-
Polyesterlacke,
die zum Beispiel für
die Bandblechbeschichtung eingesetzt werden, zeichnen sich durch
hohe Flexibilität
und moderate Kratzfestigkeit aus. Die Flexibilität wird insbesondere durch den T-Bend-Test,
bei dem ein beschichtetes Blech um 180°C gebogen wird, nachgewiesen.
Mit Isocyanat-gehärteten
Polyesterlacken beschichtete Bleche überstehen diesen Test ohne
Aufreißen
oder Delaminieren der Lackschicht. In der Praxis werden zunehmend
kratzfestere Beschichtungen, die jedoch keine oder nur geringe Einbußen in ihrer
Flexibilität
zeigen, gefordert. Zur Verbesserung der Kratzfestigkeit kann der
Vernetzungsgrad erhöht
werden, wobei jedoch die Flexibilität deutlich verringert wird.
Durch Füllen
eines Lacks mit partikulären Füllstoffen
gelingt ebenfalls eine Verbesserung der Kratzfestigkeit, jedoch
führt diese
Maßnahme
abhängig von
der Teilchengröße der Füllstoffe
bei Klarlacken zu einer Trübung,
Mattierung und/oder Aufrauung der Lackoberfläche. Das Einbringen von Partikeln
in die Lackrezeptur geht auch mit einem Verlust der Dehnbarkeit
der Beschichtung einher und äußert sich
zum Beispiel durch Glanzverlust oder Mattierungseffekte beim Dehnen oder
Biegen lackierter Substrate an den gedehnten Stellen.
-
Aus
EP 1204701 B1 ist
bekannt, dass gehärtete
Beschichtungen mit einer Vielzahl von Teilchen, wobei eine Konzentration
der Teilchen innerhalb einer Oberflächenregion der Beschichtung
größer ist
als eine Konzentration innerhalb des Volumenbereichs, kratzfester
sind als urmodifizierte Beschichtungen. Als Nanopartikel werden
Organosole mit monodispersen Silica-Partikeln eingesetzt. Diese
Lacke zeichnen sich durch spezielle Bindemittel und Harter, die
eine Migration der Nanopartikel an die Lackoberfläche herbeiführen, aus.
Die Patentinhaberin belegt die Migration der Partikel an die Oberfläche bis
an die Phasengrenze zwischen Lack und Luft durch transmissionselektronenmikroskopische
Aufnahmen (TEM-Aufnahmen) und führt
die experimentell nachgewiesene Verbesserung der Kratzfestigkeit
auf die Anreicherung der Nanopartikel an der Oberfläche zurück. Die
Patentschrift beschreibt auch eine Ausführungsform in der sich über der
mit Partikeln angereicherten Schicht noch eine dünne partikelfreie Bindemittelschicht
befindet. Es können
sowohl oberflächenmodifizierte
als auch unbehandelte Partikel eingesetzt werden. (Seite 6, Absatz
0047). Wenn unbehandelte Partikel eingesetzt werden, muss der Lack
jedoch eine Polysiloxanverbindung enthalten, die zusammen mit den
Nanopartikeln die Verbesserung der Kratzfestigkeit bewirkt. Setzt
man keine Siloxane ein, so agglomerieren die Partikel und bringen
nicht den gewünschten
Effekt. (S.33, Zeile 11).
-
Um
die Anreicherung der Nanopartikel an der Lackoberfläche herbeizuführen, wird
eine siloxanhaltige Rezeptur eingesetzt, welche die Entmischung
von Bindemitteln und Nanopartikeln begünstigt. Als Nanopartikel werden
Organosole eingesetzt, die in Kombination mit den Polysiloxanen
die Verbesserung der Kratzfestigkeit bewirken. Die erforderliche
Siloxanmenge zur Stabilisierung der monodispersen Nanopartikel ist
vergleichsweise hoch. Im Beispiel 2A werden 10,3 Gewichtsteile Polysiloxan
für 6,7
Gewichtsteile SiO2 (Werte bezogen auf Feststoff)
benötigt.
Im Beispiel 1C werden sogar 15,3 Gewichtsteile Polysiloxan für 6,7 Gewichtsteile SiO2 gebraucht. Organosole werden nach aufwendigen
Verfahren über
den Sol-Gel-Prozess oder über
Lösemittelaustausch
und Oberflächenmodifizierung
aus Kieselsolen hergestellt. Die Kosten für Organosole und Polysiloxane
sind gemessen an den Lackkosten für großtechnische Produkte sehr hoch
und limitieren den Einsatzbereich.
-
Aus
Bauer, Mehnert et al., Macromol. Mater. Eng. 2002, 287,
546-552 ist bekannt, dass anorganische Nanopartikel mit
Silanen modifiziert werden und in strahlenhärtbaren hochvernetzten Lacken
zur Verbesserung der Kratzfestigkeit eingesetzt werden können. Die
modifizierten Nanopartikel werden besser mit den Coatings verträglich und
können
durch reaktive Gruppen an den Lack angekoppelt werden. Setzt man
einen tetrafunktionellen Vernetzer ein, so findet man verbesserte
Abriebswerte. Mit weichen monofunktionellen Reaktivverdünnern findet
man erst bei hohen Füllgraden
eine Verbesserung.
-
DE 10326538 beschreibt
abriebfeste Beschichtungen auf Basis oberflächenmodifizierter Nanopartikel und
blockierter Isocyanate. Die Beschichtungen haben bei hohem Füllstoffgehalt
hervorragende Abriebbeständigkeit.
Als Modifizierungsmittel für
die Nanoteilchen werden Silane, die erotische Gruppen enthalten
oder Precursoren solcher Silane eingesetzt.
-
DE 19920801 beschreibt
eine zweistufige Beschichtung, die sowohl thermisch als auch photochemisch
gehärtet
wird. Die Beschichtung enthält
monodisperse Nanoteilchen vom Typ Highlink OG 103-31. Nachdem die
erste partikelfreie Schicht nur partiell gehärtet wurde, wird mit der zweiten
partikelhaltigen Schicht beschichtet und anschließend erneut
gehärtet.
In einer Variante wird anstelle der monodispersen Partikel pyrogene
Kieselsäure
(Aerosil) eingesetzt. Es gibt jedoch keine genaue Angabe welche
Aerosil-Type verwendet wurde.
-
US 5,853,809 beschreibt
ein Nanopartikel-haltiges Coating mit einem carbamatfunktionellen
Silicamaterial, das durch Umsetzen von kolloidalem Silica mit einem
zuvor hergestellten carbamatfunktionellen Silan gewonnen wird. Die
Beschichtungen enthalten sehr hohe Füllstoffgehalte und zeigen beim
Verkratzungstest mit einem Crockmeter geringeren prozentualen Glanzverlust
als nicht gefüllte
Lacke oder Lacke bei denen der Silica-Füllstoff nicht mit dem Kopplungsreagenz
umgesetzt wurde.
-
US 6,916,368 beschreibt
aluminiumsilicathaltige Coatings mit weitgehend sphärischen
weitgehend unmodifizierten Partikeln und einer verbesserten prozentualen
Glanzretention nach Crockmetertest. Die Beschichtungen mit 5 bzw.
40% Nanofüllstoff
sind wegen des Brechungsindexunterschieds in unverkratztem Zustand
deutlich trüber
als ungefüllte
Lacke.
-
WO 0245129 , (Nanophase)
beschreibt abriebbeständige
Filme mit oberflächenmodifizierten
nanokristallinen Partikeln, die durch Abscheidung einer oder mehrere
Spezies von Polysiloxanen, bevorzugt Sternpolymeren auf der Partikeloberfläche hergestellt
werden. Man erhält
abriebbeständige
Filme oder Filme mit erhöhter
Bleistifthärte,
die gegenüber
Filmen mit Mikropartikeln bessere Transparenz aufweisen.
-
WO 03040223 (Nanophase)
beschreibt Zusammensetzungen mit einem Gehalt an Micro- und Nanopartikeln.
Man findet nicht-lineare Effekte, hat jedoch aufgrund des Gehalts
an Micropartikeln keine klar transparenten Filme.
-
WO 03084871 (Nanophase)
beschreibt nichtwässrige
Dispersionen mit Nanopartikeln wobei polymere Dispergieradditive
mit wiederholenden Einheiten und Ankergruppen, wie z. B. Polyvinylpyrrolidon
zur Stabilisierung eingesetzt werden.
-
WO 0400916 A2 (Nanophase)
beschreibt langzeitstabile wässrige
Dispersionen mit Metalloxid-Nanopartikeln wobei wasserlösliche polymere
Dispergieradditive mit pigmentaffinen und wasserlöslichen
Gruppen eingesetzt werden. In einigen Fällen können auch cyclische Phosphate
eingesetzt werden.
-
WO 2005119359 (Nanophase)
beschreibt kratzfeste Artikel mit einem im wesentlichen transparenten Überzug wobei
eine Dispersion von mehrheitlich nicht-agglomerierten nanokristallinen
Primärpartikeln,
polymerem Dispergiermittel und oberflächenaktivem Material zum Einsatz
kommt (S. 5, 2. Absatz). Ein Gegenstand der genannten Schrift ist
die Migration der Nanopartikel an die Phasengrenzfläche und
dadurch bedingt die Verwendung geringer Mengen Nanoadditiv zur Erzielung
einer erhöhten
Kratzfestigkeit. Die im Wesentlichen sphärischen Nanopartikel haben
eine nicht-poröse
Struktur. Die Stabilisierung und die Migration der Nanopartikel
werden wesentlich durch die Natur der verwendeten polymeren Dispergieradditive
mit einem Molekulargewicht über
1000 gesteuert.
-
EP-A-0766997 beschreibt
ein Düsenstrahlverfahren
zum Zerkleinern von Agglomeraten und Aggregaten nanoskaliger Primärpartikel,
bei dem zwei Flüssigkeitsstrahlen
mit Drücken
bis zu 200 bar in mehreren Durchgängen aufeinander geschossen
werden und bei dem die in den Flüssigkeiten
dispergierten Partikeln vermahlen werden.
-
EP 943664 B1 beschreibt
ein Verfahren zur Herstellung kratzfester Lacke unter Verwendung
von nach dem Düsenstrahlverfahren
vermahlenen Agglomeraten nanoskaliger Partikel. Gegenstand der Erfindung
sind Nanopartikel-haltige transparente Lackbindemittel, die bezogen
auf den Lackfestkörper
0,5 bis 25 Gew.-% als Feststoff einarbeitbare primär nanoskalige
Teilchen enthalten, hergestellt durch Düsenstrahldispergierung der nanoskaligen
Teilchen im Bindemittel. (
EP
943664 B1 , 0016). Es wird offenbart, dass es von Vorteil
sein kann, auch oberflächenmodifizierte
Teilchen einzusetzen oder z. B. eine Oberflächenmodifizierung nach der
Deagglomeration vorzunehmen. Bevorzugt werden pyrogene Kieselsäuren und
besonders bevorzugt oberflächenmodifizierte
Typen, die eine hydrophobe Oberfläche aufweisen, eingesetzt.
Besonders bevorzugte Harze sind unter anderem Polyesterpolyole.
