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TECHNISCHES
GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von Saatgut mit
einem physikalischen Plasma und eine Vorrichtung für die Durchführung dieses
Verfahrens, mit einem Behandlungsraum, durch den das Saatgut hindurch
tritt und mit einer Plasmaquelle, die das physikalische Plasma in
dem Behandlungsraum bereitstellt.
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STAND DER
TECHNIK
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Aus
der
US 6,543,460 B1 ist
es bekannt, Saatgut mit einem kalten Plasma in einer Reaktionskammer
zu behandeln, um die Oberfläche
des Saatguts zu ätzen.
Auf diese Weise sollen Oberflächenmaterialien,
wie beispielsweise Fungizide und Insektizide entfernt und/oder die
Oberflächen
desinfiziert werden. Dies Plasmabehandlung erfolgt unter Verwendung
von Ätzgasen,
die das Saatgut nicht schädigen
sollen, und für
ausgewählte
Zeiträume,
die zwar ausreichend sind, um die Oberflächenmaterialien zu entfernen,
aber nicht so lang, dass die Lebensfähigkeit des Saatguts durch
die Behandlung beeinträchtigt
wird. Diese bekannte Plasmabehandlung erfolgt bei reduziertem Druck,
bei dem das Plasma durch direkte Gasentladungen zwischen einer Elektrode,
an die eine hochfrequente Wechselhochspannung angelegt wird, und
einer geerdeten Gegenelektrode erzeugt wird. Dabei ist es vorgesehen,
ein Reaktionsrohr, in dem die Gasentladung hervorgerufen wird, um
seine horizontale Achse zu drehen, um das Saatgut allseitig zu behandeln.
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Durch
die bekannte Plasmabehandlung von Saatgut ist die Keimfähigkeit
des Saatguts verbesserbar. Sie ist jedoch aufwändig, komplex und nur für kleine
Mengen an Saatgut geeignet. Das Saatgut muss in einen evakuierten
Bereich eingeschleust und aus diesem wieder ausgeschleust werden,
in dem der Unterdruck herrscht, bei dem die Gasentladung hervorgerufen
wird. Der auf das Saatgut einwirkende reduzierte Druck hat Auswirkungen
auf den Feuchtegehalt des Saatguts. Das Saatgut darf nicht über 60 °C erwärmt werden,
um thermische Schädigungen zu
vermeiden, was bei dem bekannten Verfahren nicht einfach sicherzustellen
ist.
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AUFGABE DER
ERFINDUNG
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Behandlung
von Saatgut mit einem physikalischen Plasma und eine hierfür geeignete Vorrichtung
aufzuzeigen, die die geschilderten Nachteile des Stands der Technik
vermeiden.
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LÖSUNG
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Die
Aufgabe der Erfindung wird durch ein Verfahren zur Behandlung von
Saatgut mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und durch eine Vorrichtung
für die
Behandlung von Saatgut mit den Merkmalen des Patentanspruchs 8 gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen
des neuen Verfahrens sind in den abhängigen Patentansprüchen 2 bis
7, bevorzugte Ausführungsformen
der neuen Vorrichtung in den abhängigen
Patentansprüchen
9 bis 17 beschrieben.
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BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Bei
dem neuen Verfahren erfolgt die Behandlung mit dem physikalischen
Plasma bei Atmosphärendruck.
Durch die Behandlung bei Atmosphärendruck
entfällt
die Notwendigkeit, dass Saatgut in einen Bereich einzuschleusen
und aus diesem wieder auszuschleusen, in dem ein reduzierter Druck herrscht.
Wenn bei dem neuen Verfahren ein leichter Unterdruck gegenüber dem
statischen Umgebungsdruck im Bereich des physikalischen Plasmas
vorliegt, so beruht dieser ausschließlich auf dynamischen Effekten,
wie beispielsweise auf einer Absaugung aus dem Bereich des physikalischen
Plasmas. Auch ein etwaiger Überdruck
gegenüber
dem Umgebungsdruck ist auf derartige dynamische Effekte, wie beispielsweise
eine Einblasung von Reaktionsgas in den Bereich des physikalischen
Plasmas beschränkt.
