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TECHNISCHES GEBIET
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Maschine zur Bearbeitung
von optischen Werkstücken,
insbesondere von Kunststoff-Brillengläsern, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
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STAND DER TECHNIK
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Üblicherweise
liegt bei der Bearbeitung von Kunststoff-Brillengläsern ein
aus Kunststoff spritzgegossener Brillenglasrohling, auch "Blank" genannt, vor, der
eine standardisierte endbearbeitete konvexe Außenfläche mit z.B. sphärischer,
asphärischer
oder progressiver Form aufweist. Die in der Regel konkaven Innen-
bzw. Rezeptflächen
erhalten mittels spanender Bearbeitung eine sphärische, asphärische, torische,
atorische, progressive oder Freiformgeometrie (Gleitsichtflächen), je
nach der gewünschten
optischen Wirkung. Der typische konventionelle Ablauf bei der Innenflächenbearbeitung
sieht nach dem Aufblocken des Brillenglasrohlings mit seiner Außenfläche auf
einem Blockstück
einen Fräs-
oder Drehbearbeitungsprozeß zur
Herstellung der optisch aktiven Form vor, in der Regel gefolgt von
einem Feinschleif- oder Polierprozeß zur Erzielung der notwendigen Oberflächengüte, der
bei einem drehbearbeiteten Brillenglas aber auch entbehrlich sein
kann.
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Für den Drehbearbeitungsprozeß werden
im Stand der Technik auch sogenannte Fast-Tool-Drehmaschinen eingesetzt,
bei denen ein Drehmeißel entweder
linear reziprozierend (siehe z.B. die WO-A-02/06005 oder die gattungsbildende WO-A-97/13603)
oder rotativ (vergl. beispielsweise die WO-A-99/33611) hochdynamisch
bewegt werden kann, so daß nicht-rotationssymmetrische
Linsenflächen im
Drehverfahren mit sehr guten Flächenqualitäten erzeugt
werden können.
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Nach
Herstellung der Brillenglasfläche
mit der gewünschten
optischen Wirkung muß das
Brillenglas insbesondere für
Folgebearbeitungen, namentlich das sogenannte "Edgen", d.h. die Randbearbeitung des Brillenglases
zur Anpassung an das jeweilige Brillengestell, mit einer Kennzeichnung
versehen werden. So muß z.B.
ein Gleitsicht-Brillenglas nach der DIN EN ISO 8980-2 mindestens
mit den folgenden Angaben dauerhaft gekennzeichnet sein: a) Markierung
zur Ausrichtung; diese muß mindestens aus
zwei Markierungen in einem Abstand von 34 mm bestehen und symmetrisch
zu einer vertikalen Ebene durch den Anpaßpunkt oder den Prismenbezugspunkt
angeordnet sein; b) Angabe der Nahzusatzwirkung, in Dioptrien; und
c) Angabe des Herstellers oder Lieferanten oder des Handelsnamens
oder Warenzeichens. Als optionale, nicht dauerhafte Kennzeichnungen
empfiehlt diese Norm ferner weitere Markierungen zur Ausrichtung,
für den
Fernbezugspunkt, für
den Nahbezugspunkt, für
den Anpaßpunkt und
für den
Prismenbezugspunkt.
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Während die
dauerhaften Kennzeichnungen üblicherweise
durch permanente Gravuren erfolgen, von denen die Funktionsgravuren,
d.h. die vom Optiker für
die Ausrichtung und Zuordnung des jeweiligen Brillenglases benötigen Gravuren
in der Regel so fein ausgeführt
sind, daß sie
unter normalem Licht mit bloßem
Auge nicht zu erkennen sind, werden die nicht dauerhaften Kennzeichnungen
z.B. mittels eines temporären
Stempelbilds ausgeführt,
welches im Zuge der Fertigbearbeitung des Brillenglases wieder entfernt
wird.
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Darüber hinaus
bieten manche Brillenglashersteller auch dauerhafte individuelle
Gravuren auf dem Brillenglas an, z.B. die Gravur der Initialen des Brillenglasträgers, die
die Maßfertigung
der Brillengläser
unterstreichen soll und an einer Stelle des Brillenglases angebracht
wird, wo sie das Sehen nicht beeinträchtigt.
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Das
Anbringen der permanenten Gravuren erfolgt in der Regel in einer
von der eigentlichen Bearbeitungsmaschine separaten Graviermaschine,
in der ein drehend angetriebenes Gravierwerkzeug mit geometrisch
bestimmter Schneide (Fräswerkzeug) oder
geometrisch unbestimmter Schneide (Schleifwerkzeug) in definiertem
Bearbeitungseingriff über die
zu markierende Brillenglasfläche
geführt
wird, um die Gravur auszubilden. Es sind aber auch Graviermaschinen
bekannt, in denen die Gravur mittels eines Laserstrahls am Brillenglas
angebracht wird.
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Um
für die
Anbringung von Markierungen auf der Brillenglasfläche die
zusätzliche
Verwendung spezieller Diamant-Werkzeuge oder hochenergetischer Laserstrahlung
zu vermeiden, schlägt
die gattungsbildende WO-A-97/13603 vor, diese Markierungen während des
Bearbeitungsprozesses mittels des Werkzeugs, mit dem auch die Drehbearbeitung
erfolgt, direkt mitzuerzeugen, wodurch alle Reproduzierbarkeitsprobleme,
wie sie bei jedem Maschinenwechsel auftreten, entfallen sollen.
Für die
eigentliche Drehbearbeitung muß dieses
Werkzeug eine Drehschneide mit einer definierten Schneidengeometrie
aufweisen. Mit einer solchen Drehschneide lassen sich jedoch nur
Markierungen erzeugen, die aus feinen Strichen bestehen, welche
parallel zur Schneidkante verlaufen. Wünschenswert wäre es, wenn
sich hier, wie in den bekannten Graviermaschinen auch, jegliche
graphische Symbole, wie Buchstaben, Zahlen, Firmenlogos etc. detailliert
erzeugen ließen.
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DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
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Ausgehend
vom Stand der Technik nach der WO-A-97/13603 liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, eine Maschine zur Bearbeitung von optischen
Werkstücken,
insbesondere von Kunststoff- Brillengläsern mit
einer Fast-Tool-Anordnung bereitzustellen, mittels der auch beliebige,
fein detaillierte Markierungen an dem Werkstück angebracht werden können, ohne
daß hierfür das Werkstück um- bzw.
abgespannt werden muß.
