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Die
Erfindung betrifft eine Gelenkanordnung, insbesondere ein Mehrgelenkscharnier,
ausgelegt zum Verstellen einer Klappe eines Fahrzeugs zwischen einer
Schließposition
und einer Öffnungsposition.
Gelenkanordnungen werden insbesondere zum Öffnen und Schließen von
Klappen von Fahrzeugen, beispielsweise von Motorhauben, Türen, Heckklappen
und/oder Kofferraumdeckeln verwendet. Solche Gelenkanordnungen können zumindest
ein Drehgelenk aufweisen, das dem Fahrzeug und der entsprechend
zu verstellenden Klappe zugeordnet ist, wobei die Klappe verschwenkbar
gegenüber
dem Fahrzeug gelagert ist.
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Die
DE 199 45 371 A1 zeigt
beispielsweise eine Gleitlagerung mit einem Scharniergehäuseteil und
einem Lagerbolzen, der in eine eingepresste Bundlagerbuchse eingesteckt
ist.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, eine verbesserte Gelenkanordnung ausgelegt
zum Verstellen einer Klappe eines Fahrzeugs bereitzustellen. Die
Aufgabe wird durch die unabhängigen
Ansprüche
gelöst.
Weitere vorteilhafte Ausführungsbeispiele
ergeben sich aus den übrigen
Unteransprüchen.
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Entsprechend
den Ausführungsbeispielen der
Erfindung wird eine Gelenkanordnung, insbesondere ein Mehrgelenkscharnier,
ausgelegt zum Verstellen einer Klappe eines Fahrzeugs zwischen einer Schließposition
und einer Öffnungsposition
vorgeschlagen. Die Gelenkanordnung beziehungsweise das Mehrgelenkscharnier
weist ein dem Fahrzeug und der Klappe zugeordnetes Gelenk auf. Vorteilhafterweise
weist das Gelenk ein Wälzlager
auf. Vorteilhafterweise kann das Wälzlager selbst bei hohen Lagerkräften die
in dem Gelenk auftretende Reibung minimieren. Besonders vorteilhaft
kann eine solche Gelenkanordnung für eine mit einer Kraftquelle
gekoppelte Klappe verwendet werden, wobei die Kraftquelle so mit
dem Fahrzeug und der Klappe gekoppelt ist, dass diese die Betätigungskräfte in zumindest
einer Bewegungsrichtung der Klappe minimiert. Aufgrund der häufig verwendeten
Geometrien von Klappen und damit gekoppelten Gelenkanordnungen können besonders
hohe Lagerkräfte
auftreten. Insbesondere können
bei solchen hohen Lagerkräften unerwünscht hohe
Reibwerte und/oder Geräusche, wie
sie beispielsweise bei herkömmlichen
Gelenken, insbesondere mit Gleitlagern, auftreten können, durch
die Verwendung des Wälzlagers
wirkungsvoll vermieden werden. Mithin ermöglicht eine mit einem Wälzlager
ausgerüstete
Gelenkanordnung ein besonders leichtes Öffnen und Schließen der
zugehörigen
Klappe. Aufgrund der verminderten Reibwerte ergibt sich auch eine
höhere
Betriebssicherheit. Darüber
hinaus können
durch das Wälzlager
in gewissem Umfang auch in einem gewissen Winkel zur Schwenkachse
stehende Hebelkräfte
aufgenommen werden, ohne dass dadurch überhöhte Lagerreibwerte auftreten.
Weiter kann aufgrund der geringeren Reibwerte auch der Kraftwert
der Kraftquelle entsprechend geringer ausgelegt werden, wodurch
insgesamt die gesamte Gelenkanordnung schwächer und damit auch leichter
bauend ausgelegt werden kann. Außerdem können durch das Wälzlager
der Gelenkanordnung auch Lagerkräfte
aufgenommen werden, die beispielsweise durch die Klappeneinstellung
und Rohbautoleranzen, die insbesondere zu einem leicht verkanteten
Einbau des Gelenks der Gelenkanordnung führen können, aufgenommen werden. Das
Wälzlager
der Gelenkanordnung ermöglicht insgesamt
ein einfacheres und komfortableres Öffnen und Schließen der
daran angebundenen Klappe des Fahrzeugs.
