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Die Erfindung betrifft einen Überbau eines Falzapparates gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Durch die
WO 01/70608 A1 ist eine Wendestangenanordnung und ein Verfahren zum Umlenken einer Warenbahn bekannt. Durch die besondere Wendestangenanordnung und die Durchmesser der Wendestangen und der Registerwalze wird ein platzsparender Überbau eines Falzapparates erzielt.
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Aus der
WO 2005/108080 A2 ist es bekannt, die Farb- und Schnittregisterregelung über die Antriebe der einzelnen Druckwerke durch eine Phasenverschiebung der am Druck einer Papierbahn beteiligten Zylinder vorzunehmen. Auch die Umfangsregister werden auf diese Art eingestellt. Dabei werden ab einem bestimmten Verstellweg die Platten- und Gummituchzylinder von der Warenbahn abgestellt, um eine schnellere Verstellung zu erreichen.
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Die
US 3 942 782 offenbart einen Überbau für einen Falzapparat mit zwei übereinander angeordneten Trichterebenen, wobei den Trichtern der oberen Ebene zwei Registerwalzen zugeordnet sind.
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Die
DE 43 44 362 C2 zeigt einen Überbau mit jeweils zwei Trichtern, die in zwei Ebenen angeordnet sind.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Überbau eines Falzapparates mit Strangregisterwalzen zu schaffen, mit denen erhebliche Kosteneinsparungen erreicht werden können.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs I gelöst.
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Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch die Einsparung einer Strangregisterwalze in einem Falzwerk mit mehreren Trichterebenen erhebliche Kosteneinsparungen erreicht werden können.
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Trotz Einsparung einer Strangregisterwalze ist eine registergenaue Anordnung von Papiersträngen an einer Trichtereinlaufwalze eines Falzwerkes möglich.
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Je nach Ausbauvariante und Produktionsanforderung wird ein Überbau eines Falzapparates mit verschiedenen Wendestangenanordnungen und verschiedenen Trichteraufbauten ausgestattet. Ein Falztrichter hat die Aufgabe, die Bahn oder Sammelstränge dem Falzapparat zuzuführen. Dabei führt er gleichzeitig einen Längsfalz parallel zur Laufrichtung aus. Da pro Falztrichter nicht mit einer beliebigen Anzahl Bahnen gefahren werden kann, ist es bei Zeitungen mit großen Seitenzahlen erforderlich, mit zwei oder mehr Sammelsträngen zu arbeiten. Der Einsatz eines zweiten (Doppeltrichteraufbau) oder ggf. dritten Falztrichters (Dreifach-Trichter) wird erforderlich. Werden beispielsweise mehr als vier Hefte bei der Herstellung einer Zeitung benötigt, können weitere Falztrichter aufgebaut werden. Das kann ein über dem ersten Doppeltrichter installierter Balloon-Trichter sein, wobei der erste Doppeltrichter in einer ersten Trichterebene angeordnet ist, an welche sich in Bahnlaufrichtung Einlaufwalzen des Falzapparates direkt anschließen. Ein solcher Aufbau erhöht die Zahl der Möglichkeiten beträchtlich. Durch die Verwendung eines so genannten Balloon-Trichters in einer oberen Trichterebene sind verschiedenste Kombinationen im Zusammenführen der Papierstränge möglich. Da die Papierstränge nach dem Zusammenführen wieder registergenau übereinstimmen müssen, wird nach dem Stand der Technik für jeden Papierstrang oberhalb der ersten Trichterebene eine Strangregisterwalze vorgesehen, mit welcher durch eine Verstellung des Bahn- bzw. Strangweges die unterschiedlichen Strangwege kompensiert werden können.
