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Die
Erfindung betrifft ein Lautsprechersystem für eine Flugzeugkabine für Passagiere
nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
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Bei
derzeitigen Beschallungssystemen in Flugzeugkabinen zur Wiedergabe
von Sprachansagen werden konventionelle dynamische Lautsprecher
verwendet, die in einem Versorgungskanal eingebaut sind. Aufgrund
des Aufbaus und der meist geringen Membrangrößen entwickeln die Lautsprecher im
mittel- und hochfrequenten Bereich eine sehr starke Richtwirkung.
Dies führt
abseits der Vorzugsrichtung der Lautsprecher zu einem deutlich geringeren Schalldruckpegel
und damit zu einer ungleichmäßigen Schalldruckpegelverteilung
in der Kabine. Daraus ergibt sich zwar auf den Sitzplätzen in
Vorzugsrichtung des konventionellen Lautsprechers eine ausgewogene,
außerhalb
der Hauptkeule jedoch bestenfalls nur eine ausreichende Klang- und Sprachqualität. Im anderen
Fall dagegen ist die Wiedergabe auf den Sitzplätzen abseits der Vorzugsrichtung
der Lautsprecher gut, auf den Sitzplätzen in der Vorzugsrichtung
der Lautsprecher wird sie aber als sehr laut und störend empfunden.
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Die
Lautsprecher sind sicherheitsrelevant und müssen auch im Notfall mit einer
minimalen Leistungsaufnahme für
eine definierte Zeit ihre volle Funktionsfähigkeit aufweisen und die geforderten Schalldruckpegel
sowie Sprachverständlichkeiten
erzeugen.
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Aus
DE 28 19 615 A1 ist
ein Verfahren und eine Anordnung zur Erzielung gleichmäßiger Schallverteilungseigenschaften
im Kabinen-Lautsprecherbetrieb von Luft- und Raumfahrzeugen bekannt.
Bei der Anordnung werden Teile der waben- oder sandwichförmig aufgebauten
Innenverkleidung mit einem akustischen Antrieb versehen, bestehend
aus Magnet und Schwingspule, so dass sie die Funktion einer Lautsprechermembran übernehmen.
In entsprechenden Abständen
sind in der Kabine einzelne Platten der Kassettendecke und/oder
der Seitenverkleidung der Passagierkabine mit einem Schallwandler
versehen. – In
diesem Stand der Technik leitet der Treiber eine Kraft durch eine
Bewe gung senkrecht zur Hauptebene des Teils aus, wobei er sich gegen
seine Eigenmasse des Magneten (Massenträgheitsmoment) oder gegen eine
starre Halterung abstößt.
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Auch
bei diesem Stand der Technik wird jedoch noch keine wirklich optimale
Schallpegelverteilung in der Kabine erreicht. Durch Einsatz von
Decken- und Seitenwandverkleidungselementen vergrößert sich
zwar der Freiheitsgrad für
die Positionierung einzelner Schallwandler, führt jedoch durch die teils
unterbrochenen Schallübertragungswege
zur Hörposition
nicht zu dem gewünschten
Effekt einer Schalldruckpegelgleichverteilung. So wird zum Beispiel
bei einer Deckeninstallation in den Gangbereichen die Schallausleuchtung
verbessert, führt
allerdings auch zu Abschattungseffekten der über Kopf befindlichen Gepäckstaufächer auf
den Sitzpositionen. Im Fall der Integration in Seitenwandelemente resultiert
durch die Nahfeldabstrahlung an Sitzplätzen nahe der Seitenwand eine
sehr große,
durch die starke Schalldruckpegelabnahme in Querrichtung jedoch
eine sehr geringe Lautstärke.
Dies führt
bei Zwei-Gang-Kabinen zu deutlich unterschiedlichen Schalldrücken auf
Fensterplätzen
und mittleren Gangplätzen.
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Darüber hinaus
ist aus
WO 97/17818
A1 ein Piezo-Lautsprecher für verbesserte Audiosysteme
in Kabinen für
Passagiere bekannt. Es werden mehrere Anwendungen von Piezo-Kristallen aufgezeigt,
um Flachlautsprecher hoher Qualität herzustellen. Insbesondere
werden mehrere Flachlautsprecheraufbauten angegeben, die u.a. für Flugzeuge
geeignet sind.