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Diese
Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale
gelöst.
Vorteilhafte und/oder zweckmäßige Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der Patentansprüche 2 bis 6.
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Erfindungsgemäß ist bei
einer Maschine zur Bearbeitung von optischen Werkstücken, insbesondere
von Kunststoff-Brillengläsern,
die eine Werkstückspindel,
mittels der das Werkstück
um eine Werkstück-Drehachse
drehend antreibbar ist, und eine erste Fast-Tool-Anordnung aufweist,
mittels der ein Drehmeißel
in Richtung des Werkstücks
und davon weg bewegbar ist, wobei die Werkstückspindel und die Fast-Tool-Anordnung
zudem in einer Richtung quer zur Werkstück-Drehachse relativ zueinander
bewegbar sind, neben der und vorzugsweise in Parallelanordnung zur
ersten Fast-Tool-Anordnung eine zweite Fast-Tool-Anordnung mit einem
Gravierstichel vorgesehen, dessen dem Werkstück zugewandtes Ende im wesentlichen
punktförmig
ist, wobei der Gravierstichel mittels der zweiten Fast-Tool-Anordnung
hochdynamisch in Richtung des Werkstücks und davon weg bewegbar
ist, so daß insbesondere
durch nadelnden Eingriff des Gravierstichels mit dem Werkstück an diesem
eine Markierung erzeugbar ist.
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Mit
der neben der bzw. zur ersten Fast-Tool-Anordnung parallel angeordneten
zweiten Fast-Tool-Anordnung, die den Gravierstichel antreibt, kann
somit im Arbeitsraum ein und derselben Bearbeitungsmaschine zeitlich
unmittelbar anschließend an
die eigentliche Drehbearbeitung das Werkstück mit einer permanenten Gravur
versehen werden, ohne daß das
Werkstück
hierfür
auf eine separate Graviermaschine umgespannt werden muß, was einem
schnellen und genauen Bearbeitungsprozeß förderlich ist. Da hierbei ein
vom Drehmeißel
verschiedenes Werkzeug eingesetzt wird, nämlich der Gravierstichel, dessen
dem Werkstück
zugewandtes Ende im wesentlichen punktförmig ist, ist, anders als beim
gattungsbildenden Stand der Technik, die erzeugbare Geometrie der
Markierung nicht durch die Geometrie des Drehmeißels limitiert. Insbesondere durch
nadelnden Eingriff des spitzen Gravierstichels mit dem Werkstück, d.h.
einer Gravierbearbeitung, bei der der Gravierstichel wie ein Specht
an einem Baum in schneller Abfolge auf das Werkstück auftrifft, lassen
sich sehr fein detaillierte Gravuren erzeugen. Ferner hat bei der
erfindungsgemäßen Maschine
das Gravieren des Werkstücks
keinen Verschleiß am Drehmeißel zur
Folge, wie auch das Drehbearbeiten des Werkstücks keinen Verschleiß am Gravierstichel zur
Folge hat, was die Werkzeugstandzeit gegenüber dem gattungsbildenden Stand
der Technik erhöht. Dies
ist insbesondere vor dem Hintergrund von Bedeutung, daß ein stumpfer
Gravierstichel das Material des Werkstücks bei der Gravierbearbeitung
eventuell nur wegdrückt,
das Material dann aber wieder allmählich zurückkommt, was vor allem bei
dem Kunststoffmaterial CR39 zu einer unerwünschten "Alterung" bzw. einem "Verblassen" des Gravurbildes führen kann.
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In
einer vorteilhaften Ausgestaltung der Maschine, bei der der Gravierstichel
mittels der zweiten Fast-Tool-Anordnung in einer Fast-Tool-Bewegungsebene
bewegbar ist, während
die Werkstückspindel und
die zweite Fast-Tool-Anordnung in einer Ebene relativ zueinander
bewegbar sind, welche die Werkstück-Drehachse
enthält,
kann die Fast-Tool-Bewegungsebene bezüglich der die Werkstück-Drehachse enthaltenden
Ebene um einen Anstellwinkel schräggestellt sein. Durch die Schrägstellung
der Bewegungsebene des Fast-Tools derart, daß zwischen dieser Bewegungsebene
und der die Werkstück-Drehachse
enthaltenden Ebene, mithin der Werkstück-Drehachse der Werkstückspindel
ein Winkel von vorbestimmter Größe vorhanden
ist, läßt sich
in Verbindung mit der (ohnehin) an der Maschine vorhandenen Zustell(relativ)bewegung der
Werkstückspindel
in der die Werkstück-Drehachse
enthaltenden Ebene, genauer in Richtung der Werkstückspindel
eine hochgenaue Höheneinstellung
des dem Werkstück
zugewandten, im wesentlichen punktförmigen Endes des Gravierstichels
auf die Werkstück-Drehachse
der Werkstückspindel
erzielen, ohne daß dazu
Höhenverlagerungen
des Gravierstichels bezüglich
der Fast-Tool-Anordnung
und entsprechende mechanische Stellsysteme zur Höhenjustage des Gravierstichels
erforderlich sind. Das Maß der
Zustell(relativ)bewegung der Werkstückspindel in Richtung ihrer
Achse und damit der dadurch erzielte Höhenausgleich zwischen der Werkstück-Drehachse
der Werkstückspindel
und dem Arbeitspunkt des Gravierstichels erfolgt nach Maßgabe der
Sinusfunktion des vorbestimmten Winkels. Dies alles ist der Erzielung
einer hohen Positionsgenauigkeit der Markierung auf dem Werkstück mit einfachen Mitteln
förderlich;
bei z.B. einer Freiformfläche
ist die Gravur die primäre
Markierung der Fläche
und muß deshalb
mit hoher Genauigkeit angebracht werden, wobei die zulässige Toleranz
bei etwa +/– 0,2
mm liegt.
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Im
Hinblick auf die Feinfühligkeit
der Höheneinstellung
des dem Werkstück
zugewandten Endes des Gravierstichels bezüglich der Werkstück-Drehachse
ist es bevorzugt, wenn die Fast-Tool-Bewegungsebene und die die
Werkstück-Drehachse
enthaltende Ebene einen Anstellwinkel einschließen, der zwischen 2° und 10° beträgt.
