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Stand der
Technik
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reduktionsmittelsteuerung in
einer Abgasnachbehandlungsanlage einer Brennkraftmaschine mit einer
Abgasführung,
in der in Strömungsrichtung
des Abgases ein SCR-Katalysator vorgesehen ist, wobei ein Reduktionsmittel-Generierungssystem
(RGS) eine NOx- und CO/H2-Erzeugungseinheit,
einen Oxidations-Katalysator (cPOx) so wie eine kombinierte NOx-Speicher/Ammoniak-Erzeugungseinheit (AGC) im
Standardgasweg des Reduktionsmittel-Generierungssystems aufweist,
und zur Reduktion von Stickoxiden vor dem SCR-Katalysator von dem Reduktionsmittel-Generierungssystem
Ammoniak als Reduktionsmittel zugeführt wird, wobei der NOx- und CO/H2-Erzeugungseinheit über eine
Kraftstoff-Zuführung
und über
eine Luft-Zuführung
Ausgangsstoffe zur Erzeugung des Ammoniaks zumindest zeitweise zugeführt werden.
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Zur
Stickoxid-Minderung des Abgases von mager betriebenen Motoren können NOx-Speicherkatalysatoren, die auch als NOx-Speicher-/Reduktionskatalysatoren oder
NSC bezeichnet werden, eingesetzt werden. Diese NOx-Speicherkatalysatoren arbeiten
diskontinuierlich in einem aus zwei Phasen bestehenden Modus: In
der ersten, längeren
Phase, der so genannten Magerphase (Lambda > 1), werden die im Abgas enthaltenen Stickoxide
des Motors eingespeichert. In der zweiten, kürzeren Phase, der so genannten
Fettphase (Lambda < 1)
werden die gespeicherten Stickoxide mittels innermotorisch erzeugtem
fetten Abgas regeneriert. Bei der Regeneration entstehen bei der
gewöhnlichen
Betriebsweise eines NSC aus den eingespeicherten Stickoxiden nur Stickstoff
(N2), Wasser (H2O)
und Kohlendioxid (CO2).
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Es
ist grundsätzlich
bekannt, dass bei ungünstigen
Regenerationsbedingungen, wie beispielsweise bei sehr langem Regenerieren
und/oder bei kleinem Lambda (λ ≈ 0,8) ein
eher kleiner Teil des eingespeicherten NOx zu
Ammoniak (NH3) konvertiert werden kann.
In diesem Falle ist die NH3-Bildung aber ein
ungewünschter,
parasitärer
Effekt.
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Im
Zusammenhang mit künftigen
gesetzlichen Vorgaben bezüglich
der Stickoxidemission von Kraftfahrzeugen ist eine entsprechende
Abgasnachbehandlung erforderlich. Die selektive katalytische Reduktion
(SCR) kann zur Verringerung der NOx-Emission
(Entstickung) von Verbrennungsmotoren, insbesondere von Dieselmotoren,
mit zeitlich überwiegend
magerem, d.h. sauerstoffreichem Abgas eingesetzt werden. Hierbei
wird dem Abgas eine definierte Menge eines selektiv wirkenden Reduktionsmittels
zugegeben. Dies kann beispielsweise in Form von Ammoniak sein, welches
direkt gasförmig zudosiert
wird, oder auch aus einer Vorläufersubstanz
in Form von Harnstoff oder aus einer Harnstoff-Wasser-Lösung (HWL)
gewonnen wird. Derartige HWL-SCR-Systeme sind erstmalig im Nutzfahrzeugsegment
eingesetzt worden.
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In
der
DE 101 39 142
A1 ist ein Abgasreinigungssystem einer Brennkraftmaschine
beschrieben, bei dem zur Verringerung der NO
x-Emission
ein SCR-Katalysator eingesetzt ist, der die im Abgas enthaltenen
Stickoxide mit dem Reagenzmittel Ammoniak zu Stickstoff reduziert.
Das Ammoniak wird in einem stromaufwärts vor dem SCR-Katalysator
angeordneten Hydrolyse-Katalysator aus der Harnstoff-Wasser-Lösung (HWL)
gewonnen. Der Hydrolyse-Katalysator setzt den in der HWL enthaltenen Harnstoff
zu Ammoniak und Kohlendioxid um. In einem zweiten Schritt reduziert
das Ammoniak die Stickoxide zu Stickstoff, wobei als Nebenprodukt Wasser
erzeugt wird. Der genaue Ablauf ist in der Fachliteratur hinreichend
beschrieben worden (vgl. WEISSWELLER in CIT (72), Seite 441–449, 2000). Die
HWL wird in einem Reagenzmitteltank bereitgestellt.
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Nachteilig
bei diesem Verfahren ist, dass HWL beim Betrieb der Brennkraftmaschine
verbraucht wird. Dabei liegt der Verbrauch bei ca. 4% des Kraftstoffverbrauchs.
Die Versorgung mit Harnstoff-Wasser-Lösung müsste entsprechend großflächig, zum
Beispiel an Tankstellen, sichergestellt sein. Ein weiterer Nachteil
des Verfahrens liegt in dem notwendigen Betriebstemperaturbereich.
