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DE102006048080A1 - Spaltfilter - Google Patents

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DE102006048080A1
DE102006048080A1 DE102006048080A DE102006048080A DE102006048080A1 DE 102006048080 A1 DE102006048080 A1 DE 102006048080A1 DE 102006048080 A DE102006048080 A DE 102006048080A DE 102006048080 A DE102006048080 A DE 102006048080A DE 102006048080 A1 DE102006048080 A1 DE 102006048080A1
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steel wire
gap
wire
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Dieter Bergemann
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Abstract

Es wird eine Filtereinrichtung sowie ein Verfahren zur filterhilfsmittelfreien Filtration von zu filtrierenden Medien vorgestellt, wobei als Filter ein gewendelter Profildraht verwendet wird, der von dem zu filtrierenden Medium in axialer und durch axiale Spalte des gewendelten Profildrahtes hindurch in radialer Richtung durchströmbar ist. Der Profildraht ist ein elastisch-plastischer Draht mit einer formstabilen, selbsttragenden, in Längsrichtung vorgespannten zylindrischen Struktur.

Description

  • Gebiet der Erfindung
  • Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein eine Filtereinrichtung zur filterhilfsmittelfreien Filtration. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Spaltfilter zur Fest/Flüssigtrennung und/oder Gasfiltration. Ganz speziell betrifft die vorliegende Erfindung ein Spaltfilter mit veränderbarer Spaltweite. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur filterhilfsmittelfreien Filtration.
  • Hintergrund der Erfindung, Stand der Technik
  • Die Filtration insbesondere von Prozessflüssigkeiten gehört zu den zentralen Grundoperationen der Verfahrenstechnik. Aufgrund spezifischer Charakteristika der zu filtrierenden Medien und der Verfahrensbedingungen hat jeder Trennprozess eigene Besonderheiten. Durch die Entwicklung immer feinerer Partikel, bspw. in Lacken, Suspensionen und anderen Produkten, und den steigenden Anforderungen an die Trenngrenzen und das Kornspektrum sind neue Lösungsansätze notwendig geworden. Dazu kommt, dass immer häufiger versucht wird, den Feststoffanteil im Produkt zu steigern, weshalb steigende Viskositäten zu bewältigen sind.
  • Bereits vor langer Zeit wurden Filtereinrichtungen zur filterhilfsmittelfreien Filtration von zu filtrierenden Medien, so genannte Spaltsiebe oder Spaltfilter, mit veränderbarer Spaltbreite entwickelt, die gegenüber den bis dahin bekannten Spaltsieben den Vorteil boten, dass nicht mehr viele Einzelsiebvorrichtungen mit verschiedenen Spaltweiten bereitgehalten werden mussten, über die das Trenngut nacheinander geführt wurde.
  • So ist bspw. aus der DE 23 25 418 B2 ein Spaltsieb mit veränderbarer Spaltbreite bekannt, das aus Siebstäben und aus zwischen die Siebstäbe eingesetzten, die Spalträume zwischen den Siebstäben teilweise ausfüllenden, in einem Rahmen befestigten Elementen besteht, wobei die Siebstäbe und/oder die Elemente Profilstäbe mit beispielsweise keilförmigem Querschnitt sind, deren Profil eine Veränderung der Spaltbreiten durch unterschiedlich tiefe Lage der Elemente zwischen den Siebstäben erlaubt.
  • Inzwischen werden in der Dead-End-Filtration selbstreinigende Spaltfilter als Alternative zu Beutel- und Schlauchfiltern eingesetzt. So lassen sich mit Spaltrohrfiltern z.B. wässrige oder aggressive Medien trennen. Diese Vorrichtungen bestehen aus einem Spaltrohrfiltereinsatz, in dem ein Draht spulenförmig auf Längsstäbe gewickelt und an jedem Kreuzungspunkt verschweißt wird. Da der Stahldraht auf den Längsstäben exakt fixiert wird, ergeben sich gleichmäßige Spalten mit einer Spaltweite von 30 bis 2000 μm. Beim Durchströmen des Filtereinsatzes lagern sich die Schmutzpartikel an den Spalten ab. Wird der Filtereinsatz manuell oder von einem elektrischen Antrieb gedreht, wird der Schmutz durch eine fest stehende Vorrichtung abgestreift und sinkt in einen Schlammsammelraum, wo er durch Öffnen eines Kugelhahns ausgetragen wird.