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Neben
der einfachen Einführbarkeit
des zu behandelnden Saatguts in den Bereich des physikalischen Plasmas
entfällt
bei dem neuen Verfahren auch ein unerwünschter Einfluss auf den Feuchtegehalt
des Saatguts durch einen einwirkenden Unterdruck. Weiterhin ist
beachtlich, dass die Einhaltung einer Maximaltemperatur des Saatguts,
damit dieses keine thermischen Schäden erleidet, bei Atmosphärendruck
viel einfacher ist, weil bei Atmosphärendruck im Gegensatz zu einer
Umgebung auf Unterdruck viel bessere Möglichkeiten der Abführung überschüssiger Wärmeenergie
durch Konvektion gegeben sind. Auch die Förderung des Saatguts und seine
Umwälzung,
um eine allseitige Behandlung zu erreichen, erweist sich in einer
Umgebung auf Atmosphärendruck
viel einfacher als in einer immer räumlich begrenzten Vakuumkammer.
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Die
Erzeugung eines physikalischen Plasmas bei Atmosphärendruck
ist grundsätzlich
bekannt. Hierzu können
handelsübliche
Plasmaquellen in Form so genannter Plasmajets eingesetzt werden. Es
kann auch eine so genannte Coronaentladung hervorgerufen werden.
Eine weitere und bei dem neuen Verfahren bevorzugte Möglichkeit,
das physikalische Plasma zu erzeugen, besteht in einer dielektrisch
behinderten Entladung. Aus der WO 2004/105810 A1 ist es bekannt,
lebende Zellen enthaltendes biologisches Material mit einem durch
eine dielektrisch behinderte Gasentladung erzeugten physikalischen
Plasma bei Atmosphärendruck
zu behandeln. Hier wird aber weder Saatgut als zu behandelndes Material
angesprochen, noch irgendein anderes Material mit sphärisch stark
gekrümmter
Oberfläche, wie
sie insbesondere bei Saatgut mit kleinem Korndurchmesser von in
aller Regel maximal 10 mm und häufig
1 mm oder weniger auftritt. Auch ein Schüttgut, worum es sich bei Saatgut
aus einzelnen Körnern
letztlich handelt, wird in der internationalen Anmeldung nicht erwähnt. Hier
geht es ausschließlich um
die Behandlung vergleichsweise großflächiger Objekte, wie der Haut.
Die kleinsten hier erwähnten Objekte
sind Zähne,
bei denen eine Kariesbehandlung erfolgen soll. Gerade die Situation,
in der Zähne, an
denen eine Kariesbehandlung vorzunehmen ist, vorgefunden werden,
unterscheidet sich ganz erheblich von derjenigen einzelner Körner in
einer Menge Saatgut.
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Wie
bereits angedeutet wurde, ermöglicht
es die Behandlung des Saatguts bei Atmosphärendruck, das Saatgut mit einem
Gasstrom zu beaufschlagen. Dieser Gasstrom kann zur Kühlung bzw. Temperierung
des Saatguts verwendet werden, oder auch dazu, ein spezielles Reaktionsgas
in das physikalische Plasma einzuführen. Auch wenn die Gasentladungen
zur Erzeugung des Plasmas in Umgebungsluft gezündet werden, ist eine Durchströmung des Behandlungsbereichs
sinnvoll, wenn nicht gar notwendig, weil hierdurch sich durch die
Gasentladungen und die Reaktionen des Plasmas verbrauchende Substanzen
ersetzt und so gleich bleibende Bedingungen für die Erzeugung des Plasmas
sichergestellt werden. Dies ist Voraussetzung für die Erzeugung eines möglichst
homogenen Plasmas innerhalb eines größeren Volumens. Eine weitere
Funktion des Gasstroms kann die Förderung des Saatguts durch den
Bereich des physikalischen Plasmas oder auch die Umwälzung des
Saatguts innerhalb des physikalischen Plasmas sein. Je nach der
Aufgabe des Gasstroms im Einzelfall sind die Richtung des Gasstroms,
seine Stärke
und der genaue Ort der Beaufschlagung des Saatguts mit dem Gasstrom
zu wählen.