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Bei
einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel weist
das Wälzlager
Wälzkörper auf.
Diese Wälzkörper können als
Kugeln, Zylinderrollen, Nadeln, Kegelrollen, Tonnen ausgeführt sein.
Darüber
hinaus können
Rollen mit einer seitlichen Erhebung vorgesehen sein. Vorteilhafterweise
kann dadurch eine möglicherweise
an einer seitlichen Einfassung der Rollen des Wälzlagers auftretende Reibung
minimiert werden. Insbesondere vorteilhaft sind Wälzkörper, die
als Rollen mit einer seitlichen Spitze, als ballige Rollen, und/oder
als angespitzte Rollen ausgelegt sind.
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Bei
einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel kann das Wälzlager,
Lagerringe, beispielsweise einen inneren oder äußeren Lagerring aufweisen.
Die Lagerringe sind dazu ausgelegt, die Wälzkörper auf einem Radius zu führen, wobei
der innere und der äußere Lagerring
entlang der Wälzkörper gegeneinander
verdrehbar sind.
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Bei
einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel weist die Gelenkanordnung
einen Scharnierbolzen auf. Der Scharnierbolzen kann dem Wälzlager
zugeordnet sein und daher beispielsweise verschwenkbar mit dem äußeren Lagerring
verbunden sein. Darüber
hinaus ist es möglich, über das Wälzlager
einen ersten Hebel verschwenkbar mit einem zweiten Hebel zu koppeln.
Jeder dieser Hebel kann eine Bohrung aufweisen. Vorteilhafterweise kann
einer der Hebel dem Scharnierbolzen zugeordnet sein, wobei bevorzugt
der Scharnierbolzen als Presssitz in die Bohrung des entsprechenden
Hebels eingebracht ist. Dabei kann der äußere Lagerring des Wälzlagers
ebenfalls in eine der Bohrungen des Hebels als Presssitz eingebracht
sein. Zur Übertragung der
Lagerkräfte
von dem Scharnierbolzen auf den dazugehörigen Hebel ist es möglich, dass
der innere Lagerring mit dem Scharnierbolzen einen Presssitz bildet.
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Bei
einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist vorgesehen,
dass das Wälzlager nur
einen äußeren Lagerring
aufweist. Die Wälzkörper können also
dadurch innerhalb des äußeren Lagerrings
geführt
werden. Vorteilhafterweise kann der Scharnierbolzen direkt die Funktion
des inneren Lagerrings des Wälzlagers übernehmen.
Daher kann der innere Lagerring entfallen. Vorteilhafterweise kann
der dazugehörige
Scharnierbolzen mit einer ausreichenden Oberflächengüte und Härte gefertigt werden.
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Bei
einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist vorgesehen,
gänzlich
auf Lagerringe zu verzichten. In diesem Fall können die Wälzkörper zwischen einer der Bohrungen
der Hebel und dem Scharnierbolzen geführt werden. Vorteilhafterweise
kann hierzu auch die Bohrung des entsprechenden Hebels in einer
ausreichenden Genauigkeit, also mit ausreichender Oberflächengüte und mit
ausreichender Härte
hergestellt werden. Bei einer solchen Ausführungsform sind besonders wenige
Bauteile erforderlich.
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Bei
einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist vorgesehen,
dass einer der Hebel mit dem Scharnierbolzen vernietet ist. Mithin
ist zur Befestigung des Hebels mit dem Scharnierbolzen kein weiteres
Bauteil erforderlich, wodurch sich die Teilevielfalt der Gelenkanordnung
weiter reduzieren lässt.
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Bei
einem überdies
vorteilhaften Ausführungsbeispiel
ist vorgesehen, dass die Gelenkanordnung ein Viergelenk aufweist.
Mit Hilfe des Viergelenks kann eine von der reinen Schwenkbewegung abeichende,
vorteilhafte Kinematik der Klappe relativ zum Fahrzeug erzielt werden.
Vorteilhafterweise kann zumindest eines der Gelenke des Viergelenks, vorzugsweise
alle vier Gelenke des Viergelenks, jeweils ein Wälzlager aufweisen. Das Viergelenk
kann insgesamt vier Hebel aufweisen, wobei ein erster Hebel der
Klappe und ein zweiter Hebel dem Fahrzeug fest zugeordnet sind.