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In
US 2002/0027999 A1 wird
eine akustische Vorrichtung mit einem aktiven Teil beschrieben,
bei der die Verteilung der resonanten Moden in Abhängigkeit
von Parametern der aktiven Teile einschließlich des geometrischen Aufbaus
und der richtungsabhängigen
Steifigkeit untersucht werden.
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Die
der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe ist es, die Flugzeugkabine
mit einem Lautsprechersystem auszustatten, bei dem der Schalldruckpegel
auf allen Sitzplätzen
sowie im Gang bei Wiedergabe von Sprach- und Musiksignalen im wesentlichen
gleich ist, so dass die verschiedenen Sitzpositionen in etwa gleich
stark beschallt werden. Dabei soll die Sprachverständlichkeit
und Klangqualität
auf allen Sitzplätzen
während
des Flugbetriebes als auch bei Notfallsituationen unabhängig von
der Signalkonditionierung und Signalverarbeitung sehr gut sein.
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Diese
Aufgabe wird gelöst
durch das Lautsprechersystem nach Anspruch 1. Bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Die
Erfindung stützt
sich im wesentlichen darauf, Paneele oder Paneelelemente von Verkleidungs-
bzw. Stauelementen oberhalb der Kopfposition (z.B. Abdeckpaneele
im Versorgungskanal, Gepäckstaufächer, Lichtbandabdeckungen
oder Seitenwandverkleidungselemente) als Lautsprecher zu verwenden.
Im speziellen gilt als Versorgungskanal ein Schacht über den
Passagieren, welcher neben den Lautsprechern im Stand der Technik
auch Individualbelüftung,
Leselampen, Signalleuchten und Sauerstoff-Boxen enthält. Erfindungsgemäß wird das
Paneel oder Paneelelement mit einem piezoelektrischen Schwingerreger
(Folien-Erreger, Folien-Exciter) versehen, so dass auf diese Art
ein Paneellautsprecher gebildet wird. Der piezoelektrische Folien-Erreger
ist flächig
mit dem Paneel verbunden, d.h. auf das Paneel auflaminiert bzw.
in das Paneel einlaminiert, wobei auch seine Rückseite mit einer Schicht abgedeckt
ist. Durch den Schwingerreger wird Körperschall in dem Paneel induziert,
welcher von dem Membranpaneel als Luftschall abgestrahlt wird. Das Paneel
ist dabei mehrschichtig (Sandwichpaneel) aufgebaut und besteht aus
zwei Deckschichten mit einer Kernschicht (z.B. einem Wabenkern)
dazwischen.
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Das
mit akustischen Treibern verbundene Flächenelement ist ein Verbundwerkstück und umfasst
schichtartig eine erste Deckschicht und eine zweite Deckschicht
sowie eine Kernschicht dazwischen. Die Eigenschaften der Deckschichten
können jeweils
verschieden, vorzugsweise aber gleich sei. Die Kernschicht kann
sowohl eine Wabenstruktur aufweisen als auch eine geschäumte Schicht
umfassen. Weiterhin ergibt sich aus diesem Ansatz die Möglichkeit
die Kernschicht mit unterschiedlichen Eigenschaften innerhalb eines
Flächen-
bzw. Teilflächenelementes
auf die Abstrahlung bzw. Einleitung von Schwingungen auf bestimmte
Frequenzbereiche zu optimieren (z.B. verschiedene Zellweiten, Kerngewicht,
Kernfüllung,
etc.).
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Darüber hinaus
ist bei dem erfindungsgemäßen Lautsprechersystem
die Kernschicht (z.B. Wabenstruktur) in einer Ebene parallel zu
der ersten und zweiten Deckschicht wenigstens in einem vorgegebenen
Bereich unterteilt. Damit verringert man gezielt lokal die akustische
Kopplung zwischen der ersten Deckschicht, auf der sich der Erreger
befindet, und der zweiten Deckschicht, die sich auf der Innenseite der
Flugzeugkabine befindet. Der Schalldruck direkt unter dem akustischen
Treiber wird damit reduziert, so dass er sich insgesamt über eine
größere Fläche gleichmäßig verteilt.
