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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Bedrucken
eines Substrates.
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Es
ist Stand der Technik, eine fortlaufende Bebilderungen oder Dekore
auf Folienbahnen oder Profilsträngen
mit Hilfe verschiedener Drucktechniken, hauptsächlich mittels druckformgebundener
Rotationsdrucktechniken (z.B. Tiefdruck, Rotationstampondruck oder
Flexodruck) über
eine Anzahl von Druckwerken zu erzeugen.
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Insbesondere
bei nicht planen, das heißt, leicht
gewölbten
oder genarbten zu dekorierenden Oberflächen, wird das Substrat indirekt,
in der Regel durch Übertragung
der Dekormotive und Farben von der jeweiligen Druckform auf eine
geeignete Übertragungswalze
bedruckt, wie zum Beispiel aus der
DE 10 2004 037 892 B3 bekannt
ist.
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Entsprechend
den verfügbaren
Druckgeräten
ist es ferner bekannt, Dekorvorlagen in der Regel in motivbezogene
Teildrucke beziehungsweise Teilbilder zu zerlegen und auf dieser
Basis Druckformen zur Dosierung der zu verdruckenden Farbmengen herzustellen.
Derartige Teilbilder werden nachfolgend auch Separationen genannt.
Techniken zur mechanischen und steuerungstechnischen Synchronisierung
der einzelnen Teilbilder, sodass durch Überlagerung von diesen das
gesamte Dekor entsteht, sind dem Fachmann bekannt.
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Wenn
mittels der Druckformen eine sehr genaue Farb- und Motivwiedergabe
sichergestellt werden muss, wird im Rotationsdruck oft mit aus mehreren
Grundfarben vorab angemischten, sogenannten Echtfarben in den einzelnen
Druckwerken gearbeitet und das Dekor auf diese Weise aufgebaut.
Teilbild-Drucke mit Dekormotiven homogener Farbgebung stellen bei
formgebundener Dekorerzeugung niedrigere Anforderungen hinsichtlich
der Justierung, erfordern aber entsprechende Druckwerkzeuge, die oft
schon bei kleinen Korrekturbedarfen oder Beschädigungen überholt oder erneuert werden
müssen.
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Es
ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Druckverfahren
zum Bedrucken eines Substrates derart weiterzubilden, dass eine
farbgetreue Wiedergabe von Dekorvorlagen, insbesondere bei Kleinserien,
mit im Vergleich zum Stand der Technik geringerem Aufwand möglich ist.
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Diese
Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch
ein Druckverfahren mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen.
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Erfindungsgemäß wurde
erkannt, dass sich druckformlose Verfahren, wie z.B. Inkjet-Technik,
zur vorlagegetreuen Dekorwiedergabe einsetzen lassen, wenn das zu
druckende Dekor in farb- und motivbezogen geeignete Separationen
zerlegt und dann separat und sequentiell auf das Substrat zur Erzeugung des
gesamten Dekors gedruckt werden. Zur Vorbereitung dieses Druckes
erfolgt eine Teilbild-Zerlegung in in der Regel unterschiedlich
konturierte Separationen und es werden diejenigen Echtfarben ermittelt, mit
denen sich, die jeweils eingesetzte Druckeinrichtung zugrunde gelegt,
die günstigsten
Voraussetzungen zur Erzeugung der einzelnen Teilbilder so ergeben,
dass sich durch die Kontur- und die Farbüberlagerung der einzelnen Teilbilder
das gesamte Dekor ergibt. Die Echtfarben sind in der Regel keine
Grundfarben, sondern werden durch Mischung verschiedener Grundfarben
erzeugt. Jeder Teilbild-Druck stellt entsprechend niedrigere Anforderungen
an die Druckeinstellungen, sodass die einzelnen Teilbilder mit hoher
Präzision
gedruckt werden können.
Techniken zur Synchronisierung der einzelnen Teilbilder, sodass
durch Überlagerung
von diesen das gesamte Dekor entsteht, sind dem Fachmann bekannt.
