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Die Erfindung betrifft ein handgeführtes, motorgetriebenes Kehrgerät der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Gattung.
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Aus der
DE 28 45 212 A1 ist ein Kehrgerät bekannt, das über einen Antriebsmotor eine Kehrwalze antreibt, deren Drehachse horizontal, also parallel zur Drehachse der Räder des Kehrgeräts, liegt. Die Kehrwalze ist von einem Schutz abgedeckt, der sich bis unterhalb der Drehachse der Kehrwalze erstreckt. Ein Kehren an Hindernissen ist nur bis zu einem Abstand vor einem Hindernis möglich, der dem horizontalen Abstand zwischen der Schutzhaube und der Auflagefläche der Kehrwalze entspricht.
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Um ein Kehren in Ecken oder am Rand zu ermöglichen, ist ein Tellerbesen vorgesehen, der um eine vertikal angeordnete Drehachse rotiert. Stirnseitig zum Kehrgerät liegende Wände können mit einem derartigen Tellerbesen jedoch aufgrund des vergleichsweise großen Schwenkradius des Kehrgeräts nicht ohne weiteres gekehrt werden. Der zusätzliche Tellerbesen vergrößert außerdem den konstruktiven Aufwand für das Kehrgerät.
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Die
DE 92 18 729 U1 zeigt eine Scheuersaugmaschine, die über einen Motor eine Bürste antreibt, deren Drehachse parallel zur Drehachse der Räder liegt. Die Bürste ist teilweise vom Gehäuse der Scheuersaugmaschine abgedeckt. Bei den Ausführungsvarianten der Scheuersaugmaschine, bei denen die Bürste in Fahrtrichtung über das Gehäuse hinausragt, ist die Bürste zusätzlich von einer Haube abgedeckt. Die Haube überdeckt die Bürste an ihrer dem Boden abgewandten Seite vollständig. Ein Kehren an Hindernissen ist nur bis zu einem Abstand vor einem Hindernis möglich, der dem horizontalen Abstand zwischen der Schutzhaube und der Auflagefläche der Bürste entspricht.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein handgeführtes, motorgetriebenes Kehrgerät der gattungsgemäßen Art zu schaffen, das einfach aufgebaut ist und mit dem ein Kehren von stirnseitigen Ecken einfach möglich ist.
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Diese Aufgabe wird durch ein handgeführtes, motorbetriebenes Kehrgerät mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Mit der über das Gerätegehäuse hinausragenden Kehrwalze kann das Kehrgerät stirnseitig bis an die begrenzende Wand bzw. das begrenzende Hindernis gefahren werden. Bei entsprechendem Anpreßdruck zur Überwindung der Elastizität der Kehrbürsten kann die stirnseitig am Kehrgerät angeordnete Ecke sauber ausgekehrt werden. Hierzu ist kein Verschwenken des Kehrgeräts notwendig. Dadurch wird die Handhabung vereinfacht. Es werden keine zusätzlichen Bauteile benötigt, so daß der Aufbau des Kehrgeräts einfach bleibt.
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Das Gerätegehäuse besitzt eine starre Schutzhaube, die die Kehrwalze an ihrer dem Boden abgewandten Seite mindestens teilweise überdeckt und das Gerätegehäuse besitzt einen flexiblen Haubenabschnitt, der an die starre Schutzhaube anschließt und die Kehrwalze an ihrem über den starren Teil des Gerätegehäuses hinausragenden Bereich mindestens teilweise abdeckt. Der flexible Haubenabschnitt verhindert das Aufwirbeln von Schmutzpartikeln und dgl.. Gleichzeitig gewährleistet der flexible Haubenabschnitt, daß die Kehrwalze ausreichend nah an ein Hindernis gefahren werden kann, um eine stirnseitige Ecke vollständig auszukehren. Vorteilhaft ragt die Kehrwalze um mehr als 5%, insbesondere um mehr als 10% ihres Durchmessers über den starren Teil des Gerätegehäuses hinaus.
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Es ist vorgesehen, daß das Kehrgerät einen Schmutzsammelbehälter mit einem Dachabschnitt besitzt, wobei der Dachabschnitt an die starre Schutzhaube anschließt und die starre Schutzhaube und der Dachabschnitt eine Leitfläche zum Schmutzsammelbehälter für das Kehrgut bilden.
