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DE102006022379A1 - Mikromechanischer Druckwandler und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents

Mikromechanischer Druckwandler und Verfahren zu seiner Herstellung Download PDF

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DE102006022379A1
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chip
membrane
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deflectable membrane
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Withdrawn
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DE200610022379
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English (en)
Inventor
Jochen Zoellin
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Robert Bosch GmbH
Original Assignee
Robert Bosch GmbH
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Publication date
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01LMEASURING FORCE, STRESS, TORQUE, WORK, MECHANICAL POWER, MECHANICAL EFFICIENCY, OR FLUID PRESSURE
    • G01L9/00Measuring steady of quasi-steady pressure of fluid or fluent solid material by electric or magnetic pressure-sensitive elements; Transmitting or indicating the displacement of mechanical pressure-sensitive elements, used to measure the steady or quasi-steady pressure of a fluid or fluent solid material, by electric or magnetic means
    • G01L9/0041Transmitting or indicating the displacement of flexible diaphragms
    • G01L9/0072Transmitting or indicating the displacement of flexible diaphragms using variations in capacitance
    • G01L9/0073Transmitting or indicating the displacement of flexible diaphragms using variations in capacitance using a semiconductive diaphragm

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Electrostatic, Electromagnetic, Magneto- Strictive, And Variable-Resistance Transducers (AREA)
  • Pressure Sensors (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft einen mikromechanischen Druckwandler, umfassend einen Chip (1) mit einer auslenkbaren Membran (6) und einen Chip (2) mit einer Auswerteschaltung, die Informationen über die Auslenkung der Membran (6) verarbeiten kann, wobei mindestens einer der beiden Chips (1, 2) eine substratseitig offene Kaverne (17, 17') enthält und beide Chips (1, 2) elektrisch und mechanisch so miteinander verbunden sind, dass die mindestens eine Kaverne (17, 17') für die auslenkbare Membran (6) ein Rückvolumen bildet und an der Auswerteschaltung Informationen über die Auslenkung der Membran (6) anliegen, sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung.

Description

  • Stand der Technik
  • Die Erfindung betrifft einen mikromechanischen Druckwandler, der Druckänderungen in seiner Umgebung in ein auswertbares elektrisches Signal umsetzt, und ein Verfahren zu seiner Herstellung. Bevorzugt können derartige Druckwandler in miniaturisierten kapazitiven MEMS-Mikrofonen (Micro Electro Mechanical Systems) eingesetzt werden.
  • MEMS-Mikrofone enthalten eine schwingungsfähige Membran als auslenkbare Elektrode und eine perforierte Gegenelektrode. Die Auslenkung der Membran wird durch die Differenz der Drücke vor und hinter der Membran bestimmt. Druckänderungen, beispielsweise durch Schallwellen, bewirken eine Änderung des Abstandes zwischen der Membran und der Gegenelektrode, wodurch sich die Kapazität des durch beide gebildeten Kondensators ändert, was messtechnisch erfasst werden kann. Grundsätzlich können auch nichtkapazitive Messverfahren, also beispielsweise piezoelektrische oder piezoresistive Verfahren, zur Anwendung kommen.
  • Auf einer Seite der Membran wird ein sogenanntes Rückvolumen vorgesehen, welches verhindert, dass schnelle Änderungen des Umgebungsdruckes beide Seiten der Membran beaufschlagen, was zu Empfindlichkeitsverlusten führen würde. Die Größe des Rückvolumens bestimmt ebenfalls wesentlich die Empfindlichkeit der Anordnung, da eine durch die Membranauslenkung bewirkte Kompression im Rückvolumen, insbesondere bei zu kleinen Rückvolumina, dämpfend wirkt.
  • Es ist bekannt, das Rückvolumen in miniaturisierten Mikrofon-Anordnungen, die in Chip-Gehäusen untergebracht sind, durch das Chip-Gehäuse selbst auszubilden ( DE 103 03 263 A1 , WO 02/45463 A2). Zu diesem Zweck wird die Anordnung aus Membran und Gegenelektrode auf einer Seite durch ein luftdicht mit einem Träger verbundenes Gehäuseteil in ausreichendem Abstand umfangen, um ein ausreichend großes Rückvolumen, in dem gegebenenfalls noch Teile der Auswerteelektronik untergebracht werden können, zu definieren. Derartige Lösungen sind jedoch relativ groß und durch ihre Vielteiligkeit aufwändig in der Herstellung.