Es resultiert ein Druckverfahren, bei dem mit vergleichsweise geringem
Aufwand eine Dekorvorlage farbgetreu wiedergegeben werden kann.
Für die
Separationen werden die Motivelemente derart ermittelt, dass sich
für die
druckformlose Druckeinrichtung die günstigsten Voraussetzungen zur
Erzeugung des Gesamtbilds aus den einzelnen Teilbildern ergeben.
Zur Reproduktion z.B. von Rotationsdruckdekoren werden vorzugsweise
Teilbilder in Farbauszügen
derart erzeugt, dass sie den im Rotationsdruck verwendeten Druckwerken
und Echtfarben entsprechen und damit einen analogen Arbeitsablauf
und ggf. Rückgriff
auf vorhandene Daten, z.B. die Separationen, aus der Druckvorstufe
des Rotationsdrucks erlauben. Durch die erfindungsgemäße Anpassung
des Geräteaufbaus
bzw. des jeweiligen druckformlosen Dekorationsverfahrens zur Erzeugung
und Aufbringung insbesondere von farblich homogenen Teilbildern kann
ohne Druckform eine Dekor-vorlage mit vergleichsweise geringem Aufwand
farbgetreu wiedergegeben werden.
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Eine
Dekorzerlegung und Farbbereitstellung nach Anspruch 2 erfolgt vollständig automatisch.
Alternativ ist es möglich,
als Ergebnis einer Dekoreinstellung eine Mischrezeptur zur Herstellung
der bereitzustellenden Farben anzugeben, wobei diese Mischrezeptur
dann manuell abgearbeitet wird.
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Eine
Farbbereitstellung nach Anspruch 3 ist insbesondere gut für Dekore
geeignet, die aus flächig konturierten
Teilbildern zusammengesetzt werden können.
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Eine
Farbbereitstellung nach Anspruch 4 ermöglicht einen indirekten Kontaktdruck,
ohne dass hierfür
aufwändige
Farbeinstellungs-Vorarbeiten erforderlich sind.
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Eine
Farbtrocknung nach Anspruch 5 ermöglicht eine Fixierung und Ergebnisbeurteilung
von Einzelfarben vor dem nächsten
Schritt der Dekorerzeugung.
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Eine
Farbbereitstellung nach Anspruch 6 ermöglicht insbesondere das Drucken
von aufwändig konturierteren
und schwierig kolorierten Teilbildern.
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Eine
Farbtrocknung nach Anspruch 7 verhindert z.B., dass beim Erzeugen
der Teilbilder die Grundfarben ineinander laufen.
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Ein Übertragungskörper nach
Anspruch 8 ist insbesondere bei nicht ebenen Substraten von Vorteil. Übertragungskörper, die
bei entsprechenden Substraten eingesetzt werden können, sind
zum Beispiel aus der
DE
10 2004 037 892 B3 bekannt.
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Bei
Substraten nach den Ansprüchen
9 und 10 kommen die Vorteile des erfindungsgemäßen Druckverfahrens besonders
gut zum Tragen. Insbesondere können
Endlos-Kunststoffprofile
bedruckt werden, die als Kantenbänder
oder als Fensterprofile zum Einsatz kommen.
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Eine
weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Substratbedruckung
anzugeben, mit der das erfindungsgemäße Druckverfahren durchgeführt werden
kann.
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Diese
Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch
eine Druckvorrichtung mit den im Anspruch 11 angegebenen Merkmalen.
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Die
Vorteile dieser Druckvorrichtung entsprechen denjenigen, die vorstehend
schon unter Bezugnahme auf das erfindungsgemäße Druckverfahren genannt wurden.
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Eine Überwachungseinrichtung
nach Anspruch 12 stellt die vorlagengetreue Farbgebung des Drucks
sicher.
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Dosierventile
nach den Ansprüchen
13 und 16 ermöglichen
eine exakte Einstellung der Echtfarben.
