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Die
Erfindung betrifft ein Spinnvlies aus Polyolefin-Filamenten mit
einem Filamenttiter < 1,6
dtex. Das Spinnvlies zeichnet sich durch besondere mechanische Eigenschaften
aus.
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Außerdem betrifft
die Erfindung die Herstellung eines Laminats unter Einsatz des erfindungsgemäßen Spinnvlieses
sowie die Verwendung des Spinnvlieses und die Verwendung des mit
dem Spinnvlies hergestellten Laminats.
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Vliese
sind textile Flächengebilde,
die auf verschiedene Weise herstellbar sind. Neben der Nassvliesstoff-Herstellung
und der Trockenvliesstoff-Herstellung unterscheidet man zwischen
dem Schmelzspinnen und dem Schmelzblasen (Meltblown-Technologie).
Die beiden Technologien Schmelzspinnen und Schmelzblasen haben den
Vorteil, dass das Kunststoffgranulat mit Hilfe einer entsprechenden
Anlage direkt in das fertige Flächengebilde überführt werden
kann. Dadurch wird die vergleichsweise hohe Produktivität dieser
Anlagen bei der Vliesherstellung begründet.
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Beim
Schmelzspinnen werden Polymergranulate in einem Extruder aufgeschmolzen,
durch die Öffnungen,
sog. Spinndüsen,
einer Spinnvorrichtung gepresst und nach dem Abkühlen pneumatisch oder mechanisch
verstreckt. Durch den Prozess der Verstreckung wird die endgültige Festigkeit
der Filamente festgelegt. Die nach dem Verstrecken auf einem sich
bewegenden Ablageband lose abgelegten Filamente werden im Bereich
der sich berührenden
Kreuzungspunkte chemisch oder thermisch zu sog. Bindungspunkten verfestigt. Dabei
nimmt mit zunehmender Verfestigung die Weichheit des so gebildeten
Vliesstoffes ab, wobei dessen Biegesteifigkeit zunimmt. Mehrere
gleiche oder verschiedene übereinander
liegende Spinnvlieslagen können thermisch,
z.B. durch Kalandrieren, zu einem Verbundmaterial (Laminat) verfestigt
werden.
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Beim
Schmelzblasen ist die Produktivität geringer als beim Schmelzspinnen.
Dazu kommt, dass die durch Schmelzblasen hergestellten Vliesstoffe
eine geringere mechanische Belastbarkeit aufweisen als die durch
Schmelzspinnen hergestellten. Allerdings zeichnen sich die durch
Schmelzblasen hergestellten Vliesstoffe durch sehr gute Sperreigenschaften
aus.
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Ziel
einer kostenarmen Vliesstoffproduktion ist daher der Ersatz, oder
im Fall der Herstellung eines Laminats die Reduzierung, der durch
Schmelzblasen hergestellten Vliesstoffe durch solche Vliesstoffe,
die idealerweise komplett durch Schmelzspinnen hergestellt wurden.
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Die
Eigenschaften eines Spinnvlieses werden umfassend beschrieben durch
das Flächengewicht
und die Dichte sowie durch die mechanischen Eigenschaften, wie z.B.
die Höchstzugkraft
und die Höchstzugkraftdehnung,
weiterhin durch die Sperreigenschaften, wie z.B. die Wasserdichtigkeit
und Luftdurchlässigkeit.
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Das
Flächengewicht
eines Spinnvlieses gibt dessen Masse in Abhängigkeit von der Fläche in g/m2 an, wobei die Dichte eines Spinnvlieses
dem Quotienten aus dem Flächengewicht
und der Dicke des Spinnvlieses entspricht. Die Verringerung des
Flächengewichts
eines Spinnvlieses ist demnach entweder über die Verringerung der Spinnvliesdichte
oder die Verringerung der Spinnvliesdicke zu erreichen. Beides geht
im Normalfall und bei Konstanthaltung aller anderen Produktionsparameter
allerdings zu Lasten der mechanischen Eigenschaften und auch zu
Lasten der Sperreigenschaften des Spinnvlieses.
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Dennoch
ist die Reduzierung des Flächengewichts
ein zentraler Parameter bei der Produktverbesserung, weil es den
Tragekomfort der aus dem Vliesstoff hergestellten Produkte wesentlich
mitbestimmt. So ist bei Babywindeln, Inkontinenzprodukten und Produkten
zur Damenhygiene ein stetiger Trend zu leichtgewichtigeren Spinnvliesen
festzustellen. Dagegen nimmt aber die Luftdurchlässigkeit mit zunehmender Vliesdicke ab.
Gerade diese Produkte erfordern zugleich aber die Gewährleistung
der mechanischen Eigenschaften und der Sperreigenschaften auch bei
reduziertem Flächengewicht.
Flächengewicht,
mechanische Eigenschaften und Sperreigenschaften eines Spinnvlieses
hängen
allerdings von verschiedenen Parametern ab. Ein entscheidender Parameter,
der alle genannten Größen bestimmt,
ist der Filamenttiter. Der Filamenttiter eines Garnes oder eines
Filamentes wird als längenbezogene
Masse angegeben und beschreibt dessen Feinheit. Dabei bedeutet eine
hohe Garnfeinheit ein kleineres Verhältnis Masse/Länge. Gemessen
wird die Garnfeinheit in Tex (tex), wobei 1 tex 1 Gramm pro 1000
m ist, bzw. ein dezitex (dtex) 1 Gramm pro 10 000 m entspricht.