Diesen Hebeln sind über
die Wälzlager
zwei weitere Hebel zugeordnet, über
die die entsprechende Verstellung der Klappe erfolgt.
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Bei
einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel
ist vorgesehen, die Gelenkanordnung mit einer Kraftquelle zu koppeln.
Die Kraftquelle kann dazu gelenkig mit dem Fahrzeug und mit der
Klappe verbunden sein. Denkbar ist es jedoch auch, die Kräfte von
dem Fahrzeug auf einen der Hebel des Viergelenks der Gelenkanordnung
zu übertragen.
Außerdem
ist es denkbar, die Kräfte
der Kraftquelle direkt zwischen den Hebeln der Gelenkanordnung zu übertragen.
Vorteilhafterweise kann die Kraftquelle eine Gasfeder aufweisen.
Die Gasfeder kann dazu die beim Schließen oder Öffnen angefallene Energie speichern,
um diese bei dem entsprechend entgegengesetzten Bewegungsvorgang
wieder freizugeben. Mithin ist beispielsweise eine Unterstützung zur Überwindung
der Schwerkraft, wie sie beispielsweise beim Öffnen von Motorhauben, Kofferraumdeckeln und/oder
Heckklappen auftritt, möglich.
Ferner sind über
die Kraftquelle, insbesondere die Gasfeder, weitere Funktionen,
wie beispielsweise Dämpfung
oder Feststellpositionen, erzielbar. Aufgrund der besonders exakten
Lagerung durch die Wälzlager
der Gelenkanordnung können
die Kräfte
der Kraftquelle exakter und mit weniger Reibungsverlusten eingeleitet werden,
also mit einem höheren
Wirkungsgrad zur Unterstützung
des Öffnungs-
und/oder Schließvorganges
der Klappe des Fahrzeugs umgesetzt werden.
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Weitere
Ausführungsbeispiele
der Erfindung betreffen eine Baugruppe einer Gelenkanordnung und
ein Kraftfahrzeug mit einer derartigen Baugruppe. Die Baugruppe
weist einen Lagerbolzen und ein Wälzlager auf. Das Wälzlager
weist Wälzkörper auf, die
zwischen einem äußeren Lagerring
und dem Lagerbolzen geführt
sind. Vorteilhafterweise kann eine solche Baugruppe leicht vorgefertigt
werden, beispielsweise durch Aufsetzen der Wälzkörper auf den Lagerbolzen. Hierzu
können
die Wälzkörper zusätzlich durch
einen Käfig
geführt
werden. Anschließend kann
dann der Lagerring mit aufgebracht werden, so dass sich eine in
sich zusammenhaltende Baugruppe ergibt. Vorteilhaft ist dabei, dass
in der Baugruppe bereits die toleranzkritischen Führungselemente
des sich aus dem Lagerbolzen und dem äußeren Lagerring ergebenden
Wälzlagers
aufweist. Der Innenradius des Lagerrings sowie die Außenfläche des
Lagerbolzens können
dazu eine entsprechend gute Oberflächengüte, Rundheit, Toleranz sowie
Härte aufweisen.
Zur weiteren Montage, beispielsweise an einem Hebel einer Gelenkanordnung,
kann dann der äußere Lagerring
einfach in eine Bohrung des Hebels eingepresst werden. Vorteilhaft
ist, dass die Bohrung des dazugehörigen Hebels auf einfache Art
und Weise, also mit vergleichsweise niedrigen Toleranzen, gefertigt
werden kann. Außerdem
kann die Innenfläche
der Bohrung, in die der äußere Lagerring
der Baugruppe einpressbar ist, verhältnismäßig weich ausgelegt sein.