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Eine
Datenschnittstelle nach Anspruch 14 erhöht die Flexibilität der Druckvorrichtung.
Letztere kann zur Vorbereitung eines unabhängigen Kontaktdrucks eingesetzt
werden.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. In
dieser zeigen:
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1 schematisch
eine Vorrichtung zum Bedrucken eines Substrates mit einem Dekor
zur Veranschaulichung des hiermit durchführbaren Druckverfahrens;
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2 eine
weitere Ausführungsform
einer Druckvorrichtung; und
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3 eine
weitere Ausführungsform
einer Druckvorrichtung.
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Eine
in der 1 insgesamt mit 1 bezeichnete Druckvorrichtung
dient zum Bedrucken eines Substrates 2 mit einem Dekor 3.
Das Dekor ist in der 1 nicht dargestellt. Ein Beispiel
für ein
Dekor 3 findet sich in der 2, die eine
weitere Ausführung einer
Druckvorrichtung beschreibt, die später noch erläutert wird.
Beim Substrat 2 kann es sich um Endlossubstrat oder Endlossubstratabschnitte,
insbesondere auch um ein Extrudat, handeln, zum Beispiel um ein
Kunststoffprofil oder um eine extrudierte Folie. Das Substrat 2 wird
in der 1 von rechts nach links gefördert. Bei dieser Förderung
kann zum Beispiel ein Extrusionsvorschub genutzt werden. Das Substrat 2 wird
von einer in der Zeichnung nicht dargestellten Substratauflage getragen.
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Teil
der Druckvorrichtung 1 ist eine Bilderfassungseinrichtung 4,
zum Beispiel eine CCD-Kamera. Letztere
erfasst in einem in der 1 schematisch kegelförmig angedeuteten
Erfassungsbereich 5 eine Dekorvorlage 6. Auf Letzterer
ist ein Muster des Dekors vorhanden, welches nachfolgend mit der
Druckvorrichtung 1 auf das Substrat 2 gedruckt
werden soll. Über
eine Signalleitung 7 steht die Bilderfassungseinrichtung 4,
die einen Bilddatenspeicher aufweist, mit einer zentralen Recheneinrichtung 8,
zum Beispiel einem PC, in Signalverbindung. Über eine Signalleitung 9 steht
die Recheneinrichtung 8 mit einer Steuereinrichtung 10 in
Signalverbindung. Über Signalleitungen 11, 12, 13, 14 steht
die Steuereinrichtung 10 bei der Ausführung nach 1 mit
insgesamt vier Farb-Bereitstellungseinrichtungen 15, 16, 17, 18 in
Signalverbindung. Letztere haben einen internen Aufbau, der nachfolgend
noch im Zusammenhang mit der Ausführung nach 2 beschrieben wird. Über Signalleitungen 19, 20, 21, 22 steht
die Steuereinrichtung 10 ferner mit in der Ausführung nach 2 vier
druckform-losen Teilbild-Druckeinrichtungen 23, 24, 25, 26 in
Signalverbindung. Die Farb-Bereitstellungseinrichtungen 15 bis 18 stehen mit
den Teilbild-Inkjet-Druckeinrichtungen 23 bis 26 über Farbleitungen 27, 28, 29, 30 in
Fluidverbindung.
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Die
Druckeinrichtungen 23 bis 26 weisen jeweils ein
Farb-Dosierventil 31 auf.
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Untere
Druck-Stirnwände 32 der
Druckeinrichtungen 23 bis 26 sind von ihnen jeweils
zugeordneten Farbübertragungskörpern 33, 34, 35, 36,
die in Form von Übertragungswalzen
vorliegen, um einen Farb-Applikationsabstand A beabstandet. Bei
der Ausführung
nach 1 beträgt
dieser Abstand A 1 mm +/– 0,5
mm.
