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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausgleichen einer
durch eine Temperaturänderung
hervorgerufenen Positionsänderung
einer Nadelkarte im Rahmen eines Funktionstests von einer auf einer
Halbleiterscheibe angeordneten integrierten Schaltung. Die Erfindung
betrifft ferner eine Testvorrichtung, bei der eine temperaturbedingte
Positionsänderung
einer Nadelkarte ausgeglichen wird.
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Zum
hochparallelen Funktionstest von integrierten Schaltungen auf einer
Halbleiterscheibe, im Folgenden als Wafer bezeichnet, werden sogenannte
Nadelkarten (Probe Cards) eingesetzt. Eine Nadelkarte, welche für den Funktionstest
mit einem sogenannten Tester verbunden wird, weist üblicherweise
eine Trägereinrichtung
auf, auf der auf engstem Raum eine Anordnung von federnden Prüfspitzen, sogenannte
Kontaktnadeln, angeordnet ist. Über
die Trägereinrichtung
wird eine elektrische Verbindung zwischen den einzelnen Kontaktnadeln
und dem Tester hergestellt.
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Beim
Funktionstest der integrierten Schaltungen ist der Halbleiterwafer
normalerweise auf einem in alle Richtungen verfahrbaren Tisch, einem
sogenannten Chuck, einer als Waferprober bezeichneten Testeinrichtung
angeordnet. Der Waferprober ermöglicht
eine präzise
Justierung der Position des Chucks, um auf dem Wafer vorgesehene
Kontaktpunkte genau unter entsprechenden Kontaktnadeln der fest
in dem Waferprober installierten Nadelkarte zu justieren. Hierzu
weist der Waferprober üblicherweise
eine Einrichtung zur elektronischen Bilderfassung und -auswertung
auf. In der Regel handelt es sich bei den Kontaktpunkten um metallische
Testkontaktflächen,
sogenannte Pads, die auf dem Wafer angeordnet sowie mit den integrierten
Schaltungen elektrisch verbunden sind. Wahl weise können die Kontaktpunkte
auch als „Kontaktkugeln" (Bump) ausgeführt sein.
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Sobald
der Chuck mithilfe des Waferprobers derart positioniert ist, dass
die Kontaktpunkte bzw. Pads exakt zu entsprechenden Kontaktnadeln
ausgerichtet sind, wird der Chuck vom Waferprober so gegen die Kontaktnadeln
der Nadelkarte verfahren, dass die Kontaktnadeln mit einer vorbestimmten Kraft
bzw. einem vorbestimmten Anpressdruck gegen die Pads auf dem Halbleiterwafer
drücken
und sich gleichzeitig in die Pads „hineinbohren", um eine sichere
Kontaktierung der Pads und damit der an die Pads angeschlossenen
integrierten Schaltungen auf dem Wafer zu ermöglichen. Gegenwärtig eingesetzte hochparallele
Nadelkarten weisen üblicherweise
eine Anzahl von Kontaktnadeln im Bereich von zehntausend und mehr
auf, so dass mit solchen Nadelkarten mehr als einhundert integrierte
Schaltungen parallel getestet werden können.
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Die
Kontaktnadeln einer Nadelkarte sind mit einer gewissen Federelastizität versehen,
wobei der Federweg in der Regel auf maximal 100 μm beschränkt ist. Beim Verfahren des
Chucks gegen die Nadelkarte wird der Chuck nach einer ersten Berührung zwischen
Kontaktnadeln der Nadelkarte und Pads auf dem Wafer um beispielsweise
50 μm weiter in
Richtung der Nadelkarte bewegt, um den oben beschriebenen Anpressdruck
für eine
sichere Kontaktierung herzustellen. In einem solchen Fall ergibt
sich ein für
einen Funktionstest vorgegebener "Anpressdruckbereich", welcher einem Verfahrbereich zwischen
50 und 100 μm
ab einer ersten Berührung
zwischen Kontaktnadeln und Pads entspricht. Werden die Kontaktnadeln
stärker
als der maximal zulässige Federweg
zusammengedrückt,
kommt es zu permanenten plastischen Verformungen und damit zu einem
Defekt der Kontaktnadeln.
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Bei
einem Funktionstest werden von dem Tester Testsignale über die
Nadelkarte an die ankontaktierten integrierten Schaltungen angelegt,
sowie in entsprechender Weise Antwortsignale von den integrierten
Schaltungen empfangen. In der Regel wird hierbei auch die Temperaturstabilität der integrierten Schaltungen
getestet. Hierzu wird der Halbleiterwafer beispielsweise mithilfe
einer Heizung im Chuck auf eine Prüftemperatur von bis zu 125°C gebracht. Bei
einem solchen Funktionstest mit einem erwärmten Wafer wird zwangsläufig auch
die Nadelkarte aufgeheizt. Dies geschieht über die auf den Pads auf dem
Wafer aufsitzenden Kontaktnadeln, die in der Regel aus einem hochfesten
Metall gefertigt sind und sich damit durch eine gute Wärmeleitfähigkeit
auszeichnen. Hauptsächlich
wird die Nadelkarte aber durch die von dem Wafer abgegebene Wärmestrahlung
aufgeheizt.
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Die
Trägereinrichtung
einer Nadelkarte ist im Allgemeinen als Leiterplatte (printed circuit
board, PCB) ausgebildet, in welcher Leiterbahnen zum Anschluss der
einzelnen Kontaktnadeln vorgesehen sind. Üblicherweise ist die Leiterplatte
zusätzlich
mit einer Metallversteifung versehen, um ein gewichtsbedingtes Durchbiegen
zu vermeiden. Die thermische Erwärmung
der Nadelkarte während
eines Testvorgangs mit einem geheizten Wafer führt in der Regel zu einer thermischen
Ausdehnung der Trägereinrichtung,
wodurch sich die Position der fest in dem Waferprober installierten
Nadelkarte gegenüber
dem zu testenden Wafer verändert.
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Neben
lateralen Positionsänderungen
in XY-Richtung, welche ein „Zerkratzen" und dadurch ein
mögliches
Zerstören
von Pads durch die Kontaktnadeln zur Folge haben können, treten
vor allem Bewegungen in Z-Richtung und damit eine Veränderung
des Abstands zwischen der Nadelkarte und dem Halbleiterwafer auf.
Auf diese Weise werden die Kontaktnadeln im Rahmen eines Funktionstests
beispielsweise so stark zusammengedrückt, dass der maximal tolerierbare
Federweg bzw. Anpressdruck überschritten
wird und sich die Kontaktnadeln dauerhaft verformen.