Die Hydrolysereaktion der Harnstoff-Wasser-Lösung findet quantitativ erst
ab Temperaturen von 200°C
am Hydrolysekatalysator unter Freisetzung des Ammoniaks statt. Diese
Temperaturen im Abgas werden beispielsweise bei Dieselmotoren erst
nach längerer
Betriebsdauer erreicht. Aufgrund von Abscheidungen kann es bei Temperaturen
unterhalb von 200°C
zu Verstopfungen an der Dosiereinheit kommen, welche die Zufuhr
der Harnstoff-Wasser-Lösung
in den Abgastrakt zumindest behindern. Weiterhin kann eine Zudosierung
der Harnstoff-Wasser-Lösung
bei Temperaturen unter 200°C
auf Grund einer Polymerisation zur Hemmung der notwendigen katalytischen
Eigenschaften am Hydrolysekatalysator oder am SCR-Katalysator führen.
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In
der
DE 199 22 961
C2 ist eine Abgasreinigungsanlage zur Reinigung des Abgases
einer Verbrennungsquelle, insbesondere eines Kraftfahrzeug-Verbrennungsmotors,
wenigstens von darin enthaltenen Stickoxiden mit einem Ammoniakerzeugungskatalysator
zur Erzeugung von Ammoniak unter Verwendung von Bestandteilen wenigstens
eines Teils des von der Verbrennungsquelle emittierten Abgases während Ammoniakerzeugungs-Betriebsphasen
und einem dem Ammoniakerzeugungskatalysator nachgeschalteten Stickoxidreduktionskatalysator zur
Reduktion von im emittierten Abgas der Verbrennungsquelle enthaltenen
Stickoxiden unter Verwendung des erzeugten Ammoniaks als Reduktionsmittel beschrieben.
Dabei ist eine verbrennungsquellenexterne Stickoxid-Erzeugungseinheit
zur Anreicherung des dem Ammoniakerzeugungskatalysator zugeführten Abgases
mit von ihr erzeugtem Stickoxid während der Ammoniakerzeugungs-Betriebsphasen
vorgesehen. Als Stickoxid-Erzeugungseinheit ist beispielsweise ein
Plasmagenerator zur plasmatechnischen Oxidation von in einem zugeführten Gasstrom enthaltenem
Stickstoff in Stickoxid vorgeschlagen. Der zur Ammoniakerzeugung
benötigte
Wasserstoff wird während
der Ammoniakerzeugungs-Betriebsphasen durch den Betrieb der Verbrennungsquelle mit
einem fetten, d.h. kraftstoffreichen Luftverhältnis erzeugt.
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Nachteilig
bei diesem Verfahren ist der relativ hohe Kraftstoffverbrauch während der
notwendigen Fettbetriebsphasen. Weiterhin ist ein hoher Energiebedarf
zur motorexternen Bereitstellung des Stickoxids erforderlich, insbesondere,
da Stickoxid während
der möglichst
kurzen Ammoniakerzeugungs-Betriebsphasen in hoher Konzentration
hergestellt werden muss und der verbleibende Restsauerstoff zur
Erzeugung von Ammoniak energieaufwendig entfernt werden muss. Wird
der Wasserstoff über einen
POx-Katalysator durch eine partielle Oxidations-Reformierung (POx)
erzeugt, liegt ein weiterer Nachteil in der bisher geringen Dynamik
der Wasserstoff-Erzeugung.
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Ein
plasmachemisches Verfahren zur Erzeugung einer wasserstoffreichen
Gasmischung ist in der WO 01/14702 A1 beschrieben. Dabei wird in
einem Lichtbogen eine fette Kraftstoff-Luft-Mischung, vorzugsweise unter POx-Bedingungen,
behandelt.
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Um
das Mitführen
eines weiteren Betriebsstoffes zu vermeiden, wurde inzwischen in
einer noch unveröffentlichten
Schrift der Anmelderin ein Plasmaverfahren zur On-Board-Generierung
von Reduktionsmitteln vorgeschlagen. Dabei wird der zur Reduktion
der Stickoxide notwendige Ammoniak aus ungiftigen Substanzen bedarfsgerecht
im Fahrzeug hergestellt und anschließend dem SCR-Prozess zugeführt. Eine
bezüglich
des Kraftstoffverbrauchs akzeptable Lösung bietet dabei ein diskontinuierlich
betriebenes Verfahren zur Ammoniakerzeugung, wie dies ebenfalls
in dieser Schrift vorgeschlagen wird. Dieses Verfahren wird im Folgenden
als RGS-Verfahren (Reductant Generating System) oder Reduktionsmittel
generierendes System bezeichnet.