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Ein gutes Kehrergebnis läßt sich erreichen, wenn das Kehrgerät eine in Fahrtrichtung vordere Kehrwalze und eine in Fahrtrichtung hintere Kehrwalze besitzt, wobei die beiden Kehrwalzen gegensinnig und auf der dem Boden zugewandten Seiten aufeinander zu angetrieben sind. Die beiden Kehrwalzen fördern dadurch das Kehrgut in den zwischen den beiden Kehrwalzen gebildeten Zwickel und von dort nach oben gegen die Leitfläche und in den Schmutzsammelbehälter. Das Kehrgut wird dadurch entlang der Leitfläche in den Schmutzsammelbehälter nach dem Überwurfprinzip gefördert. Dadurch läßt sich sowohl feiner Schmutz als auch größere Schmutzteile wie Schachteln, Getränkedosen oder dgl. gut aufkehren.
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Um auch ein gutes Kehren an Ecken, die an den Längsseiten des Kehrgeräts liegen, zu erreichen, ist vorgesehen, daß mindestens eine Kehrwalze sich an mindestens einer ersten Längsseite des Gerätegehäuses bis annähernd an die äußere Begrenzung des Kehrgeräts an dieser Längsseite erstreckt. Wird das Kehrgerät eng bis an die Begrenzung gefahren, so wird Schmutz an der Ecke der Längsseite nahezu vollständig aufgenommen. Die Kehrwalze besitzt dabei insbesondere schräg stehende Borsten, die das Kehrgut zur Mitte des Kehrgeräts hin kehren.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:
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1 eine teilweise geschnittene Darstellung eines Kehrgeräts in Seitenansicht,
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2 eine vergrößerte ausschnittsweise Darstellung des Kehrgeräts aus 1,
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3 eine Ansicht des Kehrgeräts von unten,
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4 bis 8 schematische Darstellungen des Aufbaus von Kehrgeräten.
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Das in 1 gezeigte Kehrgerät 1 besitzt einen Griffrahmen 4, an dem zwei Handgriffe 2 zum Führen des Kehrgeräts 1 über den Boden festgelegt sind. An einem der Handgriffe 2 ist ein nicht gezeigtes Bedienelement zum Bedienen eines Antriebsmotors angeordnet. Das Kehrgerät 1 besitzt einen Antriebsmotor, der in einer Motoreinheit 8 angeordnet ist. Die Motoreinheit 8 besitzt ein Gehäuse 9, das an dem Kehrgerät 1 festgelegt ist.
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Das Kehrgerät 1 besitzt ein starres Gerätegehäuse 53, an dem ein Schmutzsammelbehälter 10 angeordnet ist. Das Gerätegehäuse 53 besitzt außerdem eine Schutzhaube 11. Die Schutzhaube 11 schließt an einen Dachabschnitt 55 des Schmutzsammelbehälters 10 an.
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Das Kehrgerät 1 besitzt eine vordere Kehrwalze 13 und eine hintere Kehrwalze 14. Außerdem besitzt das Kehrgerät 1 zwei Hinterräder 5 und zwei Vorderräder 6. Die beiden Vorderräder 6 sind erheblich kleiner als die Hinterräder 5 ausgebildet und an den Stirnseiten der Kehrwalzen 13 und 14 in dem Bereich, in dem sich die Kehrwalzen 13 und 14 berühren, angeordnet, wie auch in 2 dargestellt. Die Schutzhaube 11 deckt die Kehrwalzen 13 und 14 an ihrem Umfang im Bereich ihrer Oberseite ab und ist an der Kehrwalze 13 nach vorne heruntergezogen. An der Schutzhaube 11 ist ein flexibler Haubenabschnitt 18 festgelegt, der sich von der Schutzhaube 11 bis etwa auf die Höhe einer Drehachse 36 der Kehrwalze 13 erstreckt. Wie in 1 gestrichelt angedeutet ist, kann sich der flexible Haubenabschnitt 18 auch bis zum Boden erstrecken, um die Staubentwicklung zu verringern. In diesem Fall kann der flexible Haubenabschnitt 18 mit Schlitzen versehen sein. Die Schutzhaube 11, die starr ausgebildet ist, endet oberhalb der Drehachse 36 der vorderen Kehrwalze 13.
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Bezogen auf die Fahrtrichtung 60 des Kehrgeräts 1, also wenn das Kehrgerät 1 vom Bediener vor dem Bediener hergeschoben wird, ist im vorderen Bereich des Kehrgeräts 1 die vordere Kehrwalze 13 angeordnet, dahinter, also entgegen der Fahrtrichtung 60 sind die beiden Vorderräder 6, dahinter die hintere Kehrwalze 14 und dahinter die Hinterräder 5 angeordnet.
