-
Die
Erfindung betrifft eine Werkzeugmaschine sowie eine Bearbeitungsvorrichtung
zum Verfestigen von hoch belasteten Bauteilen, insbesondere von
Radienübergängen an
Kurbelwellen für
Brennkraftmaschinen oder ähnlicher
Bauteile.
-
Stand der Technik
-
Im
Stand der Technik sind verschiedene Arten von Werkzeugmaschinen
und Verfahren zur Bearbeitung von im Betrieb hoch belasteten metallischen
Bauteilen, wie zum Beispiel Kurbelwellen bekannt.
-
Aus
DE 15 83 412 ist es beispielsweise
bekannt, dass durch eine Oberflächenbehandlung
von Eisenwerkstoffen in Form von Glattwalzen, Festwalzen, Kugelstrahlen,
Hämmern,
u.a., eine Steigerung der Bauteildauerfestigkeit erreicht werden
kann. Eine derartige Oberflächenbehandlung
erzeugt durch Umformen im Bauteil oberflächennahe Druckspannungen, die
zur Erhöhung
der Dauerfestigkeit führen. Insbesondere
Kurbelwellen in Brennkraftmaschinen sind besonders hohen Biege-
und Torsionswechselbeanspruchungen im Betrieb ausgesetzt. Die höchsten Beanspruchungen
treten hier einerseits in den Übergängen zwischen
den Hauptlagern und den Kurbelwangen sowie andererseits zwi schen
den Kurbelwangen und den Hublagern auf. Stand der Technik ist, dass
diese Übergänge zur
Reduzierung der Kerbwirkung nicht scharfkantig, sondern in Form
von Radien ausgebildet werden. Zudem sind verschiedene Verfahren
und Produktionsmittel (Maschinen, Anlagen, Einrichtungen, Vorrichtungen,
Verfahren und Werkzeuge) bekannt, mit deren Hilfe sich diese Übergangsradien
auf mechanischem Wege verfestigen lassen. Alternativ oder ergänzend zu
den oben genannten Verfahren, die bei Raumtemperatur durchgeführt werden,
kommen thermische Behandlungen, wie beispielsweise Induktionshärten, an
Kurbelwellenradienübergängen zur
industriellen Anwendung.
-
Für die Behandlung
von Pkw-Kurbelwellen – besonders
solcher aus Eisenguss – hat
sich das Festwalzen bzw. Rollieren der Radienübergänge im Stand der Technik bewährt. Unter
einer hohen statischen Vorspannung drückt jeweils eine Hartmetallrolle
auf den Übergangsradius,
verformt diesen plastisch und bringt dadurch Druckeigenspannungen
in das Werkstück
ein. Auf der Gegenseite werden die Verformungskräfte über eine zangenartige Vorrichtung
aufgefangen, die sich automatisch öffnen und schließen lässt. Dieses
Verfahren ist gut automatisierbar und wird heute in der Großserienfertigung
angewandt. Besonders vorteilhaft ist, dass der Ablauf für eine Kurbelwelle
vollständig
ohne jeglichen Bedienereingriff, das heißt automatisch vor sich geht und
eine Vielzahl von Radienübergängen an
einer Kurbelwelle gleichzeitig behandelt werden können.
-
Eine
Reihe von anderen bekannten Erfindungen entwickeln den Grundgedanken
des Festwalzens weiter. So werden in
DE
16 02 657 zum Verfestigen keine Rollen, sondern linear
beweglich geführte
geradlinige Walzstangen eingesetzt. Alle diese Verfahren arbeiten
mit einer statischen Vorspannung; die Umformenergie wird nicht impulsförmig hämmernd sondern
gleichmäßig in das
Werkstück
eingebracht. Dagegen sind aus
DE
29 20 889 und
DE 30 37
668 Verfahren zum Kaltwalzen bekannt, bei dem die Walzkraft
pulsiert. Hier handelt es sich im Gegensatz zu vorliegender Erfindung
nach wie vor um einen Walzprozess, bei dem lediglich die statische
Walzkraft in pulsierender Form in Abhängigkeit mit der Werkstückdrehung
verändert
wird. Hier hat die pulsierende Walzkraft vorrangig den Effekt der
Verbesserung der Werkstückoberflächenqualität. Aus
DE 32 24 268 ist eine Maschine
zum Festwalzen der Radienübergänge an Kurbelwellen
bekannt, an der sich die Walzwerkzeuge zur Bearbeitung der Hubzapfenradien
in angrenzenden Hauptlagern der Kurbelweile über Hebel abstützen. Diese
mechanisch anspruchsvolle Lösung
ist sehr unflexibel, wenn unterschiedliche Kurbelwellentypen mit
unterschiedlichen Zapfengeometrien und Hüben bearbeitet werden sollen.
-
Mit
den gleichen Nachteilen beschreibt
DE 33
20 370 eine andere mechanische Zwangsführung des Walzwerkzeuges über zwei
einstellbare Hilfskurbelwellen. In
DE
102 02 547 wird ein Verfahren beschrieben, zum Zwecke der
Optimierung der Kurbelwellenfestigkeit den festgewalzten Radienübergang zwischen
Hublager und angrenzender Kurbelwange unsymmetrisch auszuführen. Aus
DE 102 02 574 ist es bekannt,
dass durch eine gezielte Variation der Festwalzkräfte während der
Kurbelwellendrehung ungewollte Verformungen aus vorangegangenen Prozessschritten
eliminiert werden können.
Mit Hilfe der gesteuerten Walzkräfte
können
Kurbelwellen bspw. nach einer Wärmebehandlung
hierdurch gerichtet werden.
-
In
DE 102 35 957 wird ein
Verfahren beschrieben, bei dem nach dem Festwalzen von Radienübergängen die
Lagerstellen an Kurbelwellen zerspanend nachbearbeitet werden, um
die Nutzbreite der Lagerstelle zu verbessern. Die Möglichkeit
des gleichzeitigen Festwalzens eines Radienübergangs an zwei gegenüberliegenden
Seiten des Werkstücks nach
DE 102 45 396 ist besonders für die Bearbeitung
dünnwandiger
Bauteile-wie bspw. Turbinenschaufeln – interessant. Nach
DE 103 08 124 ist ein mehrstufiger
Walzvorgang bekannt, bei dem zur Vermeidung von Anrissen die Druckeigenspannungen im
Werkstück
näher an
die Werkstückoberfläche verlagert
werden. Hier werden sequenziell mit unterschiedlichen Walzen partielle
Zonen von Radienübergängen an
Kurbelwellen verfestigt.
-
Weitere
bekannte Erfindungen, wie z.B.
