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Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Herstellen eines Profilteils.
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Verfahren und Vorrichtungen zum Herstellen eines Profilteils aus Leichtmetall sind bekannt. Insbesondere ist die Technologie des Strangpressens zur Herstellung verschiedenster Profilquerschnitte bekannt. Es ist aus der 1 in schematischer Darstellung eine Strangpressvorrichtung bekannt, welche ein horizontales Strangpressen beispielsweise eines Aluminium-Profilteils ermöglicht. Bei dieser Vorrichtung 1 zum horizontalen Strangpressen wird durch eine Strangpressvorrichtung 2 ein Profilstrang 3 erzeugt, welcher nach dem Austritt aus der Strangpressvorrichtung 2 in horizontaler Richtung in eine Kühlvorrichtung 4 horizontal geführt wird, in welcher die Abschreckung des Profilstrangs 3 lediglich an der Außenseite erfolgt. Das Innere des Profilstrangs 3 wird dabei nicht gekühlt. Nach dem Austritt des Profilstrangs 3 aus der Kühlvorrichtung wird von diesem Profilstrang 3 ein Profilteil 6 durch eine Säge 5 abgesägt. Das Profilteil 6 wird dann auf einer Auslaufvorrichtung 8 geführt, welche Puller beziehungsweise Führungselemente 7 umfasst. Im Anschluss an das Auslaufen erfolgt dann noch der Vorgang des Reckens beziehungsweise eines Geradeziehens des Profilteils 6 sowie eine Wärmebehandlung.
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Alternativ zu der in 1 gezeigten Darstellung kann bei einem horizontalen Strangpressen auch keine Abkühlung durch die Kühlvorrichtung 4 durchgeführt werden. Die nötigen Materialeigenschaften des Profilteils 6 können dann in einem zusätzlichen Prozess erzielt werden. Es wird dann nach der Auslaufvorrichtung 8 in einem vertikal angeordneten Turmofen (nicht gezeigt) ein so genanntes Lösungsglühen durchgeführt. Die Abschreckung der in dem Turmofen erwärmten Profilteile erfolgt danach in einem darunter liegenden Kühlbad.
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Die
GB 1,058,854 beschreibt eine Strangpresse, in der das zu formende Werkstück in eine Metallschmelze eingebettet ist und so während des Press- und Abkühlvorgangs vor Oxidation geschützt wird. Die jeweiligen Aufnahmebehältnisse für die Metallschmelze und das Werkstück können über Heizelemente so geheizt werden, dass die Metallschmelze in flüssigem Zustand gehalten wird, während das Werkstück nicht schmilzt. Über das Zusammenwirken verschiedener druckverstärkender Elemente wird über die Metallschmelze und einen Druckkolben das Werkstück durch einen Düsenkopf in einen Auffangbehälter gepresst, wobei das Werkstück die Form eines Stabes oder einer Röhre annimmt. Es muss ein neues Werkstück eingelegt werden, das dann wiederum auf dieselbe Art und Weise stranggepresst werden kann. Die so gepressten Stäbe bzw. Rohre können in dem Auffangbehälter in der Metallschmelze abkühlen und dann entnommen werden.
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Aus der
DE 39 17 002 C1 ist eine Vorrichtung zum Ausziehen von Presssträngen mit einer mitfahrenden Trennvorrichtung bekannt. Die aus einer Presse austretenden Pressstränge werden zunächst über eine Wasserabschreckvorrichtung abgekühlt und von Pullern längs einer Ausziehbahn bewegt. Die Stränge können dann mittels an den Pullern angebrachter Trennsägen abgetrennt und quer zur Ausziehrichtung von den Pullern auf ein Kühlbett transportiert werden. Der Pullerkopf des Pullers und damit auch die Trennvorrichtung sind mit der Stranggeschwindigkeit synchronisiert, so dass ein „fliegendes” Trennen möglich ist.