Diese Maßnahme
ergibt sich dadurch, dass nicht ausschließlich die freien und erzwungenen
Biegewellen abgestrahlt werden, sondern dass auch das Nahfeld im
Einleitungspunkt durch seine konphase Bewegung als Punktquelle wirkt.
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Erfindungsgemäß wird ein
Lautsprechersystem für
eine Flugzeugkabine für
Passagiere geschaffen, wobei die Flugzeugkabine mit einer Trägerstruktur
versehen ist, die umfasst: mehrere flexible Flächenelemente, die zusammen
die Innenwände
der Kabine bilden, Befestigungseinrichtungen zum Befestigen wenigstens
einiger der Flächenelemente
an der Trägerstruktur,
so dass die Flächenelemente
in sich schwingen können,
wenigstens einen akustischen Treiber, der jeweils mit einem oder
mehreren der Flächenelemente
verbunden ist, zum Induzieren einer Biegebewegung in dem einen oder
den mehreren Flächenelementen,
so dass das jeweilige Flächenelement
als akustische Membran schwingen kann, wobei der wenigstens eine
akustische Treiber einen folienförmigen
piezoelektrischen Erreger umfasst, der flächig mit dem Flächenelement
verbunden ist. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass das mit dem Erreger
verbundene Flächenelement
eine erste Deckschicht, eine zweite Deckschicht und eine Kernschicht
dazwischen umfasst und die Kernschicht in einer Ebene parallel zu
der ersten und zweiten Deckschicht durch einen Horizontalschnitt
in wenigstens einem vorgegebenen Bereich unterteilt ist.
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Insbesondere
ist der Erreger auf das Flächenelement
auflaminiert. Alternativ kann der Erreger auch in das Flächenelement
einlaminiert sein, d.h. auf seiner Rückseite befindet sich eine
weitere Abdeckschicht. Damit wird der Erreger gegen mechanische
Beanspruchung und auch gegen Feuchtigkeit und Schmutz etc. geschützt.
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Vorzugsweise
sind mehrere Erreger mit einem Flächenelement verbunden, die
vorzugsweise jeweils unterschiedliche geometrische Abmessungen aufweisen.
Damit lassen sich Schwingungen mit verschiedenen Frequenzen in dem
Paneel induzieren und somit unterschiedliche Frequenzbereiche des Nutzschalls
optimiert abdecken.
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Insbesondere
sind bei mehreren Erregern auf einem Flächenelement jedem Erreger jeweils
einer von mehreren nebeneinander angeordneten Kernschichtbereichen
zugeordnet, wobei die mehreren Kernschichtbereiche untereinander
separiert sind. Damit hat man eine Unterteilung des Paneels in mehrere
mehr oder weniger akustisch unabhängige Bereiche erzielt. Durch
die unterschiedlich ausgelegten Erregerelemente auf einem Flächenelement
sind die einzelnen akustisch aktiven Bereiche unabhängig voneinander
ansteuerbar, und auf diese Art ist eine selektive Verstärkung bestimmter
Frequenzbereiche in dem Flächenelement
erreichbar.
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Die
akustisch aktiven Flächen-
bzw. Teilflächenelemente
sind vorzugsweise integraler Bestandteil von Verkleidungs- bzw.
Stauelementen oberhalb der Kopfposition (z.B. Versorgungskanal,
Gepäckablagefach).
Damit lassen sich die herkömmlichen Lautsprechersysteme
durch die Paneellautsprecher im optimierten Ansatz ersetzen.
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Die
akustisch aktiven Flächenelemente
sind vorzugsweise integraler Bestandteil eines Versorgungskanals.
Damit lassen sich die herkömmlichen Lautsprechersysteme
in der "head unit" durch die Paneellautsprecher
ersetzen.
