-
Die
Erfindung betrifft einen Gassack nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
-
In
der Technik sind sogenannte Vorhang-Gassäcke bekannt. Diese sind im
Bereich des Dachholmes eines Kraftfahrzeugs montiert und entfalten
sich bei Betätigung
des zugeordneten Gasgenerators vor den Seitenscheiben nach unten.
Aufgrund der großen
Länge solcher
Vorhang-Gassäcke müssen in
der Regel Maßnahmen
getroffen werden, die dafür
sorgen, dass das vom Gasgenerator kommende Gas schnell und gleichmäßig in die
Schutzkammern des Gassacks gelangt. Derzeit werden hierzu häufig sogenannte
Gaslanzen aus Metall eingesetzt, in welche der Gasgenerator hineinragt,
und welche sich im Wesentlichen über
die ganze Länge des
Vorhang-Gassackes erstrecken. Solche Gaslanzen haben jedoch Nachteile:
Zum
einen sind solche Gaslanzen aufgrund ihrer langen und dünnen Bauform
bei Transport und Lagerung schwierig zu handhaben. Weiterhin verhält sich die
aus Gasgenerator und Gassacklanze bestehende Gasgenerator-Einheit
in der Regel nicht schubneutral was eine Lagerung der vollständig montierten Gasgenerator-Einheit außerhalb
der vollständigen Gassack-Einheit
in der Regel ausschließt.
-
Aus
der gattungsbildenden
EP
1 054 790 B1 ist ein Vorhang-Gassack mit einem flexibel
ausgebildeten Füllschlauch
bekannt. Dieser Füllschlauch
liegt vollständig
innerhalb der Gassackhülle
und das einströmende
Gas strömt
vom in den Füllschlauch
ragenden Gasgenerator in diesen hinein und durch Ausströmöffnungen
in der Mantelfläche
des Füllschlauches
in die Schutzkammern des Vorhang-Gassackes.
Die beiden Seitenwände
des Vorhang-Gassackes sind entlang ihrer Umfangskanten miteinander
verbunden, wobei die Oberkante Befestigungslöcher zur Montage des Vorhang-Gassackes
in der Innenstruktur des Kraftfahrzeuges aufweist.
-
Durch
den Ersatz der starren Gaslanze durch einen flexiblen Füllschlauch
werden zwar die oben dargestellten Probleme überwunden, nachteilig ist jedoch,
dass Maßnahmen
getroffen werden müssen,
um den Füllschlauch
innerhalb der Gassackhülle
in Position zu halten, was bei der Endmontage des Gassacks zu erhöhtem Aufwand
führt.
-
Hiervon
ausgehend stellt sich die vorliegende Erfindung die Aufgabe, einen
gattungsgemäßen Gassack
dahingehend weiterzubilden, dass seine Fertigung vereinfacht wird,
ohne hierbei Abstriche bei der Betriebssicherheit machen zu müssen.
-
Diese
Aufgabe wird durch einen Gassack mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
-
Der
Füllschlauch
des erfindungsgemäßen Gassacks
weist einen Rohrabschnitt und wenigstens einen Verbindungsabschnitt
auf, welcher einstückig mit
dem Rohrabschnitt verbunden ist und welcher sich im Wesentlichen
radial nach außen
erstreckt. Der Füllschlauch
ist hierbei nahtfrei gefertigt. Diese Art der nahtfreien und einstückigen Herstellung
stellt eine gute Widerstandsfähigkeit
gegen die unter hohem Druck und teilweise mit hohen Temperaturen einströmenden Gase
sicher. An dem wenigstens einen Verbindungsabschnitt kann sehr einfach
die Gassackhülle
und/oder Verbindungselemente zur Verbindung des Gassacks mit der
Innenstruktur des Kraftfahrzeugs befestigt, beispielsweise angenäht werden.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
nach Anspruch 2 oder Anspruch 3 weist der Füllschlauch zwei Verbindungsabschnitte
auf. Hierdurch wird es möglich,
den Füllschlauch
zumindest teilweise außerhalb
der Schutzkammern anzuordnen. Da der Füllschlauch in der Regel im
Bereich des Dachholmes angeordnet ist, und es zumeist nicht notwendig ist,
dass sich die Schutzkammern bis dort erstrecken, kommt man so mit
weniger Gewebe aus, wodurch sich insbesondere das benötigte Packvolumen
verkleinert.
-
Ist
im jeweiligen Anwendungsfall das Packvolumen eine unkritische Größe, so ist
es möglich
mit nur einem Verbindungsabschnitt auszukommen, was dann den besonderen
Vorteil hat, dass man bei der Endmontage des Gassacks mit sehr wenigen
Nähten auskommen
kann.
-
Ein
weiterer Vorteil der Verbindungsabschnitte des Füllschlauches ist es, dass man
bei Mehrkammer-Gassäcken
auf sehr einfache Art und Weise mehrere Materialien für die Gassackhülle einsetzen
kann, was insbesondere aus Gewichtsgründen sehr vorteilhaft ist,
aber auch Kosten einsparen kann.
