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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines aus mehreren
Schichten bestehenden flexiblen Mehrschichtaufbaus sowie einen Mehrschichtaufbau
für ein
Identifikationsdokument.
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Solche
Identifikationsdokumente, wie beispielsweise Pässe, buchartige Personalausweise, Führerscheine,
vorläufige
Personaldokumente, Sicherheitsdokumente, Zugangsberechtigungen oder dergleichen,
enthalten persönliche
Daten. Deshalb besteht ein erhebliches Interesse daran, solche Identifikationsdokumente
vor Fälschungen
zu schützen und
die Herstellung von Fälschungen
technisch unmöglich
oder zumindest unrentabel zu machen. Darüber hinaus soll eine leichte Überprüfbarkeit
und Kontrollierbarkeit von solchen Identifikationsdokumenten ermöglicht sein.
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Aus
der
EP 1 502 765 A1 ist
ein Verfahren zur Herstellung eines Identifikationsdokumentes in Form
eines Büchleins
bekannt geworden, welches einen Umschlag umfasst, der an einem Rücken wie üblich gefalzt
ist und in den mehrere Blätter
in bekannter Weise eingebunden sind. Das Büchlein weist eine Datenseite
auf, die einen Mehrschichtaufbau mit einem Datenträger und
einer flexiblen Schicht aufweist. Der Datenträger umfasst beispielsweise
einen Chip und eine Antenne und ist aus einer Kunststofffolie ausgebildet.
Die flexible Schicht ist aus einer Kunststofffolie oder einem Gewebe
hergestellt. Durch Laminieren des Gewebes auf beiden Seiten der
Kunststofffolie wird die Kunststofffolie erweicht, um das Gewebe
mit der Oberfläche
des Datenträgers zu
verbinden.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
eines Mehrschichtaufbaus sowie einen Mehrschichtaufbau für ein Identifikationsdokument
vorzuschlagen, bei dem die Fälschungssicherheit
erhöht
wird, eine hohe Beanspruchung im täglichen Gebrauch über einen
langen Zeitraum ermöglicht
ist und vielseitig in Identifikationsdokumenten einsetzbar ist.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Verfahren gemäß den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
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Der
durch das erfindungsgemäße Verfahren hergestellte
Mehrschichtaufbau für
ein Identifikationsdokument weist den Vorteil auf, dass ein flexibles Grundmodul
oder eine flexible Basis für
die Weiterverarbeitung und Komplettierung mit weiteren Schichten
geschaffen wird. Die nur teilweise in die Substratschicht einlaminierte
Faserschicht ermöglicht,
dass eine darauf aufbringbare Klebemittelschicht eine Art Verzahnung
oder Verhakung mit der Substratschicht bildet, wobei gleichzeitig
eine hinreichende Elastizität
gegeben ist, so dass bei einer Biegebeanspruchung die einzelnen
Schichten nachgiebig zueinander ausgebildet sind. Hierfür ist eine
ein- oder mehrschichtige Substratschicht zumindest im jeweiligen
Randbereich aus einem thermoplastisch verarbeitbaren Poly mer hergestellt,
in den die Faserschicht teilweise einlaminiert wird. Unter thermoplastisch
verarbeitbaren Polymer werden thermoplastische Elastomere oder Thermoplaste
verstanden. Zu den thermoplastischen Elastomeren, welche bei Temperaturerhöhung strukturell
aufbrechen können und
beim Abkühlen
wieder reversibel vernetzen, wobei sie ein 3D-Netzwerk ausbilden
können,
gehören vorzugsweise
thermoplastisches Polyurethan (TPU) oder Mischungen mit überwiegend
TPU. Dagegen sind die Thermoplaste linear und nicht 3D-vernetzt. Zu
diesen Thermoplasten gehören
beispielsweise PP, PE, PA, PVC, PET und Mischungen daraus. Der über die
Substratschicht hinausstehende Teil der Faserschicht oder der jeweiligen
Fasern weist eine größere Angriffsfläche für eine Klebemittelschicht
als die Seitenfläche
der Substratschicht auf, durch welche eine Deckschicht zur Substratschicht
fixiert wird. Durch die Verhakung beziehungsweise Verklammerung
der einzelnen Fasern einer Faserschicht zwischen den zueinander
benachbarten Schichten, also zwischen der Substratschicht und der
Klebemittelschicht, wird einerseits eine hohe Flexibilität und andererseits
eine hohe Biegewechselfestigkeit erzielt. Durch den gewählten Aufbau
werden auch senkrecht zur Schichtebene die Eigenschaften eines Faserverbundwerkstoffs
mit sehr hoher Festigkeit erzielt, ohne dass dabei eine Deckschicht
mit der Faserschicht verschmilzt oder die Faserschicht in die Deckschicht einlaminiert
wird. Die Schichten lassen sich bei Fälschungsversuchen nicht mehr
voneinander trennen, ohne sichtbare Beschädigungen, insbesondere an Einbandmaterial
und Vorsatz, an einer Personalisierungsdatenseite oder an Einlageblättern zu
hinterlassen. Ebenso wird ein Spleißen des Schichtverbundes an
den gestanzten Außenkanten
des Buchdeckels während
des langjährigen
Gebrauchs des Dokumentes wirksam verhindert.
