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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung des Zustands eines
Motorenöls
in einem Verbrennungsmotor nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
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Aus
der Kfz-Technik ist die Notwendigkeit bekannt, den Füllstand
des Motorenöls
zu überwachen. Weiterhin
ist bekannt, dass die Qualität
des Öls
insbesondere durch Verschmutzung mit der Zeit nachlässt. Aus
diesem Grund wird üblicherweise
bei regelmäßigen Wartungsarbeiten
am Kraftfahrzeug das Motorenöl
ausgewechselt. Da der Zustand des Motorenöls unter anderem auch von dem
Fahrstil des Kraftfahrzeugbenutzers abhängt, wird zunehmend dazu übergegangen,
den Ölzustand
gesondert zu überwachen
und den Benutzer darauf hinzuweisen, dass ein Ölwechsel stattzufinden hat.
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Eine
möglichst
genaue Vorhersage des Ölwechselzeitpunktes
ist bisher im Wesentlichen durch Messung der Leitfähigkeit
oder der Permitivität
des Öls
mit kapazitiven Verfahren erfolgt. Bekannte Ausführungen nach dem kapazitiven
Verfahren können bei
Ausbildung der Elektrodenstruktur als konzentrische Röhren gleichzeitig
zur Füllstandsmessung
benutzt werden. Diese haben allerdings den Nachteil, dass im Öl enthaltene
Wassertropfen oder Metallpartikel die eng beabstandeten Elektrodenstrukturen kurzschließen können, wodurch
dauerhafte Funktionsstörungen
hervorgerufen werden. Die Erfahrungen auf diesem Gebiet haben auch
gezeigt, dass mit rein kapazitiven Sensoren keine eindeutigen Aussagen über die
Lebensdauer und den Zustand eines Öls möglich sind.
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Aus
der
DE 103 45 253
A1 ist es bekannt, einen Piezo-Schwinger in eine Ölkreislauf
einzubringen und mit diesem die Viskosität des Öls zu bestimmen. Die Viskosität alleine
ist aber als Grundlage zur Bestimmung des Ölzustandes nicht ausreichend,
da unterschiedliche Alterungserscheinungen durchaus gegenläufige Einflüsse auf
die Viskosität
des Motorenöls
haben können.
Beispielsweise verdickt ein Rußeintrag
das Öl
wogegen ein Kraftstoffeintrag das Öl verdünnt. Erfolgt nun gleichzeitig
ein Kraftstoffeintrag und ein Rußeintrag, so kann die Viskosität des Öls unter
Umständen
unverändert
bleiben, wobei jedoch der Zustand des Öls durch den Ruß und den Kraftstoff
wesentlich verschlechtert ist. Bei einer reinen Viskositätsmessung
würde der
verschlechterte Zustand des Öls
unerkannt bleiben, was zu einem hohen Verschleiß im Verbrennungsmotor führen würde. Eine
Beobachtung des Viskosität
des Motoröls führt dem
nach nicht zu einer zuverlässigen
Beurteilung des Zustandes des Motoröls. Mit einer Viskositätsmessung
ist auch keine zuverlässige
Aussage über
die Qualität
eines neu eingefüllten
Motoröls möglich. Das
Einfüllen
eines minderwertigen Motoröls
in den Verbrennungsmotor wird durch eine Viskositätsmessung
nicht erkannt.
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Der
Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Überwachung
des Zustands eines Motoröls
anzugeben, das eine zuverlässige
Aussage über
den Zustand des Motoröls
während
seiner Verwendung im Verbrennungsmotor zulässt.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Verfahren mit den in Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
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Durch
die Bestimmung des Viskositätsindexes
zu unterschiedlichen aufeinander folgenden Zeitpunkten (t0, t1,
t2) und die Bewertung des Ölzustandes über die
Zeit durch eine Messung der Veränderung
des Viskositätsindizes,
wird eine aussagekräftige
Beurteilung der Qualität
des Motoröls
während des
Betriebes des Fahrzeuges möglich.