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Erfindungsgemäß kann nun je oberer Trichterebene durch ein Zusammenwirken der Steuerung der Hauptmotoren der Druckwerke mit der Steuerung der Strangregisterwalze eine von mehreren Strangregisterwalzen eingespart werden, einschließlich ihrer Steuerungs- und Antriebsmittel. Dabei erfolgt die Registerverstellung für den Papierstrang ohne Strangregisterwalze in der Weise, dass zunächst die Phasenverschiebung der Zylinder aller beteiligter Druckwerke um den benötigten Wert (Versatz) über die Hauptmotoren der Druckwerke vorgenommen wird und zeitgleich mit einer Einstellvorrichtung die verbliebenen Strangregisterwalzen um denselben Wert zurückgestellt werden.
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Bei dreistöckigen Balloon-Trichtern ist je Balloon-Trichterebene (obere Trichterebene) eine Strangregisterwalze weniger als bisher erforderlich.
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Bei einer Doppeltrichteranordnung können fünfzig Prozent der bisher benötigten Strangregisterwalzen eingespart werden.
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Zur zeitgleichen Verstellung der Phasenlage der Zylinder am Druckwerk und der Rückstellung der verbliebenen Strangregisterwalzen ist ein Zusammenwirken der Hauptmotoren der Druckwerke und der Einstellungsvorrichtung der Strangregisterwalzen mit Hilfe einer gemeinsamen Steuerung vorgesehen, die vorzugsweise in die vorhandene Steuersoftware integriert wird.
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In einer vorteilhaften Ausführungsform werden die Registerverstellungen für alle in einer oberen Trichterebene geführten Papierstränge gleichzeitig vorgenommen. Dabei erfolgt bei Papiersträngen mit Strangregisterwalze eine Korrektur der Rückstellung um den erforderlichen Registerwert, so dass die entsprechende Strangregisterwalze nicht um den Verstellbetrag des Papierstranges ohne Strangregisterwalze zurück verstellt wird, sondern gleichzeitig mit der Rückstellung die eigentliche Registereinstellung dieses Papierstranges erfolgt.
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In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die Einstellvorrichtungen der Strangregisterwalzen aller Trichterebenen softwaremäßig gekoppelt, so dass die Registerverstellungen in verschiedenen Trichterebenen untereinander kombinierbar sind.
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Diese Registereinstellung wird per Voreinstellung am Leitstand der Druckmaschine vor der Produktionsaufnahme vorgenommen. Dazu werden Preset-Werte aus einem Produktionsplanungssystem oder aus vorangegangenen Produktionen verwendet.
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Während einer laufenden Produktion wird eine Registerkorrektur über eine Registerregelung vorgenommen, wobei Messmarken oder Bildausschnitte des Druckbildes über ein oder mehrere Sensoren, wie beispielsweise CCD-Kameras, erfasst werden und Registerabweichungen sofort ausgeregelt werden. Bei der Feineinstellung erfolgt dann während der laufenden Produktion vorzugsweise nur noch eine Verstellung über die Einstellvorrichtung der Strangregisterwalzen.
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Der Verstellweg einer Strangregisterwalze ist ausreichend, um eine Differenz zwischen den einzelnen Papiersträngen von etwa einem halben Zylinderumfang, welcher je nach Strangführungskombination im Überbau maximal benötigt wird, mit der Zylinderverstellung durch die Hauptmotoren an den beteiligten Druckwerken auszugleichen.
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Vorteilhafterweise ist bei Doppeltrichter-Anordnungen die verbleibende Strangregisterwalze auf der Antriebsseite des Überbaus angeordnet, um auf der Bedienseite einen besseren Zugang zu den Falztrichtern zu erreichen.
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Bei Überbauten mit n Falztrichtern je Trichterebene sind nur noch n – 1 Strangregisterwalzen je Trichterebene erforderlich.
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Eine Feineinstellung oder Korrektur kann auch mit Längsregisterwalzen, welche nach den Wendestangen im Überbau angeordnet sind, vorgenommen werden, allerdings sind die Verstellwege hier relativ klein, so dass eine alleinige Verstellung hiermit nicht möglich ist.