  • Die EP 0 810 010 B1 beschreibt eine Filtereinrichtung zur filterhilfsmittelfreien Filtration von zu filternden Medien, wobei als Filter ein drahtartiger Filterdraht verwendet wird, der um einen mindestens weitgehend zylindrischen ersten Tragkörper zu einer Filterspule wickelbar ist, die von der zu reinigenden Flüssigkeit in axialer und durch axiale Spalte der gewickelten Filterspule hindurch in radialer Richtung durchströmbar ist, wobei der Filterdraht zur Abreinigung der an ihm anhaftenden Feststoffpartikel von dem ersten Tragkörper der ersten Filterspule auf einen zweiten Tragkörper einer zweiten Filterspule aufwickelbar ist.
  • Nachteilig an den aus dem Stand der Technik bekannten Spaltsieben oder -filtern ist zum einen, dass sie mehrteilig ausgebildet sind, was herstellungstechnisch sehr aufwändig ist. Zum anderen benötigen solche Lösungen ein relativ großes Bauvolumen in Relation zur Filterfläche.
  • Ein weiterer Nachteil bei ebenen bzw. bogenförmigen Spaltfiltern, für die auch Lösungen mit veränderlicher Spaltweite bekannt sind, liegt darin, dass große Durchmesser bzw. eine geringe oder fehlende Krümmung der Drahtroste Stützstäbe quer hinter den Filterdrähten erforderlich machen, mit denen die Filterdrähte verschweißt sind und so die gewünschte Spaltweite gewährleisten, aber andererseits auch die gewollte Änderung verhindern.
  • Ebenfalls nachteilig ist, dass für die Reinigung der zylindrischen Spaltfilter separate Vorrichtungen benötigt werden, die das an den Spaltvorderseiten abgeschiedene Material mittels schabender Werkzeuge fortlaufend oder in bestimmten zeitlichen Abständen abtragen.
  • Zusammenfassung der Erfindung
  • Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Spaltfilter bereitzustellen, das die genannten Nachteile des Standes der Technik vermeidet.
  • Diese und weitere Aufgaben werden durch den Spaltfilter gemäß Anspruch 1 und das Verfahren gemäß Anspruch 22 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen dargelegt.
  • Kurze Beschreibung der Zeichnungen
  • Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigen
  • 1A bis 1F schematisch die erfindungsgemäß verwendeten bevorzugten Profildrahtquerschnitte;
  • 2A bis 2D schematisch den Aufbau einer Profildrahtwendel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in geschlossener und geöffneter Stellung;
  • 3A bis 3C ein aus erfindungsgemäßen Profildrahtwendeln aufgebautes, in einem Gehäuse angeordnetes Filterbündel für eine Filtration von außen nach innen mit handbetätigter Spaltweitenänderung; und
  • 4A bis 4C ein aus erfindungsgemäßen Profildrahtwendeln aufgebautes, in einem Flüssigkeitsbehälter angeordnetes Filterbündel für eine Filtration von innen nach außen mit selbsttätiger, d.h. vom Innendruck initiierter Spaltweitenänderung.
  • Detaillierte Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
  • Erfindungsgemäß ist ein selbstreinigender und selbsttragender Spaltfilter mit veränderbarer, d.h., variabler Spaltweite aus einem in geeigneter, nachfolgend näher beschriebenen Weise gewendelten Profildraht vorgesehen. Der Begriff „selbsttragend" meint in diesem Zusammenhang, dass der erfindungsgemäße Spaltfilter keinen Stützkörper aufweist, um den der Draht gewickelt werden muss.