DE 102
09 301 ,
DE 102 22 197 ,
DE 102 30 526 oder
DE 103 18 766 betreffen
unterschiedliche Ausführungsformen
für Werkzeuge
bzw. Vorrichtungen zum Festwalzen der Übergangszonen zwischen den
Lagerstellen und Kurbelwangen an Kurbelwellen. Beim Festwalzen werden
im Gegensatz zum unten beschriebenen Schlagverfestigen vorgespannte
drehbare Rollen als Umformwerkzeuge verwendet. Aus
DE 103 40 267 ist bekannt, dass Rollierwerkzeuge
infolge ihrer konventionellen Abstützung relativ rasch verschleißen. Deshalb
ist hier eine kugelähnliche
Lagerung des Festwalzwerkzeugs vorgeschlagen. Hydrostatisch gelagerte
Wälzkörper als
Walzwerkzeuge nach
DE 195 34
631 sollen eine bessere Maßgenauigkeit des Werkstücks nach
dem Festwalzen ergeben bzw. eine Begrenzung der Walzkraft ermöglichen. Letzteres
ist besonders für
dünnwandige
Werkstücke von
Bedeutung. Für
sogenannte Split-Pin-Kurbelwellen werden in
DE 103 57 441 zum Festwalzen zwei Gehäuse mit
spezieller Abstützung
der Walzrollen vorgeschlagen. Eine typische Festwalzmaschine in Scherenbauweise
zur gleichzeitigen Bearbeitung mehrerer Übergangsradien an Kurbelwellen
ist aus
DE 197 22 308 bekannt.
Dabei befinden sich die Werkzeugvorrichtungen zur Bearbeitung der
Hubzapfenradienübergänge in Aufhängevorrichtungen, welche
während
der Kurbelwellendrehung dem jeweiligen Kurbelwellenhub folgen.
-
In
DE 43 29 610 und
DE 102 00 774 werden Werkzeugmaschinen
zur Bearbeitung von Kurbelwellen beschrieben. Diese Maschinen sind mit
verfahrbaren Werkzeugrevolvern und positionierbaren Lünetten ausgerüstet. Mit
Hilfe dieser Maschinen können
Bearbeitungen an zentrischen Kurbelwellenquerschnittsprofilen ausgeführt werden.
Zur Bearbeitung der Hubzapfen wird die jeweilige Kurbelwelle in ihrer
Aufnahme um den Betrag des Kurbelhubs relativ zu ihrer ursprünglichen
Hauptlagerachse derart außermittig
verschoben, dass die Hublagerachse in die Maschinenachse der Drehbewegung
der Werkzeugmaschine fällt
und somit eine „quasi
zentrische" Bearbeitung
erfolgen kann. Einen anderen Lösungsansatz
zur konstruktiven Ausgestaltung der Festwalzmaschine verfolgt
DE 33 33 603 . Hier wird
das jeweilige Festwalzwerkzeug über
eine relativ aufwändige,
mehrgliedrige Gelenkkette positioniert und bei der Bearbeitung geführt. Jedem
Hubzapfen ist ein Werkzeugsatz zum Festwalzen zugeordnet.
-
Die
bisher angeführten
Lösungen
nach dem Stand der Technik betreffen das Kaltverfestigen mit Hilfe
rotierender Werkzeuge, sogenanntes Festwalzrollen, die auf das rotierende
Werkstück
unter hoher statischer Vorspannung drücken und während der Bearbeitung auf der
Werkstückoberfläche abwälzen oder
gleiten. Die Umformung am Werkstück
erfolgt durch hohe Flächenpressung,
die die Festigkeit des Werkstoffs des Werkstücks lokal überschreitet. Es sind aber
auch thermische Verfahren zur Härtung
der Übergangsradien
bekannt, z.B. aus
DE 22 09 945 . Eine
lokal noch höhere
Flächenpressung-ohne
beim Festwalzen noch höhere
Kräfte
aufbringen zu müssen – kann auf
mechanischem Wege dadurch erreicht werden, dass die Berührfläche zwischen
dem Werkzeug und der zu verfestigenden Werkstückzone reduziert wird. In
DE 21 52 921 wird dies durch
den Einsatz einer Kugel anstatt einer Rolle als Umformwerkzeug erreicht.
Eine weitere Steigerung der lokalen Flächenpressung wird dadurch erreicht,
dass die Wirkrichtung exakt in die Kurvennormale der Werkstückoberfläche gelegt
wird und die Umformkraft impulsförmig
in das Werkstück
eingeleitet wird. Dem Rechnung tragend wird mit
DE 34 38 742 ein Verfahren und eine
Vorrichtung vorgeschlagen, die Dauerfestigkeit von Kurbelwellen
durch Hämmern
der Radienübergänge zu verbessern. Über eine
periodisch niederfrequente, hydraulische Anregung wird eine Hartmetallkugel
auf bzw. in den jeweiligen Übergangsradius
geschlagen, während
die Drehbewegung des angetriebenen Werkstücks kurzeitig unterbrochen
wird. Da die Krafteinleitung schlagartig bzw. impulsförmig erfolgt,
kann die örtliche
Flächenpressung
an der Werkstückoberfläche im Vergleich
zum Rollieren mit statischer Vorspannung ein Mehrfaches erreichen.
Die Wirktiefe der Werkstückverfestigung ist
durch das Schlagverfestigen vergleichsweise höher. Durch das Schlagverfestigen
erfolgt an der Werkstückoberfläche infolge
plastischer Deformationen eine lokale Materialverdrängung. Die
durch das impulsförmige
Einschlagen/Eindrücken
des Werkzeugs in die Werkstückoberfläche sich
ergebenden Randkrater werden beim darauffolgenden Schlag wegen der
zwischenzeitlich stattgefundenen Drehbewegung des Werkstücks teilweise
wieder geglättet. Die
zerspanende Feinbearbeitung im Folgeprozess nach dem Schlagverfestigen
trägt die
Reste dieser Materialanhäufungen
ab, ohne dass die durch das Schlagverfestigen in die Kurbeiwelle
eingebrachten Druckeigenspannungen in nennenswerter Höhe wieder
abgebaut werden. Die Wirktiefe der Schlagverfestigung im Werkstück ist erheblich
größer, als
die bei der Feinbearbeitung im Folgeprozess abzutragenden Reste
der Materialanhäufungen
samt Bearbeitungszugabe. Im Vergleich zum Festwalzen bzw. Rollieren
der Radienübergänge an Kurbelwellen
hat das Schlagverfestigen den Vorteil, dass sowohl die axiale als
auch die radiale Wirktiefe der in die Kurbelwelle eingebrachten
Druckeigenspannungen höher ausfällt. Dieser
Vorteil ist besonders bei Kurbelwellen für leistungsstärkere Lkw-Motoren
bedeutsam, da hier an Gusskurbelwellen durch Festwalzen/Rollieren
keine ausreichende Dauerfestigkeitssteigerung erzielt werden kann.
Deshalb wird das Festigkeitspotenzial des Werkstückwerkstoffs nur durch das Schlagverfestigen
optimal ausgenutzt.
-
Das
mit
DE 34 38 742 bekannte
Verfahren ist aufgrund des Platzbedarfs für die Vorrichtung jedoch nur
bei größeren Kurbelwellen
anwendbar. Zudem hat es den Nachteil, dass die Vorrichtung für das Verfestigen
der Kurbelwellenradien manuell angelegt und montiert werden muss.