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Daneben
besteht die Möglichkeit,
dass sich durch eine Temperaturänderung
der Nadelkarte während
eines Funktionstests der Abstand zwischen der Nadelkarte und dem
Wafer derart vergrößert, dass ein
ungenügender
Anpressdruck zwischen Kontaktnadeln der Nadelkarte und Pads auf
dem Wafer resultiert bzw. eine bereits hergestellte Kontaktierung von
Pads wieder aufgehoben wird. Auf diese Weise können zu testende integrierte
Schaltungen fälschlicherweise
als defekt eingestuft werden, so dass es infolgedessen zu Ausbeuteverlusten
kommt.
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Um
derartige durch Temperaturänderungen hervorgerufene
Positionsänderungen
einer Nadelkarte im Rahmen eines Funktionstests von integrierten
Schaltungen zu vermeiden, wird vor dem Aufheiz- bzw. Abkühlvorgang
der Wafer mit dem Chuck möglichst
nahe an die Nadelkarte herangefahren. Anschließend wird eine vorgegebene
Zeitdauer zum Aufwärmen
bzw. Abkühlen
der Nadelkarte abgewartet, nach deren Ablaufen angenommen wird,
dass sich ein thermisches Gleichgewicht in der Nadelkarte einstellt
hat und die Nadelkarte infolgedessen ihre Position im weiteren Verlauf
beibehält.
Erst im Anschluss hieran wird der Wafer für den Funktionstest mithilfe
des Chucks zu der Nadelkarte hin ausgerichtet und zum Herstellen
einer Kontaktierung zwischen Kontaktnadeln der Nadelkarte und Pads
auf dem Wafer an die Nadelkarte herangefahren.
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Eine
derartige Vorgehensweise ist jedoch mit einem relativ hohen zeitlichen
Aufwand verbunden. Auch kann während
der Aufwärm-
bzw. Abkühlzeit
einer Nadelkarte kein Funktionstest von integrierten Schaltungen
durchgeführt
werden. Darüber
hinaus erfordern unterschiedliche Typen von Nadelkarten, die sich
beispielsweise durch die Größe oder
die Materialien einzelner Komponenten der Nadelkarten bzw. der Trägereinrichtungen
voneinander unterscheiden, unterschiedliche Aufwärm- bzw. Abkühlzeiten.
In der Praxis wird daher versucht, für das Aufwärmen bzw. Abkühlen unterschiedlicher
Nadelkartentypen eine einheitliche maximale Zeitdauer festzulegen.
Sofern diese Zeitdauer nicht beachtet wird oder eine Nadelkarte
sich trotz Abwartens der vorgegebenen Zeitdauer noch nicht im thermischen Gleichgewicht
befindet, besteht die Gefahr, dass die Nadelkarte im Rahmen eines
Funktionstests eine temperaturbedingte Positionsänderung vollzieht mit den oben
beschriebenen Folgen eines Beschädigens von
Pads des Halbleiterwafers und Kontaktnadeln der Nadelkarte sowie
eines fehlerhaften Bewertens von zu testenden integrierten Schaltungen.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein verbessertes
Verfahren bzw. eine Testvorrichtung anzugeben, mit deren Hilfe derartige mit
einer temperaturbedingten Positionsänderung einer Nadelkarte verbundene
Probleme im Rahmen eines Funktionstests von integrierten Schaltungen
vermieden werden.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 und eine Testvorrichtung
gemäß Anspruch
11 gelöst.
Weitere vorteilhafte Ausführungsformen
sind in den abhängigen
Ansprüchen
angegeben.
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Erfindungsgemäß wird ein
Verfahren zum Ausgleichen einer durch eine Temperaturänderung hervorgerufenen
Positionsänderung
einer Nadelkarte im Rahmen eines Funktionstests von (wenigstens) einer
auf einer Halbleiterscheibe angeordneten integrierten Schaltung
vorgeschlagen, wobei die Nadelkarte eine Trägereinrichtung mit einer Anordnung
von Prüfspitzen
zum Kontaktieren von auf der Halbleiterscheibe angeordneten sowie
mit der integrierten Schaltung verbundenen Kontaktpunkten aufweist. Das
erfindungsgemäße Verfahren
umfasst ein Ermitteln einer Temperatur der Nadelkarte und ein Anpassen
der Position der Halbleiterscheibe an die durch die Temperaturänderung
hervorgerufene Positionsänderung
der Nadelkarte auf der Grundlage der ermittelten Temperatur und
eines die temperaturbedingte Positionsänderung der Nadelkarte wiedergebenden
Kennfeldes, um die durch die Temperaturänderung hervorgerufene Positionsänderung
der Nadelkarte auszugleichen.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
basiert darauf, die Position der Halbleiterscheibe auf der Grundlage
der aktuellen Temperatur der Nadelkarte und des die temperaturbedingte
Positionsänderung der
Nadelkarte wiedergebenden Kennfeldes zu korrigieren, anstelle eine
vorgegebene Zeitdauer abzuwarten, nach deren Ablaufen angenommen
wird, dass sich die Nadelkarte im thermischen Gleichgewicht befindet.
Auf diese Weise besteht die Möglichkeit,
die Halbleiterscheibe bereits vor einem Aufheiz- bzw. Abkühlvorgang
für eine
Kontaktierung zur Nadelkarte hin auszurichten, wodurch ein Funktionstest der
auf der Halbleiterscheibe angeordneten integrierten Schaltung mit
einem geringeren Zeitaufwand durchgeführt werden kann. Darüber hinaus
wird eine Beschädigung
von Kontaktpunkten der Halbleiterscheibe sowie von auf Kontaktpunkte
aufgesetzten Prüfspitzen
der Nadelkarte aufgrund eines Überschreitens
eines vorgegebenen maximalen Anpressdrucks vermieden. Auch besteht
keine Gefahr, die integrierte Schaltung bei einem Funktionstest
aufgrund einer ungenügenden
Kontaktierung zwischen Prüfspitzen
der Nadelkarte und Kontaktpunkten der Halbleiterscheibe fälschlicherweise
als defekt zu bewerten.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform wird
das Anpassen der Position der Halbleiterscheibe während der
durch die Temperaturänderung
hervorgerufenen Positionsänderung
der Nadelkarte durchgeführt.