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Die
GB 340,734 beschreibt eine Strangpresse zur Herstellung eines Metallseils mit einem Aufnahmebehältnis, in dem das gepresste Metallseil über ein Wasserbad gekühlt und einen Dorn in definierter Art und Weise aufgewickelt wird.
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Aus der
DE 196 02 054 C2 ist ein Verfahren zum Extrudieren eines Drahtbündels aus einer Presse bekannt. Die Enden der Drähte des Drahtbündels werden unmittelbar nach Verlassen der Presse über eine Klemmvorrichtung an einen Zugwagen angeklemmt, welcher das Drahtbündel im Folgenden durch einen Wasserschleier eines Abschreckkanals zieht. Der Extrusionsvorgang erfolgt in waagerechter Richtung.
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Eine weitere Vorrichtung zum horizontalen Strangpressen ist aus der
WO 88/03066 A1 bekannt.
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Insbesondere im Fahrzeugkarosseriebau sind auf Grund der steigenden Anforderungen in Bezug auf Leichtigkeit der Profilteile Strangpressprofile erforderlich, welche eine immer höhere Festigkeit aufweisen müssen. Die Herstellung von Profilteilen mit höherer Materialanforderung benötigt jedoch auch eine höhere Abkühlgeschwindigkeit. Die stärkere Abkühlung nach der Strangpressvorrichtung führt jedoch zu höherem Verzug des Profilteils und inhomogeneren Materialeigenschaften im Bauteil. Der alternative Prozess mit dem separaten Lösungsglühen in dem Turmofen ist jedoch relativ aufwendig und erfordert eine Mehrzahl an zusätzlichen Fertigungskomponenten. Nicht zuletzt ist diese Vorgehensweise auch relativ teuer.
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Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, mit dem das Herstellen eines Strangpressprofilteils mit verbesserten Werkstoffeigenschaften und einem geringeren Verzug möglich ist.
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Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren, welches die Merkmale nach Patentanspruch 1 aufweist, und eine Vorrichtung, welche die Merkmale nach Patentanspruch 10 aufweist, gelöst.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen eines Profilteils wird mittels einem Strangpressen durch eine Strangpressvorrichtung ein Profilstrang erzeugt. Der durch das Strangpressverfahren hergestellte und aus der Strangpressvorrichtung heraustretende Profilstrang wird zumindest bereichsweise in eine vertikal unter der Strangpressvorrichtung angeordnete Kühlvorrichtung eingesenkt. Das Profilteil wird von dem Profilstrang getrennt und das Profilteil wird mit einem in der Kühlvorrichtung befindlichen Kühlmedium gekühlt. Durch das Verfahren kann das Herstellen von Strangpressprofilen mit sehr hoher Festigkeit, wie sie im modernen Fahrzeugkarosseriebau erforderlich sind, ermöglicht werden. Die Profilteile können hinsichtlich Verzug und Werkstoffeigenschaften optimal ausgebildet werden, wobei dennoch das Verfahren aufwandsarm und kostengünstig durchgeführt werden kann. Bei dem vorgeschlagenen Verfahren wird somit auf Grund des vertikalen Strangpressens der Profilstrang sofort nach dem Verlassen der Strangpressvorrichtung in die darunter angeordnete Kühlvorrichtung automatisch eingesenkt. Die genannten Verfahrensschritte sind in der genannten Reihenfolge nicht auf eine zeitlich nacheinander durchzuführende Vorgehensweise beschränkt. Insbesondere das Einsenken, das Trennen und das Kühlen des Profilstrangs beziehungsweise des Profilteils kann zeitlich überlagert erfolgen.
