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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entfernen von Dichtungsmaterial
an Bauteilen eines Luftfahrzeugs, insbesondere eines Flugzeugs,
mit einer Antriebseinheit und einem mit der Antriebseinheit verbundenen
Werkzeug.
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Im
modernen Flugzeugbau werden die Rumpfzellen der Flugzeuge im Allgemeinen
aus einer Vielzahl von hintereinander angeordneten und miteinander
verbundenen Rumpfsektionen ("Rumpftonnen") gebildet. Die Rumpfsektionen
sind wiederum mit mehreren untereinander verbundenen Rumpfschalen,
zum Beispiel einer Oberschale, einer Unterschale und mit Seitenschalen,
gebildet. Die Rumpfschalen werden ihrerseits mit durch Vernieten verbundenen
Aluminiumlegierungsblechen hergestellt. Tragflächen, Seitenleitwerke sowie
das Höhenruder
eines Flugzeugs werden in derselben Art und Weise aus Strukturbauteilen
zusammengefügt.
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Die
genannten Strukturbauteile werden heutzutage in der Regel noch zusammen
genietet und/oder miteinander verschraubt. Die zwischen den Bauteilen
entstehenden Nähte
bzw. Fugen werden durch bekannte elastische, temperaturbeständige und
haftstarke Dichtungsmaterialien bzw. Dichtmittel hermetisch gegeneinander
abgedichtet.
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Nach
8 bis 12 Betriebsjahren wird das Flugzeug in der Regel neu lackiert.
Hierfür
muss aus sämtlichen
Nuten bzw. Fugen das Dichtungsmaterial wieder entfernt werden, um
einen einwandfreien Farbauftrag zu gewährleisten.
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Die
bisher zum Herauslösen
bzw. Ablösen der
Dichtungsmaterialien eingesetzten Vorrichtungen basieren auf einer
manuell-mechanischen Einwirkung auf die Dichtnaht. Die hierzu insbesondere
eingesetzten Schabe- und Schneidwerkzeuge weisen teilweise mit metallischen
Materialien gebildete Klingen auf.
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Bei
der Anwendung der vorbekannten Vorrichtungen zum Entfernen von Dichtungsmaterial zwischen
den Strukturbauteilen im Rahmen der Lackiervorarbeiten besteht stets
die Gefahr, dass die Oberflächen
der oft mit hochlegierten Aluminiumblechen hergestellten Bauteile
durch die Schabe- und Schneidwerkzeuge beeinträchtigt werden (so genannte "scribemarks"), wodurch zum einen
die Korrosionseigenschaften negativ beeinflusst werden können. Zum
anderen kann eine mechanische Beschädigung der in vielen Fällen mit
hochfesten, plattierten Aluminiumslegierungsblechen gebildeten Rumpfzellenhaut
die Entstehung von Ermüdungsbrüchen fördern.
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Darüber hinaus
gestaltet sich die händische Entfernung
der Dichtungsmaterialien aus den Bauteilfugen mittels der vorbekannten
Vorrichtungen extrem zeitaufwändig
und erfordert zudem ein hohes Maß an Erfahrung.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, die vorstehend beschriebenen Nachteile der
bekannten Vorrichtungen zu vermeiden.
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Diese
Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst.
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Dadurch,
dass mittels der Antriebseinheit das Werkzeug parallel zu einer
Werkzeuglängsachse in
oszillierende Bewegungen versetzbar ist, um das Entfernen des Dichtungsmaterials
zu erleichtern,
kann mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung das Dichtungsmaterial
schnell und einfach aus den Fugen zwischen den Strukturbauteilen
herausgelöst werden.
Die Antriebseinheit gewährleistet
dabei eine relativ leichte Entfernung des Dichtungsmaterials ohne
einen allzu großen
Krafteinsatz des Anwenders.
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Nach
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist das Werkzeug im
Bereich des Bearbeitungsabschnittes eine Breite auf, die in etwa
einer Breite einer Fuge zwischen den Bauteilen entspricht, aus der
das Dichtungsmaterial entfernt werden soll.
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Hierdurch
wird eine weitgehend rückstandsfreie
Entfernung des Dichtungsmaterials auch aus den Randbereichen der
Fuge und insbesondere des Fugengrun des gewährleistet. Bevorzugt wird die Breite
des Bearbeitungsabschnitts geringfügig kleiner als die Fugenbreite
gewählt,
um ein Verklemmen des Werkzeugs in der Fuge zu vermeiden.