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Nach
einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass
die Faserschicht aus einem Vlies oder strukturiertem Material wie
Gewebe, Gewirke oder Gelege, aus cellulosehaltigen Fasern oder einer
langfasrigen Cellulose hergestellt ist. Alternativ kann die Faserschicht
auch aus einem Vlies auf der Basis von Pflanzenfasern, wie beispielsweise
Banane, Kokos oder dergleichen, hergestellt werden. Ebenso können Industriecellulose
aus Holz sowie alle weiteren cellulosehaltigen Fasern, wie Hanf,
Baumwolle oder dergleichen, eingesetzt werden. Weiterhin können Kunstfasern,
wie zum Beispiel PET, PA, PE oder PP oder deren Mischungen, verwendet
werden. Des Weiteren können
auch Mischungen aus Kunst- und Naturfasern verwendet werden. Solche
Fasern weisen eine gute Benetzbarkeit mit der Substratschicht, die
bevorzugt aus einem thermoplastischen Polyurethan hergestellt ist,
und mit einem Klebemittel auf.
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Das
Flächengewicht
der zumindest teilweise in die Substratschicht eingebetteten Faserschicht kann
einen Bereich von 5 bis 40 g/m2 umfassen.
Besonders geeignet sind Flächengewichte
im Bereich von 6 bis 15 g/m2.
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Die
Faserlänge
der Fasern, die in die Substratschicht teilweise eingebracht werden
oder die Faserschicht oder das Faservlies bilden, beträgt bevorzugt
zumindest 2 mm. Es können
beispielsweise auch Fasern mit einer Länge von mehreren Zentimetern
vorgesehen sein.
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Ein
flexibler Mehrschichtaufbau wird gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung
des Verfahrens dadurch erzielt, dass eine auf einer Faserschicht
aufgebrachte Klebemittelschicht die einzelnen hervorstehenden Fasern
zumindest umschließt,
so dass nach dem Aushärten
der Klebemittelschicht ebenfalls ein Einlaminieren der Fasern in
der Klebemittelschicht in Analogie zur Substratschicht vorliegt.
Des Weiteren kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Klebemittelschicht
beim Aufkaschieren auf die Substratschicht bis auf diese durchdringt
und zusätzlich
an der Substratschicht angreift. Dadurch kann ein besonders stabiler
Faserverbund erzielt werden.
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Eine
vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahren sieht vor, dass die Klebemittelschicht
auf einer eine chemische Bindung zur Substratschicht und/oder zur
Faser aufbauenden Substanz hergestellt ist. Dadurch wird die Haftkraft
erhöht.
Bevorzugt ist das Klebemittel als wässrige Dispersion von Polyvinylacetat,
Vinylacetat Copolymer oder Polyurethanen hergestellt. In Verbindung
mit einem reaktiven Härter
auf Isocyanatbasis stellt sich eine besonders hohe Haftkraft ein.