Auf diese Weise kann die Prüfzeit
für einen
Funktionstest deutlich verringert werden.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
wird das Anpassen der Position der Halbleiterscheibe an die durch
die Temperaturänderung
hervorgerufene Positionsänderung
der Nadelkarte in vorgegebenen Zeitabschnitten durchgeführt, welche von
Zeitabschnitten unterbrochen werden, in welchen die Position der
Halbleiterscheibe nicht verändert
wird, um das Anpassen der Position der Halbleiterscheibe an die
durch die Temperaturänderung
hervorgerufene Positionsänderung
der Nadelkarte schrittweise durchzuführen.
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Dabei
ist es bevorzugt, dass ein Zeitabschnitt, in welchem die Position
der Halbleiterscheibe nicht verändert
wird, kleiner ist als ein Zeitabschnitt, in welchem ein sich auf
eine Kontaktierung zwischen einer Prüfspitze der Nadelkarte und
einem Kontaktpunkt der Halbleiterscheibe beziehender charakteristischer
Parameter aufgrund der durch die Temperaturänderung hervorgerufenen Positionsänderung
der Nadelkarte einen vorgegebenen Bereich verlässt. Auf diese Weise wird eine
zuverlässige
Kontaktierung zwischen Prüfspitzen
der Nadelkarte und entsprechenden Kontaktpunkten auf der Halbleiterscheibe
während
eines Aufheiz- bzw. Abkühlvorgangs
ohne die Gefahr einer Beschädigung
von Prüfspitzen
bzw. der Nadelkarte ermöglicht.
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Als
charakteristischer, sich auf eine Kontaktierung beziehender Parameter
wird vorzugsweise ein Anpressdruck zwischen einer Prüfspitze
der Nadelkarte und einem Kontaktpunkt der Halbleiterscheibe herangezogen.
Der Anpressdruck wird dabei insbesondere in Form eines zusätzlichen
Verfahrweges der Halbleiterscheibe in Richtung der Nadelkarte ab einer
ersten Berührung
zwischen Prüfspitzen
der Nadelkarte und Kontaktpunkten der Halbleiterscheibe angegeben.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
werden in einem Zeitabschnitt, in welchem die Position der Halbleiterscheibe
nicht verändert wird,
Testsignale für
den Funktionstest an die integrierte Schaltung angelegt. Auf diese
Weise werden sich negativ auf den Funktionstest der integrierten Schaltung
auswirkende Erschütterungen,
welche während
des Veränderns
der Position der Halbleiterscheibe auftreten können, vermieden, wodurch sich der
Funktionstest der integrierten Schaltung während der Temperaturänderung
der Nadelkarte mit einer hohen Zuverlässigkeit und Genauigkeit durchführen lässt.
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In
einer alternativen bevorzugten Ausführungsform wird das Anpassen
der Position der Halbleiterscheibe nach der durch die Temperaturänderung
hervorgerufenen Positionsänderung
der Nadelkarte durchgeführt.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
gibt das Kennfeld zusätzlich
die temperaturbedingte Positionsänderung
der Nadelkarte in Abhängigkeit
der Zeit wieder. Auf diese Weise lässt sich die Position der Halbleiterscheibe
mit einer hohen Genauigkeit an die temperaturbedingte Positionsänderung
der Nadelkarte anpassen, was insbesondere bei dem vorstehend beschriebenen
schrittweisen Anpassen der Position der Halbleiterscheibe an die
Positionsänderung
der Nadelkarte von Vorteil ist.
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Erfindungsgemäß wird ferner
eine Testvorrichtung vorgeschlagen, bei der eine durch eine Temperaturänderung
hervorgerufene Positionsänderung einer
Nadelkarte ausgeglichen wird. Die Testvorrichtung umfasst eine Nadelkarte,
welche eine Trägereinrichtung
mit einer Anordnung von Prüfspitzen
zum Kontaktieren von auf einer Halbleiterscheibe angeordneten Kontaktpunkten
aufweist, wobei die Kontaktpunkte mit (wenigstens) einer auf der
Halbleiterscheibe angeordneten integrierten Schaltung verbunden
sind, eine Halteeinrichtung zum Halten der Halbleiterscheibe, zum
Verändern
der Position der Halbleiterscheibe gegenüber der Nadelkarte und zum
Verändern
der Temperatur der Halbleiterscheibe, sowie eine Steuereinrichtung
zum Steuern des mithilfe der Halteeinrichtung durchgeführten Veränderns der
Position und der Temperatur der Halbleiterscheibe und zum Anlegen
von Testsignalen an die integrierte Schaltung für einen Funktionstest. Erfindungsgemäß ist des
weiteren eine Temperaturerfassungseinrichtung zum Ermitteln einer
Temperatur der Nadelkarte sowie eine Auswerteeinrichtung zum Ermitteln
einer an eine durch eine Temperaturänderung hervorgerufene Positionsänderung
der Nadelkarte angepasste Position der Halbleiterscheibe auf der Grundlage
der ermittelten Temperatur und eines die temperaturbedingte Positionsänderung
der Nadelkarte wiedergebenden Kennfeldes vorgesehen, um die durch
die Temperaturänderung
hervorgerufene Positionsänderung
der Nadelkarte auszugleichen.
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In
entsprechender Weise eröffnet
die erfindungsgemäße Testvorrichtung
die Möglichkeit,
die Halbleiterscheibe in vorteilhafter Weise bereits vor einem Aufheiz-
bzw. Abkühlvorgang
für eine
Kontaktierung zur Nadelkarte hin auszurichten sowie die Position
der Halbleiterscheibe nach oder auch während des Aufheiz- bzw. Abkühlvorgangs
an die temperaturbedingte Positionsänderung der Nadelkarte anzupassen,
wodurch sich ein Funktionstest der integrierten Schaltung mit einem
geringen Zeitaufwand durchführen
lässt.
Des weiteren wird im Rahmen eines Funktionstests die Gefahr eines
Beschädigens von
Kontaktpunkten der Halbleiterscheibe und von Kontaktnadeln der Nadelkarte
aufgrund eines Überschreitens
eines maximalen Anpressdrucks sowie die Gefahr, die integrierte
Schaltung aufgrund einer unzureichenden Kontaktierung zwischen Prüfspitzen der
Nadelkarte und Kontaktpunkten der Halbleiterscheibe fälschlicherweise
als defekt zu bewerten, vermieden.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen
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1 eine
schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Testvorrichtung;
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2 und 3 gemessene
temperaturbedingte Positionsänderungen
von Nadelkarten in Abhängigkeit
der Zeit;
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4 ein
Ablaufdiagramm einer Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum
Ausgleichen einer temperaturbedingten Positionsänderung einer Nadelkarte;
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5 bis 8 Ablaufdiagramme
unterschiedlicher Ausführungsformen
von erfindungsgemäßen Verfahren,
bei welchen eine temperaturbedingte Positionsänderung einer Nadelkarte im
Rahmen eines Funktionstests ausgeglichen wird; und
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9 eine
schematische Darstellung einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Testvorrichtung.
