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Die
vorliegende Erfindung betrifft einen elektromechanischen Motor,
insbesondere einen piezoelektrischen Ringmotor.
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Elektromechanische
Motoren und insbesondere piezoelektrische Ringmotoren sind aus dem
europäischen Patent 1 098 429 31 und
der
10 2005 022 355.9 bekannt.
Beispielgebend ist ein bekannter piezoelektrischer Ringmotor
1 schematisch
in
1 dargestellt.
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Der
piezoelektrische Ringmotor 1 umfasst einen Antriebsring 20,
an dessen Seiten in rechtwinkliger Ausrichtung elektromechanische
Antriebselemente 10 angreifen. Die elektromechanischen
Antriebselemente 10 sind als piezoelektrische Vielschichtaktoren
ausgebildet. Um die piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 mechanisch
vorzuspannen, werden Hohlfedern 14 eingesetzt. Die Hohlfedern 14 bringen
bauraumsparend Druckspannungen auf die piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 unterschiedlicher
Bauformen auf. In Abhängigkeit
von der Bauform der piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 werden
ebenfalls Hohlfedern 14 unterschiedlicher Bauform genutzt.
Sie werden aus ebenem Blech gestanzt, nachfolgend gerollt und schließlich längsnahtgeschweißt, so dass
eine strukturierte und einlagig hohlzylindrische Feder mit schlitzartiger
Struktur entsteht. Eine derartige Hohlfeder 14 zeigt beispielgebend 2,
während
gleichzeitig ein Beispiel für
einen durch die Hohlfeder 14 vorzuspannenden piezoelektrischen
Vielschichtaktor 10 dargestellt ist.
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Der
piezoelektrische Vielschichtaktor 10 wird unter anderem
bei Injektoranwendungen in Kraftfahrzeugen typischerweise mit einer
Druckkraft von ca. 600 bis 850 N verbaut. Die Druckspannung wird
zwischen geeignet dimensionierten Endplatten 16 zur Vermeidung
schädlicher
Zugspannungen im hochdynamischen Aktorbetrieb und zur mechanisch
steifen Anbindung an die anzutreibenden Elemente und das Gegenlager
einer Aktoreinheit erzeugt. Somit werden die piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 zwischen
Endplatten 16, Endkappen 11 und hohlzylindrischen
Federn 14 verbaut, die gemeinsam die genannte Aktoreinheit
bilden. Dies ist auch in der Prinzipskizze in 1 zu
erkennen.
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Hinsichtlich
der Endkappen 11 angepasste Aktoreinheiten dieser Art werden
bislang zum Aufbau der piezoelektrischen Motoren 1 eingesetzt.
Die Gehäuseteile
des piezoelektrischen Ringmotors sind in 1 nicht
gezeigt. Stattdessen wird die Kraftanbindung bzw. Lagerung des Antriebs
am Gehäuse
durch die Dreieckssymbole dargestellt. Die dargestellte Momentaufnahme
zeigt den Antriebsring 20 und die Welle 30 mit dem
Kontaktpunkt zwischen Antriebsring 20 und Welle 30 rechts
auf der positiven X-Achse liegend. In dieser Situation wird die
zur Drehmomentübertragung
zwischen Antriebsring 20 und Welle 30 benötigte Kontaktkraft als
Zugkraft von den in X-Richtung wirkenden Aktoreinheiten zwischen
dem Gehäuse
und dem Antriebsring 20 vermittelt. Da mit den zur Aktoreinheit
verbauten piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 aktiv
keine Zugkraft erzeugt werden kann, erfolgt die Erzeugung der Zugkraft
durch Umverteilung der durch die Rohrfeder bzw. Hohlfeder 14 bereitgestellten
Druckvorspannkraft vom piezoelektrischen Vielschichtaktor 10 auf
den Antriebsring 20. Um dies zu erreichen wird der piezoelektrische
Vielschichtaktor 10 durch Entladen verkürzt.
