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Die
Erfindung betrifft allgemein die optische Datenübertragung und insbesondere
ein Verfahren und eine Anordnung zum Messen der Polarisationsmodendispersion
einer optischen Übertragungsstrecke.
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In
optischen Wellenleitern kann Polarisationsmodendispersion (PMD)
die Übertragungsgüte beeinträchtigen.
PMD wird durch lokale Doppelbrechung der optischen Faser und deren
zufällige
Orientierung über
der Faser verursacht, wodurch sich eine frequenz- und polarisationsabhängige Laufzeit
des Signals bzw. der Signalanteile ergibt. PMD erster Ordnung kann
durch die beiden Polarisationshauptachsen (PSP; Principal State
of Polarisation) und den Laufzeitunterschied (DGD; Differential
Group Delay) zwischen den PSPs beschrieben werden. Die beiden PSP
sind dadurch gekennzeichnet, dass sie eine in erster Ordnung frequenzunabhängige Laufzeit
besitzen. Als PMD-Vektor bezeichnet man das Produkt aus langsamem
PSP und DGD. PMD höherer
Ordnung kann durch einen frequenzabhängigen PMD-Vektor beschrieben
werden.
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Eine
grobe Abschätzung
besagt, dass im übertragenen
Signal Pulsverzerrungen und damit Leistungseinbußen des Übertragungssystems auftreten,
wenn der Laufzeitunterschied einzelner Signalanteile 20% der Bitdauer überschreitet.
Für eine hochbitratige
Signalübertragung
ist somit eine genaue Kenntnis der PMD der Übertragungsstrecke nötig. Insbesondere
auf älteren Übertragungsstrecken ist
häufig eine
Kompensation der PMD erforderlich. Da sich der PMD-Vektor durch äußere Einflüsse wie Temperatur
und mechanische Einflüsse
ständig ändert, werden
dynamische Kompensatoren zur PMD-Kompensation benötigt. Während PMD-Kompensatoren erster
Ordnung mittels einer geeigneten Rückkopplung eingestellt werden
können,
wird für den
Betrieb komplexer Breitband- oder Mehrkanalkompensatoren aufgrund
der Vielzahl von einstellbaren Freiheitsgraden eine auf den momentanen
PMD Eigenschaften der Faser basierende Steuerung des Kompensators
notwendig. Dies erfordert wiederum eine kontinuierliche Messung
des PMD-Vektors
ohne Unterbrechung des Datensignals.
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Es
sind bereits verschiedene Verfahren zur Messung des PMD-Vektors ohne Unterbrechung
des Datensignals bekannt. Beispielsweise ist aus IEEE Photonics
Technology Letters, Vol. 14, No.3 März 2003 (G. Bosco, "Pulsewidth Distortion
Monitoring in a 40-Gb/s Optical System Affected by PMD") ein frequenzbasiertes
Verfahren bekannt, bei dem das übertragene
Datensignal mittels eines schmalbandigen abstimmbaren Filters spektral
aufgelöst
gemessen wird. Die Polarisationen der einzelnen Spektralanteile
rotieren – auf
der Poincarékugel
betrachtet – um
den gesuchten PMD-Vektor. Das erforderliche komplizierte abstimmbare
schmalbandige optische Filter stellt jedoch einen erheblichen Nachteil
dieser Anordnung dar.
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Ferner
ist aus
DE 101 644 97 ein
Zeitbereichsverfahren zur Messung und Kompensation der PMD bekannt,
bei welchem das Datensignal empfangsseitig mittels eines Polarisationsstellers
auf einen Polarisationsstrahlteiler geführt wird. Mittels eines iterativen
Algorithmus werden die Signalanteile in den beiden PSPs auf die
Hauptachsen des Polarisationsstrahlteilers ausgerichtet. Aus dem
Laufzeitunterschied zwischen den Signalen an den Ausgängen des
Polarisationsstrahlteilers lässt
sich die DGD ermitteln. Der Nachteil des Verfahrens besteht in der zeitaufwendigen
iterativen Suche nach der optimalen Einstellung des Polarisationsstellers.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Weg
aufzuzeigen, wie die Messung der Polarisationsmodendispersion erster Ordnung
einer optischen Übertragungsstrecke
ohne Unterbrechung des Datensignals auf verbesserte und/oder vereinfachte
Weise erfolgen kann. Weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine
Anordnung und ein Verfahren zur Messung der PMD erster Ordnung bei der Übertragung
eines optischen Signals anzugeben.
