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Die
Erfindung betrifft eine supraleitfähige Magnetfeldspule, mit mindestens
einer lagenweise gewickelten Spulensektion.
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Solche
Magnetfeldspulen sind beispielsweise bekannt geworden durch die
NMR-Magnete der UltraShield-Baureihe der Firma Bruker BioSpin GmbH,
Rheinstetten, DE.
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Supraleitfähige Magnetfeldspulen
werden dazu eingesetzt, Magnetfelder großer Stärke (etwa 20 Tesla oder mehr)
zu erzeugen. Solch starke Magnetfelder werden insbesondere in der
Hochauflösenden
Kernspinresonanz(NMR)Spektroskopie eingesetzt. Supraleitfähige Magnetfeldspulen
werden im Betrieb gekühlt,
beispielsweise mit flüssigem
Helium in einem Kryostaten.
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Die
Magnetfeldspulen sind typischerweise solenoidförmig ausgebildet und werden
mit einem supraleitfähigen
Draht in aufeinanderliegenden, in Serie verbundenen Lagen gewickelt.
In der Regel ist die Wicklung des supraleitfähigen Drahtes innerhalb einer
Lage dicht, d.h. benachbarte Windungen des supraleitfähigen Drahtes
berühren
sich. Dies verhindert eine Verschiebung von Windungen durch magnetische
Kräfte,
insbesondere beim Aufladen der Magnetfeldspule.
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Einzelne
Stücke
des supraleitfähigen
Drahtes können
nur außerhalb
der Spule mit supraleitenden Verbindungselementen, sogenannten Joints,
zusammengeführt
werden. Im Stand der Technik wird daher mit einem Drahtstück stets
eine ganzzahlige Anzahl von Lagen gewickelt. Bei der Fertigung der Spule
wird von einem Drahtstück
also nur jeweils derjenige Anteil des Drahtstück verwendet, der der Länge eines
ganzzahligen Vielfachen der „Lagenlänge" (das ist die Drahtlänge innerhalb
einer Lage) entspricht. Ein etwaiger Rest des Drahtstücks wird
weggeworfen („Verschnitt").
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Da
die Drahtherstellung von Supraleitern aus Nb3Sn
oder NbTi normalerweise ausgehend von Bolzen mit einem Gewicht von
typischerweise ca. 30 kg bis 300 kg erfolgt, wird die verfügbare Länge von Drahtstücken in
hohem Maße
durch den Leiterquerschnitt des Drahtes bestimmt. Bei den Hochtemperatursupraleitern
wie YBaCuO oder BiSrCaCuO liegen die maximal verfügbaren Längen von
Drahtstücken derzeit
zwischen ca. 100 m und ca. 2000 m.
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Bei
Magnetspulen mit sehr kurzen Lagenlängen im Vergleich zu den verfügbaren Längen von Drahtstücken (beispielsweise
infolge einer absolut kurzen Lagenlänge bei geringem Spulendurchmesser
und/oder einem dünnem
Leiterquerschnitt, etwa mit einem Leitergewicht < 10 kg/Lage) fällt der Verschnitt bezüglich der
Gesamtfertigungskosten nicht ins Gewicht.
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Bei
Magnetfeldspulen mit Lagenlängen,
die in der Größenordnung
der verfügbaren
Längen
von Drahtstücken
sind (beispielsweise infolge eines großen Spulendurchmessers und/oder
eines großen Leiterquerschnitts
und damit mit hohem Leitergewicht/Lage, etwa > 10 kg/Lage) erhöht der Verschnitt des supraleitfähigen Drahtes
die Fertigungskosten der Magnetfeldspule erheblich. Steht beispielsweise ein
Drahtstück
mit einer Länge
entsprechend 1,9 Lagen zur Verfügung,
so wird ein Restdraht mit einer Länge entsprechend 0,9 Lagen
verworfen, d.h. der Verschnitt kann die Materialkosten für den supraleitfähigen Draht
nahezu verdoppeln.
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Aufgabe der Erfindung
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Es
ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine supraleitfähige Magnetfeldspule
bereitzustellen, die erheblich billiger hergestellt werden kann
als herkömmliche
Magnetfeldspulen, insbesondere wenn die Magnetfeldspule eine vergleichsweise große Lagenlänge aufweist.
