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Die
Erfindung betrifft ein Leistungshalbleiterbauelement mit Ladungskompensationsstruktur
und ein Verfahren zur Herstellung desselben. Das Leistungshalbleiterbauelement
weist in einem Halbleiterkörper
eine Driftstrecke zwischen einer Bodyzone und einem Substratbereich
auf. Die Driftstrecke ist in Driftzonen eines ersten Leitungstyps
und Ladungskompensationszonen mit komplementärem Leitungstyp aufgeteilt.
Im Durchlassfall bildet sich in den Driftzonen ein Strompfad der
Driftstrecke zwischen der Bodyzone mit einem komplementären Leitungstyp
und dem Substratbereich aus. Im Sperrfall engen die Ladungskompensationszonen
den Strompfad der Driftstrecke ein und schnüren den Stromfluss ab.
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Ein
derartiges Leistungshalbleiterbauelement ist aus der Druckschrift
US 5,216,275 bekannt. Die
dort vorgeschlagenen Leistungshalbleiterbauelemente weisen eine
Driftstrecke mit Driftzonen und Ladungskompensationszonen auf, die
der Erfinder als zusammengesetzte Pufferschicht bezeichnet (CB-layer
oder composit buffer layer). Derartige Ladungskompensationsbauelemente
mit ausräumbaren
komplementär
dotierten Ladungskompensationszonen in Form von komplementär dotierten
Säulen haben
bei sehr genauer Ladungskompensation und über die Tiefe der Säulen konstanter
Dotierung derselben den Nachteil, dass sie bei einer Veränderung der
Kompensation durch Stromfluss von einigen Ampere im Sperrfall bei
Eintreten des Avalanchefalls die Sperrspannung deutlich abfällt. Die
Sperrkennlinie, die zunächst
von einem durch die Eigenleitung des Halbleitermaterials bestimmten
Sperrstrom gekennzeichnet ist, geht in die Durchbruchskennlinie
im Avalanchefall über
und zeigt bei zusätzlicher
Spannungsaufnahme den so genannten "snap back effect". Dieser snap back effect ist dadurch
gekennzeichnet, dass bereits bei niedrigen Strömen von einigen Ampere die
Sperrspannung deutlich abnimmt, ohne das Bauelement zu zerstören.
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Der
snap back effekt bzw. das Rückschnappen
der Durchbruchskennlinie kann bei Ladungskompensationsbauelementen
durch eine variable Dotierung der Ladungskompensationszonen eingedämmt werden,
wie es aus der Druckschrift
DE 198 40 032 C1 bekannt ist. Diese Lösung kann
jedoch nur eingeschränkt
auf eine Technologie angewandt werden, bei der die Ladungskompensation
durch Stapeln von selektiv dotieren Epitaxieschichten hergestellt
werden. Für
Techniken, bei denen die Ladungskompensationszonen durch Einbringen
von Grabenstrukturen erfolgt, bei denen die n- oder p-Dotierung über Grabenseitenwände eingebracht
wird, ist jedoch eine variable Dotierung der Ladungskompensationszonen
nicht ohne weiteres realisierbar.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, ein neues Konzept und eine neue Struktur für Leistungshalbleiterbauelemente
mit Ladungskompensationsstruktur zu schaffen, bei dem ein Rückschnappen
der Durchbruchskennlinie im Avalanchefall auch bei konstanter Dotierung
der Ladungskompensationszonen über dem
Nennstrom hinaus zu höheren
verschoben wird und eine zusätzliche Überspannungsreserve
geschaffen wird.
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Gelöst wird
diese Aufgabe mit dem Gegenstand der unabhängigen Ansprüchen. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
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Erfindungsgemäß wird ein
Leistungshalbleiterbauelement mit Ladungskompensationsstruktur und
ein Verfahren zur Herstellung desselben angegeben. Das Leistungshalbleiterbauelement
weist in einem Halbleiterkörper
eine Driftstrecke zwischen einer Bodyzone und einem Substratbereich
auf. Die Driftstrecke ist in Driftzonen eines ersten Leitungstyps,
die einen Strompfad der Driftstrecke zwischen der Bodyzone mit einem
Leitungstyp komplementär
zum ersten Leitungstyp und dem Substratbereich mit dem ersten Leitungstyp
bereitstellen, und in Ladungskompensationszonen mit komplementärem Leitungstyp,
die den Strompfad der Driftstrecke einengen, aufgeteilt. Dabei weist
das Leistungshalbleiterbauelement eine Feldstoppzone mit erstem
Leitungstyp auf, die auf dem Substratbereich angeordnet ist, wobei
die Nettodotierstoffkonzentration der Feldstoppzone niedriger als
die des Substratbereichs und höher
als die der Driftzonen ist.
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Dieses
Leistungshalbleiterbauelement hat den Vorteil, dass mit dem Einbringen
einer Feldstoppzone auf den Substratbereich eine im Vergleich zur
Driftzone etwas höher
dotierte Zone des ersten Leitungstyps zwischen den Kompensationszonen geschaffen
wird, die im Sperrfall nicht vollständig ausgeräumt werden kann, da sie höher dotiert
ist als die Driftzone, d. h. diese Feldstoppzone begrenzt die Ausbreitung
der Raumladungszone des p-n-Übergangs
zwischen Driftzonen und Ladungskompensationszonen im Feldzonenbereich
auf dem Substratbereich. Wenn bei zunehmender Stromdichte im Avalanchefall
die beweglichen Ladungsträger
die Hintergrundladung kompensieren, kann sich die Raumladungszone
weiter nach unten ausbreiten, wodurch das Leistungshalbleiterbauteil
in vorteilhafter Weise mehr Spannung aufnehmen kann und die Durchbruchskennlinie
erst bei höheren
Strömen
den snap back effect zeigt.
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So
wird beispielsweise durch eine etwa 8 Mikrometer μm zusätzliche
Feldstoppschicht mit 10 Prozent zusätzlicher Dotierung des ersten
Leitungstyps gegenüber
der Dotierung der Driftzonen die Stromdichte bis zum Auftreten des
snap back effects der Durchbruchskennlinie um etwa einen Faktor 30
erhöht.
Bei gleicher Durchbruchsspannung nimmt der Durchlasswiderstand dennoch
nur geringfügig zu.
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Die
Feldstoppzone, deren Nettodotierstoffkonzentration geringfügig über der
Driftzone liegt, kann auf dem Substratbereich unterschiedlich angeordnet
werden. In einer Ausführungsform
der Erfindung ist die Feldstoppzone unterhalb der Ladungskompensationszonen
und der Driftzonen der Driftstrecke auf dem Substratbereich angeordnet.
Bereits bei dieser Positionierung der Feldstoppzone kann beobachtet
werden, dass der snap back effect der Durchbruchskennlinie im Avalanchefall
hinausgezögert
wird.