Bei jeder Warmlaufphase des Verbrennungsmotors kann das Viskositätsverhalten
des Motoröls
in einem großen Temperaturintervall
(z.B. zwischen 15°C
und 100°C) erfasst
werden und daraus der aktuelle Viskositätsindex des Motoröls bestimmt
werden. Der so bestimmte Viskosi tätsindex verändert sich nach jeder Warmlaufphase
des Motors, zum Beispiel durch den Eintrag von Ruß oder Kraftstoff
in das Motoröl
oder durch den Abbau von Viskositätsindexverbesserern. Der gleichzeitige
Eintrag von Ruß und
Kraftstoff in das Motoröl
kann dazu führen,
dass die Viskosität
unverändert
bleibt, wobei sich jedoch der Viskositätsindex messbar verändert. Auch
die Zerstörung
der Viskositätsindexverbesserer,
die als langkettige Moleküle
einem schnellen Abbau unterliegen, wird durch das erfindungsgemäße Verfahren
sicher erkannt, was mit einer reinen Viskositätsmessung nicht möglich wäre. Durch
die Messung der Veränderung
des Viskositätsindizes
wird einen hochwertige Aussage über
die momentane Qualität
des Motoröls
im Verbrennungsmotor möglich.
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Bei
einer Ausgestaltung wird zunächst
der Viskositätsindex
des neuen Motoröls
bestimmt und dann wird die Abweichung von diesem Viskositätsindex
bewertet. Ein neues Motoröl
wird bei einem Ölwechsel
eingefüllt,
was elektronisch durch einen Ölstandssensor
erkannt werden kann. Durch das neue Motoröl wird ein Messwert für den Viskositätsindex vorgegeben,
der einen guten Beurteilungsmaßstab für die Motorölqualität darstellt.
Es ist auch denkbar, dass der Fahrzeughersteller verschiedene Motoröle mit unterschiedlichen
Viskositätsindizes
zulässt. Beim
Wechsel von dem einen Motoröl
zu dem anderen ergibt sich nun durch die erste Messung des Viskositätsindizes
ein zuverlässiger
Referenzwert zur Beurteilung der Alterung des Motoröls. Darüber hinaus
kann durch die Vorgabe eines minimalen Viskositätsindizes zuverlässig erkannt
werden, ob ein minderwertiges Motorenöl in den Motor eingefüllt wurde, wenn
das eingefüllte
Motorenöl
diesen Wert unterschreitet. Diese Information ist besonders bei
der Beurteilung von Gewährleistungsansprüchen von
hoher Bedeutung.
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Bei
einer Weiterbildung werden die ermittelten Viskositätsindizes
in einem elektronischen Speicher abgelegt. Hierdurch wird einen
leichte elektronische Verarbeitung des Messergebnisse möglich. Darüber hinaus
bleibt die Information über
die Viskositätsindizes
die das Motoröl
zu bestimmten Zeitpunkten aufgewiesen hat erhalten, was zum Beispiel eine
wichtige Information zur Beurteilung von Garantiefällen bei
Motorschäden
sein kann.
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Wenn
beim Erreichen einer vorbestimmten Verschlechterung des Zustandes
des Motorenöls
ein Hinweis an einen Fahrzeugführer
ausgegeben wird, kann dieser bedarfsgerecht einen Ölwechsel
veranlassen. Kommt der Fahrzeugführer
diesem Hinweis nicht ausreichend schnell nach, können sich für den Fahrzeughersteller Gründe für den Ausschluss
von Garantieleistungen ergeben. Mit der vollständigen Nutzung des Motoröls bis an
seine Verschleißgrenze ergeben
sich ökonomische
und ökologische
Vorteile.
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Bei
einer Weiterbildung wird der Hinweis an den Fahrzeugführer im
Kombiinstrument sichtbar. Dem Kombiinstrument schenkt der Fahrzeugführer besondere
Aufmerksamkeit, womit der Hinweis über einen schlechten Ölzustand
nicht übersehen
werden kann. Darüber
hinaus ist es vorteilhaft, wenn der Hinweis für den Fahrzeugführer akustisch
wahrnehmbar ist.
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Bei
einer Ausgestaltung wird aus dem ermittelten Zustand des Motoröls eine
Empfehlung für
die Restlaufzeit des Motoröls
abgeleitet. Dies ist besonders wichtig, um das Motoröl unter ökonomischen und ökologischen
Gesichtspunkten optimal nutzen zu können. Diese Restlaufstrecke,
welche im Fahrzeugdisplay angezeigt werden kann, stellt für den Fahrer
eine sehr wichtige Information dar, da er bei beginnendem Qualitätsverlust
des Motoröls
rechtzeitig einen Service einplanen kann. Tatsächlich altert ein Motoröl chemisch
erst dann extrem stark, wenn einmal eine gewisse Alterungsschwelle
erreicht ist. Dies führt
dann innerhalb einer sehr kurzen verbleibenden Restlaufstrecke zu
einem völligen
Zusammenbruch des Öls,
welche sich durch Bildung von Schwarzschlamm äußert und zum Motorschaden führt. Bis
zum Erreichen dieses kritischen Alterungszustands kann sich das Öl jedoch
völlig
unauffällig zeigen, wenn
sich eindickende und verdünnende
Effekte überlagern.