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Das
oben genannte technische Problem wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch
1 und eine Anordnung gemäß Anspruch
9 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen
und Weiterbildungen sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.
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Ein
erfindungsgemäßes Verfahren
zum Ermitteln der Polarisationsmodendispersion erster Ordnung einer
vorgegebenen optischen Übertragungsstrecke
sieht dementsprechend vor, ein optisches Signal durch die vorgegebene
optische Übertragungsstrecke
zu leiten und das empfangene optische Signal in N optische Teilsignale
aufzuteilen, wobei N größer oder
gleich drei ist. Zu diesem Zweck kann beispielsweise ein herkömmlicher
Leistungsteiler mit N Ausgängen
verwendet werden. Ferner sieht das Verfahren vor, jedes der optischen
Teilsignale, vorzugsweise mittels eines Polarisationsstellers, auf
zwei orthogonal polarisierte Signalanteile abzubilden, und die orthogonal
polarisierten Signalanteile in ein Paar optischer Signale mit einem
ersten optischen Signal in einem ersten Signalpfad und einem zweiten
optischen Signal in einem zweiten Signalpfad aufzuteilen, wobei
das Aufteilen der N optischen Teilsignale vorzugsweise mittels eines
Polarisationsstrahlteilers erfolgt. Weiterhin sieht das Verfahren
vor, für
jedes der N Paare optischer Signale den Laufzeitunterschied zwischen
dem ersten optischen Signal im ersten Signalpfad und dem zweiten
optischen Signal im zweiten Signalpfad zu ermitteln.
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Der
Begriff "orthogonal
polarisiert" bedeutet in
diesem Zusammenhang, dass sich mit einer Linearkombination der beiden
orthogonalen Polarisationen jede beliebige Polarisation darstellen
lässt.
Die genaue Orientierung der orthogonalen Polarisationen, auf die
die Teilsignale abgebildet werden, wird bevorzugt durch die Orientierung
der Hauptachsen des Polarisationsstrahlteilers im jeweiligen Signalpfad
bestimmt.
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Die
Erfinder haben erkannt, dass sich aus den zumindest drei unterschiedlich
vorgegebenen Abbildungen der Teilsignale auf orthogonal polarisierte
Signalanteile, auf welche die optischen Teilsignale beispielsweise
mittels eines geeigneten Polarisationsstellers abgebildet werden,
und den zumindest drei ermittelten Laufzeitunterschieden die Polarisationsmodendispersion
erster Ordnung ermitteln lässt. Dementsprechend
sieht das Verfahren ferner das Ermitteln der Polarisationsmodendispersion
der optischen Übertragungsstrecke
aus den N vorgegebenen Abbildungen der Teilsignale auf orthogonal
polarisierte Signalanteile und den N ermittelten Laufzeitunterschieden
vor. Besonders vorteilhaft sieht das Verfahren die Ermittlung des
dreidimensionalen PMD-Vektors vor, durch welchen die Polarisationsmodendispersion
erster Ordnung eindeutig definiert wird.
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Durch
die Verwendung von mehr als drei optischen Zweigen, d.h. durch Aufteilen
des empfangenen optischen Signal in N optische Teilsignale mit N größer als
drei, wird aufgrund der Mittelwertbildung der Messfehler reduziert
und somit die Messgenauigkeit erhöht.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren müssen die
vorgegebenen Abbildungen der Teilsignale auf orthogonal polarisierte
Signalanteile nicht abgestimmt werden, sondern können fest vorgegeben werden,
wodurch besonders vorteilhaft keine aufwendigen einstellbaren Polarisationssteller
zur Durchführung
des Verfahrens erforderlich sind. Dementsprechend sieht das Verfahren
bevorzugt vor, dass das Abbilden der N optischen Teilsignale auf
orthogonal polarisierte Signalanteile mittels N fest eingestellter
Polarisationssteller erfolgt.