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1 zeigt
eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Testvorrichtung 1,
welche zum Testen der Funktionsfähigkeit
integrierter Schaltungen auf einem Halbleiterwafer 15 eingesetzt
wird. Die Testvorrichtung 1 weist im Wesentlichen einen
sogenannten Waferprober 10 mit einer einen in XYZ-Richtung
verfahrbaren Chuck aufweisenden Halteeinrichtung 14 zum
exakten Justieren des Wafers 15 auf. Der Wafer 15 wird
hierzu auf dem Chuck der Halteeinrichtung 14 beispielsweise
mittels Unterdruck festgehalten. Die XY-Richtung bezieht sich dabei
beispielsweise auf eine durch eine Oberfläche des Wafers 15 vorgegebene
Ebene, wohingegen die Z-Richtung senkrecht zu dieser Ebene verläuft. Zum
Steuern des Verfahrens des Chucks ist eine Probersteuerung 16 vorgesehen.
Die Probersteuerung 16 ist dabei in der Lage, den Chuck
beispielsweise mithilfe einer elektronischen Bilderkennung vollautomatisch feinzujustieren.
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Um
die auf dem Wafer 15 angeordneten integrierten Schaltungen
auch unter erhöhten
Temperaturen einem Funktionstest unterziehen zu können, weist
der Chuck der Halteeinrichtung 14 ein Heizelement 20 auf,
mit dem der Wafer 15 auf eine vorgesehene Prüftemperatur
aufgewärmt
werden kann. Beispielsweise wird bei dem Wafer 15 ein Funktionstest bis
zu einer Temperatur von 125°C
durchgeführt,
um die Funktionsfähigkeit
der integrierten Schaltungen auf dem Wafer 15 auch unter
solchen Betriebstemperaturen gewährleisten
zu können.
Das Heizelement 20 wird hierfür durch die Probersteuerung 16 angeschaltet.
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Zum
Durchführen
eines Funktionstests ist eine an dem Waferprober 10 fest
installierte Nadelkarte 11 vorgesehen. Die Nadelkarte 11 weist
eine Trägereinrichtung 12 mit
einer Anordnung von Kontaktnadeln 13 auf. Die Trägereinrichtung 12 ist
beispielsweise als Leiterplatte ausgebildet, in welcher Leiterbahnen
zum Anschluss der einzelnen Kontaktnadeln 13 vorgesehen
sind. Weiter weist die Trägereinrichtung 12 beispielsweise
eine Metallversteifung auf, um ein gewichtsbedingtes Durchbiegen
der Nadelkarte 11 zu verhindern.
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Die
Kontaktnadeln 13 der Nadelkarte 11 sind ausgelegt,
auf dem Wafer 15 angeordnete Kontaktpunkte zu kontaktieren,
die die Verbindung mit den integrierten Schaltungen auf dem Wafer 15 herstellen und üblicherweise
in Zwischenbereichen zwischen den integrierten Schaltungen auf dem
Wafer 15 angeordnet sind. Die Kontaktpunkte sind beispielsweise
als metallische Kontaktflächen,
sogenannte Pads, ausgebildet. Zum Kontaktieren der Kontaktpunkte bzw.
Pads wird der Wafer 15 mithilfe des Chucks der Halteeinrichtung 14 zunächst so
verfahren und zu der Nadelkarte 11 hin ausgerichtet, dass
die Pads entsprechenden Kontaktnadeln 13 genau gegenüberliegen.
Anschließend
wird der Chuck derart in Z-Richtung gegen die Nadelkarte 11 bewegt,
dass Kontaktnadeln 13 gegen entsprechende Pads auf dem
Wafer 15 drücken.
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Die
Kontaktnadeln 13 der Nadelkarte 11 sind elastisch
ausgebildet, um einen vorgegebenen Anpressdruck der Kontaktnadeln 13 auf
den Pads für eine
zuverlässige
Kontaktierung herzustellen. Dabei wird ein Anpressdruck in Form
eines zusätzlichen Verfahrweges
des Wafers 15 in Richtung der Nadelkarte 13 von
beispielsweise 50 μm
ab einer ersten Berührung
zwischen Kontaktnadeln 13 der Nadelkarte 11 und
entsprechenden Pads auf dem Halbleiterwafer 15 verwirklicht.
Nach oben begrenzt wird der Anpressdruck durch einen maximalen Federweg
der Kontaktnadeln 13, welcher beispielsweise 100 μm beträgt. Bei
einem Zusammendrücken
der Kontaktnadeln 13 über
den maximal zulässigen
Federweg hinaus besteht die Gefahr, dass eine dauerhafte plastische
Verformung der Kontaktnadeln 13 auftritt, wodurch die Nadelkarte 11 beschädigt wird.
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Die
Testvorrichtung 1 weist weiter einen mit der Nadelkarte 11 verbundenen
Tester 17 auf, um Testsignale für den Funktionstest zu generieren,
welche über
die Nadelkarte 11 an die Pads und damit an die integrierten
Schaltungen auf dem Wafer 15 angelegt werden. In entsprechender
Weise werden Antwortsignale von dem Tester 17 empfangen
sowie ausgewertet. Über
eine Schnittstelle wie beispielsweise GPIB (General Purpose Interface
Bus) ist der Tester 17 mit der Probersteuerung 16 verbunden,
um der Probersteuerung 16 Testpositionen des Wafers 15 für den Funktionstest
vorzugeben sowie das Heizelement 20 über die Probersteuerung 16 zu
aktivieren. Darüber
hinaus können
vor einem Funktionstest über
den Tester 17 Testsignale wiederholt in Form einer Kontakttestschleife
an die Nadelkarte 11 für
eine Justierung des Wafers 15 angelegt werden, um die elektronische
Bilderkennung zu ergänzen.