  • Es ist weiterhin bekannt, einen Mikrofonchip und einen Auswertechip (ASIC) durch ein Flipchip-Verfahren auf einen gemeinsamen, ebenfalls mikrosystemtechnisch hergestellten Träger aufzubringen, ohne dass ein separates Gehäuse erforderlich wird (WO 01/19134 A2). Der Nachteil dieses Verfahrens besteht ebenfalls im hohen Aufwand und damit verbundenen Kosten für die Herstellung von drei einzelnen Chips und deren Verbindung.
  • Offenbarung der Erfindung
  • Technische Aufgabe
  • Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen gegenüber dem Stand der Technik weiter verbesserten Druckwandler, insbesondere für kapazitive MEMS-Mikrofone, zu schaffen, der sich durch eine kleine Bauform und hohe Flexibilität bei reduzierten Herstellungskosten auszeichnet, und ein Verfahren zu seiner Herstellung anzugeben.
  • Technische Lösung
  • Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Druckwandler gemäß Anspruch 1 und ein zu seiner Herstellung geeignetes Verfahren gemäß Anspruch 13. Die Ansprüche 2 bis 12 bezeichnen vorteilhafte Ausgestaltungen eines erfindungsgemäßen Druckwandlers.
  • Die Erfindung beruht darauf, die für einen funktionsfähigen Druckwandler, insbesondere ein MEMS-Mikrofon, erforderlichen Funktionsbaugruppen so auszugestalten, dass zusätzliche Trägerchips, Gehäuse und ähnliches überflüssig werden. Dabei wird der Umstand ausgenutzt, dass die für die Chipherstellung genutzten Substrate häufig Volumenanteile aufweisen, die im fertigen Chip keine Funktion mehr haben. In diesen ungenutzten Volumenanteilen erfolgt erfindungsgemäß eine geometrische Abwandlung der für den Druckwandler erforderlichen Funktionsbaugruppen, um ein erforderliches Rückvolumen zu realisieren, ohne weitere volumenbildende Baugruppen einsetzen zu müssen. Die Erfindung besteht in einem mikromechanischen Druckwandler, umfassend einen Chip mit einer auslenkbaren Membran und einen Chip mit einer Auswerteschaltung, die Informationen über die Auslenkung der Membran verarbeiten kann, wobei mindestens einer der beiden Chips eine substratseitig offene Kaverne aufweist und beide Chips elektrisch und mechanisch so miteinander verbunden sind, dass die Kaverne für die auslenkbare Membran ein Rückvolumen bildet. Erst die Anordnung des jeweils anderen Chips verschließt die Kaverne und ermöglicht die Ausbildung eines komprimierbaren, vorzugsweise vollständig druckentkoppelten Rückvolumens oder eines Rückvolumens, welches lediglich über mindestens ein kleines Druckausgleichsloch in Substrat oder Membran mit der Mikrofonumgebung verbunden ist, das für einen Druckausgleich bei quasi statischen Druckänderungen (also eine Anpassung an den mittleren Umgebungsdruck) sorgt.
  • Vorteilhafte Wirkungen
  • Auf diese Weise lassen sich gegenüber herkömmlichen Anordnungen Gehäuse- und Trägerbauteile einsparen. Beide Chipkomponenten stehen in direktem Kontakt zueinander, was die Realisierung kurzer elektrischer Verbindungen ermöglicht und be sonders für kapazitive MEMS-Mikrofone von Vorteil ist. Demzufolge ist es vorteilhaft, wenn der Chip mit der auslenkbaren Membran ein Mikrofonchip mit einer elektrisch leitfähigen Membran und einer perforierten Gegenelektrode ist, und der Chip mit der Auswerteschaltung, die Informationen über die Auslenkung der Membran verarbeiten kann, eine Schaltung enthält, in der eine Auswertung der Kapazität des durch die auslenkbare Membran und die perforierte Gegenelektrode gebildeten Kondensators erfolgen kann. Vorteilhafterweise ist zusätzlich eine Schaltung zur Rauschunterdrückung und/oder Frequenzfilterung und/oder Bereitstellung eines digitalen Datenausgangs enthalten.