Dieser Ort kann unmittelbar im Bereich oder auch im angrenzenden
Umfeld der Behandlung des Saatguts mit dem physikalischen Plasma
liegen.
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Um
die bei dem neuen Verfahren angesichts der grundsätzlich verbesserten
Kühlung
durch Konvektion bereits verringerte Gefahr einer thermischen Schädigung des
Saatguts gänzlich
auszuschließen, kann
eine Temperatur des Saatguts oder eine andere Temperatur im Bereich
der Behandlung mit dem physikalischen Plasma, die Rückschlüsse auf
die Temperatur des Saatguts zulässt,
erfasst werden, um in Abhängigkeit
hiervon die Parameter des neuen Verfahrens zu steuern oder zu regeln.
Eine Begrenzung der Temperatur des Saatguts auf eine vorgegebene Maximaltemperatur
kann dabei beispielsweise durch Variation der Parameter des physikalischen
Plasmas, der Verweildauer des Saatguts in dem Bereich des physikalischen
Plasmas und der Beaufschlagung des Saatguts mit einem Gasstrom bewirkt
werden.
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Damit
das neue Verfahren seine maximale positive Wirkung auf das Saatgut
entfalten kann, muss das Saatgut allseitig dem Plasma ausgesetzt werden.
Um dies sicherzustellen, müssen
die einzelnen Körner
des Saatguts in dem physikalischen Plasma entweder vereinzelt werden
und einem vollständig
homogenen Plasma ausgesetzt werden, oder sie werden in dem Plasma
derart umgewälzt,
dass sich eine gleichmäßige Behandlung
ihrer gesamten Oberflächen
einstellt. In der Regel ist eine derartige Umwälzung einfacher zu erreichen
als ein von allen Seiten her homogenes Plasma, das auf vereinzelte
Körner
des Saatguts einwirkt. Zum Umwälzen
des Saatguts kann ein Förderer
für das
Saatgut mit einem Rüttler
versehen sein; das Saatgut kann über
eine Fallstufe zwischen zwei Teilbereichen, in denen die Behandlung
mit dem physikalischen Plasma erfolgt, geführt werden; die Körner des
Saatguts können
in einer turbulenten Gasströmung
umgewälzt
werden oder die Körner
können
durch einen Gegenförderer mechanisch
gedreht werden. Dem Fachmann stehen hier auch noch weitere Detaillösungen zur
Verfügung.
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Wenn
das physikalische Plasma, was bevorzugt ist, durch dielektrisch
behinderte Gasentladungen bei Atmosphärendruck erzeugt wird, können die Gasentladungen
durch untereinander um ein Vielfaches ihrer Dauer beabstandete einzelne
Spannungspulse wechselnder Polarität, bipolare Spannungspulspaare
oder bipolare Spannungspulsgruppen hervorgerufen werden. Bei den
einzelnen Spannungspulsen kann so verglichen mit ihrer Pulsfolgefrequenz ein
sehr steiler Spannungsanstieg realisiert werden, der das Zünden einer
quasihomogenen Gasentladung bei Atmosphärendruck ermöglicht.
Zugleich wird die in die Gasentladungen eingespeiste elektrische
Leistung durch den Abstand der Spannungspulse begrenzt. Auf diese
Weise wird auch eine unnötige
elektrische Aufheizung des Plasmas und des sich darin befindlichen
Saatguts verhindert. Insbesondere kommt es nicht zu einer Widerstandsaufheizung
des Saatguts im Volumen seiner Körner.