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Wenn
die Paneellautsprecher in Kombination mit Beleuchtungskomponenten
(d.h. vor Beleuchtungselementen in der "head unit") eingesetzt werden, sind die entsprechenden
Flächenelemente
insbesondere durchsichtig.
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Vorzugsweise
werden die mit akustischen Treibern verbundenen Flächenelemente
mit vibrationsdämmenden
Halterungen an der Trägerstruktur befestigt.
Durch die Verwendung derartiger Halterungen (Shockmounts) erreicht
man eine Entkopplung des akustisch aktiven Paneels von der Trägerstruktur und
den anderen Verkleidungselementen. Dies verhindert eine unkontrollierte
Ausbreitung des Schalls über
das Paneel hinaus.
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Vorzugsweise
sind die mit akustischen Treibern verbundenen Flächenelemente an ihrem Rand mit
Schallabsorberelementen versehen. Durch die vibrationshemmenden
Materialien oder Konstruktionen in den Kantenbereichen der Flächenelemente wird
die Vibrationsweiterleitung in benachbarte Paneele vermindert oder
verhindert.
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Einer
unter den mehreren Vorteilen des erfindungsgemäßen Paneellautsprechers besteht
darin, dass dieser im Einbauzustand aufgrund seiner gleichmäßigen Schnelleverteilung
(Multi-Punktquellenabstrahlung) aber vor allem wegen der ungleichmäßigen Phasenverteilung
auf der Paneeloberfläche bei
der Abstrahlung unerwünschte
Interferenzerscheinungen weniger gut ausbilden kann und daher eine
allseitige, über
alle Raumwinkel gleichmäßige Richtcharakteristik
aufweist.
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Weitere
Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
von bevorzugten Ausführungsformen,
bei der Bezug genommen wird auf die beigefügte Zeichnung.
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1 zeigt
eine erste Ausführungsform
eines Paneels mit akustischem Treiber im Querschnitt.
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2 zeigt
eine zweite Ausführungsform
eines Paneels mit akustischem Treiber im Querschnitt.
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3 zeigt
eine dritte Ausführungsform
eines Paneels mit akustischem Treiber im Querschnitt.
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4 zeigt
eine erste Ausführungsform
einer Anordnung der akustischen Treiber auf einem Paneel von oben.
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5A und 5B zeigen
im Querschnitt eine Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Lautsprechersystems
in aktivem und inaktivem Zustand.
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Die
Darstellung in der Zeichnung ist nicht maßstabsgetreu. Gleiche oder
gleich wirkende Elemente sind mit denselben Bezugszeichen versehen.
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In 1 sind
drei Paneele gezeigt, die im folgenden als Flächenelemente 1 bezeichnet
werden. Diese Flächenelemente 1 sind
Teil der Innenauskleidung einer (nicht dargestellten) Flugzeugkabine
für Passagiere,
bilden somit einen Teil der Innenwände der Kabine. Die Flugzeugkabine
umfasst eine Trägerstruktur 6,
an der die Flächenelemente 1 angebracht
werden. Auf den Flächenelementen 1 ist
zur Schallerzeugung ein akustischer Treiber 2 angebracht,
der das Flächenelement 1 zu
Schwingungen anregt. Im einzelnen induziert der Schwingungserreger
Biegebewegungen in dem Flächenelement 1,
so dass das Flächenelement
als Biegewellenwandler den induzierten (Nutz-) Körperschall als Luftschall in die
Umgebung unter bestimmten Randbedingungen abstrahlt. Die Flächenelemente 1 sind
daher so ausgelegt, dass sie zum einen die statischen Anforderungen
(z.B. Handlasten) als auch die akustischen Voraussetzungen (z.B.
Steifigkeit, geringes Flächengewicht,
niedrige innere Dämpfung)
erfüllen.
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Mit
Befestigungseinrichtungen 7 sind wenigstens einige der
Flächenelemente 1 an
der Trägerstruktur 6 befestigt,
so dass die Flächenelemente 1 in
sich schwingen können.
Darüber
hinaus können die
Flächenelemente
statt direkt an der Trägerstruktur 6 auch
an benachbarten Flächenelementen
befestigt werden.