  • Bei der Herstellung der Wendel aus elastisch-plastischem Material (z. B. Stahl oder anderen bekannten Metallen bzw. metallischen Legierungen mit federelastischen Eigenschaften, wie z.B. Messing, Nickel oder Titan) mit möglichst scharfen Filtrierkanten, d.h., ohne oder mit einer nur sehr geringen Kantenrundung < 0,1 mm, mit konstantem Querschnitt bei einem möglichst kleinen Außendurchmesser kleiner dem etwa 20-fachen der maximalen Drahtabmessung (ähnlich einer Zugfeder oder einer Bowdenzughülle), entsteht eine formstabile, in Längsrichtung vorgespannte zylindrische Struktur, die bei Längsstreckung mit einer die Vorspannung überschreitenden wegproportionalen Zugkraft innerhalb des elastischen Bereiches der Materialbeanspruchung einen gleichmäßigen Öffnungsspalt zwischen den Wendellagen über die gesamte Länge ergibt. Die Formstabilität ist vornehmlich abhängig von dem bei Schraubenfedern als Wickelverhältnis w bekannten Quotienten aus mittlerem Windungsdurchmesser D und maximaler radialer Profilabmessung (Profildicke) d. Dieses liegt bei technischen Zugfedern üblicherweise im Bereich w = 3 bis 20. Für die Zugvorspannung kommt neben dem Wickelverhältnis w = D/d noch die Wickelsteigung, d.h. die Profilabmessung in Wendellängsrichtung (entspricht etwa der Profilbreite b), hinzu, wobei bei üblichen Zugfedern aus Runddraht b = d gilt. Der Drahtquerschnitt beträgt vorzugsweise 0,2 bis 4 mm2. Bei einem bevorzugten Verhältnis b/d = 2/1 entspricht das einer Profildicke d (in radialer Richtung der Wendel) von etwa 0,25 bis 1,5 mm und einer Profilbreite b (in Längsrichtung der Wendel) von etwa 0,5 bis 3 mm. Außen- bzw. Innendurchmesser betragen so bei einem gegenüber normalen Zugfedern reduzierten Wickelverhältnis von w = 3 bis 10 etwa Da = 1,0 bis 15 mm bzw. Di = 0,5 bis 12 mm. Die Wendellänge kann bei der Herstellung beliebig lang sein, wird allerdings für die Verwendung als Spaltfilter zur Gewährleistung einer hinreichend konstanten Spaltweite über die Wendellänge bei horizontaler Einbaulage vorzugsweise nicht mehr als ca. 100 Drahtwindungen (d.h. < 50 bis 300 mm) und bei vertikaler Einbaulage nicht mehr als ca. 500 Drahtwindungen (d.h. < 250 bis 1.500 mm) betragen.
  • Die Federsteifigkeit ist u.a. umgekehrt proportional der 3. Potenz des Wickelverhältnisses, d.h. bei einer Vergrößerung des Wickelverhältnisses auf das 10-fache, wie es bei bekannten gewickelten zylindrischen Spaltfilterkörben üblich ist, sinkt die Längssteifigkeit auf 1/1000 ab, so dass ohne stützende Tragstäbe keine gleichmäßige Spaltweite zu garantieren wäre. Allein das Eigengewicht der Profildrähte würde ohne Tragstäbe schon zu nicht tolerierbaren Deformationen sowohl in Wendellängsrichtung als auch der radialen Lage zweier benachbarter Windungen führen.
  • Der erfindungsgemäß verwendete Profildraht ist in seinem Querschnitt vorzugsweise in Wendellängsrichtung größer als in radialer Richtung, wodurch bei gleicher Materialdeformation und gleichem Wickelverhältnis kleinere Außendurchmesser und eine stärkere Längsvorspannung möglich sind als bei den herkömmlichen Spaltfilterprofilen mit entgegengesetzten Querschnittsrelationen, weil bei diesen die größere Profilhöhe für die Biegesteifigkeit der Drahtprofile zwischen den Tragprofilen erforderlich ist.
