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TECHNISCHES
GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen passiven Schwingungstilger
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des unabhängigen Patentanspruchs 1.
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Insbesondere
betrifft die vorliegende Erfindung solche passiven Schwingungstilger
mit mehreren Tilgermassen.
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STAND DER
TECHNIK
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Passive
Schwingungstilger mit den Merkmalen des Oberbegriffs des unabhängigen Patentanspruchs
1, die zwei elastisch an eine Basis angekoppelte Tilgermassen aufweisen,
sind üblicherweise dazu
vorgesehen, Schwingungen einer zu dämpfenden Struktur bei zwei
unterschiedlichen Erregungsfrequenzen und/oder Eigenfrequenzen der
Struktur zu dämpfen.
Dazu sind die Tilgereigenfrequenzen der beiden Tilgermassen auf
unterschiedliche Werte abgestimmt. Dies kann durch unterschiedliche
Größen, d.
h. unterschiedliche Gewichte der Tilgermassen, unterschiedliche
Trägheitsmomente
bezüglich ihrer
Ankopplung an die Basis und/oder unterschiedliche Eigenschaften
der Elastomerfedern realisiert werden.
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Alternativ
können
mehrere mit gleicher Eigenfrequenz synchron schwingende Tilgermassen bei
einem Schwingungstilger dazu vorgesehen sein, lineare Dämpfungskräfte auf
die zu dämpfende Struktur
bereitzustellen. Auch dieser Anwendungsfall wird durch die vorliegende
Erfindung abgedeckt, obwohl sie primär solche passiven Schwingungstilger bei
denen mehrere Tilgermassen auf unterschiedliche Tilgereigenfrequenzen
abgestimmt sind.
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Beim
Einsatz von passiven Schwingungstilgern im Kraftfahrzeugbau wird
gefordert, dass deren Tilgermassen nicht nur über Elastomerfedern mit deren
Basen verbunden sind, sondern auch Verliersicherungen vorgesehen
werden, die ein unkontrolliertes Herabfallen der Tilgermassen bei
einem Totalausfall der Elastomerfedern verhindern.
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Aus
der
DE 100 41 993
C1 ist ein passiver Schwingungstilger mit einer einzigen
Tilgermasse bekannt, bei dem eine Verliersicherung dadurch ausgebildet
ist, dass die Tilgermasse und die Elastomerfeder eine zentrale Ausnehmung
aufweisen, durch die eine Befestigungsschraube zur Befestigung der Basis
an der zu dämpfenden
Struktur hindurch greift. Dabei ist ein Kopf der Befestigungsschraube
größer als
der minimale Durchmesser der Ausnehmung in der Tilgermasse. So fängt der
Kopf der Befestigungsschraube die Tilgermasse auf, falls sie sich
von der Elastomerfeder oder mit dieser von der Basis ablöst. Für einen
passiven Schwingungstilger mit mehreren Tilgermassen ist dieses
Prinzip der Ausbildung einer Verliersicherung nicht geeignet.
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Ein
passiver Schwingungstilger mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Patentanspruchs 1 ist aus der
US
5,887,843 bekannt. Hier weist die Basis einen Bügel mit
zwei einander gegenüberliegenden
Bereichen auf, die zwei Anbindungsflächen für eine Tilgermasse ausbilden.
Die Ankoppelfläche
zum starren Ankoppeln der Basis an eine zu dämpfende Struktur ist in dem
Mittelbereich des Bügels
zwischen den Anbindungsflächen
ausgebildet. Dabei verläuft die
Ankoppelfläche
etwa senkrecht zu den Anbindungsflächen und senkrecht zu einer
Haupterstreckungsebene des Schwingungstilgers. Durchgangsbohrungen
durch die Basis zur Festlegung des Schwingungstilgers über die
Ankoppelfläche
verlaufen in der Haupterstreckungsebene des Schwingungstilgers.
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Ein
weiterer Schwingungstilger mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Patentanspruchs 1 ist aus der
US
5,180,147 bekannt. Hier wird die Basis durch ein hutförmiges Profil
ausgebildet, in dessen Randbereichen senkrecht zu seiner Haupterstreckungsebene
verlaufende Ankoppelflächen
und in der Haupterstreckungsebene verlaufende Durchgangsbohrungen
zum Festlegen an einer zu dämpfenden
Struktur vorgesehen sind. Die Tilgermasse ist über vier Federarme angebunden,
die jeweils von einer ihrer Ecken zu einer Ecke des freien Querschnitts des
Hutprofils verlaufen.