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Durch die vertikale Anordnung und das vertikale Strangpressen kann das Kühlmedium so ausgebildet sein, dass der in die Kühlvorrichtung eingesenkte Profilstrang zumindest bereichsweise an dessen Außenseite und zumindest bereichsweise an dessen Innenseite gekühlt wird. Auch sehr komplexe Profilteile können dann an ihren Außenseiten und an ihren Innenseiten gleichmäßig und gleichzeitig gekühlt werden. Durch diese homogene Abkühlung des gesamten Profilquerschnitts kommt es zu weniger Verzug sowie zu homogeneren Materialeigenschaften. Darüber hinaus kann durch diese Ausgestaltung auch eine hohe Abkühlrate ermöglicht werden, wodurch bessere Materialeigenschaften erzielt werden können. Da das Abkühlen durch ein das Profilteil allseitig umgebendes Kühlmittel bei dem vertikalen Strangpressen erreicht werden kann, kann die direkt hinter der Strangpressvorrichtung ausgeführte Abkühlung auch sehr aufwandsarm durchgeführt werden. Ein weiterer separater Prozessschritt, wie er im Stand der Technik in Form des nochmaligen Aufheizens im Turmofen und einem nachgeschalteten Kühlen erforderlich ist, muss bei dieser vorteilhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens nicht mehr erfolgen.
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Das Kühlmedium ist insbesondere so ausgebildet, dass es das Profilteil zumindest bereichsweise, insbesondere zumindest bereichsweise an einer Außenseite und zumindest bereichsweise an einer Innenseite, umspült. Als Kühlmedium kann prinzipiell jedes Medium verwendet werden, welches eine außenseitige und gegebenenfalls auch eine innenseitige Kühlung ermöglicht. Beispielsweise kann eine einfache Wasserkühlung oder eine Wasserkühlung mit Zusätzen, wie beispielsweise Glykol, oder eine Kühlung mit flüssigem Stickstoff vorgesehen sein. Ebenfalls kann ein Kühlen mit einem Öl erfolgen.
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In vorteilhafter Weise ist der aus der Strangpressvorrichtung austretende Profilstrang beim Einsenken in das unmittelbar nachher vertikal dazu angeordnete Kühlbecken, welches eine Ausführungsform der Kühlvorrichtung darstellt, geführt. Dies ermöglicht eine zielgerichtete und unterstütze Einsenkung in die Kühlvorrichtung.
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Bevorzugt ist zum Trennen des Profilstrangs beziehungsweise des Profilteils von dem Profilstrang ein Sägevorgang vorgesehen. Die Trennvorrichtung, insbesondere eine Säge, wird bevorzugt mit einer Geschwindigkeit, mit der der Profilstrang in die Kühlvorrichtung eingesenkt wird, mit dem Profilstrang mitbewegt. Insbesondere wird dabei die Trennvorrichtung mit der gleichen Geschwindigkeit vertikal nach unten bewegt, wie sich der Profilstrang aus der Strangpressvorrichtung herausbildet. Das Trennen des Profilteils von dem Profilstrang kann somit während dem Einsenken des Profilstrangs in die Kühlvorrichtung gleichzeitig erfolgen. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass der Profilstrang zunächst bis zu einer vorgegebenen Einsenktiefe in die Kühlvorrichtung eingesenkt wird, dann das weitere Einsenken unterbrochen wird und das Trennen des Profilteils von dem Profilstrang ortsfest durchgeführt wird. In diesem Fall wäre die Trennvorrichtung dann auch ortsfest angeordnet. Bei der Ausgestaltung, bei der die Trennvorrichtung mit dem Profilstrang mit nach unten bewegt wird, kann durch die gleichzeitige Durchführung von Verfahrensschritten ein Zeitgewinn erzielt werden.
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Darüber hinaus kann bereits während des Sägevorgangs ein Abkühlen des bereits in der Kühlvorrichtung enthaltenen Teilbereichs des Profilstrangs beziehungsweise des Profilteils erzielt werden. Nach dem Trennen des Profilteils von dem Profilstrang kann dann bevorzugt vorgesehen sein, dass das gesamte Profilteil vollständig in die Kühlvorrichtung abgesenkt wird und von dem Kühlmedium vollständig umspült wird. Die vollständige innen- wie auch außenseitige Kühlung des Profilteils kann dadurch erreicht werden. Ebenso kann jedoch auch vorgesehen sein, dass das Profilteil nicht vollständig in das Kühlmedium abgesenkt wird und bereichsweise noch aus dem Kühlmedium herausragt. Abhängig von der Ausgestaltung des Profilteils und der erforderlichen Kühlung kann eine situationsabhängig erforderliche Absenkung und eine dadurch erzeugte und erzielbare Kühlwirkung erreicht werden.