  • Vorteilhafterweise enthält der Chip mit der Auswerteschaltung eine Kaverne, die für die auslenkbare Membran ein Rückvolumen bildet. Das lässt sich beispielsweise realisieren, wenn der Chip mit der Auswerteschaltung ein ASIC-Chip ist, der auf seiner Integrationsseite metallische Kontaktflächen aufweist, die eine SMT-kompatible Verwendung des Druckwandlers ermöglichen. Die Rückseite des ASIC-Chip ist in diesem Fall dem Chip mit der auslenkbaren Membran zugewandt und auf der Rückseite des Chips mit einer erfindungsgemäßen Kaverne versehen.
  • Vorteilhafterweise weist der Chip mit der auslenkbaren Membran ebenfalls eine Kaverne auf, die für die auslenkbare Membran ein Rückvolumen bildet. Beide Kaverneen können somit ein gemeinsames Rückvolumen bilden, wodurch sich Mikrofone mit relativ großem Rückvolumen aufbauen lassen, was sich empfindlichkeitssteigernd auswirkt, insbesondere dann, wenn die beiden Chips mechanisch so miteinander verbunden sind, dass die Kaverne für die auslenkbare Membran ein luftdichtes Rückvolumen bildet.
  • Um eine Schädigung der auslenkbaren Membran zu vermeiden, ist es vorteilhaft, wenn ein mechanischer Anschlag für die auslenkbare Membran vorhanden ist. Eine vorteilhafte Schutzwirkung für die auslenkbare Membran lässt sich auch dadurch erzielen, dass sie auf der Seite des zu messenden Druckes von einer erhabenen Schutzstruktur umgeben wird und/oder hinter einer Schutzfolie angeordnet ist.
  • Die direkte Verbindung der beiden funktionalen Chipkomponenten bietet den technologischen Vorteil, dass die Verbindung auf Waver-Ebene (Flip-Verfahren auf Waver-Ebene) erfolgen kann, bevor die Chips vereinzelt werden. Der so gebildete Wafer-Stapel wird nach der Verbindung in einem Schritt vereinzelt. Somit entfällt ein Teil der Sägekosten sowie ein Großteil des Aufwandes für ein Einzelchip-Handling.
  • Kurze Beschreibung der Zeichnungen
  • An Ausführungsbeispielen wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
  • 1 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes MEMS-Mikrofon;
  • 2 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes MEMS-Mikrofon mit erhabener Schutzstruktur für die Membran;
  • 3 eine gegenüber 1 in Bezug auf die Orientierung der beiden Chipkomponenten abgewandelte Mikrofonanordnung;
  • 4 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes MEMS-Mikrofon mit mechanischem Anschlag für die Membran;
  • 5 einen ASIC-Chip für ein erfindungsgemäßes MEMS-Mikrofon ohne TWVs.
  • Funktionsgleiche Merkmale werden durchgängig mit gleichen Bezugszeichen versehen.
  • Ausführungsformen der Erfindung
  • 1 zeigt einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes MEMS-Mikrofon. Dieses umfasst zwei miteinander verbundene Komponenten, einen Mikrofonchip 1 und einen ASIC-Chip 2. Beide Komponenten weisen Durchkontaktierungen in Form sogenannter „Through-Wafer-Vias" (TWVs) 3 auf, die durch das Substrat in seiner vollen Stärke hindurchführen. Die TWVs 3 sind so angeordnet, dass sie beim Zusammenfügen der beiden Chips 1, 2 genau übereinanderliegen und miteinander in elektrischen Kontakt gelangen. Dadurch sind Leiterbahnen im Sinne von Durchkontaktierungen durch die Gesamtanordnung, bestehend aus Mikrofonchip 1 und ASIC-Chip 2, realisierbar. Die TWVs sind mit Leiterbahnen 4, 4' oder weiteren Vias 5 verbunden, die nur durch einzelne Chipebenen hindurchführen.