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Geringere
Spinnvliesdicken sind grundsätzlich
durch den Einsatz von Filamenten mit einem geringeren Filamenttiter
zugänglich, da
feinere Filamente, bei gleich bleibendem Gesamtdurchsatz und zugleich
unveränderter
Geschwindigkeit des Transportbandes bei der Ablage zur Vliesbildung,
aufgrund ihres geringeren Durchmessers eine Vliesschicht von geringerer
Dicke, bei in der Regel höherer
Dichte, ergeben.
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Bei
Verwendung herkömmlicher
Schmelzspinn-Technologien (
US
3,692,618 ,
US5032329 ,
US5814349 ,
WO03038174 oder
WO02063087 ) werden feinere Filamente
dadurch erzeugt, dass der Polymerdurchsatz (in Gramm Polymer pro
Minute und Loch) reduziert wird. Dieser Ansatz ist jedoch mit einer
Reduzierung des Gesamtanlagendurchsatzes verbunden und deshalb im
Hinblick auf die Produktivität
unerwünscht.
Die Erhöhung
des Gesamtdurchsatzes dagegen, führt
bei Konstanthaltung der anderen Produktionsparameter, in der Regel
zu einer Verdickung der Filamente und somit zu einer Erhöhung des
Filamenttiters. Eine Erhöhung
des Filamenttiters ist jedoch im Hinblick auf die Zielsetzung der
vorliegenden Erfindung, die in der Herstellung eines leichtgewichtigen
Spinnvlieses besteht, nicht erwünscht.
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Verwendet
man gemäß der
DE 10360845 A1 zur
Herstellung der die leichtgewichtigen Spinnvliese bildenden Filamente
eine Spinnvorrichtung mit einer Spinnplatte, welches eine Spinnvorrichtung
mit einer deutlich erhöhten
Anzahl an Düsenbohrungen
pro Meter Spinnplatte aufweist, so reduziert sich zwar der Polymerdurchsatz
in Gramm pro Zeiteinheit und pro Loch, der Gesamtdurchsatz bleibt
insgesamt allerdings unverändert.
Zugleich erhält
man feinere Filamente, welche die Gewinnung leichtgewichtigerer
Spinnvliese erlauben.
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Ein
allgemeines Problem der aus dem Stand der Technik bekannten Spinnvliesstoffe
mit geringerem Gewicht besteht, wie bereits erwähnt, in der geringen mechanischen
Stabilität.
Vor allem quer zur Maschinenrichtung lassen sich solche Spinnvlies
leicht einreißen
und haben eine geringe Dimensionsstabilität. Im Fall der
WO99/32699 , die ein Spinnvlies mit
Flächengewicht
von ca. 13,6 g/m
2 offenbart, wird dieser
Nachteil unter zusätzlichem
Aufwand durch ein verstärktes
Sondieren und ein spezielles Muster der Gravurwalze beim Thermobondieren überwunden.
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Aus
dem Stand der Technik sind auch mehrlagige Verbundvliese (Laminate)
bekannt, deren äußere Lagen
aus schmelzgesponnenen Spinnvlieslagen bestehen, während mindestens
eine der inneren Schichten aus sehr feinen Fasern besteht, die bevorzugt
durch Schmelzblasen hergestellt werden. Die geringe mechanische
Belastbarkeit der durch Schmelzblasen erzeugten Lagen macht die äußere, durch
Schmelzspinnen hergestellte Spinnvliesschichten, zwingend erforderlich,
um dem Verbundvlies insgesamt eine gute mechanische Belastbarkeit
zu geben. Die Herstellung von Spinnvliesen mit der bestmöglichen
Kombination von Barriereeigenschaften und mechanischen Eigenschaften
ist also bislang nur durch die Herstellung solcher Laminaten gewährleistet.
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Außerdem sind
aus dem Stand der Technik auch Spinnvliese bekannt, die allein durch
Schmelzspinnen herstellbar sind, wobei Filamente mit geringem Filamenttiter
zum Einsatz kommen. So offenbart die
US
5 885 909 ein aus Fasern mit einem Filamenttiter von nur
0.33 dtex aufgebautes Vlies aus einem Polyolefin, das sich durch
verbesserte Barriereeigenschaften und Atmungseigenschaften auszeichnet.
Das Flächengewicht ist, bei
einer Vliesdicke von 0.33 mm und einer Dichte von 0,1336 g/cm
3, jedoch mit ≥ 44,1 g/m
2 vergleichsweise
hoch.
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Ein
alternatives Verfahren zur Herstellung leichtgewichtiger Spinnvliese
aus Olefinpolymeren beschreibt die
US 2004/0070101 . Die durch Extrusion
gewonnenen Filamente haben eine „Island-in-the-sea"-Struktur, wobei das Sea-Polymer andere
Lösungseigenschaften
aufweist als das Island-Polymer und nach der Vliesherstellung durch
Auflösen
aus dem Vlies entfernt wird.
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Die
Aufgabe der Erfindung besteht vor diesem Hintergrund in der Gewinnung
von leichtgewichtigen durch Schmelzspinnen gefertigten Spinnvliesen
mit verbesserten mechanischen Eigenschaften. Dabei soll sich die
Verbesserung der mechanischen Eigenschaften auch positiv auf die
Barriereeigenschaften (Sperreigenschaften) auswirken. Außerdem soll
die Herstellung des Spinnvlieses zur Gewährleistung der Produktivität ohne Reduzierung
des Gesamtdurchsatzes erfolgen.