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Nach
Maßgabe
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, dass
das Werkzeug eine Querschnittsgeometrie aufweist, die in etwa einer
Fugenquerschnittsgeometrie entspricht.
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Mittels
dieser Ausgestaltung ist es möglich, das
Dichtungsmaterial auch aus Fugen herauszulösen bzw. herauszuschälen, die
eine von einer rechteckigen oder quadratischen Querschnittsgeometrie abweichende
Gestalt aufweisen. Im Falle einer Fuge mit einem beispielsweise
halbkreisförmigen
Fugengrund ist die Schneidkante des Werkzeugs bevorzugt ungefähr diesem
Verlauf angepasst. Durch eine individuelle Anpassung der Schneidkantengeometrie
ist eine nahezu rückstandsfreie
Entfernung des Dichtungsmaterials auch bei komplexen Querschnittsgeometrien
mit einem vertretbaren Aufwand möglich.
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Gemäß einer
weiteren Fortbildung der Erfindung ist das Werkzeug mit einem im
Vergleich zu den Bauteilen weicheren Material, insbesondere mit
einem Polycarbonat oder insbesondere mit einem harten Holz, gebildet.
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Infolge
der zumindest geringfügig
geringeren Materialhärte
des Werkzeugs im Vergleich zu den zu bearbeitenden Bauteilen werden
beim Herauslösen des
Dichtungsmaterials aus den Fugen Beschädigungen im Oberflächenbereich
der Bauteile weitgehend vermieden. Hierbei ist es nicht erforderlich,
das Werkzeug vollständig
aus einem Kunststoffmaterial wie zum Beispiel einem Polycarbonat
oder aus einem Hartholz zu bilden.
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In
einer alternativen Ausführungsform
wird lediglich der Bearbeitungsabschnitt des Werkzeugs mit den genannten
Materialien hergestellt. Der vom Bearbeitungsabschnitt wegweisende
Werkzeugschaft, der in die Werkzeugaufnahme der Vorrichtung eingespannt
wird, kann dagegen mit einem herkömmlichen Stahl, einem Edelstahl
oder dergleichen gefertigt sein. Hierbei kann eine Ausgestaltung
vorgesehen sein, bei der der Bearbeitungsabschnitt beispielsweise
im Verschleißfall
vom Werkzeugschaft abnehmbar ist und gegen einen neuen Bearbeitungsabschnitt
mit einer noch scharfen Schneidkante ausgetauscht werden kann.
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Darüber hinaus
kann der Werkzeugschaft des Werkzeugs auch aus einem faserverstärkten Kunststoffmaterial,
insbesondere einem kohlefaserverstärkten Epoxydharz gebildet sein,
um die Flexibilität
des Werkzeugs weiter zu erhöhen.
Der in diesem Fall federnd-elastisch ausgestaltete Werkzeugschaft kann
durch die oszillierenden Bewegungen zu Eigenschwingungen angeregt
werden, wodurch die Abtragswirkung des Werkzeugs weiter erhöht wird.
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Weiterhin
können
anstatt von Polycarbonat oder Hartholz andere Materialien eingesetzt
werden, die eine im Vergleich zu der Aluminiumlegierung der Bauteile
geringere Härte
aufweisen.
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Eine
vorteilhafte Fortbildung der Vorrichtung sieht vor, dass der Bearbeitungsabschnitt
im Wesentlichen keilförmig
ausgebildet ist, wobei eine Keilfläche mit einer Werkzeugunterseite
unter Bildung einer Schneidkante einen Winkel α zwischen 20° und 60° einschließt.
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Der
genannte Winkelbereich des Werkzeugs erlaubt in Verbindung mit den
parallel zur Werkzeuglängsachse
in axialer Richtung oszillierenden Bewegungen des Werkzeugs eine
wenig kraftaufwändige
und zugleich nahezu rückstandsfreie
Entfernung des Dichtungsmaterials aus der Fuge.
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Die
in einer Ausführungsform
ebene Keilfläche
des Werkzeugs ist in Bezug auf die Werkzeuglängsachse bzw. die Werkzeugunterseite
um die genannten Winkelbeträge
geneigt ausgebildet. Alternativ kann die Keilfläche, insbesondere bei Fugen
mit einer von einer viereckigen Form abweichenden Querschnittsgeometrie,
ein- oder zweidimensional gekrümmt
ausgebildet sein. Weiterhin ist es möglich die Keilfläche konkav
auszubilden, um den Auslauf der aus der Fuge ausgelösten Raupe
aus Dichtungsmaterial über
das Werkzeug hinweg zu erleichtern.