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Bei
einer Erwärmung
des Wafers 15 im Rahmen eines Funktionstests tritt zwangsläufig eine
thermische Erwärmung
der Nadelkarte 11 auf. In erster Linie wird die Nadelkarte 11 durch
die von dem Wafer 15 abgegebene Wärmestrahlung aufgeheizt. Daneben
erfolgt eine Aufheizung der Nadelkarte 11 auch durch Wärmeleitung über die
den Wafer 15 berührenden
Kontaktnadeln 13. Die Erwärmung der Nadelkarte 11 führt in der
Regel zu einer thermischen Ausdehnung der Trägereinrichtung 12,
wodurch sich die Position der fest in dem Waferprober 10 installierten
Nadelkarte 11 und damit der Kontaktnadeln 13 gegenüber dem
zu testenden Wafer 15 verändert. Neben einer Veränderung
der lateralen Position der Nadelkarte 11 in XY-Richtung
tritt dabei insbesondere eine Änderung
der Position der Nadelkarte 11 in Z-Richtung und damit
eine Veränderung
des Abstands zwischen der Nadelkarte 11 und dem Wafer 15 auf.
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Zur
Veranschaulichung zeigen die 2 und 3 gemessene
temperaturbedingte Positionsänderungen 71, 72 von
zwei unterschiedlichen Nadelkarten in Z-Richtung in Abhängigkeit
der Zeit. Die thermische Erwärmung
der Nadelkarten, welche beide von Raumtemperatur auf eine Temperatur
von 80°C
aufgeheizt wurden, beruhte auf der beim Aufheizen von Wafern abgegebenen
Wärmemenge.
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Bei
der in 2 dargestellten Positionsänderung 71 trat zunächst eine "nach unten" gerichtete Bewegung
der Nadelkarte mit einem minimalen Z-Wert von ca. –110 μm bei einer
Zeit von ca. 18 Minuten auf. Im weiteren Verlauf vollzog die Nadelkarte eine
temperaturbedingte Bewegung in der umgekehrten Richtung bis zu einem
Z-Wert von ca. –60 μm bei einer
Zeit von ca. 100 Minuten. Eine derartige Positionsänderung 71 mit
verschiedenen Bewegungsrichtungen resultiert aus dem unterschiedlichen
thermischen Ausdehnungsverhalten der aus verschiedenen Komponenten
und Materialien bestehenden Trägereinrichtung
der untersuchten Nadelkarte.
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Die
in 3 dargestellte Positionsänderung 72 wies einen
minimalen Z-Wert von –45 μm nach einer
Aufheizzeit von etwa 8 Minuten auf. Im weiteren Zeitverlauf traten
bei der untersuchten Nadelkarte nur noch geringfügige Änderungen der Position auf.
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Derartige
durch ein temperaturbedingtes Ausdehnen oder auch Zusammenziehen
einer Trägereinrichtung 12 hervorgerufene
Positionsänderungen
einer Nadelkarte 11 liegen in entsprechender Weise auch
bei Funktionstests von integrierten Schaltungen vor, bei denen zum
Testen der Temperaturstabilität
der integrierten Schaltungen ein Wafer 15 auf eine vorgegebene
niedrige Prüftemperatur
abgekühlt
wird. Beispielsweise könnte
bei der in 1 dargestellten Testvorrichtung 1 neben
oder anstelle des Heizelements 20 der Waferprober 10 bzw.
der Chuck der Halteeinrichtung 14 mit einer durch den Tester 17 bzw.
die Probersteuerung 16 aktivierbaren Einrichtung 2 zum
Kühlen
des Wafers 15 versehen sein. Auch beim hierdurch hervorgerufenen
Abkühlen
der Nadelkarte 11 kann es neben den vor allem in Z-Richtung
vorkommenden Positionsänderungen
zu lateralen Positionsänderungen,
d.h. in XY-Richtung, kommen.
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Um
derartige temperaturbedingte Positionsänderungen der Nadelkarte 11 bei
der in 1 dargestellten Testvorrichtung 1 im
Rahmen eines Funktionstests von auf dem Wafer 15 angeordneten
integrierten Schaltungen auszugleichen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
das in 4 dargestellte Verfahren durchzuführen. Hierzu
wird in einem Verfahrensschritt 21 die Temperatur der Nadelkarte 11 ermittelt.
Zu diesem Zweck weist die Nadelkarte 11 wenigstens einen
auf der Nadelkarte 11 angeordneten Temperatursensor 18 auf.
Die Temperatursensoren 18 sind beispielsweise als Thermoelemente ausgebildet,
welche vorzugsweise an geeigneten Stellen der Nadelkarte 11 bzw.
der Trägereinrichtung 12 derart
angeordnet sind, dass die Temperatur der Nadelkarte 11 möglichst
zeitnah erfasst werden kann.
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In
einem weiteren Verfahrensschritt 22 wird die Position des
Wafers 15 mithilfe des Chucks der Halteeinrichtung 14 an
die durch die Temperaturänderung
hervorgerufene Positionsänderung
der Nadelkarte 11 auf der Grundlage der ermittelten Temperatur
der Nadelkarte 11 und eines die temperaturbedingte Positionsänderung
der Nadelkarte 11 wiedergebenden Kennfeldes angepasst.
Vorzugsweise beruht das Kennfeld der Nadelkarte 11 auf
unter gleichen bzw. vergleichbaren Randbedingungen hinsichtlich
der Erwärmung
der Nadelkarte 11 (Anfangstemperatur, End- bzw. Prüftemperatur,
abgegebene Wärmeleistung,
etc.) durchgeführten
Kalibrationsmessungen der temperaturbedingten Positionsänderung
der Nadelkarte 11. Das Kennfeld der Nadelkarte 11 ist
bei der in 1 dargestellten Testvorrichtung 1 in
einem Speicher 19 auf der Nadelkarte 11 beispielsweise
algorithmisch oder in Form einer Tabelle aus diskreten Werten hinterlegt.
Dabei ist der Speicher 19 vorzugsweise als nichtflüchtiger
Speicher, beispielsweise als Flash-Speicher, ausgebildet.
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Das
Ermitteln der an die temperaturbedingte Positionsänderung
der Nadelkarte 11 angepassten Position des Wafers 15 wird
bei der in 1 dargestellten Testvorrichtung 1 durch
den als Auswerteeinrichtung fungierenden Tester 17 vorgenommen,
welcher über
entsprechende Verbindungsleitungen mit dem Speicher 19 zum
Auslesen des Kennfeldes der Nadelkarte 11 und mit den Temperatursensoren 18 zum
Erfassen der aktuellen Temperatur der Nadelkarte 11 verbunden
ist. Die ermittelte angepasste Position der Nadelkarte 11 wird
anschließend
von dem Tester 17 an die Probersteuerung 16 übermittelt,
um die Position des Wafers 15 mithilfe des Chucks der Halteeinrichtung 14 entsprechend
zu korrigieren.
