sind. In der Verbindungsleitung V3 befinden
sich zwei Trennschalter 35 und 36, die, wie man
erkennen kann, gleichzeitig auch als Erdungsschalter ausgebildet sind.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, eine Hochspannungsschalteranlage der Eingangs
genannten Art weiter zu vereinfachen.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Merkmale des Anspruches 1.
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Damit
wird erfindungsgemäß eine elektrische
Hochspannungsschaltanlage mit in einer Metallkapselung untergebrachten
Trenn- und Erdungsschaltern geschaffen, die zwei unabhängig voneinander
betätigbare
Kontaktstifte enthält,
die in je einer ersten Stellung mit je einem feststehenden Trennschalterkontaktstück und in
einer zweiten Stellung mit je einem feststehenden Erdungskontaktstück in Verbindung
bringbar sind.
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Damit
wird erreicht, dass in einem einheitlichen Kapselungsgehäuse, dass
mit Schottisolatoren an den Flanschen ist, zwei Trenn-Erdungsschalter vorgesehen
sind, wodurch eine erhebliche Vereinfachung einer Schaltanlage,
wie sie in der 1 beziehungsweise in der 2 dargestellt
sind, erreicht wird.
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Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu
entnehmen.
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Dabei
können
die Bewegungslinien der beiden beweglichen Kontaktstücke oder
Kontaktstifte eine V-Form miteinander bilden; sie können auch
parallel zueinander verlaufen.
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Gemäß einer
vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann zwischen den Kontaktstiften
zumindest ein Teilschottungsisolator vorgesehen sein, so dass eine
Beeinträchtigung
der einen Kontaktstelle durch den anderen aufgrund eines beim Schalten entstehenden
Lichtbogens vermieden oder wenigsten verringert ist.
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Es
besteht auch die Möglichkeit,
dass zwei Kontaktstifte auf einer Linie liegen, wodurch ein Linientrenner
gebildet ist.
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Hierbei
besteht auch die Möglichkeit,
zusätzlich
auch einen senkrecht verlaufenden Kontaktstift vorzusehen, der einerseits
als weiterer Trennkontakt – oder
als Erdungskontaktstift verwendbar ist.
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Anhand
der Zeichnung, in der einige Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt sind, sollen die Erfindung sowie weitere vorteilhafte
Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung näher erläutert werden.
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Es
zeigen
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1 eine
Ringschaltanlage, wie sie bis auf die Trennschalter-Erdungsschaltereinheiten
an sich bekannt ist,
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2 eine
H-Schaltungsanordnung,
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3 eine
schematische Schnittansicht einer Trenn-Erdungsschalterkombination mit zwei
beweglichen Kontaktstiften,
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4 eine
weitere Ausführungsform
eines Trenn-Erdungsschalters und
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5 und 6 zwei
Ausführungsformen eines
sogenannten Linientrennschalters.
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Diejenigen
Teile der 1 und der 2,
die an sich bekannt sind, sind oben schon näher dargestellt worden.
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Aus 1 ist
ersichtlich, dass die Trennschalter 10, 11 und 17,
die wie alle anderen bis auf die Trennschalter 17, 19 gleichzeitig
auch Erdungsschalter sind, zu einer Einheit 50 für die Sammelschiene
SS1 und die Trennschalter 20, 21, 19 zur
Einheit 51 für
die Sammelschiene 2 zusammengefasst sind. Die Trennschalter 12 und 13 für die Sammelschiene
SS1 können
dann zu einer Einheit 52 und die entsprechenden Trennschalter 12, 13 der
Sammelschiene SS2 zu einer Einheit 53 zusammengefasst werden.
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Die
beiden Einheiten 50, 51 sind gleich aufgebaut,
ebenso wie die Einheiten 52, 53. Insbesondere
bei der Einheit 53 besitzen die beiden Trennschalter 12, 13 die
gleichen Bezugsziffern wie diejenigen der Einheit 52, um
die Gleichheit zu betonen.
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Bei
der Ausführung
gemäß 2 können die Trennschalter 31, 32; 33, 34 und 35, 36 jeweils
zu Einheiten 52a und 52b zusammengefasst werden; die
Trennschalter 35 und 36 können dann zu einer Einheit 54 zusammengefasst
werden. Dabei sind die Einhei ten 52a und 52b gleich
aufgebaut wie die Einheiten 52, 53, was durch
die Indizes „a" und „b" angedeutet ist;
die Einheiten 50, 51, 52, 53, 52a, 52b sind solche
mit einem Knotenpunkt, der mit Bezugsziffern lediglich in der 1 für die beiden
Einheiten 50, 52 versehen ist; die Einheit 54 besitzt
einen derartigen Knotenpunkt nicht.