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Wenngleich
es insbesondere hinsichtlich einer möglichst einfachen Mathematik
bei der Regelung der Bewegungsachsen bevorzugt ist, wenn der Gravierstichel
mittels der zweiten Fast-Tool-Anordnung – wie der
Drehmeißel
bei der ersten Fast-Tool-Anordnung – lagegeregelt
in axialer Richtung zustellbar ist, kann der Grundgedanke der vorliegenden
Erfindung, nämlich
die Parallelanordnung einer einen Gravierstichel tragenden zweiten Fast-Tool-Anordnung
zu der ersten Fast-Tool-Anordnung für den Drehmeißel auch
an einer Maschine mit einer rotativen Fast- Tool-Anordnung für den Drehmeißel, wie
sie etwa aus der WO-A-99/33611
bekannt ist, realisiert werden, wobei dann eine zweite rotative
Fast-Tool-Anordnung für
den Gravierstichel zum Einsatz käme.
In diesem Fall würde
die gemeinsame Fast-Tool-Bewegungsebene senkrecht zu den Schwenkachsen
der rotativen Fast-Tool-Anordnungen
verlaufen.
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Wenngleich
die Spitze des Gravierstichels grundsätzlich auch pyramidenartig
mit z.B. drei- oder viereckiger Grundfläche ausgebildet werden kann,
ist es im Hinblick auf ein einfaches Nachschärfen bzw. -spitzen des Gravierstichels
bevorzugt, wenn der Gravierstichel eine sich zu seinem dem Werkstück zugewandten
Ende hin im wesentlichen kegelförmig verjüngende Spitze
aufweist.
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Schließlich sind
in Abhängigkeit
vom Werkstoff des zu markierenden Werkstücks verschiedene Materialien,
z.B. gehärteter
Stahl, für
die Spitze des Gravierstichels denkbar. Im Hinblick auf möglichst lange
Standzeiten des Gravierstichels bei der Bearbeitung von Kunststoff-Brillengläsern ist
es jedoch bevorzugt, wenn die das dem Werkstück zugewandte Ende des Gravierstichels
ausbildende Spitze aus Hartmetall besteht.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Im
folgenden wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die beigefügten,
teilweise schematischen Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
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1 eine
perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Maschine zur Bearbeitung
von optischen Werkstücken,
namentlich Kunststoff-Brillengläsern,
von schräg
vorne/oben, die werkzeugmäßig mit
einer Fräseinheit
und zwei Fast-Tool-Anordnungen ausgestattet ist;
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2 eine
perspektivische Ansicht der Maschine gemäß 1 von schräg hinten/oben;
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3 eine
nach unten abgeschnittene Vorderansicht der Maschine gemäß 1;
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4 eine
nach unten abgeschnittene Vorderansicht der Maschine gemäß 1,
die sich von der Darstellung in 3 dahingehend
unterscheidet, daß eine
Frässpindel
der Fräseinheit
teilweise abgeschnitten dargestellt ist, um den Blick auf die dahinter liegende
Fast-Tool-Anordnung freizugeben;
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5 eine
Draufsicht auf die Maschine gemäß 1 mit
Blickrichtung von oben in den 3 und 4;
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6 schematische
Vorderansichten einer Werkstückspindel
der Maschine gemäß 1,
an der ein im Querschnitt dargestelltes Brillenglas montiert ist,
welches mittels eines Drehmeißels
der Fast-Tool-Anordnung bearbeitet wird, wobei im oberen Teil von 6 eine
fehlerhafte Höhenjustage
des Drehmeißels
bezüglich
der Werkstück-Drehachse der
Werkstückspindel
veranschaulicht ist, während im
unteren Teil von 6 eine korrekte Höhenjustage
des Drehmeißels
bezüglich
der Werkstück-Drehachse
gezeigt ist, zur Erläuterung
des Prinzips der Höhenkalibrierung
von Drehmeißel
und Gravierstichel an der in den 1 bis 5 dargestellten
Maschine;
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7 eine
vergrößerte Seitenansicht
des in den 2 und 5 nur schematisch
dargestellten Gravierstichels der Maschine, in einem von der Maschine
getrennten Zustand; und
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8 eine
Draufsicht auf ein Brillenglas, welches mit der erfindungsgemäßen Maschine
dauerhaft graviert wurde.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DES AUSFÜHRUNGSBEISPIELS
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Die 1 bis 5 zeigen
in schematischer Darstellung eine CNC-geregelte Maschine 10 insbesondere
zur Flächenbearbeitung
von Brillengläsern
L aus Kunststoff in einem rechtwinkligen kartesischen Koordinatensystem,
in dem die kleinen Buchstaben x, y bzw. z die Breitenrichtung (x),
die Längenrichtung (y)
und die Höhenrichtung
(z) der Maschine 10 bezeichnen. Die Maschine 10 als
solche, ohne Gravierfunktion, wurde schon in der älteren deutschen
Patentanmeldung 10 2005 021 640.4 derselben Anmelderin beschrieben.
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Gemäß den 1 bis 5 besitzt
die Maschine 10 ein Maschinengestell 12, das einen
Bearbeitungsbereich 14 begrenzt. Auf der in 1 linken Seite
des Bearbeitungsbereichs 14 sind zwei Führungsschienen 16,
die sich in der (horizontalen) Breitenrichtung x parallel zueinander
erstrecken, auf einer in 1 oberen Montagefläche 17 des
Maschinengestells 12 befestigt. Ein X-Schlitten 18, der durch zugeordnete
CNC-Antriebs- und Steuerelemente (nicht gezeigt) in beiden Richtungen
einer X-Achse CNC-lagegeregelt verstellbar ist, ist verschiebbar
auf den Führungsschienen 16 gelagert.
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Zwei
weitere Führungsschienen 20,
die sich in der (gleichfalls horizontalen) Längsrichtung y parallel zueinander
und senkrecht zu den Führungsschienen 16 erstrecken,
sind auf einer in 1 oberen Montagefläche 21 des
X-Schlittens 18 befestigt. In einer Kreuztischanordnung
ist ein Y-Schlitten 22 verschiebbar auf den Führungsschienen 20 gelagert, der
durch zugeordnete CNC-Antriebs- und Steuerelemente (ebenfalls nicht
gezeigt) in beiden Richtungen einer Y-Achse CNC-lagegeregelt verstellbar
ist.