-
Verbindungsabschnitte
und Rohrabschnitt des Füllschlauches
können
insbesondere einstückig gewoben,
gestrickt oder geflochten sein. Um in diesen Fällen die notwendige Gasdichtigkeit
zu erzielen, ist es häufig
zu bevorzugen, im Inneren des Rohrabschnitts ein Innenrohr, zum
Beispiel aus einem Elastomer vorzusehen, oder den Rohrabschnitt
innen zu beschichten. Weiterhin ist es auch möglich, den gesamten Füllschlauch
einstückig
aus einem Elastomer zu extrudieren. Das nahtlose Herstellen von
Gewebeschläuchen
ist beispielsweise aus der Herstellung von Feuerwehrschläuchen bekannt.
-
Weitere
bevorzugte Ausführungsbeispiele ergeben
sich aus weiteren Unteransprüchen.
-
Die
Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug
auf die Figuren näher
erläutert.
Hierbei zeigen:
-
1 einen
Vorhang-Gassack in einer Seitenansicht,
-
2 einen
Schnitt durch die 1 entlang der Schnittlinie A-A,
-
3 eine
alternative Ausführungsform
des Vorhang-Gassacks in einer der 2 entsprechenden
Darstellung,
-
4 eine
weitere alternative Ausgestaltung des Vorhang-Gassacks in einer
der 2 entsprechenden Darstellung,
-
5 eine
schematische Darstellung einer möglichen
Webstruktur des Füllschlauches.
-
Die
Erfindung wird nun anhand von Vorhanggassacken näher beschrieben. Diese Art
von Gassäcken
bilden auch das bevorzugte Anwendungsgebiet der Erfindung, es ist
jedoch möglich
sie auch auf andere Gassäcke,
insbesondere auf Seitengassäcke anzuwenden.
-
Die 1 zeigt
eine Vorhanggassack-Einheit. Diese besteht aus dem Gassack 10 und
dem Gasgenerator 40. Der Gassack 10 selbst weist
eine Gassackhülle 12,
den Füllschlauch 20,
in den der Ausströmbereich 42 des
Gasgenerators 40 hineinragt, und mehrere Haltelaschen 30 auf.
Der Gassack dieses Ausführungsbeispiels
hat zwei Schutzkammern, welche durch den nicht aufblasbaren Zwischenbereich 18 getrennt
sind. Um Gewicht einzusparen, besteht die Gassackhülle 12 in
dem Bereich des nicht aufblasbaren Zwischenbereichs 18 aus
einem anderen Material als im Bereich der beiden Schutzkammern 14, 16.
Die Gassackhülle 12 ist
deshalb aus dem ersten Zuschnitt 12', dem zweitem Zuschnitt 12'' und dem dritten Zuschnitt 12''' zusammengesetzt,
wobei erster und dritter Zuschnitt 12', 12'' zweilagig
und aus einem gasdichten Gewebe oder aus beschichtetem Gewebe bestehen
und zweiter Zuschnitt 12'' aus nur einer
Lage eines sehr leichten Gewebes besteht. Die drei Zuschnitte 12', 12'' und 12''' sind entlang
erster Nähte 50 miteinander vernäht und die
Stirnseiten des Gassacks sind mittels der zweiten Nähte 52 verschlossen.
Die Nähte
sind in 1 strichpunktiert dargestellt,
während
verborgene Linien gestrichelt dargestellt sind.
-
Oberhalb
der Schutzkammern 14, 16 und des Zwischenbereichs 18 erstreckt
sich der Füllschlauch 20,
in den sich der Gasgenerator 40 hinein erstreckt. Insbesondere
mit Bezug auf die 2 sieht man den Aufbau des Füllschlauches 20 und
dessen Verbindung mit den Zuschnitten: Der Füllschlauch 20 weist
einen Rohrabschnitt 22 und drei einstückig mit dem Rohrabschnitt 22 verbundene
Verbindungsabschnitte 24, 25, 26 auf,
welche sich radial vom Rohrabschnitt nach außen erstrecken. Mit erstem
und zweitem Verbindungsabschnitt 24, 25 ist die
Oberkante der Gassackhülle 12,
das heißt
in diesem Ausführungsbeispiel
die Oberkante der drei Zuschnitte, verbunden, im gezeigten Ausführungsbeispiel
mittels der dritten Nähte 54 vernäht. Hierdurch
ragt der Rohrabschnitt 22 lediglich in die beiden Schutzkammern 14, 16 hinein,
liegt jedoch nicht vollständig
innerhalb der Schutzkammern. Das Gas strömt durch Ausströmöffnungen 29 in
der Mantelfläche
des Rohrabschnitts 22 in die Schutzkammern 14, 16.
-
Im
dargestellten Ausführungsbeispiel
ist im Inneren des Rohrabschnittes 22 ein Innenrohr 28, beispielsweise
aus einem Elastomer angeordnet, um die Gasdichtigkeit zu erhöhen. Dies
ist jedoch nicht bei jeder Ausführungsform
notwendig. Am dritten Verbindungsabschnitt 26 sind mit
den vierten Nähten 58 die
Haltelaschen 30 angenäht.