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Bei
diesem Vorgang besteht jedoch die Gefahr, dass der piezoelektrische
Vielschichtaktor 10 zu stark bzw. völlig entlastet wird. Infolgedessen
wird die steife Ankopplung des Antriebsrings 20 über die
Aktoreinheit an das Gehäuse
geschwächt,
so dass die ebenfalls durch die Aktoreinheit vermittelte Drehmomentübertragung
von der Welle 30 über
den Antriebsring 20 auf das Gehäuse negativ beeinflusst wird.
Um dieser Gefahr zu begegnen und eine größere Kraftreserve zur Vorspannung
der piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 bereitzustellen,
wurden für
Labormuster die für
eine Zugkraft von 850 N dimensionierten Serien-Rohrfedern 14 unter
Nutzung aller Sicherheitsreserven mit einer Zugkraft von bis zu
1.200 N beim Aufbau der Aktoreinheiten vorgespannt. Derartige Konstruktionen
sind zwar für
Labormuster geeignet, sie stellen jedoch keine Alternative für eine großtechnische
Herstellung dar.
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Es
ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen elektromechanischen
Motor mit einem im Vergleich zum Stand der Technik produktionsfreundlicheren
Druckvorspannsystem bereitzustellen.
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Die
obige Aufgabe wird durch einen elektromechanischen Motor, insbesondere
ein piezoelektrischer Ringmotor, gemäß dem unabhängigen Patentanspruch 1 gelöst. Weiterentwicklungen
und vorteilhafte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung ergeben
sich aus der folgenden Beschreibung, den Zeichnungen sowie den anhängenden
Ansprüchen.
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Der
erfindungsgemäße elektromechanische
Motor weist die folgenden Merkmale auf: zwei Gruppen von jeweils
mindestens zwei elektromechanischen Antriebselementen mit einer
Wirkrichtung, mindestens einen Antriebsring, der durch eine Längenänderung
der elektromechanischen Antriebselemente zu einer Verschiebebewegung
anregbar ist, so dass eine Welle durch die Verschiebebewegung des
Antriebsrings drehbar ist, und mindestens ein Vorspannelement, das
sich parallel zur Wirkrichtung eines der elektromechanischen Antriebselemente
sowie über
das elektromechanische Antriebselement hinaus und zumindest teilweise
entlang mindestens einer Seitenfläche des Antriebsrings erstreckt,
so dass das elektromechanische Antriebselement gegen den Antriebsring
mechanisch vorspannbar ist.
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Die
vorliegende Erfindung basiert auf einer bekannten Konstruktion eines
piezoelektrischen Ringmotors. Die elektromechanischen Antriebselemente,
in diesem bevorzugten Fall piezoelektrische Vielschichtaktoren,
sind an Stelle von Hohlfedern mittels Vorspannelementen vorgespannt,
die sich sowohl über
die Länge der
piezoelektrischen Vielschichtaktoren als auch zumindest teilweise über die
Länge des
Antriebsrings erstrecken. Im Vergleich zu bekannten Hohlfedern wurden
die hier genutzten Vorspannelemente gezielt verlängert, um ihre Tragkraft zu
steigern und auf diese Weise die Vorspannung der piezoelektrischen
Vielschichtaktoren im Vergleich zum Stand der Technik zu optimieren.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird als Vorspannelement ein Federdraht
eingesetzt. Dieser ist einen Querträger und den Antriebsring zumindest
teilweise umlaufend angeordnet, so dass das elektromechanische Antriebselement
zwischen Antriebsring und Querträger
mechanisch vorspannbar ist.
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Die
piezoelektrischen Vielschichtaktoren oder allgemein die elektromechanischen
Antriebselemente stützen
sich zwischen dem Querträger
und dem Antriebsring ab. Der Querträger ist somit senkrecht zu
den sich jeweils abstützenden
piezoelektrischen Vielschichtaktoren angeordnet. Ordnet man dem
Querträger
und dem Antriebsring jeweils eine Seitenfläche parallel zur Drehachse
einer Welle und in Dickenrichtung von Querträger und Antriebsring zu, verläuft der
mechanisch vorspannende Federdraht zumindest teilweise entlang einer
Mehrzahl von Seitenflächen
des Antriebsrings und des Querträgers.