  • Im Allgemeinen werden erfindungsgemäß Profildrähte 2 mit unrundem, d.h., ovalem oder polygonalem, vorzugsweise einfach symmetrischem, konischem Querschnitt mit mindestens zwei gegenüberliegenden, möglichst scharfen, d.h., nicht oder nur minimal gerundeten Kanten 4 verwendet, die innerhalb der Wendeloberfläche nur einen einzigen Filterspalt in Form einer Schraubenlinie bilden. Je nach vorgesehener Filtrierrichtung von außen nach innen oder von innen nach außen ist der Spalt-Öffnungswinkel auf der Eintrittsseite sehr groß, d.h. nahe bei oder gleich 180°, und auf der Austrittsseite relativ klein, jedoch > 0° (vgl. 1A bis 1F und 2A bis 2D).
  • Der bevorzugte Profildrahtquerschnitt ist ein Zweikant-Profil ("nicht ganz halbrundes Profil") gemäß 1A. Es handelt sich um einen einseitig ebenen Ovaldraht 6, wobei der nicht ganz halbrunde Querschnitt (die Profildicke d ist nur geringfügig kleiner als die Hälfte der Profilbreite b) von selbst die für den Filtrierspalt gewünschte positive Konizität a in Durchströmungsrichtung ergibt. Weitere bevorzugte Ausführungsformen sind ein beidseitig konkaver Ovaldraht 8 (1B), sowie ein konvex-konkaver Ovaldraht 10 (1C). Ihr Vorteil gegenüber dem erstgenannten Zweikant-Profil besteht in einer günstigeren Herstellung. Drei weitere bevorzugte Ausführungen gemäß den 1D bis 1F haben als Vormaterial gebräuchliche Flachdrahtprofile 12, vorzugsweise mit geschnittener Kante und dem gewünschten Dicken-Breiten-Verhältnis, die durch entsprechendes Nachwalzen mit der geforderten Konizität a versehen werden, entweder ohne Querstauchung (1D) oder mit Querstauchung (1E) oder durch Querbiegung (1F).
  • Diese Profile erfüllen nicht nur die vorgenannten, als positiv für die erfindungsgemäße Lösung erwähnten geometrischen Relationen, sondern sind bei der Herstellung durch Ziehen und/oder Walzen weniger werkzeugaufwändig und bei der Weiterverarbeitung in Federnwindemaschinen auch einfach und sicher zu führen.
  • Durch das Wendeln des Profildrahtes 2 mit kleinem Wendeldurchmesser und Längsvorspannung der aneinander liegenden Drahtwindungen ähnlich einem Zugfederstrang wird somit ein radial nach innen (2A und 2B) oder außen (2C und 2D) aufgehender, konischer Spalt, jeweils beginnend bei Spaltweite 0, erhalten. 2A zeigt schematisch den Aufbau einer Profildrahtwendel 14 einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Filtereinrichtung für eine Filtration von außen nach innen bei noch geschlossenem Spalt mit den geometrischen Profil- und Wendelparametern Profilbreite b, Profildicke d, Windungsdurchmesser D, Innendurchmesser Di und Außendurchmesser Da. 2B zeigt schematisch die gleiche Profildrahtwendel 14, allerdings in Betriebsstellung mit geöffnetem Filterspalt unter Angabe der Spaltweite s und der hier nach innen weiter zunehmenden Konizität a sowie des Zulaufs des zu filtrierenden Mediums (Pfeile 16) und des Ablaufs des Filtrats (Pfeil 18). 2C zeigt schematisch den Aufbau einer Profildrahtwendel 20 einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Filtereinrichtung für eine Filtration von innen nach außen bei noch geschlossenem Spalt. 2D zeigt schematisch die gleiche Profildrahtwendel 20 wie 2C, allerdings in Betriebsstellung mit geöffnetem Filterspalt unter Angabe des Zulaufs des zu filtrierenden Mediums (Pfeil 22) und des Ablaufs des Filtrats (Pfeile 24).