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Weiterhin
besteht die Aufgabe der Erfindung in der Bereitstellung eines im
Vergleich zu anderen Verbundvliesstoffen (Laminaten) leichtgewichtigen
Laminats mit verbesserten mechanischen und zugleich verbesserten
Sperreigenschaften.
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Zur
Lösung
der Aufgabe werden Polyolefin-Filament mit einem Filamenttiter < 1,6 dtex eingesetzt,
die bei Anwendung der Schmelzspinn-Technologie ein Spinnvlies ergeben,
das sich auszeichnet durch
- – ein Flächengewicht ≤ 20 g/m2, und
- – eine
Dichte von ≥ 0,06
g/cm3, sowie
- – eine
Höchstzugkraft
– von 10
bis 62 N in Maschinenrichtung, und
– von 5 bis 35 N quer zur Maschinenrichtung.
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Der
Kerngedanke der Erfindung baut zunächst auf der allgemeinen Erkenntnis
auf, dass die mechanischen Eigenschaften eines Vliesstoffes vor
allem vom Filamenttiter, d.h. von der Feinheit der eingesetzten Filamente,
abhängen.
Denn zwischen Filamenten mit größerer Feinheit
(d.h. geringerem Filamenttiter) wird sich nach der Filamentablage
eine größere Zahl
von Kreuzungspunkten ausbilden, vorausgesetzt die anderen Parameter
der Vliesherstellung sind im Wesentlichen unverändert. Dadurch wird nach der
chemischen oder thermischen Verfestigung des Vlieses eine größere Zahl
von Bindestellen vorliegen. Mit aus diesem Grund sind die mechanischen
Eigenschaften bei Vliesstoffen, die Filamente mit geringerem Filamenttiter
aufweisen, verbessert. Der Grundsatz, dass feinere Filamente die
Bildung von Vliesstoffen mit sich stetig verbessernden mechanischen
Eigenschaften erlauben, gilt jedoch nicht uneineingeschränkt.
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Die
Erfinder des erfindungsgemäßen Vliesstoffes
haben erkannt, dass gerade Filamente mit einem Filamenttiter von
höchstens
1,6 dtex, insbesondere im Bereich von 1,6 dtex bis 1,0 dtex, die
Herstellung von Vliesstoffen erlauben, deren Flächengewichte nur 4 bis 20 g/m2, insbesondere 4,0 bis 12 g/m2 aufweisen
und deren mechanische Eigenschaften zugleich ein Optimum darstellen.
Zwar steigt aufgrund der zunehmenden Vliesdichte mit zunehmender
Feinheit der Filamente auch das Flächengewicht eines Vliesstoffes,
gleichwohl scheint es im Hinblick auf den Filamenttiter ein Fenster
zu geben, in dem sich die mechanischen Eigenschaften bzw. die Sperreigenschaften
im Vergleich zum Flächengewicht überproportional
verbessern.
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Das
erfindungsgemäße Spinnvlies
ist leichtgewichtig und weist zugleich verbesserte mechanische Eigenschaften
auf. Daneben sind trotz der Leichtgewichtigkeit auch die Sperreigenschaften
des Spinnvlieses verbessert. „Leichtgewichtig" im Rahmen der Erfindung
bedeutet, dass der Vliesstoff ein Flächengewicht von 4 bis 20 g/m2 aufweist. Das Besondere ist, dass sich
die erfindungsgemäßen Vliesstoffe
trotz des geringen Flächengewichts
durch mechanische Eigenschaften auszeichnen, die herkömmliche
Vliesstoffe mit vergleichbaren Flächengewichten überragen.
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Im
Folgenden sollen die bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung
näher erläutert werden.
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In
einer Aufführungsform
weist das Spinnvlies eine Dichte im Bereich von 0,06 bis 0.084 g/cm3 auf. Die obere Grenze der Dichte von 0.084
g/cm3 betrifft Spinnvliese, deren Flächengewicht
der im Rahmen dieser vorgesehenen Obergrenze für das Flächengewicht von etwa 20 g/m2 entspricht. Die untere Grenze für die Luftdurchlässigkeit
dieser Spinnvliese liegt bei 3100 l/(m2·s) und
die obere Grenze bei 8400 l/(m2·s). Hingegen
ist die Wasserdichtigkeit vergleichsweise hoch; die Wassersäule kann
bis zu 17 cm betragen.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
weist das Spinnvlies ein Flächengewicht
von maximal 12 g/m2 auf. Bei Spinnvliesen
mit einem Flächengewicht
im Bereich von 4 bis 12 g/m2, die sich als
besonders homogen und leichtgewichtig auszeichnen, beträgt die Dichte
maximal 0.073 g/cm3. Da sich die Dichte
und die Luftdurchlässigkeit
invers zueinander verhalten, ist die untere Grenze der Luftdurchlässigkeit
bei Spinnvliesen dieser leichtgewichtigeren Ausführungsform mit 3900 l/(m2·s)
deutlich höher.
Entsprechend ist die Wasserdichtigkeit mit einer Wassersäule von
maximal 11 cm geringer.