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Eine
größere Wirkung
kann dadurch erzielt werden, dass die Feldstoppzone in die Driftzonen derart
hineinragt, dass sie teilweise zwischen den Ladungskompensationszonen
angeordnet ist. Eine derartige Anordnung der Feldstoppzone ist am
wirksamsten, da sie zwischen den Ladungskompensationszonen angeordnet
ist.
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Werden
die Ladungskompensationszonen in Grabenstrukturen des Halbleiterkörpers angeordnet, so
können
die Ladungskompensationszonen bis an den Substratbereich oder sogar
bis in den Substratbereich hineinragen. In dem Fall ragt die Feldstoppzone
in die Driftzonen derart hinein, dass sie vollständig zwischen den Ladungskompensationszonen
angeordnet ist. Das hat den Vorteil, dass der Avalancheeffekt zwischen
dem Sub stratbereich und den Ladungskompensationszonen lokalisiert
wird und sich auf die großflächigen Berührungsbereiche
zwischen Substratbereich und Ladungskompensationsbereich verteilt
und damit eine Beschädigung
des Leistungshalbleiterbauelements die Zerstörung durch lokale Durchbrüche und/oder Überhitzungen
verhindert.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung weist die Nettodotierstoffkonzentration der Feldstoppzone
von dem Substratbereich zu den Diffusionszonen hin abrupte stufenförmige Übergänge auf
mit mindestens einem ersten Nettodotierstoffkonzentrationsübergang
zwischen dem Substratbereich und der Feldstoppzone und einem zweiten
Nettodotierstoffkonzentrationsübergang
zwischen Feldstoppzone und Driftzonen.
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Dieser
stufenförmige Übergang
bringt zwar eine erste Verbesserung in Bezug auf den snap back effect,
jedoch kann dieser Einfluss weiter verbessert werden, wenn die Nettodotierstoffkonzentration
der Feldstoppzone von einer Nettodotierstoffkonzentrationsstufe
am Übergang
zum Substratbereich zu der Nettodotierstoffkonzentration der Diffusionszonen graduell
abnimmt. Durch diese in die Tiefe des Halbleiterbauteils hinein
leicht ansteigende Nettokonzentration der Feldstoppzone wird diese
deutlich effizienter, da dann die Spannung noch kontinuierlicher
mit der Stromdichte bis zu höheren
Stromdichten zunimmt und gleichzeitig die Leitfähigkeit mit zunehmender Tiefe
ansteigt.
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Eine
besondere Form dieses graduellen Abfalls der Nettodotierstoffkonzentration
vom Substratbereich hin zu den Driftzonen kann durch Diffusionsvorgänge erreicht
werden, so dass die Feldstoppzone dann ein Diffusionsprofil aufweist.
Da die Feldstoppzone unterschiedliche Profile wie ein Diffusionspro fil,
ein graduell abnehmendes Profil oder ein Stufenprofil aufweisen
kann, werden im Nachfolgenden mittlere Nettodotierstoffkonzentrationen
NF als Mittelwert über das Profil der Feldstoppzone
verstanden. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist
die mittlere Nettodotierstoffkonzentrationen NF der Feldstoppzone
um 2 % ≤ (NF/ND) 100 % ≤ 50 %, vorzugsweise
um 5 % ≤ (NF/ND)·100 % ≤ 20 % höher als die
Nettodotierstoffkonzentration ND der Driftzonen. In
diesen Konzentrationsbereichen ergeben sich, wie die nachfolgenden
Diagramme verdeutlichen, die größtmöglichsten
Spannungsüberhöhungen der Durchbruchkennlinien
im Avalanchefall.
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Die
geometrische Gestaltung von Kompensationszonen und Driftzonen für eine wirkungsvolle Driftstrecke
kann unterschiedlich ausgeführt
sein. Vorzugsweise sind in einer Ausführungsform der Erfindung die
Ladungskompensationszonen und die Driftzonen streifenförmig nebeneinander
angeordnet. Darüber
hinaus ist es auch möglich
die Ladungskompensationszonen und die Driftzonen säulenförmig nebeneinander
anzuordnen. In beiden Fällen
wird die Kompensation jedoch derart ausgestaltet sein, dass die
horizontalen flächigen
Belegungen der Ladungskompensationszonen und der Driftzonen in Bezug auf
ihre Majoritätsladungsträger ausgeglichen
sind, so dass eine vollständige
Ausräumung
der Majoritätsladungsträger in den
Driftzonen im Sperrfall möglich
wird.
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Vorzugsweise
weist der Halbleiterkörper
einen hochdotierten Substratbereich des ersten Leitungstyps auf,
auf dem eine dotiert aufgewachsene Epitaxieschicht angeordnet ist,
welche die Nettodotierstoffkonzentration der Feldstoppzone aufweist.
In diesem Fall wird eine Feldstoppzone mit stufenweisen Übergängen vom
Substratbereich zum Feldstoppzonenbereich und vom Feldstoppzonenbereich zu
dem Driftzonenbereichen gebildet, da die Dotierstoffkonzentration
in Epitaxieschichten auf einem vorbestimmten konstanten Level gehalten
werden kann. Außerdem
wird in diesem Fall der Dotierstoff beim Herstellen der Epitaxie
synchron mit in die wachsende Epitaxieschicht eingebaut.
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In
einer alternativen Ausführungsform
der Erfindung weist der Halbleiterkörper einen hochdotierten Substratbereich
des ersten Leitungstyps auf, auf dem eine undotiert aufgewachsene
Epitaxieschicht angeordnet ist. In diese Epitaxieschicht wird der
Dotierstoff der Feldstoppzone implantiert und/oder eindiffundiert.