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An
einer in den 1 bis 4 unteren Montagefläche 23 des
Y-Schlittens 22 ist
eine Werkstückspindel 24 befestigt,
die mittels eines Elektromotors 26 in der Drehzahl und
dem Drehwinkel CNC-geregelt um eine Werkstück-Drehachse B drehend antreibbar
ist. Die Werkstück-Drehachse
B ist mit der Y-Achse ausgefluchtet. An der Werkstückspindel 24,
genauer deren in den Bearbeitungsbereich 14 hineinragenden
Ende ist in an sich bekannter Weise das auf einem Blockstück aufgeblockte Brillenglas
L für die
Bearbeitung insbesondere der Rezeptfläche R des Brillenglases L derart
angebracht, daß es
gleichachsig mit der Werkstückspindel 24 drehen
kann.
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Aus
der obigen Beschreibung ist soweit ersichtlich, daß die Werkstückspindel 24 mittels
der Kreuztischanordnung (X-Schlitten 18, Y-Schlitten 22) CNC-lagegeregelt
in einer X-Y-Ebene bewegbar ist, welche die Werkstück-Drehachse
B enthält
und zu der die Montageflächen 17, 21 und 23 parallel
sind, während
das Brillenglas L in Drehzahl und Drehwinkel CNC-geregelt um die
Werkstück-Drehachse
B drehbar ist.
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Auf
der in 1 rechten Seite des Bearbeitungsbereichs 14 ist
nun zunächst
eine Fräseinheit 28 auf
dem Maschinengestell 12 montiert, wie sie aus der EP-A-0
758 571 derselben Anmelderin in Aufbau und Funktion grundsätzlich bekannt
ist. Die Fräseinheit 28 weist
eine mittels eines Elektromotors 30 um eine Fräser-Drehachse
C drehzahlgesteuert antreibbare Frässpindel 32 auf, an
deren in den Bearbeitungsbereich 14 hineinragenden Ende
ein Fräswerkzeug 34 montiert
ist.
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Mittels
der Fräseinheit 28 kann
an dem Brillenglas L ein Fräsbearbeitungsvorgang
ausgeführt werden,
der – entsprechend
der Lehre der EP-A-0 758 571 – einen
Einstech-Arbeitsgang umfaßt,
bei dem das um die Fräser-Drehachse
C drehzahlgesteuert rotierende Fräswerkzeug 34 und das
drehwinkelgeregelt um die Werk stück-Drehachse
B drehende Brillenglas L in wenigstens einer der beiden Achsrichtungen
X und Y derart lagegeregelt relativ zueinander bewegt werden, daß die Schneiden
des Fräswerkzeugs 34 mindestens
im Bereich des Außenrands
des Brillenglases L eine ringmuldenförmigen Ausnehmung erzeugen,
bevor das Fräswerkzeug 34 in
einem formgebenden Arbeitsgang entlang eines spiralförmigen Weges
durch Regelung der Bewegungsbahn des Brillenglases L in den X- und Y-Achsen,
d.h. in der X-Y-Ebene über
das Brillenglas L von außen
nach innen geführt
wird, um weiteres Material abzutragen. Wahlfreie, wenn auch bevorzugt
mitablaufende Arbeitsgänge
bei diesem Fräsbearbeitungsvorgang
sind eine Randbearbeitung und das Facettieren des Brillenglases
L. Bei der Randbearbeitung kann mittels des rotierenden Fräswerkzeugs 34 eine
(Vor)Bearbeitung des Brillenglasrohlings z.B. auf eine Umfangskontur
vorgenommen werden, die der durch die Brillengestellform vorgegebenen
Umfangskontur schon weitgehend entspricht, während bei dem Facettieren die
obere bzw. innere Umfangskante des Brillenglasrohlings mittels des
rotierenden Fräswerkzeugs 34 abgeschrägt werden kann.
Diese Verfahrensschritte sind dem Fachmann hinlänglich bekannt, so daß an dieser
Stelle hierauf nicht weiter eingegangen werden soll.
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In
den 1, 3 und 4 hinter
der Fräseinheit 28 sind
(wenigstens) zwei Fast-Tool-Anordnungen 36, 38 in
Parallelanordnung vorgesehen (mehr als zwei Fast-Tool-Anordnungen
sind grundsätzlich
ebenfalls denkbar). Wie etwa aus der WO-A-02/06005 bekannt ist,
weist jede Fast-Tool-Anordnung 36, 38 einen Aktuator 40, 42 und
ein jeweils zugeordnetes Pendelteil 44, 46 (auch "Shuttle" genannt) auf. Der
innere Aufbau der hier gezeigten Fast-Tool-Anordnungen 36, 38 ist
in der älteren
deutschen Patentanmeldung 10 2005 052 314.5 derselben Anmelderin
detailliert beschrieben, auf die hiermit diesbezüglich ausdrücklich Bezug genommen wird.
Während
das Pendelteil 44 der ersten Fast-Tool-Anordnung 36 in beiden Richtungen
einer Fast-Tool-Achse F1 vermittels des Aktuators 40 axial bewegbar
ist, ist das Pendelteil 46 der zweiten Fast-Tool-Anordnung 38 vermittels
des Aktuators 42 in beiden Richtungen einer zur ersten
Fast-Tool-Achse F1 parallelen zweiten Fast-Tool-Achse F2 axial bewegbar.
Hierbei ist die Lage bzw. der Hub der Pendelteile 44, 46 mittels
CNC unabhängig
voneinander regelbar. Wie die 5 zeigt,
verlaufen die Fast-Tool-Achse F1, die Fast-Tool-Achse F2, die Y-Achse
und die Werkstück-Drehachse
B in der Draufsicht gesehen in derselben Richtung. In der Vorderansicht
gemäß den 3, 4 und 6 gesehen
weicht die Richtung der Y-Achse und der Werkstück-Drehachse B einerseits indes
von der Richtung der Fast-Tool-Achse F1 und der Fast-Tool-Achse
F2 andererseits ab, was nachfolgend noch näher erläutert werden wird.