  • Durch Längsstreckung der einzelnen Wendeln 14, 20 (vgl. 2B und 2D) oder von bündelweise angeordneten Wendeln 26 (vgl. z.B. die 3A und 3B, wobei 3A einen Schnitt entlang der Linie A-A der 3A darstellt) mit ein- oder beidseitig kraftschlüssig und mediendicht angeordneten Anschlüssen 28 erfolgt eine über die Wendellänge gleichmäßige, wegproportionale, sehr feinfühlige Spaltöffnung. So ergibt z.B. eine Profilbreite b von 1 mm, eine Wendellänge von 100 mm und eine Streckung um 1 mm eine mittlere Spaltweite s von nur 10 μm.
  • Je nach Spaltrichtung, d.h., Spaltorientierung, erfolgt nun die Filtration von außen nach innen (2B, 3A und 3C) oder von innen nach außen (2D, 4A und 4C). In den 3A und 4A ist der Zulauf des zu filtrierenden Mediums mit 30 und in 3A der Ablauf des Filtrats mit 32 gekennzeichnet. Bei der Filtration von innen nach außen (vgl. 4A und 4C) besteht außerdem die verfahrenstechnisch günstige Möglichkeit, die Spaltöffnung durch den Staudruck des zu filtrierenden Mediums zu bewirken, wobei die Spaltweite staudruck- und somit volumenstromabhängig ist. Bei Beendigung des Volumenstromes schließt sich der Spalt wieder von selbst und bewirkt dabei auch noch eine selbsttätige Abreinigung der zurückgehaltenen Feststoffpartikel (z.B. Schmutzpartikel in einer Hydraulikflüssigkeit). Außerdem wirkt ein derartiger „Rücklauffilter" 38 bei Einbau bspw. in einen Öltank 40 gleichzeitig als Strömungsdiffusor zur Beruhigung des Rücklaufstromes in den Tank 40 (vgl. 4A).
  • Die einfache Reinigung des erfindungsgemäßen Filters erfolgt nicht nur durch Schließen des Spaltes beim Entspannen der Wendel (diese Methode funktioniert vornehmlich bei körnigen und ähnlichen Feststoffen, die sich an der Spaltvorderseite ansammeln). Bei klebrigen bzw. faserigen Bestandteilen des Filterkuchens wird, wie auch sonst üblich, auch durch Rückspülen gereinigt, allerdings hier vorzugsweise bei gleichzeitiger weiterer Vergrößerung der Spaltweite z. B. auf ein mehrfaches des beim Filtrieren eingestellten Wertes.
  • Der erfindungsgemäße Filter erlaubt einen geringeren Bauraum bei gleicher Filterfläche. So ergibt sich z. B. für die beiden in den 3A bis 3C und 4A bis 4C dargestellten Bündelvarianten nur ca. 1/4 des Volumens je m2 Filterfläche eines üblichen zylindrischen Spaltfilters mit dem gleichen Durchmesser wie die hier gewählten Bündelaußendurchmesser. Die vorzugsweise beidseitig kraftschlüssig und mediendicht angeordneten Anschlüsse 28 für die Filterbündel bestehen vorzugsweise aus jeweils drei deckungsgleichen Lochplatten 44, 46, wobei die außen liegenden 44 starr sind und die dazwischen liegende 46 elastisch ist (bspw. aus Gummi oder ähnlichem Material). Die Lochplatten können von einem einteiligen (3A bis 3C), z.B. tiefgezogenen und bei der Montage umbördelten, oder einem mehrteiligen (4A bis 4C) Verbindungsflansch 48, 34 umschlossen und dabei so gegeneinander gepresst werden, dass alle Wendelenden an Ihrem Außendurchmesser vom Gummi gehalten und gedichtet werden (3C und 4C). Bei größeren Bündeln können die jeweils drei Lochplatten zusätzlich noch durch einzelne Verbindungselemente 50 (4B, die einen Schnitt entlang der Linie B-B der 4A darstellt), z.B. Schrauben oder Nieten oder dergleichen, verspannt sein.