Nach der Bearbeitung der an eine Lagerstelle angrenzenden Radienübergänge muss
die Bearbeitungsvorrichtung manuell gelöst und über der nächsten Lagerstelle manuell montiert
werden. Es ist aber auch möglich,
mehrere Vorrichtungen an verschiedenen Bearbeitungsstellen an einem
Werkstück
zu montieren und mehrere Radienübergänge hauptzeitparallel
zu bearbeiten. Während
der Bearbeitung ist die Bearbeitungsvorrichtung um das Werkstück geschlossen.
Die Bearbeitungsvorrichtung wird auf der der Bearbeitungsstelle
gegenüberliegenden
Seite in einem Prisma von der Lagerstelle selbst geführt bzw.
zentriert. Um hier keine Schäden
infolge der Reibung zwischen den Abstützflächen und dem Werkstück in die
Werkstückoberfläche zu bringen,
ist eine gute Schmierung erforderlich. Der Antrieb für die Drehbewegung
des Werkstücks arbeitet
nicht kontinuierlich sondern schrittweise. Jeweils zwischen den
Verfestigungsschlägen
erfolgt die Weiterteilung in die nächste Drehposition. Demnach erfordert
dieses Verfahren angewendet bei der Kurbelwelle relativ lange Rüstzeiten
und bedingt lange Nebenzeiten. Für
die Großserienfertigung
ist diese Lösung
ungeeignet. Zudem ist sie wegen des erforderlichen Schmierstoffeinsatzes
als nicht gerade umweltfreundlich zu bezeichnen.
-
Einen ähnlichen
Ansatz wie
DE 34 38 742 verfolgt
DE 21 52 921 . Hier werden
mit wesentlich geringeren impulsförmigen Kräften, die pneumatisch erzeugt
werden, die Oberflächenverfestigung
sowie die Oberflächenglättung vorgenommen.
Kennzeichnend ist hier jedoch, dass wie beim Festwalzen mit einer
statischen Vorspannkraft gearbeitet wird, der eine vibrierende,
radial auf die Werkstückoberfläche gerichtete
Kraft überlagert
ist. Das Werkzeug zum Verfestigen des Werkstücks ist eine drehbar gelagerte
Kugel, die in einem Halter aufgenommen ist. Der Halter wiederum
ist am Plansupport bzw. Träger
einer konventionellen Drehmaschine befestigt. Diese Lösung eignet
sich nicht zum Bearbeiten der Übergangsradien
an den Hublagern in einer Aufspannung mit den Übergangsradien an Hauptlagern,
da das Werkzeug bei zentrischer Einspannung (entlang der Hauptlagerachse)
der Bewegung der Kurbelwellenhublager während der Werkstückdrehung
nicht folgen kann.
-
Nach
heutigem Stand der Technik ist keine großserientaugliche Werkzeugmaschine
zum Schlagverfestigen der Radienübergänge an Kurbelwellen
bekannt.
-
Gegenstand
und Aufgabe der erfindungsgemäßen Lösung Gegenüber den
beschriebenen Lösungen
nach dem Stand der Technik ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine Werkzeugmaschine und eine Bearbeitungsvorrichtung zum Verfestigen
von Kurbelwellen und dergleichen vorzuschlagen, welche kostengünstiger
und effizienter sind und besonders für den Einsatz in der Großserienfertigung
geeignet sind bei Vermeidung der beschriebenen Nachteile des Standes
der Technik.
-
Diese
Aufgabe wird mit einer Maschine nach Anspruch 1 und einer Bearbeitungsvorrichtung
nach Anspruch 7 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind
Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
-
Das
zu bearbeitende Werkstück 1 ist
eine Kurbelwelle für
eine bekannte Brennkraftmaschine. Im Allgemeinen besteht die Kurbelwelle 1 einteilig aus
einer Mehrzahl von Hauptlagern 2, und dazu radial exzentrisch
um das Maß h
sowie auch in axiale Richtung versetzten Hublagern 3 mit
dem Durchmesser d. In axialer Richtung befindet sich zwischen den Hauptlagern 2 und
den Hublagern 3 jeweils eine Kurbelwange 4. An
den beiden Enden 5 weist die Kurbelwelle 1 entweder
einen Zapfen oder Flansch auf.
-
Die
Bearbeitungsaufgabe besteht einerseits im Schlagverfestigen der
beiden Radienübergänge 6 zwischen
einem Hublager 3 und den angrenzenden Kurbelwangen 4 sowie
andererseits im Schlagverfestigen der Radienübergänge 6 zwischen einem
Hauptlager 2 und der angrenzenden Kurbelwange 4 in
derselben Werkstückaufspannung
in unmittelbaren Folgeprozessen. Hierfür wird erfindungsgemäß eine neue
Werkzeugmaschine samt zugehörigen
Bearbeitungsvorrichtungen vorgeschlagen, die nachfolgend beschrieben
sind:
Die mit Hilfe bekannter Verfahren wie z.B. Drehen, Fräsen oder
Drehräumen
zerspanend vorbearbeitete Kurbelwelle 1 wird an einem Ende 5 in
einer bekannten, drehbaren Spannvorrichtung 7 bzw. am anderen Ende 5 in
einer vorbearbeiteten Zentrierbohrung am Reitstock 8 auf
der Zentrierspitze 9 aufgenommen. Die Werkstückspannvorrichtung 7 nach 1 ist
im Werkstückspindelstock 10 drehbar
gelagert. Die Werkstückspannvorrichtung 7 ist
als Drehmitnehmer ausgebildet, der von einem drehzahlvariabel regelbaren
Antriebsmotor 11 angetrieben wird. Somit wird die Kurbelwelle 1 in
die Drehbewegung 12 um die Hauptlagerachse 13 versetzt
(CNC-Maschinenachse C). Während
der Bearbeitung der Kurbelwelle 1 dreht sich diese kontinuierlich.
Der Werkstückspindelstock 10 samt
Antriebsmotor 11 ist zusammen mit dem Reitstock 8 fest
auf einem im Maschinengestell 14 längsverschiebbaren Maschinentisch 15 aufgebaut. Die
Verschiebung des Tisches 15 dient der axialen Positionierung
g der Kurbelwelle 1 relativ zu den Bearbeitungs vorrichtungen 16 bzw. 17 und
erfolgt über den
Kugelgewindetrieb 18, welcher über eine NC-Positionierachse
(elektronisch geregelter Servomotor) 19 angetrieben wird
(Maschinenachse Z). Während der
Bearbeitung der Kurbelwelle 1 ist der Maschinentisch 15 im
Maschinengestell 14 fixiert und verharrt unbewegt in seiner
Position. Zur Abstützung
großer Werkstücke 1 kann
auf dem Maschinentisch 14 eine bekannte Lünette 20 angeordnet
sein. In einer anderen, zeichnerisch nicht dargestellten Ausführung kann
anstelle des Reitstocks 8 samt Zentrierspitze 9 eine
zweite, drehbare Werkstückspannvorrichtung 7 sowie
gegebenenfalls ein zweiter Werkstückspindelstock 10 mit
Antriebsmotor 11 auf dem Maschinentisch 15 befestigt
sein. Im Falle des Antriebs der Kurbelwelle 1 an beiden
Enden 5 über
insgesamt zwei elektronisch geregelte Antriebe 11 müssten diese über ein
bekanntes Elektronisches Getriebe mit einander zwangsgekoppelt sein.
