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Die
Erfindung betrifft einen Halteclip zur Befestigung einer Fahrzeugscheibe
an einer Fahrzeugkarosserie und eine Befestigungsanordnung mit diesem,
insbesondere zur Festlegung einer Seitenscheibe am Flansch einer
Fensteröffnung.
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Fahrzeugfeste
Scheiben werden heute in zunehmendem Maße nicht mehr durch an deren
Rändern
umlaufende, elastische Dichtungsprofile gehalten, sondern mit der
Fahrzeugkarosserie (Karosserie) verklebt. Neben technologischen
Vorteilen wird dadurch auch eine Abdichtung der Fuge zwischen der
Fahrzeugscheibe und der Karosserie erreicht, so dass zusätzliche
Dichtungsmaßnahmen überflüssig sind.
Für die
Durchführung
der Verklebung werden entweder auf den der Karosserie zugeordneten Randbereichen
der Fahrzeugscheibe und/oder auf diesen Karosseriebereichen selbst
Klebstoffraupen umlaufend aufgebracht, auf die die Fahrzeugscheibe aufgelegt
und positioniert wird. Nach der Justierung der Fahrzeugscheibe härtet der
Kleber aus und verbindet diese fest und dichtend mit der Fahrzeugkarosserie.
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Dabei
muss die Fahrzeugscheibe in unveränderter Position an der Karosserie
gehalten und an die Kleberaupe angedrückt werden, wobei ein bestimmter
Abstand zwischen der Fahrzeugscheibe und der Karosserie einzuhalten
ist. Diese Halterung wird üblicherweise
mit Halteclips vorgenommen, die einen an der Fahrzeugscheibe befestigbaren
Fuß aufweisen
und mit einem an diesem abstehenden Schaft, an dem ein Stützelement
zum Hintergreifen eines Randes der Karosserie, insbesondere des Randes
einer Öffnung
zum Hindurchstecken des Schaftes mit dem Stützelement, versehen sind. Zum Hindurchstecken
dieses Teiles des Halteclips durch die Öffnung wird die Fahrzeugscheibe
in der Regel manuell gegen die Karosserie gedrückt, wobei die Kleberaupe verquetscht
wird und anschließend
aushärtet.
Auf diese Weise, und bei Anordnung mehrerer solcher Halteclips,
wird die Fahrzeugscheibe sicher in vorbestimmter Position gehalten.
Wird die Fahrzeugscheibe dabei zu stark in Richtung Karosserie gedrückt, wird
der Kleber großflächiger verquetscht, wodurch
unsaubere und die Optik beeinträchtigende Klebeflächen entstehen
können,
und es wird die optische Anmutung wegen fehlender Bündigkeit
der Fahrzeugscheibe gegenüber
der Karosserie beeinträchtigt.
Um das zu verhindern und einen Tiefenanschlag zu erhalten, werden
so genannte Spacer, insbesondere Gummielemente, als Abstandshalter
eingesetzt, was mit einem technologischen Mehraufwand einhergeht.
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Aus
der
DE 42 34 810 A1 ist
es bekannt, eine feststehende Fensterscheibe an einem Kraftfahrzeug über eine
Kleberaupe und eine den Scheibenrand umgebende Einfassung an der
Karosserie festzulegen. Die Einfassung weist dazu sowohl Abstützelemente
gegenüber
der Karosserie als auch zwischen diesen angeformte und durch eine Öffnung in
der Karosserie ragende und jeweils einen konusförmigen Endabschnitt aufweisende
Befestigungselemente auf, die in vorbestimmter (Tiefen-) Position
mit dem Öffnungsrand
verrasten, so dass die Fensterscheibe zwischen den Abstützelementen
und den Befestigungselementen definiert gehalten ist. Die Lösung ist als
bloße
Halterung einigermaßen
aufwendig.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, einen Halteclip zur Befestigung einer Fahrzeugscheibe
an einer Fahrzeugkarosserie nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1
so zu gestalten, dass mit diesem die Fahrzeugscheibe im definierten
Abstand zur Fahrzeugkarosserie gehalten wird, und eine Befestigungsanordnung
anzugeben.