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Kurze Beschreibung der Erfindung
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Diese
Aufgabe wird gelöst
durch eine supraleitfähige
Magnetfeldspule der eingangs vorgestellten Art, die dadurch gekennzeichnet
ist, dass in mindestens einer Lage der Spulensektion N (mit N ≥ 2) supraleitfähige Drahtabschnitte
parallel gewickelt sind, sodass die Windungen der N Drahtabschnitte jeweils
benachbart sind, und dass die N Drahtabschnitte in Serie geschaltet
sind.
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Erfindungsgemäß wird somit
die mindestens eine Lage nicht mit einem einzigen, durchgehenden Drahtabschnitt
gewickelt, sondern mit N Drahtabschnitten parallel. Während ein
durchgehender Drahtabschnitt in seiner Länge einer Lagenlänge (oder
einem Vielfachen davon) entsprechen müsste, brauchen die N Drahtabschnitte
nur jeweils eine Länge
von ungefähr
(1/N)·Lagenlänge (oder
ein Vielfaches davon) aufzuweisen. Die Lagenlänge entspricht (unter Vernachlässigung
der axialen Erstreckung der Spule) der Zahl aller Drahtwindungen
in der Lage multipliziert mit dem Umfang der Spule. Die Zahl der Drahtwindungen
in einer Lage wiederum entspricht im Wesentlichen dem Quotienten
aus Spulenlänge
in axialer Richtung und Drahtbreite.
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Von
jedem zur Verfügung
stehenden Drahtstück
kann erfindungsgemäß ein vergrößerter Anteil genutzt
werden. Je Drahtabschnitt fällt
erfindungsgemäß ein Verschnitt
von weniger als (1/N)·Lagenlänge an,
während
im Stand der Technik (bei nur einem Drahtabschnitt in einer Lage)
ein Verschnitt von bis zu einer Lagenlänge anfallen konnte. Ein Drahtstück von 1,9
Lagenlängen
(vgl. oben) kann beispielsweise erfindungsgemäß bei N = 4 parallelen Drahtabschnitten
in jeder Lage in sieben Drahtabschnitte von je 1/4 Lagenlängen aufgeteilt
werden, wobei ein Rest von 1,9 – 1,75
= 0,15 Lagerlängen
als Verschnitt bleibt. Man beachte, dass erfindungsgemäß mehrere
Drahtabschnitte, insbesondere Drahtabschnitte verschiedener Lagen,
zu einem zusammenhängenden
Drahtstück
gehören
können.
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Die
Windungen des supraleitenden Drahtes in einer Lage teilen sich erfindungsgemäß auf die
N Drahtabschnitte gleichmäßig auf,
typischerweise mit einer festen, periodische Abfolge von Windungen
der einzelnen Drahtabschnitte entlang der Längsachse der Spule innerhalb
einer Lage. Letzteres vermeidet Drahtkreuzungen. Jeder Drahtabschnitt
weist dann eine Steigung von N Drahtbreiten je Windung auf (unter
Annnahme des gleichen Drahttyps für alle Drahtabschnitte in einer
Lage).
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Um
ein Magnetfeld entsprechend einem einzigen, durchgehenden Draht
in einer Lage zu erhalten, werden die N Drahtabschnitte erfindungsgemäß in Serie
miteinander verbunden, erforderlichenfalls mit Hilfe von Joints
außerhalb
der Spule. Die serielle Verschaltung kann dabei auch mittelbar erfolgen,
d.h. andere Spulenabschnitte (etwa aus höheren oder tieferen Lagen oder
aus anderen Spulensektionen) sind noch zwischen die verbundenen
Drahtabschnitte einer Lage geschaltet.
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Die
erfindungsgemäße Aufteilung
einer Lage in mehrere, parallele Drahtabschnitte bringt weiterhin den
Vorteil einer feineren Quantisierung des magnetischen Dipolmoments
der Magnetfeldspule mit sich. Zum Zwecke der Abschirmung werden
typischerweise ein Teil einer ersten Spulensektion (Hauptfeldspule)
und ein Teil einer zweiten Spulensektion (Abschirmspule) in Serie
geschaltet und gemeinsam mit einem Schutzwiderstand überbrückt. Dabei
sollten die beiden Teile ein möglichst
genau gegengleiches magnetisches Dipolmoment aufweisen. Da die Kontaktierung
nur jeweils am Spulenrand erfolgen kann, erfolgt im Stand der Technik
die Kompensation jeweils über
ganzzahlig viele vollständige
Lagen bzw. deren Dipolmoment. Mit der Erfindung ist ein Zugriff auch
auf Teillagen bzw. deren Dipolmoment möglich.