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Eine
wichtige Komponente einer RGS-Einheit ist ein Katalysator, der zwar
nach dem diskontinuierlichen Grundprinzip eines NOx-Speicherkatalysators
(NSC) arbeitet, aber so betrieben wird, dass die in der Magerphase
eingespeicherten Stickoxide in der fetten Reduktionsphase gezielt
zu Ammoniak und nicht zu Stickstoff konvertiert werden. Die Stickoxide
werden in einer Stickoxid-Erzeugungseinheit unter
mageren Bedingungen aus z.B. Luft hergestellt, die mit einer Wasserstoff/Kohlenmonoxid-Erzeugungseinheit
zu einer NOx- und CO/H2-Erzeugungseinheit
kombiniert ist. Diese CO/H2-Erzeugungseinheit
wird auch als Reduktionsmittel-Erzeugungseinheit bezeichnet. Das
diese in den Fettphasen verlassende Gasgemisch besteht aus überwiegend
H2, CO und N2 und
wird auch als Reformatgas bezeichnet. Das derart periodisch (= zyklisch)
an einem NSC erzeugte Ammoniak wird dem motorischen Abgasstrang
zudosiert und in dem stromabwärts
gelegenen SCR-Katalysator mit motorischem NOx zu
N2 umgesetzt. Ein solcher, NH3-maximiert
betriebener NOx-Speicherkatalysator wird
künftig
als AGC-Einheit bezeichnet (AGC = ammonia generating catalyst).
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Die
Betriebsbedingungen der AGC-Einheit zur gezielten Ammoniak-Erzeugung
außerhalb
des Abgasstranges sind stark verschieden von denen eines gewöhnlichen
NSC im Abgasvollstrom. Im Wesentlichen sind die Unterschiede:
- – Eine
ca. 10- bis 20-mal höhere
NOx- (bis 1%) und H2/CO-Konzentration
(in Summe bis 40%)
- – Eine
standardmäßig deutlich
höhere
globale NOx-Beladungsdichte des NOx-Speicherkatalysators
(bis zu 2 g NO2 pro Liter AGC-Volumen) und damit
verbunden
- – Stark
exotherme Wärmetönungen über die
Katalysatorlänge
der AGC-Einheit mit positiven Temperaturgradienten ΔT von über 100°C
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Die
Ammoniak-Ausbeute in der AGC-Einheit hängt von der Temperaturführung an
der AGC-Einheit
bzw. dem Temperaturprofil über
die Länge
der AGC-Einheit, von der Dauer der Fettphase, von der Konzentration
an Reduktionsmittel sowie von der Katalysatorformulierung ab.
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Die
zyklische Betriebsweise der AGC-Einheit, bestehend aus einer längeren Sauerstoff-reichen,
mageren NOx-Beladungsphase und einer kurzen,
bzgl. Sauerstoff unterstöchiometrischen
betriebenen und damit fetten Regenerationsphase, macht die zeitweise
(gepulste) Bereitstellung des Reduktionsmittels, hier des Reformates
bzw. Reformatgases, notwendig. Diese ist grundsätzlich möglich. Allerdings stellt die
gepulste Bereitstellung des Reformates insbesondere bei hoher erforderlicher
Reinheit des Reformates sehr hohe Anforderungen an die Aktivität des Katalysators
hinsichtlich der Zielprodukte H2 und CO,
da das Reformat nicht aus einem Zwischenspeicher entnommen wird,
sondern für
einen Zeitraum von nur wenigen, typisch 2 bis 10, Sekunden unmittelbar
am Katalysator aus den Edukten Kraftstoff (z.B. Diesel oder Benzin)
und Luft erzeugt werden muss. Während
im kontinuierlichen Betrieb (Strichbetrieb) eines solchen Reformat-Bereitstellungskatalysators
(katalytische partielle Oxidationsstufe, cPOx-Stufe oder auch zukünftig Oxidations-Katalysator
genannt) infolge der hohen Exothermie und damit hohen Katalysatortemperaturen
bei der unterstöchiometrischen
(λ ≈ 0,35) Umsetzung von
Luft mit Kraftstoff zum gewünschten
CO/H2-Gemisch niedrige Rest-Kohlenwasserstoffgehalte
(HC) bei hohen CO/H2-Gehalten erzielt werden können, sind
die Katalysatortemperaturen im Pulsbetrieb durch Wärmeverluste
und/oder infolge spezieller Betriebsweisen, z.B. durchgehende Durchströmung des Katalysators
mit vergleichsweise kalter Luft, deutlich niedriger. Zusätzlich kann
auch die Geometrie des cPOx-Reaktors die Anfahrcharakteristik in
dieser Phase negativ beeinflussen.
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Es
ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur optimierten Betriebsweise
der cPOx-Stufe bereitzustellen, bei denen hohe H2/CO-Gehalte
und ein minimaler HC-Schlupf, insbesondere im Pulsbetrieb, erzielt
werden können.
Es ist weiterhin Aufgabe, mit dem Verfahren die Anfahrcharakteristik
der cPOx-Stufe, abhängig
von deren Reaktorgeometrie, optimal zu beeinflussen bzw. negative
Einflüsse
infolge der Reaktorgeometrie zu kompensieren.
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Offenbarung der Erfindung
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Vorteile der Erfindung
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Die
Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst, dass ein CO/H2-Reduktionsmittelstrom
während einer
als Reduktionsphase für
die NOx-Speicher/Ammoniak-Erzeugungseinheit
dienenden zeitlich kurzen, gepulsten Fettphase mit λ < 1 zeitlich moduliert wird,
wobei während
der Fettphase die Luft-/Kraftstoffzusammensetzung vor dem Oxidations-Katalysator
(cPOx) in Form einer Lambda-Modulation für einen Lambdawert verändert wird.