  • Der Mikrofonchip 1 umfasst als Kernelemente im Wesentlichen eine elektrisch leitfähige auslenkbare Membran 6 als Elektrode und eine perforierte Gegenelektrode 7, die gemeinsam eine Kondensatorstruktur bilden. Eine Leiterbahn 4 verbindet die Membran 6 mit einem TWV 3. Ein Via 5 führt durch die oberste Chipebene, steht mit der Gegenelektrode 7 in elektrischem Kontakt und verbindet diese über eine weitere Leiterbahn 4' mit einem weiteren TWV 3'. Die perforierte Gegenelektrode 7 ist gegenüber der Membran 6 und gegenüber dem Substrat 8 elektrisch isoliert. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wird diese Isolierung durch Siliziumoxidschichten 9 realisiert. Das Substrat 8 des Mikrofonchips 1 weist auf seiner Rückseite eine Kaverne 17 auf, die sich in der Tiefe bis zur perforierten Gegenelektode 7 erstreckt und den perforierten Teil der Gegenelektrode 7 vollständig frei lässt.
  • Der ASIC-Chip 2 ist so ausgerichtet, dass die elektronisch unstrukturierte Substratseite zum Mikrofonchip 1 weist. TWVs 3, 3' sind jeweils durch eine Metall-Bump/Metall-Pad Kombination 10 elektrisch miteinander verbunden. Die Substrate beider Chips 1, 2 sind durch einen umlaufenden Lotring 11 mechanisch miteinander verbunden. Die Verbindung per Lotring 11 ist so ausgeführt, dass der Lotring 11 neben der mechanischen Verbindung der beiden Chips gleichzeitig eine gegenüber fluiden Medien, vorrangig jedoch gegenüber Luft, abdichtende Funktion erfüllt. Die Verwendung eines Lotringes ermöglicht ein belastungsarmes Zusammensetzen der Anordnung, da die Verbindung durch das thermische Erweichen des Lotes unter Anwendung sehr geringer Kräfte erfolgen kann.
  • TWVs 3, 3' führen zur Vorderseite des ASIC-Chips 2, wo sich in einem strukturierten Bereich 12 die auf dem Chip realisierten Schaltungen befinden, welche unter anderem die Auswerteschaltung, die Informationen über die Auslenkung der Membran verarbeiten kann, enthalten. Mit Hilfe der Auswerteschaltung wird beispielsweise die Kapazitätsänderung der Kondensatorsstruktur in ein Spannungssignal gewandelt. Leiterbahnen 13 verbinden einzelne zu kontaktierende Schaltungsbereiche auf dem ASIC-Chip mit den TWVs 3, 3', die wiederum der Kontaktierung der auslenkbaren Membran 6 und der perforierten Gegenelektrode 7 dienen. Auf diese Weise erfolgt der Anschluss der auszuwertenden Kondensatorstruktur an die Auswerteschaltung quasi auf dem kürzesten Weg, der bei vorgegebenen Substratdicken möglich ist.
  • Um die ASIC-Schaltung zu schützen, ist sie mit einer Schutzschicht 14 überzogen. Metallbumps 15, die über Vias 16, die durch die Schutzschicht 14 hindurchführen, mit der ASIC-Schaltung bzw. mit diese kontaktierenden Leiterbahnen 13 in Verbindung stehen, bilden die Anschlusspunkte der Gesamtanordnung, an die beispielsweise die Leiterbahnen einer Leiterplatte herangeführt werden können. Im Hinblick auf die Belastung durch thermischen Stress nach einer Leiterplattenmontage ist es vorteilhaft, die Schutzschicht 14, die gleichzeitig der Passivierung dient, ausreichend dick auszulegen, um Span nungen aufzunehmen und von der empfindlichen Chipstruktur fernzuhalten. Gleichzeitig können die Vias 16 flexibel gestaltet werden, was durch Verwendung leitfähiger Pasten und/oder sehr dünner Vias erreicht wird.