  • Das nicht ganz halbrunde Profil des Drahtes hat den Vorteil, dass der Spalt bereits an seinem „Anfang" eine positive Konizität aufweist, die stetig zunimmt. Außerdem lassen sich mit diesem Profil kleinere und gleichmäßigere Windungsdurchmesser als mit V- oder trapezförmigen Profilen, die höher als breit sind, erzielen.
  • Die Spaltverstellung durch Längenänderung der Wendeln kann, wie in 3A gezeigt, sehr einfach mittels bspw. einer Verstellspindel 52 und einem Drehknopf 54 erfolgen, wie es von Ventilstelleinrichtungen bekannt ist. In der in 3A dargestellten Ausführungsform sind die bündelweise angeordneten Wendeln 26 dazu in ein Gehäuse 42 eingesetzt, so dass die Filtereinrichtung abgeschlossen ist. Die bei der Filtration durch Schließen des Spalts abgefilterten Feststoff- bzw. Schmutzpartikel werden in einem außerhalb der Filtereinrichtung am Boden des Gehäuses 42 angeordneten, so genannten Schlammsammelraum 56 gesammelt und können durch öffnen der Ablassschraube 58 entfernt werden.
  • Bei der Ausführungsform gemäß der 4A befindet sich der Schlammsammelraum 60 zur Aufnahme der Schmutzpartikel innerhalb der Filtereinrichtung und kann nach Ausbau derselben aus dem Tank 40 durch öffnen der Ablassschraube 62 entleert werden.
  • Der erfindungsgemäße Spaltfilter kann bspw. für die Fest/Flüssigtrennung, z.B. bei der Schlammentwässerung oder der Feststoffabscheidung aus Flüssigkeiten, u.a. in Bergbau, Hydraulik, Papierindustrie, chemischer Industrie, beim Recycling und im kommunalem Bereich angewendet werden. Andere mögliche Anwendungsgebiete sind die Gasfiltration sowie die Sortierung und Klassierung von Granulaten und ähnlichen Korngemischen.
  • Im Gegensatz zu bei bekannten Spaltfiltern verwendeten geschweißten Drahtrosten, die eine gewollte Änderung der Spaltweite verhindern, kann erfindungsgemäß durch sehr enges (kleines) Wickelverhältnis D/d und dichtes (Anfangsspaltweite 0) Wendeln des Profildrahtes mit einem vorzugsweise „knappen", d.h., nicht ganz halbrunden Profil, ähnlich einer Bowdenzughülle oder eines Zugfederstranges, sowohl auf die aufwendigen Stützprofile verzichtet werden (selbsttragender Spaltfilter), als auch eine stufenlose, gleichmäßige Spaltweitenänderung durch einfaches Strecken der Wendel erzielt werden.
  • Durch die Möglichkeit, Automaten zur Zugfederherstellung bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Filter zu verwenden, können die erfindungsgemäßen Filtereinrichtungen erheblich kostengünstiger produziert werden.
  • Im Gegensatz zu herkömmlichen Spaltfiltern, bei denen aufwändige, separate Vorrichtungen zur Reinigung der zylindrischen Spaltfilter verwendet werden, können diese erfindungsgemäß ganz entfallen, da die Abreinigung durch Aufheben der Wendelstreckung und damit das Schließen des Filterspaltes erfolgt.
  • Der erfindungsgemäße Spaltfilter zeigt ein geringes Bauvolumen in Relation zur Filterfläche, was erheblich günstiger ist und durch Bündelanordnung vieler Wendel zu noch größeren Filterflächen bei kleinem Bauvolumen führen kann.