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Vorteilhafterweise
sind in der überwiegenden Zahl
der Lagen, insbesondere in allen Lagen, der mindestens einen Spulensektion
jeweils mehrere parallel gewickelte Drahtabschnitte vorgesehen.
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Im
Rahmen der Erfindung ist typischerweise eine Solenoidform für die Magnetfeldspule
bzw. ihre Spulensektionen vorgesehen.
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Bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Magnetfeldspule
liegen die Windungen der N Drahtabschnitte einer Lage jeweils kraftschlüssig aneinander.
Dadurch stabilisieren sich die Windungen gegenseitig mechanisch,
und Leiterverschiebungen oder Schwingungen aufgrund magnetischer
oder äußerer Kräfte werden
vermieden. Dadurch kann die Feldhomogenität und zeitliche Stabilität der Magnetfeldspule
verbessert werden.
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Bevorzugt
ist weiterhin eine Ausführungsform,
bei der die Drahtabschnitte aller Lagen in Serie geschaltet sind.
Dies vereinfacht das Laden und den Betrieb der Magnetfeldspule.
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In
gleicher Weise bevorzugt ist eine Ausführungsform, die vorsieht, dass
wenigstens zwei Spulensektionen vorgesehen sind, und dass die Drahtabschnitte
aller Spulensektionen in Serie geschaltet sind. Zwei wichtige Beispiele
für Spulensektionen sind
eine Hauptfeldspule und eine Abschirmspule; es können aber auch weitere oder
andere Aufteilungen und Spulensektionen vorgesehen sein. Die Serienschaltung
vereinfacht wiederum Laden und Betrieb.
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Bei
einer bevorzugten Weiterbildung dieser Ausführungsform ist vorgesehen,
dass die Serienschaltung der Drahtabschnitte von einem Drahtabschnitt
einer ersten Spulensektion zu einem Drahtabschnitt einer zweiten
Spulensektion und wieder zurück
zu einem weiteren Drahtabschnitt der ersten Spulensektion führt. Dadurch
können
Drahtabschnitte mit korrelierenden Eigenschaften aus verschiedenen
Spulensektionen verbunden werden, etwa zum Zwecke der Abschirmung
oder der Streufeldblitzvermeidung im Quenchfall.
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Besonders
bevorzugt ist eine Weiterbildung der obigen Ausführungsform, bei der die Magnetfeldspule
Spulensektionen mit unterschiedlichem Wickelsinn umfasst. Dadurch
kann das Magnetfeld gezielt manipuliert werden, insbesondere zur
Homogenisierung oder Feldabschwächung.
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Eine
bevorzugte Weiterentwicklung dieser Weiterbildung sieht vor, dass
die Magnetfeldspule aktiv abgeschirmt ist. Dadurch werden Menschen
und technische Einrichtungen in der Umgebung der Magnetfeldspule
vor Streufeldern geschützt.
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Vorteilhaft
ist auch eine Ausführungsform, bei
der N = 2 oder N = 3 oder N = 4 ist. Bei dieser Zahl von parallelen
Drahtabschnitten kann bei begrenztem Verbindungsaufwand eine gute
Ersparnis an Materialkosten erzielt werden. Noch größere Werte
von N sind vor allem bei sehr teuren supraleitenden Drähten oder
supraleitenden Drähten
mit nur sehr kurzen lieferbaren Längen bevorzugt.
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Besonders
bevorzugt ist eine Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Magnetfeldspule,
die vorsieht, dass Spulenbereiche der Magnetfeldspule durch ohmsche
Schutzwiderstände überbrückt sind, derart,
dass diese Spulenbereiche im Betrieb ein näherungsweise verschwindendes
Dipolmoment erzeugen, wobei mindestens einer der Spulenbereiche
nur einen Teil der Drahtabschnitte einer Lage umfasst. Durch die
erfindungsgemäße feine
Aufteilung der Magnetfeldspule, die auch Teile einer Lage zugänglich macht,
kann eine Kompensation bzw. Abschirmung besonders exakt erfolgen,
so dass besonders niedrige Streufelder erreichbar sind. Der Begriff „im Betrieb" schließt sowohl
den Normalbetrieb als auch den Quenchfall ein, so dass auch ein
sogenannter Streufeldblitz im Quenchfall effektiv vermieden werden
kann.