Auf diese Weise nutzt der Federdraht die Umfangsflächen von
Antriebsring und Querträger,
um über
die Bereitstellung einer ausreichenden Länge die gewünschten Vorspannbedingungen
für die
piezoelektrischen Vielschichtaktoren bereitzustellen. Der vorspannende
Federdraht verläuft
somit in einer Ebene senkrecht zur Drehachse der Welle, während er
den Antriebsring und/oder den Querträger zumindest teilweise umläuft.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist der Federdraht über Umlenkpunkte geführt, die
als starre Führung
und/oder als bewegliche Führung,
wie beispielsweise eine Rolle, ausgebildet sind. Gemäß einer
weiteren Alternative der vorliegenden Erfindung ist der Federdraht
an Antriebsring und/oder Querträger
befestigt oder der Feder draht ist endlos umlaufenden um zumindest
einen Teil von Antriebsring und Querträger ausgestaltet. Die obige
Erfindung hat den Vorteil, dass durch Bereistellen im Vergleich
zu bekannten Hohlfedern längere
Vorspannelemente die Federrate der Vorspannelemente hohl- bzw. rohrfedertypisch
klein gehalten wird, während
gleichzeitig ein Vorspannelement mit gesteigerter Tragkraft entsteht.
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Bevorzugte
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung werden unter Bezugnahme auf die begleitende
Zeichnung näher
erläutert.
Es zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung eines piezoelektrischen Ringmotors gemäß dem Stand
der Technik,
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2 eine
schematische Darstellung verschiedener Komponenten eines piezoelektrischen
Ringmotors gemäß dem Stand
der Technik,
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3 eine
schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung und
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4 eine
schematische Darstellung einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist in 3 dargestellt.
Der elektromechanische Motor 1 wird durch einen Ringmotor
mit piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 als elektromechanische
Antriebselemente gebildet. Es ist ebenfalls denkbar, die elektromechanischen
Antriebselemente 10 durch andere lineare Stellglieder zu
realisieren, die wie die piezoelektrischen Vielschichtaktoren eine
Verschiebebewegung der Welle 30 im Antriebsring 20 anregen
können.
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Gemäß einer
Alternative des in 3 dargestellten Ringmotors sind
zwei Gruppen von zumindest zwei piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 senkrecht
zueinander angeordnet. Es ist ebenfalls denkbar, drei oder vier
Gruppen von mindestens zwei piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 zu
nutzen, die dann ebenfalls im Verhältnis zu den benachbarten Gruppen
von piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 rechtwinklig
angeordnet wären.
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Wie
man in 3 erkennen kann, sind die piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 zwischen
einem Querträger 50 und
dem Antriebsring 20 angeordnet. Der Querträger 50 ist
bevorzugt quer zu einer Wirkrichtung 12 der piezoelektrischen
Vielschichtaktoren 10 ausgerichtet und erstreckt sich über zumindest
zwei zu einer Gruppe zusammengefasster piezoelektrischer Vielschichtaktoren 10.
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Um
die piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 mechanisch
vorzuspannen, werden Vorspannelemente 40 eingesetzt. Die
Vorspannelemente 40 erstrecken sich parallel zur Wirkrichtung 12 des
jeweiligen piezoelektrischen Vielschichtaktors 10 sowie über dessen
Länge hinaus.
Betrachtet man den Antriebsring 20 und die Querträger 50 parallel
zu einer Drehachse der Welle 30, weisen sie jeweils eine
Ober- und Unterseite auf. Parallel zur Drehachse der Welle 30 erstreckt
sich somit die Dickenrichtung von Antriebsring 20 und Querträger 50,
so dass die Dicke von Antriebsring 20 und Querträger 50 jeweils
die Breite einer umlaufenden Seitenfläche des Antriebsrings 20 und
die Breite der umlaufenden Seitenfläche des Querträgers 50 bestimmt.