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Andere
Aufgaben und viele der sich daraus ergebenden Vorteile von Ausführungsbeispielen
der vorliegenden Erfindung werden leichter zugänglich und besser verständlich in
Bezug auf die nachfolgende detaillierte Beschreibung von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die dazugehörige Zeichnung. Ähnliche,
im Wesentlichen gleiche funktionsgleiche oder gleiche Teile sind
mit gleichen Bezugszeichen versehen. Es zeigen:
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1 ein
Fahrzeug mit einer Klappe und einer der Klappe sowie dem Fahrzeug
zugeordneten Gelenkanordnung;
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2 einen
Längsschnitt
entlang der Schwenkachse eines Gelenks einer Gelenkanordnung mit
einem Kugellager;
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3a einen
Längsschnitt
entlang der Schwenkachse eines Gelenks analog der Darstellung in 2,
jedoch mit einem Rollenlager mit einem äußeren Lagerring;
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3b bis
e jeweils Seitenansichten von unterschiedlichen Ausführungen
von Rollen des in 3a dargestellten Rollenlagers;
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4 einen
Längsschnitt
entlang der Schwenkachse eines Gelenks analog des in 3a dargestellten
Gelenks, jedoch ohne Lagerringe;
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5 einen
Längsschnitt
entlang der Schwenkachse eines Gelenks mit einem Rollenlager ohne
Lagerringe, wobei ein dem Gelenk zugeordneter Hebel mit einem Lagerbolzen
des Gelenks vernietet ist, und
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6 einen
Längsschnitt
entlang der Schwenkachse einer Baugruppe für eine Gelenkanordnung, wobei
die Baugruppe ein an einen Lagerbolzen vormontiertes Wälzlager
aufweist.
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1 zeigt
eine Gelenkanordnung insbesondere ein Mehrgelenkscharnier 1 für eine Klappe 3 eines
Fahrzeugs 5. Bei der Klappe 3 handelt es sich um
einen Kofferraumdeckel eines Personenkraftwagens. Die Gelenkanordnung 1 ist
ausgelegt zum Verstellen der Klappe 3 des Fahrzeugs 5 zwischen
einer Schließposition
und einer Öffnungsposition. 1 zeigt
die Klappe 3 in ihrer Schließposition. Die Gelenkanordnung 1 des
Fahrzeugs 5 weist ein Viergelenk 7 mit einem ersten
Gelenk 9, einem zweiten Gelenk 11, einem dritten
Gelenk 13 sowie einem vierten Gelenk 15 auf. Dabei
sind das erste und zweite Gelenk 9, 11 fest einer
Karosserie 17 des Fahrzeugs 5 zugeordnet. Für diese
Zuordnung weist das erste Gelenk 9 ein erstes Wälzlager 19 und
das zweite Gelenk 11 ein zweites Wälzlager 21 auf. Das
dritte Gelenk 13 sowie das vierte Gelenk 15 sind
fest der Klappe 3 des Fahrzeugs 5 zugeordnet und
weisen dazu ein drittes Wälzlager 23 sowie
ein viertes Wälzlager 25 auf.
Die Zuordnung des dritten Wälzlagers 23 und
des vierten Wälzlagers 25 zu
der Klappe 3 erfolgt über
einen ersten Hebel 27. Der erste Hebel 27 des
Viergelenks 7 ist fest mit der Klappe 3 gekoppelt,
beispielsweise durch Schrauben, Nieten, Verschweißen, Kleben und/oder
eine ähnliche
Verbindungs- beziehungsweise Fügetechnik.
Der erste Hebel 27 des Viergelenks 7 ist über das
vierte Gelenk 15 mit einem zweiten Hebel 29 verschwenkbar
verbunden. Ferner ist ein dritter Hebel 31 des Viergelenks 7 über das
dritte Gelenk 13 verschwenkbar mit dem ersten Hebel 27 verbunden.
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Die
Kinematik des Viergelenks 7 ist so ausgelegt, dass ein
Verschwenken des zweiten Hebels 29 sowie des dritten Hebels 31,
in Ausrichtung der 1 gesehen, im Uhrzeigersinn
ein steiles Aufstellen der Klappe 3 entgegen dem Uhrzeigersinn
ergibt. Hierzu kann der dritte Hebel 31 länger ausgelegt
sein als der zweite Hebel 29. Der zweite Hebel 29 sowie der
dritte Hebel 31 sind an dem ersten Gelenk 9 sowie
dem zweiten Gelenk 11 verschwenkbar gegenüber der
Karosserie 17 des Fahrzeugs 5 gelagert. Zur Kraftunterstützung, beispielsweise
zur vollständigen oder
teilweisen Überwindung
der beim Öffnen
der Klappe 3 des Fahrzeugs 5 entgegenwirkenden Schwerkraft
kann die Gelenkanordnung 1 eine Kraftquelle 33 aufweisen.