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Während das
Pendelteil 44 der der Fräseinheit 28 nähergelegenen
ersten Fast-Tool-Anordnung 36 an seinem in den Bearbeitungsbereich 14 hineinragenden
Ende einen Drehmeißel 48 trägt, der
am Pendelteil 44 auf hier nicht näher gezeigte Art und Weise
vorzugsweise fest (im Gegensatz zu verstellbar) befestigt ist, trägt das Pendelteil 46 der
zweiten Fast-Tool-Anordnung 38 an seinem in den Bearbeitungsbereich 14 hineinragenden
Ende einen weiter unten noch näher
beschriebenen Gravierstichel 50, dessen dem Brillenglas
L zugewandtes Ende 51 im wesentlichen punktförmig ist.
Im Ergebnis ist sowohl der Drehmeißel 48 als auch der
Gravierstichel 50 in einer Fast-Tool-Bewegungsebene (X-F1-Ebene
bzw. X-F2-Ebene) bewegbar.
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Gemäß insbesondere 6 ist
an dem Drehmeißel 48 ein
Schneidplättchen 52 ggf.
lösbar oder
als Beschichtung angebracht, das eine Schneidkante 54 ausbildet
und den jeweiligen Erfordernissen entsprechend, insbesondere spezifisch
für den
zu bearbeitenden Werkstoff, aus polykristallinem Diamant (PKD),
CVD, Naturdiamant oder aber auch Hartmetall mit oder ohne Verschleißschutz-Beschichtung
bestehen kann.
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Mittels
der ersten Fast-Tool-Anordnung 36 kann die durch die Fräseinheit 28 vorbearbeitete
Rezeptfläche
R des Brillenglases L drehend nachbearbeitet werden, was wiederum
unter Regelung der Bewegung des Brillenglases L in der X-Achse und
ggf. der Y-Achse,
d.h. in der X-Y-Ebene, unter Regelung der Bewegung des bearbeitenden
Drehmeißels 48 in der
F1-Achse, d.h. in der X-F1-Ebene
sowie unter Regelung der Drehbewegung des Brillenglases L um die
Werkstück-Drehachse
B erfolgt. Hierbei können die
Fast-Tool-Anordnungen 36 und 38 derart
angesteuert werden, daß sich
das nicht an der Drehbearbeitung beteiligte Pendelteil 46 zu
dem an der Drehbearbeitung beteiligten Pendelteil 44 in
Gegenrichtung bewegt, so daß die
Pendelteile quasi gegenläufig
bzw. im Gegentakt schwingen, um durch Massenkompensation zu verhindern,
daß störende Schwingungen
in das Maschinengestell 12 übertragen werden bzw. diese
zu verringern, wie es in der WO-A-02/06005 offenbart wird. Im Ergebnis
sind bei der Drehbearbeitung Flächenqualitäten erzielbar,
die fast der Flächenqualität entsprechen,
welche mit herkömmlichen
Polierverfahren erzielbar ist.
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Wie
weiter oben schon allgemeiner angesprochen wurde, sind die Fast-Tool-Anordnungen 36 und 38 auf
einer Montagefläche 56 des
Maschinengestells 12 montiert, die bezüglich der Montageflächen 17, 21 bzw. 23 für die Kreuztischanordnung (X-Schlitten 18,
Y-Schlitten 22)
bzw. die Werkstückspindel 24 um
einen Winkel α verkippt
bzw. angestellt ist, so daß die
Fast-Tool-Bewegungsebene (X-F1-Ebene bzw. X-F2-Ebene) bezüglich der
die Werkstück-Drehachse B enthaltenden
Bewegungsebene (X-Y-Ebene) der Werkstückspindel 24 schräggestellt
ist. Dieser Winkel α beträgt im dargestellten Ausführungsbeispiel
etwa 5°,
kann aber auch etwas mehr oder etwas weniger betragen, beispielsweise im
Bereich von 2° bis
10° liegen.
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Durch
diese Maßnahme
hat eine Verstellung des Drehmeißels 48 mittels der
Fast-Tool-Anordnung 36 in der F1-Achse bzw. eine Verstellung
des Gravierstichels 50 mittels der Fast-Tool-Anordnung 38 in der
F2-Achse zur Folge, daß die
Bewegung der Schneidkante 54 des Drehmeißels 48 bzw.
des im wesentlichen punktförmigen
Endes 51 des Gravierstichels 50 zwei Bewegungskomponenten
erhält, nämlich eine
Bewegungskomponente in der Längsrichtung
y der Maschine 10 und eine Bewegungskomponente in der Höhenrichtung
z der Maschine 10. Letztere kann dafür genutzt werden, den Arbeitspunkt
der Schneidkante 54 des Drehmeißels 48 bzw. des Endes 51 des
Gravierstichels 50 auf die Werkstück-Drehachse B der Werkstückspindel 24 auszurichten.
Hiermit können
Höhenfehler
bzw. -abweichungen der Schneidkante 54 des Drehmeißels 48 in Höhenrichtung
z kompensiert werden; auch für
das im wesentlichen punktförmige
Ende 51 des Gravierstichels 50 kann so leicht
eine Höhenreferenzposition gefunden
bzw. eingestellt werden, in der das Ende 51 des Gravierstichels 50 in
der die Werkstück-Drehachse
B enthaltenden (horizontalen) Ebene liegt. Ein solches Vorgehen
für den
Drehmeißel 48 ist
in 6 veranschaulicht.
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Im
oberen Teil von 6 ist eine fehlerhafte Höhenjustage
des Drehmeißels 48 gezeigt.
Obgleich hier eine relative Zustellung von Werkstückspindel 24 und
Drehmeißel 48 in
der Längsrichtung
y derart erfolgt, daß das
Brillenglas L am Ende der Drehbearbeitung (links dargestellter Drehmeißel 48)
eine Dicke in Längsrichtung
y aufweist, die der gewünschten Dicke,
d.h. der Soll-Enddicke ds des Brillenglases
L entspricht, verbleibt ein Flächenfehler
in Form eines in 6 übertrieben groß dargestellten
Zapfens 58 auf der Rezeptfläche R. Dieser Flächenfehler
ist darauf zurückzuführen, daß der Drehmeißel 48,
genauer dessen Schneidkante 54 am Ende der Drehbearbeitung
die Werkstück-Drehachse
B nicht "trifft", sondern unterhalb
der Werkstück-Drehachse
B zum Stehen kommt (bei fehlerhafter Axialposition ye der Werkstückspindel 24:
Werkzeug 48 ist am Ende der Drehbearbeitung zu niedrig).