Blockierte Polyisocyanate kommen unter anderen als Härter in
Betracht. Die beschriebenen Zusammensetzungen erlauben eine verbesserte
Verkratzungsbeständigkeit
bei gleich bleibender Transparenz und Glanz. Gegenstand der
EP 943664 B1 ist
auch ein Verfahren zur Herstellung von transparenten Nanopartikel-haltigen
Lackbindemitteln, dadurch gekennzeichnet, dass die aus Nanopartikeln
und Lackbindemitteln bestehende Zubereitung in mindestens einem
Durchgang durch eine Vorrichtung geleitet wird, die mindestens eine
Düse oder
einen Schlitzspalt aufweist, wobei der Bereich für die Maße und die konstruktive Anordnung
angegeben werden (ebda. 0034). Bei der Durchführung des Verfahrens wird ein
Druck von 5 bis 50 MPa, bevorzugt 7 bis 30 MPa angewendet. Die erst
bei deutlich höheren
Mahldrücken
auftretenden deutlichen "Destrukturierungs-
und Vermahlungseffekte" können jedoch
nicht erreicht werden. In
EP
943 664 B1 werden den Dispergiermitteln besonders bevorzugt
oligomere oder polymere organische Verbindungen, wie z. B. in der
Lack- und Beschichtungstechnologie gebräuchliche Harze und Bindemittel
als weitere Stoffe zugesetzt. Durch den Zusatz von Harzen und Bindemitteln
steigt die Viskosität
der Zubereitungen, wodurch die maximal handhabbare Konzentration
von nanoskaligen Partikeln limitiert wird. Bei der bevorzugten Verfahrensweise
werden die pulverförmigen,
primär
nanoskaligen Teilchen in die mit Lösungsmitteln auf unter 2000
mPas verdünnte
Polyolkomponente in einen Dissolver eingebracht und deagglomeriert.
In den Beispielen werden nur über
Flammpyrolyse hergestellte pyrogene Kieselsäuren als nanoskalige Teilchen
genannt. Kieselsäuren
haben einen geringen Brechungsindex, der nicht so stark von den
Brechungsindizes der üblichen Lackharze
abweicht. Bei Kieselsäuren
fällt ein
Gehalt von nicht nanoskaligen Anteilen deshalb nicht so sehr wie
bei hochbrechenden Metalloxiden auf.
-
Unter
den in
EP 943 664 angegebenen
Bedingungen findet nur eine Deagglomeration, jedoch keine Vermahlung
statt. Aggregate von nanoskaligen Partikeln können bei Drücken bis zu 50 MPa nicht aufgebrochen
werden. Es ist mit dem beschriebenen Verfahren nicht möglich, aggregierte
Metalloxidpartikel zu vermahlen.
-
Obwohl
zahlreiche Verfahren zur Formulierung kratzfester Überzüge für verschiedenste
Substrate beschrieben werden, besteht ein Bedarf an kratzfesten,
abriebfesten und transparenten Beschichtungen, die gegenüber den
unmodifizierten nur eingeschränkt
kratzfesten Rezepturen keine signifikante Verschlechterung der Eigenschaften
aufweisen.
-
Insbesondere
ist die Trübung
der Lacke bei den am effektivsten wirksamen Kratzfestadditiven auf
Basis hochbrechender Metalloxide, wie vor allem Aluminiumoxid zu
hoch für
die Anwendung in klar transparenten Klarlacken. Auch die Verwendung
geringer Mengen nanokristalliner Primärteilchen (
WO 2005119359 ) ermöglicht nicht
die Herstellung klar transparenter Lacke mit einem geringen Hazewert.
-
Andere
Wege zur Erzielung kratzfester Beschichtungen über hohe Nanopartikel-Konzentrationen mit geringbrechenden
Pigmenten, wie z. B. Organosilicasolen haben den Nachteil, dass
die Überzüge im Vergleich
zum unmodifizierten Material deutlich an Flexibilität verlieren.
Die Wirkung derartig massiver Eingriffe auf Haftung, Überlackierbarkeit
und Langzeiteigenschaften ist kritisch und muss noch untersucht
werden.
-
Für die Praxis
ergibt sich daher die Forderung nach einem kratzfesten Lacksystem
mit vollständigem oder
zumindest weitgehendem Erhalt der wichtigsten Lackeigenschaften.
Die gewünschte
Verbesserung soll sich in einem breiten Verarbeitungsfenster zeigen
und in einem einfach zu handhabenden Lacksystem ermöglicht werden.
Die Verwendung großer
Siloxanmengen zur Stabilisierung von Nanopartikeln in 2K und 1K-PU-Lacksystemen
ist unerwünscht,
da Siloxane, wie dem Fachmann bekannt in hoher Dosierung Haftungsprobleme
verursachen und zur Instabilität
und Entmischung des flüssigen
Lacks führen
können.
Ein für die
Praxis nicht unerheblicher Faktor sind die Kosten des Lacksystems.
-
Eine
Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eines mit nanoskaligen
Partikeln modifizierten Lackbindemittels für Lacksysteme sowie eines mit
nanoskaligen Partikeln modifizierten Lacks und eines Mahlverfahrens
für Agglomerate
nanoskaliger anorganischer Partikel, das von preiswerten Rohstoffen
ausgeht und im Produktionsmaßstab
reproduzierbar durchführbar
ist. Da sowohl Siloxane als auch nanoskalige Partikel, wie z. B.
Organosole einen erheblichen Kostenfaktor darstellen, sollten sie
bereits in geringer Menge eine ausreichende Wirkung herbeiführen oder
durch preiswertere Systeme ersetzt werden.
-
Die
bisher bekannten Mahlverfahren zur Herstellung nanoskaliger Partikel,
z. B. über
Rührwerkskugelmühlen führen selbst
mit harten kleinen Mahlkugeln, z. B. aus Ceroxid oder Zirkonoxid
zu einem nicht zu vernachlässigenden
Abrieb, der vom Mahlgut nicht entfernt werden kann und die Klarheit
und Transparenz der damit hergestellten Beschichtungen stört. (siehe
auch J. Winkler, Farbe + Lack, 2/2006),
-
Das
in
EP 766 997 und
EP 943 664 B1 beschriebene
Dispergierverfahren arbeitet bei einem Druck von 230 bar bis ggf.
500 bar, der keine Vermahlung ermöglicht. Die in
EP 766 997 beschriebene Apparatur mit der
angegebenen Geometrie der Mahlkammer und der angegebenen Anordnung
der Düsen
ist nicht geeignet um bei höherem
Druck betrieben zu werden, da die Flüssigkeitsstrahlen die gegenüberliegenden
Düsen nach kurzer
Betriebszeit zerstören.
-
In
der Patentliteratur werden kratzfeste Beschichtungen beschrieben,
die einen hohen Anteil an monodispersen Nanofüllstoffen aufweisen. Beim Einsatz
aggregierter Füllstoffe
mit zumindest teilweise mikroskaligen Dimensionen gelingt zwar die
Erhöhung
der Härte,
die Transparenz und vor allem die Klarheit gehen jedoch aufgrund
der Lichtstreuung stark zurück.
Auch Systeme aus Kombinationen nanoskaliger und mikroskaliger Rohstoffe
verlieren Ihre Transparenz und Klarheit, wenn auch nicht in diesem
Maße.
-
Es
wurde nun überraschend
gefunden, dass die zuvor geschilderten Probleme im Hinblick auf
ein Lackbindemittel gelöst
werden können,
welches eine Matrix auf Basis eines oder einer Mehrzahl von Polymeren
und auf 100 Gew.-% des gesamten Bindemittels eine stabilisierte
Suspension nanoskaliger Partikel, in einer als Feststoffanteil der
Suspension gemessenen Menge von 0,5 bis 25 Gew.-%, aufweist und
sich dadurch auszeichnet, dass die Suspension der Partikel erhältlich ist
durch a) Vermahlung der Partikel unter Zusatz eines Lösemittels
in einer Hochdruckmühle,
die unter einem Druck im Bereich von > 500 – etwa
10.000 bar Agglomerate und/oder Aggregate der Partikel in nanoskalige
Fragmente zerlegt; und b) Zusatz eines oder mehrerer Dispergieradditive
zur Stabilisierung der Oberfläche
der gemahlenen Partikel, wobei das (die) Dispergieradditiv(e) in
einer Menge von 1 bis 25 Gewichtsteilen, bezogen auf 100 Gewichtsteile
der Partikel, vorhanden ist (sind).
-
Die
erfindungsgemäßen Lackbindemittel
lassen sich auf klassische Weise zu Lacken oder Lacksystemen formulieren. Überraschend
wurde nun gefunden, dass nach der Formulierung unter Verwendung
des erfindungsgemäßen Lackbindemittels
resultierende Lacke bestehend aus
- a) einem
Harzsystem,
- b) einem Härtersystem,
- c) einem Füllstoffsystem,
- d) gegebenenfalls Lösemitteln
und
- e) gegebenenfalls weiteren in Lacken und Beschichtungen üblichen
Additiven, wobei zumindest die Bestandteile a) und c) aus dem Lackbindemittel
stammen,
die Forderung nach transparenten Beschichtungen
mit verbesserter Kratzfestigkeit und/oder verbesserter Abriebbeständigkeit
erfüllen,
wenn die Komponenten aus den im Folgenden beschriebenen Produktsystemen ausgewählt werden
und die anorganischen Füllstoffe
mittels eines Hochdruckmahlverfahrens als nanoskalige Partikel bereitgestellt
werden. Ein geeignetes Hochdruckmahlverfahren arbeitet gemäß den in DE 10360766 vom 23.12.2003, "Verfahren und Vorrichtung
zur Herstellung von Dispersionen" oder DE 102 04 470 C1 vom 5.02.2002
( US 6,991,190 ) "Verfahren zur Herstellung
von Dispersionen" beschriebenen
Verfahrensweisen.
-
Eine
Besonderheit des erfindungsgemäßen Lackbindemittels/Lacksystems
besteht im Einsatz von auf besondere Weise erhaltenen nanoskaligen
Partikeln, die zweckmäßig in stabilisierter
Suspension vorliegend eingesetzt werden. Der Begriff „nanoskalige
Partikel" bezieht
sich auf solche Partikel, deren Größe als Aggregate von Primärpartikeln
bestimmt auf einer Skala im Nanometerbereich, das ist der Bereich
von 1,0 bis etwa 500 nm liegt. Es handelt sich bei der Größenangabe
der Primärpartikelaggregate
um die mittlere Teilchengröße d50 bestimmt
mittels Horiba LA 920 Partikelgrößenanalysator.
Die nanoskaligen Partikelaggregate (Primärpartikelaggregate) können sich
in erfindungsgemäßen Lacksystemen
nicht zu größeren Gebilden
zusammenballen (agglomerieren/Agglomerate bilden).
-
Im
Sinne der Erfindung sind Lackbindemittel von besonderem Interesse,
bei welchen die in stabiliserter Suspension vorliegenden nanoskaligen
Partikel eine mittlere Partikelgröße d50 im Bereich von 0,05
bis 10 μm
haben bestimmt mittels Lichtstreuung nach Mie. Ganz besonders bevorzugt
sind solche Lackbindemittel, die sich dadurch auszeichnen, dass
die nanoskaligen Partikel einen d50 Wert im Bereich von 0,05 bis
0,5 μm, vorzugsweise
0,1 bis 0,5 μm
aufweisen. Wie bereits gesagt ist zwischen der Größe der primären Partikel,
der Größe der Primärpartikelaggregate
(„nanoskalig") und der Größe der Partikelaggregate
in stabilisierter Suspension/Dispersion zu unterscheiden.