Claims (28)

  1. Filtereinrichtung zur filterhilfsmittelfreien Filtration von zu filtrierenden Medien, wobei als Filter ein gewendelter Profildraht (14, 20) verwendet wird, der von dem zu filtrierenden Medium in axialer und durch axiale Spalte des gewendelten Profildrahtes hindurch in radialer Richtung durchströmbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Profildraht ein elastisch-plastischer Draht mit einer formstabilen, selbsttragenden, in Längsrichtung vorgespannten zylindrischen Struktur ist.
  2. Filtereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spaltweite über die gesamte Länge des gewendelten Profildrahtes (14, 20) gleichmäßig variierbar ist.
  3. Filtereinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der gewendelte Profildraht (14, 20) ein Wickelverhältnis w im Bereich von 3 bis 20 aufweist, wobei das Wickelverhältnis w definiert ist als der Quotient aus dem mittleren Windungsdurchmesser D und der maximalen radialen Profilabmessung d.
  4. Filtereinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Wickelverhältnis w im Bereich von 5,5 bis 7,5 liegt.
  5. Filtereinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Profildraht ein Stahldraht ist oder aus einem Metall mit federelastischen Eigenschaften besteht.
  6. Filtereinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Profildraht in Wendellängsrichtung einen größeren Querschnitt als in radialer Richtung aufweist.
  7. Filtereinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Profildraht einen ovalen oder polygonalen, vorzugsweise einfach symmetrischen konischen Querschnitt aufweist.
  8. Filtereinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Profildraht einen nahezu halbrunden Querschnitt aufweist.
  9. Filtereinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Profildraht ein Zweikantprofil aufweist.
  10. Filtereinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt in Durchströmungsrichtung eine positive Konizität aufweist.
  11. Filtereinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anfangsspaltweite im Bereich von 0 bis 3 mm variierbar ist.
  12. Filtereinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie selbstreinigend ist.
  13. Filtereinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vielzahl von gewendelten Profildrähten (14, 20) zu einem Filterbündel (26) zusammengefasst ist.
  14. Filtereinrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Filterbündel (26) beidseitig kraftschlüssige und mediendichte Anschlüsse (28) aufweisen.
  15. Filtereinrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterbündel (26) von einem Gehäuse (42) umschlossen sind.
  16. Filtereinrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterbündel (26) in einen Flüssigkeitstank (40) eingesetzt ist.
  17. Filtereinrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitstank ein Öltank ist.
  18. Filtereinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Sammelraum (56, 60) für abfiltrierte Schmutzpartikel aufweist.
  19. Filtereinrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Sammelraum (60) innerhalb der Filtereinrichtung angeordnet ist.
  20. Filtereinrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Sammelraum (56) außerhalb der Filtereinrichtung angeordnet ist.
  21. Filtereinrichtung nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Sammelräume (56, 60) jeweils eine Ablassschraube (58, 62) zur Entleerung des Sammelraums aufweisen.
  22. Verfahren zur filterhilfsmittelfreien Filtration von zu filtrierenden Medien mit einer Filtereinrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass durch Längsstreckung der einzelnen oder bündelweise angeordneten Profildrahtwendel (14, 20) eine über die Wendellänge gleichmäßige, wegproportionale Spaltöffnung erfolgt.
  23. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass je nach Spaltorientierung eine Filtration von außen nach innen oder von innen nach außen durchgeführt wird.
  24. Verfahren nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass durch Schließen des Spaltes beim Entspannen der Wendel (14, 20) eine selbsttätige Abreinigung von Feststoffpartikeln erfolgt.
  25. Verfahren nach einem der Ansprüche 22 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass die Spaltöffnung durch den Staudruck des zu filtrierenden Mediums bewirkt wird.
  26. Verfahren nach einem der Ansprüche 22 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Spalt nach Beendigung des Volumenstroms des zu filtrierenden Mediums selbsttätig schließt.
  27. Verfahren nach einem der Ansprüche 22 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Spaltweitenverstellung durch Längenänderung der Wendel (14, 20) mittels einer Verstellspindel (52) und einem Drehknopf (54) erfolgt.
  28. Verwendung der Filtereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21 als Diffusor zur Beruhigung des Rücklaufstromes in einem Flüssigkeitstank.
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