Des Weiteren können
auch wasserfreie (reaktive) Polymethanrezepturen, wie zum Beispiel
Zwei komponenten-Polyurethane und reaktive Hotmelt-Polyurethane,
zum Einsatz kommen. Weiterhin ist es denkbar, UV-strahlungshärtende Klebemittel
zu verwenden. Solche Klebemittel weisen darüber hinaus den Vorteil auf,
dass diese eine Elastizität
in den Schichtaufbau einbringen. Gleichzeitig kann vorteilhafterweise
in Abhängigkeit
der Schichtdicke eine Dämpfung
des Systems gegen Stöße von außen vorgesehen
sein. Solche Klebemittel umfassen bevorzugt Härter oder flexible PUR-Systeme, wie beispielsweise
Zwei-Komponenten-Systeme oder Hotmelt-Kleber. Des Weiteren können wenig verdichtete
Materialien aus latexierter Cellulosefaser mit relativ viel Lufteinschlüssen zur
optimalen Dämpfung
vorgesehen sein.
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Bevorzugt
ist vorgesehen, dass die Klebemittelschicht als wärmeaktivierbare
reaktive Klebefolie oder Klebemittel, beispielsweise eine wärmeaktivierbare
reaktive Polyurethanfolie oder eine Acrylatklebeschicht, ausgebildet
ist. Dies weist den Vorteil auf, dass die Schicht separat bereit
gestellt und unmittelbar vor dem Einbringen des Mehrschichtaufbaus
in ein Identifikationsdokument oder vor dem Aufbringen einer Deckschicht
eingelegt werden kann. Somit ist auch ermöglicht, dass unmittelbar vor dem
Gebrauch, wie beispielsweise auf einer Behörde, ein sogenannter e-Sticker
umfassend elektronische Komponenten, zum Beispiel eine Antenne mit Chip,
in Form eines sogenannten Visastickers, in ein Identifikationsdokument
eingebracht wird, indem der Mehrschichtaufbau und die Klebemittelschicht
nacheinander auf das Einlageblatt des Identifikationselements aufgebracht
wird. Bevorzugt ist diese wärmeaktivierbare
reaktive Klebefolie auf Polyurethan-Basis oder auf der Basis eines
thermoplastischen Schmelzklebers ausgebildet. Ebenfalls bevorzugt wird
die Verwendung von drucksensitiven Klebemitteln, wie Acrylatklebern,
als Klebemittelschicht bei e-Stickern oder Klebemitteln, welche
nur zeitweise aufgebracht werden.
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Der
erfindungsgemäße Mehrschichtaufbau weist
bevorzugt in der Substratschicht ein Transpondermodul auf, welches
in der Substratschicht vollständig
eingebettet ist und die Faserschicht sich im Randbereich vollständig über die
Substratschicht erstreckt. Dadurch kann eine einfache Herstellung während dem
Einlaminieren der Faserschicht ermöglicht werden.
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Alternativ
kann vorgesehen sein, dass das Transpondermodul an den Randbereich
der Substratschicht angrenzt und die Faserschicht an einer Stirnfläche des
Transpondermoduls aufgelegt wird. Bei einer Verringerung der Substratschichtdicke
kann eine solche Ausführungsform
von Vorteil sein, wobei durch die Verbindung der Faserschicht mit
dem Transpondermodul die Faserverbundwirkung aufrecht erhalten bleibt.
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Nach
einer weiteren alternativen Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen,
dass das Transpondermodul aus der Substratschicht herausragt und in
einer Ausstanzung der Faserschicht vorgesehen ist. Dadurch kann
eine noch weitere Reduzierung des Schichtdickenaufbaus und Beibehaltung
der Verbundwirkung der einzelnen Schichten erzielt werden.
