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Die
Erfindung betrifft ein Schnellauslösesystem zum Anheben eines
beweglichen Karosserieteiles im Kfz Bereich entsprechend dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
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Stand der Technik
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Insbesondere
zum Schutz von Fußgängern oder
Radfahrern besteht die Anforderungen, kurz vor oder bei einem Zusammenprall
die Motorhaube des Kraftfahrzeugs im Scharnierbereich und ggf. auch
im Schloßbereich
anzuheben, um die Energie einer aufprallenden Person definiert aufnehmen
zu können um
so die Verletzungsfolgen zu minimieren (aktive Motorhaube). Aus
der Unfallforschung ist es bekannt, dass Aufprallverletzungen bei
Geschwindigkeiten von 10–40
km/h auftreten. Die Schutzeinrichtung gegen die Folgen eines solchen
Fußgänger oder
Radfahreraufpralles auf eine Motorhaube muss dabei in einem Zeitfenster
bis zu 150 ms aktivierbar und wirksam sein.
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Zwischen
dem Blech eines beweglichen Karosserieteiles (Motorhaube) und dessen
Beschlag, üblicherweise
einem Scharnier oder Schloss, wenn dieses in Fahrtrichtung hinten
angeordnet ist, bzw. zwischen dem Beschlag und dem Fahrgestell des Fahrzeugs,
wird hierzu eine Vorrichtung angeordnet, die beim Aufprall die Energie
eines aufprallenden Fußgängers in
dem oben genannte Zeitfenster definiert aufnehmen kann. Das aktive
System wird verwendet, um durch die Haubenbewegung einen Deformationsraum
zu geschaffen.
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Die
Beschlagsvorrichtung muss eine feste Verbindung zwischen dem Scharnier
und einem Gegenstück
im inaktiven Zustand, das heißt
im normalen Betrieb, sicherstellen. Diese feste Verbindung muss
in der Lage sein, die Motorhaube formschlüssig in der Ruhelage zu fixieren.
Sie ist durch Schrauben und Mutter oder ähnlichem gesichert, die zur
Erstmontage oder zum Austausch dienen. Zudem muss sie Radial- und
Scherkräfte
während
der Fahrt aufnehmen und darf sich beim Öffnen der Motorhaube nicht
lösen.
Auf Grund der beengten Verhältnisse
im Motorraum ist ein geringer Bauraum für das Sicherheitssystem erforderlich.
Ferner dürfen
die durch den Einbau der Sicherheitseinrichtung vorgegebenen Spaltmaße zwischen
Motorhaube und Karosserie nicht verändert werden, die vor der Aufbringung
der Lackierung festgelegt werden. Eine nachträgliche Änderung durch den zusätzlichen
Einbau eines „zusätzlichen
Sicherheitsbauteils" im
engen Karosseriebereich ist konstruktiv nicht zu realisieren.
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Bei
einem Aufprall, d.h. bei Aktivierung der Vorrichtung, erfolgt eine
Trennung des Beschlages, zum Beispiel des Scharniers oder des Schlosses, von
seinem Gegenstück.
Die Aktivierung erfolgt durch einen Aktor, der sowohl eine lineare
als auch rotierende Bewegung auslösen kann, und auch einen Energiespeicher
bildet, der elektrisch eine Ladungsmenge mit definierter Energie
freigibt, mit der die Vorrichtung aus dem inaktiven Zustand in den
aktiven Zustand katapultiert. Als Antriebsart sind sowohl ein Magnet
mit Feder, ein pyrotechnischer Aktor sowie ein Magnet als Auslöser für Platzpatronen
möglich. Die
aktivierte Energie trennt die starre Verbindung und erzeugt eine
geführte
Stellbewegung (Hub). Die Motorhaube muss danach beweglich sein.
Diese Bewegung kann eine lineare Öffnungsbewegung sein, aber
auch eine Drehbewegung um ein (weit entferntes) Gelenk muss im Bedarf
möglich
sein. Das Auslöseele ment
erfolgt meist mit einem Steuersignal des Airbag-Steuersignals oder
einem anderen Signal, das durch Sensoren an der Karosserie ausgelöst wird.