Bevorzugt handelt es sich bei der Kraftquelle 33 um ein
Federelement, beispielsweise um eine Gasfeder 35. Die Gasfeder 35 der
Gelenkanordnung 1 ist an einem Lager 37 verschwenkbar
der Karosserie 17 des Fahrzeugs 5 zugeordnet. Ein
ausfahrbarer Stempel 39 der Gasfeder 35 ist mittels
eines Lagers 41 verschwenkbar mit der Klappe 3 des
Fahrzeugs 5 verbunden. Die Lager 37 und/oder 41 können ebenfalls
jeweils ein Wälzlager
aufweisen. Die Positionen der Lager 37 und 41 sind
dabei so gewählt,
dass die Gelenkanordnung 1 derartig unter Vorspannung steht,
dass die Federkraft der Gasfeder 35 die Öffnungsbewegung
der Klappe 3 unterstützt. Es
ist jedoch auch denkbar, dass die Lager 37 und 41 der
Gasfeder 35 so positioniert werden, dass diese sich bei
geschlossener Klappe in einer Übertotpunktlage
befindet, mithin die Gelenkanordnung 1 bei geschlossener
Klappe 3 so vorgespannt ist, dass die Federkraft der Gasfeder 35 in
Schließrichtung
wirkt. Dies kann wünschenswert
sein, wenn beispielsweise ein unerwünschtes Öffnen der Klappe 3 vermieden werden
soll.
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Außerdem ist
es denkbar, die Gasfeder 35 anstelle mit der Klappe 3 mit
einem der Hebel, beispielsweise dem dritten Hebel 31 der
Gelenkanordnung 1 zu verbinden. Um dabei ebenfalls einen
gewünschten
Kraftverlauf zu erzielen, kann das Lager 37 der Gasfeder 35 entsprechend
anders an der Karosserie 17 des Fahrzeugs 5 positioniert
werden.
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Schließlich ist
es denkbar, anstelle der Gasfeder 35 beziehungsweise als
Kraftquelle 33 einen beliebigen anderen Linearantrieb,
beispielsweise einen pneumatischen oder hydraulischen Linearantrieb
vorzusehen. Ferner ist es denkbar, anstelle der Kraftquelle 33 einen
Rotationsantrieb, beispielsweise einen Elektromotor, vorzusehen,
der auf einen der Hebel 27 bis 31 wirkt.
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2 zeigt
einen Längsschnitt
entlang einer Schwenkachse 43 eines der Gelenke 9 bis 15 der Gelenkanordnung 1,
beispielsweise dem vierten Gelenk 15. Das vierte Gelenk 15 der
Gelenkanordnung 1 weist das vierte Wälzlager 25 auf. Das
vierte Wälzlager 25 verfügt über einen äußeren Lagerring 45 sowie
einen inneren Lagerring 47. Die Lagerringe 45 und 47 des
vierten Wälzlagers 25 dienen
zur Führung von
Wälzkörpern 49 des
vierten Wälzlagers 25.
In dem Ausführungsbeispiel
gemäß 2 sind
die Wälzkörper 49 des
vierten Wälzlagers 25 als
Kugeln 51 ausgeführt.
Mithin bildet das vierte Wälzlager 25 ein
Kugellager, wobei die Lagerring 45 und 47 entsprechend
der Lagerung durch die Kugeln 51 reibgemindert gegeneinander
verdrehbar gelagert sind. Vorteilhafterweise kann das vierte Wälzlager 25 zusätzlich zur
Führung
der Kugeln 51 einen in 2 nicht
dargestellten Käfig
aufweisen.
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Das
vierte Wälzlager 25 verbindet
den ersten Hebel 27 gelenkig mit dem zweiten Hebel 29.