-
Eine
besondere Ausführungsform
des Lackbindemittels der Erfindung kennzeichnet sich dadurch, dass
die nanoskaligen Partikel aus Primärpartikeln bestehen, die globulär sind,
eine Größe im Bereich
von 5 bis 30 nm aufweisen, und eine Fraktalität < 3 haben, gemessen durch N2-Adsorption
im Druckbereich p/p0 von 0,5 bis 0,8.
-
Partikel
mit den vorgenannten Eigenschaften können aus einer ganzen Reihe
von Stoffgruppen rekrutiert werden. Interessante Lackbindemittel
weisen nanoskalige Partikel auf, die ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend
aus oxidischen, nitridischen und carbidischen Metall- und Halbmetallverbindungen,
sowie Mischungen von zwei oder mehreren der vorstehenden Substanzen.
In diesem Zusammenhang sind Lackbindemittel besonders bevorzugt,
bei denen die nanoskaligen Partikel ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus
alpha-Aluminiumoxid, gamma-Aluminiumoxid, delta-Aluminiumoxid, theta-Aluminiumoxid,
Zirkondioxid, Yttrium-dotiertem Zirkondioxid, Titandioxid, Rutil,
Anatas, Brookit, Siliciumdioxid, Antimonoxid, Zinkoxid, Ceroxid,
Eisenoxide, Palladiumdioxid, Indiumzinnoxid, Antimonzinnoxid, Verbindungen
vom Spinelltyp, Aluminiumspinelle, Eisenspinelle, Chromspinelle,
Titanspinelle, Cobaltspinelle, keramische Partikel, Bornitrid, Borcarbid,
Siliciumcarbid, Siliciumnitrid, Mischverbindungen und Mischoxide
aus den oben genannten Elementen sowie Mischungen, die zwei oder
mehr der vorstehenden Substanzen aufweisen.
-
Von
besonderem Interesse für
die im erfindungsgemäßen Lackbindemittel
einzusetzenden Partikel sind deren Oberflächen. So zeichnet sich eine
zweckmäßige Ausführungsform
des Lackbindemittels der Erfindung dadurch aus, dass die Oberfläche der
nanoskaligen Partikel durch Nachoxidation, Adsorption, Reaktionen
an der Oberfläche
oder Komplexierung von beziehungsweise mit anorganischen und/oder
organischen Reagenzien modifiziert ist. Hierdurch lassen sich überraschend
positive Eigenschaften bei den fertigen Lacken erzielen.
-
In
diesem Zusammenhang sind solche Modifikationen des Lackbindemittels
besonders bevorzugt, bei denen die Oberfläche der nanoskaligen Partikel
mit zwei oder mehr voneinander verschiedenen Arten funktioneller
Gruppen modifiziert ist. Hierdurch wird eine Stabilisierung der
Suspension der Partikel in jedem Stadium der Verarbeitung unterstützt.
-
Den
Lackbindemitteln der Erfindung werden Dispergieradditive zur Stabilisierung
der Suspension der nanoskaligen Primärpartikelaggregate zugesetzt.
Es kommt eine Reihe von Additiven für diesen Zweck in Frage. Besonders
bevorzugte Lackbindemittel der Erfindung sind dadurch gekennzeichnet,
dass das zugesetzte Dispergieradditiv ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus
- a) Alkyltrialkoxysilane der allgemeinen
Formel R-Si-O-R'3 , wobei R ein aliphatischer
oder gemischt aliphatisch/aromatischer Rest sein kann und Heteroatome
ausgewählt
aus der Gruppe N, O, S, Cl enthalten sein können, die auch die Hauptkette
unterbrechen können;
und wobei R' ein
aliphatischer Rest ist;
- b) Hexamethyldisilazan und seine Derivaten;
- c) Silikonbasierten Verbindungen mit einer Hauptkette aus [SiR2-O]-Bausteinen und davon abweichenden Endgruppen
sowie [SiR,R'-O]-Bausteinen
bei denen R' für eine auf
die Hauptkette aufgepfropfte Seitenkette steht;
- d) Vinylischen Homo- oder Copolymeren oder Oligomeren mit funktionellen
Gruppen, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Cl, CO2R mit
R = H, Aryl oder Alkyl mit optional weiteren funktionellen Gruppen;
OH, NH2, NR2, wobei R ein Wasserstoff, aliphatischer und/oder aromatischer
Rest sein kann, der weitere Heteroatome enthalten kann; C=ONR2, wobei R ein Wasserstoff, aliphatischer
und/oder aromatischer Rest sein kann, der weitere Heteroatome enthalten
kann;
- e) Blockcopolymeren mit einem Gehalt an polaren erotischen oder
polaren aprotischen funktionellen Gruppen in mindestens einem der
Blöcke;
- f) Polykondensaten, wie z.B. Polyester und Polyamiden;
- g) Verbindungen der allgemeinen Formel R-(CH2-CH2-X)n-R', wobei R und R' für ggf. funktionell
substituierte aliphatische und/oder aromatische Reste, X für O, NR
mit R = H, Alkyl steht;
- h) Hyperverzweigten Oligomeren oder Polymeren wie z.B. Polyimine
mit darauf aufgepfropften Polyether- und/oder Polyesterseitenketten,
hyperverzweigten Polyglycerinen;
- i) Sternpolymeren;
- j) Verbindungen mit einer Polyethyleniminhauptkette und darauf
aufgepfropften Seitenketten, ausgewählt aus der Gruppe: Polyether,
Polyester;
- k) phosphorhaltigen Oligomeren, wie z. B. tego dispers 655;
und Mischungen enthaltend wenigstens eine der Verbindungen a) bis
k).
-
Auch
bestimmte Kombinationen aus Partikelmaterial und Dispergieraditiv
können
besonders zweckmäßige Lackbindemittel
ergeben. Eine spezielle Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Lackbindemittels umfasst
als nanoskalige Partikel Aluminiumoxid und als Dispergieradditiv
phosphorhaltige Oligomere. Hierbei ist als phosphathaltiges Oligomer tego
dispers 655 ganz besonders bevorzugt.
-
Neben
dem Mahlvorgang in einer Hochdruckmühle könnten weitere Behandlungsschritte
vorgeschaltet/nachgeschaltet sein. Ein besonderes Lackbindemittel
der Erfindung ist daher dadurch gekennzeichnet, dass die Suspension
der Partikel erhältlich
ist, indem man vor dem Schritt der Vermahlung in einer Hochenergiemühle eine
Vordispergierung der Partikel in einer flüssigen Phase in einem Rotor-Stator-Durchlauf-Aggregat
vornimmt. Dies führt
zu einer weiteren unerwarteten Verbesserung der Stabilität der Suspension.
-
Der
Vermahlvorgang kann auch durch weitere Maßnahmen unterstützt werden.
So ist die Zugabe eines Lösungsmittels
essentiell. Eine zweckmäßige Variante
des erfindungsgemäßen Lackbindemittel
ist nun dadurch gekennzeichnet, dass das zur Vermahlung zugesetzte
Lösemittel
ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus aliphatischen und cycloaliphatischen
Verbindungen, aromatischen und substituierten aromatischen Verbindungen,
in Lacken einsetzbaren Erdöl-
und Benzinfraktionen, Estern, Lactonen, Ethern, Glykolethern, Ketonen,
Alkoholen, Mischungen aus zwei oder mehr der vorstehend genannten
Verbindungen und Mischungen, die wenigstens eine Verbindung der
vorstehend genannten Substanzen umfassen.
-
Sehr
günstig
für die
Lackbindemittel der Erfindung ist es auch, wenn das Lösemittel
eine Kombination von Lösemitteln
unterschiedlichen Siedepunkte und/oder Verdunstungszahl und/oder
unterschiedlicher Polarität
umfasst. Besondere Ausführungsformen
sind dadurch gekennzeichnet, dass die eingesetzte Lösemittelkombination
Solvesso 150/Butylglykol und/oder Solvesso 150/Methoxypropylacetat
und/oder Solvesso 150/Dibasisches Estergemisch DBE und/oder Lösemittelkombinationen
mit Xylol oder Butylacetat umfasst.
-
Auch
im Hinblick auf das als Matrix fungierende Harz bestehen beim Lackbindemittel
der Erfindung weite Variationsmöglichkeiten.
Zweckmäßige Ausgestaltungen
sind dadurch gekennzeichnet, dass die Matrix ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus organischen Oligomeren mit freien Hydroxylgruppen,
die für eine
Reaktion mit einem Härter
zur Verfügung
stehen, organischen Polymeren mit freien Hydroxylgruppen, die für eine Härtungsreaktion
geeignet sind, Kombinationen von vorstehend genannten Oligomeren
und Polymeren, sowie Mischungen, die Oligomere und/oder Polymere
mit freien Hydroxylgruppen aufweisen, die für eine Reaktion mit einem Härter zur
Verfügung
stehen.
-
Weiterhind
bevorzugte Lackbindemittel sind dadurch gekennzeichnet, dass die
Matrix Polyacrylat-, Polyester-, Polycaprolacton-, Polyether-, Polycarbonat-,
Polyurethanpolyol-Harze,
beliebige Mischungen der vorstehenden Substanzen, oder Mischungen
umfasst, die wenigstens eine der vorstehenden polymeren Substanzen
aufweisen. Hiervon sind Lackbindemittel ganz besonders zweckmäßig, bei
denen die Matrix Polyesterharze und/oder Polyacrylatharze umfasst.
-
Die
Lackbindemittel der Erfindung weisen eine hohe Transparenz auf und
ermöglichen
hoch transparente Überzüge. Bevorzugt
weisen die Lackbindemittel eine hohe Transparenz von mehr als 70%
Transmission, besonders bevorzugt mehr als 85% Transmission, noch
mehr bevorzugt von mehr als 88% auf.
-
Die
Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Herstellung von
Lackbindemitteln, bei welchem Verfahren man
- i)
eine Matrix auf Basis eines oder einer Mehrzahl von Polymeren bereitstellt;
- ii) die bereitgestellte Matrix mit einer stabilisierten Suspension
nanoskaliger Partikel mischt; und
- iii) gegebenenfalls zur Mischung aus ii) weitere übliche Additive
hinzufügt;
wobei
auf 100 Gew.-% des gesamten Bindemittels, nanoskalige Partikel in
einer als Feststoffanteil der Suspension gemessenen Menge von 0,5
bis 25 Gew.-%, eingearbeitet werden;
wobei sich das Verfahren
dadurch auszeichnet, dass die Suspension der Partikel erhältlich ist
durch
a) Vermahlung der Partikel unter Zusatz eines Lösemittels
in einer Hochdruckmühle,
die unter einem Druck im Bereich von > 500 – etwa
10.000 bar Agglomerate und/oder Aggregate der Partikel in nanoskalige
Fragmente zerlegt; und
b) Zusatz eines oder mehrerer Dispergieradditive
zur Stabilisierung der Oberfläche
der gemahlenen Partikel, wobei das (die) Dispergieradditiv(e) in
einer Menge von 1 bis 25 Gewichtsteilen, bezogen auf 100 Gewichtsteile
der Partikel, vorhanden ist (sind).