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Prinzipiell erfolgt das Trennen örtlich unmittelbar nach dem Heraustreten des Profilstrangs aus der Strangpressvorrichtung und somit quasi vor der Kühlvorrichtung. Bevorzugt wird somit der eigentliche Hauptkühlvorgang und somit die wesentlich längere Zeitdauer des Kühlvorgangs nach dem Trennen des Profilsteils durchgeführt.
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Vorzugsweise wird ein vorderes Ende des Profilstrangs in eine Haltevorrichtung in der Kühlvorrichtung eingesenkt. Das stabile Halten des Profilstrangs beziehungsweise des dann davon getrennten Profilteils kann dadurch ermöglicht werden. Darüber hinaus kann ein sicheres und zielgerichtetes Einsenken des Profilstrangs beziehungsweise des Profilteils in die Kühlvorrichtung gewährleistet werden.
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Bevorzugt ist die Anordnung der Strangpressvorrichtung und die darunter angeordneten Kühlvorrichtung so ausgebildet, dass die Kühlvorrichtung größer als die Strangpressvorrichtung ausgebildet ist. Bevorzugt wird das Profilteil in der Kühlvorrichtung nach dem Trennen von dem Profilstrang aus einem Bereich der Strangpressvorrichtung weg bewegt, in den der nachfolgende Profilstrang in die Kühlvorrichtung eingesenkt wird. Ein stetiges und zeitnahes Erzeugen von weiteren Profilteilen kann dadurch ermöglicht werden und eine Mehrzahl von bereits erzeugten Profilteilen gleichzeitig gekühlt werden. Während bereits erzeugte Profilteile außerhalb dieses Absenkbereichs noch in der Kühlvorrichtung angeordnet sind und einen weiteren Abkühlvorgang durchführen, kann bereits der nachfolgende Profilstrang aus der Strangpressvorrichtung in die Kühlvorrichtung abgesenkt werden und ein weiteres Profilteil davon abgetrennt werden.
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Das Bewegen der Profilteile in der Kühlvorrichtung kann bevorzugt durch eine in der Kühlvorrichtung angeordnete Fördervorrichtung vorgesehen sein. Die Fördervorrichtung kann beispielsweise als laufendes Förderband ausgebildet sein. Bevorzugt kann die Geschwindigkeit, mit der die Profilteile in der Kühlvorrichtung aus dem Absenkungsbereich bewegt werden, variabel eingestellt werden. Prinzipiell kann auch die gesamte Verweildauer der Profilteile in der Kühlvorrichtung eingestellt werden. Die Geschwindigkeit der Fördervorrichtung kann im Hinblick auf einen optimalen Abkühlvorgang so eingestellt werden, dass das abgesenkte und abgetrennte Profilteil von einem Endbereich der Kühlvorrichtung bis zu einem anderen Endbereich der Kühlvorrichtung transportiert wird und dort zur weiteren Bearbeitung aus der Kühlvorrichtung entfernt, insbesondere herausgehoben werden kann. Nach dem Herausheben aus der Kühlvorrichtung können weitere Verfahrensschritte durchgeführt werden, insbesondere ein bekanntes Recken beziehungsweise Geradeziehen sowie eine Wärmebehandlung. Das Entnehmen des abgekühlten Profilteils aus der Kühlvorrichtung erfolgt somit abseits der Strangpressvorrichtung.