Eine solche, zeitlich veränderliche Luft-/Kraftstoffzusammensetzung
bzw. Luft-Brennerabgas-/Kraftstoffzusammensetzung wird künftig auch
als Lambda-Sweep bezeichnet. Damit kann einerseits erreicht werden,
dass im Verlauf der H2/CO-Bereitstellungsphase
das HC-Emissionsverhalten und die H2/CO-Ausbeuten
im gepulsten Betrieb einer cPOx-Stufe vorteilhaft beeinflusst werden.
Insbesondere können
im Pulsbetrieb, bei systembedingt niedrigen Katalysatortemperaturen,
hohe H2/CO-Anteile bei gleichzeitig niedrigem
HC-Schlupf erzielt werden. Es hat sich andererseits gezeigt, dass damit
auch die durch „natürliche" Alterung des Katalysators
bedingten höheren
HC-Durchbrüche
und die abnehmenden H2/CO-Anteile über die
Lebensdauer zumindest teilweise kompensiert werden können. Weiterhin
können
mit der Lambda-Modulation die Katalysatortemperaturen zielgerichtet
angehoben oder abgesenkt werden.
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Verfahrensvarianten
sehen vor, dass die Lambda-Modulation innerhalb der Fettphase durch eine
Variation eines Kraftstoffmassenstromes bei konstantem Luftstrom
oder durch Variation des Luftmassenstromes bei konstantem Kraftstoffmassenstrom
oder in Kombination aus beiden Variationsmöglichkeiten realisiert wird,
wobei es besonders vorteilhaft ist, bei der Lambda-Modulation den
Kraftstoffmassenstrom zu variieren, da hierdurch die höchstmögliche Dynamik
erzielt und die Lambda-Modulation somit dem Oxidations-Katalysator
(cPOx) unmittelbar aufgeprägt
werden kann.
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Die
an die Reaktorgeometrie, insbesondere der Geometrie der Luft-/Kraftstoff-Mischzone,
gekoppelten Anfahrcharakteristik bzw. „Hochlauf"-Charakteristik des Katalysators lässt sich
positiv beeinflussen, wenn der Lambdawert innerhalb der gepulsten Fettphase
im Bereich von 0,33 bis 0,45 gehalten und zu Beginn der Fettphase
der Lambdawert kurzzeitig unter diesen Bereich abgesenkt wird. Dies
ist insbesondere bei Reaktoraufbauten mit großen Vormischvolumina vorteilhaft,
da solche Reaktorgeometrien für
gewöhnlich
so genannte „magere
Anfahrtverluste" zu
Beginn des Fettpulses infolge ihrer spezifischen, an das Todzeitverhalten
der Gemischbildungszone gekoppelten Gemischbildungscharakteristik
aufweisen, die mit diesem „fetten" Lambda-Sweep kompensiert
werden können.
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Verminderte
H2/CO-Anteile unmittelbar zu Beginn der
Fettphase können
dabei besonders vermieden werden, wenn der Lambdawert zu Beginn
der Fettphase auf λ ≤ 0,3 abgesenkt
wird.
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Umgekehrt
weisen Aufbauten mit nur geringen Kraftstoff-/Luft-Vormischvolumina
infolge lokaler Kraftstoff/Luft-Inhomogenitäten häufig lokal zu fette Anfahrtbedingungen
und damit erhöhte
HC-Durchbrüche
und/oder eine Russbildung zu Beginn auf. Auch solchen unerwünschten
Gegebenheiten kann effizient entgegengewirkt werden, wenn der Lambdawert
innerhalb der gepulsten Fettphase im Bereich von 0,33 bis 0,45 gehalten
und zu Beginn der Fettphase der Lambdawert kurzzeitig über diesen
Bereich erhöht
wird.
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Als
besonders effizient hat sich dabei herausgestellt, wenn der Lambdawert
zu Beginn der Fettphase auf einen Wert im Bereich von 0,7 ≤ λ ≤ 0,9 (typisch
ca. 0,8) erhöht
wird. Durch diesen „mageren" Lambda-Sweep können ebenfalls
die Katalysatortemperaturen zielgerecht angehoben und/oder das HC-Emissionsverhalten
und die H2/CO-Ausbeuten vorteilhaft beeinflusst
werden.
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In
beiden Fällen
hat sich als hinreichend herausgestellt, wenn der Fettphase für maximal
1 s eine Phase mit einem, gegenüber
dem vorgegebenen Lambdawert innerhalb der Fettphase, niedrigeren oder
höheren
Lambdawert vorgeschaltet wird.
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Wird
während
der gepulsten Fettphase der Lambdawert für den Oxidations-Katalysator
(cPOx) bedarfsgerecht im Bereich von 0,3 ≤ λ ≤ 1 variiert, kann, ähnlich dem
Prinzip der Einspritz-Gestaltung eines
Common-Rail-Systems, die Lambda-Modulation sehr flexibel an unterschiedliche
Betriebsbedingungen bzw. -phasen und/oder an unterschiedliche Reaktorgeometrien
an werden, was auch Vorteile hinsichtlich der Kompensation von Alterungserscheinungen
mit sich bringt.