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Beim
Aufstellen des beweglichen Karosserieteiles (Haube) wird ein Schutzraum
(Knautschzone) zwischen Motorblock und Haube freigegeben. Dazu muss
der Aktor die Masse der Haube relativ zum Fahrgestell innerhalb
weniger Millisekunden (Zeitfenster 150 ms) aufstellen und in dieser
Endposition mindestens bis zum Aufprall des Fußgängers halten. Der Hub dieser
Bewegung beträgt
ca. 50 bis 120 mm Es erfolgt dabei eine Trennung des Beschlagteils
(Scharnier/Schloss) von seinem Gegenstück.
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Nach
einer erfolgter Betätigung – bei einem Unfall
oder nach einer Fehlauslösung – muss es möglich sein,
die Hubbewegung wieder rückgängig zu
machen und die Haube in die Ausgangsstellung zurückzustellen (Reversieren der
Haube). Hierzu ist eine niedrige Reversierkraft erforderlich, da
die Reversierung per Hand durchgeführt wird. Die Verbindung dient
jedoch nunmehr als lose Verbindung, um eine Fahrt zum Tausch des
Aktors in einer Werkstatt zu ermöglichen.
Bei diesem beschriebenen teilreversieble System lässt sich
die Haube schließen.
Eine erneute Auslösung
ist nicht vorgesehen. Bei der Fehlauslösung ist jedoch eine vollständige Schließung der
Motorhaube erwünscht,
die auch eine erneute Auslösung
ermöglicht.
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Die
Vorrichtung, insbesondere der Aktor, muss nach einer Betätigung lösbar sein
und in einer Fachwerkstatt gewechselt werden können (Austausch des Aktors).
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DE 103 36 584 A1 zeigt
ein Motorhaubenscharnier mit zwei schwenkbaren Gliedern in Form eines
Lenkersystems, wobei das Scharnier aus einer abgewinkelten Ausgangsposition
in eine gestreckte Stellung überführbar ist,
in der eine Arretierung vorgesehen ist, die ein Verschwenken der
beiden Gliedern verhindert. Die Reversierung erfolgt entgegen der
Aktivierungskraft für
die Aufstellung,
DE
103 31 081 A1 zeigt ein ähnliches Motorhaubenscharnier
mit zwei federbetätigbaren
Schwenkhebeln, die bei Aktivierung eine Hubbewegung der beiden Schwenkhebel
bewirken. Für
die Reversierung des Systems sind jedoch zusätzliche Hilfswerkzeuge am Gehäuseboden
in Form einer Gewindebuche erforderlich.
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DE 101 41 628 A1 zeigt
eine Beschlagsanordnung für
eine Motorhaube mit einer Doppelhebelanordnung mit einer speziellen
Dämpfungsanordnung,
wobei nach Überwindung
einer auf die Motorhaube in Klappenrichtung wirkenden Grenzkraft
die Motorhaube eine Verlagerung des Dämpfungselementes ausweicht.
Das Öffnen
und Schließen
der Motorhaube erfolgt im Normalbetrieb mit den üblichen Beschlagteilen. Erst
bei Erreichung der Grenzkraft wird durch das Dämpfungsglied die Motorhabe aus
der festen Verbindung gelöst
und führt
eine Reversierbewegung durch.
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De 10 2004 002 213
A1 zeigt ein gattungsbildendes Schnellauslösesystem
zum Anheben einer Fronthabe eines Kfz mit einer Hebelanordnung in eine
relativ zu der Normalposition angehobenen Schutzposition mit einer
zusätzlichen
Reversiereinrichtung, die eine zusätzliche Kniehebelanordnung aufweist,
mit der die Reversierkräfte
zur Rückführung der
Haube in die Normalposition überwunden
werden können.
Für die
zusätzliche
Arretiervorrichtung fehlt jedoch meist der Platz im Bauraum der
Karosserie oder der Motorhaube. Ein weiteres Problem für die Installation
einer zusätzlichen
Reversiervorrichtung besteht in dem kleinen Bauraum, des von der
Konstruktion des Kraftfahrzeuges vorgegebenen Spaltmaßes zwischen
der Karosserie und der Motorhabe.