Dabei entstehen graduell sich verändernde Nettodotierstoffkonzentrationsprofile
im Bereich der Feldstoppzone, die gegenüber stufenförmigen Dotierstoffprofilen
einen wie in den nachfolgenden Diagrammen gezeigten Vorteil durch
eine erhöhte
Sperrspannung im Avalanchefall zulassen.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung weist der Halbleiterkörper zwischen der Driftstrecke
und dem Substratbereich eine Pufferzone aus Feldstoppzonenmaterial
auf. Diese ergibt sich dann, wenn die Ladungskompensationszonen
zwar in den Feldstoppzonenbereich hineinreichen, aber nicht an den
Substratbereich anstoßen. Während Pufferzonen
herkömmlicher
Leistungsbauelemente, die zur Aufnahme höherer Spannungen ausgelegt
sind, und eine Dotierstoffkonzentration aufweisen, die niedriger
als die Dotierung der Driftzonen ist, wird im Gegensatz dazu erfindungsgemäß die Pufferzone
wie die Feldstoppzone und somit höher als die Driftzonen dotiert.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung weist die Driftstrecke aufeinander undotiert aufgewachsene
Epitaxieschichten auf. Diese Epitaxieschichten sind in den Bereichen der
Driftzonen und der Ladungskompensationszonen mit entsprechend selektiv
implantierten und/oder diffundierten Dotierstoffkonzentrationen
ausgestattet. Bei dieser Technologie ist es auch möglich zusätzlich zu
der Feldstoppzone auf dem Substratbereich auch eine Variation der
Dotierstoffkonzentrationen in den Ladungskompensationszonen zu erreichen,
um beispielsweise die zwischen Bodyzone und Driftzone maximal auftretende
elektrische Feldstärke
in einen Mittenbereich der Driftzone zu verlagern.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung weist das Leistungshalbleiterbauelement in dem Halbleiterkörper eine
Grabenstruktur in Form von Trenches auf, in der die Ladungskompensationszonen
angeordnet sind. Diese Struktur hat gegenüber der Struktur, die auf aufgewachsenen
Epitaxieschichten basiert, den Vorteil, dass die Anzahl der Epitaxieschichten
verringert werden kann, indem nur eine Epitaxieschicht für die Feldstoppzone
und eine weitere Epitaxieschicht für das Einbringen der Grabenstruktur
und damit zum Aufbau der Driftstrecke erforderlich sind. Ein weiterer
Vorteil besteht darin, dass die Tiefe der Grabenstruktur optimal
gewählt werden
kann, so dass die Ladungskompensationszonen in die Feldstoppzone
hineinragen. Dabei können die
Ladungskompensationszonen mit komplementären Leitungstyp in die Wände der
Grabenstruktur implantiert und/oder eindiffundiert sein. Mit dieser
Technik können
sehr schlanke Ladungskompensationszonen geschaffen werden.
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Weiterhin
können
die Ladungskompensationszonen mit komplementärem Leitungstyp auf die Wände der
Grabenstruktur epitaxial aufgewachsen sein. In diesem Fall kann
die Dotierstoffkonzentration der Ladungskompensationszonen relativ
exakt an die Dotierstoffkonzentration der Driftzonen angepasst werden,
was bei implantierten und/oder eindiffundierten Dotierstoffen problematisch
ist.
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Wird
die Grabenstruktur nicht vollständig durch
eine epitaxiale Schicht auf den Wänden der Grabenstruktur aufgefüllt oder
weisen die Wände
der Grabenstruktur lediglich implantierte und eindiffundierte Strukturen
auf, so können
die Grabenstrukturen zusätzlich
mit einem dielektrischen isolierenden Material aufgefüllt sein.
Auch ist es möglich,
die Grabenstrukturen mit einem undotierten Polysilizium aufzufüllen.
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Um
das einmal in den Ladungskompensationsbereich ein gebrachte Dotierstoffniveau
der Grabenstruktur bzw. in den Wänden
der Grabenstruktur zu halten, weisen die komplementär dotierten
Wände der
Grabenstruktur eine diffusionshemmende Schicht auf, die vorzugsweise
von einem kubisch flächenzentrierten
SiC gebildet ist. Jedoch eignen sich auch Schichten aus Siliziumoxid
und/oder Siliziumnitrid als diffusionshemmende Schichten auf den
komplementär
dotierten Grabenwänden.
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Im
Gegensatz zu den Zellstrukturen des Leistungshalbleiterbauelements,
die sich aus Driftzonen und Ladungskompensationszonen zusammensetzen,
bleibt bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung eine
Randstruktur in vorteilhafter Weise frei von einer Feldstoppzone,
da im Randbereich mehr Spannung aufgenommen werden kann als im Zellenfeld.
Dabei kann die Randstruktur durch Feldplatten, durch Ringe oder
durch entsprechende Grabenstrukturen realisiert sein. In einer bevorzugten
Ausführungsform
des Leistungshalbleiterbauelements weist die Randstruktur mindestens
eine floatende komplementär
dotierte Randkompensationszone entlang dem Rand des Leistungshalbleiterbauelements
auf. Die Randstruktur kann darüber
hinaus eine Randpassivierungsschicht aufweisen, die ein Halbleiteroxid,
ein Halbleiternitrid, ein DLC, ein EOX und/oder ein Siliziumkarbid
aufweist.
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Wie
bereits einleitend beschrieben kann die Nettodotierstoffkonzentration
in den Ladungskompensationszonen in Abhängigkeit von der Tiefe variiert sein
und in einem mittleren Schichtbereich der Nettodotierstoffkonzentration
der Driftzonen derart vorgesehen sein, dass die Driftstreckenschichtdotierung ausgeglichen
ist. Unter Driftstreckenschichtdotierung wird in diesem Zusammenhang
das Integral der Dotierstellen einer horizontalen Schicht der vertikal
sich erstreckenden Driftstrecke unter Einschluss der in der Driftstreckenschicht
angeordneten Driftzonen- und Ladungskompensationszonenbereiche verstanden.
Dabei ist die Driftstreckenschichtdotierung dann ausgeglichen, wenn
die Anzahl der Majoritätsladungsträger des
ersten Leitungstyps in der Schicht der Driftzone gleich der Anzahl
der Majoritätsladungsträger des
komplementären
Leitungstyps in der entsprechenden Schicht der Ladungskompensationszone
ist.
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Eine
erfindungsgemäße Feldstoppzone kann
sowohl in Leistungshalbleiterbauelementen mit einer vertikalen Gatestruktur
als auch in Leistungshalbleiterbauelementen mit einer lateralen
Gatestruktur in vorteilhafter Weise verwendet werden. Bevorzugt
werden jedoch Leistungshalbleiterbauelemente mit einer vertikalen
Gatestruktur, bei der eine zusätzliche
Grabenstruktur ein vertikales Gateoxid aufweist, wobei die zusätzliche
Grabenstruktur mit einem Gateelektrodenmaterial aufgefüllt ist.
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Ein
Verfahren zur Herstellung eines Leistungshalbleiterbauelements weist
die nachfolgenden Verfahrensschritte auf. Zunächst wird ein dotierter Substratbereich
für einen
Halblei terkörper
bereitgestellt. Ein derartiger Substratbereich kann beispielsweise
eine Halbleiterchipposition auf einem Halbleiterwafer sein. Auf
diesen Substratbereich wird eine Epitaxieschicht für eine Feldstoppzone
mit geringerer Dotierstoffkonzentration als der Substratbereich
aufgewachsen. Anschließend
erfolgt ein Aufwachsen von mehreren undotierten Epitaxieschichten
im Wechsel mit einem selektiven Dotieren der Epitaxieschichten für eine Driftstrecke
mit Driftzonen geringerer Dotierstoffkonzentration als die Feldstoppzone
und mit komplementär
dazu dotierten Ladungskompensationszonen auf der Feldstoppzone.