Ein vergleichbarer, kegelförmiger
Flächenfehler
entsteht (nicht gezeigt), wenn am Ende der Dreh bearbeitung die Schneidkante 54 des
Drehmeißels 48 oberhalb
der Werkstück-Drehachse
B zum Stehen kommt (Werkzeug zu hoch).
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Im
unteren Teil von 6 ist nun eine korrekte Höhenjustage
des Drehmeißels 48 bezüglich der Werkstück-Drehachse
B dargestellt, bei der auf der Rezeptfläche R des Brillenglases L kein
zentraler Flächenfehler
verbleibt. Hierfür
wird wie folgt vorgegangen: Zunächst
wird – bei
bekannter Lage der Schneidkante 54 des Drehmeißels 48 im
Koordinatensystem der Maschine 10 und bekanntem Anstellwinkel α der Fast-Tool-Achse
F1 – eine
Axialposition yk der Werkstückspindel 24 in
Längsrichtung
y berechnet, bei der der Arbeitspunkt der Schneidkante 54 des
Drehmeißels 48 bei
Soll-Enddicke ds des zu bearbeitenden Brillenglases
L in der die Werkstück-Drehachse
B enthaltenden X-Y-Ebene zum Liegen kommt, d.h. die Werkstück-Drehachse
B "trifft". Sodann wird die
Werkstückspindel 24 durch
lagegeregeltes axiales Verfahren bzw. Zustellen in der Y-Achse in
die berechnete Axialposition yk gebracht, worauf
ein axiales Festsetzen oder Halten der Werkstückspindel 24 in der
berechneten Axialposition yk erfolgt. Nun
kann das drehend angetriebene Brillenglas L unter lagegeregeltem
Quervorschub der Werkstückspindel 24 in
der X-Achse und
lagegeregeltem (F1-Achse) Zustellen des Drehmeißels 48 in der Fast-Tool-Bewegungsebene,
d.h. der X-F1-Ebene bearbeitet werden bis die Soll-Enddicke ds am bearbeiteten Brillenglas L erzielt ist.
Am Ende der Drehbearbeitung "trifft" die Schneidkante 54 des
Drehmeißels 48 die
Werkstück-Drehachse
B jetzt automatisch.
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Alternativ
dazu kann so vorgegangen werden, daß die Werkstückspindel 24 in
der Y-Achse nicht festgehalten wird, sondern neben der Bewegung
der Fast-Tool-Anordnung 36 in der F1-Achse auch eine geometrieerzeugende
Bewegung der Werkstückspindel 24 in
der Y-Achse erfolgt, genauer gesagt die Geometrieerzeugung auf die
Y-Achse und die F1-Achse derart aufgeteilt wird, daß die Y-Achse für den langsameren
Bewegungsanteil zuständig
ist, während
die F1-Achse den schnelleren Bewegungsanteil übernimmt. Der Vorteil dieser
in der älteren deutschen
Patentanmeldung 10 2005 021 640.4 derselben Anmelderin näher beschriebenen
Vorgehensweise ist insbesondere der, daß eine Fast-Tool-Anordnung 36 mit
geringerem Hub und damit größerer Steifigkeit
verwendet und außerdem
höhere
Bearbeitungsgeschwindigkeiten erzielt werden können.
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Wenngleich
im beschriebenen Ausführungsbeispiel
die X-Y-Ebene horizontal verläuft,
während die
X-F1-Ebene bzw. die X-F2-Ebene aus der Horizontalen um den Winkel α herausgekippt
ist, können die
Verhältnisse
grundsätzlich
auch umgekehrt getroffen werden, mit einer horizontal verlaufenden X-F1-Ebene
bzw. X-F2-Ebene und einer bezüglich der
Horizonalen in einem Winkel angestellten X-Y-Ebene. Ebenfalls ist
eine Ausgestaltung denkbar, bei der sowohl die X-Y-Ebene als auch
die X-F1-Ebene bzw. X-F2-Ebene
aus der Horizontalen herausgekippt sind, dann allerdings um verschiedene
Winkelbeträge.
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Die 7 zeigt
den in den 2 und 5 lediglich
schematisch dargestellten Gravierstichel 50 in einem gegenüber der
Realität
vergrößerten Maßstab im
Detail. Der Gravierstichel 50 hat einen aus Stahl bestehenden,
zylindrischen Grundkörper 60, der
auf seiner in 7 linken Seite mit einem zentrischen
Gewindeansatz 62 versehen ist. Mittels des Gewindeansatzes 62 kann
der Gravierstichel 50 am Pendelteil 46 der zweiten
Fast-Tool-Anordnung 38 befestigt werden, wozu der Gewindeansatz 62 in
eine stirnseitig am Pendelteil 46 ausgebildete, zum Gewindeansatz 62 komplementäre Gewindebohrung (nicht
gezeigt) eingeschraubt wird. Um den Gravierstichel 50 am
Pendelteil 46 festziehen zu können, ist der Grundkörper 60 mit
einer Querbohrung 64 versehen, durch die ein Werkzeug,
z.B. ein Schraubendreher hindurchgesteckt werden kann, so daß am Gravierstichel 50 ein
hinreichend großes
Drehmoment aufbringbar ist. Alternativ könnte der Grundkörper 60 am
Außenumfang
auch mit einer Schlüsselflä che versehen
sein. Der Grundkörper 60 endet
auf der in 7 rechten Seite nach einer konischen Übergangsfläche 66 mit
einer planebenen Stirnfläche 68. Von
der Stirnfläche 68 erstreckt
sich ein Endabschnitt 70 des Gravierstichels 50 weg,
der nach einem zylindrischen Befestigungsabschnitt 72 mit
einer sich zum Ende 51 des Gravierstichels 50 hin
im wesentlichen kegelförmig
verjüngenden
Spitze 74 abschließt. Wenngleich
der Endabschnitt 70 materialeinheitlich mit dem Grundkörper 60 ausgebildet
und an der Spitze 74 ggf. gehärtet sein kann, ist eine Ausbildung
bevorzugt, bei der der Endabschnitt 70 aus Hartmetall besteht.
Demgemäß ist der
Grundkörper 60 ausgehend
von der Stirnfläche 68 mit
einer Sackbohrung (nicht dargestellt) versehen, in der der Endabschnitt 70 als
Einsatz gleichachsig zum Grundkörper 60 befestigt
ist, beispielsweise unter Zuhilfenahme einer Lötverbindung.