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Bei
der neuen Vorrichtung für
die Behandlung von Saatgut mit einem physikalischen Plasma herrscht
in dem Behandlungsraum, durch den das Saatgut hindurchtritt und
in dem die Plasmaquelle das physikalische Plasma bereitstellt, Atmosphärendruck.
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Eine
Druckgasquelle und/oder ein Ventilator kann vorhanden sein, um das
Saatgut im Bereich und/oder im Umfeld der Behandlung mit dem physikalischen
Plasma mit einem Gasstrom zu beaufschlagen.
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Ein
Temperatursensor kann vorgesehen sein, um im Bereich der Behandlung
mit dem physikalischen Plasma eine Temperatur zu erfassen, die zumindest
einen mittelbaren Hinweis auf die Maximaltemperatur des Saatguts
aufgrund der Plasmabehandlung gibt. So kann eine Temperatursteuerung die
Temperatur des Saatguts auf eine vorgegebene Maximaltemperatur beschränken, indem
sie Betriebsparameter der neuen Vorrichtung variiert.
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Eine
Umwälzeinrichtung
für das
Saatgut in den Behandlungsraum kann einen an einem Förderer für das Saatgut
angreifenden Rüttler
und/oder eine Fallstufe und/oder eine Quelle für eine turbulente Gasströmung und/oder
einen Gegenförderer,
der die Körner
des Saatguts mechanisch verdreht, aufweisen.
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Wenn
die Plasmaquelle der neuen Vorrichtung das Plasma durch dielektrisch
behinderte Gasentladungen bei Atmosphärendruck erzeugt, können eine
Elektrode und eine Gegenelektrode der Plasmaquelle koaxial zueinander
angeordnet sein und unter Zwischenordnung einer dielektrischen Abschirmung einen
vertikal offenen Behandlungsraum begrenzen. Durch diesen Behandlungsraum
kann das Saatgut von oben nach unten hindurch fallen. Dabei kann eine
dem fallenden Saatgut entgegen gerichtete Gasströmung durch den Behandlungsraum
von unten nach oben die Verweildauer des Saatguts in dem Behandlungsraum
definieren und auch für
eine Umwälzung
des Saatguts in dem Behandlungsraum sorgen.
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In
einer anderen Ausführungsform
der neuen Vorrichtung ist eine Elektrode der Plasmaquelle gegenüber einem
als Gegenelektrode dienenden Förderband
angeordnet. In einer Variation dieser Ausführungsform sind zwei Elektroden
der Plasmaquelle gegenüber
einem als Zwischenelektrode dienenden Förderband angeordnet, wobei
ein Hochspannungsgenerator eine Wechselhochspannung zwischen den beiden
Elektroden erzeugt. Auch in diesem Fall kann das Förderband
aus Sicherheitsgründen
geerdet sein. Es entfällt
aber die Notwendigkeit, den Hochspannungsgenerator zu erden.
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Das
neue Verfahren ist mit der Sortierung von Saatgut nach Größe und Gewicht
der einzelnen Körner
kombinierbar. Derartige Trennverfahren sind grundsätzlich üblich, um
ein uniformes Keimverhalten der einzelnen Sortierungen des Saatguts
zu erzielen.