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Aus
der
DE 698 27 037
T2 ist es bekannt, über
einer Tilgermasse eines Schwingungstilgers ein als Verliersicherung
dienendes und an der Basis des Schwingungstilgers gesichertes hutförmiges Profil anzuordnen.
Dabei verläuft
eine Anbindungsfläche einer
Elastomerfeder für
die Tilgermasse an der Basis parallel zu einer Ankoppelfläche der
Basis an eine zu dämpfende
Struktur, und Durchgangsbohrungen durch die Basis zum Befestigen
an der zu dämpfenden
Struktur verlaufen senkrecht dazu.
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Aus
der
DE 90 03 365 U1 ist
ein Schwingungstilger zum Anordnen im Handgriff eines Elektrogeräts bekannt.
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AUFGABE
DER ERFINDUNG
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen passiven Schwingungstilger
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des unabhängigen Patentanspruchs 1 aufzuzeigen,
der von seiner Grundkonstruktion her besonders einfach die Bereitstellung
einer zuverlässigen
Verliersicherung auch für
mehrere Tilgermassen ermöglicht.
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LÖSUNG
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Erfindungsgemäß wird die
Aufgabe der Erfindung durch einen passiven Schwingungstilger mit den
Merkmalen des unabhängigen
Patentanspruchs 1 gelöst.
Bevorzugte Ausführungsformen
des neuen passiven Schwingungstilgers sind in den abhängigen Patentansprüchen definiert.
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BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Bei
dem neuen passiven Schwingungstilger erstreckt sich die Basis in
Form mindestens eines Auslegers auf einer deren Seiten längs der
Elastomerfeder und der daran angebundenen Tilgermasse bis hinter
das Ende der Tilgermasse, das der genannten Anbindungsfläche der
Basis abgekehrt ist. Auf diese Weise verhindert die Basis ein Entfernen
der Tilgermasse in der Richtung, die von der Anbindungsfläche der
Basis für
die Elastomerfeder, an welche die Tilgermasse angebunden ist, weg
zeigt, und in der Richtung, in der sich der Ausleger längs der
Tilgermasse erstreckt. Hierdurch allein wird zwar keine vollständige Verliersicherung
bereitgestellt, eine solche vollständige Verliersicherung ergibt
sich aber, wie die weitere Beschreibung der vorliegenden Erfindung
zeigen wird, durch eine Ergänzung
des neuen Schwingungstilgers mit einfachen zusätzlichen Elementen, die in
demselben Schritt an der Basis befestigt werden können, in
dem die Basis an die zu dämpfende
Struktur angekoppelt wird.
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Die
Ankoppelfläche
zum starren Ankoppeln der Basis an die zu dämpfende Struktur verläuft bei dem
neuen Schwingungstilger senkrecht zu der Anbindungsfläche. Zum
Befestigen der Basis an der zu dämpfenden
Struktur kann die Basis eine senkrecht zu der Ankoppelfläche und
damit wieder parallel zu der Anbindungsfläche verlaufende Durchgangsbohrung
aufweisen. Dabei ist mit dem Begriff Durchgangsbohrung hier nur
eine zylindrische oder auch andersartige Ausnehmung gemeint, die
von einer Seite der Basis bis auf deren andere Seite reicht. Diese
Ausnehmung muss nicht durch Bohren hergestellt sein.
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Die
Formstabilität
der Basis kann in Bezug auf deren längs der Elastomerfeder und
der Tilgermasse verlaufenden Ausleger deutlich erhöht werden,
wenn sich die Basis in Form zweier Ausleger auf wie enander geenüberliegenden
Seiten längs
der Elastomerfeder und der an diese angebundene Tilgermasse erstreckt,
so dass die beiden Ausleger einen geschlossenen Ring um die Tilgermasse
ausbildet. Dieser Ring sichert zudem die Tilgermasse gegen ein Verlieren
in jeder Richtung der durch den Ring definierten Ebene.
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Die
Ausleger der Basis bis hinter das andere Enden der Tilgermasse erlaubt
es, die Tilgermasse auch mit ihrem anderen Ende über eine weitere Elastomerfeder
an die Basis anzubinden. Hierdurch kann die Tilgereigenfrequenz
der Tilgermasse gezielt beeinflusst werden. Durch eine beidseitige
Anbindung der Tilgermassen an beiden Enden wird auch ihre Querbewegung
begrenzt, so dass ein Anschlagen der Tilgermasse an die Ausleger
der Basis vermieden wird.
