DE102006048094A1 - Kraftfahrzeugsitz - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kraftfahrzeugsitz mit einem auf vorderen und hinteren Lenkern (2, 3) gelagerten Sitzteil (1) und einer am Sitzteil (1) befestigten Rückenlehne, wobei die Lenker (2, 3) über obere Drehgelenke (9, 11) mit dem Sitzteil (1) und untere Drehgelenke (7, 8) mit dem Chassis oder am Chassis gelagerte Bauteile (4) verbunden sind und die Lenker (2, 3) bzw. das Sitzteil (1) ein trägheitssensitives Element aufweisen. Aufgabe der Erfindung ist es, einen derartigen Kraftfahrzeugsitz zur Verfügung zu stellen, bei dem im Falle eines Crashs ein übermäßiges Absacken zum Fahrzeugboden hin mit einfachen Mitteln verhindert wird. Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, dass das trägheitssensitive Element als Pendelstütze (11) ausgeführt ist, deren oberes Ende über eine Schwenkachse (12) an mindestens einem der Lenker (2, 3) oder an dem vorderen und/oder hinteren Bereich des Sitzteils (1) angelenkt ist und die im Crashfall aus einer Ruheposition in eine Stützposition schwenkt, in der sie das Sitzteil (1) zusätzlich am Chassis abstützt.
Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kraftfahrzeugsitz mit einem auf vorderen und hinteren Lenker höhenverstellbar gelagerten Sitzteil gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
- An Höhenverstellvorrichtungen von Kraftfahrzeugsitzen werden hohe Sicherheitsanforderungen gestellt, da auf diese im Crashfall sehr hohe Belastungen wirken, die zu unerwünscht großen Sitzverlagerungen führen können, wodurch das Verletzungsrisiko von Fahrzeuginsassen erhöht wird. Dabei ist es besonders problematisch, wenn bei einem Heckcrash der Kraftfahrzeugsitz bei hoher Einstellung nach hinten schlägt.
- Es sind Sitzhöhenverstellungen bekannt, bei denen die beiden hinteren Lenker direkt angetrieben werden, wobei dann die Antriebsorgane die hinteren Lenker in jeder eingestellten Höhenlage crashsicher arretieren. Das Vorsehen von Antrieben für jeden der hinteren Lenker erhöht jedoch die Herstellungskosten und ist aus Platzgründen häufig nicht realisierbar. Es sind daher Kraftfahrzeugsitze bekannt, bei denen nur einer der hinteren Lenker direkt angetrieben ist, wobei der Lenker auf der gegenüberliegenden Sitzseite im Crashfall durch ein trägheitssensitives Element blockiert wird. Ein derartiger Kraftfahrzeugsitz ist in der
DE 198 41 197 B4 beschrieben. Bei diesem Kraftfahrzeugsitz sind der angetriebene Lenker und der Lenker auf der gegenüberliegenden Sitzseite durch ein Verbindungsrohr drehfest miteinander verbunden. Auf der der Antriebsvorrichtung der Höhenverstellung gegenüberliegenden Sitzseite ist am Sitzrahmen ein trägheitssensitives Verriegelungselement schwenkbar gelagert. Dieses Verriegelungselement besitzt im Bereich des Verbindungsrohres eine Ausnehmung mit einer Innenverzahnung. Dieser Innenverzahnung ist eine Außenverzahnung des Verbin dungsrohres zugeordnet. Das Verriegelungselement wird durch eine Feder in einer Ruheposition gehalten, in der die beiden Verzahnungen nicht ineinander greifen können. Im Crashfall schwenkt das Verriegelungselement um seine Schwenkachse gegen die Kraft der Feder, so dass ihre Verzahnung in die Verzahnung des Verbindungsrohres eingreift. Der Lenker ist damit gegen Verschwenken arretiert. - Die
DE 697 00 026 T2 beschreibt eine Höhenverstellvorrichtung mit einer trägheitssensitiven Verriegelungsvorrichtung, die einem angetriebenen Lenker zugeordnet ist. - Die oben beschriebenen, bekannten Lösungen haben den Vorteil, dass die Höhenverstellung in jeder eingestellten Höhenlage crahsicher blockiert ist, haben aber den Nachteil, dass sie relativ aufwendig sind.