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Eine
weitere Ausgestaltung des Verfahrens zur Herstellung einer Buchdeckeneinlage
sieht vor, dass eine aus einem thermoplastischen Elastomer, insbesondere
thermoplastischem Polyurethan, ausgebildete Substratschicht mit
jeweils einer im Randbereich der Substratschicht eingebrachten Faserschicht
versehen ist und auf einer Seite der Substratschicht eine Klebemittelschicht
aufgetragen wird, so dass auf der mit der Klebemittelschicht versehenene Substratschicht
das Vorsatz aufkaschiert wird. Das Vorsatz kann aus Papier, einer
Folie oder einer Kombination aus einem ein- oder mehrschichtigen
Verbund aus einem oder verschiedenen Materialien bestehen, der insbesondere
Sicherheitsmerkmale umfasst. Eine solche Buchdeckeneinlage ist als
Zwischenprodukt geeignet, um zu einem buchartigen Wertdokument weiterverarbeitet
zu werden. Beispielsweise werden in einem nächsten Arbeitsgang Einlageblätter sortiert
und der Buchdeckeneinlage zugeordnet. Im Anschluss daran wird eine
Naht durch die Buchdeckeneinlage und die Einlageblätter eingebracht.
Anschließend
wird die Buchdeckeneinlage mit einem Buchdeckeneinband versehen
beziehungsweise auf die Buchdeckeneinlage zur Fertigstellung des
buchartigen Wertdokumentes der Buchdeckeneinband aufkaschiert.
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Alternativ
kann vorgesehen sein, dass die Einlageblätter beziehungsweise Inhaltsseiten
mit einem Vorsatz vernäht
werden. Die Substratschicht, in welcher bevorzugt ein Transpondermodul
eingebettet ist, wird mit der Faserschicht auf das Vorsatz aufkaschiert.
Anschließend
wird auf der gegenüberliegenden
Seite der Substratschicht das Einbandmaterial auf die Faserschicht
der Substratschicht aufkaschiert.
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Bevorzugt
ist vorgesehen, dass in der Substratschicht ein Transpondermodul
eingebettet ist. Dadurch ist ein hinreichender Schutz des Transpondermoduls
gegen äußere Einflüsse gegeben.
Zudem ist das Transpondermodul von außen nicht sichtbar und spürbar.
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Die
Aufbringung des Einbandmaterials weist vorteilhafterweise ebenfalls
einen dämpfenden
Charakter auf. Hierfür
wird bevorzugt ein Einbandmaterial aus einem porösen Material oder wenig verdichteten
Material mit langfasriger Cellulose und Latex eingesetzt. Die Dämpfung wird
insbesondere durch eine Kombination von elastischen Klebern und
einer Auswahl der Materialien für
den Einband erzielt. Zusätzlich
kann die Faserschicht in Verbindung mit der Substratschicht dämpfende
Eigenschaften aufweisen. Diese neue flexible Konstruktion erlaubt
damit auch den Einsatz eines schützenden
Einbandmaterials, ohne den Guckdeckel zu sehr zu versteifen. Ein Sperrverhalten
des Bucheinbandes lässt
sich durch den verwendeten heißsiegelfähigen Kleber
durch Zusammenklappen des Buches bei Temperaturen größer 80° wesentlich
reduzieren.
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Durch
die vorbeschriebene Ausführungsform ist
eine flexible Buchdecke geschaffen, welche eine hohe Biegefähigkeit
aufweist, jedoch knickfest ausgebildet ist.
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Ein
alternatives Verfahren zur Herstellung eines Mehrschichtaufbaus
für eine
Personalisierungsdatenseite sieht vor, dass eine auf jeder Seite
mit einer Faserschicht versehene Substratschicht, die teilweise
einlaminiert ist, mit einer Klebemittelschicht versehen wird, so
dass auf jeder Seite der Substratschicht eine Deckschicht, insbesondere
aus einem temperaturstabilen Kunststoff, wie beispielsweise Polycarbonat,
aufkaschiert wird. Solche Personalisierungsdatenseiten können ebenfalls
in ein buch artiges Wertdokument, beispielsweise durch Einnähen, integriert
werden. Alternativ kann ein solcher Mehrschichtaufbau auch als Ausweiskarte
oder dergleichen ausgebildet sein. Bevorzugt ist ebenfalls vorgesehen,
dass die Substratschicht eine elektronische Komponente, zum Beispiel
ein Transpondermodul bestehend aus Antenne und Chip, umfasst. Alternativ zur
vorbeschriebenen Ausgestaltung der Personalisierungsdatenseite ist
auch vorgesehen, dass die Substratschicht auf nur einer Seite im
Randbereich eine zum Teil einlaminierte Faserschicht umfasst, welche
mit einer Klebemittelschicht versehen wird, um diese Substratschicht
mit einer Personalisierungsdatenseite zu versehen. Auf der gegenüberliegenden
Seite der Substratschicht, welche nicht mit einer Faserschicht im
Randbereich versehen ist, kann ein Sicherheitspapier vorgesehen
sein. Ein solches Sicherheitspapier kann ein Papier oder eine Folie
umfassen, die Funktionsflächen
mit verschiedenen Sicherheitsfunktionen umfasst. Bei beiden Ausführungsformen
des Mehrschichtaufbaus kann die Klebemittelschicht auch als Folie
unmittelbar vor dem Weiterverarbeiten des Mehrschichtaufbaus zur
Personalisierungsdatenseite oder Klebeetikett oder e-Sticker (Klebeetikett
mit elektronischer Komponente), beispielsweise als Visasticker,
beigestellt und aufgebracht werden oder bereits auf dem Mehrschichtaufbau
versehen sein, wobei vor dem Verbinden mit dem Aufbringungsort eine
Schutzfolie abgezogen wird.