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Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der Vorrichtung sind in weiteren Patentansprüchen dargelegt.
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Weiterhin
wird die Aufgabe durch ein Verfahren zum Entfernen von Dichtungsmaterial
an Bauteilen eines Luftfahrzeugs, insbesondere eines Flugzeugs,
insbesondere mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung, nach Maßgabe des
Patentanspruchs 10 gelöst.
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Dadurch,
dass eine Werkzeugunterseite innerhalb der Fuge unterhalb des Dichtungsmaterials unter
einem Arbeitswinkel β,
insbesondere unter einem Arbeitswinkel β zwischen 0° und 20° in Bezug auf eine Bauteiloberfläche geführt wird,
ergibt sich ein verhältnismäßig geringer
Krafteinsatz des Anwenders beim Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung
unter gleichzeitiger Vermeidung einer Verletzung der Bauteiloberfläche des
bearbeiteten Bauteils.
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Darüber hinaus
ermöglicht
die beanspruchte Vorgehensweise eine nahezu rückstandsfreie, das heißt vollständige Entfernung
des Dichtungsmaterials aus den Fugen.
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In
der Zeichnung zeigt:
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1 Eine
schematische Ansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
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2 eine
vergrößerte perspektivische
Ansicht des Werkzeugs,
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3 eine
Seitenansicht der Vorgehensweise bei der Entfernung von Dichtungsmaterial
aus einer Fuge mittels der Vorrichtung, und
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4–7 unterschiedliche
Fugenformen, die mittels der Vorrichtung entfernt werden können.
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In
der Zeichnung weisen dieselben konstruktiven Elemente jeweils dieselbe
Bezugsziffer auf.
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Die 1 zeigt
eine stark schematisierte Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
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Die
Vorrichtung 1 umfasst unter anderem eine Antriebseinheit 2 sowie
ein Werkzeug 3.
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Mittels
der Antriebseinheit 2 wird das Werkzeug 3 parallel
zu einer Werkzeuglängsachse 4 in Richtung
des Doppelpfeils 5 in oszillierende Bewegungen versetzt.
Das Werkzeug 3 vollzieht hierbei eine oszillierende Bewegung
mit einem Hubweg 6.
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Die
Antriebseinheit 2 umfasst im gezeigten Ausführungsbeispiel
der 1 einen Elektromotor 7, einen Exzenter 8,
eine Exzenterstange 9 sowie einen Stößel 10, der in einem
Axiallager 11 parallel zur Werkzeugachse 4 verschiebbar
aufgenommen ist. Das Axiallager 11 kann zum Beispiel mit
einem Axialkugellager, einer Rollenlaufbuchse oder dergleichen gebildet
sein. Der Stößel 10 ist
mit einer Werkzeugaufnahme 12 verbunden. In der Werkzeugaufnahme 12 ist
ein Werkzeug 3 vorzugsweise lösbar und wieder verspannbar
aufgenommen. Hierdurch wird eine leichte Austauschbarkeit des Werkzeugs 3 durch
einen Benutzer erreicht. Das Werkzeug 3 wird beispielsweise
mittels einer Verschraubung 14 in der Werkzeugaufnahme 12 eingespannt.
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Infolge
der Drehbewegung des Elektromotors 7 in Richtung des Pfeils 15 wird
der Exzenter 8 in Richtung des Pfeils 16 in eine
gegenläufige
Rotation versetzt, so dass das Werkzeug 3 durch die Verbindung
von Exzenterstange 9 und Stößel 10 in eine oszillierende
Stoßbewegung
parallel zur Werkzeuglängsachse 4 mit
dem Hubweg 6 in Richtung des Doppelpfeils 5 versetzt
wird. Die stoßartige
Hin- und Herbewegung des Werkzeugs 3 penetriert das Dichtungsmaterial
der Fuge, so dass sich dieses relativ leicht aus der Fuge entfernen
lässt.
Die Exzenterstange 9 kann auf dem Exzenter in radialer
Richtung stufenlos oder rastbar verstellbar ausgebildet sein, um
eine Verstellung bzw. Anpassung des Hubwegs 6 zu ermöglichen. Über eine
Drehzahl des Elektromotors 7 mittels einer nicht dargestellten,
vorzugsweise elektronischen Steuer- und Regeleinrichtung, lässt sich
darüber
hinaus die Frequenz der linear oszillierenden Bewegung des Werkzeugs 3 stufenlos
einstellen.