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Bezüglich des
Reversiervorganges haben die bestehenden Schnellauslösesysteme
den Nachteil, dass sie eine verhältnismäßig hohe
Gegenkraft benötigen,
um den Aktor, wieder in seine Ausgangsituation zu bringen. Bei einem
Feder aktivierten System muss hierzu die Rückspannung der Feder überwunden
werden, so dass die Systeme meist im aufgestellten Zustand verbleiben,
wodurch eine Weiterfahrt nicht mehr möglich ist, auch wenn durch
den Aufprall nur geringe Karosserieschäden aufgetreten sind oder eine
Fehlauslösung
erfolgte.
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Aufgabe der Erfindung
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Es
ist die Aufgabe der Erfindung, ein Schnellauslösesystem für den Fußgängerschutz bereit zustellen
mit einem verbessertem Reversiervorgang. Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch
die Merkmale des Patentanspruches 1.
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Das
Schnellauslösesystem
benötigt
für den Reversiervorgang
nur eine geringe Kraft, da der Vorgang durch Fortsetzung der Bewegung
des Öffnens erfolgt.
Der Reversiervorgang ist einfach und für den Fahrer selbsterklärend und
benötigt
für ihn
keinerlei Zusatzinformationen. Es ist sogar neben der Teilreversierung
auch ein Vollreversierung zur Ausgangsposition möglich und realisierbar. Die
Kraft, mit der die Entriegelung für den Aufstellvorgang erzeugt wird,
unterstützt
zusätzlich
nach Überschreiten
der max. Aufstellbewegung auch den anschließenden Reversiervorgang und
ermöglich
somit eine von zusätzlichen
Bauteilen unabhängige
Reversierung.
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Als
Lenkersystem wird eine Kniehebelanordnung verwendet, wobei der Reversiervorgang
bei Beibehaltung der Bewegung des Aufstellvorganges durch eine Überdrückung des
Gelenkes erfolgt. Damit erfolgt keine Rückspannung gegen die Betätigungskraft.
Die Höhe
der Kraft, die innerhalb des für den
Aufprall erforderlichen Zeitfensters von bis zu 150ms aufzubringen
ist, wird durch den Aktor und des vom System aufzubringenden Hubweges
oder bei einer Schwenkbewegung durch die Schwenkkurve der Kniehebelanord nung
bestimmt. Die Aufstellhöhe
wird über
die Lenkerkinematik bestimmt.
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Mit
der nach dem Aufstellvorgang noch vorhandenen Restkraft wird gleich
anschließend
der Reversiervorgang eingeleitet. Die Richtung des Reversiervorganges
erfolgt in der gleichen Richtung wie der Aufstellvorgang. Die Hebel
des Kniegelenkes werden über
den Aufstellpunkt zum Reversieren in die gleiche Richtung weitergedreht.
Für die
Auslösung
des Sicherheitssystems ist es unerheblich, ob das Kniegelenk zum
Aufstellen von außen
nach innen oder von innen nach außen für die Reversierung gedrückt wird.
Entscheidend ist, dass beim Reversiervorgang keine Richtungsänderung
erfolgt.
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In
einer vorteilhaften Weiterführung
der Erfindung ist vorgesehen, dass das Lenksystem mindesten zwei über ein
Gelenk miteinander verbundene Hebel umfasst, mit denen eine Längenversatz
sowohl im Winkel als auch in der Länge des beweglichen Karosserieteils
mit seinem festen Teil realisiert werden kann. Damit wird auch eine
Schwenkbewegung des beweglichen Karosserieteiles (Haube) bei einer
einseitigen Anhebung ermöglicht,
die sowohl einen Freiheitsgrad in Fahrtrichtung als auch einen vertikalen
Freiheitsgrad benötigt.
Diese kann aufgrund unterschiedlicher Haubenlängen und einer möglichen
Anhebung im Schlossbereich verschiedene Kurvenbahnen beschreiben.
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Das
Sicherheitssystem ist auch bei Kraftfahrzeugen mit sog. „aktiven
Schlössern" anwendbar, bei denen
der Bereich des Schlosses bei der Motorhaube angehoben wird.
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Die
Kniehebelanordnung umfasst auch bevorzugt Mehrlenkersysteme, wobei
die einzelnen Lenker Bestandteil des Scharniers oder Schlosses sein
können.
Dies betrifft auch Viergelenkscharniere.