  • Auf der dem Mikrofonchip 1 zugewandten Rückseite des ASIC-Chips 2 befindet sich ebenfalls eine Kaverne 17', die durch eine entsprechende Materialschwächung im elektronisch unstrukturierten Substratbereich ausgebildet wurde. Die Kaverne 17 im Substrat 8 des Mikrofonchips 1 und die Kaverne 17' im Substrat 8' des ASIC-Chips bilden gemeinsam ein Rückvolumen hinter der auslenkbaren Membran 6, das durch eine entsprechend luftdichte Auslegung des Lotringes 11 für eine vollständige medientechnische Abtrennung der Membranrückseite von der Umgebung der Mikrofonanordnung sorgt. Alternativ kann die vollständige medientechnische Abtrennung der Membranrückseite von der Umgebung der Mikrofonanordnung mit Hilfe mindestens einer kleinen Druckausgleichsöffnung in eine weitgehende Druckentkopplung der Membranrückseite von der Umgebung der Mikrofonanordnung umgewandelt werden.
  • 2 zeigt einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes MEMS-Mikrofon, bei dem die auslenkbare Membran 6 auf der Seite des zu messenden Druckes von einer erhabenen Schutzstruktur 20 umgeben wird. Eine derartige Schutzstruktur 20 dient in erster Linie dem Schutz der Membran 6 vor dem Einfluss mechanischer Einwirkungen, beispielsweise durch makroskopische Partikel im Einbauraum des Mikrofons oder durch Stöße während einer späteren Installation. Die Schutzstruktur 20 kann beispielsweise aus einem Polymer bestehen, das jeweils auf die Membranebene aufgebracht und zur Verfestigung modifiziert wird, ohne die auslenkbaren Bereiche der Membran 6 abzudecken oder in ihrer Beweglichkeit einzuschränken. Bewährt haben sich hierfür Photoresiste, beispielsweise der Dicklack SU-8, mit dem sich sehr hohe Strukturen mit nahezu senkrechten Wänden ausbilden lassen.
  • Alternativ zu auf der Membranebene modifizierten Polymeren können vorgefertigte Anordnungen verwendet werden, die mit einem Wafer, der die vorbereiteten Mikrofonchips enthält, verbunden werden. Hierfür haben sich besonders Kunststoffnetze, insbesondere durch Spritzguss hergestellte Kunststoffnetze bewährt, die auf der Waferoberfläche befestigt werden und deren Maschenweite mit der regelmäßigen Anordnung der später zu vereinzelnden Mikrofonchips korrespondiert. Nach dem Vereinzeln verbleibt eine Masche pro Chip als Schutzstruktur 20 auf jedem Chip, ohne die auslenkbaren Bereiche der Membran 6 abzudecken oder in ihrer Beweglichkeit einzuschränken.
  • Als zusätzlicher Schutz der empfindlichen Membranoberfläche, vorzugsweise vor Mikropartikeln und Feuchtigkeit, ist die Öffnung der Schutzstruktur 20 beabstandet zur Membran 6 durch eine Schutzfolie 21 verschlossen. Die Schutzfolie ist so ausgelegt, dass eine Verfälschung auftreffender Schallwellen weitgehend ausgeschlossen wird. Die Schutzfolie wird bei Verwendung eines Kunststoffnetzes zur Ausbildung der Schutzstruktur 20 mit dem Kunststoffnetz verbunden, bevor dieses mit dem Wafer mit den vorbereiteten Mikrofonchips verbunden wird. Die Verbindung zwischen Kunststoffnetz und Schutzfolie 21 erfolgt beispielsweise durch Laminieren oder Aufspritzen.
  • Auf der Schutzfolie 21 befindet sich temporär eine Sägefolie 22. Diese ist zum Sägen des Wafers während der Vereinzelung der Mikrofonchips bzw. der Chipstapel erforderlich. Dadurch, dass die Sägefolie 22 auf der Schutzfolie 21 aufgebracht ist, lässt sich der Bereich unmittelbar vor der Membran 6 und das gesamte Mikrosystem während der Vereinzelung sicher vor Beeinträchtigungen bzw. Verunreinigungen schützen. Das Aufbringen der Sägefolie 22 auf der Schutzfolie 21 erleichtert gleichzeitig das spätere Entfernen der Sägefolie 22, insbesondere, wenn es sich um eine UV- oder Thermofolie handelt.