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Abweichend
vom beschriebenen Ausführungsbeispiel
kann die Antriebseinheit 2 mit anderen mechanisch und/oder
elektromagnetisch wirkenden Antriebseinheiten realisiert werden.
Beispielsweise kann der Stößel 10 mit
dem daran befestig ten Werkzeug 3 direkt durch einen starken
Elektromagneten in axialer Richtung oszillierend bewegt werden.
Weiterhin kann der Antrieb des Werkzeugs 3 durch pneumatische
und/oder hydraulische Einrichtungen erfolgen.
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Das
Werkzeug 3 weist einen Bearbeitungsabschnitt 17 auf,
der vom Werkzeugschaft 13 weggerichtet ist. Der Bearbeitungsabschnitt 17 weist
eine Schneidkante 18 sowie eine im gezeigten Ausführungsbeispiel
der 1 ebene Keilfläche 19 auf.
Die vorzugsweise scharf angeschliffene Schneidkante 18 dient
dem Abschälen
bzw. dem Ablösen
des Dichtungsmaterials aus der Fuge. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
schließt
die Keilfläche 19 mit
der Werkzeuglängsachse 4 bzw.
einer Werkzeugunterseite einen Winkel α von etwa 45° ein. Um mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
optimale Arbeitsergebnisse zu erzielen, beträgt der Winkel α zwischen
der Werkzeuglängsachse 4 und
der Keilfläche 19 bevorzugt
zwischen 30° und
45°.
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Das
Werkzeug 3 ist mit einem Material gebildet, das eine geringere
Härte als
die zu bearbeitenden Bauteile bzw. Strukturbauteile aufweist. Hierdurch
wird eine Beeinträchtigung
der mechanischen Integrität
der Oberfläche
(so genannte "scribemarks") der zu bearbeitenden
Bauteile infolge der Benutzung der erfindungsgemäßen Vorrichtung verhindert.
Bevorzugt wird das Werkzeug 3 mit einem Kunststoffmaterial,
insbesondere mit einem Polycarbonat, einem Polyamid, einem Polyethylenterephthalat
(PET) oder mit einem Hartholz, wie zum Beispiel Buche, Eiche oder
Esche gebildet. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
wird lediglich der Bearbeitungsabschnitt 17 mit dem weicheren
Material gebildet, während
der Werkzeugschaft 13 mit einem konventionellen Stahl oder
Edelstahl hergestellt wird.
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Bei
einer weiteren alternativen Ausführungsform,
die in der Zeichnung durch die senkrechte, gestrichelte Linie auf
dem Werkzeug 3 angedeutet ist, ist der Werkzeugschaft 13 trennbar
und wieder verbindbar mit dem Bearbeitungsabschnitt 17 ("Verschleißabschnitt") ausgebildet. Hierdurch
kann im Bedarfsfall beispielsweise ein infolge längeren Gebrauchs abgestumpfter
Bearbeitungsabschnitt 17 gegen einen neuen Bearbeitungsabschnitt 17 mit
einer scharf angeschliffenen Schneidkante 18 ausgetauscht
werden.
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Die
Vorrichtung ist bevorzugt als ein händisch durch einen Benutzer
führbares
Handgerät
mit einem Gewicht von weniger als 4 kg, insbesondere von weniger
als 1 kg, ausgebildet.
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Die 2 zeigt
eine vergrößerte perspektivische
Ansicht des Werkzeugs.
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Das
Werkzeug 3 umfasst den Bearbeitungsabschnitt 17 mit
der schräg
gestellten bzw. geneigten Keilfläche 19 sowie
der Schneidkante 18. Im Bereich des Werkzeugschaftes 13 befindet
sich eine Befestigungsbohrung 20, in die die Befestigungsschraube 14 zur
Befestigung des Werkzeugs 3 in der Werkzeugaufnahme 12 einbringbar
ist. Der Winkel α zwischen
der Keilfläche 19 und
der Werkzeuglängsachse 4 beträgt bevorzugt
zwischen 30° und
45°. Eine Breite 21 der
Schneidkante 18 des Werkzeugs 3 entspricht im
Wesentlichen der Breite einer Fuge, aus der das Dichtungsmaterial
ausgeräumt
werden soll. Um ein Verklemmen des Werkzeugs 3 in der zu
bearbeitenden Fuge zu vermeiden, wird die Breite 21 des
Werkzeugs 3 bevorzugt geringfügig kleiner als die Fugenbreite
gewählt.