Wird dieser kritische Grenzwert überschritten,
ist ein sofortiger Werkstattaufenthalt notwendig. Wenn dies ohne
Vorwarnung eintritt, kann der Fahrer im ungünstigsten Fall davon überrascht werden,
während
er sich auf einer längeren
Fahrt befindet. Daher ist eine zuverlässige Vorhersage einer Restlaufstrecke
sehr vorteilhaft.
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Bei
einer Weiterbildung wird die Empfehlung für die Restlaufzeit des Motoröls dem Fahrzeugführer zur
Anzeige gebracht. Hat der Fahrzeugführer beispielsweise eine lange
Urlaubsreise vor sich, kann er sehr gut abschätzen, ob er den Ölwechsel
vor oder nach der Fahrt vornehmen sollte.
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Bei
einer nächsten
Ausgestaltung ist durch den Fahrzeughersteller ein minimaler Viskositätsindex
vorgegeben, bei dessen Unterschreiten auf ein minderwertiges Motorenöl geschlossen
wird. Dies ist von großer
Bedeutung für
die Ansprüche
im Rahmen einer Garantie. Kann dem Fahrzeugführer nachgewiesen werden, dass
er ein nicht zugelassenes Motoröl
von minderer Qualität
verwendet hat, ist der Ausschluss einer Garantieleistung vorstellbar.
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Nachfolgend
wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert. Es
zeigt:
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1 einen
Verbrennungsmotor mit vier Zylindern,
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2 das
Ausgangssignal des Viskositätssensors
bei verschiedenen Kraftstoffkonzentrationen im Motoröl,
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3 die
Viskosität
eines Motoröls
in Abhängigkeit
von der Temperatur,
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4 das
Verhalten der Viskosität
eines Motoröls
in Abhängigkeit
von der Temperatur und beim Eintrag von Ruß,
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5 das
Viskositätsverhalten
eines Motoröls über die
Temperatur,
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6 wiederum
die Viskosität
eines Motoröls über die
Temperatur
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7 die
Viskositätsindizes
eines Motoröls zu
verschiedenen Zeitpunkten t0 bis t3,
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8 ein
Verfahren zur Bestimmung der Qualität und des Zustandes des Motoröls nach
dem Stand der Technik.
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1 zeigt
einen Verbrennungsmotor 1 mit vier Zylindern 2,
in denen Kolben 3 angeordnet sind. Die Kolben 3 sind
beweglich in den Zylindern 2 gelagert und mittels Pleuelstangen 17 mit
der Kurbelwelle 4 verbunden. Die hier dargestellten beweglichen
Teile werden während
des Betriebes des Verbrennungsmotors 1 durch ein Motoröl 6 geschmiert.
Das Motoröl 6 befindet
sich in der Ölwanne 5 und
es wird über ein
hier nicht dargestelltes Leitungssystem zu den Schmierstellen geführt. Die
Qualität
des Motoröls 6 verschlechtert
sich über
die Betriebszeit des Motoröls 6 im
Verbrennungsmotor 1. Diese Verschlechterung erfolgt z.
B. durch den Eintrag von Treibstoffen in das Motoröl 6 oder
durch den Eintrag von Ruß in das
Motoröl 6 bei
Dieselmotoren. Durch derartige Verunreinigungen wird die Viskosität des Motoröls 6 beeinflusst,
darüber
hinaus aber auch die Fähigkeit des
Motoröls 6 die
beweglichen Teile an den Schmierstellen zu schützen. Im Motoröl 6 vorhandene
Additive können
beispielsweise zersetzt werden, wodurch die Qualität des Motoröls 6 negativ
beeinflusst wird. Solche Additive sind zum Beispiel die so genannten
Viskositätsindexverbesserer.
Viskositätsindexverbesserer
(VI-Verbesserer) enthalten Wirkstoffe (Viscosity Improver, Polymere),
die im Motoröl 6 gelöst das Viskositäts-Temperatur-Verhalten
verbessern, d. h. sie vermindern die Temperaturabhängigkeit
der Viskosität.