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Die Übertragungswalzen 33 bis 36 haben mantelseitig
eine nachgiebige Beschichtung 37. Letztere ist in der 1 beispielhaft
bei der ganz rechts angeordneten Übertragungswalze 33 angedeutet.
Die Übertragungswalzen 33 bis 36 werden von
nicht dargestellten Antriebseinrichtungen in der 1 im
Uhrzeigersinn um ihre senkrecht zur Zeichenebene der 1 verlaufenden
Walzen-Längsachsen
gedreht. Dieser Drehantrieb ist auf den Vorschub des Substrates 2 so
synchronisiert, dass ein Kontaktabschnitt 38 der Übertragungswalzen 33 bis 36,
mit dem die Übertragungswalzen 33 bis 36 mit dem
Substrat 2 in Kontakt kommen, synchron zum Substrat 2 bewegt
wird.
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Jeder Übertragungswalze 33 bis 36 ist
ein Multifunktionsmodul 39 zugeordnet. Letzteres dient zur
Reinigung der Übertragungswalzen 33 bis 36 und kann
zudem zur Vorbehandlung, z.B. Aktivierung der Manteloberflächen der Übertragungswalzen 33 bis 36 dienen.
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Die
Druck-Stirnwände 32 der Übertragungswalzen 33 bis 36 sowie
die in der 1 oberen Hälften der Übertragungswalzen 33 bis 36 sind
innerhalb eines Gehäuses 40 angeordnet, welches
diese empfindlichen Komponenten insbesondere vor einer Verschmutzung
sowie vor anderen Einflüssen
schützt.
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Zwischen
jeweils zwei benachbarten Druckeinrichtungen 23 bis 26 und
nach der letzten Druckeinrichtung 26 ist jeweils eine Farbtrocknungseinrichtung 41, 42, 43, 44 angeordnet.
Bei Letzterer kann es sich um eine Infrarot-Strahlungsquelle handeln,
welche die Druckseite des Substrates 2 bestrahlt, sodass
die frisch von den Übertragungswalzen 33 bis 36 aufgetragene
Farbe getrocknet wird.
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Die
Druckvorrichtung 1 ist, wie oben schon ausgeführt, zum
Bedrucken von Endlossubstraten konzipiert. Alternativ ist es möglich, die
Druckvorrichtung 1 bei prinzipiell gleichem Aufbau auch
zum Bedrucken eines Mustersubstrates einzusetzen. In diesem Fall
dient die Druckvorrichtung 1 zur Kalibrierung der Farbbereitstellungseinrichtungen 15 bis 18 sowie
der Dosierventile 31 und gegebenenfalls noch der Antriebseinrichtungen
für die Übertragungswalzen 33 bis 36 und
der Farbtrocknungseinrichtungen 41 bis 44. Gewonnene
Kalibrierdaten werden in einem Speicher 45 der Steuereinrichtung 10 abgelegt und
können über eine
Datenschnittstelle 46 zur Steuerung der Bedruckung des
Zielsubstrates, also zum Beispiel eines Endlos-Kunststoffprofils,
verwendet werden.
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2 zeigt
eine weitere Ausführungsform
einer Druckvorrichtung. Die dort dargestellten Farb-Bereitstellungseinrichtungen 47, 48 können auch
bei der Ausführung
nach 1 als die Farb-Bereitstellungseinrichtungen 15 bis 18 zum
Einsatz kommen.
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Komponenten
der Druckvorrichtung nach 2, die denjenigen
entsprechen, die vorstehend schon unter Bezugnahme auf die 1 erläutert wurden,
tragen die gleichen Bezugsziffern und werden nicht nochmals im Einzelnen
diskutiert. Bei der Druckeinrichtung 1 nach 2 wird
das Substrat 2 von links nach rechts bewegt.
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Die
Druckvorrichtung 1 nach 2 hat insgesamt
sechs Grundfarben-Reservoirs 49, 50, 51, 52, 53, 54.