Auf der Oberseite der dabei entstehenden Driftstrecke aus Driftzonen
und komplementär
dotierten Ladungskompensationszonen wird eine Oberseitenstruktur und
auf der Rückseite
des Substratbereichs eine Rückseitenstruktur
in und/oder auf dem Halbleiterkörper
zur Fertigstellung des Leistungshalbleiterbauelements hergestellt.
Abschließend
werden elektrisch leitende Elektroden auf die Oberseitenstruktur und
die Rückseitenstruktur
aufgebracht.
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Neu
und vorteilhaft bei dem erfindungsgemäßen Verfahren gegenüber dem
aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren gemäß
US 5,216,275 ist das Aufwachsen
einer Epitaxieschicht für
eine Feldstoppzone auf dem Substratbereich mit geringerer Dotierstoffkonzentration
als der Substratbereich und mit höherer Dotierstoffkonzentration
als die nachfolgend aufgebrachten Driftzonenbereiche. In diesem
Verfahren wird ein Leistungshalbleiterbauelement realisiert, das
eine Durchbruchskennlinie aufweist, die selbst bei hohen Stromdichten
zunächst nicht
einen so genannten "snap
back effect" zeigt, sondern
vielmehr im Avalanchezustand noch einen Überspannungsbereich zulässt, der
bei herkömmlichen
Bauelementen ohne eine derartige Feldstoppzone zur Zerstörung des
Bauelements führen
kann.
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Während dieses
Leistungshalbleiterbauelement mit einem mehrfach Epitaxieschichtverfahren hergestellt
wird, ist es alternativ auch möglich,
ein derartiges Leistungshalbleiterbauelement mit Hilfe von einem
nachträglichen
Einbringen von Grabenstrukturen zu realisieren. Ein derartiges Verfahren weist
ein Aufwachsen einer Epitaxieschicht für eine Feldstoppzone auf dem
Substratbereich mit geringerer Dotierstoffkonzentration als der
Substratbereich und ein Aufwachsen einer dotierten Epitaxieschicht für eine Driftstrecke
mit geringerer Dotierstoffkonzentration als die Feldstoppzone auf.
Für die
gesamte Driftstrecke ist bei diesem Verfahren in vorteilhafter Weise
nur ein Epitaxieschritt erforderlich. Das Einbringen der Ladungskompensationszonen
wird technologisch durch Einbringen einer Grabenstruktur erreicht.
Demnach erfolgt nach dem Aufbringen einer dotierten Epitaxieschicht
für eine
Driftstrecke mit einer Driftzonendotierstoffkonzentration, die geringer ist
als die Dotierstoffkonzentration der dotierten Epitaxieschicht für die Feldstoppzone,
das Einbringen einer Grabenstruktur in die Epitaxieschicht zur Herstellung
von Ladungskompensationszonen mit einer Grabentiefe bis zur Feldstoppzone
oder tiefer in die Feldzone hinein.
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Danach
wird eine Seitenwanddotierung der Grabenstruktur zu komplementär dotierten
Ladungskompensationszonen durchgeführt. Dabei kann vorzugsweise
die Seitenwanddotierung mittels Zonenimplantation oder Seitenwandvorbelegung
mit Nachdiffusion oder mittels einer Diffusion aus der Gasphase
erfolgen. Anschließend
kann die Grabenstruktur mit einem dielektrischen Material aufgefüllt werden. Nun
kann das Herstellen einer Oberseitenstruktur und/oder einer Rückseitenstruktur
in und/oder auf dem Halbleiterkörper
zur Fertigstellung des Leistungshalbleiterbauelements erfolgen.
Abschlie ßend werden
noch elektrisch leitende Elektroden auf die Oberseitenstruktur und
die Rückseitenstruktur
aufgebracht.
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Dieses
Verfahren hat den Vorteil, dass die Tiefe nicht durch die Oberseite
der auf den Substratbereich aufgebrachten Feldstoppzone limitiert
und bestimmt wird, sondern dass die Tiefe der Grabenstruktur für die Ladungskompensationszone
bis in die Feldstoppzone hinein und weiter bis zum Substratbereich
reichen kann.
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Eine
weiteres alternatives Verfahren zur Herstellung eines Leistungshalbleiterbauelements
weist die nachfolgenden Verfahrensschritte auf. Zunächst wird
wie bei den vorhergehenden Verfahrensvarianten ein dotierter Substratbereich
für einen
Halbleiterkörper
mit Oberseite und Rückseite
bereitgestellt und auf diesem Substratbereich eine Epitaxieschicht
für eine
Feldstoppzone mit geringerer Dotierstoffkonzentration als der Substratbereich
aufgewachsen.
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Danach
erfolgt wie beim vorhergehenden Beispiel das Aufwachsen einer dotierten
Epitaxieschicht für
eine Driftstrecke mit Driftzonen, die eine geringere Dotierstoffkonzentration
als die Feldstoppzone aufweisen. Schließlich wird in diese oder in
beide Epitaxieschichten eine Grabenstruktur für Ladungskompensationszonen
mit einer Grabentiefe bis zur Feldstoppzone oder in die Feldstoppzone
hinein eingebracht. Anschließend
wird eine komplementär
leitende Epitaxieschicht unter Auffüllen der Grabenstruktur für Ladungskompensationszonen
aufgewachsen. Damit ist die Grundstruktur für die Driftstrecke hergestellt,
und nun kann ein Herstellen einer Oberseitenstruktur und/oder einer
Rückseitenstruktur
in und/oder auf dem Halbleiterkörper
zur Fertigstellung des Leistungshalbleiterbauelements erfolgen.
Abschließend
werden wieder elekt risch leitende Elektroden auf die Oberseitenstruktur
und die Rückseitenstruktur
aufgebracht.
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Dieses
Verfahren hat den Vorteil, dass mit der Herstellung der Ladungskompensationszonen gleichzeitig
die Grabenstruktur wieder aufgefüllt
wird. Außerdem
kann die Dotierstoffkonzentration für die Ladungskompensationszonen
mittels einer derartigen Epitaxieschicht sehr genau an die Dotierstoffkonzentration
der vorher erstellten Driftzonenbereiche angepasst werden.
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In
einem weiteren bevorzugten Durchführungsbeispiel des Verfahrens
wird als Substratdotierung ein langsam in einem Halbleiterkörper diffundierender
Donator vorzugsweise Arsen verwendet und vor dem Aufwachsen einer
Epitaxieschicht für
eine Feldstoppzone wird in die Oberseite des dotierten Substratbereichs
zusätzlich
ein schnell diffundierender Donator vorzugsweise Phosphor implantiert.
