DE102006032447A1 - Linearantrieb für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem, insbesondere für einen Gurtschloßstraffer - Google Patents
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Abstract
Ein Linearantrieb (14) für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem, insbesondere für einen Gurtschloßstraffer, hat einen Zylinder (18), einen im Zylinder (18) verschiebbaren Kolben (20), der ein Sperrteil (22) aufweist, das mit einem Zugelement (12) fest verbunden ist, und mindestens einen Sperrkörper (30), der zwischen dem Sperrteil (22) und der Innenwandung des Zylinders (18) verschiebbar angeordnet ist. Das Sperrteil (22) weist wenigstens eine schräg angestellte Klemmfläche (26) auf, die so angeordnet ist, daß sie bei einer Schubbewegung des Zugelements (12) den Sperrkörper (30) zwischen Sperrteil (22) und Zylinder (18) einklemmt.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Linearantrieb für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem, insbesondere für einen Gurtschloßstraffer.
- Aus dem Stand der Technik sind Linearantriebe für Gurtschloßstraffer bekannt, die einen an ein mit dem Gurtschloß verbundenes Seil angeformten Kolben aufweisen, der in einem Zylinder geführt ist. Der Zylinder steht mit einem Gasgenerator in Verbindung, der ein Druckgas erzeugt, welches den Kolben beaufschlagt und einen Straffhub zur Beseitigung der Gurtlose des Sicherheitsgurtsystems bewirkt. Bei einem derartigen Linearantrieb muß dafür Sorge getragen werden, daß sich der Kolben (und damit das Gurtschloß) bei einem Druck oder Schlag auf das Gurtschloß nicht verschieben läßt. Zu diesem Zweck wird üblicherweise das Seil zwischen dem Zylinder und dem Gurtschloß in einer Weise umgelenkt, daß viel Reibung erzeugt wird. Diese Reibung ist allerdings beim Straffen nachteilig.
- Die Erfindung schafft einen Linearantrieb, insbesondere für einen Gurtschloßstraffer, der sich gegenüber dem Stand der Technik durch eine größere Sperrkraft in Schubrichtung des Seiles auszeichnet.
- Erfindungsgemäß ist dazu ein Linearantrieb vorgesehen, mit einem Zylinder, einem im Zylinder verschiebbaren Kolben, der ein Sperrteil aufweist, das mit einem Zugelement fest verbunden ist, und mindestens einem Sperrkörper, der zwischen dem Sperrteil und der Innenwandung des Zylinders verschiebbar angeordnet ist, wobei das Sperrteil wenigstens eine schräg angestellte erste Klemmfläche aufweist, die so angeordnet ist, daß sie bei einer Schubbewegung des Zugelements den Sperrkörper zwischen Sperrteil und Zylinder einklemmt. Dadurch wird ein Linearantrieb geschaffen, bei dem eine Schubbewegung des Zugelements wirkungsvoll aktiv verhindert wird, indem ein Sperrteil durch einen oder mehrere Sperrkörper, die zwischen einer schrägen Klemmfläche des Sperrteils und einer Wandung angeordnet sind, an einer Bewegung gehindert wird. Dadurch kann das Zugelement zwischen dem Zylinder und dem Gurtschloß reibungsarm geführt werden, was sich vorteilhaft auf die Straffleistung auswirkt.
- Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung weist das Sperrteil wenigstens eine schräg angestellte zweite Klemmfläche mit mindestens einem zugeordneten Sperrkörper auf, die in entgegengesetzter Richtung zur ersten Klemmfläche geneigt ist. Durch diese zweite, entgegengesetzt ausgerichtete Klemmfläche wird zusätzlich eine mögliche Verschiebung des Sperrteils bei einer auf das Zugelement ausgeübten Zugkraft verhindert, was insbesondere im Anschluß an eine Straffung von Bedeutung ist, wenn der Fahrzeuginsasse in den Sicherheitsgurt fällt.
- Eine besonders günstige Ausgestaltung ergibt sich, wenn die erste und die zweite Klemmfläche in Längsrichtung des Sperrteils gesehen eine durchgängige Führung für den Sperrkörper bilden. In diesem Fall genügt ein Sperrkörper bzw. ein Satz von Sperrkörpern, der durch die Klemmflächen derart geführt wird, daß er sowohl bei einer Schubbewegung als auch bei einer Zugbewegung des Zugelements eine Bewegung des Sperrteils relativ zum Zylinder behindert.