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Auch
die Obergrenzen für
die Höchstzugkraft
sind für
Spinnvliese mit Flächengewichten
im Bereich von 4 bis 12 g/m2 deutlich geringer als für Spinnvliese
mit Flächengewichten
oberhalb 12 g/m2. Für Spinnvliese mit Flächengewichten
mit bis zu 20 g/m2 kann die Höchstzugkraft
bis zu 62 N in Maschinenrichtung (MD) und bis zu 35 N quer zur Maschinenrichtung
(CD) betragen. Für
Spinnvliese mit Flächengewichten
unter 12 g/m2 beträgt die Höchstzugkraft in Maschinenrichtung
(MD) dagegen maximal 32 N und quer zur Maschinenrichtung (CD) maximal
20 N.
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Die
Höchstzugkraftdehnung
eines Spinnvlieses mit bis zu 12 g/m2 beträgt bis zu 75 % in Maschinenrichtung
und bis zu 75 % quer zur Maschinenrichtung.
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In
einer besonderes bevorzugten Ausführungsform weist das Spinnvlies
dessen Dichte 0,06 bis 0.07 g/cm3 beträgt eine
Luftdurchlässigkeit
zwischen 3900 und 8300 l/m2 s und eine Wassersäule zwischen
7 und 11 cm auf. Die gemessene Luftdurchlässigkeit weist aufgrund der
geringeren Dichte des Spinnvlieses mit 3900 l/m2 s
eine Untergrenze auf, die deutlich höher liegt als die entsprechende
Untergrenze der Luftdurchlässigkeit für ein Spinnvlies
mit einer Dichte im Bereich von 0,06 bis 0.084 g/cm3.
Die für
die Wassersäule gemessenen Werte
liegen für
das besonderes bevorzugte Spinnvlies mit der geringeren Dichte dagegen
mit 7 bis 11 cm in einem engeren Bereich als für das Spinnvlies mit der Dichte
im Bereich von 0,06 bis 0.084 g/cm3, für das eine Wassersäule von
5 bis 17 cm gemessen wurde.
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Besonders
bevorzugt ist ein Filamenttiter im Bereich von 1 bis 1,3 dtex. Filamente
mit dieser Feinheit erlauben die Herstellung von Spinnvliesen mit
einem Flächengewicht
von weniger als 20 g/m2.
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Zur
Gewinnung derartiger Filamente und damit zur Herstellung des erfindungsgemäßen Vliesstoffes eignen
sich vor allem Polyolefin-Polymere und Copolymermischungen aus denselben. „Polymere" sind makromolekulare
Stoffe, die aus einfachen Molekülen
(Monomeren) durch Polymerisation, Polykondensation oder Polyaddition
aufgebaut sind. Die Klasse der Polyolefine beinhaltet u.a. Polyethylen
(HDPE, LDPE, LLDPE, VLDPE; ULDPE, UHMW-PE), Polypropylen (PP), Poly(1-buten),
Polyisobutylen, Poly(1-penten), Poly(4-methylpent-1-en), Polybutadien,
Polyisopren, sowie verschiedene Olefincopolymere. Neben diesen zählen auch heterophasische
Elends zu den Polyolefinen. So können
beispielsweise Polyolefine, insbesondere Polypropylen oder Polyethylen,
Pfropf- oder Copolymere aus Polyolefinen und α,β-ungesättigten Carbonsäuren oder Carbonsäureanhydriden
verwendet werden.
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Die
besondere Eignung der Polyolefine schließt aber die Verwendung von
Polyester, Polycarbonat, Polysulfon, Polyphenylensulfid, Polystyrol,
Polyamide oder Mischungen daraus nicht aus.
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Die
Aufzählung
der Ausgangspolymere ist in beiden Fällen nicht abschließend. Sämtliche
andere dem Fachmann bekannten schmelzspinnbaren Polymere sind daher
von der Anwendung zur Herstellung des Spinnvliesstoffes nicht ausgeschlossen.
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Besonders
geeignet zur Herstellung des erfindungsgemäßen Vliesstoffs sind Polyethylen
und Polypropylen, sowie olefinische Copolymere bzw. Mischungen daraus.
Es versteht sich von selbst, dass bereits das eingesetzte Polyethylen
eine Mischung aus verschiedenen Polyethylenen sein kann. Das gleiche
gilt für
das eingesetzte Polypropylen.
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Mit
Metallocen-Katalysatoren hergestelltes Polypropylen (m-PP) weist
eine homogenere Verteilung des Molekulargewichts der Polymereinheiten
auf. Dies könnte
erklären,
dass m-PP auch bei stark erhöhten Durchsatzraten
noch Filamente von geringem Durchmesser ergibt.
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Es
ist vorgesehen, dass dem Polymer vor dem Extrudieren Füllstoffe
oder Pigmente zugesetzt werden. Prinzipiell kommen sämtliche
dem Fachmann bekannten und für
die vorgesehene Verwendung des Vliesstoffes geeigneten Füllstoffe
oder Pigmente in Frage. Allein aus Kostengründen ist Calciumcarbonat ein
besonders interessanter Füllstoff.
Auch Titandioxid (TiO2) ist als Füllstoff
geeignet und für
die Herstellung des erfindungsgemäßen Vliesstoffs vorgesehen.
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Die
Filamente können
in einer besonders bevorzugten Ausführungsform einen Füllstoffgehalt
von mehr als 5 Gew.-% aufweisen. Die mittlere Partikelgröße des Füllstoffs
(D50) beträgt
vorzugsweise 2 μm
bis 6 μm,
wobei der Top-Cut (D98) der Partikel ≤ 10 μm ist.