- Neben höhenverstellbaren Kraftfahrzeugsitzen sind auch faltbare Kraftfahrzeugsitze bekannt, bei denen Rückenlehne und Sitzteil so miteinander gekoppelt sind, dass sich der Kraftfahrzeugsitz beim Vorklappen der Rückenlehne absenkt und beim Zurückklappen der Rückenlehne anhebt (z.B.
DE 198 12 268 C1 ). Auch bei diesen Sitzen ist das Sitzteil über vordere und hintere Lenker am Fahrzeugboden abgestützt, wobei die Lenker über obere Drehgelenke mit dem Sitzteil und über untere Drehgelenke mit dem Chassis oder am Chassis gelagerte Bauteile verbunden sind. Zumindest einer der Lenker ist bei nicht abgesenktem Sitzteil an diesem verriegelt, so dass das Gelenkviereck insgesamt arretiert ist. Auch hier besteht die Gefahr, dass der Sitz bei nicht ausreichend dimensionierter Verriegelung bei einem Crash aus relativ großer Höhe zum Fahrzeugboden hin durchschlägt. - Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Kraftfahrzeugsitz gattungsgemäßer Art zur Verfügung zu stellen, bei dem im Falle eines Crashs ein übermäßiges Absacken zum Fahrzeugboden hin mit einfachen Mitteln verhindert wird.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Kraftfahrzeugsitz gelöst, der die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist.
- Als trägheitssensitives Element kommt erfindungsgemäß also ein einfaches Pendel zur Anwendung, welches im Heckcrashfall nach hinten bzw. im Frontcrashfall nach vorn in eine Stützposition ausschlägt, in der auf das Sitzteil wirkende Kräfte in das Chassis abgeleitet werden. Die Pendelstütze entlastet damit die Antriebsorgane der Höhenverstellung bzw. die Verriegelung. Der Vorteil des einfachen Aufbaus der trägheitssensitiven Blockierung des Sitzteils wird bei höhenverstellbaren Sitzen damit erkauft, dass die Pendelstütze nicht im gesamten Höheneinstellbereich des Sitzes ihre Wirkung entfalten kann, sondern in Abhängigkeit von ihrer Länge und dem Anbringungsort ihrer Schwenkachse als Anschlag dient, der ein weiteres Absacken des Sitzteils im Crashfall verhindert. Dabei werden die Länge der Pendelstütze und der Anbringungsort ihrer Schwenkachse sinnvoller Weise so gewählt, dass das Sitzteil aus seiner höchsten Höheneinstellung nur z.B. bis zur Hälfte des Verstellweges nach unten absacken kann, wodurch verhindert wird, dass das Sitzteil vollständig nach unten durchschlägt. Das trifft auch auf die faltbaren Sitze zu. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass im Crashfall bei sehr hoch eingestellten Sitzen die Verletzungsgefahr durch Verlagerung des Sitzes besonders groß ist.
- In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist die Pendelstütze deformierbar ausgeführt, so dass im Crashfall ein kontrollierter Energieabbau erfolgt.
- Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.
- Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. In der dazugehörigen Zeichnung zeigt:
-
1 eine Seitenansicht eines höhenverstellbar auf Sitzlängsverstellschienen gelagerten Sitzteilrahmens bei ausgelöster Pendelstütze, -
2 eine vergrößerte, schematische Ausschnittsdarstellung bei nicht ausgelöster Pendelstütze, und -
3 eine Darstellung gemäß2 bei ausgelöster Pendelstütze,1 entsprechend. - Bei dem in
1 dargestellten Kraftfahrzeugsitz ist eine gelenkig mit einem Sitzteil1 , von dem nur der Rahmen gezeigt ist, verbundene Rückenlehne weggelassen worden. Das Sitzteil1 stützt sich über beidseitig vorgesehene vordere Lenker2 und hintere Lenker3 an Oberschienen4 ab, die längsverschiebbar in Unterschienen5 gelagert sind. Letztere sind mit einem nicht dargestellten Fahrzeugboden verbunden. Die Oberschienen4 und Unterschienen5 dienen in bekannter Weise einer Längsverstellung des Kraftfahrzeugsitzes. Von den Oberschienen4 ragen Lagerflansche6 nach oben ab, an denen die vorderen Lenker2 und hinteren Lenker3 über untere Drehgelenke7 bzw.8 schwenkbar gelagert sind. Die oberen Enden der vorderen Lenker2 und der hintern Lenker3 sind über Drehgelenke9 bzw.10 mit dem Sitzteil1 verbunden. - Die beiden vorderen Lenker
2 und beiden hinteren Lenker3 gehören zur Sitzhöhenverstellung, deren Antrieb über den hinteren linken, also in der Zeichnung nicht sichtbaren Lenker3 erfolgt. Die nicht angetriebenen Lenker3 und2 werden über das Sitzteil1 mitgenommen. Die Antriebsorgane der Höhenverstellvorrichtung blockieren den angetriebenen hintern Lenker3 in seiner jeweiligen Schwenklage, und damit das Sitzteil1 in der jeweils eingestellten Höhe. Bei entsprechender Dimensionierung der Antriebsorgane der Höhenverstellung ist der hintere Lenker3 damit crashsicher blockiert. Da eine derartige Blockierung am hinteren rechten Lenker3 fehlt, kann es im Heckcrashfall passieren, dass der Kraftfahrzeugsitz unter rechtsseitiger Verwindung zum Fahrzeugboden hin durchschlägt. Um dieses Durchschlagen zu verhindern bzw. zu mindern, ist eine Pendelstütze11 vorgesehen, die über eine Schwenkachse12 schwenkbar am hinteren rechten Lenker3 gelagert ist. An ihrem der Schwenkachse12 abgewandtem Ende besitzt die Pendelstütze11 eine Abstützfläche13 , die im Crashfall in Anlage an einen oberschienenfesten Anschlag14 kommt. - In ihrer Ruheposition wird die Pendelstütze
11 durch nicht dargestellte Federmittel in Anlage an das untere Drehgelenk8 des zugeordneten Lenkers3 gehalten. Die Kraft dieser Federmittel ist so gewählt, dass Klappergeräusche der Pendelstütze11 im normalen Fahrbetrieb vermieden werden, und dass sie durch bei einem Heckcrash wirkende Beschleunigungskräfte überwunden werden kann, die Pendelstütze11 also in ihre Stützposition gemäß den1 und3 schwenken kann. Diese Stützposition wird durch eine nach unten einstückig von der Pendelstütze11 abragende Nase15 bestimmt, die im Crashfall an den Anschlag14 anschlägt. - Anstelle von Federmitteln kann die Pendelstütze
11 alternativ über eine Sollbruchstelle, z.B. einen Scherstift, mit dem Lenker3 verbunden sein, die bei bei einem Heckcrash wirkenden Kräften reisst. - Die Lage der Schwenkachse
12 am hinteren Lenker3 sowie ihre Länge zwischen der Schwenkachse12 und der Abstützfläche13 sind so gewählt, dass die Pendelstütze11 in einem Bereich zwischen höchster Sitzeinstellung und etwa einer mittelhohen Sitzeinstellung ihre Stützposition im Crashfall einnehmen kann. Die Pendelstütze11 wirkt damit als Anschlag die das rechtsseitige Durchschlagen des Kraftfahrzeugsitzes nach hinten zum Boden hin bei hohen Sitzeinstellungen auf etwas die halbe Höhe begrenzt. D.h., bei den im Heckcrashfall besonders problematischen hohen Sitzeinstellungen wird ein vollständiges Durchschlagen des Kraftfahrzeugsitzes zum Boden hin vermieden. - Um einen kontrollierten Energieabbau über die Pendelstütze
11 zu erreichen, ist diese durch ein Loch16 geschwächt, so dass sie sich in diesem Bereich deformieren kann.