Damit kann beim anschließenden
Aufwachsen der Epitaxieschicht für
die Feldstoppzone der zusätzliche Donator
in die wachsende Epitaxieschicht eindiffundieren und sich eine graduelle Überhöhung der
Dotierung für
die Feldstoppzone mit graduell abnehmendem Diffusionsprofil zur
Driftzone hin ausbilden. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass
für die
Feldstoppzone ein gradueller und langsamer Übergang der Dotierstoffkonzentration
von dem Substratbereich zu den Driftzonen geschaffen werden kann.
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Vorzugsweise
werden vor dem Implantieren eines zusätzlichen Donators die Randbereiche
mit einer Ionenimplantationsmaske abgedeckt, so dass beim nachfolgenden
Aufwachsen einer Epitaxieschicht für die Feldstoppzone keine Feldstoppzonen
in den abgedeckten Randbereichen gebildet werden. Mit diesem Verfah rensschritt
ist der Vorteil verbunden, dass die Randbereiche vor dem Ausbilden
einer Feldstoppschicht geschützt
sind.
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Vorzugsweise
wird zur Dotierung der Epitaxieschicht der Feldstoppzone eine Rückseitendiffusion
mit Wasserstoff und anschließend
eine Temperung bei erhöhter
Temperatur durchgeführt,
so dass zusätzliche
n-dotierte Störstellen
insbesondere für den
Bereich der Feldstoppzone erzeugt werden können. Eine derartige Rückseitendiffusion
kann vorteilhafter Weise vollflächig
ausgeführt
werden, wobei jedoch die Randbereiche nicht vor dem Ausbilden einer Feldstoppzone
geschützt
sind.
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Ferner
können
zur Dotierung der Epitaxieschicht für die Feldstoppzone (11)
Störstellen
in den oberseitennahen Bereich des Substrats vor einem Aufwachsen
einer Epitaxieschicht eingebracht werden, wobei der Diffusionskoeffizient
der eingebrachten Störstellen
größer als
der Diffusionskoeffizient der auf Substitutionsgitterplätzen im
Substrat angeordneten Störstellen
ist. Dadurch wird in vorteilhafter Weise erreicht, dass die Störstellen
mit größerem Diffusionskoeffizient
beim Aufwachsen einer Epitaxieschicht für die Feldstoppzone aus dem
oberseitennahen Bereich in die Epitaxieschicht eindiffundieren und
ein Diffusionsprofil in die Feldstoppzone einbringen.
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Vorzugsweise
wird als Substratbereich eines Halbleiterkörpers zur gleichzeitigen Herstellung
von mehreren Leistungshalbleiterbauelementen ein hochdotierter Halbleiterwafer
mit einer Mehrzahl in Zeilen und Spalten angeordneten Leistungshalbleiterchippositionen
eingesetzt. Ein derartiger Halbleiterwafer hat den Vorteil, dass
in den Halbleiterchippositionen die Randbereiche der jeweiligen
Leistungshalbleiterchips abge deckt werden können, so dass in den Randbereichen
keine Feldstoppzonen entstehen.
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Sind
für die
Herstellung eines Leistungshalbleiterbauelements Grabenstrukturen
vorgesehen, so kann vor dem Aufwachsen einer Epitaxieschicht des ersten
Leitungstyps für
die Driftstrecke auf dem Substratbereich oder auf der Feldstoppzone
eine strukturierte Hilfsschicht in Bereichen der zu ätzenden
Grabenstruktur aufgebracht werden. Diese strukturierte Hilfsschicht
ermöglicht
einen Ätzstopp
und besteht vorzugsweise aus einem Halbleiteroxid oder einem Halbleiternitrid.
Dabei wird die Struktur der Hilfsschicht in den Bereichen der zu ätzenden
Grabenstruktur in einer derartigen Feinstruktur aufgebracht, dass
ein laterales monokristallines Überwachsen
der Feinstruktur ermöglicht
wird.
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Darüber hinaus
kann zum Einbringen der Grabenstruktur in die Epitaxieschicht des
ersten Leitungstyps eine Ätzmaske
mit streifenförmigen
Mustern im Bereich der Driftstrecke photolithographisch aufgebracht
werden, so dass im Ergebnis streifenförmige Driftzonen und streifenförmige Ladungskompensationszonen
als Driftstrecken nebeneinander liegen. Alternativ ist es möglich, eine Ätzmaske
mit quadratischen oder hexagonalen Mustern im Bereich der Driftstrecke
photolithographisch aufzubringen. In diesem Fall entsteht eine säulenförmige Grabenstruktur, die
später
mit Ladungskompensationszonen ausgestattet wird. Zum Einbringen
derartiger Grabenstrukturen können
eine anisotrope Ätzung,
eine anisotrope reaktive Ionenätzung,
eine gerichtete Plasmaätzung
oder eine gerichtete Plasmaätzung
mit Endpunktdetektion durchgeführt
werden. Außerdem
ist es von Vorteil, nach dem Einbringen der Grabenstruktur und vor
dem Dotieren der Grabenstrukturwände
die Oberflächen
der Grabenstruktur chemisch zu reinigen. Weiterhin ist es möglich zur
Präparation der
Grabenwände
die gesamte Oberseite des Halbleiterkörpers zu oxidieren und anschließend die
Oxidschicht wegzuätzen.
Auch können
mittels eines Wasserstofftemperschrittes die Wände der Grabenstruktur geglättet werden,
bevor die Grabenwände
dotiert werden.
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Ferner
können
vor dem Aufwachsen einer Epitaxieschicht oder dem Eindiffundieren
eines Dotierstoffes des komplementären Leitungstyps in die Grabenstruktur
die Grabenstrukturwände
derart geätzt
werden, dass sie eine Schräge
aufweisen, so dass die Breite der Grabenstruktur an der Oberseite des
Halbleiterkörpers
größer als
im Bodenwandbereich der Grabenstruktur wird.
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Zum
Dotieren der Grabenstrukturwände
wird vorzugsweise eine Dotierstoffschicht eines Dotierstoffglases
mit Dotierstoffatomen des komplementären Leitungstyps auf den Grabenwänden abgeschieden.
Anschließend
wird der Dotierstoff dieser Schicht zur Bildung der Ladungskompensationszonen
in die Grabenwände
eindiffundiert und nach einem Diffusionsschritt wird die Dotierstoffschicht
wieder entfernt.