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Zum
Ermitteln des Laufzeitunterschieds zwischen dem ersten und zweiten
optischen Signal, auf die jedes der N optischen Teilsignale aufgeteilt
wird, wird vorzugsweise das erste optische Signal in ein erstes
elektrisches Signal und das zweite optische Signal in ein zweites
elektrisches Signal umgewandelt und die beiden elektrischen Signale
einer Auswerteeinheit zugeführt,
die aus den beiden Signalen den Laufzeitunterschied ermittelt.
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Die
Erfindung sieht insbesondere die Momentenbildung und die Kreuzkorrelationsfunktion
als zwei alternative Methoden zum Ermitteln des Laufzeitunterschieds
vor. Dementsprechend kann die Laufzeitdifferenz über die Kreuzkorrelationsfunktion KKF(τ) = ∫Tna(t)·Tnb(t
+ τ)dt,
wobei Tna(t) und Tnb(t) jeweils wahlweise eines der Signale eines
der N Signalpaare bezeichnen, oder über die Bestimmung des ersten
Moments des jeweils von der Auswerteeinheit empfangenen Datensignals bestimmt
werden. Bei der Bestimmung über
die Kreuzkorrelationsfunktion ergibt sich die Laufzeitdifferenz
aus der Position des Maximums. Bei der Bestimmung über die
ersten Momente ergibt sich die Laufzeitdifferenz aus der Differenz
der normierten ersten Momente.
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Das
Ermitteln des Laufzeitunterschieds mittels der Kreuzkorrelationsfunktion
umfasst besonders vorteilhaft das Verzögern des ersten oder zweiten
optischen Signals, wobei die Verzögerung vorzugsweise durch die
Auswerteeinheit gesteuert wird. Der Laufzeitunterschied ergibt sich
aus der Einstellung des Verzögerungselements,
sobald sich das Maxiumum der Kreuzkorrelationsfunktion bei τ = 0 befindet.
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In
einer alternativen Ausführungsform
werden das erste und das zweite optische Signal zunächst in
ein erstes und zweites elektrisches Signal gewandelt und eines dieser
elektrischen Signale gegenüber
dem anderen verzögert,
wobei die Verzögerung
wiederum vorzugsweise durch die Auswerteeinheit gesteuert wird.
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Eine
erfindungsgemäße Anordnung
zum Ermitteln der Polarisationsmodendispersion erster Ordnung einer
vorgegebenen optischen Übertragungsstrecke
aus einem optischen Signal, das die optische Übertragungsstrecke durchlaufen
hat, umfasst einen Leistungsteiler mit N Ausgängen mit N größer oder gleich
drei, sowie N nachgeschaltete Signalzweige, welche jeweils mit einem
der N Ausgänge
des Leistungsteilers verbunden sind. Erfindungsgemäß weist jeder
der N Signalzweige einen Polarisationssteller zum Abbilden eines
optischen Signals auf zwei vorgegebene orthogonal polarisierte Signalanteile,
einen dem Polarisationssteller zugeordneten Polarisationsstrahlteiler
zum Aufteilen der zwei orthogonal polarisierten Signalanteile in
zwei optische Signale mit einem ersten und einem zweiten Ausgang,
sowie mit dem ersten und dem zweiten Ausgang des Polarisationsstrahlteilers
verbundene Mittel zum Bestimmen des Laufzeitunterschieds zwischen
einem ersten und einem zweiten optischen Signal auf. Die erfindungsgemäße Anordnung
ist insbesondere geeignet zur Durchführung des oben beschriebenen
Verfahrens.
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Die
Polarisationsstrahlteiler sind bevorzugt dazu ausgebildet, ein optisches
Signal, das als Überlagerung
zweier Signalanteile in orthogonalen Polarisationen aufgefasst werden
kann, in zwei Signale in zwei getrennten optischen Signalpfaden
aufzuspalten. Durch die erfindungsgemäße Anordnung wird somit vorteilhaft
ein Polarisationsdiversitätsempfänger gebildet,
der das optische Signal in mindestens drei Paare von Signalanteilen
trennt. Jedes der Paare von Signalanteilen setzt sich zusammen aus
einem Signalanteil in einer ersten durch die erste Hauptachse des
Polarisationsstrahlteilers definierten Polarisation und dem Signalanteil
in der dazu orthogonalen und durch die zweite Hauptachse des Polarisationsstrahlteiles
definierten Polarisation. Die Laufzeitdifferenz zwischen den beiden
Signalanteilen liefert eine Komponente des PMD-Vektors. Die gemessene
Komponente des PMD-Vektors wird durch die Einstellung des Polarisationsstellers
und die Orientierung des nachfolgenden Polarisationsstrahlteilers
bestimmt. Mit drei Paaren von Signalanteilen in orthogonalen Polarisationen
lassen sich die kompletten drei Dimensionen des PMD-Vektors bestimmen.