Hierzu weist das vierte Gelenk 15 der Gelenkanordnung 1 zusätzlich einen
Lagerbolzen 53 auf, der fest dem zweiten Hebel 29 zugeordnet
ist. Die Zuordnung des zweiten Hebels 29 zu dem Lagerbolzen 53 erfolgt über eine
Bohrung 55 des zweiten Hebels 29. Hierzu ist der
Lagerbolzen 53 in die Bohrung 55 des zweiten Hebels 29 eingepresst,
so dass sich ein Presssitz 57 zwischen dem Lagerbolzen 53 und
der Bohrung 55 des zweiten Hebels 29 ergibt. Anstelle
des Presssitzes 57 ist jedoch auch jede andere Verbindungstechnik,
beispielsweise Schweißen,
Verschrauben, Verkleben und/oder ähnliche Füge- und Verbindungstechniken
denkbar. Zur Erleichterung der Montage, also zur Herstellung des
Presssitzes 57 ist der Lagerbolzen 53 gestuft
ausgeführt,
wobei eine erste Stufe 59, die den größten Durchmesser aufweist,
einen Anschlag 61 für
den zweiten Hebel 29 bildet. Mithin kann der zweite Hebel 29 soweit
auf den Lagerbolzen 53 aufgepresst werden, bis dieser an
dem Anschlag 61 der ersten Stufe 59 des Lagerbolzens 53 anschlägt. Eine
zweite Stufe 63 mit geringerem Durchmesser bildet den Presssitz 57.
Mithin ist der äußere Durchmesser
der zweiten Stufe 63 geringfügig größer bemessen als der innere
Durchmesser der Bohrung 55 des zweiten Hebels 29.
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Der
innere Lagerring 47 des vierten Wälzlagers 25 ist ebenfalls
dem Lagerbolzen 53 fest zugeordnet, beispielsweise mittels
eines Presssitzes 65. Hierzu weist der Lagerbolzen 53 eine
dritte Stufe 67 auf. Der Außendurchmesser der dritten
Stufe 67 des Lagerbolzens 53 ist für den Presssitz 65 geringfügig größer als
der Innendurchmesser des inneren Lagerrings 47 des vierten
Wälzlagers 25.
Bei der Herstellung des Presssitzes 65 kann der innere
Lagerring 47 an einen Anschlag 69 des Lagerbolzens 53 anschlagen.
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Zur
Anbindung des vierten Wälzlagers 25 an den
ersten Hebel 27 kann der äußere Lagerring 45 des
vierten Wälzlagers 25 in
eine Bohrung 71 des ersten Hebels 27 so eingepresst
sein, das sich zwischen dem ersten Hebel 27 und dem äußeren Lagerring 45 ein
Presssitz 73 ergibt.
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Zur
Sicherung des vierten Wälzlagers 25 kann
die dritte Stufe 67 des Lagerbolzens 53 eine umlaufende
Nut 75 aufweisen. In die Nut 75 kann ein Sicherungsring 77 eingreifen.
Der Sicherungsring 77 kann beispielsweise als Sprengring
ausgeführt
sein. Es. ist jedoch auch denkbar, den Sicherungsring 77 mit
dem Lagerbolzen 53 zu vernieten. Denkbar ist an dieser
Stelle jede andere Sicherung, beispielsweise durch eine Verschraubung.
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3a zeigt
einen Längsschnitt
eines weiteren Raum sparenden Ausführungsbeispiels des vierten
Wälzlagers 25,
ebenfalls in einer Längsschnittdarstellung
entlang der Schwenkachse 43, wobei in 3a nur
die obere Hälfte
des Längsschnitts
dargestellt ist. Im Unterschied zu 2 weist
das vierte Wälzlager 25 gemäß 3a nur
einen äußeren Lagerring 45 auf.
Als weiterer Unterschied sind als Wälzkörper 49 keine Kugeln,
sondern Rollen 79 vorgesehen. Dementsprechend kann der äußere Lagerring 45 an
die Außenform
der Rollen 79 angepasst sein. Das vierte Wälzlager 25 gemäß 3a ist
also als Rollenlager ausgebildet. Mithin ergeben sich die bei Rollenlagern üblichen
Vorteile, insbesondere bezüglich
der verarbeitbarer Lagerkräfte.