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An
Stelle einer Dotierstoffquelle in Form einer Dotierstoffschicht
wird in einem alternativen Verfahren für die Herstellung der Ladungskompensationszonen
eine Epitaxieschicht auf den Grabenwänden aufgewachsen mit einer
Dicke d zwischen 100 nm ≤ d ≤ 1000 nm,
vorzugsweise 200 nm ≤ d ≤ 600 nm. Zum
Dotieren der Grabenstrukturwände
aus einer zusätzlich
aufgewachsenen Epitaxieschicht oder der Grabenstruktur einer ursprünglichen
Epitaxieschicht kann eine Vordotierung aus der Gasphase mit anschließender Nachdiffusion
erfolgen, um Ladungskompensationszonen herzustellen. Außerdem ist
es von Vorteil, nach dem Dotieren der Grabenstrukturwände zu La dungskompensationszonen
eine diffusionshemmende Schicht vorzugsweise aus einem amorphen
Silizium oder einem kubisch flächenzentrierten
Siliziumcarbid auf den Flächen
der Grabenstruktur in einer Dicke 10 nm ≤ d ≤ 300 nm, vorzugsweise 50 nm ≤ d ≤ 150 nm abzuscheiden.
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Die
Erfindung wird nun anhand der beigefügten Figuren näher erläutert.
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1 zeigt
ein schematisches Diagramm mit einem Nettodotierstoffprofil eines
Leistungshalbleiterbauelements ohne Feldstoppzone im Vergleich zu
einem Leistungshalbleiterbauelement mit Feldstoppzone;
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2 zeigt
ein schematisches Diagramm der Sperrströme im Bereich der Durchbruchskennlinie
von Leistungshalbleiterbauelementen mit Feldstoppzone im Vergleich
zu einem Leistungshalbleiterbauelement ohne Feldstoppzone;
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3 zeigt
ein schematisches Diagramm mit Nettodotierstoffprofilen unterschiedlicher
Feldstoppzonen;
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4 zeigt
ein schematisches Diagramm mit den Sperrströmen im Bereich von Durchbruchskennlinien
der in 3 gezeigten Nettodotierstoffprofile unterschiedlich
dotierter Feldstoppzonen;
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5 zeigt
ein schematisches Diagramm von Sperrstromkennlinien bis in die Bereiche
der Durchbruchskennlinien für
ein Leistungshalbleiterbauelement mit Feldstoppzone im Vergleich
zu einem Leistungshalbleiterbauelement ohne Feldstoppzone;
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6 zeigt
ein schematisches Diagramm des Verlaufs der elektrischen Feldstärke für ein Leistungshalbleiterbauelement
mit Feldstoppzone im Vergleich zu einem Leistungshalbleiterbauelement ohne
Feldstoppzone;
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7 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch eine Zelle eines Leistungshalbleiterbauelements
einer ersten Ausführungsform
der Erfindung;
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8 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch eine Zelle eines Leistungshalbleiterbauelements
einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung;
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9 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch eine Zelle eines Leistungshalbleiterbauelements
einer dritten Ausführungsform
der Erfindung.
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1 zeigt
ein schematisches Diagramm mit einem Nettodotierstoffprofil A eines
Leistungshalbleiterbauelements ohne Feldstoppzone im Vergleich zu
einem Nettodotierstoffprofil B eines Leistungshalbleiterbauelements
mit Feldstoppzone. Dazu ist auf der Abszisse die Tiefe t in Mikrometern (μm) beginnend
mit Null bei der Oberseite des Halbleiterkörpers in Richtung auf den Nettodotierstoffübergang 13 zum
Substrat hin aufgetragen. Zunächst fallen
beide Nettodotierstoffprofile zusammen und zeigen an der Oberseite
des Halbleiterkörpers
bei t = 0 eine Konzentration größer 1019 cm–3 für das Sourcegebiet, nachfolgend
eine Konzentration von etwa maximal 1017 cm–3 für die komplementär leitende
Bodyzone und schließlich
eine Konzentration von etwa 2·1016 cm–3 für die n– leitende
Epitaxieschicht der Driftzonen der Driftstrecke. In ei ner Tiefe
t größer 50 μm unterscheiden
sich die Nettodotierstoffprofile A und B. Das Nettodotierstoffprofil
A für ein
Leistungshalbleiterbauelement ohne Feldstoppzone zeigt bei einer
Tiefe t von etwa 50 μm
einen steilen Anstieg auf etwa 3·1018 cm–3 eines
n+-leitenden Substratbereichs. Das Leistungshalbleiterbauelement
mit Feldstoppzone weist ab 50 μm
eine Sockeldotierung der Feldstoppzone mit stufenförmigem Übergang 12 auf,
der hier zweistufig ist mit einem Nettodotierstoffübergang 14 von
2·1016 cm–3 der Driftzone auf
die Feldstoppzonenkonzentration des n-Sockels mit 2,2·1016 cm–3 und einem steilen
Nettodotierstoffübergang 13 auf die
Dotierung des n+-leitenden Substratbereichs.
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2 zeigt
ein schematisches Diagramm der Sperrströme im Bereich der Durchbruchskennlinie
von Leistungshalbleiterbauelementen mit Feldstoppzone im Vergleich
zu einem Leistungshalbleiterbauelement ohne Feldstoppzone. Dazu
ist auf der Abszisse die Drainspannung VD in
Volt und auf der Ordinate die Sperrstromdichte ID pro
Zelle in logarithmischem Maßstab
aufgetragen. Bei einem Leistungshalbleiterbauelement ohne Feldstopp
wird in diesem Beispiel der "snap
back effect" bereits
bei 10–6 A/μm2 wirksam. Diese Stromdichte ist mit einer gestrichelten
Linie in dem Diagramm gekennzeichnet. Die Sperrfähigkeit des Leistungshalbleiterbauelements
im Avalanchefall ist demnach für
herkömmliche
Leistungshalbleiterbauelemente begrenzt. Die Leistungshalbleiterbauelemente
mit einer Feldstoppzonendotierung von 2,05·1016 cm–3 (äußerst rechte Kurve)
bis 2,4·1016 cm–3 verfügen über eine
Spannungsreserve, so dass der snap back effect deutlich bei höheren Avalanchestromdichten
auftritt. Dabei ist auffällig,
dass bei einer minimalen Überdotierung
von nur 2,5 Prozent der äußerst rechten
Kurve im Diagramm eine größere Spannungsreserve
zur Verfügung
steht als bei einer Dotierstoffüberhöhung im Feldstoppbereich
von 20 Prozent.
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3 zeigt
ein schematisches Diagramm mit Nettodotierstoffprofilen a bis f
unterschiedlich dotierter Feldstoppzonen. Die Nettodotierstoffkonzentration
N ist in linearem Maßstab
auf der Ordinate und die Tiefe t in Mikrometern auf der Abzisse
aufgetragen. Dabei zeigt das Dotierstoffprofil a zwei stufenförmige Übergänge 14 und 13.