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Bevorzugt
ist auch eine Ausführungsform, bei
der die Drahtabschnitte einer Lage identische Querschnitte aufweisen.
Dies erleichtert die Aufwicklung des supraleitenden Drahtes auf
den Spulenkörper,
insbesondere bei Aufwicklung mehrere Lagen direkt übereinander.
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Ebenfalls
bevorzugt ist eine Ausführungsform,
bei der mindestens eine Spulensektion mehrere Lagen umfasst. Dies
gestattet die Erzeugung größerer Feldstärken.
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Schließlich ist
noch bevorzugt eine Ausführungsform,
bei der die Drahtabschnitte aus NbTi und/oder Nb3Sn
und/oder MgB2 und/oder Hochtemperatursupraleiter
(HTSL), insbesondere YBaCuO und/oder BiSrCaCuO, -Leitern bestehen.
Diese Materialien sind bewährt
in der Praxis.
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Weitere
Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der
Zeichnung. Ebenso können
die vorstehend genannten und die noch weiter ausgeführten Merkmale
erfindungsgemäß jeweils einzeln
für sich
oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden.
Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als
abschließende
Aufzählung
zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung
der Erfindung.
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Zeichnung
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Die
Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es
zeigen:
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1a einen
schematischen Querschnitt durch eine erfindungemäße Magnetfeldspule mit drei parallel
gewickelten Drahtabschnitten je Lage, wobei die Drahtabschnitte
beim Lagenwechsel gemeinsam gewendet sind;
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1b eine
schematische Aufsicht auf die erfindungsgemäße Magnetspule von 1a an
einem Lagenwechsel;
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2a einen
schematischen Querschnitt durch eine weitere erfindungsgemäße Magnetfeldspule
mit drei parallel gewickelten Drahtabschnitten je Lage, wobei die
Drahtabschnitte beim Lagenwechsel einzeln gewendet sind;
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2b eine
schematische Aufsicht auf die erfindungsgemäße Magnetspule von 2a an
einem Lagenwechsel;
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3 einen
schematischen Querschnitt durch eine weitere erfindungsgemäße Magnetfeldspule
mit wechselnder Zahl von Drahtabschnitten je Lage;
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4 einen
schematischen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Magnetfeldspule
mit zwei Spulensektionen mit Verdrahtungsschema;
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5 einen
schematischen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Magnetfeldspule
mit zwei Lagen mit Verdrahtungsschema;
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6 einen
schematischen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Magnetfeldspule
mit vier Lagen mit Verdrahtungsschema.
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Die 1a zeigt
einen Teil einer erfindungsgemäßen Magnetfeldspule 1 im
Querschnitt. Die Magnetfeldspule 1 ist solenoidförmig aufgebaut;
die axiale Richtung ist mit Z markiert, und die radiale Richtung
mit R. Die Magnetfeldspule 1 weist einen Spulenträger 2 auf,
auf dem supraleitfähiger
Draht 5 mit zahlreichen Windungen aufgewickelt ist; von
jeder Windung erscheint im Querschnitt ein Kreis, entsprechend dem
Querschnittsprofil des Drahtes 5. Vom Spulenträger 2 ist
nur ein oberer Teilabschnitt zu sehen; der Spulenträger 2 hat
tatsächlich
die Form einen Kreiszylindermantels. Die Magnetfeldspule 1 weist
außerdem
einen linksseitigen Flansch 3 und einen rechtsseitigen
Flansch 4 auf, die den Draht 5 führen.
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Der
supraleitfähige
Draht 5 ist in mehreren Lagen gewickelt; in 1 sind drei Lagen 11, 12, 13 dargestellt,
wobei 11 die radial innerste und 13 die radial äußerste Lage
bezeichnet.
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Die
erfindungsgemäße Besonderheit
der Magnetfeldspule 1 liegt darin, dass in jeder Lage 11, 12, 13 mehrere
Drahtabschnitte A, B, C verwickelt wurden.