-
Die
Lackbindemittel der Erfindung sowie nach dem Verfahren der Erfindung
erhältliche
Lackbindemittel lassen sich äußerst zweckmäßig zusammen
mit aliphatischen Polyisocyanaten in Zweikomponenten-Klarlacken
verwenden. Eine weitere bevorzugte Verwendung der Lackbindemittel
bezieht sich auf die Kombination mit Härtern, die mit Hydroxylgruppen
zur Reaktion gebracht werden können,
zur Herstellung von Überzügen und
Beschichtungen. Hierbei ist die Verwendung in Kombination mit Härtern ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus Polyisocyanaten, verkappten Polyisocyanaten,
Isocyanatprepolymeren, Melaminen, Silanen, silylgruppenhaltigen
Verbindungen, Mischungen von einer oder mehreren der vorstehenden
Verbindungen sowie Mischungen, die wenigstens eine der vorstehenden
Verbindungen umfassen, besonders bevorzugt.
-
Zur
Erfindung gehört
auch ein Lack aufweisend ein Lackbindemittel wie hierin beschrieben.
Ebenso gehören
zur Erfindung lackierte Gegenstände
aufweisend einen Überzug
aus einem gehärteten
Lack, der ein Lackbindemittel wie hierin beschrieben enthält/enthielt.
-
Nachfolgend
wird die Erfindung an Hand der Beschreibung der einzelnen Komponenten/Verfahrensschritte
näher erläutert:
Die
erfindungsgemäßen Lacke
bestehen aus:
- a) einem oligomeren oder polymeren
Harz oder einer Mischung oligomerer und/oder polymerer Harze, die für die Lackhärtung nutzbare
funktionelle Gruppen enthalten können,
- b) einem Härtersystem,
das selbst oligomere Bestandteile enthalten kann
- c) einem Füllstoffsystem,
das im wesentlichen aus einem nanoskaligen partikulären Füllstoff
oder einer Mischung von im wesentlichen nanoskaligen partikulären Füllstoffen
besteht, wobei die Füllstoffe
ausgewählt werden
aus der Gruppe anorganischer amorpher oder kristalliner Materialien
oder an der Oberfläche
organisch modifizierter anorganischer Materialien und wobei der
Füllstoff
oder die Mischung der Füllstoffe
in einem Lösemittel
vermahlen werden und zur Vermahlung eine Hochdruckmühle eingesetzt
wird, die unter sehr hohem Druck Agglomerate und/oder Aggregate
des Füllstoffs
in nanoskalige Fragmente zerlegen kann und die Reaggregation bzw.
Reagglomeration der Partikel durch Stabilisierung der Partikeloberfläche mit
Silanen und/oder phosphorhaltigen Verbindungen; Silanen und/oder
oligomeren Dispergieradditiven; oder Kombinationen phosphorhaltiger
Verbindungen mit oligomeren Dispergieradditiven verhindert wird.
- d) optional einem Lösemittel
oder einer Kombination von Lösemitteln
und
- e) weiteren in Lacken und Beschichtungen üblichen Additiven, ausgewählt aus
der Gruppe der Verlaufhilfsmittel, Netzmittel, Dispergiermittel,
Antioxidantien, Härtungskatalysatoren,
Trocknungsmittel, Reaktivverdünner,
Pigmente, Trennmittel, Slipadditive, Haftungsvermittler, Silane,
Phoshorverbindungen, Alkylphosphonate.
-
Das
erfindungsgemäße Lacksystem
zeichnet sich ferner dadurch aus, dass die zur Oberflächenstabilisierung
eingesetzten Silane, Phosphorverbindungen bzw. oligomeren Dispergieradditive
ausgewählt
werden aus der Gruppe der
- a) Alkyltrialkoxysilane
der allgemeinen Formel R-Si-O-R'3 , wobei R ein aliphatischer
oder gemischt aliphatisch/aromatischer Rest sein kann und Heteroatome
enthalten sein können,
ausgewählt
aus der Gruppe N, O, S, Cl, die auch die Hauptkette unterbrechen
können;
und wobei R' ein
aliphatischer Rest ist.
- b) Hexamethyldisilazan.
- c) Silikonbasierte Dispergieradditive mit einer Hauptkette aus
[SiR2-O]-Bausteinen und davon abweichenden
Endgruppen sowie [SiR,R'-O]-Bausteinen
bei denen R' für eine auf
die Hauptkette aufgepfropfte Seitenkette steht.
- d) Vinylischen Homo- oder Copolymeren oder Oligomeren mit funktionellen
Gruppen, ausgewählt
aus der Gruppe, Cl, CO2R mit R = H, Aryl oder Alkyl mit optional
weiteren funktionellen Gruppen; OH, NH2, NR2, wobei R ein Wasserstoff,
aliphatischer und/oder aromatischer Rest sein kann, der weitere
Heteroatome enthalten kann; C=ONR2, wobei R ein Wasserstoff, aliphatischer
und/oder aromatischer Rest sein kann, der weitere Heteroatome enthalten
kann.
- e) Blockcopolymeren mit einem Gehalt an polaren erotischen oder
polaren aprotischen funktionellen Gruppen in mindestens einem der
Blöcke
- f) Polykondensaten, wie z.B. Polyester und Polyamiden
- g) Verbindungen der allgemeinen Formel R-(CH2-CH2-X)n-R', wobei R und R' für ggf. funktionell
substituierte aliphatische und/oder aromatische Reste, X für O, NR
mit R = H, Alkyl steht.
- h) Hyperverzweigten Oligomeren oder Polymeren
- i) Sternpolymeren
- j) Verbindungen mit einer Polyethyleniminhauptkette und darauf
aufgepfropften Seitenketten, ausgewählt aus der Gruppe: Polyether,
Polyester.
- k) phosphorhaltigen Oligomeren, wie z. B. tego dispers 655
-
Wesentlich
für die
Erfindung ist die Vermahlung der nanoskaligen Füllstoffe die unter sehr hohem Druck
erfolgt, so dass bereits Partikel-Aggregate, die unter üblichen
Dispergierprozessen nicht zerstört
werden, in ihre Bestandteile zerlegt werden können.
-
Beschreibung des erfindungsgemäßen Vermahlungssystems
-
Als
besonders geeignet hat sich ein Verfahren erwiesen, bei dem man
die Dispergierung zunächst
mit einem Energieeintrag von weniger als 1000 kJ/m3 unter
Bildung einer Vordispersion durchführt (z:B. Dissolver oder Rotor-Stator-Maschinen),
die Vordispersion in mindestens zwei Teilströme aufteilt, diese Teilströme in einer
Hochenergiemühle
unter einem Druck von mindestens 500 bar setzt, über eine Düse entspannt und in einem gas-
oder flüssigkeitsgefüllten Reaktionsraum
aufeinandertreffen lässt
und gegebenenfalls die Hochenergievermahlung ein oder mehrere Male
wiederholt.
-
Durch
die Anwesenheit geeigneter oberflächenaktiver Substanzen in der
Dispersionslösung,
ausgewählt
aus den Gruppen a) bis j) werden die neu geschaffenen Oberflächen stabilisiert
und eine Reaggregation bzw. Reagglomeration der Partikel verhindert.
-
Beschreibung des Lacksystems:
-
Das
Lacksystem besteht aus:
- • einem Harz oder einer Mischung
von Harzen
- • einem
Lösemittel
oder einer Mischung von Lösemitteln
- • einem
Härter
oder einer Mischung von Härtern
- • Additiven
- • nanopartikulären Füllstoffen,
sowie
- • weiteren
in Lacken üblichen
Komponenten
-
Die
Komponenten des Lacksystems werden zur Erläuterung der Erfindung beschrieben:
Erfindungsgemäße Harze
sind organische Polymere mit freien Hydroxylgruppen, die für eine Reaktion
mit einem Harter verfügbar
sind; z. B. Polyesterharze und Polyacrylate.
-
Gesättigte Polyesterharze
werden meist durch Kondensation von gesättigten Polycarbonsäuren, wie z.B.
Dicarbonsäuren,
oder deren Anhydriden oder anderen veresterbaren Derivaten mit Polyolen,
z.B. Diolen oder Triolen hergestellt. Ihre Eigenschaften hängen weitgehend
von Art und Mengenverhältnissen
der Ausgangsstoffe ab.
-
Beispiele
für geeignete
Säuren
oder Säurederivate
zur Herstellung der Polyester sind Phthalsäure, Isophthalsäure, Terephthalsäure, 1,4-Cyclohexandicarbonsäure, Bernsteinsäure, Sebazinsäure, Methyltetrahydrophthalsäure, Methylhexahydrophthalsäure, Pyromellitsäure, Dimerfettsäuren, und/oder
Trimellitsäure, deren
Säureanhydride
und/oder niedrige Alkylester wie z.B. Methylester.
-
Beispiele
für geeignete
Polyole sind: Ethylenglykol, 1,2- Propandiol, 1,3-Propandiol, Diethylenglykol, Dipropylenglykol,
Triethylenglykol, Tetraethylenglykol, 1,4-Butandiol, 1,3-Butylethylpropandiol,
2-Methyl- 1,3-propandiol, 1,5-Pentandiol, Cyclohexandimethanol,
Glycerin, 1,6-Hexandiol, Neopentylglykol, Trimethylolethan, Trimethylolpropan,
1,2,6-Trihydroxyhexaerythrit,
Trishydroxyethylisocyanurat, Pentaerythrit, Sorbit, Mannit, Xylit,
1,4-Benzyldimethanol, 1,4-Benzyldiethanol, 2,4-Dimethyl-2-ethylhexan-1,3-diol,
Dicidol.
-
Die
erfindungswesentlichen Polyester werden nach bekannten Verfahren
(siehe Dr. P. Oldring, Resins for Surface Coatings, Volume
III, veröffentlicht
von Sita Technology, 203 Gardiness House, Bromhill Road, London
SW 184JQ, England 1987) durch Kondensation hergestellt.
-
Die
erfindungsgemäßen gesättigten
Polyester können
eine Säurezahl
zwischen 0 und 10 mg KOH/g, vorzugsweise 0 bis 5 mg KOH/g und besonders
bevorzugt 0 bis 3 mg KOH/g; eine Hydroxylzahl zwischen 3 und 80
mg KOH/g, vorzugsweise 10 bis 50 mg KOH/g und besonders bevorzugt
15 bis 30 mg KOH/g.
-
Die
zahlengemittelten Molekulargewichte Mn der linearen oder verzweigten,
vorzugsweise linear oder schwach verzweigten Polyester liegen zwischen
2000 und 20.000; die Glasübergangstemperatur
(Tg) zwischen –20°C und +60°C, vorzugsweise
zwischen –10°C und +40°C,
-
Das Härtersystem
-
Als
Härterkomponenten
können
Verbindungen, die mit Hydroxylgruppen zur Reaktion gebracht werden
können,
eingesetzt werden. Geeignete Verbindungen sind Polyisocyanate, verkappte
Polyisocyanate, Isocyanatprepolymere, Melamine, Silane und silylgruppenhaltige
Verbindungen, weitere Verbindungen, die bei Raumtemperatur oder
erhöhter
Temperatur, ggf. unter Zuhilfenahme eines Katalysators mit Hydroxylgruppen eine
Reaktion unter Kettenverlängerung
oder Vernetzung eingehen.
