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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Kommunikationssystem mit einer
Eingabeeinheit zur Eingabe von Informationen hinsichtlich eines
gewünschten
Kommunikationspartners und einen Speicher, in dem Informationen
zum Herstellen einer Kommunikationsverbindung mit einer Vielzahl
von Personen sowie Zusatzinformationen zu diesen Personen gespeichert
sind. Das Kommunikationssystem kann insbesondere in Verbindung mit
einer Mobiltelefoneinrichtung in einem Kraftfahrzeug eingesetzt
werden. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Ermitteln
von Informationen zum Herstellen einer Kommunikationsverbindung.
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Es
sind Mobiltelefonsysteme für
Kraftfahrzeuge bekannt, bei welchen der Nutzer eine Mobiltelefonverbindung
dadurch herstellen kann, dass er den Namen oder die Telefonnummer
des gewünschten
Kommunikationspartners in ein Mikrofon des Mobiltelefonsystems spricht.
Das Mobiltelefonsystem wertet die Sprachinformation aus und vergleicht
sie mit einem gespeicherten Telefonbuch, das die Namen der möglichen
Kommunikationspartner bestimmten Telefonnummern zuordnet und dann
eine Mobiltelefonverbindung herstellt. Wird die Telefonnummer direkt
eingegeben, initiiert das Mobiltelefonsystem sofort eine Mobiltelefonverbindung
mit dieser Nummer. Nachteilhaft an herkömmlichen Mobiltelefonsystemen
in Kraftfahrzeugen ist, dass der Nutzer die exakte Telefonnummer
oder den Namen exakt in der gespeicherten Form kennen muss, um die
Mobiltelefonverbindung herzustellen.
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Es
ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Kommunikationssystem
bzw. ein Verfahren zum Ermitteln von Informationen zum Herstellen
einer Kommunikationsverbindung der eingangs genannten Art bereitzustellen,
durch welche die Informationen zum Herstellen der Kommunikationsverbindung
auch dann ermittelt werden können,
wenn die Eingabe des Nutzers nicht exakt der gespeicherten Information
entspricht.
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Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe durch ein Kommunikationssystem mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst. Vorteilhafte
Aus- und Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Das
erfindungsgemäße Kommunikationssystem
ist gekennzeichnet durch eine Auswerteeinheit, mit welcher aus mehrdeutigen
Eingabeinformationen die im Speicher gespeicherten Informationen zum
Herstellen der Kommunikationsverbindung mit dem gewünschten
Kommunikationspartner ermittelbar sind. Die Kommunikationsverbindung
ist insbesondere eine Mobiltelefonverbindung. Bei dem erfindungsgemäßen Kommunikationssystem
ist es somit nicht nötig,
dass der Nutzer exakt die Informationen eingibt, die auch in dem
Speicher des Kommunikationssystems gespeichert sind. Es reicht aus,
dass er mehrdeutige Informationen eingibt, die z.B. zu dem gewünschten
Kommunikationspartner gehörige
Informationen enthalten. Aus den Zusatzinformationen kann die Auswerteeinheit
dann den gewünschten Kommunikationspartner
ermitteln, ohne dass es erforderlich ist, dass Teile der mehrdeutigen
Eingabeinformationen den Zusatzinformationen entsprechen. Die mehrdeutigen
Eingabeinformationen können
z.B. die Firma, für
die der gewünschte
Kommunikationspartner arbeitet, enthalten, die Position dieser Person in
der Firma, das geographische Gebiet, in dem die Person wohnt, oder
andere zu dem gewünschten Kommunikationspartner
gehörige
Informationen. Diese Informationen können mehrdeutig sein, da die Angabe
eines Firmennamens normalerweise nicht nur auf einen gespeicherten
Kommunikationspartner verweist.
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Gemäß einer
bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Kommunikationssystems sind die
zu einer Person gehörigen
Informationen in semantischer Weise gespeichert, wobei die Informationen
zum Herstellen der Kommunikationsverbindung und die Zusatzinformationen
zu jeweils einer Person miteinander verknüpft sind. Insbesondere sind
die zu den Personen gehörigen
Informationen mittels einer Ontologie miteinander verknüpft. Unter
einer Ontologie wird im Sinne der Erfindung, wie im Bereich der Wissensrepräsentation,
ein formal definiertes System von Konzepten und Relationen verstanden.