Die schräg
gestellte Keilfläche 19 bildet
mit einer Werkzeugunterseite 22 die Schneidkante 18.
Hierbei schließen
die Keilfläche 19 und
die Werkzeuglängsachse 4 bzw.
die Werkzeugunterseite einen Winkel α in einem Bereich zwischen 30° und 45° ein.
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Eine
Höhe bzw.
Dicke des Werkzeugs 3 ist so gewählt, dass eine zu starke Durchbiegung
vermieden wird, andererseits aber eine ausreichende Elastizität gegeben
ist.
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Bei
Fugen mit einer im Wesentlichen viereckigen Querschnittsgeometrie
ist die Schneidkante 18 als Gerade ausgebildet. Im Fall
einer Fuge mit einer hiervon abweichenden Querschnittsgeometrie, beispielsweise
bei einer Fuge mit einem Fugengrund, der einen im Wesentlichen halbkreisförmigen Querschnitt
aufweist, ist die Schneidkante hierzu korrespondierend halbkreisförmig bzw.
bogenförmig ausgebildet.
In diesem Fall weicht die geometrische Gestalt der Keilfläche 19 von
der einer Ebene ab und entspricht beispielsweise einer in mindestens
einer Raumrichtung gekrümmten
Fläche.
Weiterhin ist es möglich,
die Keilfläche
ab weichend von der Darstellung der 2 konkav
gekrümmt
auszubilden (eindimensional gekrümmte
Fläche).
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Die 3 illustriert
schematisch den Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung bei der Entfernung
von Dichtungsmaterial aus einer zu bearbeitenden Bauteilfuge.
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In
einer Fuge 23 mit einer im gezeigten Ausführungsbeispiel
im Wesentlichen viereckigen Querschnittsgeometrie befindet sich
eine mittels der Vorrichtung zu entfernende Raupe 24. Die
Raupe 24 ist mit einem handelsüblichen, elastischen und haftstarken
Dichtungsmaterial 25 ("Sealant"), wie zum Beispiel
Polyurethan, Silikon, Acryl oder dergleichen, gebildet. Zum Abschälen bzw.
Ablösen
der Raupe 24 aus der Fuge 23 wird das Werkzeug 3 mit
der Schneidkante 18 unter einem bevorzugt kleinen Arbeitswinkel β in einem
Bereich zwischen 0° und
20° unter
eine Unterseite der Raupe 24 geführt. Der Arbeitswinkel β wird hierbei
zwischen der Werkzeuglängsachse 4 bzw.
der Werkzeugunterseite 22 und einer Bauteiloberfläche 26 ermittelt.
Je geringer der Arbeitswinkel β gewählt wird,
desto leichter lässt sich
die Raupe 24 von der Bauteiloberfläche 26, das heißt insbesondere
vom Fugengrund, abheben bzw. abschälen.
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Infolge
der starken, oszillierenden Stoßwirkung
des Werkzeugs 3 entlang des Doppelpfeils 27, die
im Wesentlichen parallel zu der Werkzeuglängsachse 4 und damit
in einer Längsrichtung
der Fuge 23 wirkt, wird das Abheben der Raupe 24 in
Richtung des Pfeils 28 erheblich erleichtert, so dass auch
eine lang andauernde händische
Verwendung der Vorrichtung ohne die Gefahr des Auftretens von Ermüdungserscheinungen
beim Anwender möglich
ist.
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Die
mit der durchgezogenen Linie dargestellte Keilfläche 19 ist eben ausgebildet.
Abweichend hiervon kann die Keilfläche 19 auch als eine
konkav gekrümmte
Keilfläche 29,
wie mit der gestrichelten Linie angedeutet, ausgebildet werden.
Hierdurch wird das "Ablaufen" bzw. Herauslaufen
der aus der Fuge 23 heraus gelösten Raupe 24 in Richtung
des Pfeils 28 über
das Werkzeug 3 hinweg erleichtert.
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Die 4 bis 7 zeigen
exemplarisch einige alternative Fugenformen zwischen verbundenen Bauteilen
eines Flugzeugs, die mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung entfernt werden
können.