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In
der Darstellung in der Zeichnung ist das Flächenelement 1 ein
Verbundwerkstück,
das sich aus mehreren Einzelelementen zusammensetzt. In der gezeigten
Ausführungsform
ist es schichtartig aus einer ersten Deckschicht 3, einer
zweiten Deckschicht 4 sowie einer Kernschicht 5,
vorzugsweise einer Wabenstruktur, dazwischen aufgebaut. Die genannten
Schichten sind alle, wie dem Fachmann auf diesem Gebiet geläufig ist,
miteinander verklebt bzw. laminiert. Die Deckschicht 3 ist
in der Zeichnung die obere Schicht des Flächenelements 1. Auf
dieser oberen Deckschicht 3 ist der piezoelektrische Erreger 2 aufgeklebt.
Die untere Deckschicht 4 (Sichtseite) dient zur eigentlichen
Schallabgabe in den Innenraum der Kabine. Der in die obere Deckschicht 3 eingekoppelte
Schall wird durch die Kernschicht 5 (Wabenstruktur) auf
die untere Deckschicht 4 übertragen. Die Übertragungseffizienz
hängt dabei
sehr wesentlich von den Materialeigenschaften und Dimensionen sowohl
der Deckschichten als auch der Kernschicht (Wabenstruktur) und der
Frequenz ab.
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Um
die (Nutz-) Schallerzeugung in der Flugzeugkabine lokal zu begrenzen
sowie die Wirksamkeit der gewünschten
Abstrahlung zu verbessern, ist das Flächenelement 1 mit dem
akustischen Treiber 2 in eine Wandebene eingebaut oder
durch zusätzliche Maßnahmen
wie Kapselung oder Gehäuse
rückwärtig von
der Kabineninnenseite abgetrennt. Auf diese Weise wird die Wiedereinstrahlung
des rückwärtig abgestrahlten
Schalls unterbunden. Des weiteren verringern vibrationsmindernde
Halterungen 8 in den Befestigungseinrichtungen 7 – im einfachsten
Fall Gummi- oder Weichplastikelemente zwischen Paneel 1 und
Trägerstruktur 6 – die Übertragung
des in das Paneel eingeleiteten Nutzschalls auf die Trägerstruktur,
an der die Paneele befestigt sind. In der Darstellung in der Zeichnung
ist die Halterung 8 ein kleiner scheibenartiger Gummidämpfer, welcher
wiederum ein Sicherungsanschlag gegen Ausreißen aufweist. Außerdem sind
zwischen den Flächenelementen 1 und
benachbarten Paneelelementen Schallabsorberelemente 9 angeordnet,
die eine Übertragung von
Schall von dem Flächenelement 1 mit
akustischem Treiber auf ein Flächenelement 1 ohne
akustischen Treiber verhindern. Die Schallabsorberelemente 9 haben
vorzugsweise die Form einer umlaufenden Gummi- oder Schaumstofflippe,
aber auch ein minimaler Spalt mit einer Öffnungsbreite kleiner als 1
mm ist möglich.
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In 2 ist
eine weitere Ausführungsform der
Erfindung gezeigt, die einen größeren Schutz
des akustischen Treibers 2 gegenüber mechanischer Beanspruchung
wie z.B. Feuchtigkeit und Schmutz gewährt. Zu diesem Zweck ist eine
Abdeckschicht 10 vorgesehen, die sich über das Paneel 1 mit
dem darauf befindlichen Treiber 2 erstreckt. In dieser
Schicht 10 sind neben dem Treiber 2 auch dessen
elektrische Zuleitungen verlegt. Mit anderen Worten, der Treiber 2 ist
in das Flächenelement 10 einlaminiert.
Eine mittel- und unmittelbare Beeinflussung durch zusätzliche
Masse wie Gepäck,
Isolierung oder Versteifung und Abstützen ist hierbei nicht gestattet.
Eine Beschädigung
des Treibers 2 und elektrischer Kabel durch Feuchtigkeit
und Schmutz insbesondere während
der Installation oder Wartung ist so ausgeschlossen.