Claims (6)
- Kraftfahrzeugsitz mit einem auf vorderen und hinteren Lenkern (
2 ,3 ) gelagerten Sitzteil (1 ), und einer am Sitzteil (1 ) befestigten Rückenlehne, wobei die Lenker (2 ,3 ) über obere Drehgelenke (9 ,11 ) mit dem Sitzteil (1 ) und untere Drehgelenke (7 ,8 ) mit dem Chassis oder am Chassis gelagerte Bauteile (4 ) verbunden sind, und die Lenker (2 ,3 ) bzw. das Sitzteil (1 ) ein trägheitssensitives Element aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass das trägheitssensitive Element als Pendelstütze (11 ) ausgeführt ist, deren oberes Ende über eine Schwenkachse (12 ) an mindestens einem der Lenker (2 ,3 ) oder an den vorderen und/oder hinteren Bereich des Sitzteils (1 ) angelenkt ist, und die im Crashfall aus einer Ruheposition in eine Stützposition schwenkt, in der sie das Sitzteil (1 ) zusätzlich am Chassis abstützt. - Kraftfahrzeugsitz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Pendelstütze (
11 ) deformierbar ist. - Kraftfahrzeugsitz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Pendelstütze (
11 ) eine Schwächungszone in Form eines Loches (16 ) aufweist. - Kraftfahrzeugsitz nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützposition der Pendelstütze (
11 ) durch einen Anschlag (14 ) festgelegt ist. - Kraftfahrzeugsitz nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pendelstütze (
11 ) über Federmittel oder eine Sollbruchstelle am Lenker (3 ) in ihrer Ruheposition gehalten ist. - Kraftfahrzeugsitz nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützposition der Pendelstütze (
11 ) durch eine von ihr abragende Nase (15 ) dadurch bestimmt ist, dass diese im Crashfall gegen einen chassisfesten Anschlag (14 ) anschlägt, auf den sie sich gleichzeitig mit einer Abstützfläche (13 ) abstützt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE200610048094 DE102006048094A1 (de) | 2006-10-11 | 2006-10-11 | Kraftfahrzeugsitz |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE200610048094 DE102006048094A1 (de) | 2006-10-11 | 2006-10-11 | Kraftfahrzeugsitz |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE102006048094A1 true DE102006048094A1 (de) | 2008-04-17 |
Family
ID=39184834
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE200610048094 Ceased DE102006048094A1 (de) | 2006-10-11 | 2006-10-11 | Kraftfahrzeugsitz |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE102006048094A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN102343839A (zh) * | 2010-08-03 | 2012-02-08 | 丰田纺织株式会社 | 车辆座椅的升降机构 |
| CN106799977A (zh) * | 2017-01-17 | 2017-06-06 | 延锋安道拓座椅有限公司 | 一种用于座椅的惯性锁机构 |
| WO2024002891A1 (de) * | 2022-06-27 | 2024-01-04 | Brose Fahrzeugteile SE & Co. Kommanditgesellschaft, Coburg | Verstelleinrichtung für einen fahrzeugsitz mit einem einen deformationsabschnitt aufweisenden schwenkelement |
| US12122265B2 (en) | 2020-05-14 | 2024-10-22 | Lear Corporation | Track assembly |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102004017364A1 (de) * | 2003-04-10 | 2004-10-28 | Daimlerchrysler Ag | Kraftfahrzeugsitz mit einer Sitzhöhenverstellung |
-
2006
- 2006-10-11 DE DE200610048094 patent/DE102006048094A1/de not_active Ceased
Patent Citations (1)
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| US12122265B2 (en) | 2020-05-14 | 2024-10-22 | Lear Corporation | Track assembly |
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