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Die Haltevorrichtung und/oder die Fördervorrichtung können so ausgebildet sein, dass sie das Absenken des Profilstrangs beziehungsweise des Profilteils in die Kühlvorrichtung und/oder das Entnehmen beziehungsweise Anheben des Profilteils aus der Kühlvorrichtung zumindest unterstützen. Die Vereinfachung der Fertigungsschritte kann dadurch erzielt werden.
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Das Abkühlen der Profilteile in der Kühlvorrichtung ist bevorzugt gekoppelt an die Werkstoffeigenschaften. Im Hinblick darauf kann das Kühlmedium und/oder die Abkühldauer situationsabhängig ausgewählt beziehungsweise eingestellt werden. Mittels dem Verfahren kann eine homogene Abkühlung auch bei sehr komplexen Profilteilen erreicht werden.
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Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Herstellen eines Profilteils umfasst eine Strangpressvorrichtung, welche zum Erzeugen eines Profilstrangs ausgebildet ist. Darüber hinaus umfasst die Vorrichtung eine Kühlvorrichtung, welche unter der Strangpressvorrichtung angeordnet ist. Die vertikale Anordnung zwischen der Strangpressvorrichtung und der Kühlvorrichtung ist so konzipiert, dass der aus der Strangpressvorrichtung austretende Profilstrang in die darunter positionierte Kühlvorrichtung unmittelbar einsenkbar ist. Darüber hinaus umfasst die Vorrichtung auch eine Trennvorrichtung, welche zur Trennung eines Profilteils von dem Profilstrang ausgebildet ist und zwischen der Strangpressvorrichtung und der Kühlvorrichtung angeordnet, insbesondere bewegbar angeordnet, ist. Die Vorrichtung ermöglicht eine aufwandsarme und schnelle Herstellung von Profilteilen, welche hohen Anforderungen im Hinblick auf Festigkeit genügen. Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung können Profilteile mit deutlich reduziertem Verzug und wesentlich verbesserten Materialeigenschaften hergestellt werden. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung kann eine sehr homogene Abkühlung auch von sehr komplexen Profilteilen ermöglicht werden und sehr hohe Abkühlraten ermöglicht werden.
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Die Kühlvorrichtung weist ein Kühlmedium auf, welches bevorzugt zumindest bereichsweise an einer Außenseite und zumindest bereichsweise an einer Innenseite des Profilteils kühlt. Durch die homogene Kühlung an der gesamten Oberfläche des Profilteils kann dessen Materialeigenschaft verbessert werden.
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Bevorzugt ist in der Kühlvorrichtung eine Fördervorrichtung angeordnet, welche zur Bewegung des Profilteils in der Kühlvorrichtung ausgebildet ist. Insbesondere ermöglicht die Fördervorrichtung die Bewegung eines von dem Profilstrang abgetrennten Profilteils aus dem Bereich, in dem der Profilstrang in die Kühlvorrichtung eingesenkt wird. Dies ermöglicht die Kühlung von bereits abgetrennten Profilteilen, während gleichzeitig ein weiterhin erzeugter Profilstrang in die Kühlvorrichtung eingesenkt werden kann und ein weiteres Profilteil erzeugt werden kann.
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Bevorzugt ist in der Kühlvorrichtung eine Haltevorrichtung angeordnet, in welche der Profilstrang bereichsweise einsenkbar ist. Das vordere Ende des Profilstrangs kann durch diese Haltevorrichtung aufgenommen werden und zielgeführt in die Kühlvorrichtung eingesenkt werden und stabil gehalten werden.
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Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass der aus der Strangpressvorrichtung austretende Profilstrang durch eine weitere Führungsvorrichtung bis hin zur Kühlvorrichtung geführt ist. Auch dadurch kann die Verformung des unmittelbar aus der Strangpressvorrichtung austretenden Profilstrangs verhindert werden und die zielgerichtete Bewegung des Profilstrangs in Richtung der Kühlvorrichtung unterstützt werden.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
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1 eine aus dem Stand der Technik bekannte Vorrichtung zum Herstellen eines Profilteils durch ein horizontales Strangpressen; und
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2 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Herstellen eines Profilteils.