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Zum
Verbinden des Klebeetiketts mit dem Sicherheitsdokument, zum Beispiel
Passbuch, bei Verwendung eines wärmereaktiven
Klebemittels können Passbuch
und Klebeetikett in eine Halte- und Pressvorrichtung eingespannt
werden, wobei Passbuch und Klebeetikett fixiert werden. Die beheizbare Pressvorrichtung
ermöglicht
dem wärmeaktivierbaren
Klebemittel bei einer Temperatur von zum Beispiel 120 bis 160°C und beispielsweise
20 bis 60 Sekunden Anpresszeit auszureagieren.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
zur Herstellung eines Mehrschichtaufbaus zur Ausgestaltung eines
einseitig klebenden Etiketts sieht vor, dass eine Substratschicht
aus thermoplastischem Elastomer, insbesondere TPU, mit zumindest
einer am Randbereich teilweise eingebrachten Faserschicht versehen
wird, und die mit der Faserschicht versehene Seite der Substratschicht
mit einer Klebemittelschicht versehen wird, auf wel cher wiederum
eine abziehbare Schutzfolie aufgebracht wird oder zur Substratschicht
mit der einseitig aufgebrachten Faserschicht im Randbereich eine
Klebefolie als Klebemittelschicht zum Aufbringen auf die Faserschicht separat
bereit gestellt wird. Dadurch können
sogenannte Visasticker oder dergleichen hergestellt werden, die
nach dem Einbringen auf einem Einlageblatt oder einem anderen Bestandteil
eines Identifikationsdokumentes eine Faserverbundwirkung aufbauen und
ermöglichen,
dass eine flexible, jedoch langlebige Verbindung zum aufgebrachten
Einlageblatt oder dergleichen aufgebaut wird. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß des Weiteren
durch einen Mehrschichtaufbau für
ein Identifikationsdokument gelöst, welcher
einen Schichtaufbau aus einer ein- oder mehrschichtigen Substratschicht
aus einem thermoplastischen Polyurethan umfasst, wobei im Randbereich
der Substratschicht auf zumindest einer Seite der Substratschicht
eine Faserschicht teilweise einlaminiert und ein über die
Substratschicht hinausstehender Teil der Faserschicht zur Verankerung
in einer Klebemittelschicht vorgesehen ist, damit eine an der Klebemittelschicht
anhaftende Deckschicht zur Substratschicht nicht lösbar und
flexibel fixiert ist. Durch diese Anordnung wird ermöglicht,
dass zwischen der Klebemittelschicht und der Substratschicht nicht
nur die Adhäsion
an den einander gegenüberliegenden Grenzflächen wirkt,
sondern zusätzlich
die Faserschicht sowohl in der Substratschicht als auch in Klebemittelschicht
einlaminiert und verankert oder verklammert ist. Dadurch kann eine
erhöhte
Festigkeit bei einer gleichzeitig hohen Flexibilität erzielt
werden. Die Klebemittelschicht kann wiederum mit einer Deckschicht
vollflächig
in Verbindung treten, so dass die Klebemittelschicht einen flexiblen Übergang
zwischen einer Deckschicht und der Substratschicht mit einer hohen
Verbundwirkung ermöglicht.