-
In
der Folge wird über
eine Steuerungsfunktion die zu bearbeitende Kurbelwelle 1 mit
Hilfe des Drehantriebs (11) in eine langsame, kontinuierliche Drehbewegung
um die Hauptlagerachse 13 versetzt. Die Drehzahl liegt
typischerweise in der Größenordnung
von etwa 1 bis 5 Umdrehungen pro Minute.
-
Nach 2 sind
an zwei gegenüberliegenden
Seiten des Werkstücks 1 auf
dem Maschinengestell 14, quer zur Führung des Maschinentisches 15, mit
dem Maschinengestell 14 zwei lineare Horizontalführungen 21 und 22 fest
verbunden. Für
die zeichnerisch nicht dargestellte Maschinensteuerung bildet die
vordere Horizontalführung 21 die
Bewegungsrichtung der CNC-Maschinenachse
X ab, wogegen die hintere Horizontalführung 22 die Bewegungsrichtung
der CNC-Maschinenachse U vorgibt. Auf den Horizontalführungen 21 bzw. 22 ist
jeweils ein Maschinenschlitten 23 bzw. 24 beweglich
angeordnet ist. Die Maschinenachsen X sowie U schließen mit der
Maschinenachse Z sowie mit der Werkstücklängsachse 13 den Winkel
von 90 Grad ein. Alle drei Maschinenachsen X, U, Z liegen in der
gleichen horizontalen Ebene. Die Verschiebung bzw. Positionierung
des jeweiligen Maschinenschlittens 23 bzw. 24 auf
dem Maschinengestell 14 erfolgt relativ zum Werkstück 1 in
radiale Richtung über
bekannte Kugelgewindetriebe 25 und 26, welche
wiederum über die
elektronisch geregelten Servo-Antriebe 27 bzw. 28 angesteuert
werden. Beim Werkstückwechsel(Ein-
und Auslegen des Werkstücks 1 in
die bzw. aus der erfindungsgemäßen Werkzeugmaschine) sind
die Maschinenschlitten 23 bzw. 24 in den Randlagen
positioniert (vorne bzw. ganz hinten) und die Zentrierspitze 9 ist über eine
bekannte hydraulische Aktivierung zurückgezogen.
-
Nach
dem Spannen des Werkstücks 1 in
der Spannvorrichtung 7 und im Reitstock 8 werden
vor der eigentlichen Bearbeitung des Werkstücks 1 die Maschinenschlitten 23 bzw. 24 mit
Eilgang in radiale Richtung an die zu bearbeitende Werkstückzone 6 herangeführt. Diese
in der zeichnerisch nicht dargestellten Maschinensteuerung programmierte
Vorpositionierung der Maschinenschlitten 23 und 24 erfolgt derart,
dass die Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 die
Bearbeitungszone 6 knapp nicht berühren. Anstatt der wegprogrammierten
horizontalen Vorpositionierung der Maschinenschlitten 23 und 24 kann
die Vorpositionierung auch auf Werkstückkontakt hin erfolgen, wobei
der Werkstückkontakt
beispielsweise durch die von Rundschleifmaschinen her bekannte steuerungstechnische
Auswertung des Körperschallsignals
mit Hilfe eines zeichnerisch nicht dargestellten seismischen Aufnehmers
erfolgt. In diesem Fall erfolgt nach dem Kontakt der Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 ein
definierter, weggesteuerter, radialer Rückzug weg vom Werkstück 1,
so dass zunächst
keine Berührung
der Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 mit dem
Werkstück 1 mehr
vorliegt. Die zeichnerisch nicht dargestellte zentrale Maschi nensteuerung
sorgt nun bei der Bearbeitung der Radienübergänge 6 an Hublagern 3 dafür, dass
im simultanen Bahnbetrieb entsprechend der aktuellen Drehlage α des sich
um die Hauptlagerachse 13 drehenden Werkstücks 1 (Ansteuerung
der Werkstückdrehachse
C und Auswertung der aktuellen Drehlagenposition α nach einer
vorgegebenen mathematischen Abhängigkeitsfunktion
die beiden Maschinenschlitten 23 und 24 über die
Antriebe 27 und 28 mit harmonischen, nach der
trigonometrischen Kosinusfunktion pendelförmigen Bewegungen 29 und 30 in
radiale Richtung zum Werkstück 1 verschoben werden.
Während
der Bearbeitung des Werkstücks 1 weisen
die beiden Maschinenschlitten 23 bzw. 24 für die Dauer
einer halben Werkstückumdrehung
den gleichen horizontalen Abstand λ zu einander auf.
-
Theoretisch
könnten
jetzt die beiden Maschinenschlitten 23 und 24 mechanisch
starr mit einander gekoppelt sein. Da sich jedoch der Bearbeitungsablauf
in der Regel über
mehrere Werkstückumdrehungen
erstreckt und zur Überwindung
des gesamten Bearbeitungsaufmaßes
a eine zusätzliche, überlagerte,
radiale Zustellbewegung 31 bzw. 32 erforderlich
ist, ist die mechanisch starre Kopplung der Maschinenschlitten 23 und 24 nicht
sinnvoll. Zudem wären
auch im Falle der mechanisch starren Kopplung die Werkstückwechselbedingungen
erheblich erschwert. Den während
der Bearbeitung ablaufenden pendelförmigen Linearbewegungen 29 und 30 der beiden
Maschinenschlitten 23 und 24 werden die radialen
Zustellbewegungen 31 und 32 für die Bearbeitungsvorrichtungen 16 bzw. 17 relativ
zur Werkstückoberfläche überlagert.
Dies führt
während
der Bearbeitung nach jeder halben Werkstückdrehung effektiv zur Verringerung
der horizontalen Distanz A. der beiden Maschinenschlitten 23 und 24 zu
einander. Für die
Bearbeitungsvorrichtung 16 stellt sich das horizontale
Abstandsmaß ξ für die Bearbeitungsvorrichtung 17 das
horizontale Abstandsmaß x
zur Werkstückdrehachse 13 ein.
Die Überlagerung
der Bewegungen 29 und 31 sowie 32 und 33 erfolgt
durch die Steuerungssoftware maschinenintern. Wie unten noch gezeigt
wird, sind die eigentlichen, außerhalb des
simultanen Bahnbetriebes stattfindenden mechanischen Schlagbewegungen 33 – erzeugt
durch die Bearbeitungsvorrichtungen 16 bzw. 17 – den simultanen,
pendelförmigen
Bahnbewegungen 29 und 30 zur horizontalen Führung der
Bearbeitungswerkzeuge 16 und 17 sowie den Zustellbewegungen 31 und 32 überlagert.