  • 3 zeigt eine gegenüber 1 in Bezug auf die Orientierung der beiden Chipkomponenten 1 und 2 abgewandelte Mikro fonanordnung. Sowohl der Asic-Chip 2 als auch der Mikrofonchip 1 weisen mit ihren Integrationsbereichen nach unten in Richtung der späteren Montageebene, hier ersichtlich durch die Metallbumps 15 des ASIC-Chips. Auf diese Weise erfolgt eine Verlagerung der Membran 6 und der Gegenelektrode 7 ins Innere der Anordnung. Die Substrate 8, 8' weisen jeweils eine Kaverne 17, 17' auf, wobei nur die Kaverne 17' im Substrat 8' des ASIC-Chips 2 als Rückvolumen für die Membran 6 dient. Die verbleibenden Wandbereiche des Substrates 8 des Mikrofonchips 1 übernehmen in diesem Ausführungsbeispiel die Funktion einer erhabenen Schutzstruktur, wodurch bei ausreichender Substratdicke das Aufbringen einer derartigen Schutzstruktur, wie im vorangegangenen Beispiel beschrieben, entfallen kann. Auf diese Weise ergibt sich ein in wenigen Schritten montierbarer Gesamtaufbau eines kapazitiven MEMS-Mikrofons mit einer hohen Sicherheit vor Membranbeeinträchtigungen durch mechanische Störungen. Die Kontaktierung der auslenkbaren Membran 6 und der perforierten Gegenelektrode 7 erfolgt wiederum durch entsprechende Vias 5 und Leiterbahnen 4, 4', wobei durch die umgekehrte Anordnung (Flip-Chip) des Mikrofonchips 1 auf dem Substrat 8' des ASIC-Chips 2 TWVs 3, 3' nur durch das Substrat 8' des ASIC-Chips 2 hindurchführen. Die Kontaktierungen zur ASIC-Schaltung und die mechanische und elektrische Verbindung der beiden Chips 1, 2 miteinander erfolgt entsprechend der vorangegangenen Ausführungsbeispiele. Die Kaverne 17 in Substrat 8 des Mikrofon-Chips 1 dient als mechanischer Pufferraum und ist in Fällen besonderer Beanspruchung mit einer Schutzfolie 21 verschlossen. Bemerkenswert ist in dieser Anordnung, dass die Beschallung der auslenkbaren Membran 6 durch die perforierte Gegenelektrode 7 hindurch erfolgt. Eine Vertauschung der Positionen von auslenkbarer Membran 6 und perforierter Gegenelektrode 7 ist jedoch problemlos möglich. Die Schutzfolie kann aus leitfähigem Material bestehen oder eine leitfähige Beschichtung aufweisen und so neben dem mechanischen Schutz der elektromagnetischen Abschirmung und Vermeidung von Störsignalen dienen. Durch den konstruktiv bedingten Abstand zwischen Membran 6 und Gegenelektrode 7 ei nerseits und der Schutzfolie 21 andererseits ist es problemlos möglich, die Schutzfolie 21 ohne Beeinträchtigung der kapazitiven Anordnung direkt auf die untere Waferebene zu laminieren.
  • 4 zeigt einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes MEMS-Mikrofon mit mechanischem Anschlag 18 für die Membran 6. Dieser mechanische Anschlag 18 bildet einen erhabenen Bereich innerhalb der Kaverne 17' im Substrat 8' des ASIC-Chips 2. Er verhindert eine zu starke Auslenkung der Membran 6 und damit verbundene Beschädigungsrisiken. Ansonsten gleicht das Ausführungsbeispiel dem in 3. Der mechanische Anschlag 18 kann unabhängig von der Herstellung der Kaverne 17', beispielsweise durch Trenchen als Säule oder, wie dargestellt, durch nasschemisches anisotropes Ätzen als Pyramidenstumpf 19 hergestellt werden.