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Unmittelbar
anschließend
an die oben beschriebene Drehbearbeitung des Brillenglases L wird dieses
auf seiner Rezeptfläche
R mittels des von der zweiten Fast-Tool-Anordnung 38 angetriebenen
Gravierstichels 50 graviert. Dessen Lage bezüglich der Werkstückspindel 24,
genauer die Lage des im wesentlichen punktförmigen Endes 51 des
Gravierstichels 50 in Bezug auf die Werkstück-Drehachse
B der Werkstückspindel 24 (in
den x- und z-Richtungen)
sowie in der y-Richtung wurde vorher kalibriert. Eine solche Kalibrierung
kann beispielsweise derart erfolgen, daß vor der Bearbeitung von Werkstücken mit
der Maschine 10 ein Kalibrierstück (nicht gezeigt) in der Aufnahme
der Werkstückspindel 24 montiert wird,
und zwar derart, daß das
Kalibrierstück
im Koordinatensystem der Maschine 10 eine vorbestimmte Lage
in den x-, y- und z-Richtungen einnimmt. Das Kalibrierstück weist
z.B. eine kugelförmige
Oberfläche
mit einem bekannten Kugelradius auf. Zur Kalibrierung des Gravierstichels 50 wird
die Werkstückspindel 24 mittels
des Y-Schlittens 22 in eine vorbestimmte y-Position gefahren
und dort festgesetzt. Hierauf wird das von der Werkstückspindel 24 in
einer vorbe stimmten Drehwinkelposition um die Werkstück-Drehachse
B gehaltene Kalibrierstück
mit dem Ende 51 des Gravierstichels 50 an vier
oder mehr in x-Richtung voneinander beabstandeten Punkten "angetastet", d.h. der Gravierstichel 50 wird
bei vier oder mehr verschiedenen x-Positionen des X-Schlittens 18 und
damit der Werkstückspindel 24 mittels
der zweiten Fast-Tool-Anordnung 38 langsam in der F2-Achse
zugestellt bis das Ende 51 des Gravierstichels 50 das
Kalibrierstück
berührt.
Dies führt
jeweils zu einer mittels des Meßsystems
(nicht dargestellt) der zweiten Fast-Tool-Anordnung 38 mittelbar
erfaßbaren
Krafterhöhung
am Pendelteil 46; die jeweilige F2-Position des Pendelteils 46 und
damit des Gravierstichels 50 zum Zeitpunkt der Krafterhöhung wird in
der Steuereinheit (nicht gezeigt) der Maschine 10 abgespeichert.
Die Berührposition
kann z.B. auch durch eine momentane Erhöhung des Schleppfehlers der
F2-Achse ermittelt werden, d.h. eine momentane Erhöhung des
Differenzbetrags zwischen dem Soll-Hub des Pendelteils 46 und
dessen Ist-Hub, der CNC-technisch erfaßt wird. Nach Antasten der
vier oder mehr in x-Richtung voneinander beabstandeten Punkte auf
der Kugeloberfläche
des Kalibrierstücks wird
dieses mittels der Werkstückspindel 24 um
180° gedreht,
um eine etwaige Exzentrizität
der Kugeloberfläche
bezüglich
der Werkstück-Drehachse
B ausgleichen zu können.
Sodann erfolgt eine erneute Antastung des Kalibrierstücks an vier
oder mehr in x-Richtung voneinander beabstandeten Punkten auf der
Kugeloberfläche
des Kalibierstücks;
die jeweils zugehörige
F2-Position des Pendelteils 46 wird wiederum abgespeichert.
Aus den derart ermittelten und abgespeicherten F2-Positionen kann
bei bekannter Position der Werkstückspindel 24 in den
X-, Y- und B-Achsen sowie bekanntem Kugelradius der Oberfläche des
Kalibrierstücks
die (relative) Lage des Endes 51 des Gravierstichels 50 im
Koordinatensystem der Maschine 10 in einer dem Fachmann
geläufigen
Weise berechnet werden.
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Der
sich unmittelbar an die oben beschriebene Drehbearbeitung des Brillenglases
L anschließende
Gravierprozeß läuft nun
wie folgt ab. Bekannt sind neben der (relativen) Lage des Endes 51 des
Gravierstichels 50 im Koordinatensystem der Maschine 10 die
Position, an der die Gravur auf der Rezeptfläche R des Brillenglases L angebracht
werden soll, sowie die Geometrie der mittels des Drehmeißels 48 an
dem Brillenglas L angearbeiteten Rezeptfläche R. Hieraus werden die (Gravier)Positionen
für die
X-, Y- und B-Achsen berechnet. Die Positionen in den X- und B-Achsen ergeben sich
aus den Polarkoordinaten der anzubringenden Gravur bezüglich der
Drehachse des Brillenglases L und dessen Horizontalen, d.h. die
Werkstückspindel 24 wird
mittels des X-Schlittens 18 in
der X-Achse entsprechend dem radialen Abstand der anzubringenden
Gravur bezüglich
der Drehachse des Brillenglases L definiert linear verfahren, während die
Werkstückspindel 24 um
die Werkstück-Drehachse
B entsprechend der Winkellage der anzubringenden Gravur bezüglich der
Drehachse und Horizontalen des Brillenglases L definiert gedreht
wird. Die definierte Verstellung der Werkstückspindel 24 in der
Y-Achse mittels des Y-Schlittens 22 erfolgt entsprechend
der aus den obigen Angaben ebenfalls bekannten Dicke des Brillenglases
L an der Stelle der Rezeptfläche
R, an der die Gravur angebracht werden soll, und zwar derart, daß eine Position
in der Y-Achse angefahren wird, bei der das Ende 51 des
mittels der zweiten Fast-Tool-Anordnung 38 linear angetriebenen
Gravierstichels 50 die Rezeptfläche R just zu dem Zeitpunkt
berührt,
zu dem es auf die die Werkstück-Drehachse
B enthaltende X-Y-Ebene "trifft" bzw. sich auf deren
Höhe befindet.
Die Tiefe der Gravur läßt sich
durch eine geeignete (Mehr)Zustellung des Gravierstichels 50 in der
F2-Achse einstellen.