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Zur
seitlichen Führung
der Rollen 79 des vierten Wälzlagers 25 können diese
an dem Sicherungsring 77 sowie an dem Anschlag 69,
der sich aus einem Absatz 81 aufgrund des Höhenunterschiedes der
zweiten Stufe 63 zur dritten Stufe 67 des Lagerbolzens 53 ergibt,
anliegen. An dem Absatz 81 sowie an dem Sicherungsring 77 des
vierten Wälzlagers 25 ergibt
sich also eine gewisse Reibung, die in Form von Lagerreibung des
vierten Wälzlagers 25 bemerkbar
ist. Um diese resultierende Lagerreibung zu minimieren, kann die
Kontaktfläche
zwischen den Rollen 79 und dem Sicherungsring 77 und/oder
dem Absatz 81 des Lagerbolzens 53 sowie die Relativbewegung der
Rollen in Umfangsrichtung minimiert werden.
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Die 3b, 3c, 3d sowie 3e zeigen
vier verschiedene Ausführungen
von Rollen 79. Die in 3b gezeigte
Rolle 79 entspricht der Normalausführung, wie sie 3a zeigt.
Dabei weist die Rolle 79 gemäß der Darstellung in 3b plan ausgeführte Seiten 83 auf.
Die Rolle 79 gemäß der Darstellung
in 3c weist beidseitig eine Bombierung 85 auf.
Entsprechend der Bombierung 85 werden also die Kontaktflächen zu
dem Absatz 81 sowie zu dem Sicherungsring 77 minimiert.
Eine solche Verminderung der Reibfläche lässt sich auch durch Anspitzungen 87,
wie in 3d dargestellt, erreichen. Durch
die Anspitzungen 87 ist die Reibfläche jeweils auf eine Spitze 89 der
Anspitzungen 87 reduziert. Wie in 3e ersichtlich,
kann die Rolle 79 auch eine Erhebung 91 an ihren
Stirnseiten aufweisen. Die Erhebung 91, wie in 3e dargestellt, weist
ebenfalls jeweils eine Spitze 89 auf, die in Kontakt mit
dem Sicherungsring 77 und dem Absatz 81 eine Verminderung
der Reibwerte bewirken kann. Die Erhebung 91, wie in 3e dargestellt,
kann jede beliebige Form aufweisen, beispielsweise ebenfalls bombiert
oder konvex geformt sein.
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4 zeigt
einen weiteren Längsschnitt
entlang der Schwenkachse 43 eines weiteren Raum sparenden
Ausführungsbeispiels
des vierten Wälzlagers 25 der
Gelenkanordnung 1. Im Unterschied zu den in den 2 sowie 3a gezeigten
Wälzlagern 25 weist
das vierte Wälzlager 25 gemäß 4 keinen
Lagerring auf. Mithin befinden sich die Wälzkörper 49, insbesondere
die Rollen 79, des vierten Wälzlagers 25 direkt
zwischen der Bohrung 71 des ersten Hebels 27 und
der dritten Stufe 67 des Lagerbolzens 53 und liegen
an diesen an. Bei dem vierten Wälzlager 25 gemäß 4 können also
zwei Teile, nämlich der
innere sowie der äußere Lagerring
eingespart werden. Hierzu ist es lediglich erforderlich, die Bohrung 71 des
ersten Hebels 27 sowie die dritte Stufe 67 des
Lagerbolzens 53 in einer für Wälzlager geeigneten Qualität, also
geeigneten Oberflächengüte, Rundheit,
Härte etc.
auszuführen.
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Die 5 zeigt
einen weiteren Längsschnitt entlang
der Schwenkachse 43 eines weiteren besonders einfach aufgebauten
Ausführungsbeispiels
des vierten Wälzlagers 25 der
Gelenkanordnung 1. Im Unterschied zu dem in 4 gezeigten
Wälzlager weist
das vierte Wälzlager 25 gemäß 5 keinen Presssitz 57 zwischen
der Bohrung 55 des zweiten Hebels 29 und dem Lagerbolzen 53 auf.
Vielmehr weist der Lagerbolzen 53 gemäß der Darstellung in 5 nur
die erste Stufe 59 sowie die dritte Stufe 67 auf.