-
Geeignete
Verbindungen werden z. B. in: Bodo Müller/Ulrich Poth: Lackformulierung
und Lackrezeptur, Vincentz-Verlag Hannover, 2003, Teil II, Kapitel
2: Einbrennlacke und in der darin zitierten Literatur angegeben.
-
Beschreibung des Füllstoffsystems:
-
Das
Füllstoffsystem,
das im wesentlichen aus einem nanoskaligen partikulären Füllstoff
oder einer Mischung von im wesentlichen nanoskaligen partikulären Füllstoffen
besteht, wobei die Füllstoffe
ausgewählt werden
aus der Gruppe anorganischer amorpher oder kristalliner Materialien
oder an der Oberfläche
organisch modifizierter anorganischer Materialien ist eine wesentliche
Komponente der erfindungsgemäßen Lacke
und Beschichtungen und wird durch sorgfältige Dispergierung und/oder
Vermahlung in Kombination mit geeigneten oberflächenaktiven Komponenten in
nanoskaliger Form zur Verfügung
gestellt.
-
Auswahl geeigneter Partikel:
-
Geeignet
sind anorganische Partikel einer bestimmten Größe und einer bestimmten Struktur.
Erreicht wird dies, indem man den Polymeren keramische Partikel
mit nicht-kugeliger Morphologie zusetzt. Diese Partikel können aus
Aggregaten von globulären
Primärteilchen
(Größe der Primärteilchen:
5 bis 30 nm) bestehen, die zur Erreichung der hohen Oberfläche eine
Fraktalität
von kleiner 3, bevorzugt kleiner 2,8 besonders bevorzugt kleiner
2,5 aufweisen. Die Fraktalität
wurde nach der in der
DE 1976840 beschriebenen
Methode durch N2-Adsorption im Druckbereich p/p0 von 0,5 bis 0,8
bestimmt. Die Auswertung der Meßergebnisse
erfolgte nach der fraktalen BET-Theorie für die Mehrladungsadsorption
nach dem von Pfeifer, Obert und Cole angegebenen Verfahren (
Proc.
R. Soc. London, A423, 169 (1989).
-
Die
Partikel werden in einer Weise zugesetzt, daß eine einmal eingestellte
Partikelverteilung, nur solche Veränderungen erfährt, die
die gewünschte
Verbesserung des Eigenschaftsprofils nur unwesentlich verändert.
-
Die
Füllmengen
variieren dabei von 0,1 bis 20 w%, bevorzugt 0,2 bis 10 w% und besonders
bevorzugt 0,5 bis 3 w% bezogen auf Festharz.
-
Ein
geeignetes Herstellungsverfahren für Partikel mit fraktalen Strukturen
ist das Flammpyrolyseverfahren der Degussa AG zur Herstellung von
pyrogenen Oxiden. Fraktale Strukturen können z.B. durch Aggregation
sphärischer,
ellipsoider, kristalliner oder unregelmäßig geformter Partikel beim
Herstellungsprozess, zum Beispiel bei der Flammpyrolyse in einer
heißen
Flamme oder unmittelbar hinter der heißen Flamme gebildet werden.
Partikel mit fraktaler Struktur können z. B. aus Aggregaten von
mindesten zwei und bis zu mehreren hundert sphärischen, ellipsoiden, kristallinen
oder unregelmäßig geformten
Primärpartikeln
bestehen. Es sind jedoch auch Partikel mit fraktalen Strukturen,
die nach einem anderen Verfahren hergestellt worden sind, geeignet.
Beispiele für
weitere geeignete Verfahren sind Fällungsverfahren, hydrothermale
Verfahren oder Plasmaverfahren.
-
Die
erfindungsgemäßen Partikel
werden durch Oberflächenmodifizierung
mit der Polymermatrix kompatibel gemacht. Der Begriff Oberflächenmodifizierung
umfasst Nachoxidation, Adsorption, Reaktionen an der Oberfläche oder
Komplexierung von beziehungsweise mit anorganischen und/oder organischen
Reagenzien.
-
In
einer besonderen Ausführungsform
sind dabei die Partikel so modifiziert, dass diese funktionelle Gruppen
tragen, die eine positive Wechselwirkung vom Typ van der Waals und/oder
Wasserstoffbrückenbindung
und/oder elektrostatische Bindung und/oder ionische Bindung und/oder
koordinative Bindung und/oder kovalente Bindung, zwischen dem Partikel
und dem Polymeren ermöglichen.
-
In
einer weiteren besonderen Ausführungsform
enthalten die Partikel mindestens zwei, besonders bevorzugt mindestens
drei funktionelle Gruppen unterschiedlicher Reaktivität, um in
allen Phasen des Herstellungs- und Verarbeitungsprozesses eine gute
Anbindung der Partikel an die Polymermatrix zu erreichen.
-
Allgemein
sind oxidische, nitridische und carbidische Metall und Halbmetallverbindungen,
bevorzugt:
Aluminiumoxid (alpha, beta, delta, theta), Zirkondioxid,
yttriumdotiertes Zirkondioxid, Titandioxid, (Rutil, Anatas und Brookit),
Siliciumdioxid, Antimonoxid, Zinkoxid, Ceroxid, Eisenoxide, Palladiumdioxid,
Mischoxide aus den oben genannten Elementen. Weiterhin Indiumzinnoxid,
Antimonzinnoxid. Weiterhin Materialien vom Spinelltyp, wie Aluminium-,
Eisen-, Chrom-, Titan- und Cobaltspinelle. Außerdem folgende keramische
Partikel wie Bornitrid, Borcarbid, Siliciumcarbid, Siliciumnitrid.
Die oxidischen Partikel weißen
je nach gewähltem
Herstellungsverfahren außer
den oxidischen Gruppen auch noch freie Hydroxylgruppen in unterschiedlichen
Mengenanteilen auf. Die Hydroxylgruppen können bei einer folgenden Oberflächenmodifizierung
bevorzugt zur Reaktion gebracht werden.
-
Die
Partikel werden in einer bevorzugten Ausführungsform oberflächenmodifiziert,
um eine Anpassung an die Polymermatrix zu gewährleisten. Die Oberflächenmodifizierung
kann in mehreren Stufen erfolgen und bereits bei der Synthese erfolgen.
Ein bevorzugtes Verfahren ist die Nachoxidation wobei die Anzahl
der Hydroxylgruppen an der Oberfläche vermindert werden kann.
Durch diese Modifizierung erhält
man Partikel mit reduziertem Aggregationsverhalten, die sich durch
gute Dispergierbarkeit auszeichnen.
-
In
einer Ausführungsform
der Erfindung werden die Partikel nur in einem Schritt oberflächenmodifiziert.
-
Besonders
bevorzugt ist die Oberflächenmodifizierung
mit zwei oder mehr verschiedenen funktionellen Gruppen. Die erste
Oberflächenmodifizierung
der Partikel kann im Anschluss an die Partikelsynthese z. B. durch
Umsetzung der pyrogenen Oxide mit reaktiven niedermolekularen; funktionellen
oligomeren oder reaktiven oligomeren Substanzen erfolgen. Beispiele
für geeignete
Modifizierungsmittel sind siliziumhaltige Verbindungen, wie z. B.
Silane, substituierte Silane, Silikonöl, Hexamethyldisilazan, Alkyltrialkoxysilane,
Alkyltrihalogensilane, Dialkyldialkoxysilane, Dialkyldihalogensilane,
Trialkylalkoxysilane, Trialkylhalogensilane, Glycidyloxypropyltrialkoxysilane,
Aminopropyltrialkoxysilane, Methacryloxypropyltrialkoxysilane, per-
und teilfluorierte Alkyltrialkoxysilane, Silane mit weiteren funktionellen
Gruppen.
-
Weitere
geeignete Verbindungen sind phosphorhaltige Substanzen, wie z. B.
organisch modifizierte Phosphate, Phosphonate, Di- oder Polyphosphorverbindungen,
Alkylphosphonate, Phosphorverbindungen mit gemischten organischen
Resten, Mischungen von Phosphorverbindungen oder Oligomere und Polymere mit
phosphathaltigen Resten, wie z. B. tego dispers 655 von Degussa,
Essen. Phosphorverbindungen sind besonders wirksam zur Oberflächenmodifizierung
von Aluminiumoxiden geeignet, können
aber auch auf anderen pyrogenen Oxiden eingesetzt werden. Zur erfindungsgemäßen Oberflächenmodifizierung
von Aluminiumoxid reicht meistens ein Modifizierungsschritt aus.
In einer bevorzugten Ausführungsform
werden Aluminiumoxidpartikel in einem Verfahrensschritt mit mehreren
Modifizierungsmitteln oberflächenmodifiziert.
-
In
einer Ausführungsform
werden Dispergiermittel für
die Modifizierung eingesetzt. In einer besonderen Ausführungsform
werden Dispergiermittel für
die zweite Modifizierung eingesetzt. Unter Dispergiermittel sind
Mittel zu verstehen, welche das Dispergieren von Partikeln in einem
Dispersionsmittel, der flüssigen
Phase einer Dispersion, durch Herabsetzen der Grenzflächenspannung
erleichtern. Die Eigenschaft des Dispergiermittels, durch Herabsetzen
der Grenzflächenspannung
zwischen der festen und flüssigen
Phase das Dispergieren der Partikel zu erleichtern, zeigt sich,
wenn die erfindungsgemäßen Partikel
in einer organischen Flüssigkeit
in eine Dispersion überführt werden.
Die Dispergiermittel unterstützen
das Aufbrechen von Agglomeraten, benetzen bzw. belegen als oberflächenaktive
Materialien die Oberfläche
der zu dispergierenden Partikel und stabilisieren diese gegen eine
unerwünschte
Reagglomeration.
-
Die
optionale zweite Funktionalisierung der Partikel kann zusammen mit
der ersten Funktionalisierung, im Anschluss an die erste Funktionalisierung
oder bevorzugt vor, bei oder nach dem Dispergierprozess, vor, bei
oder nach dem erfindungsgemäßen Mahlprozess
erfolgen. In einer bevorzugten Ausführungsform werden die für die zweite
Oberflächenmodifizierung
erforderlichen Substanzen vor dem Dispergierprozess zu einer lösemittelhaltigen
Dispersion der nanoskaligen Füllstoffe
bzw. ihrer Precursoren oder zu einer bindemittelhaltigen Dispersion
der Füllstoffe
bzw. Precursoren in organischen Lösemitteln zugesetzt.
-
Die
Modifizierungsmittel für
die zweite Oberflächenmodifizierung
können
mit denen der ersten Modifizierung identisch oder davon verschieden
sein. Geeignete Modifizierungsmittel für die zweite Modifizierung sind
die bei der ersten Modifizierung genannten Siliziumverbindungen,
Phosphorverbindungen und darüber
hinaus oligomere Dispergierhilfsmittel mit geeigneten funktionellen
Gruppen. Die Auswahl der funktionellen Gruppen hat so zu erfolgen,
dass diese nicht oder nur in untergeordnetem Maße in den Härtungsprozess eingreifen. Abgesehen
von der chemischen Natur der funktionellen Gruppen spielt daher
auch die Zugänglichkeit und
Lage im Molekül
eine Rolle. Bevorzugte oligomere Dispergierhilfsmittel enthalten
aprotische polare Gruppen, besonders bevorzugt Ether-, Ester← und Amidgruppen.