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Die
Verfestigung des Spinnvlieses kann durch sämtliche dem Fachmann bekannten
Methoden erfolgen. Bevorzugt ist die Verfestigung auf chemische
oder thermische Art. Beim thermischen Verfestigen durch Kalandrieren
ist die Vliesdicke im Bereich der Prägepunkte verringert.
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Die
Vliesdicke des verfestigten Spinnvlieses liegt im Bereich von 115
bis 296 μm.
Dabei liegt die Vliesdicke für
die mit einer Spinnvorrichtung mit 5000 Löchern/m (bei einer Spinnbalkenbreite
von 150 mm) im Bereich von etwa 130 bis etwa 296 μm. Die Vliesdicke
für die
mit einer Spinnvorrichtung mit 7000 Löchern/m (bei einer Spinnbalkenbreite
von 150 mm) liegt im Bereich von etwa 115 bis etwa 266 μm. Dies zeigt,
dass feinere Filament tendenziell zu geringeren Vliesdicken führen.
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Es
ist vorgesehen, dass das erfindungsgemäße Spinnvlies in einem mindestens
aus zwei Spinnvlieslagen bestehenden Laminat eine Lage bildet. Die
zweite, oder die weiteren Lagen können je nach Verwendungsbedürfnis ähnliche
oder deutliche andere Eigenschaften als das erfindungsgemäße Spinnvlies
aufweisen. Allein aufgrund seiner Leichtgewichtigkeit ist der erfindungsgemäße Vliesstoff
für eine
Vielzahl von Kombinationen geeignet. Dabei ist auch denkbar, dass
eine oder mehrere der Lagen des Laminats durch Schmelzblasen hergestellt
ist.
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Im
Rahmen der Erfindung liegen auch die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten
des Spinnvlieses. Als wichtigste Verwendungsmöglichkeiten für die erfindungsgemäßen Vliesstoffe sind
die Herstellung von Einlagestoffen, Körperhygieneartikeln (Windeln,
Damenbinden, Kosmetikpads), Putz-Wisch- und Wischmopptüchern, sowie
für Gas-
und Flüssigkeitsfilter,
Wundverbände,
Wundkompressen vorgesehen. Auch die Herstellung von Dämmmaterialen,
Akustikvliesstoffen und Dachunterspannbahnen ist denkbar. Auch der
Einsatz als Geovlies ist denkbar. Geovliese beispielsweise bei der
Befestigung von Deichen, im Bereich der Dachbegrünungen, als Schicht einer Deponieabdeckung
zur Trennung von Erdschichten und Schüttgütern oder als Zwischenschicht
unterhalb des Schotterbetts einer Straßendecke zum Einsatz. Auch
in der Landwirtschaft sowie im Gartenbau sind die Vliesstoffe als
Abdeckung nutzbringend einsetzbar.
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Im
Folgenden soll die Erfindung anhand der 1 bis 7 beispielhaft
näher erläutert werden.
Die genannten Bespiele sollen die Erfindung jedoch nur in ihren
Besonderheiten erläutern
und nicht einschränken.
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Es
zeigen:
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1 zeigt
die Faserfeinheit (Filamenttiter), gemessen an Spinnvliesen mit
unterschiedlichem Flächengewicht.
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2 zeigt
die Spinnvliesdichte für
die verschiedenen Spinnvliese über
dem Flächengewicht
aufgetragen.
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3 und 4 zeigen
die Höchstzugkraft
für Spinnvliese
mit unterschiedlichem Flächengewicht, dargestellt
für Maschinen-
(MD) und Querrichtung (CD).
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5 zeigt
die Luftdurchlässigkeit
gemessen an Spinnvliesen mit unterschiedlichem Flächengewicht.
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6 zeigt
die Wassersäule
der Spinnvliese mit unterschiedlichem Flächengewicht.
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7 zeigt
lichtmikroskopische Aufnahmen von leichtgewichtigen Spinnvliesen. Erläuterung
der Symbole in den Abbildungen:
| | Darstellung
in den | | PP-Typ | Düsenboh- | Filamentfeinheit |
| | Figuren | | | rungsdichte | |
| | und
Tabellen | | | der | |
| | | | | Spinnplatte | (dtex) |
| | | | | (pro
Meter) | |
| | ZN-PP
Titer | 2,1 | dtex | | | |
| ⧫ | (5.000) | | | | | 2,1 |
| | | | | Ziegler- | 5.000 | |
| | ZN-PP
Titer | 1,8 | dtex | Natta | | |
| ⦁ | (5.000) | | | PP | | 1,8 |
| | | | | | | |
| | ZN-PP
Titer | 1,3 | dtex | | | |
| ☐ | (7.000) | | | | | 1,3 |
| | | | | | | |
| | m-PP
Titer | 1,3 | dtex | | | |
| x | (7.000) | | | | 7.000 | 1,3 |
| | | | | Metallocen | | |
| | m-PP
Titer | 1,1 | dtex | PP | | |
| ✶ | (7.000) | | | | | 1,1 |
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Angegeben
ist die Gesamtzahl der Bohrungen pro Meter Spinnplatte, wobei die
Breite der mit Düsenbohrungen
versehenen Spinnpaketfläche
150 mm beträgt.