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2 zeigt in schematischer Darstellung eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1' zum Herstellen eines Profilteils, insbesondere eines Aluminium-Profilteils. Prinzipiell können mit der Vorrichtung 1' beliebige Profilteile hergestellt werden und eine Einschränkung auf Aluminium-Profilteile oder allgemein Leichtmetall-Profilteile ist nicht gegeben.
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Die Vorrichtung 1 umfasst eine Strangpressvorrichtung 2', welche vertikal über und beabstandet zu einer Kühlvorrichtung 4' angeordnet ist. Wie aus der Darstellung in 2 zu erkennen ist, ist die Kühlvorrichtung 4' in ihren Ausmaßen größer ausgebildet als die Strangpressvorrichtung 2'. Die übereinander geordnete Ausgestaltung ist so konzipiert, dass die Strangpressvorrichtung 2' im Bereich einer ersten Seite, in der Darstellung in 2 der linken Seite, der Kühlvorrichtung 4' angeordnet ist. Im Ausführungsbeispiel ist die Kühlvorrichtung 4' als Kühlbecken ausgebildet, in welchem ein Kühlmedium 41 angeordnet ist. Das Kühlmedium 41 ist als flüssiges Kühlmedium ausgebildet.
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Der von der Strangpressvorrichtung 2' erzeugte Profilstrang 3' tritt in vertikaler Richtung nach unten, was durch den Pfeil PF1 angedeutet ist, in Richtung der Kühlvorrichtung 4' aus.
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Ein der Kühlvorrichtung 4' zugewandtes vorderes Ende 31 des Profilstrangs 3' wird durch eine nicht dargestellte Führungsvorrichtung, welche unmittelbar nachfolgend zur Strangpressvorrichtung 2' unterhalb dieser angeordnet ist, in Richtung der Kühlvorrichtung 4' zielgenau geführt. Ein vorderes Ende 31 des Profilstrangs 3' kann dadurch exakt zu einer Haltevorrichtung 10 geführt werden, in welche zumindest dieses vordere Ende 31 eingesenkt wird.
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Die Haltevorrichtung 10 kann zur Aufnahme des Profilstrangs 3', insbesondere des vorderen Endes 31 am oberen Ende der Kühlvorrichtung 4' über oder unter dem Flüssigkeitsstand 42 des Kühlmediums 41 angeordnet sein. Zwischen der Strangpressvorrichtung 2' und der Kühlvorrichtung 4' ist eine Trennvorrichtung 5' angeordnet, welche im Ausführungsbeispiel als Säge ausgebildet ist. Die Trennvorrichtung 5' ist zur Abtrennung eines Profilteils 6' von dem Profilstrang 3' ausgebildet und im Ausführungsbeispiel als fliegende Trennvorrichtung 5' ausgebildet. Dies bedeutet, dass die Trennvorrichtung 5' in vertikaler Richtung bewegbar angeordnet ist und mit einer Geschwindigkeit bewegbar ist, welche der Geschwindigkeit des Profilstrangs 3' in Richtung des Pfeils PF1 entspricht.
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Darüber hinaus umfasst die Vorrichtung 1' eine Fördervorrichtung 9, welche in der Kühlvorrichtung 4' im Wesentlichen am unteren Ende, und insbesondere am Boden der Kühlvorrichtung 4' angeordnet ist. Die Fördervorrichtung 9' kann insbesondere als Förderband ausgebildet sein und Hubelemente 91 umfassen. Mittels dieser Hubelemente 91 kann die Haltevorrichtung 10 in vertikaler Richtung nach oben und nach unten bewegt werden. Die Hubelemente 91 können zur Bewegung der Haltevorrichtung 10 und der darin gehaltenen Profilteile 6' insbesondere in horizontaler Richtung bewegt werden.