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Da
das physikalische Plasma auch die Möglichkeit eröffnet, Substanzen
aus dem Plasma auf den Körnern
des Saatguts abzuscheiden, kann das neue Verfahren beispielsweise
dazu benutzt werden, das Saatgut zu pillieren, d. h. mit einer Hülle aus Pflanzenschutzmitteln
zu versehen, oder es auch mit anderen Funktionsschichten zu umhüllen. Dabei
können
die beschichteten Körner
entweder ganz aus einem Korn des Saatguts und einer hierauf aus
dem physikalischen Plasma abgeschiedenen Schicht bestehen, oder
das physikalische Plasma kann auch nur zum Aufbringen einer Teilschicht
oder zur Haftungsverbesserung der eigentlichen Beschichtung eingesetzt
werden, die anschließend
in anderer Weise aufgebracht wird. Besondere Vorteile weist das neue
Verfahren auf, wenn zumindest ein wesentlicher Anteil der Beschichtung
des Saatguts aus dem Plasma heraus erfolgt, weil der hierbei erfindungsgemäß herrschende
Atmosphärendruck
viel höhere
Abscheidungsraten ermöglicht
als eine Plasmabehandlung von Saatgut bei reduziertem Druck.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen, der
Beschreibung und den Zeichnungen. Die in der Beschreibungseinleitung
genannten Vorteile von Merkmalen und von Kombinationen mehrerer
Merkmale sind lediglich beispielhaft und können alternativ oder kumulativ
zur Wirkung kommen, ohne dass die Vorteile zwingend von erfindungsgemäßen Ausführungsformen
erzielt werden müssen.
Weitere Merkmale sind den Zeichnungen – insbesondere den dargestellten
Geometrien und den relativen Abmessungen mehrerer Bauteile zueinander
sowie deren relativer Anordnung und Wirkverbindung – zu entnehmen.
Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher Ausführungsformen
der Erfindung oder von Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche ist ebenfalls
abweichend von den gewählten
Rückbeziehungen
der Patentansprüche
möglich
und wird hiermit angeregt. Dies betrifft auch solche Merkmale, die in
separaten Zeichnungen dargestellt sind oder bei deren Beschreibung
genannt werden. Diese Merkmale können
auch mit Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche kombiniert werden. Ebenso
können in
den Patentansprüchen
aufgeführte
Merkmale für weitere
Ausführungsformen
der Erfindung entfallen.
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KURZBESCHREIBUNG
DER FIGUREN
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Im
Folgenden wird die Erfindung anhand in den Figuren dargestellter
bevorzugter Ausführungsbeispiele
weiter erläutert
und beschrieben.
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1 skizziert
anhand eines Vertikalschnitts durch eine Vorrichtung zur Behandlung
von Saatgut mit einem physikalischen Plasma bei Atmosphärendruck
eine Ausführungsform
des neuen Verfahrens, bei dem das Saatgut von oben nach unten durch
einen Behandlungsraum hindurch fällt.
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2 skizziert
anhand eines Vertikalschnitts durch eine weitere Vorrichtung für die Behandlung von
Saatgut mit einem physikalischen Plasma bei Atmosphärendruck
eine weitere Ausführungsform
des neuen Verfahrens, bei dem das Saatgut mit einem als Zwischenelektrode
für dielektrisch
behinderte Gasentladungen dienenden Förderband gefördert wird.
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3 skizziert
anhand eines Vertikalschnitts eine Abwandlung der Vorrichtung gemäß 2 in Bezug
auf die Sicherstellung der allseitigen Behandlung des Saatguts mit
dem physikalischen Plasma.
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4 skizziert
eine Abwandlung der Vorrichtung gemäß 2 in Bezug
auf die Erzeugung der dielektrisch behinderten Gasentladung, bei
der hier das Förderband
als Gegenelektrode dient.
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5 skizziert
anhand eines Vertikalschnitts durch noch eine weitere Vorrichtung
für die
Behandlung von Saatgut mit einem physikalischen Plasma bei Atmosphärendruck
noch eine weitere Ausführungsform
des neuen Verfahrens, bei dem das Saatgut durch den Einwirkungsbereich
eines durch Gasentladung zwischen zwei separaten Elektroden erzeugten
physikalischen Plasmas hindurchrollt; und
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6 zeigt
eine Prinzipskizze einer Vorrichtung für die Behandlung von Saatgut
mit einem physikalischen Plasma bei Atmosphärendruck, in der das Saatgut
durch den Einwirkungsbereich eines Plasmajets hindurchbewegt wird.