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Wenn
ein solches Anschlagen bei der gewünschten Eigenfrequenz der Tilgermasse
nicht grundsätzlich
vermeidbar ist, können
seitliche Anschlagpuffer aus Elastomerwerkstoff zwischen der Tilgermasse
und der Basis vorgesehen sein. Diese Anschlagpuffer können an
der Tilgermasse und/oder an der Basis ausgebildet, d. h. an diese
anvulkanisiert sein.
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Die
gesamte Basis des neuen Schwingungstilgers einschließlich der
Ausleger und einer etwaigen Durchgangsbohrung zur Befestigung an
der zu dämpfenden
Struktur kann ein abgelängter
Abschnitt eines Profils sein. D. h., die Basis wird vollständig dadurch
ausgebildet, dass ein Abschnitt von einem solchen Profil abgelängt wird.
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Insbesondere
kann die Basis ein angelängter
Abschnitt eines Leichmetallstrangpressprofils sein, das zu vergleichsweise
günstigen
Herstellkosten mit gleichzeitig großer Variabilität in Bezug
auf die Profilgestaltung verfügbar
ist.
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Auch
die Tilgermasse des neuen Schwingungstilgers kann durch einfaches
Ablängen
eines Stangenmaterials bereitgestellt werden. Sie muss beispielsweise
nicht aus einem drehbaren Stahl hergestellt werden, um irgendwelche
zentralen Ausnehmungen ausbilden zu können. Bei dem neuen Schwingungstilger
ist die Tilgermasse im Querschnitt üblicherweise auch nicht zylindrisch
sondern rechteckig, um den Freiraum gegenüber den Auslegern der Basis
voll auszunutzen.
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Dennoch
kann die Tilgermassen des neuen Schwingungstilgers auch mit einer
Querbohrung versehen sein, wobei "Querbohrung" einen Verlauf quer zu der Richtung
zwischen den beiden Enden der jeweiligen Tilgermasse bedeutet.
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Durch
eine solche Querbohrung kann sich eine an der Basis gesicherte Schlaufe
aus verformbarem Band erstrecken, um eine Verliersicherung für die Tilgermasse
auszubilden. Eine Sicherung der Schlaufe an der Basis ergibt sich
beispielsweise automatisch dann, wenn sich die Basis ringförmig um die
Tilgermassen erstreckt und die Schlaufe durch die Bohrungen der
Tilgermassen in diesen Ring der Basis eingreift.
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Besonders
bevorzugt ist es bei dem neuen passiven Schwingungstilger jedoch,
wenn die Verliersicherung durch ein sich auf mindestens einer freien Seite
längs der
Tilgermassen erstreckendes Abschirm- und/oder Abfangblech ausgebildet
wird. Ein solches Abschirm- oder Abfangblech oder auch eine Mehrzahl
solcher Bleche bildet dann zusammen mit der Basis einen geschlossenen
Käfig für die Tilgermasse
aus. Ein Abschirmblech kann zudem die Funktion haben, eine thermische
Belastung des Elastomerwerkstoffs von Seiten der zu dämpfenden Struktur
zu begrenzen.
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Eine
Möglichkeit,
ein Abschirm- bzw. Abfangblech, das eine zuverlässige Verliersicherung zusammen
mit der Basis ausbildet, bereitzustellen, besteht darin, die Basis
mit den daran angebundenen Tilgermassen in einem Rohrabschnitt anzuordnen.
In Richtung der offenen Rohrenden werden die Tilgermassen dabei
von den Auslegern der Basis gesichert.
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Bei
besonders bevorzugten Ausführungsformen
des neuen Schwingungstilgers weist die Basis zwei Anbindungsflächen auf,
wobei an jede der beiden Anbindungsflächen eine Elastomerfeder und
an jede der beiden Elastomerfedern eine Tigermasse mit ihrem einen
Ende angebunden ist und wobei sich die Basis in Form von Auslegern
auf jeweils mindestens einer deren Seiten längs jeder der beiden Elastomerfedern
und der daran angebundenen Tilgermassen bis hinter die Enden der
Tilgermassen, die den genannten Anbindungsflächen der Basis abgekehrt sind,
erstreckt. Die Basis stellt dabei für beide Tilgermassen die Grundstruktur
einer Verliersicherung bereit.