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In
einer weiteren Verfahrensvariante kann vorgesehen sein, dass innerhalb
der gepulsten Fettphase der Lambdawert für den Oxidations-Katalysator
(cPOx) am Ende der Fettphase angehoben wird, um beispielsweise eine
Methanisierung zu minimieren.
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Eine
Verfahrensvariante sieht auch vor, dass zu Beginn und/oder am Ende
der gepulsten Fettphase eine Spülung
des Oxidations-Katalysators (cPOx) mit (erwärmter) Luft und/oder, bei Betrieb
mit einem separaten Brenner, heißem Brennerabgas oder einem
Gemisch Brennerabgas/Luft durchgeführt wird. Mit diesen kurzen,
typischerweise 1 bis 10 Sekunden dauernden Vor- und/oder Nachlaufphasen
kann trotz des Pulsbetriebes die Katalysatortemperatur auf hohem
Niveau aufrecht erhalten werden, da lange Spülphasen zwischen den einzelnen
Fettpulsen auf ein Minimum reduziert werden. Die kurze Vorlaufphase dient
primär
zur Temperierung der Gemischbildungszone, um die Gemischbildung
während
des folgenden Fettpulses zu verbessern. Die Nachlaufphase spült nicht
umgesetzte Kohlenwasserstoffe aus dem Katalysator aus und oxidiert ggf.
Russablagerungen aus der Fettphase auf. Damit können Kohlenstoffablagerungen
auf dem Katalysator verhindert werden.
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Bei
Verwendung eines separaten Brenners kann die Lambda-Modulation auch
im System Brennerabgas/Luft/Kraftstoff realisiert werden, wobei
der gepulste Betrieb des Oxidations-Katalysators (cPOx) einschließlich einer
vorausgehenden Gemischbildung unter Kraftstoffeinbringung in heißes Brennerabgas
oder eines Gemisches aus Brennerabgas und Luft erfolgt. Ohne externen
Brenner erfolgt die Kraftstoffeinbringung in anderweitig, z.B. elektrisch
vorgewärmte
Luft. Ebenso denkbar ist die Anwendung einer Kombination aus beiden
Grenzfällen.
Dies ist besonders vorteilhaft im Hinblick auf einen geringen Kraftstoffverbrauch
im Fahrzeug.
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Im
Hinblick auf eine hohe Präzision
und eine flexible Anpassung an unterschiedliche Betriebszustände ist
es besonders vorteilhaft, wenn die zeitliche Modulation des CO/H2-Reduktionsmittelstromes, des Luftmengen-
und Kraftstoffmassenstromes sowie die Vorgabe des Lambdawertes mittels
einer Steuer- und Regeleinheit realisiert wird, wobei mittels Hard-
und Softwarekomponenten eine entsprechende Ventilansteuercharakteristik
für Einspritzventile/Injektoren
in der Kraftstoff-Zuführung
so wie eine entsprechende Leistungscharakteristik für ein Luftversorgungssytem für die Luft-Zuführung vorgegeben
werden.
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Wird
das Verfahren bei Dieselmotoren oder bei Magermotoren angewendet,
die ein Reduktionsmittel-Generierungssystem (On-Board-Ammoniak-Erzeugung)
aufweisen, kann damit die Stickoxid-Belastung insbesondere bei niedrigen
Abgastemperaturen deutlich reduziert werden, was insbesondere bei
Dieselmotoren von Bedeutung ist. Aber auch bei Magermotoren, die
mit Normal- oder Superkraftstoff betrieben werden, kann das Verfahren
in Verbindung mit dem Reduktionsmittel-Generierungssystem Vorteile
bei der Minimierung der Schadstoffe bieten.
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Kurze
Beschreibung der Zeichnungen
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand der in den Figuren dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es
zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung einer Abgasnachbehandlungsanlage einer
Brennkraftmaschine mit einem Reduktionsmittel-Generierungssystem,
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2 ein
beispielhafter Lambda-Verlauf im Oxidations-Katalysator (cPOx) bei
einem „fetten" Lambda-Sweep,
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3 ein
weiterer beispielhafter Lambda-Verlauf im Oxidations-Katalysator
(cPOx) bei einem „mageren" Lambda-Sweep,
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4 ein
Ergebnisdiagramm für
eine Magerdauervariation mit und ohne „fettem" Lambda-Sweep,
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5 ein
Ergebnisdiagramm für
unterschiedliche Katalysator-Alterungszustände und Betriebsweisen.
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Ausführungsformen
der Erfindung
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1 zeigt
schematisch das technische Umfeld am Beispiel eines Dieselmotors,
in dem das erfindungsgemäße Verfahren
angewendet werden kann.
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Dargestellt
ist eine Abgasnachbehandlungsanlage 1 für eine Brennkraftmaschine 10,
deren Abgase über
eine Abgasführung 20 geführt werden,
wobei in Strömungsrichtung
des Abgases ein Dieselpartikelfilter 30 (DPF) und ein nachgeschalteter SCR-Katalysator 40 vorgesehen
sind. Zur Reduktion von Stickoxiden ist vor dem SCR-Katalysator 40 von einem
Reduktionsmittel-Generierungssystem 50 (RGS) Ammoniak als
Reduktionsmittel zuführbar. SCR-Katalysatoren 40 arbeiten
dabei nach dem Prinzip der selektiven katalytischen Reduktion, bei
dem mittels des Reduktionsmittels Ammoniak in sauerstoffhaltigen
Abgasen Stickoxide zu Stickstoff und Wasser reduziert werden.