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Die beiden Kehrwalzen 13 und 14 sind um ihre Drehachsen 36 und 37 von der Motoreinheit 8 über ein Getriebe 26 rotierend angetrieben. Die vordere Kehrwalze 13 ist in einer Drehrichtung 31 angetrieben, bei der das Kehrgut entgegen der Fahrtrichtung 60 gefördert wird. Die hintere Kehrwalze 14 ist in einer entgegengesetzten Drehrichtung 32 angetrieben und fördert das Kehrgut in Fahrtrichtung 60 nach vorne auf die vordere Kehrwalze 13 zu. Beide Kehrwalzen 13 und 14 fördern das Kehrgut in den zwischen den beiden Kehrwalzen 13, 14 gebildeten Zwickel und nach oben. Das Kehrgut gelangt nach dem Überwurfprinzip und geleitet von der Schutzhaube 11 und einem Dachabschnitt 55 des Schmutzsammelbehälters 10 in den Schmutzsammelbehälter 10. Die Schutzhaube 11 und der Dachabschnitt 55 des Schmutzsammelbehälters 10 bilden eine Leitfläche 56, die das Kehrgut in Richtung des Pfeils 57 in den Schmutzsammelbehälter 10 leitet.
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In 3 ist der Bereich der vorderen Kehrwalze 13 aus 1 vergrößert gezeigt. Das Gerätegehäuse 53, das auch die Schutzhaube 11 umfaßt, ist starr ausgebildet. Über dieses starre Gerätegehäuse 53 ragt die Kehrwalze 13 in Fahrtrichtung 60 nach vorne um einen Überstand x hinaus. Der Überstand x beträgt vorteilhaft mehr als 5%, insbesondere mehr als 10% des Durchmessers i der vorderen Kehrwalze 13. Dies bedeutet, daß ein Umfangswinkel von vorteilhaft etwa 50° bis etwa 70° der Kehrwalze 13 über das starre Gerätegehäuse 53 hinausragt. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, daß ein größerer Umfangswinkel der Kehrwalze 13 über den starren Teil des Gerätegehäuses 53 hinausragt. Der über das starre Gerätegehäuse 53 hinausragende Teil der Kehrwalze 13 ist von dem flexiblen Haubenabschnitt 18, der beispielsweise aus Kunststoff bestehen kann, abgedeckt.
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In 2 ist das Kehrgerät 1 von unten und an einer Wand 43 gezeigt. Das Kehrgerät 1 besitzt eine Längsmittelebene 54, die parallel zur Fahrtrichtung 60 ausgerichtet ist. Die Lagerwelle 22 der Räder 5 wird durch die Längsmittelebene 54 symmetrisch geteilt. Das Kehrgerät 1 ist mit seiner Längsseite 64 benachbart zur Wand 43 angeordnet. Die Kehrwalze 14 erstreckt sich an der Längsseite 64 bis annähernd an die äußere Begrenzung des Kehrgeräts 1 an der Längsseite 64. Die Vorderräder 6 sind um eine Drehachse 59 drehbar gelagert und die Hinterräder 5 um eine Drehachse 58. Die Drehachsen 58, 59 der Räder 5 und 6 und die Drehachsen 36 und 37 der Kehrwalzen 13 und 14 verlaufen parallel zueinander.
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Die beiden Außenseiten 44 der Hinterräder 5 besitzen einen Abstand a zueinander, der geringfügig größer als die axiale Länge c der hinteren Kehrwalze 14 ist. Der Abstand a kann jedoch auch geringer als die axiale Länge c sein. Die hintere Kehrwalze 14 überdeckt damit annähernd die gesamte Breite des Kehrgeräts 1. Die hintere Kehrwalze 14 besitzt zur Wand 43 in der in 7 gezeigten Stellung des Kehrgeräts 1 einen Abstand g, der sehr gering ist. Beim Einsatz einer Kehrwalze 14 mit konisch gestellten Borsten kann der Abstand g bis auf Null verringert werden. Der Abstand g entspricht etwa der Breite des an der Stirnseite der hinteren Kehrwalze 14 angeordneten Vorderrads 6. Die Außenseiten 45 der beiden Vorderräder 6 besitzen einen Abstand b zueinander, der die Breite des Kehrgeräts 1 definiert. Die vordere Kehrwalze 13 besitzt eine axiale Länge d, die kleiner als die axiale Länge c der hinteren Kehrwalze 14 ist. Die axiale Länge d kann jedoch auch größer als die axiale Länge c sein. Die vordere Kehrwalze 13 besitzt zur Wand 43 einen Abstand h, der größer als der Abstand g zwischen der hinteren Kehrwalze 14 und der Wand 43 ist. Die Kehrwalze 14 steht damit in axialer Richtung an der der Wand 43 zugewandten Seite des Kehrgeräts 1 über die vordere Kehrwalze 13 über. In diesem Bereich fördert die Kehrwalze 14 Kehrgut in Richtung zur Längsmittelebene 54. Dies läßt sich durch entsprechende Schrägstellung der Bürsten der Kehrwalze 14 erreichen. Dadurch kann der Randbereich an der Wand 43 gut gekehrt werden.