Protische oder ionische funktionelle Gruppen erweisen sich günstig für den Dispergierprozess,
können
jedoch ggf. mit dem Härtungssystem
reagieren. Im Falle der Isocyanathärtung ist der Gehalt an erotischen
oder ionischen funktionellen Gruppen im Dispergiermittel daher nicht
zu vernachlässigen.
Es ist jedoch möglich
eine bestimmte Menge erotischer oder ionischer Gruppen einzuführen, um
die Dispergierwirkung zu verbessern. Dies gilt insbesondere dann
wenn das Lacksystem toleranter gegen eine Veränderung des Harz-Härter-Verhältnisses
ist. Im Falle von Aluminiumoxid haben sich oligomere Dispergieradditive
mit phoshorhaltigen Resten, wie z. B. tego dispers 655 besonders
bewährt.
-
Detaillierte Beschreibung der Dispergiermittel:
-
Die
zur Oberflächenstabilisierung
eingesetzten Silane, Phosphorverbindungen bzw. oligomeren Dispergieradditive
werden ausgewählt
aus der Gruppe der
- a) Alkyltrialkoxysilane
der allgemeinen Formel R-Si-O-R'3 , wobei R ein aliphatischer
oder gemischt aliphatisch/aromatischer Rest sein kann und Heteroatome
ausgewählt
aus der Gruppe N, O, S, Cl enthalten sein können, die auch die Hauptkette
unterbrechen können;
und wobei R' ein
aliphatischer Rest ist.
- b) Hexamethyldisilazan und seine Derivate
- c) Silikonbasierte Dispergieradditive mit einer Hauptkette aus
[SiR2-O]-Bausteinen und davon abweichenden
Endgruppen sowie [SiR,R'-O]-Bausteinen
bei denen R' für eine auf
die Hauptkette aufgepfropfte Seitenkette steht.
- d) Vinylischen Homo- oder Copolymeren oder Oligomeren mit funktionellen
Gruppen, ausgewählt
aus der Gruppe, Cl, CO2R mit R = H, Aryl
oder Alkyl mit optional weiteren funktionellen Gruppen; OH, NH2,
NR2, wobei R ein Wasserstoff, aliphatischer und/oder aromatischer
Rest sein kann, der weitere Heteroatome enthalten kann; C=ONR2, wobei R ein Wasserstoff, aliphatischer
und/oder aromatischer Rest sein kann, der weitere Heteroatome enthalten
kann.
- e) Blockcopolymeren mit einem Gehalt an polaren erotischen oder
polaren aprotischen funktionellen Gruppen in mindestens einem der
Blöcke
- f) Polykondensaten, wie z.B. Polyester und Polyamiden
- g) Verbindungen der allgemeinen Formel R-(CH2-CH2-X)n-R', wobei R und R' für ggf. funktionell
substituierte aliphatische und/oder aromatische Reste, X für O, NR
mit R = H, Alkyl steht.
- h) Hyperverzweigten Oligomeren oder Polymeren wie z.B. Polyimine
mit darauf aufgepfropften Polyether- und/oder Polyesterseitenketten,
hyperverzweigten Polyglycerinen,
- i) Sternpolymeren
- j) Verbindungen mit einer Polyethyleniminhauptkette und darauf
aufgepfropften Seitenketten, ausgewählt aus der Gruppe: Polyether,
Polyester.
- k) phosphorhaltigen Oligomeren, wie z. B. tego dispers 655
-
Geeignete
Netz- und Dispergiermittel sind z.B. von der Degussa AG, Essen unter
dem Handelsnamen tego dispers, von EFKA (jetzt Ciba) oder von Byk
Chemie, Wesel erhältlich.
Geeignete Silane sind von Degussa AG, Geschäftsbereich Aerosil & Silane, Rheinfelden
erhältlich.
-
Geeignete
partikuläre
Füllstoffe
sind z. B. unter den Handelsnamen Aerosil®, Aeroxide®,
AdNano® oder unter
den chemischen Namen der Metalloxide bei Degussa AG, Geschäftsbereich
Aerosil & Silane
erhältlich.
-
Das Mahlverfahren:
-
Die
nanoskaligen Füllstoffe
werden unter sehr hohem Druck in Lösemitteln, die mindestens ein
niedermolekulares, oligo- oder polymeres Dispergieradditiv enthalten,
durch eine Düse
gepreßt.
Bei dem Durchtritt durch die Düse
treten sehr hohe Scherkräfte
auf und das Material wird bei diesem Entspannen auf hohe Geschwindigkeiten
beschleunigt. In bevorzugter Weise wird mindestens ein Teilstrom
durch eine zweite Düse
entspannt und die erzeugten beschleunigten Flüssigkeitsstrahlen auf einen
gemeinsamen Punkt fokussiert, um durch Prallwirkung auch größere Aggregate
zu vermahlen. Hierbei ist es günstig,
wenn die Flüssigkeitsstrahlen aus
der entgegen gesetzten Richtung aufeinander prallen. Dabei wird praktisch
bei optimaler Justage die kinetische Energie zur Vermahlung der
Partikel verwendet bzw. in Wärme
umgewandelt, wodurch eine zu hohe abrasive Schädigung der Mahlkammerwände vermieden
wird. Da jedoch eine optimale Justage nur schwer möglich ist,
werden bei Anwendung eines Winkels von 180° die gegenüberliegenden Düsenhalterungen
beschädigt.
Um dies zu vermeiden wird entweder ein geringer Winkel verwendet
und damit die Wirkung reduziert und die Mahlkammerwände müssen durch
das ständige
Auftreffen von nicht vollständig
abgebremsten Partikeln durch Hartstoffe geschützt werden, oder es werden
in einer besonders bevorzugten Ausführungsform 3 Teilströme gewählt und
in einer Ebene unter einem Winkel von jeweils 120° justiert.
Auch hier wird vorsichtshalber noch durch Hartstoffe die metallische
Mahlkammerwandung geschützt.
Bei der Vermahlung wird zweckmäßig ein
möglichst
hoher Feststoffgehalt eingestellt.
-
Zur
Vermahlung wird ein Mahlaggregat eingesetzt, das unter hohem Druck
Agglomerate und/oder Aggregate des Füllstoffs in nanoskalige Fragmente
zerlegen kann. Die Reaggregation bzw. Reagglomeration der Partikel
wird durch Stabilisierung der Partikeloberfläche mit Silanen und/oder phosphorhaltigen
Verbindungen; Silanen und/oder oligomeren Dispergieradditiven; Kombinationen
phosphorhaltiger Verbindungen mit oligomeren Dispergieradditiven
verhindert.
-
Ein
geeignetes zweistufiges Verfahren ist die Vordispergierung der Nanomaterialien
in der flüssigen Phase
in einem Rotor-Stator-Durchlauf-Aggregat, Typ Ystral Conti TDS und
die anschließende
Vermahlung der Prädispersion
in einer Hochenergiemühle
bei einem Druck über
500 bar, bevorzugt zwischen 500 und 5000 bar und von z. B. 2500
bar.
-
Mit
dem erfindungsgemäßen Mahlverfahren
erhält
man fraktale nanoskalige Partikel, die einerseits klein genug sind,
um keinen nennenswerten Beitrag zur Lichtstreuung und damit zur
Trübung
des damit hergestellten Lacks zu leisten und andererseits ihren
fraktalen Charakter noch nicht eingebüßt haben. Ziel der Vermahlung
ist daher nicht die Erzeugung von Primärpartikeln, wobei die Zusammensetzung
der Dispersion nach der Nass-Vermahlung auch einen Gehalt an Primärpartikeln
aufweisen kann. Zur Stabilisierung der Dispersionen werden die oben
beschriebenen Netz- und Dispergieradditive eingesetzt. Weitere Erläuterungen über die
Verwendung und Kombination geeigneter oberflächenaktiver Substanzen werden
in den Beispielen gegeben.
-
Das Lösemittelsystem:
-
Optional
kann ein einziges Lösemittel
oder eine Kombination von Lösemitteln
eingesetzt werden. Das Lösemittel
für die
Herstellung der Nanopartikeldispersion soll mit den Lösemitteln
im Lack kompatibel sein. Geeignete Lösemittel werden ausgewählt aus
der Gruppe: aliphatische und cycloaliphatische Lösemittel, aromatische und substituierte
aromatische Lösemittel,
in Lacken übliche
Erdöl-
und Benzinfraktionen, Ester, Lactone, Ether, Glykolether, Ketone,
Alkohole und sonstige in Lacken übliche
Lösemittel.
Bevorzugt sind Kombinationen von Lösemitteln unterschiedlichen
Siedepunkts (Verdunstungszahl) und unterschiedlicher Polarität. Beispiele für geeignete
Lösemittelkombinationen
sind Solvesso 150/Butylglykol; Solvesso 150/Methoxypropylacetat
und Solvesso 150/Dibasisches Estergemisch DBE; Lösemittelkombinationen mit Xylol
oder Butylacetat.
-
Weitere in Lacken übliche Additive:
-
Optional
können
weitere in Lacken und Beschichtungen übliche Additive zum Einsatz
kommen, ausgewählt
aus der Gruppe der Verlaufhilfsmittel, Netzmittel und Dispergiermittel,
Antioxidantien, Härtungskatalysatoren,
Trocknungsmittel, Reaktivverdünner,
Pigmente, Trennmittel, Slipadditive, Hautverhinderungsmittel, Haftungsvermittler,
Silane, Phoshorverbindungen, Alkylphosphonate, Korrosionsinhibitoren,
Entschäumer,
-
Bei
Schaumproblemen eignen sich Entlüfter,
die auch im Dieselkraftstoff eingesetzt werden:
Tego Antifoam
MR 465
Tego Antifoam MR 467
Tego Antifoam MR 2057
Tego
Flow ZFS 460
-
Die
Antifoam Systeme werden teilweise mit Einsatzmengen zwischen 6 ppm
bis 0,5% (Flow) eingesetzt.
-
Beschreibung des Beschichtungsverfahrens
-
Die
Beschichtung kann im Labormaßstab
nach den üblichen
Methoden erfolgen. Beispiele für
die Metallbeschichtung im Produktionsmaßstab sind die Beschichtung
von Bandblechen nach dem Coil Coating Verfahren und das Can Coating-Verfahren
zur Metalldosenlackierung. Die Härtung
der Lacke kann aus wirtschaftlichen Erwägungen bei sehr kurzen Zeiten
und hohen Temperaturen erfolgen. Die erfindungsgemäßen Lacke sollen
unter Produktionsbedingungen ihre geforderten Eigenschaften entwickeln.
Ein für
das Labor geeignetes Verfahren ist das Rakeln. Mit einer Kastenrakel,
einer Rillenrakel oder einer Drahtrakel trägt man die Lackschicht auf,
lässt kurz
ablüften
und härtet
die Schicht im Trockenschrank je nach Härtersystem zwischen 130°C und 310°C. Die Nassfilmdicke
wird so gewählt,
dass sich ein Trockenfilm zwischen 5 und 100 μm, bevorzugt 30 und 60 μm Dicke ergibt.
Die Härtungsdauer
kann zwischen 60 min bei tiefer Temperatur und 30 Sekunden bei der
höchsten
Temperatur liegen. Sie wird je nach Reaktivität der hydroxyfunktionellen
Komponente und der Härterkomponente
gemäß den Empfehlungen
der Rohstoffhersteller gewählt.