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Beispiel 1
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Aus
einem durch Ziegler-Natta-Katalyse hergestellten Polypropylen (Moplen
HP560R; Hersteller: Basell), nachfolgend ZN-PP genannt, wurden durch
Schmelzspinnen Spinnvliese mit unterschiedlichem Flächengewicht
hergestellt. Der Filamenttiter der die Spinnvliese bildenden Filamente
wurde auf 1,3 dtex, 1,8 dtex und 2,1 dtex eingestellt.
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Die
entsprechenden Spinnvliese sind als „Probe 1" bis „Probe 14" bezeichnet worden. Die Zusammensetzung,
Prozessbedingungen und charakteristische Eigenschaften der aus ZN-PP
hergestellten Spinnvliese sind Tabelle 1 zu entnehmen.
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Die
Herstellung der Spinnvliese erfolgte auf einer herkömmlichen „Reicofil
3"-Spinnvliesanlage
in der Form, dass
- a. eine herkömmliche
Spinnvorrichtungen mit einer Spinnvorrichtung mit 5.000 Düsenbohrungen
pro Meter Spinnplatte, einer Breite der mit Düsenbohrungen versehenen Spinnpaketfläche von
150 mm („Probe 1–10") sowie
- b. eine veränderte
Spinnvorrichtung, beinhaltend eine Spinnplatte mit erhöhter Anzahl
an Düsenbohrungen pro
Fläche
der Spinnplatte von 7.000 Düsenbohrungen
pro Meter Spinnplatte, einer Breite des mit Düsenbohrungen versehenen Spinnpaketfläche von
150 mm („Probe
11–14")
verwendet
wurde.
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Beispiel 2
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Zum
Vergleich wurden mit dieser veränderten
Spinnvorrichtung mit erhöhter
Anzahl an Düsenbohrungen
pro Meter Spinnplatte (7.000 Düsenbohrungen
pro Meter, Breite der mit Düsenbohrungen
versehenen Spinnpaketfläche
150 mm) auch Spinnvliese mit unterschiedlichem Flächengewicht
aus einem durch Metallocenkatalyse hergestellten Polypropylen (Metocene
HM562S; Hersteller: Basell), nachfolgend m-PP genannt, produziert.
Der Filamenttiter der die Spinnvliese bildenden Filamente wurde
auf 1,3 dtex und 1,1 dtex eingestellt.
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Die
die so erzeugten Spinnvliese sind als „Probe 15" bis „Probe 24" bezeichnet. Die Zusammensetzung, Prozessbedingungen
und charakteristische Eigenschaften der aus m-PP hergestellten Spinnvliese,
sowie eines Laminats aus zwei Spinnvlieslagen sind der Tabelle 2
zu entnehmen.
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Die
Flächengewichte
der hergestellten einlagigen Spinnvliese wurden von 7 g/m2 bis 20 g/m2 variiert.
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Ein
weiterer Zusatz von Schmelzadditiven oder Pigmenten, wie z.B. Titandioxid,
erfolgte hier nicht, obwohl dies im Rahmen der Erfindung liegt.
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Beispiel 3
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Die
Herstellung des Spinnvlieses der „Probe 25" erfolgte auf einer „Reicofil 3"-Spinnvliesanlage
in der Form, dass ein Laminat gebildet wurde, bei dem in einem Prozessschritt
zwei Spinnvlieslagen zusammengefügt
wurden. Dazu wurde eine Konfiguration gewählt, bei der zur Herstellung
der ersten Lage (a) eine herkömmliche
Spinnvorrichtung (Spinnplatte mit 5.000 Düsenbohrungen pro Meter; Breite
der mit Düsenbohrungen
versehenen Spinnpaketfläche
150 mm) und zur Herstellung der zweiten Spinnvlieslage (b) eine
veränderte
Spinnvorrichtung mit erhöhter
Anzahl an Düsenbohrungen
pro Fläche
der Spinnplatte (7.000 Düsenbohrungen
pro Meter Spinnplatte; Breite der mit Düsenbohrungen versehenen Spinnpaketfläche 150
mm) verwendet wurde. Der Gesamtanlagendurchsatz wurde so gewählt, dass
für beide
Spinnvorrichtungen (a) und (b) ein gleicher Durchsatz erreicht wurde.
Aufgrund der unterschiedlichen Konfiguration der beiden Spinnvorrichtungen (a)
und (b) bedeutet dies, dass der Durchsatz durch die Düsenbohrungen
bei Spinnvorrichtung (a) ca. 0,63 gPolymer/Loch·min (Probe
25, 1. Lage), und für
Spinnvorrichtung (b) ca. 0,45 gPolymer/Loch·min (Probe
25, 2. Lage) betrug.
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Der
Prozess wurde so geführt,
dass in Spinnvorrichtung (a) ein ZN-PP (Moplen HP560R), und in Spinnvorrichtung
(b) ein m-PP (Metocene HM562R) verarbeitet wurde. Da der Durchsatz
der beiden Spinnvorrichtungen in etwa gleich gewählt wurde, ist auch das Flächengewicht
beider Lagen des Laminats gleich, d.h. es wurde ein Laminat hergestellt,
bei dem das Flächengewicht
der einzelnen Lagen jeweils 5 g/m2 beträgt.
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Es
folgt die Erläuterung
der in den Figuren gezeigten Daten.