Bei tiefen Temperaturen verbessern sie das Fliessverhalten des Motoröls 6,
und bei hohen Temperaturen bewirken sie eine höhere Viskosität als ohne
VI-Verbesserer. VI-Verbesserer sind ein wichtiger Bestandteil in
Mehrbereichsmotorölen.
Die wichtigsten Viskositätsindex-Verbesserer-Gruppen
sind: Polymethacrylate (PMA), Olefincopolymere (OCP), Polyisobuthylene
(PIB) und Styrol-Butadien-Copolymere (SCB) oder Styrol-Isopren-Copolymere
(SIC).
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Mit
einem Temperatursensor 7 kann die Temperatur des Motoröls 6 erfasst
werden und mit einem Viskositätssensor 9 kann
die Viskosität
des Motoröls erfasst
werden. Beide Werte können
einem Steuergerät 10 zugeführt werden,
in dem ein Mikrocontroller 11 und ein elektronischer Speicher 15 vorhanden
ist. Im Mikrocontroller 11 kann aus den gemessenen Werten
der Viskosität
und der Temperatur des Motoröls 6 der
Viskositätsindex
des Motoröls 6 zum
Messzeitpunkt bestimmt werden. Dieser Wert kann im elektronischen
Speicher 15 abgelegt werden.
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Die
Ermittlung des Viskositätsindexes
erfolgt vorzugsweise in der Warmlaufphase des Verbrennungsmotors 1,
indem der Viskositätssensor 9 bei verschiedenen
Temperaturen des Motoröls 6 die
Viskosität
des Motoröls 6 bestimmt.
Der Viskositätsindex bildet
sich als Quotient von Viskosität
und Temperatur des Motoröls 6.
Ein hoher Viskositätsindex
bedeutet dabei, dass sich die Viskosität des Motoröls 6 bei einer Veränderung
der Temperatur nur sehr wenig ändert.
Ein niedriger Viskositätsindex
hingegen bedeutet, dass sich die Viskosität des Motoröls 6 bei einer Änderung
der Temperatur in großem
Maße ändert. Vorteilhaft
ist in jedem Fall ein hoher Viskositätsindex, da sich bei einem
solchen Motoröl 6 die
Viskosität
bei allen Betriebstemperaturen des Verbrennungsmotors 1 annähernd gleich
verhält.
Sinkt der Viskositätsindex
stark ab ist dies ein Hinweis dafür, dass die Qualität des Motoröls 6 erheblich
zurückgegangen
ist. Dies kann vom Steuergerät 10 ermittelt werden
und es können
entsprechende Gegenmaßnahmen
eingeleitet werden. Es ist z. B. denkbar, dass vom Steuergerät 10 Signale
an die Einspritzpumpe 13 abgegeben werden, die dazu führen, dass
die Drehzahl des Verbrennungsmotors 1 einen gewissen Höchstwert
nicht mehr übersteigt.
Dazu wird von der Einspritzpumpe 13 eine geringere Kraftstoffmenge über die
Kraftstoffleitung 12 zu den Einspritzventilen 14 gefördert, womit
die Leistung der des Verbrennungsmotors 1 zurückgeht.
In Kombination oder alternativ dazu kann im Kombinationsinstrument 16 eine
Warnung ausgegeben werden, die dem Fahrzeugführer anzeigt, dass ein Ölwechsel
notwendig ist. Zudem ist eine akustische Warnung des Fahrzeugführers über einen
Lautsprecher 18 denkbar, die dem Fahrzeugführer den
Hinweis gibt, das Motoröl 6 zu
wechseln. Mit den Viskositätsindizes
stehen hier Messwerte zur Verfügung,
die eine genaue Aussage über
die Qualität
des Motoröls 6 während des
Betriebes des Verbrennungsmotors 1 zulassen. Eine Aussage über die
Viskosität,
wie sich durch den Viskositätssensor 9 zur
Verfügung
steht, ist nicht ausreichend, um die Qualität des Motoröls 6 vollständig zu beschreiben,
da z. B. der Rußeintrag
und der Kraftstoffeintrag in Kombination zu einer gleich bleibenden
Viskosität
führen
können,
wobei jedoch die Qualität
des Motoröls 6 erheblich
vermindert ist. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Verschlechterung
des Motorölzustandes
sicher erkannt.
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2 zeigt
das Ausgangssignal des Viskositätssensors
bei verschiedenen Kraftstoffkonzentrationen im Motoröl 6.
Dargestellt sind Messergebnisse bei verschiedenen Temperaturen zwischen
22°C und 80°C.