Hinweise über
geeignete Zeit/Temperatur-Kombinationen finden sich in: Bodo
Müller/Ulrich
Poth: Lackformulierung und Lackrezeptur, Vincentz-Verlag Hannover,
2003, Teil II, Kapitel 2: Einbrennlacke
-
Beschreibung der Beschichtung
-
Eine
wesentliche Eigenschaft der erfindungsgemäßen Beschichtung ist, dass
man klare transparente oder weitgehend klare transparente Überzüge erhält. Nanoskalige
Füllstoffe
mit einem hohen Brechungsindex führen
naturgemäß bei gleicher
Teilchengröße zu einer
stärkeren
Trübung
als Füllstoffe
mit einem Brechungsindex, der in der Nähe des Brechungsindexes des
Harz-Härtersystems
liegt. Nach der Härtung
der Beschichtung wird noch 24 h liegen gelassen. Danach erfolgt
die Prüfung
der Lackeigenschaften. Man prüft
alle Lackeigenschaften im Vergleich zur unmodifizierten Nullprobe.
Folgende Lackeigenschaften wurden geprüft: MEK-Beständigkeit,
Haftung (Gitterschnitt), Schichtdicke, Pendelhärte nach König, Erichsentiefung, Kugelhärte, Abriebbeständigkeit
(Taber Abraser, Reibräder
CS 10, 1000 Umdrehungen (Standard), bei Bedarf bis zu 5000 Umdrehungen),
Nassreibetest nach interner Methode, Glanz vor und nach Nassreibetest,
Reflow nach 2 h 60°C
oder 2 d RT, Bleistifthärte,
Erichsen-Ritzhärte.
-
Beschreibung der Lackeigenschaften
und ihrer Prüfung
-
Die
erfindungsgemäßen Lacke
sind flexibel und kratzfester, scheuerfester und/oder abriebsfester
als die unmodifizierten Lacke. Voraussetzung für gesteigerte Kratzfestigkeit und/oder
Abriebfestigkeit ist die erfindungsgemäße Vermahlung, Dispergierung
und Stabilisierung der fraktalen, partikulären Füllstoffe. Bei nicht ausreichender
Dispergierung oder ungeeigneter Stabilisierung sind die fraktalen
partikulären
Füllstoffe
nicht gleichmäßig genug
verteilt öder
können
agglomerieren. Weiterhin kann bei unzureichender Vermahlung auch die
Viskosität
des Lackes für
eine optimale Verarbeitung zu hoch sein. In beiden Fällen zeigen
die entsprechenden Lacke Trübungen
und die Kratzfestigkeit, Scheuerfestigkeit und/oder Abriebfestigkeit
ist gegenüber den
unmodifizierten Lacken verringert. Ein wichtiges Merkmal der Erfindung
ist deshalb auch die Stabilisierung der durch Hochenergievermahlung
erzeugten nanoskaligen Partikel in der Dispersion durch die oben
genannten oberflächenaktiven
Mittel. Die erfindungsgemäßen Lacke
weisen die gleiche oder eine verbesserte Flexibilität verglichen
mit unmodifizierten Lacken bei der Erichsentiefung aus. Die Erfindung
wird anhand der folgenden Beispiele näher erläutert.
-
Beispiel 1:
-
Herstellung der Suspensionen und Vergleichssuspensionen
sowie deren Eigenschaften:
-
Suspension 1 A (S1A):
-
15%
AEROXIDE® Alu
65, 10% Hostaphat OPS bezogen auf Al2O3, in Xylol;
in einem
mit einem Leitstrahlmischer ausgerüsteten 100 l Edelstahl-Ansatzbehälter werden
58,45 kg Xylol vorgelegt und 1,05 kg Hostaphat OPS unter Rühren gelöst. Anschließend werden
bei laufendem Dispergieraggregat Ystral Conti-TDS 3 (Statorschlitze:
4 mm Kranz und 1 mm Kranz, Rotor/Stator-Abstand ca. 1 mm) unter Scherbedingungen
10,5 kg AEROXIDE® Alu 65 (BET 65 m2/g), Hersteller Fa. Degussa, in den Ansatzbehälter gegeben.
Nach Beendigung der Zugabe wird bei 3000 U/min noch 30 min lang
nachgeschert. Diese Vordispersion wird in zwei Durchgängen durch
die Hochenergiemühle
Sugino Ultimaizer HJP-25050 bei einem Druck von 2500 bar und Diamantdüsen von
0,25 mm Durchmesser geführt
und dadurch intensiv weiter vermahlen.
-
Die
weiteren Beispiele wurden analog dem Ausführungsbeispiel Suspension 1
A (S1A) durchgeführt, wobei
die Komponenten in Mengen entsprechend der nachfolgenden Tabelle verwendet
werden. Die Prozentangaben für
das oberflächenaktive
Material (Werte in Klammern) beziehen sich auf den Nanopartikelfeststoff.
| Bezeichnung | Xylol
[kg] | AEROXIDE®
Alu
65
[kg] | Hostaphat
OPS
[kg] | Dynasylan®
Glymo
[kg] | Dynasylan®
OCTMO
[kg] | d50
[μm] |
| S1A | 58,45 | 10,5 | 1,05 | - | - | 0,301 |
| S1B | 58,14 | 10,5 | 1,05 | 0,315
(3%)** | - | 0,224 |
| S1C | 57,82 | 10,5 | 1,05 | 0,630
(6%) | - | 0,213 |
| S1D | 57,40 | 10,5 | 1,05 | 1,05
(10) | - | 0,192 |
| S2A | 64,23 | 5,6 | - | 0,168
(3%) | - | 4,2 |
| S2B | 64,12 | 5,6 | - | 0,28
(5%) | - | 3,0 |
| S2C | 63,84 | 5,6 | - | 0,56
(10%) | - | 2,7 |
| S3D | 63,28 | 5,6 | - | 0,56
(10%) | 0,56
(10%) | 2,6 |
| Bezeichnung | Xylol
[kg] | AEROXIDE®
Alu
C 805
[kg] | Hostaphat
OPS
[kg] | Dynasylan®
Glymo
[kg] | Dynasylan®
OCTMO
[kg] | d50
[μm] |
| S4A | 59,19 | 10,5 | - | 0,315
(3%) | - | 0,226 |
| S4B | 58,98 | 10,5 | - | 0,525
(5%) | - | 0,222 |
| Bezeichnung | Xylol
[kg] | AEROSIL® R
8200
[kg] | Hostaphat
OPS
[kg] | Dynasylan®
Glymo
[kg] | Dynasylan®
OCTMO
[kg] | d50
[μm] |
| S5A* | 56,0 | 14,0 | | 0,56
(4%) | | 0,239 |
| Vergleichsbeispiele | Xylol
[kg] | AEROXIDE®
Alu
65
[kg] | Hostaphat
OPS
[kg] | Dynasylan®
Glymo
[kg] | Dynasylan®
OCTMO
[kg] | d50
[μm] |
| V1 | 66,3 | 3,7 | - | - | - | *** |
| | | kg
AEROSIL®
200 | - | - | - | |
| V2 | 67,9 | 2,1 | - | - | - | **** |
- * Mit Entschäumer BYK-05;
- ** %-Angabe bezogen auf AEROXIDE bzw. AEROSIL;
- *** nur ca. 5,3% Feststoff konnten ohne Additive eingearbeitet
werden da die Viskosität
zu stark anstieg;
- **** nur ca, 3% Feststoff konnten ohne Additive eingearbeitet
werden da die Viskosität
zu stark anstieg;
-
Es
wurden weitere Vergleichsdispersionen (-suspensionen) hergestellt:
- a) Dispersionen ohne Dispergieradditiv und
ohne Vermahlung auf der Hochenergiemühle
- b) Dispersionen mit Dispergieradditiv ohne Vermahlung auf der
Hochenergiemühle
-
Die
Dispersionen wurden 15 min mit einem Dissolver oder 30 min mit einem
Rotor-Startor-Durchlaufscheraggregat
(Fa. Ystral) dispergiert.
-
Die
Versuche belegen, dass durch den Einsatz konventioneller Rotor-Stator-Mischer
oder durch Dissolver keine Verkleinerung der mittleren Teilchengröße in der
Suspension erzielt wird, unabhängig
davon ob ein Dispergieradditiv eingesetzt wurde oder nicht.
| Bezeichnung | Xylol
[kg] | AEROXIDE®
Alu
65
[kg] | Hostaphat
OPS
[kg] | Dynasylan®
Glymo
[kg] | Dynasylan
OCTMO
[kg] | d50
[μm] |
| VS1A | 58,45 | 10,5 | - | - | - | 7,6 |
| VS1B1 | 58,14 | 10,5 | 1,05 | - | - | 4,7 |
| VS1B2 | 58,45 | 10,5 | 1,05 | 0,315
(3%)** | - | 0,332 |
| VS1C | 57,82 | 10,5 | 1,05 | 0,630
(6%) | | 7,84 |
| VS1D | 58,45 | 10,5 | 1,05 | 1,05
(10%)** | - | 7,62 |
| VS2A | 64,23 | 5,6 | - | 0,168
(3%) | - | 6,17 |
| VS2B | 64,12 | 5,6 | - | 0,28
(5%) | - | n.a. |
| VS2C | 63,84 | 5,6 | - | 0,56
(10%) | - | 6,85 |
| VS3D | 63,28 | 5,6 | - | 0,56
(10%) | 0,56
(10%) | n.a. |
| Bezeichnung | Xylol
[kg] | AEROXIDE®
Alu
C 805
[kg] | Hostaphat
OPS
[kg] | Dynasylan®
Glymo
[kg] | Dynasylan
OCTMO
[kg] | d50
[μm] |
| VS4A1 | 59,19 | 10,5 | - | - | - | 6,4 |
| VS4A2 | 59,19 | 10,5 | - | 0,315
(3%) | - | 5,95 |
| VS4B | 58,98 | 10,5 | - | 0,525
(5%) | - | 8,6 |
| Bezeichnung | Xylol
[kg] | AEROSIL® R
8200
[kg] | Hostaphat
OPS
[kg] | Dynasylan
Glymo
[kg] | Dynasylan
OCTMO
[kg] | d50
[μPm] |
| VS5A1* | 56,0 | 14,0 | - | - | - | 12,4 |
| VS5A2* | 56,0 | 14,0 | - | 0,56
(4%) | - | 11,8 |
- * Mit Entschäumer BYK-05;
- ** %-Angabe bezogen auf AEROXIDE bzw. AEROSIL;
- *** nur ca. 5,3% Feststoff konnten ohne Additive eingearbeitet
werden da die Viskosität
zu stark anstieg;
-
Die
Bestimmung der Teilchengröße und Teilchengrößenverteilung
der Nanopartikeldispersionen erfolgte mittels Lichtstreuanalyse
gemäß Mie-Theorie
mittels eines Horiba LA 920-Laserstreulichtspektrometers.