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Ein
Grundgedanke der Erfindung liegt somit darin, einen Polarisationsdiversitätsempfänger anzugeben,
der eine vollständige
Bestimmung des PMD-Vektors einer optischen Übertragungsstrecke ermöglicht.
Die Erfinder haben erkannt, dass der Zusammenhang zwischen der Laufzeitdifferenz
zweier Signale in orthogonalen Polarisationen zur Bestimmung der
Komponenten des PMD-Vektors genutzt werden kann, während bisher
die Laufzeitdifferenz zwar gegebenenfalls zur Bestimmung der Gesamtlänge eines
PMD-Vektors genutzt wurde, die Richtung des Vektors jedoch regelmäßig mit
anderen Methoden bestimmt werden musste.
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Der
besondere Vorteil der vorliegenden Erfindung liegt darin, dass die
Polarisationssteller nicht variabel sein müssen, sondern fest eingestellt
sind. Dementsprechend sind die Polarisationssteller der N Signalzweige
zur Drehung der Polarisation um einen fest vorgegebenen Wert ausgebildet.
Auf diese Weise können
vorteilhaft einfache Bauteile zum Einsatz kommen, insbesondere werden
nur statische optische Elemente benötigt. Ferner ist mit besonderem Vorteil
kein adaptiver Algorithmus zur Einstellung des Polarisationsstellers
und somit zur Suche der PSP erforderlich.
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Polarisationssteller
und Polarisationsstrahlteiler können
je nach Ausführungsform
in getrennten oder in einem gemeinsamen Bauteil realisiert sein.
Auch können
mehrere Bauteile zusammen die Funktionalität eines Polarisationsstellers
und Polarisationsstrahlteilers bereitstellen. Dementsprechend sind
vorteilhaft in wenigstens einem der N Signalzweige der Polarisationssteller
und der zugeordnete Polarisationsstrahlteiler durch ein gemeinsames Bauteil
gebildet.
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Die
Mittel zum Bestimmen des Laufzeitunterschieds umfassen vorzugsweise
einen mit dem ersten Ausgang des Polarisationsstrahlteilers verbundenen
ersten optoelektronischen Wandler und einen mit dem zweiten Ausgang
des Polarisationsstrahlteilers verbundenen zweiten optoelektronischen
Wandler, sowie eine mit den Ausgängen
des ersten und zweiten optoelektronischen Wandlers verbundene Auswerteeinheit.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Anordnung
wird dementsprechend das empfangene optische Signal mittels eines
Leistungsteilers in mindestens drei optische Zweige aufgeteilt.
In jedem der optischen Zweige wird das Signal mittels eines festen
Polarisationsstellers auf einen Polarisationsstrahlteiler geführt, der die
Signalanteile in jeweils zwei orthogonalen Polarisationen in zwei
getrennte optische Signalpfade auftrennt, die jeweils einem optisch-elektrischen
Wandler zugeführt
werden, welche ein erstes und ein zweites elektrisches Signal liefern.
Der aus dem ersten und zweiten elektrischen Signal mittels der Auswerteeinheit
ermittelte Laufzeitunterschied in jedem der mindestens drei optischen
Zweige liefert eine Komponente des PMD Vektors, wobei durch mehr
als drei optische Zweige aufgrund der Mittelwertbildung der Messfehler
reduziert werden kann.
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Entsprechend
den oben genannten bevorzugten Methoden zum Bestimmen des Laufzeitunterschieds
ist die Auswerteeinheit bevorzugt wahlweise zum Ermitteln des Laufzeitunterschieds
mittels einer Momentenbildung oder mittels einer Kreuzkorrelationsfunktion
ausgebildet.