Die dritte Stufe 67 sowie die Bohrung 55 des zweiten
Hebels 29 dienen als Führungsflächen für die Wälzkörper 49 des
vierten Wälzlagers 25 gemäß der Darstellung
in 5. Die Wälzkörper 49 liegen also
an der dritten Stufe und an der Bohrung 55 an. In diesem
Ausführungsbeispiel
ist also der zweite Hebel 29 verschwenkbar gegen den Lagerbolzen 53 gelagert.
Als weiterer Unterschied ist der erste Hebel 27 fest dem
Lagerbolzen 53 zugeordnet. Hierzu kann der erste Hebel 27 fest
mit der umlaufenden Nut 75 der dritten Stufe 67 des
Lagerbolzens 53 verbunden werden. Diese feste Verbindung
kann beispielsweise durch Vernieten des ersten Hebels 27 mit
dem Lagerbolzen 53 erfolgen. Denkbar sind jedoch auch andere Verbindungs-
oder Fügetechniken,
wie beispielsweise Verschrauben, Verkleben, etc.
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6 zeigt
einen Längsschnitt
entlang einer Schwenkachse 43 einer Baugruppe 93,
beispielsweise für
eine Gelenkanordnung 1 wie in den 1 bis 5 beschrieben.
Die Baugruppe 93 weist ein Wälzlager 25 mit einem äußeren Lagerring 45 auf. Dabei
sind Wälzkörper 49,
beispielsweise Rollen 79, zwischen einer zweiten Stufe 63 eines
Lagerbolzens 53 und dem Lagerring 45 geführt. Zur
Montage der Baugruppe 93 können die Wälzkörper 49 und der Lagerring 45 auf
die zweite Stufe 63 des Lagerbolzens 53 geschoben
werden. Vorteilhaft ist dabei, dass der Lagerbolzen 53 einen
Anschlag 61 aufweist, der durch den Höhenunterschied einer ersten
Stufe 59 und der zweiten Stufe 63 gebildet wird.
Die Montage der Baugruppe 93 ist mithin durch den Anschlag 61 sehr
einfach möglich.
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Die
Baugruppe 93 kann mit einem Hebel, beispielsweise einem
Hebel analog dem zweiten Hebel 29 leicht verbunden werden,
beispielsweise durch einen Presssitz zwischen dem äußeren Lagerring 45 und
der Bohrung 55 des zweiten Hebels 29. Die Verbindung
mit einem weiteren Hebel, beispielsweise einem Hebel analog dem
ersten Hebel 27 kann analog der in 5 gezeigten
Vernietung oder ebenfalls mit einem Presssitz ausgeführt werden.
Zusätzlich
kann ein Sicherungsring als Führung
für die Wälzkörper 49 vorgesehen
sein, die wie oben beschrieben unterschiedlich ausgeführt sein
können.
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- 1
- Gelenkanordnung
- 3
- Klappe
- 5
- Fahrzeug
- 7
- Viergelenk
- 9
- erstes
Gelenk
- 11
- zweites
Gelenk
- 13
- drittes
Gelenk
- 15
- viertes
Gelenk
- 17
- Karosserie
- 19
- erstes
Wälzlager
- 21
- zweites
Wälzlager
- 23
- drittes
Wälzlager
- 25
- viertes
Wälzlager
- 27
- erster
Hebel
- 29
- zweiter
Hebel
- 31
- dritter
Hebel
- 33
- Kraftquelle
- 35
- Gasfeder
- 37
- Lager
- 39
- Stempel
- 41
- Lager
- 43
- Schwenkachse
- 45
- äußerer Lagerring
- 47
- innerer
Lagerring
- 49
- Wälzkörper
- 51
- Kugeln
- 53
- Lagerbolzen
- 55
- Bohrung
- 57
- Presssitz
- 59
- erste
Stufe
- 61
- Anschlag
- 63
- zweite
Stufe
- 65
- Presssitz
- 67
- dritte
Stufe
- 69
- Anschlag
- 71
- Bohrung
- 73
- Presssitz
- 75
- Nut
- 77
- Sicherungsring
- 79
- Rollen
- 81
- Absatz
- 83
- Seite
- 85
- Bombierung
- 87
- Anspitzung
- 89
- Spitze
- 91
- Erhebung
- 93
- Baugruppe