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In
einer weiteren vorteilhaften Weiterführung der Erfindung weist die
Kniegelenkanordnung in der Aufrechtstellung eine Verras tung oder
Blockierung auf, die für
den anschließenden
Reversiervorgang aufgehoben wird. In diesem Zusammenhang bietet es
sich an, dass hierfür
die Werkstattstellung des Scharniers oder des Schlosses zu verwenden,
die auch im Normalbetrieb genutzt werden kann. Bei der Reversierung
erfolgt kein Überfahrweg.
Dies wird durch die Art der Verriegelung sichergestellt. Bei der Werkstattstellung
wird eine Verriegelung aufgehoben und eine zusätzliche Bewegung des Scharniers
in der normalen Bewegung freigegeben. Die Bewegung ist zunächst nur
bis zur aufgestellten Position freigegeben. Durch Entfernen der
Verrastung kann der Reversiervorgang freigegeben werden.
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Die
Verriegelung eines Kniehebelteils erfolgt dabei durch Formschluss,
so dass bei diesem Vorgang keine Querkräfte auftreten. Die Entriegelung
erfolgt durch eine Querkraft auf eine Falle oder durch eine mechanische
Trennung, indem ein Sperrstück heraus
gezogen oder eingedrückt
wird. Andere Verriegelungssysteme wie z. B. eine Drehbewegung sind
ebenso verwendbar.
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Als
Aktor für
das Schnellauslösesystem
kann prinzipiell jedes Betätigungsprinzip
verwendet werden, sowohl um eine Bewegung der Kniehebelanordnung
in Form einer linearen Bewegung (auf und ab) oder auch ein rotierende
Bewegung (rechts, links) oder als Energiespeicher für die Betätigungskraft
zu erzeugen. Als Energiespeicher können pyrotechnische Speicher,
Federanordnungen, pneumatische oder hydraulische Speicher verwendet
werden, die durch exotherme Reaktion aktiviert werden können.
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In
einer ganz besonders bevorzugten Ausführung weist der der Aktor ein
elektromagnetisch betätigtes
Betätigungselement
auf, das die Energie eines an einem Gelenk des Kniehebels angreifende Federanordnung
freigibt, die im nicht aktivierten Zustand gespannt ist und im aufgestellten
Zustand teilweise und im Reversiervorgang voll ständig entspannt ist. Die Federanordnung
unterstützt
die Reversierung, so dass eine reduzierte Kraft im Vergleich zur
Aktivierungskraft erforderlich ist. Es erfolgt keine Rückspannung
der Federanordnung. Als Federanordnung können Drehfeder, Druckfeder
Zugfeder Gasfeder oder ähnlich
wirkende Federanordnungen eingesetzt werden. Die Aufstellzeit wird über die
Lenkerkinematik und die Federkraft bestimmt.
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Bei
der Gasfeder erfolgt die Unterstützung der
Aufstellbewegung durch den Gasdruck. Für den Reversiervorgang kann
der über
den Kinematikverlauf entweichende Gasdruck verwendet werden. Durch
den Druckabbau im Gas wird eine Wärmeabfuhr nach außen erreicht.
In einem besonderen Fall wird der Volumenverlust des Gases durch
Kondensation verstärkt.
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Anstelle
eines einzigen Aktors, der dem System für den gesamten Bewegungsablauf
von der Aktivierung über
die Aufstellung bis zur Reversierung die notwendige Energie zuführt, kann
alternativ auch die für
die Reversierung notwendige Kraft durch einen Zusatzaktor aufgebracht
wird, der nach Überschreiten
des maximalen Aufstellhubes durch ein Betätigungselement aktiviert wird.
Durch den Aufstellvorgang wird eine weitere Federanordnung oder
alternativ ein pyrotechnischer Aktor ausgelöst, der die erforderliche Reversierkraft
bereit stellt und erst nach Überscheiten
des maximalen Aufstellweges aktiviert wird. Der nach der Zündung entweichende
Gasdruck kann entsprechend dem Kinematikverlauf für den Reversiervorgang
genutzt werden.
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In
einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist es
vorgesehen, dass das Lenkersysteme und der Aktor unterschiedlichen
Bauteile umfasst, wobei das Lenkersystem, in diesem Falle die Kniehebelanordnung,
vor der Lackierung des Karosserie und der Aktor in einem späteren Montageschritt
installiert wird. Der Beschlag inklusive des Klappensystems mit
dem Lenkersystem kann im Rohbau der Lackierung erfolgen. Der Einbau
des Aktors erfolgt nach der Lackierung, ohne dass das Fugenbild
des beweglichen Karosserieteiles beeinträchtigt wird.