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Zu
diesem Zweck sind vorteilhaft in jedem der N optischen Signalzweige
zwei Verzögerungselemente
vorgesehen, von welchen eines durch die jeweilige Auswerteeinheit
zum Abstimmen steuerbar und dementsprechend über eine Rückkopplungsleitung mit dieser
verbunden ist und eines vorteilhaft fest eingestellt ist. Das Verzögerungselement
dient jeweils dazu, eines der beiden Ausgangssignale des jeweiligen
Polarisationsstrahlteilers zu verzögern. Durch die Kombination
mit einem zweiten fest eingestellten Verzögerungsglied lassen sich negative
relative Laufzeitunterschiede erreichen.
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Die
Verzögerungselemente
können
dabei vorteilhaft wahlweise als optische oder elektrische Verzögerungselemente
vorgesehen sein, beispielsweise ausgebildet als entsprechende Verzögerungsleitung.
Der Laufzeitunterschied wird somit durch Abstimmen einer elektrischen
oder optischen Verzögerungsleitung
und Bestimmen des Kreuzkorrelationsmaximums bei τ = 0 ermittelt. Elektrische
Verzögerungselemente
sind vorzugsweise zwischen den jeweiligen ersten bzw. zweiten optoelektronischen Wandler
und die Auswerteeinheit geschaltet, optische Verzögerungselemente
sind vorzugsweise zwischen den Polarisationsstrahlteiler und den
jeweiligen ersten bzw. zweiten optoelektronischen Wandler geschaltet.
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Bevorzugt
umfasst eine erfindungsgemäße Anordnung
ferner eine Recheneinheit, die dazu ausgebildet ist, aus der Einstellung
der N Polarisationssteller und aus in den N Signalzweigen ermittelten
N Laufzeitunterschieden einen Wert für die Polarisationsmodendispersion,
insbesondere die Koordinaten eines PMD-Vektors, zu berechnen.
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Zum
Ausgleichen der für
die optische Übertragungsstrecke
ermittelten Polarisationsmodendispersion kann die erfindungsgemäße Anordnung
ferner eine Kompensationseinheit zum Kompensieren der ermittelten
Polarisationsmodendispersion umfassen.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung
mit den beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.
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Es
zeigen:
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1:
eine erste bevorzugte Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Anordnung,
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2:
eine zweite bevorzugte Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Anordnung,
bei der zur Ermittlung des Laufzeitunterschieds elektrische Verzögerungsleitungen
vorgesehen ist,
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3:
eine dritte bevorzugte Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Anordnung,
bei der zur Ermittlung des Laufzeitunterschieds optische Verzögerungsleitungen
vorgesehen ist,
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4:
eine vierte bevorzugte Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Anordnung
mit drei Signalzweigen, wobei Polarisationssteller und Polarisationsstrahlteiler
in einem Bauelement kombiniert sind.
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1 zeigt
eine erfindungsgemäße Anordnung 10 zur
Messung des PMD-Vektors erster Ordnung, an deren Eingang ein durch
Polarisationsmodendispersion beeinträchtigtes optisches Signal S über die
Leitung 20 eingespeist wird. Durch einen Leistungsteiler 30 wird
das optische Signal S in N Signalpfade aufgeteilt, wobei N mindestens
drei entspricht. Die optischen Signale in den Signalpfaden 1-N werden
als S1 bis SN bezeichnet. In jedem der N Signalpfade wird das optische
Signal S1-SN in einen der Polarisationssteller 41-4N eingespeist,
der das optische Signal auf die orthogonalen Hauptachsen eines der
Polarisationsstrahlteiler 51-5N abbildet. Jeder
der Polarisationssteller 41-4N ist unterschiedlich ausgeführt und
jeweils auf eine unterschiedliche Abbildung der Signale S1-SN auf
ein Signal mit jeweils zwei orthogonal polarisierten Signalanteilen S1a/S1b-SNa/SNb
fest eingestellt. Jeder der Polarisationsstrahlteiler 51-5N trennt
die Signalanteile S1a/S1b-SNa/SNb in den orthogonalen Hauptachsen
in zwei getrennte Signalpfade, von denen einer jeweils einem der
ersten optoelektronischen Wandler 61a-6Na und
der andere jeweils einem der zweiten optoelektronischen Wandler 61b-6Nb zugeführt werden.