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Beispielsweise
die innerste Lage 11 wurde aus drei Drahtabschnitten A,
B, C parallel gewickelt. Innerhalb einer Windung steigt der Drahtabschnitt
A um drei Drahtbreiten Br in z-Richtung an, so dass zwischen zwei
benachbarten Windungen des Drahtabschnitts A auch je eine Windung
der Drahtabschnitte B und C Platz finden. Entsprechend sind die Drahtabschnitte
B und C gewickelt. Jeder Drahtabschnitt A, B, C braucht in einer
Lage nur ca. ein Drittel der Länge
(„Lagenlänge") eines durchgehenden Drahtes,
der allein eine vollständige
Lage bilden würde.
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Die
Drahtabschnitte A, B, C innerhalb jeder Lage 11, 12, 13,
genauer gesagt die Windungen der Drahtabschnitte A, B, C, liegen
unmittelbar aneinander an. Die Position des Drahtes 5 wird
dabei stabilisiert durch den Versatz in z-Richtung „auf Lücke"; im Querschnitt stellt sich im Wesentlichen
eine zweidimensionale hexagonal dichte Packung ein.
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In
der Ausführungsform
von 1a werden die Drahtabschnitte A, B, C gemeinsam
aufgewickelt, d.h. die drei Drahtabschnitte A, B, C liegen stets
in gleicher Reihenfolge nebeneinander und werden identisch geführt, d.h.
beim Wickeln wird ein Strang mit den drei Drahtabschnitten A, B,
C zum Spulenträger 2 geführt. Die
Drähte
der Drahtabschnitte A, B, C können
dabei (brauchen aber nicht) miteinander verklebt sein.
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Besonders
deutlich wird die gemeinsame Führung
bei einem Lagenwechsel, etwa von Lage 11 links auf Lage 12.
In Lage 11 wird der Strang „ABC" nach links gewickelt. Die Abfolge der
Drahtabschnitte A, B, C bleibt beim und nach dem Lagenwechsel gleich.
In Lage 12 wird der Strang „ABC" nach rechts weiter gewickelt. Der Block
der Drahtabschnitte A, B, C wird gemeinsam an der gleichen Umfangsposition gewendet.
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Der
Lagenwechsel von Lage 11 nach Lage 12 ist in 1b zusätzlich illustriert,
wobei die Drahtabschnitte A, B, C zur Vereinfachung als Linien dargestellt
sind. 1b zeigt den Wickelzustand beim Lagenwechsel.
Es ist dargestellt die Z-Postion
der Drahtabschnitte A, B, C in Abhängigkeit von der Umfangsposition U.
Die Drahtabschnitte A, B, C wenden (d.h. kehren ihre Wickelsteigung
um) an der identischen Umfangsposition. Die relative Lage der Drahtabschnitte
zueinander bleibt erhalten.
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Es
besteht allerdings beim Lagenwechsel auch die Möglichkeit, einen Joint für einen
(oder mehrere) Drahtabschnitte A, B, C zu setzen, etwa wenn die
Drahtquelle für
Drahtabschnitt A nicht mehr für den
Drahtabschnitt A der nächsten
Lage 12 ausreicht. Ein Joint würde beispielsweise Drahtabschnitt A
der Lage 11 mit Drahtabschnitt A in Lage 12 am
linken Rand der Magnetfeldspule 1 verbinden. Ohne Joint
setzt sich der Drahtabschnitt A aus Lage 11 einfach als
Drahtabschnitt A in Lage 12 fort.
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Für jeden
Drahtabschnitt A, B, C ist beim Wickeln bevorzugt eine eigene Drahtquelle
vorgesehen; alternativ kann eine Drahtquelle mit einem verklebten
Strang für
die Drahtabschnitte A, B, C vorgesehen sein.
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2a zeigt
eine ähnliche
erfindungsgemäße Magnetfeldspule 21 wie
in 1a. Der supraleitfähige Draht 5a der
Magnetfeldspule 21 hat allerdings einen näherungsweise
rechteckförmigen
Querschnitt. Die Magnetfeldspule 21 weist ebenfalls mehrere
Lagen auf, von denen drei Lagen 11, 12, 13 dargestellt
sind.