- Vorteilhaft weist der Kolben einen Mechanismus auf, der bei einer Beaufschlagung des Kolbens mit einem Druckgas eine Klemmung des Sperrkörpers zwischen Sperrteil und Zylinder verhindert. Im Fall eines Straffvorgangs also, bei dem das Sperrteil in die gleiche Richtung bewegt werden soll wie bei einer auf das Zugelement wirkenden Schubkraft, wird der durch die erste(n) Klemmflache(n) gebildete Sperrmechanismus außer Kraft gesetzt, so daß der Straffvorgang, zudem mit vergleichsweise geringer Kraft, ausgeführt werden kann.
- Der Mechanismus weist gemäß einer Ausführungsform eine Hülse mit einer Druckfläche auf, die am Zugelement verschiebbar geführt ist. Die Hülse ist insbesondere so angeordnet, daß sie prinzipiell am Sperrteil anliegt, sich jedoch bei einer Schubbewegung des Zugelements relativ zum Sperrteil verschiebt.
- Insbesondere weist die Hülse eine erste Kontaktfläche und das Sperrteil eine zweite Kontaktfläche auf, die einander zugewandt sind. Wird die Hülse mit einem Druck beaufschlagt, so bewegt sich die erste Kontaktfläche auf die zweite Kontaktfläche zu bzw. liegt bereits an ihr an und bildet eine kraftschlüssige Verbindung.
- Die Hülse kann bei Druckbeaufschlagung der Druckfläche eine Stellung relativ zum Sperrteil aufweisen bzw. einnehmen, in der ein Abschnitt der Hülse zwischen der ersten Klemmfläche und der Innenwandung des Zylinders angeordnet ist, wodurch die erste Klemmfläche gleichsam verdeckt wird.
- Insbesondere weist dabei der Abschnitt der Hülse bei Druckbeaufschlagung der Druckfläche an seinem dem Sperrkörper zugewandten Ende einen Abstand vom Sperrteil auf, der geringer als der Durchmesser des Sperrkörpers ist. Der Abschnitt ist also bei Druckbeaufschlagung der Druckfläche so nah an der ersten Klemmfläche angeordnet und deckt diese ab, daß der Sperrkörper sich nicht längs der Klemmfläche in eine Position bewegen kann, in der er zwischen Sperrteil und Zylinder eingeklemmt wird. Somit verhindert die Hülse eine Blockierung des Straffvorgangs. Wird hingegen eine Kraft in Schubrichtung auf das Zugelement ausgeübt, ohne daß die Hülse mitbewegt wird, so kann sich der Sperrkörper längs der Klemmfläche bewegen und die Bewegung des Sperrteils blockieren.
- Alternativ weist die Hülse wenigstens eine Ausnehmung auf, in der der Sperrkörper geführt ist. Auch so wird der Sperrkörper bei Druckbeaufschlagung der Druckfläche daran gehindert, eine Position einzunehmen, in der er zwischen Sperrteil und Zylinder eingeklemmt wird. Dagegen ändert bei einer Relativbewegung zwischen Sperrteil und Hülse auch der Sperrkörper seine Stellung relativ zur Klemmfläche und bewirkt so die gewünschte Blockierung.
- Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung zweier bevorzugter Ausführungsformen anhand der beigefügten Zeichnung. In dieser zeigt:
-
1 eine teilweise geschnittene Ansicht eines Gurtschlosses mit einem Gurtschloßstraffer, der einen Linearantrieb gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung aufweist; -
2 eine Schnittansicht des Linearantriebs aus1 bei einem Straffvorgang; -
3 eine Schnittansicht des Linearantriebs aus1 bei einer Schubbewegung des Zugelements; -
4 eine Schnittansicht des Linearantriebs aus1 bei einer Zugbewegung des Zugelements; -
5 eine Schnittansicht eines Linearantriebs gemäß einer zweiten Ausführungsform bei einem Straffvorgang; und -
6 eine Seitenansicht des Kolbens aus5 . -
1 zeigt ein Gurtschloß10 für einen Kfz-Sicherheitsgurt, das über ein Zugelement12 , hier ein Seil, mit einem Linearantrieb14 gekoppelt ist, der einen Gurtschloßstraffer bildet. Der Linearantrieb14 weist einen Gasgenerator16 auf, der bei Aktivierung ein Druckgas erzeugt, das einen im Inneren eines Zylinders18 angeordneten Kolben20 beaufschlagt (siehe2 ). Der Kolben20 wiederum besteht aus einem Sperrteil22 , das mit dem Zugelement12 fest verbunden ist, sowie einer Hülse24 , die am Zugelement12 verschiebbar geführt ist. - Das Sperrteil
22 hat eine oder mehrere schräg angestellte erste Klemmflächen26 , die sich (von der Mittelachse M aus gesehen) in Richtung zur Hülse24 der Zylinderinnenwandung annähern. Außerdem hat das Sperrteil22 eine oder mehrere schräg angestellte zweite Klemmflächen28 , wobei die erste und die zweite Klemmfläche26 ,28 in Längsrichtung des Sperrteils22 gesehen eine durchgängige Führung bilden. Die zweite Klemmfläche28 ist in entgegengesetzter Richtung zur ersten Klemmfläche26 geneigt. Zwischen dem Sperrteil22 , genauer gesagt den Klemmflächen26 ,28 , und der Innenwandung des Zylinders18 sind mehrere Sperrkörper30 , hier Kugeln, verschiebbar angeordnet. Bei der gezeigten Ausführungsform ist das Sperrteil22 ein rotationssymmetrischer Körper, d.h. die Klemmflächen26 ,28 werden durch eine umlaufende, konkave Außenfläche gebildet. - Die Hülse
24 weist eine dem Sperrteil22 abgewandte, senkrecht zur Zylinderinnenwandung orientierte Druckfläche32 sowie eine der Druckfläche32 entgegengesetzte erste Kontaktfläche34 auf, mit der sie im Einbauzustand an einer zweiten, am Sperrteil22 vorgesehenen Kontaktfläche36 anliegt. Ein den Sperrkörpern30 zugewandter rohrförmiger Abschnitt38 der Hülse24 erstreckt sich längs der Innenwandung des Zylinders18 in Axialrichtung so weit, daß er die gesamte erste Klemmfläche26 gegenüber der Zylinderinnenwandung abdeckt. Insbesondere hat der Abschnitt38 an seinem den Sperrkörpern30 zugewandten Ende einen Abstand vom Sperrteil22 , der geringer als der Durchmesser der Sperrkörper30 ist. - Bei einem Straffvorgang (
2 ) wird der Gasgenerator16 aktiviert und erzeugt ein Druckgas, welches auf die Druckfläche32 der Hülse24 eine Kraft FP ausübt und diese in der2 nach links verschiebt. Da die Hülse24 mit ihrer Kontaktfläche34 an der Kontaktfläche36 des Sperrteils anliegt oder innerhalb kürzester Zeit in Anlage kommt, wird auch das Sperrteil22 mitsamt dem Zugelement12 in dieselbe Richtung verschoben. Dadurch wird das Gurtschloß10 ein Stück weit eingezogen. Da bei einem solchen Straffvorgang die Sperrkörper30 durch den Abschnitt38 der Hülse24 in ihrer in2 gezeigten Position gehalten werden, in der sie mit Spiel zwischen der Innenwandung des Zylinders18 und dem Sperrteil22 angeordnet sind, ist die Straffung mit vergleichsweise geringem Kraftaufwand möglich. Die Hülse24 bildet also einen Mechanismus, der bei einer Beaufschlagung des Kolbens20 mit Druckgas eine Klemmung der Sperrkörper30 zwischen Sperrteil22 und Zylinder18 verhindert. - Wird hingegen auf das Zugelement