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Weitere
vorteilhafte Ausführungen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Zeichnung. Die
Erfindung wird im Folgenden anhand mehrerer Beispiele näher erläutert.
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1 zeigt
eine erste Variante der Erfindung im eingedrückten, nicht aktivierten Zustand.
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2 zeigt
die Anordnung nach 1 in einer angehobenen Position.
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3 zeigt
die Anordnung nach 1 in einer überdruckten Position, bei Einleitung
des Reversiervorganges.
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4 bis 8 zeigen
in Prinzipskizzen mehrere Varianten von 1 in unterschiedlichen Positionen.
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9 bis 22 zeigen
in Prinzipskizzen weitere Varianten der Erfindung.
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1 bis 3 zeigen
in einer Querschnittsdarstellung unterschiedliche Positionen eines Schnellauslösesystems 1 zum
Anheben eines beweglichen Karosserieteiles im Kfz-Bereich, insbesondere
zum Anheben eines Motorhaubenhaubenscharniers 2 (siehe 4 und
folgende) oder -schlosses mit einem Schlossteil 3, das über eine
Schrauben-Mutterverbindung 4 an einem beweglichen Scharnierblech 5 befestigt
ist, an dem das bewegliche Karosserieteil befestigt ist, das durch
die Schnellauslösung 1 angehoben
werden soll.
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Über zwei
drehbare Befestigungsstellen 6 ist ein Lenkersystem 7 in
Form einer Kniehebelanordnung 8 mit zwei mittig angeordnetem
Kniegelenken 9 vorgesehen. Das Lenkersystem 7 ist
an zwei drehbaren, aber festen Lagerstellen 12 mit der
Karosserie 18 (4 bis 22), z.
B. dem Motorraum, verbunden. An jedem Gelenk 9 erstre cken
sich jeweils ein oberer (10) und unterer (11) Hebel. Der
obere Hebel 10 ist an seinem dem Kniegelenk 9 abgewandten Seite
drehbar über
die Befestigungsstelle 6 mit dem Scharnierblech 5 verbunden,
der untere Hebel 11 ist mit der festen Lagerstelle 12 der
Karosserie 18 verbunden. Die beiden Kniegelenke 9 sind über einen Aktor 13 mit
einander verbunden.
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Der
in 1 bis 3 dargestellte Aktor 13 ist
ein sog. pyrotechnischer Aktor, bei dessen Aktivierung die beiden
Kniegelenke 9 nach außen
gedrückt werden.
Da die Lagerstelle 12 des unteren Hebels 11 fest
angeordnet ist, wird das Scharnierblech 5 mit dem Schlossteil 3 angehoben,
wie dies in 2 dargestellt ist. Der Aktor 13 ist
ein zylinderförmiges
Bauteil, das an zwei Gelenkaugen 15 in dem Kniegelenk eingehängt werden
kann. Das gesamte Schnellauslösesystem 1 wird
ohne den Aktor 13 vorab montiert und zusammen mit der Karosserie 18 auch
lackiert. Der Einbau des Aktors 13 erfolgt in einem späteren Montageschritt.
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Der
pyrotechnische Aktor 13 umfasst eine nicht dargestellte
Zündanorndung
in einem Druckrohr 16 mit einer Anschlagklappe 17 (siehe
insbesondere 2). Bei Zündung eines Zündgemisches
wird eine Teleskopstangenanordnung 23 ausgefahren, die
das Kniegelenk 9 nach außen drückt und das Scharnierblech 5 anhebt.
Der Aktor 13 wird beispielsweise durch ein Auslösesignal
des Airbags oder an einer Aufprallstelle an der Karosserie 18 aktiviert.
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1 zeigt
das Schnellauslösesystem
im nicht aktivierten Zustand, die Kniehebelanordnung 8 ist
angelenkt. Das Schlossteil 3 erfüllt mit dem Schloss seine normale
Funktion des Öffnens
und Schließen
der Motorhaube oder der Heckklappe. In 2 ist der
aktivierte, angehobene Zustand des Schnellauslösesystems dargestellt. Der
Aktor 13 ist gezündet
und drückt über die
Kniehebelanordnung 8 das Scharnierblech 5 nach
oben, wodurch die angeschlossene Mo torhaube die Möglichkeit
erhält,
die Aufprallenergie eines Fußgängers oder
Radfahrers aufzunehmen.