  • 5 zeigt einen ASIC-Chip für ein erfindungsgemäßes MEMS-Mikrofon, der für eine Kontaktierung ohne TWVs vorgesehen ist. Im Substrat 8' ist wiederum eine erfindungsgemäße Kaverne 17' ausgebildet. Vom Ort der elektrischen Verbindung zum (nicht dargestellten) Mikrofonchip, beispielsweise mit Hilfe einer Metall-Bump/Metall-Pad Kombination 10, führen Leiterbahnen 23 an den Flanken der Kaverne 17' entlang bis in den Bereich der größten Materialschwächung. Die Leiterbahnen verlaufen auf einer Passivierungsschicht 24, die für die erforderliche Isolierung gegenüber dem Substrat 8' sorgt. Eine derartige Struktur lässt sich sehr einfach, beispielsweise durch Abscheidung einer Passivierungsschicht 24, Abscheidung einer elektrisch leitfähigen Schicht und anschließender Strukturierung zur Ausbildung der gewünschten Leiterbahnen 23, herstellen. Als Durchkontaktierungen sind nur sehr kurze Vias 25 (wenige um) erforderlich, die ebenfalls durch eine entsprechende Passivierungsschicht 26 vom Substrat 8' getrennt sind. Alternativ zur dargestellten Variante kann der innerhalb einer Dotierungswanne ausgebildete strukturierte Bereich 12 beispielsweise im Chip-Zentrum Aussparungen auf weisen, durch welche entsprechende Vias auf die Vorderseite des Chips geführt werden können. Leiterbahnen 27 verbinden einzelne zu kontaktierende Schaltungsbereiche auf dem ASIC-Chip mit den Vias 25. Die Kontaktierung zu externen Schaltungskomponenten, beispielsweise auf einer Leiterplatte, erfolgt in der bereits beschriebenen Weise.
  • Die Ausführungsbeispiele beziehen sich durchweg auf ein SMTkompatibles kapazitives MEMS-Mikrofon, ohne die Erfindung auf diese Anwendung zu beschränken. Grundsätzlich lässt sich die Erfindung überall dort einsetzen, wo ein Druckwandler mit einer auslenkbaren Membran, die vor einem druckentkoppeltem Rückvolumen angeordnet werden muss, eingesetzt bzw. miniaturisiert werden soll.
  • Die Erfindung reduziert neben dem erforderlichen Bauraum die Zahl der zur Montage erforderlichen Schritte und damit den Herstellungsaufwand. Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst zumindest die folgenden Schritte:
    • – Herstellung eines Chips mit einer auslenkbaren Membran,
    • – Herstellung eines Chips mit einer Auswerteschaltung, die Informationen über die Auslenkung der Membran verarbeiten kann, wobei zumindest einer der Chips eine Kaverne aufweist,
    • – elektrische und mechanische Verbindung beider Chips, so dass die Kaverne für die auslenkbare Membran ein Rückvolumen bildet.
  • Erfolgt die mechanische Verbindung durch einen Lotring, so lässt sich dieser in einem Prozessschritt mit Metallbumps aufbringen, die der elektrischen Verbindung der beiden Chips dienen.
  • Erforderliche Durchkontaktierungen (TWVs) können hergestellt werden, indem nach dem Trenchen der erforderlichen Kanäle die Kanalwände elektrisch passiviert werden, bevor ein leitfähi ges Material, beispielsweise durch Sputtern oder Verdampfen eines Metalls, abgeschieden wird. Auf die Passivierung der Kanalwände kann verzichtet werden, wenn statt des Metalls Polysilizium mit einer gegenüber dem Substrat umgekehrten Dotierung verwendet wird, da die Verarmungszone, die im Bereich des dadurch ausgebildeten p/n-Überganges entsteht, als Isolationsschicht genügt.
  • Membran und Gegenelektrode können ohne Beeinträchtigung der Funktion miteinander vertauscht werden. Verfahrenstechnisch ist es günstig, die perforierte Gegenelektrode möglichst spät, zumindest nach evtl. erforderlichen Temperschritten zum Spannungsabbau innerhalb der auslenkbaren Membran, auszubilden bzw. abzuscheiden, um eine möglichst hohe Zugspannung und Steifigkeit der Gegenelektrode zu erhalten, was sich als die Empfindlichkeit steigernd erwiesen hat.