Ein solcher Aufbau ist für
eine ein- oder mehrschichtige Personalisierungsdatenseite sowie
für eine
Buchdecke oder Buchdeckeneinlage als auch für ein einseitig klebendes Etikett
für ein
Identifikationselement vorgesehen.
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Beim
erfindungsgemäßen Mehrschichtaufbau
wird diese Faserverbundwirkung bevorzugt dadurch erzielt, dass die
Klebemittelschicht beim Aufbringen auf die Faserschicht den über den
Randbereich hinausstehenden Teil der Faserschicht umschließt und die
Klebemittelschicht zu mindest teilweise auf die Substratschicht durchdringt.
Dabei ist die Klebemittelschicht in der Auftragsdicke und der Materialzusammensetzung
auf die Faserschicht angepasst, so dass hohe Festigkeiten durch
ein solches Eindringverhalten der Klebemittelschicht in die Faserschicht
ermöglicht
ist.
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Nach
einer vorteilhaften Ausgestaltung der mehrschichtigen Buchdecke
oder Personalisierungsdatenseite ist die Substratschicht aus einer
einzigen Schicht, insbesondere einem thermoplastischen Polyurethan,
hergestellt. Bevorzugt ist in dieser Schicht ein Transpondermodul
eingebettet. Alternativ kann vorgesehen sein, dass das Transpondermodul
an den Randbereich angrenzt und von der Faserschicht überdeckt
wird oder teilweise in die Faserschicht hineinragt. Des Weiteren
kann alternativ vorgesehen sein, dass die Faserschicht eine Ausstanzung
in dem Bereich hat, in welchem das Transpondermodul gegenüber dem
Randbereich der Substratschicht hervorsteht.
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Zur
Ausgestaltung einer Buchdecke ist vorteilhafterweise vorgesehen,
dass eine Deckschicht als Vorsatz und eine gegenüberliegende Deckschicht als
Buchdeckeneinband vorgesehen ist. Bei der Verwendung des Mehrschichtaufbaus
als Personalisierungsdatenseite sind bevorzugt beide Deckschichten aus
einem temperaturbeständigen
Kunststoff, wie beispielsweise Polycarbonat, hergestellt.
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Die
Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen
derselben werden im Folgenden anhand der in der Zeichnungen dargestellten
Beispiele näher
beschrieben und erläutert.
Die der Beschreibung und den Zeichnungen zu entnehmenden Merkmale
können
einzeln für
sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination erfindungsgemäß angewandt
werden. Es zeigen:
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1 eine
schematisch vergrößerte Darstellung
eines erfindungsgemäßen Mehrschichtaufbaus mit
einer Substratschicht und einer zum Teil einlaminierten Faserschicht,
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2 eine
schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Mehrschichtaufbaus für eine Buchdecke,
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3 eine
alternative Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Mehrschichtaufbaus für eine Buchdecke
zu 2,
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4 eine
schematische Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen Mehrschichtaufbaus
für eine
Personalisierungsdatenseite oder eines Etikettes für ein Einlageblatt
und
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5 eine
alternative Ausgestaltung zur Herstellung eines Mehrschichtaufbaus
gemäß 4.
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In 1 ist
ein erfindungsgemäßer Mehrschichtaufbau 10 für ein Identifikationsdokument 11, wie
beispielsweise einen Reisepass oder dergleichen, dargestellt. Der
Mehrschichtaufbau 10 umfasst eine Substratschicht 14.
Diese Substratschicht 14 ist aus einem thermoplastisch
verarbeitbaren Polymer hergestellt. Diese weist beispielsweise eine
Schichtdicke zwischen 50 bis 500 μm
auf. Bevorzugt ist in der Substratschicht 14 ein Transpondermodul 16 eingebettet.