Die ersten optoelektronischen Wandler liefern jeweils eines der
elektrischen Signale T1a-TNa, die zweiten optoelektronischen Wandler
liefern jeweils eines der elektrischen Signale T1b-TNb. Aufgrund der
Beeinträchtigung
des optischen Signals S durch Polarisationsmodendispersion weisen
Signale der jeweiligen Signalpaare T1a/T1b – TNa/TNb einen Laufzeitunterschied
zueinander auf. Der Laufzeitunterschied wird jeweils durch die Auswerteeinheiten 71-7N ermittelt.
In diesem Ausführungsbeispiel
erfolgt das Bestimmen des Laufzeitunterschieds durch die Auswerteeinheit
durch Bilden des normierten ersten Moments des der Auswerteeinheit
zugeordneten Signals der ersten Signale T1a-TNa und des zugeordneten
Signals der zweiten Signale T1b-TNb, wobei jeweils die Differenz
der normierten ersten Momente dem Laufzeitunterschied entspricht,
oder durch das Bestimmen der Position des Maximums der Kreuzkorrelationsfunktion
des der Auswerteeinheit zugeordneten Signals der ersten Signale T1a-T1N
und des der Auswerteeinheit zugeordneten Signals der zweiten Signale
T1b-TNb.
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Die
N Arme der Anordnung 10 liefern N Laufzeitunterschiede,
die unter Berücksichtigung
der Einstellung der N Polarisationssteller 41-4N auf
die Komponenten des dreidimensionalen PMD-Vektors umgerechnet werden.
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Alternativ
kann der Laufzeitunterschied durch Einstellen des Maximum der Kreuzkorrelationsfunktion
bei τ =
0 bestimmt werden. Zwei bevorzugte Ausführungsformen dieser Variante
der Erfindung sind in den 2 und 3 dargestellt.
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2 zeigt
eine zweite erfindungsgemäße Anordnung 11 zur
Messung des PMD-Vektors erster Ordnung, an deren Eingang über die
Leitung 20 wiederum ein durch PMD beeinträchtigtes
Signal S eingespeist wird, das durch den Leistungsteiler 30 in
N Signalpfade aufgeteilt wird, wobei N wiederum wenigstens den Wert
drei hat. In jedem der N Signalpfade durchläuft das jeweilige Signal S1-SN
wiederum einen der Polarisationssteller 41-4N,
der das Signal auf die Hauptachsen eines der Polarisationsstrahlteiler 51-5N abbildet.
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Jeder
der Polarisationsstrahlteiler 51-5N trennt die
Signalanteile in den Hauptachsen in zwei getrennte Signalpfade,
von denen einer jeweils einem der ersten optoelektronischen Wandler 61a-6Na und
der andere jeweils einem der zweiten optoelektronischen Wandler 61b-6Nb zugeführt werden.
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Die
ersten optoelektronischen Wandler 61a-6Na liefern
die Signale T1a-TNa, die der jeweiligen der Auswerteeinheiten 71-7N zugeführt werden. Im
Unterschied zu der in 1 dargestellten Ausführungsform
werden die von den zweiten optoelektronischen Wandlern 61b-6Nb gelieferten
Signale jeweils einer der abstimmbaren elektrischen Verzögerungsleitungen 81-8N zugeführt, deren
Ausgänge
die Signale T1b-TNb
liefern, die den entsprechenden Auswerteeinheiten 71-7N zugeführt werden.
Die von den ersten optoelektronischen Wandlern 61a-6Na gelieferten
Signale werden jeweils einer der festen elektrischen Verzögerungsleitungen
181-18N zugeführt, deren
Ausgänge
die Signale T1a-TNa liefern, die den entsprechenden Auswerteeinheiten 71-7N zugeführt werden.