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1 zeigt,
dass Spinnvliese mit unterschiedlichen Flächengewichten eine sehr homogene
Filamentfeinheit (Filamenttiter) aufweisen.
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2 zeigt,
dass sich durch die eingestellten Prozessbedingungen die Spinnvliesdichte,
berechnet aus den gemessenen Größen Flächengewicht
und Spinnvliesdicke, signifikant verändern lässt. Die berechnete Spinnvliesdichte
wird dabei als Funktion des Flächengewichtes
des Spinnvlieses dargestellt. Die mit einer Spinnvorrichtung mit
7000 Loch/m hergestellten Filamente weisen einen Filamenttiter von
1 bis 1,3 dtex auf. Besonders bei Verwendung dieser Spinnvorrichtung
mit erhöhter
Lochzahl (7.000 Düsenbohrungen
pro Meter bei einer Breite der mit Düsenbohrungen versehenen Spinnpaketfläche von 150
mm) zeigt sich gemäß 2, dass
die Spinnvliesdichte signifikant höher ist als bei Verwendung
der herkömmlichen
Spinnvorrichtungen (Spinnplatte mit 5.000 Düsenbohrungen pro Meter bei
einer Breite der mit Düsenbohrungen
versehenen Spinnpaketfläche
von 150 mm). Die Zunahme der Vliesdichte bei Verwendung einer Spinnvorrichtung
mit höherer
Lochdichte ist auf die höhere
Feinheit der Fasern zurückzuführen.
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In 3 und 4 wird
exemplarisch für
die mechanischen Eigenschaften der Spinnvliese die Höchstzugkraft,
gemessen an Spinnvliesen mit unterschiedlichem Flächengewicht,
in Maschinenrichtung (MD), siehe 3 und quer
zur Maschinenrichtung (CD), siehe 4 dargestellt.
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Es
zeigt sich, dass die Höchstzugkraft,
unabhängig
von der bei der Herstellung verwendeten Spinnvorrichtung, sowohl
in Maschinen- als auch in Querrichtung, in einem engen Bereich liegt.
Die im Vergleich zu ZN-PP tendenziell etwas geringeren Höchstzugkraftwerte
für die
aus m-PP hergestellten Spinnvliese könnten auf molekulare Unterschiede
in den beiden Polymere zurückzuführen sein.
Der Schmelzflussindex des eingesetzten ZN-PP wird mit 25 dg/min angegeben, der
des eingesetzten m-PP mit 30 dg/min, was auf ein geringeres Molekulargewicht
für das
m-PP hindeutet.
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Gem. 5 folgt
aus der im Zusammenhang mit 2 vorgestellten
Veränderung
der Spinnvliesdichte eine deutliche Veränderung der Luftdurchlässigkeit
der Spinnvliese. Anhand der in 5 gezeigten
Daten für
die Luftdurchlässigkeit
können
die Auswirkungen der beiden verwendeten Spinnvorrichtungen für die damit hergestellten
Spinnvliese veranschaulicht werden. So wurden für die leichtgewichtigen Spinnvliese,
die unter Verwendung einer Spinnvorrichtungen mit erhöhter Anzahl
an Düsenbohrungen
pro Fläche
der Spinnplatte (7.000 Düsenbohrungen
pro Meter; Breite der mit Düsenbohrungen
versehenen Spinnpaketfläche
150 mm) hergestellt wurden, absolut betrachtet, signifikant niedrigere
Luftdurchlässigkeiten
gemessen als für
jene Spinnvliese, welche unter Verwendung einer Spinnvorrichtung
mit 5.000 Düsenbohrungen
pro Meter; Breite der mit Düsenbohrungen
versehenen Spinnplattenfläche
150 mm) hergestellt wurden.
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Allerdings
fällt auf,
dass Spinnvliese mit einem Flächengewicht
von 12 g/m2 (Probe 21: Spinnvliesdichte
0,071 g/cm3, m-PP Filamenttiter 1,1 dtex,
Spinnplatte mit 7.000 Düsenbohrungen
pro Meter), 17 g/m2 (Probe 6: Dichte 0,068
g/cm3, ZN-PP Filamenttiter 1,8 dtex, Spinnplatte
mit 5.000 Düsenbohrungen
pro Meter) sowie 20 g/m2 (Probe 1: Dichte
0,068, ZN-PP Filamenttiter 2,1 dtex, Spinnplatte mit 5.000 Düsenbohrungen
pro Meter) durchaus eine in einer ähnlichen Größenordnung liegende Luftdurchlässigkeit
von etwa 5.320 l/m2 s aufweisen.
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Weiterhin
weist ein Spinnvlies mit einem Flächengewicht von 7 g/m2 und einer Dichte von 0,063 g/cm3 (Probe 24), welches aus m-PP (Filamenttiter
1,1 dtex) mit einer veränderten
Spinnvorrichtung mit erhöhter
Anzahl an Düsenbohrungen
pro Fläche
der Spinnplatte (7.000 Düsenbohrungen
pro Meter) hergestellt wurde, mit 8.350 l/m2 s
etwa die gleiche Luftdurchlässigkeit
auf wie ein Spinnvlies mit einem Flächengewicht von 10 g/m2 und einer Dichte von 0,058 g/cm3 (Probe 8), welches aus ZN-PP (Filamenttiter
1,8 dtex) mit der Spinnplatte mit 5.000 Düsenbohrungen pro Meter hergestellt wurde,
oder aber gar ein Spinnvlies mit einem Flächengewicht von 12 g/m2 und einer Dichte von 0,056 g/cm3 (Probe 3), welches aus ZN-PP (Filamenttiter
2,1 dtex) mit der herkömmlichen
Spinnvorrichtung mit 5.000 Düsenbohrungen
pro Meter hergestellt wurde.