Die vier in der 2 links angeordneten Grundfarben-Reservoirs 49 bis 52 enthalten
die Grundfarben des CMYK-Farbmodels, also Cyan, Magenta, Gelb und
Schwarz. Die Grundfarben-Reservoirs 53, 54 enthalten
Zusatzfarben, zum Beispiel Rot und Orange, die sich zum Anmischen
schwieriger oder aus CMYK-Grundfarben nicht darstellbarer Dekorfarben
besonders gut eignen. Ferner ist noch ein leeres Reserve-Reservoir 55 vorgesehen.
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Die
Grundfarben-Reservoirs 49 bis 54 wirken mit zwei
Grundfarben-Dosiereinrichtungen 56, 57 zusammen,
die Teile der Farb-Bereitstellungseinrichtungen 47, 48 sind.
Jede Grundfarben-Dosiereinrichtung hat sechs Dosierventile 58.
Jedes dieser Dosierventile 58 ist in einer Farbleitung 59 zwischen
einem der Grundfarben-Reservoirs 49 bis 54 und
einer von zwei Mischkammern 60, 61 angeordnet.
Die Mischkammern 60, 61 sind jeweils Teil einer
der Farb-Bereitstellungseinrichtungen 47, 48. Über eine Steuerleitung 62 stehen
die Dosierventile 58 mit der Steuereinrichtung 10 in
Signalverbindung. Letztere ist bei der Ausführung nach 2 in
zwei Teil-Steuereinrichtungen 10a zur Steuerung der Dosierventile 58 und 10b zur
Steuerung zweier Teilbild-Inkjet-Druckeinrichtungen 63, 64 unterteilt.
Letztere sind entsprechend den Druckeinrichtungen 23 bis 26 aufgebaut.
Die Druckeinrichtungen 63, 64 stehen mit der Teil-Steuereinrichtung 10b über eine
Steuerleitung 65 in Signalverbindung.
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Ein
Druckverfahren mit der Druckvorrichtung 1 nach 1 mit
Einsatz von Farb-Bereitstellungseinrichtungen 15 bis 18 nach
Art der Farb-Bereitstellungseinrichtungen 47, 48 der
Ausführung
nach 2 arbeitet folgendermaßen:
Zunächst wird
die Dekorvorlage 6 von der Bilderfassungseinrichtung 4 erfasst.
In der Recheneinrichtung 8 werden die erfassten Bilddaten
zur Dekorvorlage 6 in Separationen zerlegt, die überlagert
und entsprechend der Kolorierung das Dekor 3 ergeben. In
der 2 sind stark schematisch zwei derartige Echtfarben-Teilbilder 66, 67 dargestellt.
Das von der Druckeinrichtung 63 erzeugte Teilbild 66 besteht
aus einem ersten Zickzackmuster aufeinanderfolgender Quadrate, die
einander über
Eck benachbart sind. Das Teilbild 67 besteht aus einer
weiteren Zickzackfolge von Quadraten anderer Farbe, die mit den
Quadraten des Teilbilds 66 teilweise überlappen. Die Teilbilder 66, 67 stellen
schematische Wiedergaben von in der Realität vorliegenden Teilbildern
dar. Bei einem realen Dekor kann das Teilbild 66 zum Beispiel
in einem Punktmuster einer ersten Farbe und das Teilbild 67 in einem
Punktmuster einer zweiten Farbe bestehen. Mit derartigen, sich überlagernden
Punktmustern kann beispielsweise ein Steindekor auf einem Substrat,
zum Beispiel einem Kantenband oder einem Fensterprofil, erzeugt
werden. Auch beispielsweise ein Holzdekor ist möglich, welches mit zwei Teilbildern
erzeugt werden kann, wobei eines der Teilbilder eine Hintergrundfarbe
erzeugt und das andere Teilbild eine Holzmaserung.