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3 und 4 zeigen
einen Aufbau mit mehreren Treibern 2 auf einem gemeinsamen
Paneel 1. Erfindungsgemäß ist der
akustische Treiber 2 ein folienförmiger piezoelektrischer Erreger,
der flächig
mit dem Flächenelement 1 verbunden
ist. Dies bedeutet, dass er möglichst
großflächig auf
das Flächenelement 1 aufgeklebt
oder auflaminiert ist.
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In 3 ist
ein Paneel 1 mit drei Erregern 2 im Querschnitt
gezeigt. Jeder Erreger 2 befindet sich auf einem Abschnitt
der oberen Deckschicht 3, der von einem benachbarten Abschnitt
der Deckschicht 3 getrennt ist. Die Wabenstruktur 5 kann
sich durchgängig über das
gesamte Flächenelement 1 erstrecken,
oder es kann, wie es in 3 dargestellt ist, an den gleichen
Stellen unterbrochen sein wie die obere Deckschicht 3.
Die untere Deckschicht 4 ist durchgängig über das gesamte Flächenelement 1.
Auf diese Art werden mehrere nebeneinander angeordnete akustisch
aktive Bereiche 11a, 11b, 11c auf einem Flächenelement 1 gebildet,
die durch Gräben
oder Einschnürungen 12 voneinander
getrennt sind. Diese können
unabhängig
voneinander angesteuert werden und so für die Erzeugung von Schall
unterschiedlicher Frequenzen genutzt werden. Es ist also jeder Erreger 2 auf
dem Flächenelement 1 jeweils
einem von mehreren nebeneinander angeordneten Wabenbereichen 11a, 11b, 11c zugeordnet.
Die Wabenbereiche 11 sind zum effizienteren akustischen
Entkoppeln untereinander durch Einschnürungen 12 der Flächenelemente 1 voneinander
separiert.
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In
einer weiteren, nicht dargestellten Ausführungsform der Erfindung sind
statt der Einschnürungen 12 perforierte
Bereiche der oberen Deckschicht 3 vorgesehen. Durch diese
Maßnahme
wird wie in der Darstellung in 3 die Vibrationsübertragung zwischen
den Bereichen 11a, 11b und 11c vermindert,
andererseits wird die statische Belastbarkeit des gesamten Paneels 1 verbessert.
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In 4 ist
ein Aufbau mit mehreren Erregern 2 pro Paneel 1 in
Draufsicht gezeigt. In diesem Fall sind keine akustischen Unterbrechungen 12 zwischen
einzelnen akustischen Bereichen vorgesehen, das Flächenelement 1 ist
stattdessen homogen aufgebaut. Anhand dieser Darstellung sollen
im folgenden der Ort und die Orientierung der einzelnen Erreger 2 auf
den jeweiligen Paneelen 1 erläutert werden.
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Die
Paneele 1 können
grundsätzlich
eine beliebige Größe aufweisen.
Vorzugsweise haben die zur Schallerzeugung herangezogenen Paneele
Dimensionen in der Größenordnung
von 15 × 20
cm2 bis 30 × 60 cm2.
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Die
Erreger 2 bestehen aus folienförmigen piezoelektrischen Kristallen
mit Abmessungen in der Größenordnung
von ca. 2 × 5
cm2. Sie haben allgemein eine beliebige
Form, die von den angestrebten Wirkbereichen abhängt. Die Kristalle haben eine
Vorzugsrichtung, entlang derer sie sich bei Anlegen einer elektrischen
Spannung verformen, d.h. verlängern
oder verkürzen.
Bei zwei aufeinander geklebten Kristallen mit antiparalleler Polarisation
erhält
man so eine Biegebewegung. Die Linie, entlang derer die Biegebewegung
stattfindet, ist in 4 durch jeweils einen Doppelpfeil
des Erregers 2 angedeutet.