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3 zeigt
die Viskosität
eines Motoröls 6 in Abhängigkeit
von der Temperatur. Dargestellt ist ein Motoröl 6, das zum Zeitpunkt
t0 neuwertig in den Verbrennungsmotor 1 eingefüllt wurde.
Bis zum Zeitpunkt t1 ist das Motoröl 6 durch
den Eintrag von Kraftstoff verdünnt
worden, wodurch sich die Viskosität des Motoröls 6 verringert hat,
was durch die gestrichelte Kurve bei t1 dargestellt
ist. Ein weiterer Eintrag von Kraftstoff bis zum Zeitpunkt t2 führt
dazu, dass sich die Viskosität
des Motoröls 6 erneut
verringert hat, was durch die Kurve bei t2 dargestellt ist.
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4 hingegen
zeigt das Verhalten der Viskosität
eines Motoröls 6 in
Abhängigkeit
von der Temperatur beim Eintrag von Ruß. Das neu in den Verbrennungsmotor 1 eingeführte Öl 6 zeigt
ein Verhalten entsprechend der Kurve bei t0.
Durch den Rußeintrag
bis zum Zeitpunkt t1 ist das Motoröl 6 verdickt worden,
was zur Kurve bei t2 führt. Ein weiterer Rußeintrag
führt zur
weiteren Verdickung des Motoröls 6, was
durch die Kurve bei t2 dargestellt ist.
Die Effekte aus 3 und 4 können sich
jedoch überlagern, indem
sowohl Ruß als
auch Kraftstoff in das Motoröl 6 eingetragen
werden, wodurch sich die Viskosität nicht verändert, jedoch die Qualität des Motoröls 6 erheblich
verschlechtert wird. Dies ist der Grund dafür, dass die reine Messung der
Viskosität
nicht ausreicht, um die Qualität
des Motoröls 6 sicher
zu bestimmen. Auch die Verschlechterung der Ölqualität durch den Abbau von Viskositätsindexverbesserern (VI-Verbesserer)
kann dargestellt werden. VI-Verbesserer sind langkettige Moleküle die dem
hochwertigen Motoröl
beigemischt sind, um einen flachen Verlauf des Viskositätsindexes
hervorzurufen. Mit VI-Verbesserern ändert sich die Viskosität des kalten Motoröls gegen über der
des heißen
Motoröls
nur recht geringfügig.
Genau dieses Verhalten ist notwendig, um den Verbrennungsmotor in
allen Betriebzuständen
optimal zu schmieren. Ein zu zähflüssiges Motoröl gelangt
nur sehr langsam an die Schmierstelle, wohingegen ein zu dünnflüssiges Motoröl seine Schmierfähigkeit
verliert. Optimal ist es also, wenn ein Motoröl bei jeder Betriebstemperatur
die gleiche Viskosität
aufweist. Diesem Optimum nähert
man sich durch die Verwendung von VI-Verbesserern. Leider werden
die langkettigen Moleküle
der VI-Verbesserer im Laufe des Betriebes des Motoröls zerstört. Diese
Zerstörung
der VI-Verbesserer kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren sicher erkannt
werden. Die VI-Verbesserer sind ein wesentlicher Bestandteil moderner
Motoröle,
womit durch die Erkennung der Zerstörung der VI-Verbesserer direkt
auf den Zustand und die Qualität
des Motoröls
zurück
geschlossen werden kann.
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Hierzu
zeigt 5 mit der Kurve bei t0 das Viskositätsverhalten
eines neuen Motoröls 6 über die Änderung
der Temperatur. Nach Zerstörung
von Viskositätsindexverbesserern
verhält
sich die Viskosität des
Motoröls 6 über die Änderung
der Temperatur entsprechend der bei tn dargestellten
Kurve. Zu sehen ist, dass die Viskosität des Motoröls 6 nach Zerstörung der
VI-Verbesserer bei geringen Temperaturen sehr hoch ist, wo hingegen
sie bei hohen Temperaturen sehr niedrig ist. Dies deutet auf eine
sehr schlechte Qualität
des Motoröls 6 hin,
da das Motoröl 6 beim
Kaltstart extrem zäh
ist und bei der Betriebstemperatur des Verbrennungsmotors 1 äußert dünnflüssig ist,
was zu einer unzureichenden Schmierung der Lagerstellen und beweglichen
Teile im Verbrennungsmotor 1 führen kann.