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FIGURENBESCHREIBUNG
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Die
in 1 skizzierte Vorrichtung 1 weist ein
Aufladereservoir 2 auf, aus dem heraus Saatgut 3 von
oben in einen Behandlungsraum 4 abgegeben wird. Eine hierbei
zum Einsatz kommende Dosiereinrichtung des Aufladereservoirs 2 für das Saatgut 3 ist hier
nicht separat wiedergegeben. Der Behandlungsraum 4 wird
durch ein äußeres Rohr 5 begrenzt,
das als mit der Erde 6 verbundene Gegenelektrode für eine auf
der Rohrachse angeordnete Elektrode 8 dient, die mit einer
dielektrischen Abschirmung 9 versehen ist. Die Elektrode 8 wird
von einem Hochspannungsgenerator 10 mit bipolaren Spannungspulspaaren
einer Amplitude von einigen 10000 Volt beaufschlagt, die eine Pulsdauer
von unter 10 μs
bei einer Wiederholungsfrequenz der bipolaren Spannungspulspaare
von weniger als 100.000 Hz aufweisen. Hierdurch werden bei Atmosphärendruck
in dem Behandlungsraum 4 Gasentladungen zwischen der Elektrode 8 und
der Gegenelektrode 7 hervorgerufen, die durch die dielektrische
Abschirmung 9 der Elektrode 8 dielektrisch behindert
sind. Die dielektrische Behinderung begrenzt den Strom durch die Gasentladung
und stabilisiert damit die Erzeugung des Plasmas durch die an der
Elektrode 8 anliegende Wechselhochspannung. Die Gasentladungen
in dem Behandlungsraum 4 erzeugen ein Plasma in dem Behandlungsraum 4,
das auf das Saatgut 3 einwirkt. Durch diese Einwirkung
wird die Qualität
des Saatguts, insbesondere seine Keimfähigkeit verbessert. Dies gilt
bereits dann, wenn das Plasma in dem Behandlungsraum 4 aus
Luft erzeugt wird. So können die
dabei entstehenden Sauerstoffradikale Mikroorganismen auf der Oberfläche der Körner 30 des Saatguts
abtöten.
Dies bedeutet eine biologische Desinfizierung des Saatguts. In dem
Behandlungsraum 4 können
aber auch Reaktionsgase zur Erzeugung bestimmter chemischer Reaktionen
durch das Plasma eingeführt
werden. Angedeutet ist in 1 ein aufwärts durch
den Behandlungsraum 4 führender
Gasstrom 11. Dieser Gasstrom 11 stellt das Gas bereit,
in dem das Plasma in dem Behandlungsraum 4 durch die Gasentladungen
zwischen der Elektrode 8 und der Gegenelektrode 7 gezündet wird.
Der Gasstrom 11 hat aber auch noch andere Funktionen. Er bestimmt
die Verweildauer des Saatguts 3 in dem Behandlungsraum 4,
indem er dessen Fallgeschwindigkeit abbremst. Zudem ruft er Turbulenzen
hervor, die zu einer Umwälzung
des Saatguts in dem Behandlungsraum 4 führen, so dass dessen Körner 30 umgewälzt und
durchmischt und von allen Seiten her gleichmäßig mit dem Plasma in dem Behandlungsraum 4 behandelt
werden, bis sie nach ihrer Behandlung in ein Abladereservoir 12 am
unteren Ende der Vorrichtung 1 eintreten.
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Die
in 2 skizzierte Vorrichtung 1 weist ein
Förderband 13 auf,
das das Saatgut 3 hier von dem Aufladereservoir 2 durch
den Behandlungsraum 4 in das Abladereservoir 12 überführt. Dabei
ist das Förderband 13 mit
der Erde 6 verbunden und dient als Zwischenelektrode 14 zwischen
zwei jeweils mit einer dielektrischen Abschirmung 9 versehenen Elektroden 8,
zwischen denen der Wechselhochspannungsgenerator 10 hier
die Wechselhochspannung für
das Erzeugen eines Plasmas in dem Behandlungsraum 4 generiert.