Die Substratschicht 14 weist im Randbereich auf einer Ober-
oder Unterseite eine Faserschicht 18 auf. Diese Faserschicht 18 besteht
beispielsweise aus einzelnen Fasern, die teilweise in die Substratschicht 14 einlaminiert
sind. Ein Teil der Fasern steht gegenüber der Substratschicht 14 hervor. Die
Faserschicht 18 kann als eine Anhäufung von einer Vielzahl von
Einzelfasern ausgebildet sein. Ebenso kann ein Vlies oder Spinnvlies
vorgesehen sein, welches teilweise einlaminiert ist. Dabei ist vorgesehen,
dass die einzelnen Fasern auf der der Substratschicht 14 zugewandten
Seite in diese eindringen beziehungsweise beim Herstellen teilweise
einlaminiert sind und auf der anderen Seite eine gute Benetzbarkeit
mit einem darauf aufbringbaren Klebemittel zur Ausbildung einer
Klebemittelschicht 21 ermöglichen. Die Faserschicht 18 kann
verschiedene oder gleiche Anordnungen und Ausgestaltungen der einzelnen Fasern 29 umfassen.
Beispielsweise kann die Faserschicht 18 aus einzelnen Fasern 29 ausgebildet
sein, die mit einem Ende in die Substratschicht 14 eingebettet
oder darin verhakt sind und das freie Ende frei hervorsteht. Das
freie Ende kann auch als Haken 30 oder als eine geschlossene
Schlaufe 31 ausgebildet sein. Ebenso können Fasern 29 an
längeren
freien Enden vorgesehen sein, die wirr übereinander liegen oder zueinander
angeordnet sind, bevor die Klebemittelschicht aufgetragen wird.
Des Weiteren können Fasern 29 schlangenlinienförmig ausgebildet
sein, wobei abwechselnd Abschnitte in- und außerhalb der Substratschicht
liegen können.
Durch diesen Mehrschichtaufbau 10 kann nach dem Aufbringen
einer Klebemittelschicht 21 zur Aufnahme von weiteren Schichten,
wie nachfolgend noch beschrieben sein wird, ermöglicht sein, dass sowohl die
Klebemittelschicht 21 als auch die Substratschicht 14 im
Wesentlichen im gleichen Maße
durch die Fasern zueinander verankert werden, so dass neben der
reinen Adhäsion
der aneinander grenzenden Flächen
ein zusätzlicher
Verankerungseffekt erzielt wird. Dadurch wird die Faserverbundwirkung
erhöht.
Gleichzeitig kann die Flexibilität
eines solchen Mehrschichtaufbaus 10 erhöht werden.
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Eine
besonders vorteilhafte Verbindung wird erzielt, wenn die Klebemittelschicht 21 eine
chemische Bindung zur Substratschicht 14 und/oder Faserschicht 18 beziehungsweise
Vliesschicht aufbaut.
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Die
vorbeschriebenen Ausführungsformen ermöglichen
zusammen mit der Klebemittelschicht 21 einen flexiblen
und nicht lösbaren
Verbund.
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In 2 ist
eine schematische Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen Mehrschichtaufbaus 10 zur
Ausbildung einer flexiblen Buchdecke 12 für ein Passbuch
dargestellt. Bei dieser Ausführungsform
umfasst der Mehrschichtaufbau 10 auf jeder Seite der Substratschicht 14 eine
Faserschicht 18, um eine Faserverbundwirkung zum Vorsatz 23 und Einbandmaterial 24 zu
bilden.
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Bevor
das Einbandmaterial 24 auf die freie Faserschicht 18 der
Substratschicht 14 aufkaschiert wird, werden Einlageblätter 26 beziehungsweise
Datenseiten 26 und gegebenenfalls eine Personalisierungsdatenseite
mit einer Buchdeckeneinlage vernäht.
Diese Buchdeckeneinlage besteht beispielsweise aus der Substratschicht 14 und
das Vorsatz 23. Das Vorsatz 23 und/oder die Substratschicht 14 können bevorzugt
mit mehreren Einlageblättern 26 und gegebenenfalls
einer Personalisierungsdatenseite vernäht sein. Nach dem Einnähen der
Datenseiten wird ein Buchdeckeneinbandmaterial 24 aufkaschiert,
der insbesondere einen Randbereich des Vorsatzes 23 übergreift.