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Im
Ergebnis heißt
das, dass ein aus feineren Filamenten hergestelltes Vlies aufgrund
der höheren Dichte
zwar eine geringere Luftdurchlässigkeit
aufweist, zugleich aber deutlich leichter sein kann. Zudem fällt bei
genauer Betrachtung des Kurvenverlaufs auf, dass die Abnahme der
Luftdurchlässigkeit
mit zunehmendem Flächengewicht
nicht linear verläuft,
d.h. mit zunehmendem Flächengewicht
werden die Luftdurchlässigkeitsunterschiede
zwischen herkömmlichen
und leichtgewichtigen Vliesen geringer.
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In 6 ist
die Wassersäule,
jeweils als Funktion des Flächengewichts
des Spinnvlieses gezeigt.
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In 7 werden
zwei lichtmikroskopische Aufnahmen von zwei Spinnvliesen mit einem
Flächengewicht
von etwa 7 g/m2 gezeigt. Probe 10 (siehe
Tabelle 1) hat ein Flächengewicht
von 7 g/m2. Die bei Einsatz einer Spinnvorrichtung mit 5000 Löchern pro
Meter Spinnplatte aus ZN-PP hergestellten Filamente haben einen
Titer von 1,8 dtex. Die Probe ist bei 10-facher Vergrößerung gezeigt.
Probe 24 (siehe Tabelle 2) hat ein Flächengewicht von 7 g/m2. Die bei Einsatz einer Spinnvorrichtung
mit 7000 Löchern
pro Meter Spinnplatte aus m-PP hergestellten Filamente haben einen
Titer von nur 1,1 dtex. Die Probe ist bei 10-facher Vergrößerung gezeigt.
Die Aufnahme bestätigen
die Messungen der Spinnvliesdichte, Probe 24 hat die höhere Dichte.
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Bei
den erfindungsgemäßen, leichtgewichtigen
Spinnvliese wurde unter der Bedingung, dass
- a)
die die Spinnvliese bildenden Filamente unter Verwendung der veränderte Spinnvorrichtung
mit erhöhter Anzahl
an Düsenbohrungen
pro Fläche
der Spinnplatte ersponnen werden,
- b) der Filamenttiter der die Spinnvliese bildenden Filamente
möglichst
gering ist, sowie
- c) die Spinnvliese eine erhöhte
Spinnvliesdichte aufweisen,
- d) bevorzugt m-PP zur Herstellung der Spinnvliese eingesetzt
wird,
eine bestmögliche
Kombination mechanischer Eigenschaften und Barriereeigenschaften
beobachtet.
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Methoden
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Zur
Ermittlung der Eigenschaften des erfindungsgemäßen Spinnvlies wurden folgende
Methoden herangezogen:
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Filamenttiter/Flächengewicht/Vliesdicke/Spinnvliesdichte
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Die
Ermittlung des Filamenttiters erfolgte mittels eines Mikroskops.
Die Umrechnung des gemessenen Filamenttiters (in Mikrometern) in
Dezitex erfolgte nach folgender Formel (Dichte PP = 0,91 g/cm
3):
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Die
Flächengewichtsbestimmung
(Basis weight) der Spinnvliese erfolgte nach DIN EN 29073-1 an 10 × 10 cm
großen
Probekörpern.
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Die
Dicke der Spinnvliese wurde gemessen als Abstand zweier planparalleler
Messflächen,
zwischen denen sich die Spinnvliese unter einem vorgegebenen Messdruck
befinden. Die Methode wurde analog der DIN EN ISO 9073-2 ausgeführt, wobei
ein Auflagegewicht von 125 g, eine Messfläche von 25 cm2 und
ein Messdruck von 5 g/cm2 zum Einsatz kamen.
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Die
Spinnvliesdichte berechnet sich aus dem Flächengewicht und der Dicke der
Spinnvliese.
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Luftdurchlässigkeit
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Die
Messung der Luftdurchlässigkeit
der Spinnvliese erfolgte gemäß DIN EN
ISO 9237. Die Fläche des
Messkopfes betrug 20 cm2, der angelegte
Prüfdruck
200 Pa.
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Wassersäule
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Die
Bestimmung der Wassersäule
wurde in Anlehnung an die DIN EN 20811 ausgeführt. Gradient des Prüfdruckes
10 mbar/min. Als Maß für die Wasserdichtheit
wird der Wasserdruck in mbar bzw. cm Wassersäule angegeben, bei dem das
Wasser zuerst an der dritten Stelle der Messprobe austritt.
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Mechanische Eigenschaften
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Die
mechanischen Eigenschaften der Spinnvliese wurden nach DIN EN 29073-3
ermittelt. Einspannlänge:
100 mm, Probenbreite 50 mm, Vorschub 200mm/min. "Höchstzugkraft" ist die beim Durchlaufen
der Kraft- Dehnungskurve maximal erreichte Kraft, "Höchstzugkraftdehnung" ist die zur Höchstzugkraft
zugehörige Dehnung
in der Kraft- Dehnungskurve.
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