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Bei
der Magnetfeldspule 21 von 2a werden
die Drahtabschnitte A, B, C jedoch nicht gemeinsam, sondern einzeln
geführt.
Wiederum wird dies beim Lagenwechsel, beispielsweise von Lage 11 nach 12 am
linken Rand deutlich.
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Wenn
ein einzelner Drahtabschnitt A, B, C den linken Flansch 3 erreicht,
wird dieser Drahtabschnitt einzeln gewendet (d.h. die Wickelsteigung wird
umgekehrt). Die Drahtabschnitte A, B, C, werden sozusagen einzeln
am Flansch 3 reflektiert. Dadurch verändert sich beim Lagenwechsel
die Abfolge der Drahtabschnitte A, B, C. Während in Lage 11 nach
links eine Drahtfolge „ABC" gewickelt wird,
ergibt sich in Lage 12 eine umgekehrte Abfolge „CBA", die nach rechts
gewickelt wird. Dies ist wiederum in 2b näher erläutert. Drahtabschnitt
A aus Lage 11 wird als erstes reflektiert, dann Drahtabschnitt
B, dann Drahtabschnitt C. Infolgedessen kehrt sich die Reihenfolge
der Drahtabschnitte in der nächst
höheren
Lage 12 um.
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Auch
hier besteht die Möglichkeit,
beim Lagenwechsel für
einen oder mehrere der Drahtabschnitte A, B, C ein Joint zu setzten.
Für jeden
Drahtabschnitt A, B, C ist beim Wickeln eine eigene Drahtquelle
vorgesehen.
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3 zeigt
eine weitere Magnetfeldspule 31, bei der nur in der ersten
Lage 11 eine parallele Wicklung von Drahtabschnitten A,
B erfolgt, beispielsweise von rechts nach links. In der darüber liegenden Lage 12 wird
nur ein Drahtabschnitt A nach rechts zurückgeführt, und im nächsthöheren Drahtabschnitt wird
der andere Drahtabschnitt B nach rechts zurückgeführt.
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4 zeigt
eine Magnetfeldspule 41, die eine erste Spulensektion 42 und
eine zu dieser koaxiale, zweite Spulensektion 43 aufweist,
mit Verdrahtungsschema. Die erste Spulensektion 42 weist
zwei Lagen 11, 12 auf, und die zweite Spulensektion
vier Lagen 101, 102, 103, 104.
Die zweite Spulensektion 43 ist bezüglich der ersten Spulensektion 42 gegensinnig
gewickelt, so dass die von der zweiten Spulensektion 43 erzeugten
Magnetfelder denen der ersten Spulensektion 42 entgegenwirken.
Damit wird eine Abschirmung der Umgebung erreicht.
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Der
Stromfluss erfolgt durch alle Drahtabschnitte A, B, D, E und Lagen 11, 12, 101, 102, 103, 104 der
Magnetfeldspule 41 in Serie, mit folgender Abfolge: Der
Strom wird mit einem Anschluss 47a in Drahtabschnitt A
der Lage 11 am linken Rand eingespeist. Am rechten Spulenrand
geht Drahtabschnitt A von Lage 11 in Drahtabschnitt A von
Lage 12 über (normaler
Lagenwechsel, aber Möglichkeit
für ein Joint).
Am linken Rand wird Drahtabschnitt A von Lage 12 mit einem
Joint 44 verbunden mit dem Drahtabschnitt D in Lage 101.
Am rechten Rand geht Drahtabschnitt D von Lage 101 in Drahtabschnitt
D von Lage 102 über.
Mittels eines Joints 45 wird sodann Drahtabschnitt D von
Lage 102 verbunden mit Drahtabschnitt B von Lage 11,
jeweils am linken Rand. Am rechten Rand geht Drahtabschnitt B von Lage 11 in
Drahtabschnitt B von Lage 12 über. Drahtabschnitt B von Lage 12 ist über ein
Joint 46 wiederum verbunden mit Drahtabschnitt E von Lage 103. Drahtabschnitt
E von Lage 103 geht am rechten Rand über in Drahtabschnitt E von
Lage 104. Am linken Rand in Drahtabschnitt E von Lage 104 liegt
ein zweiter Stromanschluss 47b.