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Wie
bereits eingangs angesprochen wurde, sind mehrere Tilgermassen bei
dem neuen Schwingungstilger in aller Regel auf unterschiedliche
Tilgereigenfrequenzen abgestimmt. Hierzu können die beiden Tilgermassen
unterschiedlich schwer sein. Dies kann bei gleichen äußeren Abmessungen
durch unterschiedliche Materialien der Tilgermassen oder auch durch
unterschiedlich große
Ausnehmungen, wie beispielsweise die schon genannten Bohrungen, in
beiden Tilgermassen realisiert werden. Die beiden Tilgermassen können auch
unterschiedlich lang sein, wodurch sich unterschiedliche Trägheitsmomente um
die Elastomerfeder oder bei beidseitiger Anbindung der Tilgermassen über Elastomerfedern
an die Basis auch unterschiedlich langer Elastomerfedern ergeben.
Auch alle anderen dem Fachmann bekannten Möglichkeiten zur unterschiedlichen
Abstimmung von Tilgereigenfrequenzen der Tilgermassen eines Schwingungstilgers
mit mehreren Tilgermassen können
hier angewandt werden. Hierzu zählen
u. a. unterschiedliche Elastomerwerkstoffe der einzelnen Elastomerfedern.
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Die
Basis selbst kann auch bei stark unterschiedlicher Abstimmung der
Tilgereigenfrequenzen der beiden Schwingungstilger spiegelsymmetrisch
zu einer zwischen den beiden Anbindungsflächen hindurch verlaufende Symmetrieebene
ausgebildet sein. So kann insbesondere eine Basis in Kombination
mit unterschiedlichen Tilgermassen und/oder Elastomerfedern zur
Ausbildung unterschiedlicher passiver Schwingungstilger verwendet
werden, deren Tilgermassen nicht nur auf unterschiedliche, sondern
auch auf unterschiedlich weit voneinander entfernte Tilgereigenfrequenzen
abstimmbar sind.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen, der
Beschreibung und den Zeichnungen. Die in der Beschreibungseinleitung
genannten Vorteile von Merkmalen und von Kombinationen mehrerer
Merkmale sind lediglich beispielhaft und können alternativ oder kumulativ
zur Wirkung kommen, ohne dass die Vorteile zwingend von erfindungsgemäßen Ausführungsformen
erzielt werden müssen.
Weitere Merkmale sind den Zeichnungen – insbesondere den dargestellten
Geometrien und den relativen Abmessungen mehrerer Bauteile zueinander
sowie deren relativer Anordnung und Wirkverbindung – zu entnehmen.
Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher Ausführungsformen
der Erfindung oder von Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche ist ebenfalls
abweichend von den gewählten
Rückbeziehungen
der Patentansprüche
möglich
und wird hiermit angeregt. Dies betrifft auch solche Merkmale, die in
separaten Zeichnungen dargestellt sind oder bei deren Beschreibung
genannt werden. Diese Merkmale können
auch mit Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche kombiniert werden. Ebenso
können in
den Patentansprüchen
aufgeführte
Merkmale für weitere
Ausführungsformen
der Erfindung entfallen.
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KURZBESCHREIBUNG
DER FIGUREN
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Im
Folgenden wird die Erfindung anhand in den Figuren dargestellter
bevorzugter Ausführungsbeispiele
weiter erläutert
und beschrieben.
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1 zeigt
eine erste Ausführungsform
des neuen passiven Schwingungstilgers mit zwei Tilgermassen in einem
Querschnitt parallel zu der Haupterstreckungsebene des Schwingungstilgers.
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2 zeigt
eine perspektivische Ansicht des Schwingungstilgers in der Ausführungsform
gemäß 1.
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3 zeigt
eine zweite Ausführungsform des
neuen passiven Schwingungstilgers mit zwei Tilgermassen in einer 1 entsprechenden
Querschnittsansicht.
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4 zeigt
den Schwingungstilger in der Ausführungsform gemäß 3 in
einer 2 entsprechenden perspektivischen Ansicht.
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5 zeigt
eine weitere Ausführungsform des
neuen passiven Schwingungstilgers mit zwei Tilgermassen in einer
Außenansicht
mit Blickrichtung auf seine Haupterstreckungsebene.
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6 zeigt
eine weitere Ausführungsform des
neuen passiven Schwingungstilgers mit zwei Tilgermassen in derselben
Blickrichtung wie in 5.