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Diese
Aufgabe wird bei einem Halteclip nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 durch dessen kennzeichnende Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
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Die
Erfindung besteht darin, dass der in bekannter Weise einen an der
Fahrzeugscheibe befestigbaren Fuß und einen an diesem abstehenden Schaft
mit einem Stützelement
zum Hintergreifen eines Randes der Karosserie aufweisende Halteclip am
Full und/oder am Schaft fußseitig
wenigstens mit einem elastisch deformierbaren Anschlagelement als Abstandshalter
oder einem Anschlagelement mit einem elastisch deformierbaren Element
zur Anlage am Rand auf der dem Spannelement abgewandten Seite versehen
ist. Durch diesen, insbesondere einstückig angeformten, elastisch
deformierbaren Abstandshalter wird die Fahrzeugscheibe nach der
Anordnung des jeweiligen Halteclips am jeweiligen Karosserierand
durch die im Anschlagelement infolge der Deformation erzeugte Rückstellkraft
gegen das Stützelement
gedrückt
und in einem definierten Abstand zur Karosserie gehalten. Das Anschlagelement verhindert
dabei auch, dass die Fahrzeugscheibe bei ihrer Montage zu weit auf
die Karosserie zu gedrückt wird,
und erfüllt
dadurch zwei Funktionen, nämlich das
Positionieren der Fahrzeugscheibe in einem definierten Abstand zum
Karosserierand und das Halten derselben bis zum Aushärten des
Klebers. Der Halteclip ist einstückig
aus einem geeigneten Kunststoff durch Spritzgießen herstellbar. Dadurch wird
die Einzelteilevielfalt verringert. Zudem wird der Montageaufwand
verringert.
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Der
Halteclip ist vorzugsweise derart gestaltet, dass das Stützelement
eine spitzwinklig am Schaft angeordnete und schräg in Richtung auf die Auflageebene
des Fußes
auf der Fahrzeugscheibe zu gerichtete Stützzunge ist, und dass das Anschlagelement
am Fuß angeordnet
ist und aus einem schaftparallelen Sockelteil und einer von diesem
in Richtung der Anlageebene des Spannelementes am Rand abgewinkelten
und deformierbaren Anlagefahne gebildet ist. Beim Anordnen der Fahrzeugscheibe am
Rand der Fahrzeugkarosserie wird der Halteclip so weit auf diese
zu gedrückt,
bis dessen Stützelement
den Rand hintergreift. Zugleich wird die Anlagefahne, wobei der
Abstandshalter elastisch deformiert wird und verhindert, dass die
Fahrzeugscheibe zu weit auf die Karosserie zu gedrückt wird.
In der hintergreifenden Position des Halteclips wird die Fahrzeugscheibe
durch das als Tiefenanschlag wirkende Anschlagelement mit der durch
die Deformation in der Anlagefahne erzeugten Rückstellkraft gegen die Stützzunge
gedrückt.
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Eine
mit mehreren Halteclips der vorbeschriebenen Art gebildete Befestigungsanordnung für eine Fahrzeugscheibe
unter Verwendung eines Klebers sieht vor, dass der jeweilige Halteclip
mit seinem Fuß in
vorbestimmter und dabei mit einer Öffnung in der Fahrzeugkarosserie
korrespondierenden Position auf die Fahrzeugscheibe geklebt ist,
mit dem Stützelement
die Öffnung
durchdringt und auf der der Fahrzeugscheibe abgewandten Seite den Öffnungsrand
hintergreift und dabei diesen Rand mit dem Anschlagelement gegen
das Stützelement
drückt.
Dabei ist im geringen Abstand vom Halteclip eine Kleberaupe zwischen
der Fahrzeugscheibe und dem Rohbau verquetscht, die im ausgehärteten Zustand
diese stoffschlüssig
miteinander verbindet.
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Die
Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert. In
den zugehörigen
Zeichnungen zeigen:
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1 einen
Halteclip in einer Hauptansicht,
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2 diesen
in einer Seitenansicht,
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3 eine
Fahrzeugscheibe mit aufgeklebten Halteclips, stark verkleinert,
und
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4 eine
Befestigungsanordnung mit einem Halteclip.
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In
den 1 und 2 ist ein einstückiger Halteclip
aus PE zur Halterung einer Fahrzeugscheibe an einer Fahrzeugkarosserie
dargestellt, der einen an einer Fahrzeugscheibe befestigbaren Fuß 1, einen
an diesem angeformten und von diesem rechtwinklig abstehenden Schaft 2 mit einer
spitzwinklig an diesem angeformten und schräg auf die Auflageebene des
Fußes
zu gerichtete Stützzunge 3 und zwei
Anschlagelemente 4 aufweist, die beidseits des Schaftes 2 am
Full 1 angeformt sind und mit dem Schaft 2 einen
Spalt 5 ausbilden. Das freie Ende der Stützzunge 3 dient
als Anschlag für
die fußseitig
angeordnete Fahrzeugscheibe. Die Anschlagelemente 4 sind
aus einem schaftparallelen Sockelteil 6, das mit einer
Rippe 7 am Fuß 1 abgestützt und
stabilisiert, und einer vom Sockelteil 6 in Richtung der
Anlageebene AE des freien Endes der Stützzunge 3 im Winkel
von im Wesentlichen 45° abgewinkelten
elastisch deformierbaren Anlagefahne 8 bzw. 9 gebildet. Die
jeweilige Anlagefahne 8, 9 dient sowohl als Tiefenanschlag
der Fahrzeugscheibe gegenüber
der Fahrzeugkaroserie als auch als Spannelement gegenüber der
Stützzunge 3.