Claims (15)

  1. Mikromechanischer Druckwandler, umfassend einen Chip (1) mit einer auslenkbaren Membran (6) und einen Chip (2) mit einer Auswerteschaltung, die Informationen über die Auslenkung der Membran (6) verarbeiten kann, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der beiden Chips (1, 2) eine substratseitig offene Kaverne (17, 17') enthält und beide Chips (1, 2) elektrisch und mechanisch so miteinander verbunden sind, dass die mindestens eine Kaverne (17, 17') für die auslenkbare Membran (6) ein Rückvolumen bildet und an der Auswerteschaltung Informationen über die Auslenkung der Membran (6) anliegen.
  2. Mikromechanischer Druckwandler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Chip (1) mit der auslenkbaren Membran (6) ein Mikrofonchip mit einer elektrisch leitfähigen Membran (6) und einer perforierten Gegenelektrode (7) ist.
  3. Mikromechanischer Druckwandler nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Chip (2) mit der Auswerteschaltung, die Informationen über die Auslenkung der Membran (6) verarbeiten kann, eine Schaltung enthält, in der eine Auswertung der Kapazität des durch die auslenkbare Membran (6) und die perforierte Gegenelektrode (7) gebildeten Kondensators erfolgen kann.
  4. Mikromechanischer Druckwandler nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Chip (2) mit der Auswerteschaltung, die Informationen über die Auslenkung der Membran (6) verarbeiten kann, eine Kaverne (17') ent hält, die für die auslenkbare Membran (6) ein Rückvolumen bildet.
  5. Mikromechanischer Druckwandler nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Chip (1) mit der auslenkbaren Membran (6) eine Kaverne (17) enthält, die für die auslenkbare Membran (6) ein Rückvolumen bildet.
  6. Mikromechanischer Druckwandler nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Chips (1, 2) mechanisch so miteinander verbunden sind, dass mindestens eine Kaverne (17, 17') für die auslenkbare Membran (6) ein luftdichtes Rückvolumen bildet oder das Rückvolumen nur über mindestens eine kleine Druckausgleichsöffnung mit der Umgebung in Verbindung steht.
  7. Mikromechanischer Druckwandler nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Chip (2) mit der Auswerteschaltung ein ASIC-Chip ist, der auf seiner Integrationsseite metallische Kontaktflächen (Metallbumps) (15) aufweist, die eine SMT-kompatible Verwendung des Druckwandlers ermöglichen.
  8. Mikromechanischer Druckwandler nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Verbindung zwischen der Auswerteschaltung und zu kontaktierenden Bereichen auf dem Chip (1) mit der auslenkbaren Membran (6) zumindest teilweise über Durchkontaktierungen (TWVs) (3, 3') erfolgt.
  9. Mikromechanischer Druckwandler nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Verbindung zwischen der Auswerteschaltung und zu kontaktie renden Bereichen auf dem Chip (1) mit der auslenkbaren Membran (6) zumindest teilweise über Leiterbahnen (23) auf den Flanken einer Kaverne (17') erfolgt.
  10. Mikromechanischer Druckwandler nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein mechanischer Anschlag (18) für die auslenkbare Membran (6) vorhanden ist.
  11. Mikromechanischer Druckwandler nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die auslenkbare Membran (6) auf der Seite des zu messenden Druckes von einer erhabenen Schutzstruktur (20) umgeben wird.
  12. Mikromechanischer Druckwandler nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, das die auslenkbare Membran (21) hinter einer Schutzfolie liegt.
  13. Verfahren zur Herstellung eines mikromechanischen Druckwandlers gemäß Anspruch 1, umfassend zumindest die folgenden Schritte: Herstellung eines Chips mit einer auslenkbaren Membran; Herstellung eines Chips mit einer Auswerteschaltung, die Informationen über die Auslenkung der Membran verarbeiten kann, wobei zumindest einer der Chips eine substratseitig offene Kaverne aufweist; und elektrische und mechanische Verbindung beider Chips, so dass die Kaverne für die auslenkbare Membran ein Rückvolumen bildet.
  14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die mechanische Verbindung durch einen Lotring erfolgt, der in einem Prozessschritt mit Metallbumps aufgebracht wird, die der elektrischen Verbindung der beiden Chips dienen.
  15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der beiden Chips auf Waver-Ebene erfolgt, bevor die so gebildeten Wafer-Stapel insbesondere durch ein Sägeverfahren in Chipstapel vereinzelt werden.
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