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Das
Zerlegen der Dekorvorlage 6 in Teilbilder erfolgt durch
eine Dekormotiv- und Farbanalyse, deren grundsätzlicher Ablauf durch offenkundige
Vorbenutzung bekannt ist. Die Farbzusammensetzung sowie die Konturierung
der einzelnen Teilbilder hängt natürlich von
der Anzahl der in der Druckvorrichtung 1 vorhandenen Druckeinrichtungen
ab.
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Sobald
die Farbzusammensetzung und die Konturierung der einzelnen Teilbilder
von der Recheneinrichtung 8 berechnet wurden, werden die zum
Drucken der einzelnen Teilbilder notwendigen und bereitzustellenden
Farben vorgegeben. Dies erfolgt durch Berechnung einer entsprechenden
Farbrezeptur in der Recheneinrichtung 8, die dann von der
Steuereinrichtung 10 beziehungsweise der Teil-Steuereinrichtung 10a umgesetzt
wird. Hierzu steuert die Teil-Steuereinrichtung 10a die
Dosierventile 58 jeder Mischkammer, die den Druckeinrichtungen 23 bis 26 zugeordnet
ist, zur Herstellung der vorgegebenen Farbe für die jeweilige Druckeinrichtung 23 bis 26 an.
In den Mischkammern wird dann die mittels den Dosierventilen 58 durchgelassene
Zusammensetzung aus den Grundfarben gemischt. Die Zusatzfarben in
den Grundfarben-Reservoirs 53, 54 können zur
Erweiterung des darstellbaren Farbraums dienen.
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Anschließend werden
die einzelnen Teilbilder mit den in den Mischkammern bereitgestellten Farben
nacheinander druckformlos, z.B. durch Inkjet- beziehungsweise Tintenstrahl-Druck, auf das Substrat 2 gedruckt. „Nacheinander" bezieht sich hierbei auf
die räumliche
Nachordnung der Druckeinrichtungen 23 bis 26 hintereinander
und nicht unbedingt auf eine zeitliche Abfolge der Bedruckung einer
Substratpartie. Bedruckt werden nach der Ausführung nach 1 mit
den Druckeinrichtungen 23 bis 26 zunächst die Übertragungskörper 33 bis 36.
Letztere werden dabei vom Substrat oder den Antriebseinrichtungen angetrieben
und rollen auf dem Substrat 2 ab, wobei sie die aufgedruckten
Teilbilder an das Substrat 2 übertragen. Hierdurch entsteht
das gedruckte Teilbild auf dem Substrat 2. Auf jedem Abschnitt
des Substrates 2, welcher alle vier Druckeinrichtungen 23 bis 26 passiert
hat, entsteht sodann durch Überlagerung das
gesamte Dekor. Das Drucken durch die Druckeinrichtungen 23 bis 26 wird
von der Steuereinrichtung 10 gesteuert.
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Zwischen
den einzelnen Teilbild-Drucken werden die frisch gedruckten Teilbilder
durch die Farbtrocknungseinrichtungen 41 bis 44 getrocknet.
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Der
Druck kann kontinuierlich, intermittierend oder auch chargenweise,
z.B. auf Profillängen, erfolgen.
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Im
Verlauf oder am Ende des Druckvorgangs kann das gedruckte Dekor
durch eine Überwachungseinrichtung
erfasst werden, die aufgebaut ist wie die Bilderfassungseinrichtung 4.
Die nicht dargestellte Überwachungseinrichtung
steht mit der Recheneinrichtung 8 in Signalverbindung.
Sobald ein gedrucktes Teildekor von dem der Dekorvorlage 6 hinsichtlich
Farbe und/oder Kontur stärker
abweicht als ein vorgegebener Toleranzwert, stoppt die Steuereinrichtung 10 den
Druck oder kalibriert in Zusammenwirkung mit der Recheneinrichtung 8 die
Farbbereitstellung und/oder Druckkopfparametrisierung nach.