Dabei ist die eine Anlagefahne 8 nach der Seite der Stützzunge 3 zu
abgewinkelt und die andere Anlagefahne 9 nach der dieser abgewandten
Seite.
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3 zeigt
eine Fahrzeugscheibe 10, die an einem eine Fensteröffnung begrenzenden
Flansch (11, 4) angeklebt werden soll. An
diese sind an den Schmalseiten im Bereich eines randseitigen und umlaufenden
Keramikaufdruckes 12 flanschseitig ein bzw. zwei Halteclips
aufgeklebt, von denen jeweils die Unterseite der Füße 1 angedeutet
sind.
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In 4 ist
die Befestigungsanordnung der Fahrzeugscheibe 10 am Flansch 11 im
Bereich eines vorbeschriebenen Halteclips im Schnitt gezeigt. Im Flansch 11 ist
eine mit der Position des Halteclips korrespondierende kreisrunde Öffnung 13 eingebracht,
deren Durchmesser D kleiner als die Weite W des Halteclips am freien
Ende der Stützzunge 3 ist. Der
Halteclip durchdringt mit seinem Schaft 2 und der Stützzunge 3 die Öffnung 13 und
hintergreift den Flansch 11. Gleichzeitig liegen die beiden
Anschlagelemente 4 mit ihrer jeweiligen Anlagefahne 8 bzw. 9, jeweils
elastisch deformiert, fußseitig
an der Fahrzeugscheibe 10 an und üben auf diese eine Spannkraft
in Richtung der Stützzunge 3 aus,
die der Rückstellkraft
entspricht, die durch die elastische Deformation der jeweiligen
Anlagefahne 8, 9 gegeben ist. Im geringen Abstand
vom Halteclip ist eine deformierte Kleberaupe 14 zu erkennen,
die die Fahrzeugscheibe 10 mit dem Flansch 11 stoffschlüssig verbindet.
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Zur
Befestigung der mit den Halteclips versehenen Fahrzeugscheibe 10 am
Flansch 11 wird diese mit einer Kleberaupe 14 versehen
(gestrichelt angedeutet) und mit den Halteclips in die diesen zugeordneten Öffnungen
(13) eingedrückt,
wobei die Kleberaupe 14 verquetscht wird. Sobald der Halteclip
mit seiner Stützzunge 3 durch
die Öffnung 13 hindurchgedrückt ist,
wobei die Stützzunge 3 gegen
Ende des Hindurchdrückens
elastisch auf den Schaft 2 zu gebogen wird, schnappt die
Stützzunge 3 in
ihre Ausgangsposition am Schaft 2 zurück und hintergreift den Flansch 11.
Die Anlagefahnen 8 und 9 der Anschlagelemente 4 werden
bei diesem Eindrücken
auf den Fuß 1 des
Halteclips bzw. die Fahrzeugscheibe 10 zu elastisch verbogen und
erschweren ein weiteres Eindrücken
der Fahrzeugscheibe 10 auf den Flansch 11 zu und
damit ein zu starkes Verquetschen der Kleberaupe 14. Die
Fahrzeugscheibe 10 ist nun durch die verquetschte Kleberaupe 14 und
die Stützzunge 3 am
Flansch gehalten. Das Sockelteil 6 des jeweiligen Anschlagelementes 4 dient
als definierter Tiefenanschlag für
die Fahrzeugscheibe 10, der ein weiteres Eindrücken derselben
und ein stärkeres Verquetschen
der Kleberaupe 14 verhindert. In der Anlageposition der
Stützzunge 3 am
Flansch 11 härtet
dann der Kleber aus, und die Fahrzeugscheibe 10 ist in
der vorbestimmten Position an der Fahrzeugkarosserie befestigt.
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- 1
- Fuß
- 2
- Schaft
- 3
- Stützzunge
- 4
- Anschlagelement
- 5
- Spalt
- 6
- Sockelteil
- 7
- Rippe
- 8
- Anlagefahne
- 9
- Anlagefahne
- 10
- Fensterscheibe
- 11
- Flansch
- 12
- Keramikaufdruck
- 13
- Öffnung
- 14
- Kleberaupe
- AE
- Anlageebene
- D
- Durchmesser
- W
- Weite