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Neben
der Positionsänderung
der Nadelkarte 11 in Abhängigkeit der Temperatur gibt
das Kennfeld vorzugsweise zusätzlich
die Positionsänderung der
Nadelkarte 11 in Abhängigkeit
der Zeit wieder. Durch eine beispielsweise mithilfe des Testers 17 oder
der Probersteuerung 16 durchgeführte Zeiterfassung ist es auf
diese Weise insbesondere möglich,
ausgehend von einem aktuell gemessenen Temperaturwert der Nadelkarte 11 die
im weiteren zeitlichen Verlauf auftretende Positionsänderung
der Nadelkarte 11 vorherzusagen. Auf diese Weise lässt sich
die Position des Wafers 15 mit einer hohen Genauigkeit
an die temperaturbedingte Positionsänderung der Nadelkarte 11 anpassen.
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Auf
der Grundlage der Verfahrensschritte 21, 22 des
in 4 dargestellten Verfahrens lässt sich ein Funktionstest
von auf dem Wafer 15 angeordneten integrierten Schaltungen
auf unterschiedliche Art und Weise realisieren. Hierzu zeigen die
folgenden 5 bis 8 Ablaufdiagramme
unterschiedlicher Ausführungsformen
von erfindungsgemäßen Verfahren,
bei welchen eine temperaturbedingte Positionsänderung der Nadelkarte 11 im
Rahmen eines Funktionstests von integrierten Schaltungen ausgeglichen wird.
Bei den in den 5 und 6 dargestellten Verfahren
wird das Anpassen der Position des Wafers 15 jeweils nach
und bei den in den 7 und 8 dargestellten
Verfahren jeweils während
der temperaturbedingten Positionsänderung der Nadelkarte 11 durchgeführt.
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Bei
dem in 5 dargestellten Verfahren wird der Wafer 15 zunächst zur
Nadelkarte 11 bzw. zu den Kontaktnadeln 13 hin
ausgerichtet sowie derart an die Nadelkarte 11 herangefahren,
dass die Kontaktnadeln 13 entsprechende Pads auf dem Wafer 15 mit
einem vorgegebenen Anpressdruck kontaktieren (Verfahrensschritt 31).
Nachfolgend wird die Temperatur des Wafers 15 für einen
Funktionstest geändert (Verfahrensschritt 32),
wodurch sich zwangsläufig auch
die Temperatur der Nadelkarte 11 und damit die Position
der Nadelkarte 11 ändert.
Beispielsweise wird der Wafer 15 mithilfe des Heizelements 20 auf eine
vorgegebene Prüftemperatur
aufgeheizt. Alternativ ist es vorstellbar, den Wafer 15 mithilfe
der Kühleinrichtung 2 auf
eine vorgegebene niedrige Prüftemperatur
abzukühlen.
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In
einem weiteren Verfahrensschritt 33 wird die Temperatur
der Nadelkarte 11 mithilfe der auf der Nadelkarte 11 angeordneten
Temperatursensoren 18 ermittelt. Dies erfolgt vorzugsweise
kontinuierlich während
des Aufheiz- bzw. Abkühlvorgangs
der Nadelkarte 11, um den frühestmöglichen Zeitpunkt zu bestimmen,
an dem die Nadelkarte 11 die vorgegebene Prüftemperatur
des Wafers 15 erreicht hat und sich im thermischen Gleichgewicht
befindet. Wahlweise besteht die Möglichkeit, die Temperatur der Nadelkarte 11 während des
Aufheiz- bzw. Abkühlvorgangs
schrittweise in vorgegebenen Zeitabständen zu ermitteln oder auch
die Temperatur der Nadelkarte 11 nach einer vorgegebenen
Wartezeit zu erfassen.
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Sobald
die Nadelkarte 11 die vorgegebene Prüftemperatur erreicht hat, wird
die Position des Wafers 15 auf der Grundlage der ermittelten
Temperatur und des Kennfeldes der Nadelkarte 11 an die temperaturbedingte
Positionsänderung
der Nadelkarte 11 angepasst (Verfahrensschritt 34).
Nachfolgend werden über
die Kontaktnadeln 13 der Nadelkarte 11 Testsignale
für den
Funktionstest von dem Tester 17 an die integrierten Schaltungen
auf dem Wafer 15 angelegt (Verfahrensschritt 35).
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Da
bei dem in 5 dargestellten Verfahren der
Wafer 15 bereits vor der Temperaturänderung und der damit einhergehen den
Positionsänderung der
Nadelkarte 11 in eine Kontaktierungsstellung mit der Nadelkarte 11 gebracht
wird, besteht eine Voraussetzung für dieses Verfahren darin, dass
die Nadelkarte 11 bei einer Bewegung in Z-Richtung in Richtung
des Wafers 15 den maximalen Federweg der Kontaktnadeln 13 nicht überschreitet,
um eine Beschädigung
von Kontaktnadeln 13 auszuschließen. Weiterhin wird eine vernachlässigbar
kleine laterale Bewegung in XY-Richtung vorausgesetzt, um ein Zerkratzen
von Pads zu vermeiden.
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6 zeigt
eine alternative Ausführungsform
eines Verfahrens zum Anpassen der Position des Wafers 15 nach
der temperaturbedingten Positionsänderung der Nadelkarte 11,
bei welchem die Nadelkarte 11 auch eine temperaturbedingte
Bewegung in Z-Richtung in Richtung des Wafers 15 über den maximalen
Federweg der Kontaktnadeln 13 hinaus sowie eine merkliche
laterale Bewegung in XY-Richtung vollziehen kann. Zunächst wird
der Wafer 15 wiederum zur Nadelkarte 11 hin ausgerichtet
sowie in eine Kontaktierungsstellung mit der Nadelkarte 11 mit
einem vorgegebenen Anpressdruck gebracht (Verfahrensschritt 41).
Anschließend
wird die Position des Wafers 15 im Unterschied zu dem Verfahren von 5 derart
insbesondere durch eine (in Z-Richtung) nach unten gerichtete Bewegung
des Chucks der Halteeinrichtung 14 geändert, dass keine Kontaktierung
mehr zwischen der Nadelkarte 11 und dem Wafer 15 besteht
(Verfahrensschritt 42). Diese Positionsänderung des Wafers 15 wird
beispielsweise in dem Tester 17 bzw. in der Probersteuerung 16 hinterlegt.
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Anschließend wird
die Temperatur des Wafers 15 wiederum durch Aufheizen bzw.