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Wie 2 zeigt, ist der Durchmesser i der vorderen Kehrwalze 13 kleiner als der Durchmesser k der hinteren Kehrwalze 14. Die beiden Kehrwalzen 13, 14 berühren sich an ihrem Umfang, so daß Kehrgut sicher in den Schmutzsammelbehälter 10 gefördert werden kann. Der Durchmesser der Vorderräder 6 ist erheblich kleiner als der Durchmesser der Hinterräder 5. Die Vorderräder 6 dienen lediglich als Stützräder. Werden für eine oder beide Kehrwalzen 13, 14 entsprechend harte Borsten eingesetzt, so können die Vorderräder 6 entfallen. Das Kehrgerät 1 liegt in diesem Fall auf den Kehrwalzen 13, 14 auf.
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In den 4 bis 8 sind Ausführungsbeispiele für die Anordnung der Kehrwalzen und Räder eines Kehrgeräts gezeigt. Gleiche Bezugszeichen kennzeichnen dabei gleiche Bauteile wie in den 1 bis 3. Die Darstellungen in den 4 bis 8 sind lediglich schematisch.
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In 4 ist eine Anordnung eines Kehrgeräts zum Kehren in Randbereichen gezeigt, bei dem die Kehrwalze 14 an einer Längsseite 64 des Kehrgeräts über einen Rahmen 7 des Kehrgeräts 1 und das auf dieser Seite angeordnete Hinterrad 5 hinausragt. Das Kehrgerät 1 besitzt lediglich ein auf der gegenüberliegenden Seite angeordnetes Vorderrad 6, es können jedoch auch zwei Vorderräder 6 vorgesehen sein. Die hintere Kehrwalze 14 ist von der nicht gezeigten Motoreinheit 8 angetrieben. Die vordere Kehrwalze 13 ragt über den Rahmen 7 stirnseitig hinaus und ist von der hinteren Kehrwalze 14 über einen Riemen 17 angetrieben.
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Beim Ausführungsbeispiel nach 5 ist das auf der Längsseite 64 angeordnete Hinterrad 5 innerhalb der Kontur des Rahmens 7 angeordnet. Dadurch wird nur ein sehr geringer Überstand der hinteren Kehrwalze 14 über den Rahmen 7 benötigt, um bis an die Wand 43 kehren zu können.
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Im Ausführungsbeispiel nach 6 ist zusätzlich auch die vordere Kehrwalze 13 bis zur Wand 43 und an der Längsseite 64 über den Rahmen 7 hinaus verlängert. Dadurch können Ecken sowohl an der Längsseite als auch an der Stirnseite des Kehrgeräts 1 vollständig ausgekehrt werden. Bei den Ausführungsbeispielen nach 5 und 6 ragt die vordere Kehrwalze 13 stirnseitig über den Rahmen 7 hinaus.
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Die 7 und 8 zeigen Ausführungsbeispiele, mit denen an beiden Längsseiten 64 und 65 des Kehrgeräts Randkehren ermöglicht ist. An der Längsseite 64 entspricht die Ausgestaltung des Kehrgeräts nach 7 der Ausgestaltung nach 6. Beide Kehrwalzen 13 und 14 sind über den Rahmen 7 hinaus bis zur Wand 43 verlängert. Auf der gegenüberliegenden Längsseite 65 sind die Räder 5 und 6 ebenfalls innerhalb der Kontur des Rahmens 7 angeordnet. Auch der Riemen 17 ist innerhalb des Rahmens 7 angeordnet. Dies kann beispielsweise durch Kehrwalzen mit konisch nach außen verlaufenden Bürsten erreicht werden. Dadurch ist auch an der Längsseite 65 ein Kehren bis zum Rand möglich.
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Beim Ausführungsbeispiel nach 8 sind zwei Hinterräder 5 und ein mittig angeordnetes Vorderrad 6 vorgesehen. Bei Verwendung harter Borsten für die Kehrwalze 13 und/oder 14 kann das Vorderrad 6 entfallen. Das Kehrgerät 1 liegt dann auf den Kehrwalzen 13, 14 auf. Die vordere Kehrwalze 13 ist in zwei Abschnitte 13a, 13b unterteilt. Die beiden Abschnitte 13a, 13b der vorderen Kehrwalze werden über den mittig angeordneten Riemen 17 angetrieben. Benachbart zum Riemen 17 ist das Vorderrad 6 angeordnet. Auch mit dieser Ausgestaltung kann sowohl an der Stirnseite als auch an beiden Längsseiten 64 und 65 bis zur Wand 43 gekehrt werden.