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7 zeigt
noch eine weitere Ausführungsform
des neuen passiven Schwingungstilgers mit zwei Tilgermassen in derselben
Blickrichtung wie in 5 und 6.
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8 zeigt
den neuen passiven Schwingungstilger in der Ausführungsform gemäß den 1 und 2 oder 3 und 4 im
zusammen mit Abschirm- und Abfangblechen an eine zu dämpfende
Struktur angebauten Zustand in einer Seitenansicht.
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9 zeigt
den neuen passiven Schwingungstilger in der Ausführungsform gemäß den 1 und 2 oder 3 und 4 oder 5 im
Zusammen mit einem Blechformkörper
an eine zu dämpfende
Struktur angebauten Zustand in einer Längsansicht; und
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10 zeigt
den neuen passiven Schwingungstilger in der Ausführungsform gemäß 1 und 2 oder 3 und 4 oder 5 oder 6 im
innerhalb eines Rohrabschnitts an eine zu dämpfende Struktur angebauten
Zustand in einer Längsansicht.
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11 zeigt
eine der Ausführungsform
gemäß den 1 und 2 verwandte
Ausführungsform
des neuen passiven Schwingungstilgers mit nur einer Tilgermasse,
in einer Außenansicht
mit Blickrichtung auf die Haupterstreckungsebene des Schwingungstilgers.
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12 zeigt
eine weitere Ausführungsform des
neuen passiven Schwingungstilgers mit einer Tilgermasse ebenfalls
in einer Außenansicht
mit Blickrichtung auf seine Haupterstreckungsebene; und
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13 zeigt
eine der Ausführungsform
gemäß 12 verwandte
Ausführungsform
des neuen passiven Schwingungstilgers wieder mit zwei Tilgermassen
erneut in einer Außenansicht
mit Blickrichtung auf die Haupterstreckungsebene des Schwingungstilgers.
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FIGURENBESCHREIBUNG
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Der
in den 1 und 2 in zwei Ansichten dargestellte
Schwingungstilger 1 weist eine starre Basis 2 auf.
Die starre Basis 2 ist ein abgelängter Abschnitt 3 eines
Leichtmetallstrangpressprofils 4 aus einer Aluminiumlegierung.
An der Basis 2 ist eine Ankoppelfläche 5 ausgebildet, über die
die Basis 4 beim Einsatz des Schwingungstilgers 1 starr
an einer zu dämpfenden
Struktur angekoppelt wird. Für
die Befestigung des Schwingungstilgers 1 ist eine Durchgangsbohrung 6 vorgesehen,
die senkrecht in die Ankoppelfläche 5 einmündet und
den Durchtritt einer sich mit ihrem Kopf an der Basis 1 abstützenden
und mit ihrem Gewinde in die zu dämpfende Struktur eingreifenden
Befestigungsschraube erlaubt. Die Durchgangsbohrung 6 ist
keine Bohrung im engeren Sinne, d. h. nicht durch Bohren eingebracht,
sondern direkt beim Herstellen des Leichtmetallstrangpressprofils 4 ausgespart
worden. Parallel zu der Durchgangsbohrung 6 und parallel
zueinander erstrecken sich zwei Anbindungsflächen 7, die zur Anbindung
je einer Elastomerfeder 8 vorgesehen sind. An jede der Elastomerfedern 8 ist
ein Ende 9 einer Tilgermasse 10 angebunden, die
so über
die Elastomerfeder 8 elastisch an die Basis 2 angekoppelt
ist. Jede der Tilgermassen 10 dient dazu, der zu dämpfenden
Struktur, an die die Basis 2 starr angekoppelt wird, Schwingungsenergie
zu entziehen, die in der Elastomerfeder 8 dissipiert wird.
Wirksam ist dieser Entzug von Schwingungsenergie dann, wenn die
Tilgereigenfrequenz der jeweiligen Tilgermasse 10 auf die
Frequenz der Schwingungen der zu dämpfenden Struktur abgestimmt
ist. Die bei dem Schwingungstilger 1 vorhandenen zwei Tilgermassen 10 ermöglichen
es, den Schwingungstilger 1 auf zwei unterschiedliche Tilgereigenfrequenzen
abzustimmen, so dass er für Schwingungen
der zu dämpfenden
Struktur bei zwei unterschiedlichen Frequenzen wirksam ist. Diese
unterschiedliche Abstimmung kann durch unterschiedliche Ausbildung
der Elastomerfedern 8, beispielsweise durch Verwendung
unterschiedlicher Elastomerwerkstoffe 11, oder durch unterschiedliche
Gewichte der Tilgermassen 10 realisiert werden. Andere
Möglichkeiten
wurden bereits in der allgemeinen Beschreibung der Erfindung angesprochen.