Vorteilhaft an der Verwendung einer Ontologie ist, dass Schlussfolgerungsmechanismen
von mehreren Systemen geteilt werden können. Eine besonders bevorzugte
Ontologie ist die Web Ontology Language (OWL) entsprechend der Spezifikation
des World-Wide-Web-Konsortiums (W3C). Durch die Web Ontology Language
können
Ontologien anhand einer formalen Beschreibungssprache erstellt,
publiziert und verteilt werden.
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Die
Darstellung der Informationen in dieser Sprache erleichtert es der
Auswerteeinheit aus den mehrdeutigen Eingabeinformationen die Informationen
zum Herstellen der Kommunikationsverbindung mit dem gewünschten
Kommunikationspartner zu ermitteln.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Kommunikationssystems umfasst
die Eingabeeinheit ein Mikrofon und eine Spracherkennungseinheit.
Die Spracherkennungseinheit kann bevorzugt akustische Signale in
digitale Signale umwandeln, den Sprachinhalt erkennen und in Text
umwandeln und ausgeben. Die Ausgabe erfolgt insbesondere auf einer
syntaktischen Ebene, d.h. die Ausgabe ist ein Satz und nicht nur
ein Wort. Zusätzlich
ist es möglich,
die Spracherkennung so auszubilden, dass sie sowohl diskrete als
auch kontinuierliche Sprache erkennt. Unter diskreter Sprache wird
verstanden, dass der Nutzer die Eingabeinformation Wort für Wort eingibt.
Unter kontinuierlicher Sprache wird verstanden, dass der Nutzer
zur Eingabe der Informationen so sprechen kann, wie er oder sie
dies bei normalen Unterhaltungen tut.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Kommunikationssystems
ist der Speicher mit einer Synchronisationseinrichtung zum Synchronisieren
des Speichers mit externen Einrichtungen gekoppelt. beispielsweise kann
der Speicher mit dem Speicher eines externen Mobiltelefons synchronisiert
werden. Ferner kann der Speicher mit Daten synchronisiert werden,
die auf Servern gespeichert sind, die beispielsweise über einen
Internetserviceprovider (ISP) über
das Internet abgefragt werden können.
Die Kopplung mit diesen externen Geräten kann dabei mittels Drahtverbindungen
und/oder drahtlos erfolgen. Die Synchronisationseinrichtung kann
z.B. eine Dockingstation, eine Bluetooth-Schnittstelle, eine W-Lan-Schnittstelle oder
eine GSM/GPRS-Schnittstelle sein. Bei Bedarf kann die Synchronisation
automatisch durchgeführt werden.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Kommunikationssystems
ist die Auswerteeinheit mit einem Sprachgenerator und einer Ausgabeeinheit
zur Ausgabe von Sprache gekoppelt. Mit der Auswerteeinheit ist ein Sprachdialog
erzeugbar und über
den Sprachgenerator ausgebbar, durch den vom Nutzer weitere Informationen
zu dem gewünschten
Kommunikationspartner erfragbar sind. Die Auswerteeinheit analysiert
somit den Satz, der von der Spracherkennungseinheit übertragen
worden ist. Dabei wird der Kontext des Sprachdialogs berücksichtigt.
Ferner können weitere
Kontextinformationen berücksichtigt
werden, die über
eine Schnittstelle zu externen Geräten verfügbar sind. Diese externen Geräte können z.B.
ein Navigationsgerät
eines Kraftfahrzeugs umfassen, welches dem Kommunikationssystem
z.B. den Zielpunkt einer Route überträgt.
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Die
Auswerteeinheit sucht nach gespeicherten Informationen, die zu den
Eingabeinformationen passen und aus denen der gewünschte Kommunikationspartner
aus den semantisch gespeicherten Informationen ermittelt werden
kann. Ferner erzeugt die Auswerteeinheit Fragen an den Nutzer, welche
zu Antworten führen,
die möglichst
schnell zu den Informationen zum Herstellen der Kommunikationsverbindung
führen.
Diese Fragen werden über
den Sprachgenerator und einen Lautsprecher ausgegeben. Hierfür kann ein
Synthesizer oder dgl. Textinformationen in gesprochene Sprache umwandeln,
wobei auf z.B. auch im Voraus gespeicherte Sprachteile zurückgegriffen
werden kann.