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Der
nachfolgende Reversiervorgang ist in 3 dargestellt.
Dieser Vorgang wird durch Überdrehen
der beiden Kniegelenke 9 eingeleitet. Die freiwerdende
Energie des Aktors 13 ist in Verbindung mit der Kinematik
des Lenkersystems 7 so dimensioniert, dass sie das Kniegelenk 9 über die
angehobene Position weiter nach außen drückt und das Scharnierblech 5 wieder
nach unten drückt,
wodurch seine Ausgangsposition nahezu wieder ereicht wird. In der abgeschlossenen
Reversierstellung des Schnellauslösesystems 1 wird somit
eine Position erzielt, die dann in einer Fachwerkstatt wieder in
seine Ausgangstellung zurückgebracht
werden kann.
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In
den folgenden Figurendarstellungen ist das Schnellauslösesystem 1 Teil
des Motorhaubenscharniers 2. Dieses Bauteil entspricht
somit dem Scharnierblech der 1 bis 3.
Die weiteren Figurendarstellungen zeigen Prinzipskizzen von Varianten
der bereits beschriebenen 1 bis 3, wobei
Bauteile mit gleichen oder ähnlichen
Funktionen mit denselben Bezugszeichen versehen werden. Das Schnellauslösesystem 1 ist
Teil der Karosserie 18 und bevorzugt in einem Kasten, z.
B. am oberen Rand der Motorhaube, untergebracht. Aus Übersichtgründen ist
in den 4 bis 22 der Kasten als Balken mit
der gleichen Bezugsziffer (18) benannt, wie die Karosserie.
Das Gegenstück
dazu, das Motorscharnier, ist in den 4 bis 22 mit
dem Bezugszeichen 2 benannt.
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4 zeigt
in einer Prinzipdarstellung den nicht aktivierten Zustand des Schnellauslösesystems 1.
Die beiden unteren Hebel 11 sind parallel nach links und
die beiden oberen Hebel 10 parallel nach rechts orientiert.
Die beiden Lagerstellen 12 sind drehbar mit der Karosserie 18 verbunden.
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Die öffnende
Bewegung des Schnellauslösesystems
ist in 5 dargestellt. Das rechte und linke Hebelpaar 10, 11 drückt das
Scharnier 2 nach oben, bis es die in 6 dargestellte
aufgestellte Position erreicht hat. In dieser Position kann ggf.
eine Verrastung oder Blockierung vorgesehen sein.
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Die
Reversierstellung wird durch Überdrückung der
beiden Kniegelenke 9 nach links, eingeleitet, wie dies
in 7 dargestellt ist. Diese Bewegung bildet eine
Fortsetzung der Bewegung des Aufstellvorganges der 4 bis 6.
In 8 ist der der Reversiervorgang abgeschlossen.
Diese Position ist bezüglich
des Hubabstandes des Scharniers 2 und der beiden Lagerstellen 12 nahezu
gleich der Ausgangsposition von 4.
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9 und 10 zeigen
in einer Variante der oben beschriebenen Ausführungsformen ein Längenausgleich
durch die Kniehebelanordnung 8. 8 zeigt
den Ausgleich über
einen Winkelversatz. Die beiden Kniehebelgelenke 9 liegen
nicht in einer Ebene. 9 zeigt den Ausgleich der Haube
bei einer Schwenkbewegung, die sowohl einen Freiheitsgrad in Fahrtrichtung
als auch einen vertikalen Freiheitsgrad benötigt. Die Schwenkbewegung kann
aufgrund von unterschiedlichen Haubenlängen und einer zusätzlichen
Anhebung im Schloßbereich
damit verschiedene Kurven beschreiben. Zwischen den beiden Lagerstellen 12 und
dem Scharnier 2 ist ein Längenversatz vorgesehen.
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11 bis 18 zeigen
das Schnellauslösesystem
mit einer Federanordnung als Betätigungsenergie,
die an unterschiedlichen Stellen im Lenkersystem 7 angreifen
können.