-
Weitere
Suspensionen S6 bis S10 wurden nach gleichem Verfahren in Butylacetat
hergestellt. Anstelle der oben genannten oberflächenaktiven Verbindungen kam
nur ein polymeres Dispergieradditiv auf Basis eines Polyethylenimins
mit darauf aufgepfropften Polyether- und Polyesterseitenketten (Versuchsprodukt,
Degussa AG, Essen) zum Einsatz. Folgende Dispersionen wurden eingesetzt: Nanopartikeldispersionen in Butylacetat
mit polymerem Dispergieradditiv:
| Bezeichnung | Nanopartikel | Gehalt
Partikel [%] | Gehalt
Dispergieradditiv [%]**) | d50 [μm] |
| S6 | Aerosil
R9200 | 25,9 | 10 | 7,71 |
| S7 | Aerosil
OX 50 | 39,5 | 10 | 0,179 |
| S8 | Aeroxide
Alu C | 36,0 | 10 | 0,104 |
| S9 | Aeroxide
Alu 65 | 42,1 | 10 | 0,111 |
| S10 | Aeroxide
Alu C | 45 | 10
Tego Dispers 655 | 0,105*) |
- *) Als Dispergieradditiv wurde Tego Dispers
655 eingesetzt.
- **) Absolut, bezogen auf Gesamtsystem
-
Es wurden
weitere Vergleichsdispersionen (-suspensionen) hergestellt.
-
Zum
Vergleich wurden folgende Dispersionen hergestellt:
- c) Dispersionen ohne Dispergieradditiv und ohne Vermahlung auf
der Hochenergiemühle
- d) Dispersionen mit Dispergieradditiv ohne Vermahlung auf der
Hochenergiemühle
-
Die
Dispersionen wurden 15 min mit einem Dissolver Pendraulik LD 50
mit 35 mm Scheibe und 930 UpM dispergiert. Ohne Dispergieradditiv
erhielt man zum Teil viskose Pasten, so dass nicht die gleiche Füllstoffmenge
wie mit Dispergieradditiv erreicht werden konnte.
-
Die
Versuche belegen, dass mit dem konventionellen Dispergieren durch
Dissolver keine gleichwertige Verkleinerung der mittleren Teilchengröße wie bei
der Hochenergievermahlung erzielt wird, unabhängig davon ob das Dispergieradditiv
eingesetzt wurde.
-
In
einigen Fällen
kann mit der Kombination von Dispergieradditiv und Nanopartikel
bereits ein mittlerer Teilchendurchmesser von mehreren 100 μm erreicht
werden. Die Hochenergievermahlung erlaubt in diesen Fällen aber
eine nochmalige Verkleinerung bis zu sehr niedrigen Teilchengrößen. Vergleichsversuche: Nanopartikeldispersionen
in Butylacetat mit polymerem Dispergierhilfsmittel, dispergiert am
Dissolver ohne Vermahlung mit der Hochenergiemühle:
| Bezeichnung | Nanopartikel | Gehalt
Partikel [%] | Gehalt
Dispergieradditiv [%]*****) | d50 [μm] |
| VS6-1**) | Aerosil
R9200 | 45,0 | - | 9,75 |
| VS6-2 | Aerosil
R9200 | 25,9 | 10 | 11,1 |
| VS7-1***) | Aerosil
OX 50 | 20,4 | - | 0,479 |
| VS7-2 | Aerosil
OX 50 | 39,5 | 10 | 0,291 |
| VS8-1 | Aeroxide
Alu C | 7,6*) | - | 8,47 |
| VS8-2 | Aeroxide
Alu C | 26,0*) | 10 | 6,25 |
| VS9-1****) | Aeroxide
Alu 65 | 8,7 | - | 6,91 |
| VS9-2 | Aeroxide
Alu 65 | 42,1 | 10 | 0,194 |
| VS10-1 | Aeroxide
Alu C | 45 | 10
Tego Dispers 655 | Dispersion
wegen Verdickung nicht herstellbar |
| VS10-2
*****) | Aeroxide
Alu C | 25 | 4,5
Tego Dispers 655 | 6,85 |
- *) mehr als 7,6 Teile Alu C können wegen
starken Viskositätsanstiegs
ohne Dispergieradditiv nicht in die Dispersion eingearbeitet werden.
Mit dem Dispergieradditiv ohne Hochenergievermahlung können maximal
26 Teile eingearbeitet werden. Mit Dispergieradditiv und Hochenergievermahlung
können
36 Teile eingearbeitet werden.
- **) Dispergierung bei 4600 UpM, viskose Paste
- ***) Dispergierung bei 2800 UpM, viskose Paste
- ****) Dispergierung bei 1860 UpM, viskose Paste
- *****) Absolut, bezogen auf Gesamtsystem
- *****) der maximal einstellbare Feststoffgehalt ist 25% bei
einem Gehalt von 4,5% polymerem Dispergieradditiv absolut. Oberhalb
dieser Konzentration tritt puddingartige Verdickung auf.
-
Beispiel 2:
-
Lacke, Herstellung und Eigenschaften
-
Die
Nanopartikelsuspensionen werden mit Harzen und Härtern sowie weiteren Additiven
gemischt, bei Bedarf noch einmal mit einem Dissolver dispergiert,
zum Entgasen ruhen gelassen, auf Bleche beschichtet und thermisch
gehärtet.
Die Härtungstemperatur/Zeit-Kombination wird
so gewählt,
dass der MEK-Test bestanden wird, aber noch keine Gelbfärbung durch Überhärtung auftritt.
Durch den Zusatz der Nanopartikel kann es erforderlich sein, die
Härtungszeit
gegenüber
den urmodifizierten Lacken etwas zu verlängern. Üblicherweise wurde bei 160°C und Härtungszeiten
zwischen 10 und 30 min gehärtet.
Die unterschiedlichen erfindungsgemäßen Zusammensetzungen werden
in nachfolgenden Tabellen wiedergegeben. Ein erfindungsgemäßer Lack
besteht z. B. aus einem hydroxyfunktionellen Polyester, einem Phenol-Formaldehydharz,
einer Lösemittelmischung,
einem Härtungskatalysator,
einem Verlaufhilfsmittel sowie einem oberflächenmodifizierten nanoskaligen
partikulären
Füllstoff
(gemäß einer
der vorstehend beschriebenen Partikelsuspensionen/-dispersionen).
-
Beispiele für Lacke aus Polyester und Phenol-Formaldehydharz:
-
Die
folgenden Beispiele belegen die Steigerung der Härte (Bleistifthärte) und
Kratzfestigkeit (Ritzhärte)
durch Modifizierung mit Nanopartikeln.
| Lackvariation | Vergleich
pigmentiert | pigmentiert | Vergleich
Klarlack | Klarlack |
| | Lack
1 | Lack
2 | Lack
3 | Lack
4 |
| nfA | 50,8 | 50,8 | 50,8 | 50,8 |
| OH-Zahl | 22 | 22 | 22 | 22 |
| Vernetzung | 80:20 | 80:20 | 80:20 | 80:20 |
| Polyesterlösung1 | 48,6 | 46,5 | 64,1 | 59,0 |
| Nano-Dispersion S72 | | 8,2 | | 10,4 |
| TiO23 | 27,2 | 26,0 | | |
| Phenol-Formaldehyd
Harz4 | 6,1 | 5,9 | 8,3 | 7,7 |
| Katalysator5 | 0,4 | 0,4 | 0,5 | 0,5 |
| Verlaufhilfsmittel6 | 1,1 | 1,0 | 1,4 | 1,3 |
| Lösemittel7 | 16,6 | 12,0 | 19,2 | 21,2 |
| Viskosität DIN 4 | 118
sec | 132
sec | 103
sec | 116
sec |
- 1) Linearer gemischt aliphatisch/aromatischer
Polyester, Mn = ca. 6000, OH-Zahl = 20, 50% in Hydrosol A 200 Naphthalin-frei
- 2) 39,5% SiO2 in Butylacetat (Aerosil
OX 50)
- 3) Pigment z. B. Kronos 2310
- 4) z. B. Cymel 303
- 5) saure Katalysatoren wie z. B. Nacure 2500
- 6) z. B. Disparlon 1984/50% in SN200
- 7) z. B. Glykole, Ester, Ether, Aromatenschnitte etc.
-
Die
Lackrezepturen wurden als Decklacke auf einem Primer angewendet.
Die Schichtdicke beträgt
20 μm, die
Ofentemperatur betrug 310°C
bei einer Verweilzeit von 30 sec.
| Lack-Nr. | 1 | 2 | 3 | 4 |
| Substrat | Aluminium | Aluminium | Aluminium | Aluminium |
| Verlauf | sehr
gut | gut | gut | gut |
| MEK-Test | >100 | >100 | >100 | >100 |
| Bleistifthärte | F | 2H | F-H | 2H |
| Erichsen
Ritzhärte | 17
N | 28
N | 24
N | 32
N |
-
Vergleichsversuche
-
Zum
Vergleich wurden Lacke mit Aerosil OX 50 ohne Dispergieradditiv
und mit Aerosil OX 50 mit Dispergieradditiv jeweils ohne Vermahlung
auf der Hochenergiemühle
durchgeführt.
Die Vergleichsversuche belegen, dass ohne Vermahlung auf der Hochenergiemühle keine
Verbesserung der Ritzhärte
(Kratzfestigkeit) und der Bleistifthärte erzielt werden kann. Die
mit konventionellen Dissolvern dispergierten Vergleichslacke hatten
Stippen durch Agglomerate, während
die über
die Hochenergiemühle
dispergierten Lacke optisch einwandfrei waren.
| | OX
50 | OX
50 + LA-D 1045 | OX
50 | OX
50 + LA-D 1045 |
| Lackvariation | Vergleich
pigmentiert | pigmentiert | Vergleich
Klarlack | Klarlack |
| | Lack
5 | Lack
6 | Lack
7 | Lack
8 |
| nfA | 50,5 | 50,5 | 50,5 | 50,5 |
| OH-Zahl | 21 | 21 | 21 | 21 |
| Vernetzung | 80:20 | 80:20 | 80:20 | 80:20 |
| Polyesterlösung1 | 47,7 | 49,7 | 70,0 | 68,9 |
| AEROSIL
OX 502 | 3,3 | 3,3 | 4,9 | 4,8 |
| Dispergieradditiv
LA-D 1045 | | 1,2 | | 1,7 |
| TiO23 | 26,7 | 27,8 | | |
| Phenol-Formaldehyd
Harz4 | 6,1 | 6,4 | 9,0 | 8,8 |
| Katalysator5 | 0,4 | 0,4 | 0,3 | 0,6 |
| Verlaufhilfsmittel6 | 1,0 | 1,1 | 1,5 | 1,5 |
| Lösemittel7 | 14,8 | 10,0 | 14,0 | 13,8 |
| Viskosität DIN 4 | 139
s | 155
s | 105
s | 112
s |
-
Die
Lackrezepturen wurden als Decklacke auf einem Primer angewendet.
Die Schichtdicke beträgt
20 μm, die
Ofentemperatur betrug 310°C
bei einer Verweilzeit von 30 sec.
| Lack-Nr. | 5 | 6 | 7 | 8 |
| Substrat | Aluminium | Aluminium | Aluminium | Aluminium |
| Lackoberfläche | matt,
Rillen | matt,
Rillen | trüb, Rillen | trüb, Rillen |
| Verlauf | befriedigend | befriedigend | befriedigend | befriedigend |
| MEK-Test | 100-2 | 100-2 | >100 | >100 |
| Bleistifthärte | F | F | F-H | H |
| Erichsen
Ritzhärte | 16
N | 17
N | 26
N | 23
N |