Die übrigen
Nettodotierstoffprofile b bis f weisen nur einen einzigen stufenförmigen Übergang 13 von
der Substratdotierung zur Feldstoppzonendotierung auf. Der Übergang 14 ist ein
gradueller Übergang
entsprechend einem Gauss-Diffusionsprofil. Dieses stellt sich ein,
wenn nach einer Dotierung einer epitaxial aufgebrachten Feldstoppzone
weitere Hochtemperaturprozesse folgen, wie das Aufwachsen einer
weiteren Epitaxieschicht für
die Driftstrecke oder ein Hochtemperaturprozess zum Ausdiffundieren
von Dotierstoffen aus der vorher aufgebrachten Feldstoppzone.
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Derartige
Profile b bis f können
auch dadurch gebildet werden, dass für den Substratbereich ein Donator
mit niedrigem Diffusionskoeffizienten wie Arsen eingesetzt wird
und vor dem Aufwachsen einer Epitaxieschicht in die Oberfläche des
Substratbereichs ein Donator mit hohem Diffusionskoeffizienten wie
Phosphor implantiert wird. Dann entsteht automatisch ausgehend von
der Oberseite des Substratbereichs ein Diffusionsprofil in der darauf
wachsenden Epitaxieschicht, das zunächst eine Feldstoppzone bildet
und mit zunehmend wachsendem Epitaxiematerial unter die Grunddotierung
der Epitaxie, die hier 2·1016 cm–3 beträgt, fällt.
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4 zeigt
ein schematisches Diagramm mit den Avalanchestromdichten ID pro Zelle im Bereich von Durchbruchskennlinien
der in 3 gezeigten Nettodotierstoffprofile a bis f. Dazu
ist die Avalanchestromdichte ID auf der
Ordinate in logarithmischem Maßstab
abgebildet und die Drainspannung VD in Volt
auf der Abzisse aufgetragen. In dieser Darstellung dient als Referenz
das Nettodotierstoffprofil a mit einem stufenförmigen Übergang und einer Dotierstoffüberhöhung von
10 Prozent. Auch hier ist deutlich zu sehen, dass zunächst eine
Spannungsreserve vorhanden ist, ehe der snap back effect einsetzt.
Bei der gleichen Nettodotierstoffüberhöhung von 10 Prozent, jedoch
mit graduellem Abfall zu der Dotierstoffkonzentration der Driftzone,
ergibt sich eine deutlich größere Spannungsüberhöhung im Avalanchefall,
bevor der zerstörerische
snap back effect einsetzen kann. Die höchste mögliche Avalanchestromdichte
in diesem Vergleich zeigt die Dotierstoffkurve f, die graduell bei
einer Dotierstoffüberhöhung von
50 Prozent mit einer Dotierstoffkonzentration N von 3·1016 cm–3 und einem graduellen
Dotierstoffabfall auf die Dotierstoffkonzentration der Driftzellen
von 2·1016 cm–3 eine Avalanchestromdichte von
etwa 5·10–4 A/Zelle
erreicht, ohne dass das Leitungshalbleiterbauelement durch den snap
back effect beschädigt
wird.
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5 zeigt
ein schematisches Diagramm von Sperrstromkennlinien bis in den Bereich
der Durchbruchskennlinien im Avalanchefall für ein Leistungshalbleiterbauelement
mit Feldstoppzone im Vergleich zu einem Leistungshalbleiterbauelement ohne
Feldstoppzone. Dazu ist auf der Abszisse die Drainspannung VD und auf der Ordinate der Drainsperrstrom
ID pro Zelle im logarithmischen Maßstab in
Ampere pro Zelle (A/Zelle) aufgetragen. Für beide Fälle wird das Durchbruchsverhalten
bei hoher Stromdichte und bei niedriger Stromdichte untersucht.
Dazu ist bemerkenswert, dass bei niedriger Stromdichte die Durchbruchskennlinien
für Leistungshalbleiterbauelemente
mit und ohne Feldstoppzone parallel verlaufen und erst bei hohen Stromdichten
die Durchbruchskennlinien auseinander driften, indem in Leistungshalbleiterbauelementen
mit Feldstoppzone eine Spannungsreserve aufgebaut wird, während beim
Leistungshalbleiterbauelement ohne Feldstoppzone ein Abknicken in
Richtung auf eine Schädigung
des Leistungshalbleiterbauelements aufgrund des snap back effects
zu beobachten ist, da die Drainspannung VD zusammenbricht.
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6 zeigt
ein schematisches Diagramm des Verlaufs der elektrischen Feldstärke für ein Leistungshalbleiterbauelement
mit Feldstoppzone im Vergleich zu einem Leistungshalbleiterbauelement ohne
Feldstoppzone. Auf der Abszisse ist diesmal die Eindringtiefe t
in Mikrometern (μm)
dargestellt und auf der Ordinate die Feldstärke in V/cm·105 abgebildet.
Die durchgezogenen Linien zeigen den Feldverlauf, der sowohl für das Leistungshalbleiterbauelement
ohne Feldstoppzone als auch für
das Leistungshalbleiterbauelement mit Feldstoppzone einen höchsten Wert
im Oberflächennahen
Bereich beim Übergang
zwischen Bodyzone und Sourcezone aufweist, aber ansonsten für beide
Leistungshalbleiterbauelemente gleichlaufend ist. Die Raumladungszone
kann sich jedoch tiefer in den Halbleiterkörper ausbreiten, wenn eine
Feldstoppzone vorgesehen ist. Noch deutlicher wird dies, wenn die
Feldstärke über der
Eindringtiefe für
höhere
Stromdichten, welche durch die gestrichelten Kurven gekennzeichnet ist,
betrachtet wird. Während
ohne Feldstoppzone die gleiche Tiefe auch für hohe Stromdichten erreicht wird,
reicht der Feldverlauf für
Leistungshalbleiterbauelemente mit Feldstoppzone tiefer in den Halbleiterkörper hinein,
so dass sich eine höhere
Spannungsreserve ergibt.
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7 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch eine Zelle eines Leistungshalbleiterbauelements 1 einer
ersten Ausführungsform
der Erfindung. Dieses Leistungshalbleiterbauele ment 1 weist einen
Halbleiterkörper 5 mit
einer Oberseite 15 und einer Unterseite 24 auf,
der aus einem Substratbereich 8, einer auf der Oberseite 25 des
Substratsbereichs angeordneten Feldstoppzone 11 und einer darüber angeordneten
Driftstrecke 6 und einer schließlich bis zur Oberseite 15 des
Halbleiterkörpers 5 reichenden
Bodyzone 7 aufgebaut ist. Auf der Oberseite 15 des
Halbleiterkörpers
ist eine Sourceelektrode S angeschlossen, während auf der Unterseite 24 des
Halbleiterkörpers 5 in
dieser Ausführungsform
der Erfindung eine Drainelektrode D vorhanden ist. Die Driftstrecke 6 weist
im Wechsel Ladungskompensationszonen 4 und Driftzonen 9 auf,
wobei in den Driftzonen 9 im Durchgangsfall ein Strompfad 10 ausgebildet
wird, der im Sperrfall durch die Ladungskompensationszonen 4 eingeengt
und abgeschnürt wird.