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Eine
bevorzugte Art und Weise der Anordnung von Erregern 2 auf
einem Flächenelement 1 besteht
darin, jeweils zwei Erreger für
eine Biegeschwingung des Paneels 1 einzusetzen. Hierzu
ordnet man einen ersten Erreger 2 parallel zu einer Kante
des Paneels 1 in nicht zu großem Abstand von dieser an,
ein zweiter Erreger 2 wird ebenfalls parallel zu der gegenüberliegenden
Kante des Paneels 1 in nicht zu großem Abstand angeordnet. Das
gleiche gilt für
das zweite Kantenpaar. Der jeweilige Erreger 2 dient damit
zur Erzeugung einer Biegeschwingung des Paneels 1 parallel
zu "seiner" Kante. Die zwei
Erreger 2 in 4, die "horizontal" angeordnet sind, krümmen das Paneel 1 entlang
einem linken Schenkel "I" und einem rechten
Schenkel "r"; die zwei Erreger 2 in 4,
die "vertikal" angeordnet sind,
krümmen
das Paneel 1 entlang einem oberen Schenkel "0" und einem unteren Schenkel "u". Damit lässt sich der Bewegungsablauf
einer klassischen Lautsprechermembran gut simulieren, deren maximale
Auslenkung in ihrer Mitte ist, oder es lässt sich ein solcher Bewegungsablauf
genau vermeiden. Die Erreger 2 sind jeweils in ihrer Größe bezüglich der
Schallfrequenz optimiert, d.h. sie weisen auf dem einen Flächenelement 1 vorzugsweise
jeweils (nicht dargestellte) unterschiedliche geometrische Abmessungen auf.
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Statt
in der Anordnung in 4 können die Erreger 2 auch
in einer anderen (nicht dargestellten) geometrischen Anordnung auf
dem Flächenelement plaziert
werden. Beispielsweise kann eine sternförmige Anordnung vorteilhaft
sein. Darüber
hinaus kann die Kernschicht partiell unterbrochen werden, so dass
an ihrer Ober- und Unterseite eine Restdicke von Material zurückbleibt,
während
dazwischen das Material entfernt oder geschwächt wurde, so dass sie insgesamt
nicht in einzelne Segmente zerfällt.
Damit wird das Schwingungsverhalten des Flächenelements 1 in
seiner Schallabstrahlung verändert
und die Schubsteife der Kernschicht in einer gewünschten Richtung gezielt verringert,
während
sie in der jeweils anderen Richtung konstant belassen wird. Aus den
verschiedenen Schubsteifen resultieren damit in den jeweiligen Ausbreitungsrichtungen
unterschiedliche Ausbreitungsgeschwindigkeiten der Biegewellen als
auch die Zusammensetzung des modalen Verhaltens, was sich wiederum
auf die Schallabstrahlung einzelner Frequenzbereiche auswirkt. Auf
diese Art lässt
sich der Frequenzgang einstellen.
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Eine
weitere Ausführungsform
der Erfindung ist in 5A und 5B gezeigt.
Sie unterscheidet sich von den obigen Ausführungsformen dadurch, dass
die Wabenstruktur wenigstens in einem vorgegebenen Bereich in einer
Ebene parallel zu der ersten und zweiten Deckschicht 3 bzw. 4 durch
einen partiellen Horizontalschlitz bzw. -schnitt 13 unterteilt ist.
In 5A ist ein Paneel 1 mit zwei Erregern 2 gezeigt.
Damit verschlechtert man gezielt lokal die akustische Kopplung zwischen
der ersten Deckschicht 3, auf der sich der Erreger 2 befindet,
und der zweiten Deckschicht 4, die sich auf der Innenseite der
Flugzeugkabine befindet. Die Lokalisierung des Anregungspunktes
direkt unter dem akusti schen Treiber wird damit reduziert, so dass
er als insgesamt über
eine größere Fläche gleichmäßig verteilt
wahrgenommen wird.
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Die
Wirkung des Horizontalschnittes 13 in der Wabenstruktur 5 wird
anhand von 5B erläutert. Wenn der Erreger 2 eine
Biegebewegung in dem Paneel 1 induziert, so führt dies
bei einem Horizontalschnitt 13 dazu, dass sich nur der
Bereich oberhalb des Schnittes 13 in der Weise krümmt, wie
dies durch den Erreger 2 vorgegeben ist. Der untere Bereich folgt
dieser Bewegung nicht oder nur eingeschränkt. Dadurch kommt es zur Bildung
eines Hohlraums 14 in der Wabenstruktur, die in 5B gezeigt
ist. Wenn sich der Erreger 2 in der Gegenrichtung verbiegt,
so wird ein Druck auf den unteren Teil der Wabenstruktur unter dem
Schnitt 13 ausgeübt,
der wiederum zur Auslenkung der unteren Deckschicht 4 in
den Kabinenraum führt.