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Wie
eingangs bereits erwähnt,
kann der Gravierstichel 50 nun mittels der zweiten Fast-Tool-Anordnung 38 hochdynamisch
in Richtung des Brillenglases L und davon weg bewegt werden, wobei
das Ende 51 des Gravierstichels 50 vorzugsweise
nadelnd, also wie ein Specht an einem Baum in schneller Abfolge
auf die Rezeptfläche
R auftrifft, während der
Auftreffpunkt durch Posi tionieren des Brillenglases L in den X-
und B-Achsen und ggf. der Y-Achse entsprechend dem zu erzeugenden
Gravurbild geändert
wird. Alternativ dazu kann der Gravierstichel 50 aber auch
so eingesetzt werden, daß das
Brillenglas L in einer Position des Gravierstichels 50,
in der dessen Ende 51 mit der Rezeptfläche R in Kontakt ist, in den
X- und B-Achsen und ggf. der Y-Achse verfahren wird, ohne daß der Gravierstichel 50 eine
nadelnde Bewegung ausführt,
so daß ein
Gravurbild "ritzend" bzw. "kratzend" erzeugt wird.
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Die 8 zeigt
schließlich
beispielhaft eine mittels der vorbeschriebenen Maschine 10 gravierte Rezeptfläche R des
Brillenglases L, wobei die in 8 lotrecht
aufeinanderstehenden gestrichelten Linien nicht zu der Gravur gehören, sondern
lediglich dazu dienen, die Position eines Teils der Gravur zu erläutern. Bei
der gezeigten Rezeptfläche
R handelt es sich um eine Gleitsichtfläche mit der gemäß DIN EN
ISO 8980-2 erforderlichen Permanentgravur, die zur Ausrichtung zunächst zwei
z.B. kreisrunde, um 34 mm beabstandete Markierungen 76, 78 auf
der durch den Glasmittelpunkt gehenden Glashorizontalen aufweist,
wobei letzterer genau in der Mitte zwischen den beiden Markierungen 76, 78 liegt.
Unterhalb der in 8 linken Markierung 76 befindet
sich die Angabe der Nahzusatzwirkung 80, im vorliegenden
Beispiel 2.00 Dioptrien, während
das Brillenglas L unterhalb der in 8 rechten
Markierung 78 mit "R" für rechts
gekennzeichnet ist. Bei 82 ist schließlich eine Herstellerangabe,
im vorliegenden Beispiel "S L" eingraviert. Darüber hinaus
sind am Rand der Rezeptfläche
R des Brillenglases L drei Striche 84 eingraviert, die
mittelbar den Zentrierpunkt ZP des Brillenglases L kennzeichnen,
der sich ergibt, wenn die in 8 seitlichen
Striche 84 mit einer Linie verbunden werden, von der ein
senkrechtes Lot auf den in 8 unteren
Strich gefällt
wird (in 8 mit gestrichelten Linien angedeutet).
Dieser Zentrierpunkt ZP dient später
dem Positionieren des Brillenglases L zur Randbearbeitung gemäß der Form
des Brillengestells.
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Es
wird eine Maschine zur Bearbeitung von optischen Werkstücken, insbesondere
von Kunststoff-Brillengläsern,
offenbart, die eine Werkstückspindel,
mittels der das Werkstück
um eine Werkstück-Drehachse
drehend antreibbar ist, und eine erste Fast-Tool-Anordnung aufweist,
mittels der ein Drehmeißel
in Richtung des Werkstücks
und davon weg bewegbar ist, wobei die Werkstückspindel und die erste Fast-Tool-Anordnung
zudem in einer Richtung quer zur Werkstück-Drehachse relativ zueinander
bewegbar sind. Neben der und vorzugsweise in Parallelanordnung zur
ersten Fast-Tool-Anordnung ist eine zweite Fast-Tool-Anordnung mit
einem Gravierstichel vorgesehen, dessen dem Werkstück zugewandtes
Ende im wesentlichen punktförmig
ist, wobei der Gravierstichel mittels der zweiten Fast-Tool-Anordnung
hochdynamisch in Richtung des Werkstücks und davon weg bewegbar
ist, so daß insbesondere
durch nadelnden Eingriff des Gravierstichels mit dem Werkstück an diesem
in der gleichen Aufspannung eine Markierung von beliebiger Geometrie
erzeugbar ist.
-
- 10
- Maschine
- 12
- Maschinengestell
- 14
- Bearbeitungsbereich
- 16
- Führungsschiene
- 17
- Montagefläche
- 18
- X-Schlitten
- 20
- Führungsschiene
- 21
- Montagefläche
- 22
- Y-Schlitten
- 23
- Montagefläche
- 24
- Werkstückspindel
- 26
- Elektromotor
- 28
- Fräseinheit
- 30
- Elektromotor
- 32
- Frässpindel
- 34
- Fräswerkzeug
- 36
- Fast-Tool-Anordnung
- 38
- Fast-Tool-Anordnung
- 40
- Aktuator
- 42
- Aktuator
- 44
- Pendelteil
(Shuttle)
- 46
- Pendelteil
(Shuttle)
- 48
- Drehmeißel
- 50
- Gravierstichel
- 51
- Ende
- 52
- Schneidplättchen
- 54
- Schneidkante
- 56
- Montagefläche
- 58
- Zapfen
- 60
- Grundkörper
- 62
- Gewindeansatz
- 64
- Querbohrung
- 66
- Übergangsfläche
- 68
- Stirnfläche
- 70
- Endabschnitt
- 72
- Befestigungsabschnitt
- 74
- Spitze
- 76
- Markierung
- 78
- Markierung
- 80
- Nahzusatzwirkung
- 82
- Herstellerangabe
- 84
- Strich
- α
- Anstellwinkel
- ds
- Soll-Enddicke
des Werkstücks/Brillenglases
- x
- Breitenrichtung
- y
- Längsrichtung
- ye
- fehlerhafte
Axialposition der Werkstückspindel
- yk
- korrekte
Axialposition der Werkstückspindel
- z
- Höhenrichtung
- B
- Werkstück-Drehachse
- C
- Fräser-Drehachse
- F1
- Linearachse
1. Fast-Tool
- F2
- Linearachse
2. Fast-Tool
- L
- Werkstück/Brillenglas
- R
- Rezeptfläche
- X
- Linearachse
Werkstück
- Y
- Linearachse
Werkstück
- ZP
- Zentrierpunkt