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Die
Druckvorrichtung 1 kann alternativ auch zum Bereitstellen
der Farben zur Vorbereitung eines vom beschriebenen Inkjet-Druckverfahren
unabhängigen
Rotationsdruck- oder sonstigen Kontaktdruckverfahrens dienen. Die
berechneten Echtfarben zur Erzeugung der Teilbilder, die durch Mischen
erzeugt werden können,
werden dann beim Rotationsdruckverfahren eingesetzt. Hierzu werden
die ermittelten Steuerdaten für
die Farbbereitstellung über
die Schnittstelle 46 auf eine entsprechende Steuereinrichtung
der Rotationsdruck- oder Kontaktdruckvorrichtung übergeben.
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Nachfolgend
wird das mit der Druckvorrichtung 1 nach 2 durchgeführte Druckverfahren dort
beschrieben, wo es sich vom Druckverfahren der Ausführung nach 1 unterscheidet.
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Die
zum Erzeugen der Teilbilder berechneten Echtfarben werden bei der
Ausführung
nach 2 in den Mischkammern 60, 61 bereitgestellt, wobei
diese Bereitstellung über
die Teil-Steuereinrichtung 10a gesteuert
wird. Das Drucken der Teilbilder über die Druckeinrichtungen 63, 64 wird
von der Teil-Steuereinrichtung 10b gesteuert. Bei der Ausführung nach 2 erfolgt
das Drucken mit den Druckeinrichtungen 63, 64 direkt
auf das Substrat 2. Übertragungskörper entfallen.
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Zwischen
den Druckeinrichtungen 63, 64 und nach der Druckeinrichtung 64 können nach
der Ausführung
nach 2 zwei Farbtrocknungseinrichtungen angeordnet
sein, die nicht dargestellt sind. Die Druckvorrichtung 1 nach 2 kann
zusätzlich eine
Bilderfassungseinrichtung 4 sowie eine Überwachungseinrichtung zur
Erfassung des gedruckten Dekors aufweisen, wie oben im Zusammenhang
mit der Ausführung
nach 1 beschrieben.
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3 zeigt
eine weitere Variante einer Druckvorrichtung 1. Komponenten,
die denjenigen entsprechen, die vorstehend unter Bezugnahme auf die 1 und 2 erläutert wurden,
tragen die gleichen Bezugsziffern und werden nicht nochmals im Einzelnen
diskutiert. Ein Vorschub des Substrates 2 erfolgt bei der
Druckvorrichtung 1 nach 3 von links
nach rechts.
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Die
Druckvorrichtung 1 nach 3 erzeugt insgesamt
zwei Teilbilder mit zwei räumlich
voneinander getrennten Teilbild-Druckeinrichtungen 68, 69. Jede
Druckeinrichtung 68, 69 hat insgesamt sechs Inkjet-Druckeinheiten 70, 71, 72, 73, 74, 75 nach
Art der Druckeinrichtungen 23 bis 26 der Ausführung nach 1.
Im Unterschied zu den Druckeinrichtungen 23 bis 26 arbeiten
die Druckeinheiten 70 bis 75 mit Grundfarben.
Hierzu stehen die Druckeinheiten 70 bis 75 über Farbleitungen 59 mit
den Grundfarben-Reservoirs 49 bis 54 in Fluidverbindung.
Bei den Inkjet-Druckeinheiten 70 bis 75 handelt
es sich also um Grundfarben-Inkjet-Druckeinheiten als Module der
druckformlosen Teilbild-Druckeinrichtung 68, 69. Jeder
Druckeinheit 70 bis 75 ist ein Farbübertragungskörper 76 in
Form einer Übertragungswalze zugeordnet.
Zwischen benachbarten Druckeinheiten 70 bis 75 und
nach der letzten Druckeinrichtung 75 jeder Teilbild-Druckeinrichtung 68, 69 ist
eine Farbtrocknungseinrichtung 77 nach Art der Farbtrocknungseinrichtungen 41 bis 44 zugeordnet.