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Die 4 zeigt
drei Bauteile 30, 31, 32, die unter Bildung
einer (Stoß-)Fuge 33 durch
nicht dargestellte Verbindungselemente miteinander verbunden sind.
Eine Raupe 34 aus dem Dichtungsmaterial 35 füllt die
Fuge 33 bevorzugt vollständig auf. Die Raupe 34 aus
dem Dichtungsmaterial 35 bzw. die Fuge 33 weisen
eine in etwa quadratische Querschnittsgeometrie auf. Die 5 zeigt
zwei überlappend
verbundene Bauteile 36, 37, wobei eine (Überlappungs-)Fuge 38 von
einer Raupe 39 aus einem Dichtungsmaterial 40 abgedeckt
ist. Die Raupe 39 aus dem Dichtungsmaterial 40 kann
eine viertelkreisförmige
oder dreieckförmige
Querschnittsgeometrie aufweisen. Die 6 zeigt
zwei Bauteile 41,42, die unter Bildung einer Fuge 43 überlappend
verbunden sind. In der Fuge 43 verläuft eine Raupe 44 aus
einem Dichtungsmaterial 45. Die 7 zeigt
zwei rechtwinklig miteinander verbundene Bauteile 46,47, die
eine (Schein-)fuge 48 bilden. Die Fuge 48 ist
mit einer Raupe 49 aus einem Dichtungsmaterial 50 aufgefüllt. Die
Raupe 49 weist wiederum bevorzugt eine dreieckförmige oder
viertelkreisförmige
Querschnittsgeometrie auf. Die Fugenformen nach 5 und 7 werden
bevorzugt mit einem Werkzeug 3, das eine geradlinige Schneidkante
aufweist, bearbeitet. Insbesondere bei den Fugenformen nach Maßgabe der 4 und 6 wird
bevorzugt ein Werkzeug 3 eingesetzt, dessen Bearbeitungsabschnitt 17 eine Querschnittsgeometrie
aufweist, die an die Fugenquerschnittsgeometrie angepasst ist.
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Im
Vergleich zu konventionellen Schabe- bzw. Schneidwerkzeugen können die
Fugen in erheblich kürzerer
Zeit von dem Dichtungsmaterial befreit bzw. geräumt werden, wobei infolge des
weicheren Werkzeugsmaterials im Vergleich zu dem zu bearbeitenden
Bauteilmaterial eine Beschädigung
der Bauteiloberflächen
und hierdurch bedingte schwerwiegende Folgeschäden weitgehend vermieden werden.
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Der
Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung
erlaubt somit eine erhebliche Zeit- und dadurch bedingte Kostenreduzierung
bei den erforderlichen Vorarbeiten zum Lackieren von Rumpfzellen
und weiteren Strukturkomponenten bei Flugzeugen.
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- 1
- Vorrichtung
- 2
- Antriebseinheit
- 3
- Werkzeug
- 4
- Werkzeuglängsachse
- 5
- Doppelpfeil
- 6
- Hubweg
- 7
- Elektromotor
- 8
- Exzenter
- 9
- Exzenterstange
- 10
- Stößel
- 11
- Axiallager
- 12
- Werkzeugaufnahme
- 13
- Werkzeugschaft
- 14
- Befestigungsschraube
- 15
- Pfeil
- 16
- Pfeil
- 17
- Bearbeitungsabschnitt
- 18
- Schneidkante
- 19
- Keilfläche
- 20
- Befestigungsbohrung
- 21
- Breite
(Werkzeug)
- 22
- Werkzeugunterseite
- 23
- Fuge
- 24
- Raupe
- 25
- Dichtungsmaterial
- 26
- Bauteiloberfläche
- 27
- Doppelpfeil
- 28
- Pfeil
- 29
- Keilfläche (konkav)
- 30
- Bauteil
- 31
- Bauteil
- 32
- Bauteil
- 33
- Fuge
- 34
- Raupe
- 35
- Dichtungsmaterial
- 36
- Bauteil
- 37
- Bauteil
- 38
- Fuge
- 39
- Raupe
- 40
- Dichtungsmaterial
- 41
- Bauteil
- 42
- Bauteil
- 43
- Fuge
- 44
- Raupe
- 45
- Dichtungsmaterial
- 46
- Bauteil
- 47
- Bauteil
- 48
- Fuge
- 49
- Raupe
- 50
- Dichtungsmaterial