-
Während der
Bearbeitung von Radienübergängen 6 an
Hauptlagern 2 findet keine horizontale Pendelbewegung 29 bzw. 30 der
Maschinenschlitten 23 und 24 statt. Hier erfolgen
einzig die radialen Zustellbewegungen 31 und 32 in
Richtung der Drehachse 13 am Ende jeder halben Werkstückdrehung,
die lediglich noch von den unten beschriebenen Schlagbewegungen 33 überlagert
werden.
-
Vorteilhaft
ist, die Maschinenschlitten 23 und 24 baugleich
auszuführen.
Jeder Maschinenschlitten 23 bzw. 24 trägt eine
mit diesem fest verbundene vertikale Führung 34 bzw. 35,
in der die Bearbeitungsvorrichtung 16 bzw. 17 zur
Bearbeitung der Radienübergänge 6 vertikal
verschieb- und positionierbar geführt ist. Die Vertikalbewegungen 36 und 37 der
beiden Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 erfolgen gleichermaßen und
synchron. Dazu steuert die zeichnerisch nicht dargestellte zentrale
Maschinensteuerung in Abhängigkeit
der aktuellen Drehlage des Werkstücks 1 die elektronisch
geregelten Servoantriebe 38 bzw. 39 an, welche
wiederum über
bekannte Kugelgewindetriebe 40 und 41 die vertikalen Linearbewegungen 36 der
CNC-Maschinenachse Y bzw. 37 der CNC-Maschinenachse V ausführen. Bei der
Bearbeitung von Radienübergängen 6 an
Hublagern 3 sind auch die Vertikalbewegungen 36 und 37 harmonisch
und pendelförmig,
jedoch zu den Horizontalbewegungen 29 bzw. 30 der
Maschinenschlitten 23 und 24 um 90 Grad phasen verschoben.
Es sind trigonometrische, sinusförmige
Bewegungen in Abhängigkeit
zur aktuellen Werkstückdrehlage α.
-
Der
von den Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 maximal
zurück
zu legende vertikale Weg während
einer Werkstückumdrehung
entspricht dem Hub 2·h
der Kurbelwelle 1. Dagegen sind während der Bearbeitung der Radienübergänge 6 an
Hauptlagern 2 die vertikalen Maschinenachsen Y bzw. V nicht
bewegt, sondern stillstehend und in ihrer Lage fixiert. In diesem
Fall sind die Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 quasi
starr mit den Maschinenschlitten 23 bzw. 24 verbunden.
In einer anderen, nicht dargestellten Bauweise sind die beiden Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 in
Portalbauweise derart fest mechanisch mit einander gekoppelt, dass jede
Vertikalbewegung gemeinsam ausgeführt wird. In dieser Ausführung entfällt eine
Maschinenachse: der Steuerungsaufwand für die zwei vertikalen CNC-Maschinenachsen
Y und V reduziert sich auf eine einzige vertikale CNC-Maschinenachse
Y oder V, die dann beide Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 gemeinsam
in vertikaler Richtung führt.
-
Aus
Sicht der Kurbelwelle 1 sind die beiden Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 auf
gegenüberliegenden
Seiten angeordnet. Die zeichnerisch nicht dargestellte zentrale
Maschinensteuerung sorgt letztendlich dafür, dass simultan zur Werkstückdrehung 12 im
CNC-Bahnbetrieb die Maschinenachsen X und U, sowie Y und V in Abhängigkeit
zur aktuellen Werkstückdrehlage α derart geführt werden,
dass die Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 stets
normal zur Oberfläche
des Werkstücks 1 hin
gerichtet sind. Die beiden Bearbeitungsvorrichtungen 16 bzw. 17 werden
durch die oben beschriebene orthogonale Anordnung und steuerungstechnische
Zwangskopplung der Maschinenachsen der zu bearbeitenden Oberfläche des
Hublagers 3 in einer kreisförmigen Bewegung nachgeführt. Diese
kreisförmige Bewegung
entsteht durch die Überlagerung
der Bewegungen 29 mit 36 sowie 30 mit 37.
Steuerungstechnisch ist die sich kontinuierlich drehende Werkstückdrehachse
C die CNC-Führungsachse
für die
o.g. CNC-Linearachsen X, U, Y und V dieser erfindungsgemäßen Werkzeugmaschine.
Aus Bearbeitungsgründen
kann es vorteilhaft sein, das Werkstück 1 nicht konstant,
sondern mit einer variablen Winkelgeschwindigkeit zu drehen, was
jedoch an der steuerungstechnischen Zwangskopplung der Maschinenachsen
C, X, U, Y und V nichts ändert.
-
Die
beiden Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 sind
identisch aufgebaut und somit baugleich. Nach 3 besteht
jede Bearbeitungsvorrichtung 16 bzw. 17 im Wesentlichen
aus dem Gehäuse 42,
dem dort angeschraubten Bearbeitungskopf 43 und dem an
das Gehäuse 42 angeschraubten
Gehäusedeckel 44.
In dem Gehäuse 42 horizontal
beweglich geführt befindet
sich die Pinole 45. Aus der Drehbewegung eines rotierenden
Exzenters 46 wird die periodische, horizontale, Schlagbewegung 33 der
Pinole 45 auf das Werkstück 1 abgeleitet. Der
Exzenter 46 wiederum befindet sich stückfest mit der Antriebswelle 47 verbunden,
die entweder direkt über
den Elektromotor 48 oder über ein zeichnerisch nicht
dargestelltes Zwischengetriebe in Drehung versetzt wird. An dem dem
Werkstück 1 zugewandten
Ende der Pinole 45 sind die eigentlichen Bearbeitungswerkzeuge 49 im Bearbeitungskopf 43 geführt. Jede
der beiden Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 verfügt über zwei Bearbeitungswerkzeuge 49 für die gleichzeitige
Bearbeitung des linken und des rechten Radienübergangs 6 einer Lagerstelle
der Kurbelwelle 1. Ein einzelnes Bearbeitungswerkzeug 49 besteht
im Wesentlichen aus dem Schlagstößel 50 und
der Schlagkugel 51, welche in die Oberfläche des
Werkstücks 1 eindringt,
das Werkstück 1 in
der Bearbeitungszone 6 lokal plastisch verformt und dadurch
Druckeigenspannungen in die Werkstückoberfläche einbringt.
-
Die
Schlagkugel 51 ist aus einem hochfesten, zähen Werkstoff,
vorzugsweise aus Hartmetall oder gehärtetem Stahl, gefertigt. Hier
ist es nicht von Bedeutung, ob die Schlagkugel 51 auf den
Schlagstößel 50 unbeweglich
aufgelötet
ist oder in einer zeichnerisch nicht dargestellten Art in einer
Pfanne drehbar im Schlagstößel 50 gehalten
wird. Die Pinole 45 verfügt an der dem Werkstück 1 zugewandten Seite über ein
konisches bzw. dachförmig
abgeflachtes Ende, an dem die beiden Bearbeitungswerkzeuge 49 anliegen.