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Über den
Umweg des Drahtabschnitts D sind somit auch die Drahtabschnitte
A und B der Lagen 11 und 12 in Serie miteinander
verbunden.
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Zusätzlich weist
diese Magnetfeldspule 41 ohmsche Schutzwiderstände 48a, 48b auf.
Schutzwiderstand 48a überbrückt gemeinsam
die Drahtabschnitte A der Lagen 11, 12 und D der
Lagen 101, 102. Sollte in diesen Drahtabschnitten
(d.h. in diesem Spulenabschnitt) ein Quench auftreten, kann über den
Widerstand 48a eine Notentladung stattfinden. Die Drahtabschnitte
A der Lagen 11, 12 und D der Lagen 101, 102 weisen
dabei im Betreib ein magnetisches Dipolmoment von näherungsweise
null auf. In gleicher Weise sind die Drahtabschnitte B der Lagen 11, 12 und
E der Lagen 103, 104 mit dem Schutzwiderstand 48b überbrückt und
gesichert; diese Drahtabschnitte (bzw. dieser Spulenabschnitt) weisen
insgesamt ebenfalls ein näherungsweise
verschwindendes Dipolmoment auf. Dadurch wird die Magnetfeldspule 41 aktiv
abgeschirmt.
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5 zeigt
eine Verschaltung bei einer einfachen erfindungsgemäßen Magnetfeldspule 51 mit nur
einer Spulensektion.
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Am
linken Rand wird der Strom in Drahtabschnitt A von Lage 11 eingespeist.
Der Drahtabschnitt A ist am rechten Rand über ein Joint 52 mit dem
Drahtabschnitt C aus der darüber
liegenden Lage 12 verbunden. Am linken Rand wiederum ist der
Drahtabschnitt C über
ein Joint 53 verbunden mit dem Drahtabschnitt B der Lage 11.
Am rechten Rand wiederum ist Drahtabschnitt B mit Drahtabschnitt
D der Lage 12 über
Joint 54 verbunden. Von Drahtabschnitt D führt am linken
Rand wiederum ein Stromanschluss weg.
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Auch
in diesem Fall sind alle Drahtabschnitte A, B, C, D in Serie verschaltet.
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In 6 ist
eine Verschaltung einer weiteren, erfindungsgemäßen Magnetfeldspule 61 mit
ebenfalls einer Spulensektion dargestellt.
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Am
linken Rand kontaktiert ein Stromanschluss 47a den Drahtabschnitt
A der Lage 11. Von den Lagen 11 über 12, 13 bis 14 geht
der Drahtabschnitt A jeweils in die nächst höhere Lage über (bevorzugt ohne Joint;
Joints sind aber bei den Lagewechseln am Rand möglich, um einen zur Neige gehenden
Quellendraht zu berücksichtigen).
Von Drahtabschnitt A in Lage 14 zu Drahtabschnitt B in
Lage 11 verbindet ein Joint 62. Der Drahtabschnitt
B geht von den Lagen 11 nach 12, 13 und 14 jeweils über (bevorzugt
wiederum ohne Joint). In Lage 14 hat der Drahtabschnitt
B am linken Rand einen Anschluss 47b.
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Zusammenfassend
schlägt
die Erfindung vor, bei einer supraleitenden Magnetfeldspule, die
typischerweise solenoidförmig
aufgebaut ist, innerhalb einer Lage mehrere, innerhalb der Lage
unverbundene Drahtabschnitte zur Wicklung der Windungen dieser Lage
zu verwenden. Mit jedem Drahtabschnitt wird nur ein Teil der Windungen
der Lage gewickelt, aber jeder Drahtabschnitt wird über die
gesamte Breite der Magnetfeldspule geführt. Beim Übergang in benachbarte Lagen
können
entweder Joints zu separaten Drahtabschnitten gesetzt werden, oder
die Drahtabschnitte werden in den benachbarten Lagen weiter geführt. Die
Drahtabschnitte einer Lage sind in Serie geschaltet, um ein Magnetfeld
wie bei einem einzigen, durchgehenden Draht für eine Lage zu erhalten. Die
Drahtabschnitte einer Lage können
separat kontaktiert werden, etwa um Spulenabschnitte mit verschwindendem
Dipolmoment bei hoher Genauigkeit zu bilden und mit einem ohmschen
Schutzwiderstand zu überbrücken.