Abkühlen verändert (Verfahrensschritt 43)
sowie die Temperatur der Nadelkarte 11 vorzugsweise kontinuierlich während der
damit einhergehenden Temperaturänderung
der Nadelkarte 11 ermittelt (Verfahrensschritt 44).
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Sobald
die Nadelkarte 11 die vorgegebene Prüftemperatur erreicht hat, wird
die Position des Wafers 15 wiederum auf der Grundlage der
ermittelten Temperatur und des Kennfeldes der Nadelkarte 11 an
die Position der Nadelkarte 11 angepasst (Verfahrensschritt 45),
wobei hierbei neben der temperaturbedingten Positionsänderung
der Nadelkarte 11 zusätzlich
die hinterlegte, zum Herstellen einer Nichtkontaktierung zwischen
Wafer 15 und Nadelkarte 11 durchgeführte Positionsänderung
von Verfahrensschritt 42 berücksichtigt wird. Hieran schließt sich wieder
ein Funktionstest der auf dem Wafer 15 angeordneten integrierten
Schaltungen an (Verfahrensschritt 46).
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7 zeigt
eine weitere Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
bei dem der Wafer 15 zunächst zur Nadelkarte 11 hin
ausgerichtet und in eine Kontaktierungsstellung mit der Nadelkarte 11 mit
einem vorgegebenen Anpressdruck gebracht wird (Verfahrensschritt 51),
sowie der Wafer 15 auf die vorgegebene Prüftemperatur
aufgeheizt oder abgekühlt
wird (Verfahrensschritt 52). Während der damit einhergehenden
Temperaturänderung
wird sowohl die Temperatur der Nadelkarte 11 kontinuierlich
ermittelt (Verfahrensschritt 53) als auch die Position
des Wafers 15 auf der Grundlage der (jeweils) ermittelten
Temperatur und des Kennfeldes der Nadelkarte 11 kontinuierlich
an die temperaturbedingte Positionsänderung der Nadelkarte 11 angepasst
(Verfahrensschritt 54). Gleichzeitig werden bereits während der
Temperaturänderung
der Nadelkarte 11 Testsignale für den Funktionstest an die
integrierten Schaltungen angelegt (Verfahrensschritt 55).
Dabei ist es bevorzugt, wenn der Wafer 15 die vorgegebene Prüftemperatur
bereits erreicht hat, was durch eine Erfassung der Temperatur des
Wafers 15 mithilfe von beispielsweise den Wafer 15 kontaktierenden
Temperatursensoren sichergestellt werden kann.
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Bei
dem in 8 dargestellten Verfahren wird der Wafer 15 in
entsprechender Weise zunächst zur
Nadelkarte 11 hin ausgerichtet und in eine Kontaktierungsstellung
mit der Nadelkarte 11 gebracht (Verfahrensschritt 61),
sowie der Wafer 15 auf die vorgegebene Prüftemperatur
aufgeheizt oder abgekühlt
(Verfahrensschritt 62). Während der damit einhergehenden
Tem peraturänderung
wird wiederum die Temperatur der Nadelkarte 11 ermittelt
(Verfahrensschritt 63). Im Unterschied zu dem Verfahren
von 7 wird bei dem in 8 gezeigten
Verfahren die Position des Wafers 15 jedoch schrittweise
an die durch die Temperaturänderung
hervorgerufene Positionsänderung
der Nadelkarte 11 angepasst (Verfahrensschritt 64).
Dabei wird das Anpassen der Position des Wafers 15 in vorgegebenen
Zeitabschnitten durchgeführt,
welche von festgelegten Zeitabschnitten unterbrochen werden, in
welchen die Position des Wafers 15 nicht verändert wird.
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Insbesondere
in dieser Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Verfahrens
zeigt sich der Vorteil eines die Positionsänderung der Nadelkarte 11 in
Abhängigkeit
der Zeit wiedergebenden Kennfeldes, da die Zeitabschnitte auf diese
Weise mit einer hohen Genauigkeit insbesondere derart aufeinander abgestimmt
werden können,
dass ein Zeitabschnitt, in welchem die Position des Wafers 15 nicht
verändert
wird, kleiner ist als ein Zeitabschnitt, in welchem ein sich auf
eine Kontaktierung zwischen einer Kontaktnadel 13 der Nadelkarte 11 und
einem Pad des Wafers 15 beziehender charakteristischer
Parameter aufgrund der durch die Temperaturänderung hervorgerufenen Positionsänderung
der Nadelkarte 11 einen vorgegebenen Bereich verlässt. Bei
dem charakteristischen Parameter handelt es sich insbesondere um
den Anpressdruck zwischen einer Kontaktnadel 13 der Nadelkarte 11 und
einem Pad des Wafers 15. Auf diese Weise wird eine zuverlässige Kontaktierung
ohne die Gefahr einer Beschädigung
von Kontaktnadeln 13 bzw. der Nadelkarte 11 ermöglicht.
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In
den Zeitabschnitten, in welchen die Position des Wafers 15 nicht
verändert
wird, werden bei dem in 8 dargestellten Verfahren Testsignale
für den
Funktionstest an die integrierten Schaltungen auf dem Wafer 15 angelegt
(Verfahrensschritt 65). Auf diese Weise lässt sich
der Funktionstest der integrierten Schaltungen mit einer hohen Zuverlässigkeit und
Genauigkeit durchführen,
da den Funktionstest beeinträchtigende Erschütterungen,
welche während des
Veränderns
der Position des Wafers 15 auftreten können, vermieden werden.
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Gegebenenfalls
kann es vorkommen, dass in einem Zeitbereich während der Temperaturänderung
der Nadelkarte 11 eine relativ große temperaturbedingte Positionsänderung
der Nadelkarte 11 vorliegt, so dass keine Zeitabschnitte
zum Anlegen von Testsignalen an die integrierten Schaltungen festgelegt
werden können,
in denen der charakteristische Parameter innerhalb seines vorgegebenen
Bereichs verbleibt. In derartigen Zeitbereichen wird bei dem in 8 dargestellten
Verfahren die Position des Wafers 15 kontinuierlich an
die temperaturbedingte Positionsänderung
der Nadelkarte 11 angepasst (Verfahrensschritt 66),
ohne Testsignale an die integrierten Schaltungen anzulegen, anstelle
ein schrittweises Anpassen (Verfahrensschritt 64) durchzuführen. Auch
hierbei ist ein die Positionsänderung
der Nadelkarte 11 in Abhängigkeit der Zeit wiedergebendes Kennfeld
von Vorteil, da auf diese Weise das in Verfahrensschritt 64 durchgeführte schrittweise
Anpassen der Position des Wafers 15 und das in Verfahrensschritt 66 durchgeführte kontinuierliche
Anpassen mit einer hohen Genauigkeit aufeinander abgestimmt werden
können.