Während
der aus der Drehung des Exzenters 46 mit der Exzentrizität e abgeleiteten
horizontalen Schlagbewegung 33 der Pinole 45 ändern die
beiden Schlagkugeln 51 einer Bearbeitungsvorrichtung 16 bzw. 17 ihren
Abstand zu einander in der Art, dass sie nicht rein radial sondern
aufgrund ihrer schrägen
Führung
auch in axiale Richtung auf den zu bearbeitenden Kurbelwellenradienübergang 6 treffen.
Durch das Eindringen der Schlagkugeln 51 in die Werkstückoberfläche entstehen
Hinterstiche im Radienübergang 6.
Kennzeichnend für
diese Erfindung ist, dass die Exzentrizität e des Exzenters 46 und
somit der Hub der Pinole 45 bzw. der Hub eines Schlagstößels 50 wenige
Zehntel Millimeter bis wenige Millimeter beträgt. Die Länge der horizontalen Hubbewegung 2e der
Pinole 45 zur Ausführung
der Schlagbewegung 33 durch das Bearbeitungswerkzeug 49 und
die über
die Drehzahl des elektrischen Antriebmotors 48 einstellbare
Schlagfrequenz sind völlig
unabhängig
von den horizontalen Bewegungen 29 und 31 bzw. 30 und 32 der
Maschinenschlittens 23 bzw. 24 (Maschinenachsen
X bzw. V), welche die Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 lediglich
entlang des zu bearbeitenden Übergangsradius 6 führen bzw.
im kontinuierlichen Bahnbetrieb positionieren. Die Druckfedern 52 und 53 sorgen
dafür,
dass die Schlagstößel 50 stets
an der jeweiligen Pinole 45 sowie die jeweilige Pinole 45 stets
am Exzenter 46 anliegen. Damit wird der Rückzug der
Bearbeitungswerkzeuge 49 nach einem Schlaghub 33 sichergestellt.
-
Häufig sind
die Breiten aller Hauptlager 2 und Hublager 3 der
Kurbelwelle 1 konstruktiv gleich vorgegeben, so dass alle Übergangsradien 6 sequenziell
nach einander ohne umrüstbedingten
Maschinenstopp bearbeitet werden können. Für die Bearbeitung unterschiedlicher
Lagerbreiten müssen
jedoch im Bearbeitungskopf 43 die Schlagstößel 50 gegen
andere, mit entsprechender Länge
(Distanz g zwischen Schlagkugel 51 und Pinole 45)
ausgetauscht werden. Ebenso müssen
für andere
dimensionale Größen der
Radien in den Übergangszonen 6 die
Bearbeitungswerkzeuge 49 gegen andere, mit entsprechenden
Durchmessern der Schlagkugeln 51 ausgetauscht werden. Die
Größe der Exzentrizität e des
Exzenters 46 auf der Antriebswelle 47 bestimmt den
Schlaghub für
die Schlagkugeln 51. Der Schlaghub wird im Allgemeinen
auch beim Umrüsten von
einem Werkstücktyp
auf einen anderen nicht verändert.
Soll der Schlaghub dennoch verändert
werden, ist ein entsprechender Austausch der Antriebswelle 47 erforderlich.
In einer zeichnerisch nicht dargestellten Ausführungsvariante ist eine stufenlose Verstellung
der Exzentrizität
und somit des Schlaghubs mit Hilfe des bekannten Doppelexzenters
möglich.
Dort befindet sich im Inneren eines Exzenters 46 ein weiterer
Exzenter mit der gleichen Exzentrizität e. Durch gegenseitiges Verdrehen
der beiden Exzenter gegen einander kann beim Rüsten der Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 mit
Hilfe einer entsprechenden Verstelleinrichtung die Exzentrizität im Bereich
von null bis zum doppelten Betrag der Exzentrizität e eines
einzelnen Exzenters 46 verstellt werden, ohne die Antriebswelle 47 austauschen
zu müssen.
Der Elektromotor 48 treibt über die Antriebswelle 47 den
Exzenter 46 an. Die Schlagfrequenz der Pinole 45 ergibt
sich aus der Drehzahl n des Elektromotors 48, die über die
zeichnerisch nicht dargestellte Maschinensteuerung eingestellt werden
kann. Typische Schlagfrequenzen der Pinole 45 liegen im
Bereich unter 1000 pro Minute. Der Elekt romotor 48 der vorderen
Bearbeitungsvorrichtung 16 und der Elektromotor 48 der
hinteren Bearbeitungsvorrichtung 17 sind über ein
bekanntes, sog. Elektronisches Getriebe derart mit einander synchronisiert,
dass alle vier Schlagkugeln 51 gleichzeitig auf das Werkstück 1 schlagen.
Da sich die beiden Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 in
gleicher Z-Achsenposition
einander gegenüber
liegend befinden, ist die Folge, dass sich die durch die Bearbeitung
hervorgerufenen Reaktionskräfte
gegenseitig aufheben und sich die Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 gegenseitig
abstützen.
Damit wird die Gefahr des Verzugs der Kurbelwelle 1 als
Folge der Bearbeitung weitgehend vermieden.
-
Ein
weiterer Vorteil dieser Anordnung ist, dass sich durch die von zwei
Seiten her gleichzeitig geführte
Bearbeitung die gesamte Bearbeitungszeit halbiert. Die radiale Zustellung 31 bzw. 32 der
beiden Bearbeitungsvorrichtungen 16 bzw. 17 bezogen
auf die Werkstückdrehachse 13 kann
somit bereits nach einer halben Werkstückumdrehung vorgenommen werden.
Der gesamte Zustellbetrag a kann auf mehrere Werkstück(-halb-)umdrehungen
hinweg verteilt werden. Für
die Großserienfertigung
wird das ideale Werkstückgesamtaufmaß a aus
Vorversuchen ermittelt bzw. aus Erfahrungswerten abgeleitet. Die
Maschinensteuerung sorgt für
eine exakte Reproduktion der Bewegungsabläufe für alle Werkstücke einer Großserienfertigung
durch die Winkel- bzw.
Wegsteuerung der CNC-Maschinenachsen. Die Entkopplung der Schlagbewegungen 33 der
Bearbeitungswerkzeuge 49 von den Führungsbewegungen 29 bis 32 der
gesamten Bearbeitungsvorrichtungen 16 bzw. 17 erlaubt
eine kontinuierliche Drehbewegung 12 des Werkstücks 1 während der
Bearbeitung.
-
m
Gegensatz zu
DE 34 38 742 ist
kein schrittweises Unterbrechen der Drehbewegung
12 zur
Ausführung
des Verfestigungsschlags mit anschließendem Weiterteilen in die
nächste
Drehlagenposi tion erforderlich. Da je nach Anforderungen an die
betriebsmäßige Festigkeit
der Kurbelwelle
1 es nicht immer erforderlich ist, alle
Zonen eines Radienübergangs
6 über den
gesamten Umfang mit gleicher Intensität zu bearbeiten, kann es von
Vorteil sein, die erfindungsgemäße Werkzeugmaschine
mit einem drehgeschwindigkeitsvariablen Antrieb
11 auszustatten.