Das Vorsatz kann aus Papier, einer Folie oder einer Kombination
eines ein- oder mehrschichtigen Verbundes oder aus einem oder mehreren
Materialien bestehen.
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In 3 ist
eine alternative Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Mehrschichtaufbaus 10 für eine flexible
Buchdecke 12 oder eine Personalisierungsdatenseite oder
einen e-Sticker als Visasticker dargestellt. Bei dieser Ausführungsform
ist die Faserschicht 18 nur einseitig in die Substratschicht 14 eingebracht.
Auf der gegenüberliegenden
Seite der Substratschicht 14 ist beispielsweise ein Sicherheitspapier
oder das Vorsatz 23 unmittelbar auf die Substratschicht 14 aufgebracht.
Bei dieser Ausführungsform
ragt das Transpondermodul 16 über die Substratschicht 14 hinaus,
kann aber auch mit der Schicht 14 abschließen oder
hinter ihr zurückbleiben (nicht
gezeigt). Die Faserschicht 18 ist dabei derart ausgestaltet,
dass diese eine Ausstanzung für
das Transpondermodul aufweist, so dass eine Klebemittelschicht 21 unmittelbar
an dem Transpondermodul 16 angreift. Alternativ kann vorgesehen
sein, dass das Transpondermodul 16 bis in den Randbereich der
Substratschicht 14 sich erstreckt und von der Faserschicht 18 überdeckt
wird. Nach dem Aufbringen der Klebemittelschicht 21 wird
das Einbandmaterial 24 aufgebracht, um die Buchdecke 12 fertigzustellen oder
ein oder mehrere Einlageblätter 26 aufgebracht, um
eine Personalisierungsdatenseite oder einen e-Sticker fertigzustellen.
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Diese
Ausführungsform
gemäß 3 kann auch
dahingehend abgewandelt werden, dass eine Faserschicht 18 nur
zwischen dem Vorsatz 23 und der Substratschicht 14 vorgesehen
ist.
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In 4 ist
eine schematische Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen Mehrschichtaufbaus 10 als
Personalisierungsdatenseite oder als Visasticker dargestellt. Der
Mehrschichtaufbau 10 gemäß 1 wird auf
eine Personalisierungsdatenseite aufgeklebt und mit dieser verbun den.
Dieser Verbund kann zusätzlich
noch mit einer Deckschicht versehen sein, die aus einem vorzugsweise
temperaturbeständigem
Material besteht, die Personalisierungsdatenseite bevorzugt vollständig umschließt und gegebenenfalls
noch einen Überstand
zum Einnähen
oder Befestigen in einem Passbuch aufweist. Alternativ oder zusätzlich kann
auch ein Einlageblatt 26 als Deckschicht aufgebracht werden.
Die vorbeschriebenen Varianten bezüglich der Anordnung und Anzahl
der Faserschichten 18 als auch des Transpondermoduls 16 in
und zur Substratschicht 14 gelten auch für die vorliegende
Ausführungsform.
Bei dieser Ausführungsform
ist beispielsweise vorgesehen, dass die Klebemittelschicht 21 zunächst auf
das Faservlies aufgebracht wird, bevor die Personalisierungsdatenseite
aufkaschiert wird.
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Eine
alternative Verfahrensweise zur Herstellung einer solchen Personalisierungsdatenseite ist
in 5 dargestellt. Die Klebemittelschicht 21 kann
als separate Klebefolie bereitgestellt werden. Somit können manuelle
Einzelanfertigungen ermöglicht
werden. Dies ist besonders vorteilhaft bei der Herstellung von sogenannten
Visastickern beziehungsweise einseitigen Klebeetiketten. Diese alternative
Ausführungsform
gilt ebenso für
die Ausführungsform
gemäß den 2 und 3.
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Der
erfindungsgemäße Mehrschichtaufbau 10 ermöglicht somit
den Einsatz für
eine Buchdeckeneinlage, einen Bucheinband für eine Personalisierungsdatenseite
als auch ein Klebeetikett zum Einbringen in oder auf ein Identifikationsdokument.
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Alle
vorbeschriebenen Merkmale sind jeweils für sich erfindungswesentlich
und können
beliebig miteinander kombiniert werden.