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Im nachfolgenden wird die Herstellung eines Profilteils 6' in dem für die Erfindung wesentlichen Verfahrensbereich näher erläutert. In der Strangpressvorrichtung 2' wird der Profilstrang 3' erzeugt und dieser tritt vertikal nach unten aus der Strangpressvorrichtung 2' aus. Durch die Führungsvorrichtung wird der Profilstrang 3' in Richtung der Kühlvorrichtung 4' nach unten geführt, so dass das vordere Ende 31 in die Haltevorrichtung 10 eingesenkt wird. Durch das weitere Austreten des Profilstrangs 3' wird der Profilstrang 3' in das Kühlmedium 41 eingesenkt und die Hubvorrichtung 91 abgesenkt. In 2 ist eine Momentaufnahme dargestellt, bei der der Profilstrang 3' bereits relativ weit in die Kühlvorrichtung 4' und insbesondere in das Kühlmedium 41 eingesenkt ist. In der gezeigten Momentaufnahme ist der Profilstrang 3' bereits so weit aus der Strangpressvorrichtung 2' ausgetreten, dass die für ein Profilteil 6' vorgesehene Länge erreicht ist und ein Trennvorgang mit der Trennvorrichtung 5' begonnen werden kann. Während des Trennvorgangs bewegt sich die Trennvorrichtung 5' mit gleicher Geschwindigkeit vertikal nach unten, wie dies der Profilstrang 3' tut. Nach dem Abtrennen von dem Profilstrang 3' wird das dann separierte Profilteil 6' vollständig in das Kühlmedium 41 abgesenkt, so dass es vollständig von diesem umspült ist. Das Profilteil 6' wird sowohl an seiner Außenseite als auch an seiner Innenseite vollständig von dem Kühlmedium 41 umspült, wodurch eine homogene Abkühlung erreicht werden kann. Zum weiteren Durchführen des Kühlvorgangs wird die Haltevorrichtung 10 mit dem Profilteil 6' mittels der Fördervorrichtung 9 in horizontaler Richtung weiterbewegt. Insbesondere erfolgt diese Förderung so, dass ein Profilteil 6' aus dem Absenkbereich des Profilstrangs 3 herausbewegt wird. Dadurch kann ermöglicht werden, dass einerseits eine Mehrzahl an Profilteilen 6' in der Kühlvorrichtung 4' gleichzeitig gekühlt werden können und gleichzeitig der Profilstrang 3' in den vorgesehenen Bereich in die Kühlvorrichtung 4' abgesenkt wird, um im weiteren ein weiteres Profilteil 6' erzeugen zu können.
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Wie in 2 zu erkennen ist, befinden sich eine Mehrzahl von Profilteilen 6' in der Kühlvorrichtung 4', die in Richtung des Pfeils PF2 zum anderen Randbereich beziehungsweise zur anderen Seite der Kühlvorrichtung 4' bewegt werden. Das Bewegen erfolgt mit einer derartigen Geschwindigkeit, dass beim Erreichen dieser anderen Seite der Kühlvorrichtung 4' der Kühlvorgang abgeschlossen ist und ein entsprechendes Profilteil 6' aus der Kühlvorrichtung 4' entnommen werden kann. Dazu wird das zugeordnete Hubelement 91 angehoben, so dass das Profilteil 6' aus dem Kühlmedium 41 zumindest bereichsweise wieder herausragt und aus der Kühlvorrichtung 4' gehoben werden kann. Eine weitere Bearbeitung dieses aus der Kühlvorrichtung 4' gehobenen Profilteils 6' kann erfolgen. Dabei können insbesondere Vorgänge wie ein Recken beziehungsweise ein Geradeziehen und ein Warmauslauf durchgeführt werden. Dazu kann auch eine aus dem Stand der Technik bekannte Vorrichtung 8 mit Pullerelementen beziehungsweise Führungselementen 7 vorgesehen sein.