Gemäß der in 3 gezeigten
bevorzugten Ausführungsform
ist der Antriebsring 20 viereckig ausgebildet, so dass
sich die umlaufende Seitenfläche
in vier Seitenflächen 24 unterteilt.
In gleicher Weise unterteilt sich die umlaufende Seitenfläche des
Querträgers 50 in
vier Seitenflächen 54.
Um die Länge
des Federdrahts 40 und somit zumindest einen Teil seiner
Federeigenschaften gezielt einstellen zu können, erstreckt sich der Federdraht 40 zumindest
teilweise entlang mindestens einer der Seitenflächen 24 des Antriebsrings 20.
Es ist weiterhin bevorzugt, den Federdraht 40 entlang zumindest
eines Teils der Seitenflächen 54 des
Querträgers 50 anzuordnen.
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Um
ausreichende Federeigenschaften des Federdrahts 40 oder
allgemein des Vorspannelements zu erzielen, ist dieser aus Metall,
wie beispielsweise gängiger
Federstahl, Stahl oder andere geeignete federnde Metalle hergestellt.
Eine weitere Materialalternative bilden Metalllegierungen, Verbundwerkstoffe
wie kohlefaserverstärkter
Kunststoff (CFK) oder glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK), sowie
Kevlar in Form von Fasern oder Bändern.
Für den
Federdraht 40 sind somit generell Werkstoffe mit hoher
Zugfestigkeit und Elastizität
geeignet, die die Federeigenschaften zur mechanischen Vorspannung
der piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 aufweisen.
Wie in der schematischen Darstellung in den 3 und 4 gezeigt
ist, wird über
den Federdraht 40 der jeweilige piezoelektrische Vielschichtaktor 10 unter
Druckvorspannung auf Anlage an dem Antriebsring 20 und
dem jeweiligen Querträger 50 gehalten.
Bei dieser Anordnung steht der Federdraht 40 unter Zugspannung.
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Gemäß einer
Ausführungsform
des Ringmotors 1 ist der Federdraht 40 als Endlosdraht
ausgebildet. Zu diesem Zweck sind die Enden der Federdrähte 40 nach
dem in 3 dargestellten teilweisen Umlauf um Antriebsring 20 und
Querträger 50 kraft- oder formschlüssig miteinander
verbunden. Wie in 3 zu erkennen ist, laufen die
Federdrähte 40 somit
auf einer Mehrzahl von Seitenflächen 24 des
Antriebsrings 20 und auf einer Mehrzahl von Seitenflächen 54 des
Querträgers 50.
Anstelle eines Endlosdrahts ist es ebenfalls denkbar, den Federdraht 50 an
einem beliebigen Punkt auf einer der Seitenflächen 24, 54 zu
befestigen, wodurch ebenfalls eine beliebige Länge des Federdrahts 40 und
somit der gewünschten
Federeigenschaften einstellbar sind.
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Der
Federdraht 40 ist über
eine Mehrzahl von Umlenkpunkten 60 an Antriebsring 20 und
Querträger 50 geführt. Die
Umlenkpunkte 60 sind jeweils möglichst nahe an den Seitenflächen 24, 54 von
Antriebsring 20 und Querträger 50 angeordnet.
Gemäß ver schiedener
Ausführungsformen
sind diese Umlenkpunkte 60 unterschiedlich ausgebildet.
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Gemäß einer
Alternative sind an den Umlenkpunkten 60 an Antriebsring 20 und
Querträger 50 zur
Reibungskraftminimierung Umlenkrollen 22, 52 angeordnet.
Die Umlenkrollen 22, 52 sind drehbar gelagert
und weisen eine Nut zur Führung
des Federdrahts 40 auf. Gemäß einer weiteren Alternative
der vorliegenden Erfindung, die in 4 dargestellt
ist, sind die Umlenkrollen 56 am Querträger 50 und/oder Antriebsring 20 angeordnet.