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Des
Weiteren betrifft die Erfindung ein Kraftfahrzeug mit dem vorstehend
beschriebenen Kommunikationssystem. Das Kommunikationssystem kann
in diesem Fall bevorzugt mit anderen Einrichtungen des Kraftfahrzeugs,
z.B. über
den Fahrzeugbus gekoppelt sein, um weitere Kontextinformationen zu
erhalten, welche es der Auswerteeinheit ermöglichen, möglichst schnell die Informationen
zum Herstellen der Kommunikationsverbindung zu ermitteln.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren
gibt ein Nutzer mehrdeutige Informationen zu einem gewünschten
Kommunikationspartner ein und eine Auswerteeinheit analysiert die
mehrdeutigen Eingabeinformationen und vergleicht sie mit Informationen, die
in einem Speicher gespeichert sind. Hieraus ermittelt die Auswerteeinheit
die Informationen zum Herstellen der Kommunikationsverbindung mit
dem gewünschten
Kommunikationspartner. In dem Speicher sind Informationen zum Herstellen
der Kommunikationsverbindung mit einer Vielzahl von Personen sowie
Zusatzinformationen zu diesen Personen gespeichert.
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Vorteilhafterweise
erfragt die Auswerteeinheit über
einen Sprachdialog mit dem Nutzer weitere Informationen zu dem gewünschten
Kommunikationspartner.
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Die
Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug zu
der beigefügten Zeichnung
erläutert.
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Die
Figur zeigt schematisch den Aufbau eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Kommunikationssystems.
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Das
Ausführungsbeispiel
betrifft ein Kommunikationssystem, das in das Mobiltelefonsystem
eines Kraftfahrzeugs eingebunden ist. Das Kommunikationssystem dient
insbesondere dazu, auch dann die Telefonnummer eines gewünschten
Kommunikationspartners zu ermitteln, wenn von dem Nutzer nur mehrdeutige,
d.h. keine exakten Informationen, eingegeben werden.
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Das
Kommunikationssystem umfasst eine semantische Telefonnummernermittelungseinheit 1, ein
Mikrofon 2 und einen Lautsprecher 3. Über das Mikrofon 2 kann
der Nutzer Informationen in Form von Sprache eingeben. Diese akustischen
Informationen werden in digitale Signale umgewandelt und an eine
Spracherkennungseinheit 1.1 übertragen. Die Spracherkennungseinheit 1.1 kann
auf an sich bekannte Weise Sprachinformation in Textinformation umwandeln
und ausgeben. Die Spracherkennungseinheit 1.1 des Kommunikationssystems
gibt ganze Sätze
oder Sprachmitteilungen, die sich aus mehreren Wörtern zusammensetzen, aus,
wobei sowohl diskrete als auch kontinuierliche Sprache ausgewertet
werden kann.
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Die
Sprachmitteilungen werden an die Auswerteeinheit 1.2 übertragen.
Mit der Auswerteeinheit 1.2 werden aus den eingegebenen
Sprachmitteilungen Informationen zum Herstellen der Mobiltelefonverbindung
mit dem gewünschten
Kommunikationspartner ermittelt. Hierzu ist die Auswerteeinheit
mit einem Speicher 1.6 verbunden. Der Speicher 1.6 enthält Informationen
zum Herstellen einer Mobiltelefonverbindung mit einer Vielzahl von
Personen, sowie Zusatzinformationen zu diesen Personen. Die Informationen
zu einer Person sind in semantischer Weise gespeichert, wobei alle
Informationen einer Person, wie der Name, die Telefonnummer, die
Zugehörigkeit
zu einer bestimmten Gruppe, die Adresse usw. miteinander verknüpft sind.
Ferner werden diese Daten durch ein Wissensrepräsentationsverfahren, wie z.B.
die Web Ontology Language (OWL) gemäß den Spezifikationen des World-Wide-Web-Konsortiums beschrieben.
Der Speicher 1.6 kann daher auch als semantisches Telefonbuch
bezeichnet werden.
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Die
Auswerteeinheit 1.2 ermittelt anhand der in dem Speicher 1.6 gespeicherten
Informationen mögliche
Kommunikationspartner, die zu der mehrdeutigen Information, welche über das
Mikrofon 2 eingegeben worden ist, gehören können. Falls mehrere mögliche Kommunikationspartner
ermittelt werden, erzeugt die Auswerteeinheit 1.2 eine
Frage für den
Nutzer, anhand welcher möglichst
schnell der gewünschte
Kommunikationspartner ausgewählt werden
kann.