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Das
Reduktionsmittel-Generierungssystem 50 weist in Strömungsrichtung
eine NOx- und CO/H2-Erzeugungseinheit 51,
die einen Oxidations-Katalysator 52 (cPOx) beinhaltet,
so wie eine kombinierte NOx-Speicher/Ammoniak-Erzeugungseinheit 53 (AGC-Einheit)
auf. Der NOx- und CO/H2-Erzeugungseinheit 51 sind über eine
Luft-Zuführung 70 und
eine Kraftstoff-Zuführung 60 Ausgangsstoffe
zur Erzeugung des Ammoniaks zumindest zeitweise zuführbar. Das
Ammoniak wird aus Luft, Abgas oder einem Gemisch aus Luft und Abgas sowie
im gezeigten Beispiel aus Dieselkraftstoff erzeugt. Hierzu sind
eine Wasserstoff-Erzeugungseinheit und eine Stickoxid-Erzeugungseinheit
vorgesehen. Im gezeigten Beispiel ist die NOx-Erzeugungseinheit
als Plasmareaktor ausgebildet, in dem aus Luft NOx mittels
eines glimmentladung-ähnlichen Prozesses
erzeugt wird. Der Plasmareaktor beinhaltet auch in diesem Beispiel
den, der NOx-Erzeugungseinheit nachgeschalteten
Oxidations-Katalysator 52 (cPOx).
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Die
Erzeugung von Ammoniak erfolgt innerhalb des Reduktionsmittel-Generierungssystems 50, in
dem Stickstoffoxide NOx in einer Magerphase
(λ > 1) in einem Plasmaprozess
innerhalb des Plasmareaktors aus Luft erzeugt werden. Diese Stickoxide durchströmen den
sich anschließenden
Oxidations-Katalysator 52 und werden anschließend im
gezeigten Beispiel einer kombinierten NOx-Speicher/Ammoniak-Erzeugungseinheit 53 zugeführt und gespeichert.
In einer sich an die Magerphase anschließenden zweiten Betriebsphase,
der Fettphase (0,33 < λ < 1), wird im Bereich
des Plasmareaktors in einer Verdampfungs- und Gemischbildungszone
flüssiger
Kraftstoff in die Luft eindosiert und am Oxidations-Katalysator 52 zu
einem Wasserstoff- und Kohlenmonoxidhaltigen Gasgemisch umgesetzt,
welches anschließend
im Bereich der NOx-Speicher/Ammoniak-Erzeugungseinheit 53 die
zuvor eingespeicherten Stickoxide zu Ammoniak umsetzt. Das erzeugte
gasförmige
Ammoniak wird dann in den Abgasstrom der Abgasführung 20 vor dem SCR-Katalysator 40 zudosiert.
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Da
der SCR-Katalysator 40 eine Ammoniak-Speicherfähigkeit
besitzt, ist es möglich,
auch über
ein diskontinuierliches Verfahren zur Ammoniakerzeugung kontinuierlich
die Reduktion der Stickoxide mittels des SCR-Prozesses im Abgasstrom
zu erreichen. Dabei setzen im Temperaturbereich zwischen 150°C und 450°C Katalysatoren
aus beispielsweise Titandioxid (TiO2) und
Vanadium-Pentoxid (V2O5)
die Stickoxide mit dem erzeugten Ammoniak mit hoher Rate um.
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Um
hohe H2/CO-Gehalte und ein minimaler HC-Schlupf
insbesondere im Pulsbetrieb erzielen zu können, sieht das erfindungsgemäße Verfahren
vor, dass während
der als Reduktionsphase für
die NOx-Speicher/Ammoniak-Erzeugungseinheit 53 dienenden
zeitlich kurzen, gepulsten Fettphase 90 mit λ < 1 die Luft-/Kraftstoffzusammensetzung
vor dem Oxidations-Katalysator 52 (cPOx) in Form einer Lambda-Modulation
für einen
Lambdawert 100 zeitlich verändert wird. Die Lambda-Modulation innerhalb
der Fettphase 90 kann durch eine Variation eines Kraftstoffmassenstromes
bei konstantem Luftstrom oder durch Variation des Luftmassenstromes bei
konstantem Kraftstoffmassenstrom oder in Kombination aus beiden
Variationsmöglichkeiten
realisiert werden.
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Erfindungsgemäß ist vorgesehen,
dass die zeitliche Modulation des CO/H2-Reduktionsmittelstromes,
des Luftmengen- und Kraftstoffmassenstromes sowie die Vorgabe des
Lambdawertes 100 mittels einer Steuer- und Regeleinheit
realisiert wird, wobei mittels Hard- und Software komponenten eine entsprechende
Ventilansteuercharakteristik für
Einspritzventile/Injektoren in der Kraftstoff-Zuführung so wie
eine entsprechende Leistungscharakteristik für ein Luftversorgungssytem
für die
Luft-Zuführung
vorgegeben werden. Dabei wird insbesondere auch eine schnelle Modulierbarkeit
des Luftversorgungssystems des Reduktionsmittel-Generierungssystems 50 eingeschlossen.