Die Bewegung der unteren Deckschicht 4 nach oben bleibt
dagegen gedämpft.
Insgesamt ergibt sich somit eine Reduzierung des Schalldrucks direkt
unter dem Erreger, die Schallleistung wird stattdessen großflächiger über das
Paneel 1 verteilt.
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Generell
kann die Erfindung bei allen Flächenelementen 1 angewendet
werden, die einen Teil der Innenauskleidung der Fahrgastzelle eines
Fahrzeugs bilden. In einer Flugzeugkabine sind die akustisch aktiven
Flächenelemente 1 vorzugsweise
integraler Bestandteil eines Versorgungskanals direkt über den
Sitzreihen der Passagiere. Sollten dort Beleuchtungseinrichtungen
vorgesehen sein, so können
die Flächenelemente 1 durchsichtig
ausgeführt werden.
Damit ist eine effizientere Nutzung des Bauraumes möglich.
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Insgesamt
lässt sich
das erfindungsgemäße Paneelmembran
damit als integraler Bestandteil (Abdeckpaneele) des Versorgungskanals
und damit als Ersatz konventioneller dynamischer Lautsprecher einsetzen.
Es ermöglicht
ein geschlossenes Design des Versorgungskanals, ohne dass dieser
durch Lautsprechergrills unterbrochen werden muss. Der Bauraum kann
effizienter genutzt werden bzw. verkleinert werden, weil das jeweilige
Paneel aus transluzentem Paneelmaterial hergestellt werden kann, um
Individualbeleuchtung und/oder Hintergrundbeleuchtung zu integrieren.
Aufgrund von Zusatzmaßnahmen
wie zusätzlicher
Abdeckschicht kann auch das akustisch aktive Paneel statisch bis
zu 90kg belastbar gemacht werden. Durch die vorgeschlagene Aufhängung des
Paneels lässt
sich neben der Fixierung an Schienensysteme im Versorgungskanal
eine vibrationsdämmende
bzw. -dämpfende
Halterung (Shockmounts) gewährleisten.
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In
der vorangehenden Beschreibung wurde davon ausgegangen, dass das
Flächenelement
im wesentlichen einem Paneel entspricht. Dies muss jedoch nicht
immer so sein, sondern ein Flächenelement
kann auch einem abgegrenzten Teil eines Paneels entsprechen, so
dass es ein Teilflächenelement
bildet.
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Ferner
ist die Erfindung nicht auf die Verwendung als Bestandteil eines
Versorgungsschachts beschränkt.
Die obigen Erläuterungen
gelten ebenso für
Gepäckfächer.
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- 1
- Flächenelement
- 2
- akustischer
Treiber, folienförmiger
piezoelektrischer Erreger
- 3
- erste
Deckschicht
- 4
- zweite
Deckschicht
- 5
- Wabenstruktur
- 6
- Trägerstruktur
- 7
- Befestigungseinrichtungen
zwischen Flächenelement
und Trägerstruktur
- 8
- vibrationsdämmende Halterung
- 9
- Schallabsorberelement
zwischen benachbarten Flächenelementen
- 10
- weitere
Abdeckschicht
- 11
- nebeneinander
angeordnete akustisch aktive Bereiche 11a, 11b, 11c
- 12
- Einschnürungen zwischen
akustisch aktiven Bereichen
- 13
- Horizontalschnitt
in Wabenstruktur
- 14
- Hohlraum
in Wabenstruktur
- l
- linker
Schenkel der Biegebewegung
- r
- rechter
Schenkel der Biegebewegung
- o
- oberer
Schenkel der Biegebewegung
- u
- unterer
Schenkel der Biegebewegung