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6 zeigt
wiederum die Viskosität über die Änderung
der Temperatur, dargestellt für
verschiedene Zeitpunkte des Betriebes eines Motoröls 6 im
Verbrennungsmotor 1. Bei t0 wurde
das neue Motoröl 6 in
den Verbrennungsmotor 1 eingefüllt und durch Eintrag von Ruß wurde
die Viskosität
zum Zeitpunkt t1 und zum Zeitpunkt t2 erhöht.
Mit der Kurve t3 ist das Viskositätsverhalten
eines anderen Motoröls 6 dargestellt,
das deutlich vom Viskositätsverhalten
des zuvor dargestellten Motoröls
abweicht. Aus diesen Messungen kann der Fahrzeughersteller beispielsweise
erkennen, ob der Fahrzeugführer
ein Motoröl 6 mit
minderwertiger Qualität
benutzt hat, woraus sich ein Verlust von Gewährleistungsansprüchen ableiten ließe.
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7 zeigt
die Viskositätsindizes
eines Motoröls 6,
welche zu verschiedenen Zeitpunkten t0 bis t3 ermittelt wurden. Der Viskositätsindex
ist eine Kenngröße für das Viskosität-Temperaturverhalten von Ölen. Sein
Zahlenwert ist umso größer, je
flacher der Viskositäts-Temperaturverlauf
ist und umgekehrt. Ein hoher Viskositätsindex kennzeichnet damit
eine geringere Änderung
der Viskosität über die Änderung der
Temperatur. Somit ist ein Motoröl 6 mit
einem hohen Viskositätsin dex
qualitativ hochwertiger als ein solches mit einem niedrigen Viskositätsindex.
Zum Zeitpunkt t0 hat z. B. ein neu eingefülltes Motoröl 6 einen
relativ hohen Viskositätsindex,
der im Laufe der Betriebszeit des Motoröls 6 im Verbrennungsmotor 1 absinkt
und zwischen den Zeitpunkten t2 und t3 einen kritischen Wert K unterschreitet.
Spätestens
zum Zeitpunkt t3 sollte der Fahrzeugführer den
Hinweis erhalten, dass das Motoröl 6 umgehend
zu wechseln ist. Mit einem Viskositätsindex unter dem kritischen Wert
K ist eine ausreichende Schmierung der beweglichen Teile des Verbrennungsmotors 1 nicht
mehr gewährleistet.
Bei erkannter geringer Ölqualität kann das
Steuergerät 10 zum
Schutz des Verbrennungsmotors 1 dafür sorgen, dass über die
Einspritzpumpe 13 und die Kraftstoffleitungen 12 eine
geringe Kraftstoffmenge zu den Einspritzdüsen 14 gefördert wird, wodurch
die Leistung des Verbrennungsmotors 1 herabgesetzt wird.
Die Leistung des Verbrennungsmotors 1 wird so weit herabgesetzt,
dass eine ausreichende Schmierung der beweglichen Teile sichergestellt
ist, bis der Fahrzeugführer
für einen
Wechsel des Motoröls 6 sorgt.
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8 zeigt
ein Verfahren zur Bestimmung der Qualität und des Zustandes des Motoröls 6 nach dem
Stand der Technik. In einer mit Motoröl 6 gefüllten Ölwanne 5 ist
ein Sensor 19 angeordnet, der im Motoröl 6 eine Widerstandsmessung
oder eine Dielektrizitätsmessung
vornimmt. Die Messwerte für
den Widerstand oder für
die Dielektrizität
werden dem Steuergerät 10 zugeführt und
von dem Mikrocontroller 11 ausgewertet. Aus diesen Messwerten
wird auf den Zustand des Motoröls 6 geschlossen.
Dieses Verfahren zur Bestimmung der Qualität und des Zustandes des Motoröls 6 ist
sehr ungenau und daher für
zuverlässige
Aussagen über
die Qualität
und den Zustandes des Motoröls 6 nur
wenig geeignet.
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- 1
- Verbrennungsmotor
- 2
- Zylinder
- 3
- Kolben
- 4
- Kurbelwelle
- 5
- Ölwanne
- 6
- Öl/Motoröl
- 7
- Temperatursensor
- 9
- Viskositätssensor
- 10
- Steuergerät
- 11
- Mikrocontroller
- 12
- Kraftstoffleitung
- 13
- Einspritzpumpe
- 14
- Einspritzdüsen
- 15
- Speicher
- 16
- Kombiinstrument
- 17
- Pleuelstangen
- 18
- Lautsprecher
- 19
- Sensor