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Grundsätzlich kann
das Verfahren bei allen Kraftfahrzeugen mit Diesel- oder Magermotoren,
die mit anderen Treibstoffen betrieben werden, eingesetzt werden,
bei denen ein Reduktionsmittel-Generierungssystem 50 als
On-Board-Ammoniak-Erzeugung zum Einsatz kommt. Ebenso kann das erfindungsgemäße Verfahren
bei der On-Board-Reformatgaserzeugung für einen Motor mit H2-Benzin-Mischbetrieb zur Optimierung der
Betriebsstrategie beitragen oder zur Regeneration eines NSC im Abgasvollstrom
eingesetzt werden.
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Das
Verfahren wird beispielhaft anhand der in den 2 und 3 dargestellten
zeitlichen Verläufe
des Lambdawertes 100 (cPOx) aufgezeigt.
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2 zeigt
exemplarisch in einer schematischen Darstellung den zeitlichen Verlauf
des Lambdawertes 100 bei einem „fetten" Lambda-Sweep. Kennzeichnend ist dabei,
dass der Lambdawert 100 innerhalb der gepulsten Fettphase 90,
zwischen den Magerphasen 80, im Bereich von 0,33 bis 0,45
gesteuert und zu Beginn der Fettphase 90 der Lambdawert 100 kurzzeitig
unter diesen Bereich, auf typisch λ ≤ 0,3, abgesenkt wird.
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3 zeigt
demgegenüber
in schematischer Darstellung den zeitlichen Verlauf des Lambdawertes 100 bei
einem „mageren" Lambda-Sweep. Hierbei
ist typisch, dass der Lambdawert 100 innerhalb der gepulsten
Fettphase 90 im Bereich von 0,33 bis 0,45 gesteuert und
zu Beginn der Fettphase 90 der Lambdawert 100 kurzzeitig über diesen
Bereich erhöht wird,
wobei Lambdawerte 100 im Bereich von 0,7 ≤ λ ≤ 0,9, vorzugsweise λ ≈ 0,8, für diese
kurze Phase eingestellt werden.
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Die
Dauer für
diese, der Fettphase 90 vorgeschalteten Phase mit einem,
gegenüber
dem vorgegebenen Lambdawert 100 innerhalb der Fettphase 90,
niedrigeren oder höheren
Lambdawert 100 beträgt
typischerweise ca. 1 Sekunde.
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4 und 5 zeigen
typische Ergebnisdiagramme für
eine Magerdauervariation mit und ohne „fetten" Lambda-Sweep sowie für unterschiedliche Katalysator-Alterungszustände und
Betriebsweisen.
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In 4 ist
beispielhaft die Verbesserung der H2-Ausbeute
durch Kompensation magerer Anfahrtverluste eines Fettpulses (3 Sekunden
Fettdauer) dargestellt. Im Diagramm ist einerseits der Durchschnitt
der Cl-Konzentration in der Fettphase/ppm 110 und andererseits
eine mittlere Temperatur nach cPOx/°C 130 in y-Richtung
und der Durchschnitt der H2-Konzentration
in der Fettphase/% 120 in x-Richtung aufgetragen. Die Cl-Konzentration
ist dabei der Wert, der mit einem Summen-FID (Flammionisationsdetektor)
zur Kohlenwasserstoffbestimmung (HC-Bestimmung) gemessen wurde.
Er entspricht der 3-fachen Menge des Propan-Äquivalentes.
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Im
gezeigten Beispiel wurde Dieselkraftstoff für die Dauer des Fettpulses
in permanent strömende,
vorgewärmte
Luft eingespritzt und das resultierende Gemisch auf den Oxidations-Katalysator 52 (cPOx)
gegeben. Die Zeit, in der kein Diesel-Kraftstoff eingespritzt wurde
(Magerphase 80), variiert von 30 bis 17,5 Sekunden (siehe
Pfeile „Magerdauer
abnehmend" 190).
Für den
Betriebmodus „mit
Lambda-Sweep" ist
der Verlauf für
das Wertepaar der H2/Cl-Konzentrationen
in Kurve 150 dargestellt, wobei der Lambdawert 100 von
0,33 in der ersten Sekunde auf 0,42 in Sekunde 2 und 3 der Fettphase 90 angehoben
wurde. Für
den Betriebmodus „ohne Lambda-Sweep" ist der Verlauf
für das
Wertepaar der H2/Cl-Konzentrationen in Kurve 140 dargestellt,
wobei der Lambdawert 100 während der gesamten Fettphase 90 von
3 Sekunden Dauer 0,42 betrug. Zu erkennen ist, dass durch den „fetten" Lambda-Sweep Reaktorgeometrie-bedingte,
magere Anfahrverluste kompensiert und die H2-Konzentration
deutlich gesteigert werden konnte (siehe Pfeil „Verschiebung durch Lambda-Sweep" 180).