In der Ausführungsform
des Schwingungstilgers 1, der in den 1 und 2 wiedergegeben
ist, weist die Basis 2 Ausleger 12 auf, die sich
auf beiden Seiten der Tilgermassen 10 bis hinter deren
hintere Enden 13 erstrecken und dort ineinander übergehen,
so dass jede der Tilgermassen 10 in der Haupterstreckungsebene
gemäß 1 ringförmig von
der Basis 2 umschlossen wird. Auf diese Weise wird ein
Entfernen der Tilgermassen 10 von der Basis 2 in
allen in dieser Haupterstreckungsebene verlaufenden Richtungen durch
die Ausleger 12 der Basis 2 verhindert. Die Tilgermassen 10 selbst
sind hier abgelängte
Abschnitte 14 eines Stangenmaterials 15 von rechteckigem Querschnitt.
Der Elastomerwerkstoff 11 der Elastomerfedern 8 erstreckt
sich allseitig um die Tilgermassen 10, um einen Korrosionsschutzüberzug auszubilden.
Er bedeckt auch den Innenumfang 16 der Ausleger 12.
Auf diese Weise sind seitliche Anschlagpuffer 17 für die Tilgermassen 10 an
den Auslegern 12 der Basis 2 ausgebildet, die
ein hartes Anschlagen der Tilgermassen 10 an die Basis 2 verhindern.
Der Aufbau der Basis 2 ist spiegelsymmetrisch zu einer
in 1 eingezeichneten und dort senkrecht zu der Zeichenebene
verlaufende Symmetrieebene 18. Die Basis 2 ist
jedoch nicht rotationssymmetrisch zu der dort ebenfalls eingezeichneten
Achse 19. Dennoch können
beide Tilgermassen 10 so an die Basis 2 angekoppelt
sein, dass sie dieselben Tilgereigenfrequenzen für Schwingungen in der Zeichenebene
gemäß 1 und
senkrecht dazu aufweisen.
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Die
Ausführungsform
des Schwingungstilgers 1 gemäß den 3 und 4 unterscheidet sich
von derjenigen gemäß den 1 und 2 dadurch,
dass die Tilgermassen 10 auch an ihrem hinteren Ende 13 über je eine
Elastomerfeder 20 an Anbindungsflächen 21 der Basis 2 angekoppelt
sind. Hierdurch wird die Bewegungsrichtung der Tilgermassen 10 von
einer Kippbewegung um die Elastomerfedern 8 auf eine Parallelbewegung
zu den Auslegern 12 verschoben. Ohne Änderungen der Elastomerfedern 8 geht
hiermit natürlich
eine erhebliche Erhöhung
der Tilgereigenfrequenzen beider Tilgermassen 10 einher.
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Die 5 und 6 skizzieren
zwei Ausführungsbeispiele
des Schwingungstilgers 1, bei denen die Basis 2 mit
den Auslegern 12 die Tilgermassen 10 jeweils nicht
ringförmig
in der Haupterstreckungsebene der Basis 2 umschließt. Vielmehr
sind Ausleger 12 vorgesehen, die sich jeweils nur auf einer
Seite längs der
Tilgermassen 10 bis hinter deren Enden 13 erstrecken.
Jeder dieser Ausleger 12 ist im Wesentlichen L-förmig. Bei
der Ausführungsform
gemäß 5 erstrecken
sich beide Ausleger 12 auf der hier oberen Seite der Tilgermassen 10.
Bei der Ausführungsform
gemäß 6 erstrecken
sich die beiden Ausleger 12 auf unterschiedlichen Seiten
längs der Tilgermassen 10 bis
hinter deren Enden 13. Zudem ist 6 zu entnehmen,
dass die Basis 2 auch in Bezug auf die Länge der
Ausleger 12 nicht symmetrisch zu der Symmetrieachse 18 sein
muss. So erstreckt sich die Basis 2 hier nach rechts in
Anpassung an eine dort kleinere Tilgermasse 10 weniger
weit als nach links.