In den Radienübergangszonen
6,
wo die Festigkeitsanforderungen geringer sind, kann während der Bearbeitung
das Werkstück
1 schneller
gedreht werden. Die Bearbeitungszeit reduziert sich. Die plastisch
verformten Druckpunkte auf der Werkstückoberfläche bilden sich weiter voneinander
entfernt aus.
-
Kennzeichnend
für die
erfindungsgemäße Anordnung
der Maschinenachsen (X, U, Y, V) im Zusammenwirken mit der Anordnung
der Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 ist, dass
zum Zeitpunkt der Druckimpulswirkung der Schlagkugeln 51 auf
die Werkstückoberfläche 6 in
der Werkstücktangentialebene
keine durch die Maschinenkinematik bedingte Relativbewegung zwischen
einer Schlagkugel 51 und der Werkstückoberfläche 6 stattfindet.
Dadurch unterscheidet sich die erfindungsgemäße Lösung erheblich von den bekannten
Festwalzmaschinen. Durch die erfindungsgemäße Lösung ist der äußere Einsatz
von Schmierstoffen nicht erforderlich (Trockenbearbeitung), wodurch ökologischen
Produktionsaspekten Rechnung getragen wird.
-
Eine
andere Art der Abstützung
des Werkstücks 1 während der
Bearbeitung zeigen 4 und 5. Hier
wird anstelle der rückwärtigen Bearbeitungsvorrichtung 17 eine
um die Achse 54 frei drehbare Abstützrolle 55 vorgesehen.
Damit vereinfacht sich der Maschinenaufbau. Eine weitere erhebliche Vereinfachung
des Maschinenaufbaus durch Reduzierung der simultan anzusteuernden
Maschinenachsen lässt
sich dadurch erreichen, indem die Abstützrolle 55 nicht über zwei
orthogonale CNC- Maschinenachsen
U und V, sondern wie in 6 dargestellt über lediglich
eine einzige horizontale Maschinenachse W angesteuert wird. Hier
ist die Achse 54 fest mit dem Maschinenschlitten 24 verbunden. Über eine entsprechende
Software in der zentralen Maschinensteuerung muss sichergestellt
sein, dass die Abstützrolle 55 eine,
dem bekannten Pendelhubschleifen der Schleifscheibe vergleichbare
Bewegung 56 entlang der Maschinenachse W, relativ zur Werkstückdrehung 12 und
gleichzeitig relativ zu den Bewegungen 29 und 36 der
Bearbeitungsvorrichtung 16, ausführt. Das CNC-Pendelhubschleifen
ist eine bekannte Bearbeitungstechnologie für die Hart/Feinbearbeitung der
Kurbelwellenhublager 3. Anstatt durch eine Abstützrolle 55 kann
das Werkstück 1 in
einem zeichnerisch nicht dargestellten Prisma abgestützt werden, welches
in oben beschriebener Weise der Werkstückoberfläche 6 durch zwei bzw.
eine CNC-Achse(n) nachgeführt
wird. In diesem Fall muss für
eine ausreichende Schmierung zwischen dem Werkstück 1 und dem Stützprisma
gesorgt werden.
-
Bei
der Bearbeitung von verhältnismäßig großen Kurbelwellen
kann auf eine gezielte Abstützung
der Kurbelwelle 1 zur Aufnahme der freien Kräfte, die
sich aus den Druckimpulsen der Schlagkugel 51 auf das Werkstück 1 ergeben,
ohnehin verzichtet werden. Die Masse der zu bearbeitenden Kurbelwelle 1 in
Relation zum Bearbeitungswerkzeug 49 samt Pinole 45 gesetzt,
beträgt
bei großen
Nutzfahrzeugkurbelwellen mehr als 100 zu 1. Zudem ist die Kurbelwelle 1 bei
der Bearbeitung fest gespannt und der weitaus größte Teil der in das Werkstück 1 eingebrachten
impulsförmigen
Schlagenergie wird unmittelbar in lokalen plastischen Verformungen
abgeführt.
Die große
Werkstückmasse,
besonders bei Gusswerkstoffen, dämpft
den nicht in Verformungsenergie umgesetzten Restimpuls. Deshalb
setzt die erfindungsgemäße Lösung nicht
zwingend voraus, dass in jedem Fall eine Werkstückabstützung auf der Gegenseite der Bearbeitungsstelle
vorhanden sein muss. Ebenso wenig setzt die Erfindung nicht in jedem
Fall voraus, dass zwei Radienübergänge durch zwei
Schlagkugeln gleichzeitig bearbeitet werden. Durch eine entsprechende
konstruktive Auslegung der Bearbeitungsvorrichtung 16,
oder durch eine schräge
Anstellung der Bearbeitungsvorrichtung 16, oder durch eine – wie in 7 angedeutet – zusätzliche
NC-Positionier-Schwenkachse (B-Achse) auf dem Maschinengestell 14 für die Führung des
Maschinentisches 15, sind Bearbeitungsvorrichtungen 16 mit
nur einer Schlagkugel 51 realisierbar. Dies hat allerdings
den Nachteil, dass die beiden Radienübergänge 6 nicht zeitgleich,
sondern sequenziell nach einander bearbeitet werden und sich dadurch
die gesamte Bearbeitungszeit verdoppelt.
-
In 3 sind
Bearbeitungsvorrichtungen 16 und 17 skizziert,
bei denen die Antriebswellen 47 parallel zur Werkstückdrehachse 13 und
somit parallel zur Maschinenhauptachse Z gerichtet sind. Dagegen ist
in 8 eine andere Lösungsmöglichkeit angedeutet, bei der
die Antriebsachse für
einen Exzenter (46) gegenüber der Darstellung in 3 um
90 Grad gedreht ist und in vertikale Richtung verläuft. In
einer anderen, zeichnerisch nicht dargestellten Variante wird die
Hubbewegung für
die Bearbeitungswerkzeuge 49 über eine bekannte Kurbelschleife
von der Antriebswelle 47 abgegriffen.
-
Neben
der elektromechanischen Krafteinleitung nach 3 und 7 über Elektromotor 48, Antriebswelle 47,
Exzenter 46, Pinole 45 und Bearbeitungswerkzeug 49 bestehen
auch andere Möglichkeiten
zur Erzeugung der Schlagbewegung 33 und der mechanischen
Schlagkraft. Die impulsförmige
Einbringung von Druckeigenspannungen in die Werkstückoberfläche 6 als
Folge lokaler plastischer Verformungen kann erfindungsgemäß alternativ auch
unter Verwendung bekannter Piezo-Aktoren 57 erfolgen. Verdeutlicht
ist dies in 9, welche eine entspre chende
Bearbeitungsvorrichtung 16 schematisch zeigt. Am Gehäusedeckel 44 sind
zwei Pakete von jeweils vier hinter einander angeordneten bekannten
Piezo-Aktoren 57 befestigt. Beim Anlegen einer niederfrequenten
Wechselspannung an die elektrischen Anschlüssen 58 ändert jeder
Piezo-Aktor 57 in bekannter Weise periodisch seine Ausdehnung.