Die Umlenkrolle 56 weist eine Mehrzahl von Nuten zur Führung des
Federdrahts 40 auf. Über
die Anzahl der Nuten wird festgelegt, ob der Federdraht mehrfach
nebeneinander über
eine Umlenkrolle 54, 56 führbar ist. Dies eröffnet die
Alternative, den Federdraht 40 mehrfach um Antriebsring 20 und/oder
Querträger 50 umlaufen
zu lassen, um dadurch gezielt die Länge des Federdrahts 40 zu
vergrößern und
dessen Tragkraft zu erhöhen.
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Zur
Durchleitung des Federdrahts 40 der jeweiligen Querrichtung
unter den piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10, die
senkrecht dazu ausgerichtet sind, werden Bodenplatten 26 mit
passenden Nuten eingesetzt, auf denen sich die piezoelektrischen
Vielschichtaktoren 10 am Antriebsring 20 abstützen (vgl. 3 und 4).
Wie aus den 3 und 4 hervorgeht,
dient jeweils ein Vorspannelement oder Federdraht 40 zur
Druckvorspannung von zwei piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10.
Diese zwei gemeinsam vorgespannten piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 werden
bevorzugt als eine Antriebseinheit des Ringmotors 1 bezeichnet.
Querträger 50 realisiert
eine steife Anbindung dieser Antriebseinheit des Ringmotors 1 an
das Motorgehäuse
(nicht gezeigt).
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Die
in den
3 und
4 schematisch dargestellte Vorspanneinrichtung
der piezoelektrischen Vielschichtaktoren
10 bietet den
Vorteil, dass der Federdraht
40 eine besonders große Länge aufweist.
Er ist daher in der Lage, materialverträglich hohe Vorspannkräfte für die piezoelektrischen
Vielschichtak toren
10 bereitzustellen. Gleichzeitig weist
der Federdraht
40 neben den hohen Vorspannkräften eine
rohrfedertypisch geringe Federkonstante auf. Die Länge eines
typischen Federdrahts
40 oder eines endlos ausgebildeten
Federdrahts
40 beträgt
ca. 240 mm. Für
jeden piezoelektrischen Vielschichtaktor
10 ist eine Druckvorspannkraft
von ca. 1.200 N erforderlich, hier also insgesamt 2.400 N, da eine
Antriebseinheit zwei piezoelektrische Vielschichtaktoren
10 umfasst.
Da zwei Abschnitte des Federdrahts
40 zur Druckvorspannkraft
je Paar piezoelektrischer Vielschichtaktoren
10 beitragen,
beträgt
die Zugkraft F entlang des Federelements nur 1.200 N. Die Materialspannung σ im Ruhezustand
des Federdrahts
40 soll ca. 1.000 N/mm
2 nicht überschreiten.
Daher gilt für
den Querschnittsflächeninhalt
A des Federdrahts
40 folgende Gleichung
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Es
ergibt sich somit ein Querschnittsflächeninhalt A des Federdrahts
40 von
1,2 mm
2. Die Federrate c
F des
Federdrahts
40 berechnet sich aufgrund der Parallelschaltung
zweier Abschnitte des Federdrahts
40 auf Grundlage des
eingesetzten Elastizitätsmoduls
E von 200·10
9 N/m
2 und einer
Länge 1
des Federdrahts
40 von 120 mm gemäß folgender Gleichung
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Die
obige Gleichung liefert somit eine Federrate cF für das Aktorpaar
von 4 N/μm
und für
den einzelnen piezoelektrischen Vielschichtaktor 10 eine
Federrate cF von 2 N/μm. Die Federrate cF pro
piezoelektrischem Vielschichtaktor 10 liegt damit deutlich
unterhalb eines typischen Werts von 3,3 N/μm für herkömmliche Hohl- bzw. Rohrfedern
bei gleichzeitig deutlich gesteigerter Tragfähigkeit des Vorspannelements 40.