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Weiterhin
ist im Diagramm der Verlauf einer Temperatur nach cPOx ohne Lambda-Sweep 160 und
der Verlauf einer Temperatur nach cPOx mit Lambda-Sweep 170 bei
abnehmender Magerdauer (siehe Pfeile „Magerdauer abnehmend" 190) in
Abhängigkeit
der durchschnittlichen H2-Konzentration in der
Fettphase/% 120 dargestellt. Mit dem „fetten" Lambda-Sweep kann trotz steigender
H2-Ausbeute die Katalysatortemperatur nahezu
konstant gehalten werden. Dieses Verhalten ist charakteristisch
für einen
Reaktoraufbau mit großem
Vormischvolumen.
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In 5 ist
beispielhaft die Kompensation von Katalysator-Alterungserscheinungen
und/oder die Verbesserung der H2/CO-Ausbeuten
sowie die Verringerung von HC-Durchbrüchen für einen Fettpuls mit einer
Gesamtdauer von 6 Sekunden dargestellt. Im Diagramm ist der Durchschnitt
der Cl-Konzentration in der Fettphase/ppm 110 in y-Richtung und
der Durchschnitt der H2-Konzentration in der Fettphase/% 120 in
x-Richtung aufgetragen.
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Im
gezeigten Beispiel wurde Dieselkraftstoff für die Dauer des Fettpulses
in permanent strömende,
vorgewärmte
Luft eingespritzt und das resultierende Gemisch mit unterschiedlichen
Lambdawerten 100 von 0,36 beginnend bis maximal 0,5 auf
einen Oxidations-Katalysator 52 (cPOx) in zwei Alterungszuständen („frisch" und „gealtert") gegeben. Die Zeit, in
der kein Diesel-Kraftstoff
eingespritzt wurde (Magerphase 80), betrug 30 Sekunden.
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Dargestellt
ist der Konzentrationsverlauf für einen
gealterten Oxidations-Katalysator 220, der Konzentrationsverlauf
für einen
frischen Oxidations-Katalysator 230 (jeweils ohne Lambda-Sweep) sowie der
Konzentrationsverlauf für
den gealterten Oxidations-Katalysator bei optimierter Betriebsweise mit
Lambda-Sweep 240 (hier mit „magerem" Lambda-Sweep).
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Für den Betriebsmodus „ohne Lambda-Sweep" wurde der Lambdawert 100 in
der Fettphase 90 entsprechend den vorgegebenen Lambdawerten 100 jeweils
für 5 Sekunden
konstant gehalten. In der Betriebsweise „mit Lambda-Sweep" wurde jeweils in
der ersten Sekunde der Fettphase 90 der Lambdawert 100 auf
einen Wert 0,7 eingestellt und anschließend für weitere 5 Sekunden der Lambdawert 100 auf
die oben genannten niedrigeren Lambdawerte 100 abgesenkt.
Die angegebenen H2/Cl-Anteile sind in beiden
Modi auf je 5 Sekunden „echte" Fettzeit bezogen,
da in der ersten Sekunde bei λ = 0,7
praktisch kein H2/CO und kaum HC-Emissionen entstehen.
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Zu
erkennen ist, dass infolge von Alterungserscheinungen ohne Lambda-Sweep
die H2-Ausbeute deutlich niedriger ist als
bei einem „frischen" Oxidations-Katalysator 52 (cPOx).
Gleichzeitig wird bei jeweils gleichem vorgegebenem Lambdawert 100 ein höherer Wert
für den
HC-Schlupf detektiert. Bei der optimierten Betriebsphase mit „mageren" Lambda-Sweep können Alterungserscheinungen
beim Oxidations-Katalysator 52 (cPOx) kompensiert und eine
hohe H2/CO-Zielkonzentration 200 bei
gleichzeitig niedriger HC-Zielkonzentration 210 erreicht
werden.
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Insgesamt
kann mit dem aufgezeigten Verfahren und den Verfahrensvarianten
im Pulsbetrieb eine hohe H2/CO-Ausbeute
bei gleichzeitig niedrigem HC-Schlupf erzielt und die, mit der natürlichen
Katalysator-Alterung verbundenen, höheren HC-Durchbrüche und
abnehmenden H2/CO-Ausbeuten kompensiert
werden. Einflüsse
infolge der Reaktorgeometrie (z.B. Vormischvolumen) des Oxidations-Katalysators 52 (cPOx)
können
mit dem Verfahren hinsichtlich ihrer Anfahrcharakteristik beeinflusst
bzw. kompensiert werden.
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Grundsätzlich kann
der Lambda-Verlauf (Lambda-Modulation der Fettmimik) innerhalb der gepulsten
Fettphase 90 bzw. allgemeiner, beim Betrieb des Oxidations-Katalysators 52 (cPOx),
frei im Bereich von 0,3 ≤ λ ≤ 1 variiert
werden. In jedem Fall kann unter Anwendung der erfindungsgemäßen Lambda-Modulation
die optimale Katalysatorperformance im Pulsbetrieb bei vorgegebener
Reaktorgeometrie eingestellt werden. Sie ist daher nicht auf die skizzierten,
konkreten Ausgestaltungsfälle
beschränkt.