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Jede
der Druckeinheiten 70 bis 75 hat ein dem jeweiligen
Grundfarben-Reservoir 49 bis 54 zugeordnetes Dosierventil 78 nach
Art des Dosierventils 31 der Ausführung nach 1.
In der 3 ist beispielhaft nur das Dosierventil 78 der
Druckeinheit 70 der Teilbild-Druckeinrichtung 68 dargestellt.
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Nachfolgend
wird ein Druckverfahren unter Einsatz der Druckvorrichtung 1 nach 3 nur
dort beschrieben, wo es sich von den vorstehend im Zusammenhang
mit den 1 und 2 beschriebenen
Druckverfahren unterscheidet.
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Die
Farbbereitstellung erfolgt bei der Druckvorrichtung 1 nach 3 durch
Bereitstellen der Grundfarben 49 bis 54 über die
Dosierventile 78 der Druckeinheiten 70 bis 75.
Diese Dosierventile 78 werden von der Steuereinrichtung 10 angesteuert. Die
Motivbildung und Farbmischung der Teilbilder wird durch Überlagerung
der von den Druckeinheiten 70 bis 75 auf das Substrat 2 gedruckten
Grundfarben erzeugt. Die Druckeinheiten 70 bis 75 drucken
hierzu die einzelnen Druckfarben sequentiell und separat auf das
Substrat 2. Nach dem Druck jeder Grundfarbe wird die frisch
aufgedruckte Farbe mit Hilfe der Farbtrocknungsein richtungen 77 getrocknet
und damit ein unkontrolliertes Verlaufen beim Auftrag der nächsten Grundfarbe
verhindert. Es entsteht bei entsprechender Grundfarbmengendosierung
ein dem Echtfarbauszug druckformgebundener Bedruckung analoger,
visuell einheitlicher, Farbeindruck.
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Auch
die Druckvorrichtung 1 nach 3 kann eine
Bilderfassungseinrichtung 4 sowie eine Überwachungseinrichtung nach
Art derjenigen aufweisen, die vorstehend im Zusammenhang mit der Ausführung nach 1 beschrieben
wurden.
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Auch
die Ausführungen
nach den 2 und 3 können zur
Vorbereitung eines unabhängigen Rotationsdruckverfahrens
eingesetzt werden, wie vorstehend im Zusammenhang mit der Ausführung nach 1 beschrieben.
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Die
Farbbereitstellung erfolgt bei den Ausführungen nach den 1 bis 3 rechnergesteuert.
Alternativ ist es auch möglich, über die
Recheneinheit 8 eine Mischrezeptur zu berechnen, die dann manuell
zum Mischen der Farben, zum Beispiel in den Mischkammern 60, 61,
abgearbeitet werden kann.
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Eine
Rotationsdruckvorrichtung beziehungsweise ein Rotationsdruckverfahren
wird hier stellvertretend für
ein aus der Stand der Technik bekanntes Kontaktdruckverfahren diskutiert.
Beispiele für
Kontaktdruckverfahren, bei denen die Steuerdaten zur Farbbereitstellung,
die mittels der Druckvorrichtung 1 gewonnen werden, eingesetzt
werden können,
sind Tiefdruck, Rotationstampondruck oder Flexodruck.
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Die
Farbbereitstellungstechniken nach den Ausführungen gemäß den 2 und 3 können auch
innerhalb einer Druckvorrichtung kombiniert werden. In die Druckvorrichtungen 1 nach
den 1 bis 3 können auch konventionelle Kontaktdruck-Komponenten
integriert werden.
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Die Übertragungswalzen 33 bis 36 beziehungsweise 76 können hinsichtlich
ihres Durchmessers an eine Rapportlänge des Dekors 3 derart
angepasst werden, dass die Übertragungswalze
beim Drucken eines Teilbildes immer am gleichen Ort auf der Umfangswand
mit zu übertragender
Farbe benetzt wird, sodass keine Schattenbilder übertragen werden.