Die Zwischenelektrode 14 verbindet die beiden Teile des
Behandlungsraums 4 elektrisch miteinander, die sich jeweils
zwischen einer der Elektroden 8 und dem Förderband 13 erstrecken.
Um das Saatgut 3 allseitig gleichmäßig mit dem Plasma zu behandeln,
das durch dielektrisch behinderte Gasentladungen zwischen den Elektroden 8 und
der Zwischenelektrode 14 gezündet wird, ist ein in 2 nur
schematisch angedeuteter Rüttler 15 vorgesehen,
der die Höhenlage
des Förderbands 13 verändert, so
dass die einzelnen Körner 30 des
Saatguts 3 auf dem Förderband 13 "hüpfen". Hierdurch werden sie sowohl vereinzelt
als auch gedreht, so dass das Plasma allseitig auf sie einwirken
kann. Zusätzlich
kann bei der Vorrichtung 1 gemäß 2, was hier
aber nicht dargestellt ist, ein Gasstrom über das Saatgut 3 geführt werden,
um Reaktionsgase in den Behandlungsraum 4 einzuführen und/oder
um eine thermische Schädigung
des Saatguts 3 in dem Behandlungsraum 4 sicher
auszuschließen,
indem das Saatgut 3 gezielt gekühlt wird. Hierbei können sich
in dem Behandlungsraum 4 durch den Gasstrom leichte dynamische
Abweichungen des Drucks gegenüber
dem Umgebungsdruck einstellen. Es sind aber keine Druckschleusen
für das
Saatgut 3 erforderlich, durch die dieses in die Vorrichtung 1 eingebracht
oder aus dieser entnommen werden müsste, um deren Funktion aufrecht
zu erhalten.
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Der
in 2 nur durch einen Doppelpfeil angedeutete Rüttler 15 kann
unterschiedlich ausgebildet sein. Er kann die gesamte Anordnung
aus den Elektroden 8 und dem Förderband 13 oder nur
das Förderband 13 oder
nur einen Teil davon stochastisch oder periodisch, vorzugsweise
stoßartig,
in vertikaler Richtung verlagern oder um eine horizontale Schwenkachse
verschwenken. Es ist auch möglich, den
Rüttler
in Form eines das Saatgut 3 von unten durch das Förderband 13 beaufschlagenden
Gebläses
auszubilden, das mit dem von ihm hervorgerufenen Gasstrom zu einer
Umlagerung der einzelnen Körner 30 des
Saatguts 3 auf dem Förderband 13 führt.
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3 skizziert
eine andere Möglichkeit,
die Körner 30 des
Saatguts 3 beim Transport durch den Behandlungsraum 4 umzuverteilen,
um eine allseitige Behandlung des Saatguts 3 mit dem physikalischen
Plasma sicherzustellen. Hier weist das Förderband 13 eine Stufe 16 zwischen
den beiden Teilbereichen des Behandlungsraumes 4 auf. Indem
es die Stufe 16 hinunterfällt, wird das Saatgut 3 wird
vor dem Eintreten in den zweiten Teil des Behandlungsraums 4 gewendet.
Auch bei der Vorrichtung 1 gemäß 2 kann das
Förderband 13 zusätzlich insgesamt
oder bereichsweise mit einem Rüttler 15 (hier nicht
dargestellt) versehen sein.