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Da
bei den in den 5 bis 8 dargestellten
erfindungsgemäßen Verfahren
der Wafer 15 bereits vor einem Aufheiz- bzw. Abkühlvorgang
für eine Kontaktierung
zur Nadelkarte 11 hin ausgerichtet wird, kann ein Funktionstest
der auf dem Wafer 15 angeordneten integrierten Schaltungen
mit einem geringen Zeitaufwand durchgeführt werden. Des weiteren wird
in vorteilhafter Weise eine Beschädigung von Kontaktpunkten bzw.
Pads des Wafers 15 sowie eine Beschädigung von Kontaktnadeln 13 aufgrund eines Überschreitens
des vorgegebenen maximalen Anpressdrucks vermieden. Darüber hinaus
besteht keine Gefahr, die integrierten Schaltungen aufgrund einer
ungenügenden
Kontaktierung zwischen Kontaktnadeln 13 der Nadelkarte 11 und
Pads des Wafers 15 fälschlicherweise
als defekt zu bewerten.
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Da
bei den in den 7 und 8 dargestellten
Verfahren im Unterschied zu den in den 5 und 6 dargestellten
Verfahren das Anpassen der Position des Wafers 15 während der
temperaturbedingten Positionsänderung
der Nadelkarte 11 durchgeführt wird, kann die Prüfzeit für einen
Funktionstest auf diese Weise weiter verringert werden.
-
Die
in den 5 bis 8 dargestellten Verfahren sind
nicht darauf beschränkt,
eine temperaturbedingte Positionsänderung einer Nadelkarte 11 auszugleichen,
welche ausgehend von Raumtemperatur auf eine vorgegebene Prüftemperatur
aufgewärmt bzw.
abgekühlt
wird. Beispielsweise kann die Nadelkarte 11 nach einem
Wechsel eines getesteten Wafers 15 zunächst noch annähernd die
vorgegebene Prüftemperatur
aufweisen. Anschließend
wird sich die Temperatur der Nadelkarte 11 in Abhängigkeit von
der Erwärmung
bzw. Abkühlung
des nächsten
zu testenden Wafers 15 entsprechend verändern. Auch in solchen Fällen lässt sich
die temperaturbedingte Positionsänderung
der Nadelkarte 11 mithilfe der in den 5 bis 8 dargestellten
Verfahren ausgleichen, sofern entsprechende Kennfelder der Nadelkarte 11 vorliegen.
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Anstelle
der bisher beschriebenen Ausführungsformen
eines Verfahrens, bei welchen eine temperaturbedingte Positionsänderung
der Nadelkarte 11 im Rahmen eines Funktionstests ausgeglichen
wird, sind weitere Ausführungsformen
vorstellbar, die Abänderungen
bzw. Kombinationen der in den 5 bis 8 dargestellten
Verfahren darstellen. Beispielsweise könnte bei dem in 7 dargestellten
Verfahren der Funktionstest an den integrierten Schaltungen des
Wafers 15 (Verfahrensschritt 55) auch erst ausschließlich nach
dem kontinuierlichen Anpassen der Position des Wafers 15 (Verfahrensschritt 54)
durchgeführt
werden.
-
Des
weiteren sind neben der in 1 dargestellten
Testvorrichtung 1 weitere Ausführungsformen einer Testvorrichtung
vorstellbar, bei welchen eine temperaturbedingte Positionsän derung
einer Nadelkarte auf der Grundlage des in 4 dargestellten
Verfahrens bzw. mithilfe der in den 5 bis 8 dargestellten
Verfahren ausgeglichen wird. Hierzu zeigt 9 eine schematische
Darstellung einer weiteren bevorzugten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Testvorrichtung 1' mit einer Nadelkarte 11'. Im Unterschied
zu der Testvorrichtung 1 von 1 dient
bei der Testvorrichtung 1' von 9 die
Probersteuerung 16 als Auswerteeinrichtung zum Ermitteln
der an die temperaturbedingte Positionsänderung der Nadelkarte 11' angepassten
Position des Wafers 15. Demgemäß sind die Temperatursensoren 18 der
Nadelkarte 11' direkt über entsprechende
Verbindungsleitungen mit der Probersteuerung 16 verbunden.
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Weiter
ist bei der Testvorrichtung 1' der Speicher 19 für das Kennfeld
der Nadelkarte 11' statt
auf der Nadelkarte 11' direkt
in der Probersteuerung 16 integriert. Wahlweise kann auch
der Tester 17 mit einem Speicher 19' für das Kennfeld der Nadelkarte 11' versehen sein,
oder es ist ein externer Speicher 19'' vorgesehen.
-
Anstelle
der in den 1 und 9 dargestellten
Testvorrichtungen 1, 1' sind weitere Ausführungsformen
einer erfindungsgemäßen Testvorrichtung
vorstellbar, welche weitere Abänderungen
bzw. Kombinationen der Testvorrichtungen 1, 1' darstellen.
Beispielsweise ist es möglich,
eine Auswerteeinrichtung zum Ermitteln einer an eine temperaturbedingte
Positionsänderung
einer Nadelkarte angepassten Position eines Wafers auf der Nadelkarte selbst
vorzusehen. Des weiteren kann eine Testvorrichtung auch eine externe
Auswerteeinrichtung aufweisen.
-
- 1,
1'
- Testvorrichtung
- 2
- Kühleinrichtung
- 10
- Waferprober
- 11,
11'
- Nadelkarte
- 12
- Träger
- 13
- Kontaktnadel
- 14
- Halteeinrichtung
- 15
- Wafer
- 16
- Probersteuerung
- 17
- Tester
- 18
- Temperatursensor
- 19,
19', 19''
- Speicher
- 20
- Heizelement
- 21,
22
- Verfahrensschritt
- 31,
32, 33
- Verfahrensschritt
- 34,
35
- Verfahrensschritt
- 41,
42, 43
- Verfahrensschritt
- 44,
45, 46
- Verfahrensschritt
- 51,
52, 52
- Verfahrensschritt
- 54,
55
- Verfahrensschritt
- 61,
62, 63
- Verfahrensschritt
- 64,
65, 66
- Verfahrensschritt
- 71,
72
- Gemessene
Positionsänderung