Federanordnungen sind üblicherweise
Teil eines mechanischen Aktors, der über ein Klinkensystem die gespeicherte
Energie der Feder freigibt.
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11 bis 13 ist
eine gespannte Drehfeder 19 als Betätigungskraft vorgesehen. Dargestellt ist
jeweils nur die Ausgangssitua tion in der nicht aktivierten Position.
Die Drehfeder 19 kann an der unteren Lagerstelle 12 zur
Karosserie (11), am Kniegelenk 9 (12)
oder an der oberen Befestigungsstelle 6 (13)
angeordnet sein.
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In 14 bis 16 wird
die Betätigungsenergie
in Form einer Druckfeder 20 auf das System 1 gebracht,
die an einem oder beiden Kniegelenke 9 angreift. Dargestellt
ist in 14 die nicht aktivierte Position
mit vollständig
gespannter Feder 20. Die angehobene Position ist aus 15 ersichtlich,
bei der die Feder 20 teilentspannt ist. In 16 ist
die Reversierungsstellung mit vollständig entspannter Feder 20 dargestellt. 17 zeigt
als Alternative zur Druckfeder 20 eine Zugfeder 21,
die zwischen den beiden Kniegelenke 9 gespannt ist und
diese bei der Aktivierung und Reversierung gegeneinander drückt.
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In 18 ist
zwischen den beiden Kniegelenken 9 wiederum eine Druckfeder 19 vorgesehen, die
bei der Aktivierung die beiden Kniegelenke 9 nach außen drückt. Die
Anordnung des Lenkersystems 7 entspricht dem der Darstellung
der 1.
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In 19 ist
der Aktor 13 zwischen dem Scharnier 2 und den
beiden Lagerstellen 12 angeordnet. Die Verriegelung im
nicht aktivierten Zustand benötigt
keinen Überfahrweg
bei der Reversierung, die durch einen anderen Aktor ausgelöst werden
kann und die ohne Auslösesystem
verriegelt bleibt. Damit wird auch eine Lackierung ohne Auslösesystem
im vorgespannten Zustand ermöglicht.
Das Scharnier 2 weist eine in Richtung der Lagerstellen 12 angeordneten
Haltevorrichtung 22 auf, die in dem Teleskoprohr 23 des
Aktors 13 mit einer Schulter festgeklemmt ist. Der Aktor 13 ist
an der Karosserie 18 befestigt. Bei Betätigung des Aktors 13 wird
ein im Druckrohr 16 angeordneter Bolzen 24 in
Richtung des Scharniers 2 be wegt, der durch seine Bewegung das
Teleskoprohr 23 radial erweitert und damit die Haltevorrichtung 22 freigibt.
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20 und 21 zeigen
die Anwendung der Erfindung bei Mehrgelenkanordnungen des Scharniers 2. 20 zeigt
eine Zweigelenkanordnung 25, welches ein Eingelenkscharnier
mit zwei Lenkern darstellt, während 21 eine
Viergelenkanordnung 26 darstellt.
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22 zeigt
eine weitere Lenkervariante, die linke eine Kniehebelanordnung 8 aufweist
und auf der anderen Seite eine einfache, mitgeführte Gelenkverbindung 14 für die Lagerstellen 12 und
dem Scharnier 2 darstellt. Das dargestellte System wird durch
eine Druckfeder 20 aktiviert.
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- 1
- Schnellauslösesystem
- 2
- Motorhaubenscharnier
- 3
- Schlossteil
- 4
- Schrauben-Mutterverbindung
- 5
- Scharnierblech
- 6
- Befestigungsstelle
(Scharnier)
- 7
- Lenkersystem
- 8
- Kniehebelanordnung
- 9
- Kniegelenk
- 10
- Hebel
(oben)
- 11
- Hebel
(unten)
- 12
- Lagerstelle
- 13
- Aktor
- 14
- Gelenkverbindung
- 15
- Gelenkaugen
- 16
- Druckrohr
- 17
- Anschlagklappe
- 18
- Karosserie
(Motorraum)
- 19
- Drehfeder
- 20
- Druckfeder
- 21
- Zugfeder
- 22
- Haltevorrichtung
- 23
- Teleskopstangenanordnung
- 24
- Bolzen
- 25
- Zweigelenksystem
- 26
- Viergelenkanordnung