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Die
Einheiten 52, 52a, 52b, 53 sind
beispielsweise so ausgebildet, wie sie in 3 dargestellt sind.
Eine Metallkapselung 60 ist rohrförmig ausgebildet und besitzt
an ihren entgegengesetzt liegenden Enden parallel zueinander angeordnete
Schottisolatoren 61, 62; etwa in der Mitte zwischen
den Schottisolatoren 61 und 62 befindet sich ein
Stutzen 63, der senkrecht zur Längsachse der Kapselung 60 verläuft und
mit einem weiteren Schottungsisolator 64 verschlossen ist.
Am Schottungsisolator 61 schließt ein Leitungszug 65 mit
einem Träger 66 an, indem
ein Kontaktstift 67 unter einem Winkel zur Längsachse
der Metallkapselung 60 aufgenommen ist. Dieser Kontaktstift 67 wird
von einer Isolierstange 68 angetrieben. Am Schottungsisolator 62 schließt ein Leitungszug 69 mit
einem Träger 70 für einen zweiten
Kontaktstift 71 an, der in gleicher Weise von einer Isolierstange 72 angetrieben;
der Kontaktstift 71 verläuft ebenfalls unter einem Winkel
zur Längsachse
der Kapselung, wobei die Längsachsen
der Kontaktstifte 67 und 71 miteinander eine V-Form
bilden, deren Spitze zu dem weiteren Schottungsisolator 64 hingerichtet
ist.
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Mit
der Metallkapselung 60 ist auf der dem Schottungsisolator 64 entgegengesetzten
Seite des Trägers 66 beziehungsweise
des Trägers 70 ein
feststehender Erdungskontakt 73 beziehungsweise ein feststehender
Erdungskontakt 74 angebracht, welche Erdungskontakte in
der Verlängerung
der Längsachse
der Kontaktstifte 67 beziehungsweise 71 liegen.
Am Schottungsisolator 64 befindet sich ein Kupplungsteil
oder ein Knotenteil 75, an dem feststehende Trennschalterkontakte 76 und 77 angebracht sind.
Wenn die Einheit 52, siehe 3 und 4,
als Einheit 52, 53 mit einem Knotenteil ausgebildet
soll, dann wird an dem Kupplungsteil durch den Schottungsisolator 64 hindurch
ein Leitungsanschluss hindurchgeführt, der zu dem Leistungsschalter 18 in
der Verbindungsleiter V1 oder 19 in
der Verbindungsleitung V2 führt.
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Die
Einheiten 52 gemäß den 3 und 4 können auch
als Einheit 54 eingesetzt werden; dann allerdings ist am
Kupplungsteil 75 (beziehungsweise am Kupplungsteil 110)
des Schalters gemäß 4 kein
Anschluss nach außen
vorgesehen.
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Mittels
der Antriebsstangen 68 und 72 können die
Kontaktstifte in Richtung Erdungskontaktstücke 73 und 74 und
in Richtung Trennkontaktstücke 76, 77 verschoben
werden. Diese Anordnung entspricht der Schaltungsanordnung 52 beziehungsweise 53 der 1 oder 52a, 52b der 2.
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Die
Anordnungen 50, 51 der 1 können auch
so ausgebildet sein wie in der 6 dargestellt. Eine
Metallkapselung 80, die etwa rohrförmig ausgebildet ist, besitzt
an sich gegenüberliegenden
Enden Schottisolatoren 81 und 82, an denen feststehende Trennschalterkontakte 83 und 84 befestigt
beziehungsweise angebracht sind. Zusätzlich ist ein dritter Schottungsisolator 85 vorgesehen,
der senkrecht zu den Schottungsisolatoren 81 und 82 beziehungsweise
parallel zur Längsachse
der Kapselung 80 verläuft und
an dessen Innenseite ein weiteres feststehendes Trennkontaktstück 86 angebracht
ist. Innerhalb der Kapselung ist eine Trägereinrichtung 87 aus
elektrisch leitendem Material vorgesehen, die mittels eines Halters 88 aus
isolierendem Material innerhalb der Kapselung gehaltert ist. Innerhalb
der Trägereinrichtung 87 sind
bewegliche Kontaktstifte 89 und 90 vorgesehen,
die mit der Trägeranordnung 87 jeweils über geeignete
Gleitkontaktstücke 91, 92 elektrisch leitend
verbunden sind. Mittels einer nicht dargestellten Isolierstange
werden die Kontaktstifte 89, 90 in Richtung zu
den feststehenden Kontaktstücken 83, 84 bewegt.