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Bei
der Vorrichtung 1 gemäß 4 ist
in Abweichung von 2 nicht ein Paar von Elektroden 8 mit
dielektrischen Abschirmungen 9 vorgesehen, zwischen denen
das Förderband 13 als
Zwischenelektrode wirkt. Vielmehr dient das mit der Erde 6 verbundene
Förderband 13 hier
als Gegenelektrode 7 zu einer einzigen Elektrode 8 mit
dielektrischer Abschirmung 9, die von einem Hochspannungsgenerator 10 mit
einer gegenüber
der Erde 6 erzeugten Spannung beaufschlagt wird. Hierdurch
weist der Behandlungsraum 4 nur einen einzigen Bereich
auf. Grundsätzlich
ist die Funktionsweise der Vorrichtung 1 gemäß 4 aber
genauso wie diejenige gemäß 2.
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Die
Vorrichtung 1 gemäß 5 weist
wieder 2 Elektroden 8 mit dielektrischen Abschirmungen 9 auf.
Hier werden die Gasentladungen jedoch nicht zwischen jeder Elektrode 8 und
dem Förderband 13 als
Zwischenelektrode hervorgerufen, sondern zwischen den beiden Elektroden
B. Das derart erzeugte Plasma wird mit einer zwischen den Elektroden 8 hindurch
verlaufenden Gasströmung 17 auf
das Saatgut 3 geblasen, das von dem Aufladereservoir 2 über das hier geneigte
Förderband 13 in
das Abladereservoir 12 gelangt. Das Förderband 13 kann dabei
so steil geneigt sein, dass die Körner 30 des Saatguts
das Förderband 13 hinabrollen,
d.h. zu dem Abladereservoir gelangen, ohne dass das Förderband 13 bewegt wird.
Das Förderband 13 kann
sogar in Gegenrichtung zu den in das Abladereservoir 12 hinabrollenden Körnern 30 des
Saatguts 3 angetrieben werden, um die Rollbewegung der
Körner 30 bzw.
ihre Verweildauer in dem Behandlungsraum 4, in dem das
physikalische Plasma auf sie einwirkt, einzustellen. Zusätzlich kann
auch hier ein Rüttler 15 für das Förderband 13 vorgesehen
sein, um die für
ihre allseitige Behandlung wichtige Umverteilung der Körner 30 des
Saatguts 3 zusätzlich
zu fördern.
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Die
in 6 skizzierte Vorrichtung 1 umfasst als
Quelle für
das physikalische Plasma einen so genannten Plasmajet 18,
in dem zwischen einer Elektrode 19 und einer als Gegenelektrode 7 dienenden, die
Elektrode 19 koaxial umgebenden Gasleitung 20 durch
eine von einem Hochspannungsgenerator 10 erzeugte Wechselhochspannung
Gasentladungen hervorgerufen werden. Diese Gasentladungen sind im
Allgemeinen nicht dielektrisch behindert. Eine Gasströmung 17 durch
den Plasmajet 18 bläst
das auf diese Weise erzeugte Plasma in einen Behandlungsraum 4,
durch den das Saatgut 3 hier mit einer Gasströmung 11 von
dem Aufladereservoir 2 zu dem Abladereservoir 12 gefördert wird.
Turbulenzen der Gasströmung 11,
zu denen auch die Gasströmung 17 durch
den Plasmajet 18 beiträgt,
stellen eine Umwälzung
des Saatguts 3 in dem Behandlungsraum 4 und damit
eine allseitige Behandlung der Körner 30 des Saatguts 3 durch
das physikalische Plasma sicher.
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- 1
- Vorrichtung
- 2
- Aufladereservoir
- 3
- Saatgut
- 4
- Behandlungsraum
- 5
- Rohr
- 6
- Erde
- 7
- Gegenelektrode
- 8
- Elektrode
- 9
- dielektrische
Abschirmung
- 10
- Hochspannungsgenerator
- 11
- Gasströmung
- 12
- Abladereservoir
- 13
- Förderband
- 14
- Zwischenelektrode
- 15
- Rüttler
- 16
- Stufe
- 17
- Gasströmung
- 18
- Plasmajet
- 19
- Elektrode
- 20
- Gasleitung
- 30
- Korn