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Der
in 7 wiedergegebene Schwingungstilger 1 weist
auf der hier links wiedergegebenen Seite eine von den Auslegern 12 der
Basis 2 in der Zeichenebene ringförmig umschlossene Tilgermasse 10 auf,
die nur an ihrem Ende 9 über eine Elastomerfeder 8 an
die Basis 2 angekoppelt ist. Auf der hier linken Seite
erstreckt sich nur ein Ausleger 12 auf einer Seite längs der
Tilgermasse 10 bis hinter deren Ende 9. Hier ist
eine weitere Elastomerfeder 20 vorgesehen, über die
die Tilgermasse 10 an eine weitere Anbindungsfläche 21 der
Basis 2 angebunden ist. Beide Tilgermassen 10 weisen überdies
je eine Querbohrung 22 auf, durch die sich eine Schlaufe 23 aus
verformbarem Band 24 erstreckt. Dadurch dass die Schlaufe 23 in
den auf der rechten Seite der Basis 2 aus den Auslegern 12 gebildeten
Ring greift, stellt sie eine Verliersicherung für beide Tilgermassen 10 gegenüber der
Basis 2 dar, selbst wenn diese nicht mehr von den Elastomerfedern 8 und 20 gehalten werden.
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8 zeigt
die Einbausituation eines Schwingungstilgers 1 gemäß den 1 und 2 oder 3 und 4. Über eine
Befestigungsschraube 25 ist der Schwingungstilger 1 an
eine Konsole 26 angeschraubt, die an der zu dämpfenden Struktur 27 vorgesehen
ist. Dabei sind zwischen der Konsole 26 und dem Schwingungstilger 1 ein
Abschirmblech 28 und zwischen dem Schwingungstilger 1 und
dem Kopf 29 der Befestigungsschraube 25 ein Abfangblech 30 eingeklemmt.
Das Abschirmblech 28 hat die Funktion, Wärmestrahlung
von der zu dämpfenden
Struktur 27, beispielsweise einer Abgasanlage eines Kraftfahrzeugs,
von den Elastomerfedern 8 und 20 bzw. insgesamt
von dem Elastomerwerkstoff 11 fernzuhalten. Zudem bildet
das Abschirmblech 28 auch einen Schutz vor dem Austreten der
Tilgermassen 10 zwischen der Basis 2 und der Struktur 27 aus,
wenn die Elastomerfedern 8 und 20 ausfallen sollten.
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Nach
außen
(hier oben) wird ein Austreten der Tilgermassen durch das Abfangblech 30 verhindert.
Dieses Abfangblech 30 ist dann als Verliersicherung ausreichend,
d. h. es wird kein zusätzliches
Abschirmblech 28 benötigt,
wenn der Abstand zwischen der Struktur 27 und der Basis 2 hinreichend
klein ist (und keine thermischen Belastungen des Schwingungstilgers 1 zu
befürchten
sind).
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9 skizziert
ein Ausführungsbeispiel,
bei dem das Abschirmblech 28 und das Abfangblech 30 von
einem einteiligen Blechformkörper 31 ausgebildet
werden. Der Blechformkörper 31 verhindert
im Falle der Zerstörung
der Elastomerfedern 8 und 20 auch ein seitliches
Austreten der Tilgermassen 10 aus der Basis 2.
So bildet der Blechformkörper 31 auch
eine vollständige
Verliersicherung für
den Schwingungstilger 1 gemäß 5 aus.
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10 zeigt
den Fall, dass der Schwingungstilger 1 in einem Blechformkörper 31 angeordnet
ist, der aus einem Rohrabschnitt 32 geformt ist. Der Blechformkörper 31 erstreckt
sich so in der Zeichenebene 10 allseitig um die Basis 2 und
verhindert in all deren Richtungen eine Entfernung der Tilgermassen 10 von
der Basis 2 selbst bei einem Totalausfall der Elastomerfedern 8 und 20.
So wird auch für
den Schwingungstilger 1 gemäß 6 eine vollständige Verliersicherung
in Bezug auf die Tilgermassen 10 ausgebildet. Die Verliersicherung
in der Blickrichtung der 9 und 10 wird
jeweils durch die dort hinter die Tilgermassen 10 greifenden
Ausleger 12 der Basis 2 gewährleistet.