Durch die hintereinander liegende Anordnung in der dargestellten
Paketform addieren sich die Ausdehnungen der einzelnen Aktoren 57 innerhalb
eines Paketes zur Gesamtausdehnung des Pakets. Die Aktoren 57 wirken
auf die Hebel 59, welche in den Zapfen 60 schwenkbar
gelagert sind und die Schwenkbewegung (61) ausführen. Die
Hebel 59 haben die Aufgabe, die Ausdehnungen der Piezo-Aktorenpakete mechanisch
zu vergrößern und
derart zu übersetzen, dass
sich ein Schlaghub äquivalent
zur oben beschriebenen Exzenteranregung einstellt. Die Hebel 59 übertragen
die von den Aktoren 57 erzeugte Schlagenergie auf die Pinole 45,
welche in oben beschriebener Weise die Schlagenergie über die
Bearbeitungswerkzeuge 49 auf die Bearbeitungsstelle 6 des
Werkstücks 1 weiter
leitet.
-
Die
Abbildungen der nachfolgenden Zeichnungen von beispielhaften Ausführungsbeispielen der
Erfindung zeigen folgende Darstellungen:
-
1:
Eine horizontale Draufsicht eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Werkzeugmaschine;
-
2:
eine Querschnittsansicht durch die erfindungsgemäße Werkzeugmaschine;
-
3:
eine Schnittansicht durch die erfindungsgemäßen Bearbeitungsvorrichtungen
(16) und (17) mit Blickrichtung von oben auf das
Werkstück (1);
-
4:
eine Abstützung
des Werkstücks
(1) durch die mit zwei CNC-Achsen geführte Abstützrolle (55) in vertikaler
Querschnittsansicht;
-
5:
eine Abstützung
des Werkstücks
(1) durch die mit zwei CNC-Achsen geführte Abstützrolle (55) in horizontaler
Querschnittsansicht;
-
6:
eine Abstützung
des Werkstücks
(1) durch die mit einer CNC-Achse geführte Abstützrolle (55) im sog.
Pendelhubverfahren in vertikaler Querschnittsansicht;
-
7:
eine beispielhafte Bearbeitung mit nur einem Bearbeitungswerkzeug
(49) an schräg
angestelltem Werkstück
(1) in horizontaler Querschnittsansicht;
-
8:
eine Bearbeitungsvorrichtung (16) mit senkrechter Antriebswelle
(47) in horizontaler Querschnittsansicht; und
-
9:
eine Bearbeitungsvorrichtung (16) mit Piezo-Aktoren (57)
zur Einleitung des Schlaghubs (33) nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung in horizontaler Querschnitt
-
In
den Figuren der Zeichnungen sind die Bauteile und Einzelheiten der
Ausführungsbeispiele der
Erfindung entsprechend der folgenden Aufstellung bezeichnet:
-
- 1
- Werkstück (zu bearbeitende
Kurbelwelle)
- 2
- Kurbelwellenhauptlager
- 3
- Kurbelwellenhublager
- 4
- Kurbelwange
- 5
- Kurbelwellenzapfen
bzw. Kurbelwellenflansch
- 6
- Radienübergang
(Bearbeitungsstelle)
- 7
- Werkstückspannvorrichtung
- 8
- Reitstock
- 9
- Zentrierspitze
- 10
- Werkstückspindelstock
- 11
- elektrischer
Servoantrieb für
Werkstückspindel
(C-Achse)
- 12
- Werkstückdrehbewegung
(C-Achse)
- 13
- Hauptlagerachse
(Werkstücklängsachse, Werkstückdrehachse)
- 14
- Maschinegestell
- 15
- Maschinentisch
- 16
- vordere
Bearbeitungsvorrichtung
- 17
- rückwärtige Bearbeitungsvorrichtung
- 18
- Kugelgewindetrieb
zur Tischpositionierung
- 19
- elektr.
Positionier- bzw. Stellmotor für
Tischpositionierung
- 20
- Lünette
- 21
- vordere
Horizontalführung
- 22
- rückwärtige Horizontalführung
- 23
- Maschinenschlitten
für horizontale
Positionierung der
-
- vorderen
Bearbeitungsvorrichtung
- 24
- Maschinenschlitten
für horizontale
Positionierung der
-
- rückwärtigen Bearbeitungsvorrichtung
- 25
- Kugelgewindetrieb
für horizontale
Positionierung der
-
- vorderen
Bearbeitungsvorrichtung
- 26
- Kugelgewindetrieb
für horizontale
Positionierung der rückwärtigen Bearbeitungsvorrichtung
- 27
- Servoantrieb
zur horizontalen Positionierung der vorderen Bearbeitungsvorrichtung
- 28
- Servoantrieb
zur horizontalen Positionierung der rückwärtigen Bearbeitungsvorrichtung
- 29
- horizontale
Linearbewegung des vorderen Maschinenschlttens entlang X-Achse;
Maß ξ
- 30
- horizontale
Linearbewegung des hinteren Maschinenschlittens entlang U-Achse,
Maß χ
- 31
- Zustellbewegung
des vorderen Maschinenschlittens
- 32
- Zustellbewegung
des hinteren Maschinenschlittens
- 33
- Bewegung
des Schlagwerkzeugs
- 34
- vordere
Vertikalführung
rückwärtige Vertikalführung
- 36
- vertikale
Linearbewegung der vorderen Bearbeitungsvorrichtung entlang Y-Achse;
Maß η
- 37
- vertikale
Linearbewegung der hinteren Bearbeitungsvorrichtung entlang V-Achse,
Maß η
- 38
- Servoantrieb
zur vertikalen Positionierung der vorderen Bearbeitungsvorrichtung
- 39
- Servoantrieb
zur vertikalen Positionierung der rückwärtigen Bearbeitungsvorrichtung
- 40
- Kugelgewindetrieb
für vertikale
Positionierung der vorderen Bearbeitungsvorrichtung
- 41
- Kugelgewindetrieb
für vertikale
Positionierung der rückwärtigen Bearbeitungsvorrichtung
- 42
- Gehäuse der
Bearbeitungsvorrichtung
- 43
- Bearbeitungskopf
- 44
- Gehäusedeckel
- 45
- Pinole
- 46
- Exzenter
- 47
- Antriebswelle
- 48
- Elektromotor
- 49
- Bearbeitungswerkzeug
- 50
- Schlagstößel
- 51
- Schlagkugel
- 52
- Druckfeder
für Rückzug eines
Bearbeitungswerkzeuges
- 53
- Druckfeder
für Rückzug der
Pinole
- 54
- Achse
- 55
- Abstützrolle
- 56
- Pendelbewegung
der Stützscheibe
- 57
- Piezo-Aktor
- 58
- elektrischer
Anschluss
- 59
- Hebel
- 60
- Zapfen
- 61
- Schwenkbewegung
des Hebels