12 eine Schubkraft FS ausgeübt (3 ), so verschiebt das Zugelement12 das Sperrteil22 relativ zur Hülse24 . Die nun freien Sperrkörper30 laufen aufgrund ihrer Massenträgheit auf die erste Klemmfläche26 auf und werden zwischen dem Sperrteil22 und dem Zylinder18 eingeklemmt. Dadurch erfolgt eine Sperrung zwischen dem Sperrteil22 und dem Zylinder18 , eine weitere Schubbewegung des Zugelements12 , bei dem es sich alternativ um eine starre Stange handeln kann, ist nicht möglich. - Wird, wie in
4 gezeigt ist, eine Zugkraft FZ auf das Zugelement12 ausgeübt, so laufen die Sperrkörper30 auf die schräg angestellte zweite Klemmfläche28 auf und bewirken ebenfalls eine Sperrung zwischen dem Sperrteil22 und dem Zylinder18 , die eine weitere Bewegung des Sperrteils22 in diese Richtung verhindert. - Die
5 und6 zeigen eine zweite Ausführungsform des Linearantriebs14 , wobei gleiche oder funktionsgleiche Bauteile gleiche Bezugszeichen tragen und nur auf die Unterschiede zur bisher beschriebenen Ausführungsform eingegangen wird. - Beim Linearantrieb
14 gemäß den5 und6 weist die Hülse24 längs ihres Umfangs mehrere kreisförmige Ausnehmungen40 auf, in denen je ein Sperrkörper30 angeordnet ist. Die Ausnehmungen40 bilden eine Zwangsführung (ähnlich einem Kugellager) für die Sperrkörper30 und sind gegenüber diesen mit Übermaß ausgeführt, wodurch die Sperrfähigkeit bei einer auf das Zugelement12 ausgeübten Zugkraft gewährleistet ist. Anstatt kreisförmig können die Ausnehmungen auch (in Verschieberichtung des Sperrteils) länglich ausgestaltet sein.
Claims (9)
- Linearantrieb für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem, insbesondere für einen Gurtschloßstraffer, mit einem Zylinder (
18 ), einem im Zylinder (18 ) verschiebbaren Kolben (20 ), der ein Sperrteil (22 ) aufweist, das mit einem Zugelement (12 ) fest verbunden ist, und mindestens einem Sperrkörper (30 ), der zwischen dem Sperrteil (22 ) und der Innenwandung des Zylinders (18 ) verschiebbar angeordnet ist, wobei das Sperrteil (22 ) wenigstens eine schräg angestellte erste Klemmfläche (26 ) aufweist, die so angeordnet ist, daß sie bei einer Schubbewegung des Zugelements (12 ) den Sperrkörper (30 ) zwischen Sperrteil (22 ) und Zylinder (18 ) einklemmt. - Linearantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrteil (
22 ) wenigstens eine schräg angestellte zweite Klemmfläche (28 ) mit mindestens einem zugeordneten Sperrkörper (30 ) aufweist, die in entgegengesetzter Richtung zur ersten Klemmfläche (26 ) geneigt ist. - Linearantrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste und die zweite Klemmfläche (
26 ,28 ) in Längsrichtung des Sperrteils (22 ) gesehen eine durchgängige Führung für den Sperrkörper (30 ) bilden. - Linearantrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (
20 ) einen Mechanismus aufweist, der bei einer Beaufschlagung des Kolbens (20 ) mit einem Druckgas eine Klemmung des Sperrkörpers (30 ) zwischen Sperrteil (22 ) und Zylinder (18 ) verhindert. - Linearantrieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Mechanismus eine Hülse (
24 ) mit einer Druckfläche (32 ) aufweist, die am Zugelement (12 ) verschiebbar geführt ist. - Linearantrieb nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (
24 ) eine erste Kontaktfläche (34 ) und das Sperrteil (22 ) eine zweite Kontaktfläche (36 ) aufweist, die einander zugewandt sind. - Linearantrieb nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (
24 ) bei Druckbeaufschlagung der Druckfläche (32 ) eine Stellung relativ zum Sperrteil (22 ) aufweist, in der ein Abschnitt (38 ) der Hülse (24 ) zwischen der ersten Klemmfläche (26 ) und der Innenwandung des Zylinders (18 ) angeordnet ist. - Linearantrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Abschnitt (
38 ) der Hülse (24 ) bei Druckbeaufschlagung der Druckfläche (32 ) an seinem dem Sperrkörper (30 ) zugewandten Ende einen Abstand vom Sperrteil (22 ) aufweist, der geringer als der Durchmesser des Sperrkörpers (30 ) ist. - Linearantrieb nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (
24 ) wenigstens eine Ausnehmung (40 ) aufweist, in der der Sperrkörper (30 ) geführt ist.
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