In der Trägereinrichtung 87 befindet
sich senkrecht zu den Kontaktstiften 89 und 90 ein
dritter Kontaktstift 93, der in gleicher Weise wie die
Kontaktstücke 89 und 90 mit
Gleitkontaktstücken 94 mit
der Trägereinrichtung 87 verbunden
sind und mittels einer Isolierstange angetrieben wird, so dass der
Kontaktstift 93 mit dem feststehenden Trennkontaktstück 86 in
Verbindung gebracht werden kann. Eine solche Anordnung kann sinnvollerweise
als Einheit 50 oder 51 für eine geeignete Schaltanlage
gemäß 1 verwendet
werden.
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Die
Trenneinrichtung gemäß 6 kann auch
insoweit modifiziert werden, als zusätzlich zu dem Flansch 85 ein
weiterer Flansch 95 vorgesehen ist, der parallel zu dem
Flansch 85 verläuft
und an dem ein Halter für
die Trägereinrichtung 37 befestigt ist.
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Festzuhalten
ist, dass das Kontaktstück
beziehungsweise der Kontaktstift 93 auch als Erdungskontaktstift
verwendet werden kann, so dass das feststehende Kontaktstück 86 ein
Erdungskontaktstück
bildet. Gegebenenfalls kann am Flansch 95 auch ein vierter
Trennkontakt vorgesehen sein, was hier nicht dargestellt ist.
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Die
Anordnung gemäß 2 kann
beispielsweise als Einheit 52a, 52b verwendet
werden, wenn an dem Kontaktstück 75 (siehe 3)
ein Knotenpunkt angeschlossen, wie dies bei den Einheiten 52a und 52b der
Fall ist.
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Die 4 zeigt
eine weitere Ausführungsform
der Erfindung. Hierbei ist wieder eine Metallkapselung 100 vorgesehen,
an deren entgegengesetzten freien Enden Schottungsisolatoren 101 und 102 vorgesehen
sind, an denen Leitungszüge 103 und 104 angeschlossen
sind. An den Leitungszügen 103 und 104 sind
Trägerelemente 105 und 106 angebracht,
in denen Kontaktstifte 107 und 108 beweglich aufgenommen
sind, die parallel zueinander und senkrecht zur Längsachse
der Kapselung zwischen den beiden Flanschen 101 und 102 verlaufen.
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An
einem dritten Schottungsisolator 109 ist eine Kontaktbrücke 110 mit
zwei Kontaktstücken 111 und 112 angebracht
beziehungsweise gehaltert, so dass die Kontaktstifte 107 beziehungsweise 108 mit den
Kontaktstücken 111 und 112 eine
Trennstelle bilden. An der dem Schottungsisolator 109 entgegengesetzten
Seite der Kapselung 100 sind Erdungskontakte 113 vorgesehen,
mit denen die Kontaktstifte 107, 108 ebenfalls
in Berührung
gelangen können.
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Zwischen
den Trägern 105 und 106 ist
eine Schottwand 115 vorgesehen, die aus Metall bestehen
kann; in diesem Falle endet die Schottwand in einem Abstand D von
dem Träger 110;
wenn die Schottwand 115 aus isolierendem Material hergestellt
wird, dann kann die Schottwand 115 direkt auf dem Träger 110 aufsitzen.
Die Schottwand 115 dient dazu, Beeinträchtigungen jeweils der anderen
Kontaktstelle zu verringern beziehungsweise zu vermeiden, wenn an
einem der Trennkontaktstellen während
einer Schalthandlung ein Lichtbogen gezogen wird.
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Mit
der erfindungsgemäßen Ausführung, in dem
in eine Kapselung oder in ein Kapselungsmodul zwei Trennschalter
und zwei Erdungsschalter beziehungsweise gegebenenfalls drei Trennschalter
eingesetzt sind, wird eine erhebliche Vereinfachung beispielsweise
einer Schaltungsanordnung gemäß 1 beziehungsweise 2 erzielt.
Anstatt einzelner Trenn-, Erdungsschaltermodule können einfach Kombinationsmodule 50, 51; 52, 53 vorgesehen
werden, die in einer Fabrik vorgefertigt und auf Lager gehalten
werden, was zu einer erheblichen Vereinfachung der Anfertigung und
Herstellung einer Schaltanlage dient.
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Die
Ausführung
gemäß den 5 und 6 wird
auch als sogenannter Linientrenner bezeichnet, weil die einzelnen
Kontaktstücke
in einer beziehungsweise auf einer Linie liegen. Das Modulmaß zwischen
den beiden Schottungsflanschen, die parallel zueinander verlaufen,
ist natürlich
gegenüber
einer Trenn-, Erdungsschaltermoduleinheit, bei der nur ein Erdungskontakt
und Trennschalterkontakt vorgesehen sind, vergrößert. Da insgesamt aber mehrere Trenn-,
Erdungsschaltermodule mit nur einem Trenn-, Erdungsschalterkontakt
vorgesehen sind, wird insgesamt der Platzbedarf bei Verwendung der erfindungsgemäßen Kombination
verringert.