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Über der
Driftstrecke 6 ist die Bodyzone 7 in einem komplementär zu den
Driftzonen 9 leitenden Material einer Bodyzone 7 angeordnet,
durch die sich eine vertikale Gatestruktur in einem Graben 21 erstreckt.
Die Gatestruktur weist ein Gateoxid 22 und ein Gateelektrodenmaterial 23 vorzugsweise
aus polykristallinem Silizium auf, das den Graben 21, bis
zu einer Oxidkappe 26 auffüllt, die das Gateelektrodenmaterial 23 der
Gateelektrode G von der Sourceelektrode S isoliert. In dieser Ausführungsform
der Erfindung ragt die Feldstoppzone 11 mit einer etwa
zehnprozentigen Nettodotierstoffüberhöhung in
die Driftzonen 9 hinein, so dass die Feldstoppzone 11 zwischen
den Kompensationszonen 4 im unteren Bereich der Driftstrecke 6 angeordnet
ist. Dieses liefert die vorher diskutierten Vorteile, wie sie mit
Hilfe der Diagramme 1 bis 6 verdeutlicht wurden.
Dabei kann die Ladungskompensationszone 4 beispielsweise auch
nur bis zur strichpunktierten Linie reichen und damit die Feldstoppzone 11 lediglich
berühren
oder sie kann so tief reichen, dass sie sich bis in den Substratbereich 8 erstreckt,
wie es mit der gestrichelten Linie markiert wird. Die unterschiedlichen
Herstellungsverfahren, mit denen ein derartiges Leistungshalbleiterbauelement
gefertigt werden kann, sind bereits oben erörtert worden, so dass sich
eine erneute Darstellung erübrigt.
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8 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch eine Zelle eines Leistungshalbleiterbauelements 2 einer
zweiten Ausführungsform
der Erfindung. Komponenten mit gleichen Funktionen wie in 1 werden
mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet und nicht extra erörtert. Der
Unterschied zu der ersten Ausführungsform
der Erfindung liegt darin, dass nun die Nettodotierstoffkonzentration
in den Ladungskompensationszonen 4 in Abhängigkeit
von der Tiefe derart variiert wird, dass in einem mittleren Schichtbereich 20 die
Nettodotierstoffkonzentration der Driftzonen 9 der Nettodotierstoffkonzentration
der Ladungskompensationszonen 4 entspricht, so dass die
Driftstreckenschichtdotierung ausgeglichen ist. Dagegen ist eine
Ladungsträgerüberhöhung in
den Ladungskompensationszonen 4 um beispielsweise 20 %
in der Nähe
der Bodyzone und eine Ladungsträgerverminderung
um 20 % in der Nähe
des Substratbereichs vorgesehen. Dadurch ergibt sich ein Feldstärkemaximum
im mittleren Schichtbereich 20 der Ladungskompensationszonen 4.
Demgegenüber bleibt
die Nettodotierstoffkonzentration in den Driftzonen 9 konstant
bis die Feldstoppzone 11 erreicht wird.
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9 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch eine Zelle eines Leistungshalbleiterbauelements 3 einer
dritten Ausführungsform
der Erfindung. Komponenten mit gleichen Funktionen wie in den vorhergehenden
Figuren werden mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet und nicht
näher erläutert. Der
Unterschied zu den vorhergehenden Ausführungsformen besteht darin,
dass die Ladungskompensationszonen 4 in einer Grabenstruktur 16 angeordnet
sind, wobei die Seitenwände 17 und 19 sowie
die Bodenwand 18 mit einem komplementären Leitungstyp zu den Driftzonen 9 dotiert
sind, während das
Grabenvolumen selbst durch ein Dielektrikum i aufgefüllt ist.
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Da
eine derartige Grabenstruktur 16 beliebig tief in den Halbleiterkörper 5 eingebracht
werden kann, sind die in 1 gezeigten Möglichkeiten
der Tiefenvariation besonders einfach mit derartigen Grabenstrukturen 16 zu
verwirklichen. Ein weiterer Vorteil ist es, dass zum Aufbau der
Driftstrecke 6 lediglich eine Epitaxieschicht auf der Oberseite
der Feldstoppzone 11 aufzuwachsen ist und die Grabenstruktur 16 durch
einen einzelnen Ätzschritt
in beliebige Tiefen bis hin zum Substratbereich 8 geätzt werden
kann. Die Techniken, mit denen das möglich ist, wurden oben bereits
aufgelistet, so dass sich eine Wiederholung erübrigt. Auch weitere Varianten,
wie derartige Grabenstrukturen 16 zu reinigen und zu gestalten
sind, wurden bereits oben diskutiert und werden deshalb hier nicht
noch einmal wiederholt.
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Für alle drei
Ausführungsformen
gemäß 7, 8 und 9 gilt,
dass die Epitaxieschicht außer
in der Randzone der Leistungshalbleiterbauelemente 1, 2 und 3 aufgewachsen
und gegenüber den
Driftzonen 9 überhöht dotiert
wird. Diese Dotierstoffüberhöhung liegt
zwischen 2 % und 50 %, vorzugsweise zwischen 5 % und 20 %.
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- 1
- Leistungshalbleiterbauelement
(1.Ausführungsform)
- 2
- Leistungshalbleiterbauelement
(2.Ausführungsform)
- 3
- Leistungshalbleiterbauelement
(3.Ausführungsform)
- 4
- Ladungskompensationszone
- 5
- Halbleiterkörper
- 6
- Driftstrecke
- 7
- Bodyzone
- 8
- Substratbereich
bzw. Substrat
- 9
- Driftzone
- 10
- Strompfad
- 11
- Feldstoppzone
- 12
- stufenförmiger Übergang
- 13
- Nettodotierstoff Übergang
- 14
- Nettodotierstoff Übergang
- 15
- Oberseite
des Halbleiterkörpers
- 16
- Grabenstruktur
- 17
- Wand
der Grabenstruktur
- 18
- Bodenwand
- 19
- Wand
der Grabenstruktur
- 20
- mittlerer
Schichtbereich
- 21
- Graben
für Gatestruktur
- 22
- Gateoxid
- 23
- Gateelektrodenmaterial
- 24
- Unterseite
des Halbleiterkörpers
- 25
- Oberseite
des Substrats bzw. des Substratbereichs
- 26
- Oxidkappe
- t
- Tiefe
- S
- Source
- D
- Drain
- G
- Gate