Der Federdraht 40 liefert daher eine optimalere und betriebssichere
Vorspannung der piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 des
Ringmotors 1 im Vergleich zum Stand der Technik. Zudem
sind ebenfalls im Vergleich zum Stand der Technik die Ringmotoren 1 mit
den Federdrähten 40 als
Vorspannelement großtechnisch
mit geringerem Aufwand herstellbar.
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Gemäß einer
weiteren Alternative der vorliegenden Erfindung werden anstelle
der Umlenkrollen 22, 52, 56 kraftumlenkende
Verrundungen am Antriebsring 20 und am Querträger 50 eingesetzt.
Für diese
kraftumlenkenden Verrundungen (nicht dargestellt) ist erforderlich,
dass beispielsweise mittels Schmierung oder anderer geeigneter Maßnahmen
die Kraft- und Gleitreibung zwischen Antriebsring 20 und
Federdraht 40 und zwischen Querträger 50 und Federdraht 40 im
Betriebsfall des Ringmotors 1 auf ein unschädliches
Maß reduziert
wird. Neben der Anwendung von Schmiermitteln werden zu diesem Zweck
beispielsweise die Gleitflächen der
umlenkenden Verrundungen sehr glatt ausgebildet und gegebenenfalls
geeignet beschichtet.
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Wie
in 3 zu erkennen ist, werden zur Kraftumlenkung am
Antriebsring 20 die Umlenkrollen 22 durch zwei
Federdrähte 40 gemeinsam
genutzt. Um an diesen Stellen einen optimaleren Betrieb des Ringmotors 1 zu
gewährleisten,
wird bevorzugt eine Mehrzahl von Umlenkrollen 22 pro Umlenkrollenachse
in Abhängigkeit
von der Anzahl der zu führenden
Federdrähte 40 installiert.
Auf diese Weise wird gewährleistet,
dass die um die Umlenkpunkte 60 laufenden Federdrähte 40 völlig unabhängig voneinander
arbeiten.
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Wie
bereits oben kurz erwähnt
worden ist, zeigt 4 eine weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung. In 4 sind die
bereits aus der Beschreibung der 3 bekannten
Komponenten mit den gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet, so dass
zu deren Erläuterung
auf die obige Beschreibung verwiesen wird. Man sollte erkennen,
dass in 4 zur Verdeutlichung des Prinzips
dieser Ausführungsform
die horizontal wirkenden piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 weggelassen
worden sind und lediglich die vertikal wirkenden piezoelektrischen
Vielschichtaktoren 10 und der Antriebsring 20 gezeigt sind.
Auf der konstruktiven Basis der paarweise ausgeführten Umlenkrollen 22 an
jeder Ecke des Antriebsrings 20 wird der Federdraht 40 im
Vergleich zur Ausführungsform
der 3 einmal zusätzlich
um die Außenkontur
des Antriebsrings 20 geführt. Dadurch wird die wirksame
Federlänge
des Federdrahts 40 deutlich gesteigert und die Federeigenschaften
des Federdrahts 40 sind optimaler an die Erfordernisse
des Ringmotors 1 anpassbar. In gleicher Weise, wie es für die senkrecht
wirkenden piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 und den
entsprechenden Federdraht 40 gezeigt ist, ist diese Anordnung
auch auf die übrigen
an dem Antriebsring 20 angreifenden piezoelektrischen Vielschichtaktoren 10 anwendbar.
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Weitere
Alternativen der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der Vervielfältigung
unabhängiger Umlenkrollen 22, 52, 56 und
dem mehrfachen Umschlingen des Antriebsrings 20 und/oder
des Querträgers 50 mit
Federdraht 40. Eine natürliche
Grenze für
dieses Vorgehen ist durch die Dicke des Antriebsrings 20 gesetzt,
da sich verteilt auf die Dicke von Antriebsring 20 und
Querträger 50 nur
eine begrenzte Anzahl von Umlenkrollen sinnvoll unterbringen lässt.