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Hierbei
wird bevorzugt erneut die in dem Speicher 1.6 gespeicherte
Information berücksichtigt.
Ferner können
weitere Informationen zum Kontext, in dem das Fahrzeug steht, oder
zum Kontext eines bestehenden Sprachdialogs mit dem Nutzer berücksichtigt
werden.
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Die
von der Auswerteeinheit 1.2 erzeugte Frage wird an einen
Sprachgenerator 1.3 übertragen, welcher
den von der Auswerteeinheit 1.2 übertragenen Text in gesprochene
Sprache umsetzt. Dabei greift der Sprachgenerator 1.3 auf
im Voraus gespeicherte Sprachteile zurück. Die Frage an den Nutzer wird
dann akustisch über
den Lautsprecher 3 ausgegeben. Die Antwort des Nutzers
wird erneut von dem Mikrofon 2 aufgenommen, von der Spracherkennungseinheit 1.1 analysiert
und an die Auswerteeinheit 1.2 übertragen. Daraufhin erzeugt
die Auswerteeinheit 1.2 erneut Fragen, bis der gewünschte Kommunikationspartner
eindeutig festgestellt wurde.
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Ein
solcher Dialog zwischen dem Kommunikationssystem und dem Nutzer
könnte
beispielsweise wie folgt aussehen:
Nutzer: „Bitte rufe Thomas Müller von
der Firma XY an!"
Kommunikationssystem: „Welchen
Thomas Müller meinst
du? In deinem Telefonbuch sind vier Personen mit dem Namen Thomas
Müller
der Firma XY gespeichert."
Nutzer: „Der Thomas
Müller
in der Forschung."
Kommunikationssystem: „Soll ich
Thomas Müller
im Bereich elektronische Systeme oder im Bereich IT-Service anrufen?"
Nutzer: „Den in
elektronische Systeme."
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Ein
weiteres Beispiel für
einen Sprachdialog ist wie folgt:
Nutzer: „Rufe den Projektleiter für das Projekt
AB der Firma XY an!"
Kommunikationssystem: „Meinst
du Herrn F oder Herrn M?"
Nutzer: „Herrn
M."
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Das
Kommunikationssystem ist bei einem Einsatz in einem Mobiltelefonsystem
eines Fahrzeugs besonders vorteilhaft, da in diesem Fall die Eingabe
und Steuerung des Systems bevorzugt über Sprachmitteilungen erfolgt.
Ferner ist es bei einem Einsatz in einem Kraftfahrzeug nicht möglich, dass der
Fahrer selbst aus den ihm bekannten mehrdeutigen Informationen eine
eindeutige Telefonnummer seines Kommunikationspartners heraussucht,
ohne seine Fahrt zu unterbrechen.
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Das
Kommunikationssystem umfasst ferner eine Synchronisationseinrichtung 1.4,
durch welche der Speicher 1.6 mit externen Einrichtungen
synchronisiert werden kann. Bei dem vorliegenden Kommunikationssystem
kann an die Synchronisationseinheit ein Mobiltelefon des Nutzers
angeschlossen werden, woraufhin der Speicher 1.6 automatisch
mit dem Speicher des Mobiltelefons 4 des Nutzers synchronisiert
wird. Die Daten des Speichers des Mobiltelefons 4 des Nutzers
werden dabei über
eine Adaptereinrichtung 1.5 an den Speicher 1.6 des
Kommunikationssystems übertragen.
Die Adaptereinrichtung 1.5 konvertiert die von der Synchronisationseinrichtung 1.4 übertragenen
Daten in das von dem Speicher 1.6 verwendete Format. Des
Weiteren kann über
die Synchronisationseinrichtung 1.4 eine Verbindung mit dem
Internet 5 hergestellt werden, so dass der Speicher 1.6 auch
mit einem über
das Internet 5 erreichbaren Server synchronisiert werden
kann. Der Speicher 1.6 kann selbstverständlich auch mit einer Schnittstelle
für externe
Speichereinrichtungen, wie z.B. einer Speicherkarte, verbunden sein.
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- Telefonnummernermittelungseinheit
- 1.1
- Spracherkennungseinheit
- 1.2
- Auswerteeinheit
- 1.3
- Sprachgenerator
- 1.4
- Synchronisationseinrichtung
- 1.5
- Adaptereinrichtung
- 1.6
- Speicher
- 2
- Mikrofon
- 3
- Lautsprecher
- 4
- Mobiltelefon
- 5
- Internet