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11 zeigt
eine Ausführungsform
des Schwingungstilgers 1, die derjenigen gemäß den 1 und 2 entspricht,
außer
dass hier nur eine Tilgermasse 10 vorgesehen ist, die in
der wiedergegebenen Haupterstreckungsebene von zwei Auslegern 12 ringförmig umschlossen
wird. Außerdem sind
die Anschlagpuffer 17 an dem Innenumfang 16 der
Ausleger 12 punktuell auf Höhe des der Anbindungsfläche 7 abgekehrten
Endes 13 der Tilgermasse 10 vorgesehen. Eine vollständige Verliersicherung für die Tilgermasse 10 des
Schwingungstilgers 1 gemäß 11 kann
grundsätzlich
genauso ausgebildet werden, wie anhand der vorangegangenen 8 bis 10 erläutert wurde.
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Die
Ausführungsform
des Schwingungstilgers 1 gemäß 12 weist
gegenüber
der Ausführungsform
gemäß 11 folgende
Unterschiede auf: Statt einer Durchgangsbohrung sind zwei Durchgangsbohrungen 6 für jeweils
eine Befestigungsschraube zur Befestigung der Basis 2 an
der zu dämpfenden
Struktur vorgesehen. Hierdurch können seitliche
Kräfte
um die Achse der Durchgangsbohrungen auch ohne eine wechselseitige
Führung
zwischen der Basis 2 und der zu dämpfenden Struktur leicht aufgenommen
werden. Weiterhin sind die Elastomerfedern 8 und 20,
die hier an beiden Enden 9 und 13 der Tilgermasse 10 vorgesehen
sind, jeweils in zwei Teilfedern 33 bzw. 34 aufgeteilt.
Jede der Teilfedern 33 bzw. 34 verbindet eine
Kante der quaderförmigen
Tilgermasse 10 mit einer Ecke des freien Querschnitts der
Basis 2. bei dieser Anordnung der Elastomerfedern 8 und 20 besteht
keinerlei Gefahr eines Anschlags der Tilgermasse 10 an
die Ausleger 12 der Basis 2, so dass hier entsprechend
auch keine zusätzlichen
Anschlagpuffer vorgesehen sind.
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Die
Ausführungsform
des Schwingungstilgers 1 gemäß 13 weist
im Gegensatz zu derjenigen gemäß 12 wieder
zwei Tilgermassen 10 auf, wobei die Basis 2 spiegelsymmetrisch
zu der Symmetrieebene 18 durch die Durchgangsbohrungen 6 ausgebildet ist.
Zusätzlich
sind hier beide Tilgermassen 10 jeweils würfelförmig ausgebildet,
so dass sie in der Ansicht der 13 quadratisch
erscheinen. Dabei ist die hier links wiedergegebene Tilgermasse 10 kleiner
als die hier rechts wiedergegebene Tilgermasse 10. Die
dadurch bei gleicher Dichte der Tilgermassen 10 tendenziell
höhere
Tilgereigenfrequenz der linken Tilgermasse 10 wird aber
durch die längeren
und damit weicheren Elastomerfedern 8 und 20 bzw.
die längeren
Teilfedern 33 und 34 kompensiert, sofern die Elastomerfedern 8 und 20 hier
nicht massiver oder aus einem härteren
Elastomerwerkstoff 11 ausgebildet sind als bei der rechten
Tilgermasse 10. Die linke Tilgermasse 10 kann
aber aufgrund einer höheren
Dichte auch schwerer sein als die grundsätzlich größere rechte Tilgermasse 10 und
dadurch in Verbindung mit den längeren
Teilfedern 33 und 34 gezielt auf eine niedrigere
Tilgereigenfrequenz abgestimmt sein als die rechte Tilgermasse 10.
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- 1
- Schwingungstilger
- 2
- Basis
- 3
- Abschnitt
- 4
- Leichtmetallstrangpressprofil
- 5
- Anlagefläche
- 6
- Durchgangsbohrung
- 7
- Anbindungsfläche
- 8
- Elastomerfeder
- 9
- Ende
- 10
- Tilgermasse
- 11
- Elastomerwerkstoff
- 12
- Ausleger
- 13
- Ende
- 14
- Abschnitt
- 15
- Stangenmaterial
- 16
- Innenumfang
- 17
- Anschlagpuffer
- 18
- Symmetrieebene
- 19
- Achse
- 20
- Elastomerfeder
- 21
- Anbindungsfläche
- 22
- Querbohrung
- 23
- Schlaufe
- 24
- Band
- 25
- Befestigungsschraube
- 26
- Konsole
- 27
- Struktur
- 28
- Abschirmblech
- 29
- Kopf
- 30
- Abfangblech
- 31
- Blechformkörper
- 32
- Rohrabschnitt
- 33
- Teilfeder
- 34
- Teilfeder