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Über die
Rückkopplungsleitungen 101-10N werden
die Verzögerungsleitungen 81-8N durch
die entsprechenden Auswerteeinheiten 71-7N abgestimmt,
um für
jeden der N Signalzweige ein Maximum der Kreuzkorrelationsfunktion
der Signalpaare T1a/T1b – TNa/TNb
bei τ =
0 zu erhalten. Die Einstellungen der Verzögerungsleitungen 81-8N liefern
jeweils den Laufzeitunterschied zwischen den Signalen des jeweiligen
Signalpaares. Durch die Kombination aus abstimmbarer Verzögerungsleitung 81-8N und
fester Verzögerungsleitung 181-18N lassen
sich positive und negative Werte der Verzögerung bestimmen. Die N Arme
der Anordnung liefern somit N Laufzeitunterschiede, die unter Berücksichtigung
der Einstellung der N Polarisationssteller 41-4N auf
die Komponenten des dreidimensionalen PMD-Vektors umgerechnet werden.
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3 zeigt
eine dritte erfindungsgemäße Anordnung 12,
die sich von der Anordnung in 2 lediglich
durch die Position der Verzögerungsleitungen
unterscheidet.
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Der
jeweils erste von den durch die Polarisationstrahlteller 51-5N bereitgestellten
Signalpfade wird in dieser Ausführungsform
einer der festen optischen Verzögerungsleitungen 191-19N zugeführt, wobei
die Ausgänge
der Verzögerungsleitungen 191-19N mit
den jeweiligen Eingängen
der ersten optoelektronischen Wandler 61a-6Na verbunden
sind. Der jeweils zweite von den durch die Polarisationstrahlteiler 51-5N bereitgestellten
Signalpfade wird in dieser Ausführungsform
einer der abstimmbaren optischen Verzögerungsleitungen 91-9N zugeführt, wobei
die Ausgänge
der Verzögerungsleitungen 91-9N mit
den jeweiligen Eingängen
der zweiten optoelektronischen Wandler 61b-6Nb verbunden
sind. Die Verzögerungsleitungen 91-9N sind
wiederum über Rückkopplungsleitungen 101-10N durch
die jeweiligen Auswerteeinheiten 71-7N abstimmbar,
um das jeweilige Maximum der Kreuzkorrelationsfunktion der Signalpaare
T1a/T1b – TNa/TNb
bei τ =
0 zu erhalten, wobei sich der jeweilige Laufzeitunterschied durch
die Einstellung der jeweiligen Verzögerungsleitungen 91-9N ergibt.
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4 zeigt
eine vierte erfindungsgemäße Anordnung 13 zum
Ermitteln des PMD-Vektors erster Ordnung, an deren Eingang ein durch
Polarisationsmodendispersion beeinträchtigtes optisches Signal S über die
Leitung 20 eingespeist wird. Durch einen Leistungsteiler 30 wird
das optische Signal S in drei Signalzweige aufgeteilt. Im ersten
Signalzweig wird das optische Signal 51 mittels eines linearen
Polarisationsstrahlteilers 151 in seine EX-
und Ey-Komponenten
aufgespalten und jeweils den optoelektronischen Wandlern 61a bzw. 61b zugeführt. Im
zweiten Signalzweig ist ein Polarisationsstrahlteiler 152 angeordnet,
welcher 45° zu
EX ausgerichtet ist. Im dritten Signalzweig
ist für
die S3-Komponente ein λ/4-Plättchen 143 und ein
nachgeschalteter 45°-Polarisationsstrahlteiler 153 angeordnet.
Die Anordnung stellt eine Vereinfachung der in 1 gezeigten Anordnung 10 dar,
wobei eine Kombination der Polarisationssteller und Polarisationsstrahlteiler
in einem Bauteil verwendet wird bzw. der Polarisationssteller auf
eine minimale Funktionalität
reduziert ist. Jeder der Polarisationsstrahlteiler 151, 152 und 153 liefert jeweils
zwei Signalanteile S1a/S1b, S2a/S2b bzw. S3a/S3b, welche jeweils
den optoelektronischen Wandler-Paaren 161a/161b, 162a/162b und 163a/163b zugeführt werden.
Die Ausgänge
der optoelektronischen Wandler liefern die elektrischen Signalpaare
T1a/T1b, T2a/T2b und T3a/T3b, welche den Auswerteeinheiten 71, 72 bzw. 73 zugeführt werden.
Mittels der Auswerteeinheiten 71, 72 und 73 werden
die Laufzeitunterschiede der jeweiligen Signalpaare ermittelt.