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Die Registerwalzen können den Hauptmotor dann ersetzen, wenn eine ganze Bahn darüber geführt wird. Beide wirken ja auf die ganze Bahn Die Strangregisterwalze wirkt nur auf den Trichterstrang.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird nachfolgend näher beschrieben.
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Es zeigen:
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1 einen Falzapparat-Überbau mit mehreren Trichterebenen ähnlich dem z. B. aus der
US 3 942 782 bekannten Stand der Technik, mit zwei Strangregisterwalzen;
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2 einen Überbau mit mehreren Trichterebenen mit einer einzigen Strangregisterwalze.
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1 zeigt einen Überbau 01 eines Falzapparates 02 mit einem Doppeltrichter 03, und einem darüber angeordneten Balloon-Trichter 04 nach dem Stand der Technik. Aus dem Balloon-Trichter 04 führen Papierstränge 06 und 07 über verstellbare Strangregisterwalzen 08, 09 zu Einlaufwalzen 11 des Falzapparates 02, wobei die Papierstränge 06, 07 auf ihrem Weg zu den Einlaufwalzen 11 mit Papiersträngen 12, 13, welche den Doppeltrichter 03 mit einem Längsfalz verlassen, zusammengeführt werden. Bei dieser Zusammenführung der Papierstränge 06, 07, 12 und 13 wird mit einer Verstellung der Strangregisterwalzen 08 und 09 der unterschiedliche Bahnweg der Papierstränge 06 und 07 ausgeglichen, so dass die Papierstränge 06 und 07 registergenau an den Einlaufwalzen 11 des Falzapparates 02 eintreffen.
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In 2 ist der Überbau 01 des Falzapparates 02 dargestellt. Wie dargestellt, kann eine der beiden in 1 erläuterten Strangregisterwalzen weggelassen werden, wenn für die Registereinstellung dieses Papierstranges 07 eine Verstellung am Hauptmotor des Druckwerkes vorgenommen wird. In der dargestellten Ausführungsform befindet sich auf der Antriebsseite A des Überbaus 01 keine Strangregisterwalze. An der Bedienseite B des Papierstranges 06 ist in bekannter Weise die Strangregisterwalze 08 angeordnet.
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Ist nun eine Verstellung des Registers für den Papierstrang 07 vorzunehmen, so werden die Zylinder der beteiligten Druckwerke der Papierstränge 06 und 07 über deren Hauptmotoren gleichzeitig verstellt, wobei eine nicht dargestellte Einstellvorrichtung für die verbliebene Strangregisterwalze 08 diese Verstellung für den Papierstrang 06 gleichzeitig zurücknimmt. Die Strangregisterwalze 08 ist mittels der Einstellvorrichtung um den Verstellweg s verstellbar.
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Die Verstellung des Registers für den Papierstrang 06 wird in bekannter Weise mittels Einstellvorrichtung der zugehörigen Strangregisterwalze 08 vorgenommen. Gegebenfalls vorhandene weitere Papierstränge werden wie bisher bekannt mittels der jeweils zugeordneten Strangregisterwalze eingestellt.
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In an sich bekannter Weise sind Stelleinrichtungen für die verbleibende Strangregisterwalze und Messmittel zur Bestimmung des jeweils durchgeführten Verstellweges vorhanden.
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Bezugszeichenliste
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- 01
- Überbau
- 02
- Falzapparat
- 03
- Doppeltrichter; Trichterebene, erste
- 04
- Balloon-Trichter, Trichterebene, obere
- 05
- –
- 06
- Papierstrang
- 07
- Papierstrang
- 08
- Strangregisterwalze
- 09
- Strangregisterwalze
- 10
- –
- 11
- Einlaufwalzen
- 12
- Papierstrang
- 13
- Papierstrang
- s
- Verstellweg
- n
- Anzahl der Falztrichter in einer Ebene
- A
- Antriebsseite
- B
- Bedienseite