-
Man
sieht, dass man bei der Endmontage des Gassacks 10 mit
relativ wenigen Nähten
auskommt, ohne auf Gasdichtigkeit oder Widerstandsfähigkeit
verzichten zu müssen.
Der aus Rohrabschnitt 22 und Verbindungsabschnitten 24 bis 26 bestehende
Füllschlauch 20 bildet
gewissermaßen
das Rückgrat
des gesamten Gassacks 10, welches die Gassackhülle, hier
die drei Gewebezuschnitte, trägt.
-
3 zeigt
eine Alternative zum in 2 Gezeigten. Auch hier liegt
der Rohrabschnitt 22 teilweise innerhalb und teilweise
außerhalb
der Schutzkammern 14, 16, wobei jedoch die Gassackhülle 12 mit
den dritten Nähten 54 unmittelbar
mit dem Rohrabschnitt 22 verbunden, nämlich vernäht ist. Es ist hier nur ein
Verbindungsabschnitt 26 vorhanden, welcher, wie im ersten
Ausführungsbeispiel
auch, ausschließlich
der Anordnung der Haltelaschen 30 dient. Alternativ zum
in 2 und 3 gezeigten, kann der dritte
Verbindungsabschnitt 26 auch direkt am Fahrzeug befestigt
werden, wodurch separate Haltelaschen 30 eingespart werden
können.
-
Die 4 zeigt
eine Mischform der beiden zuerst beschriebenen Ausführungsformen.
Hier erstrecken sich vom Rohrabschnitt zwei Verbindungsabschnitte 24, 25 an
welchen sowohl die Gassackhülle 12 als
auch die Haltelaschen 30 angenäht sind. Auch hier ragt der
Füllschlauch 20 nur
abschnittsweise in die Schutzkammern hinein.
-
Grundsätzlich ist
es in allen Ausführungsformen
möglich,
einen Verbindungsabschnitt, der ausschließlich der Anordnung vom Haltelaschen,
oder der unmittelbaren Verbindung des Gassacks mit der Innenstruktur
eines Kraftfahrzeuges dient – hier
also der dritte Verbindungsabschnitt 26 –, nicht
durchgehend über
die gesamte Länge
des Füllschlauches, sondern
nur in Abschnitten am Rohrabschnitt vorzusehen. Verbindungsabschnitte
hingegen – hier
erster und zweiter Verbindungsabschnitt 24 und 26,
welche der Verbindung zwischen Gassackhülle 12 und Füllschlauch 20 dienen,
müssen
immer als durchgehende Streifen ausgebildet sein.
-
Die
5 zeigt
schematisch, wie Rohrabschnitt und Verbindungsabschnitte einstückig und ohne
Naht aus einem Gewebe hergestellt sein können. Das Gewebe besteht aus
zueinander parallelen ersten Fäden
61 und
die ersten Fäden
61 umschlingenden
zweiten Fäden
62.
Von jedem Verbindungsabschnitt "starten" zwei Paare von zweiten
Fäden
62, trennen
sich beim Übergang
zum Rohrabschnitt in entgegengesetzte Richtungen und verlassen den Rohrabschnitt
wieder am nächsten
Verbindungsabschnitt. Somit enthalten die Verbindungsabschnitte im
Vergleich zum Rohrabschnitt die doppelte Anzahl an zweiten Fäden
62.
Eine solche Webtechnik ist auch für Gassäcke bekannt (one piece woven)
und beispielsweise in der
EP
0 458 838 B1 beschrieben. Andere Techniken wie Stricken
oder Flechten sind ebenfalls möglich.
Andere Webmuster zur Herstellung des Füllschlauches sind natürlich möglich.
-
In
den hier dargestellten Ausführungsbeispielen
sind die einzelnen Elemente des Gassacks miteinander vernäht, es sind
jedoch auch andere Verbindungsmöglichkeiten,
insbesondere Verschweißen und
Verkleben einsetzbar.
-
Der
Gasgenerator 40 kann – wie
in 1 dargestellt, mit einem Ende des Füllschlauches 20 verbunden
sein. Alternativ hierzu kann der Gasgenerator vollständig innerhalb
des Füllschlauches
aufgenommen sein. Als weitere Alternative kann der Füllschlauch 20 im
mittleren Bereich eine Öffnung
aufweisen, durch die eine mit dem Gasgenerator verbundene Gasverteilereinheit
eingeführt
ist. Diese Gas verteilereinheit kann aus einem flexiblen Material wie
Gewebe bestehen, oder aus Metall oder Kunststoff gefertigt sein.
-
- 10
- Gassack
- 12
- Gassackhülle
- 12'
- erster
Zuschnitt
- 12''
- zweiter
Zuschnitt
- 12'''
- dritter
Zuschnitt
- 14
- erste
Schutzkammer
- 16
- zweite
Schutzkammer
- 18
- Zwischenbereich
- 20
- Füllschlauch
- 22
- Rohrabschnitt
- 24
- erster
Verbindungsabschnitt
- 25
- zweiter
Verbindungsabschnitt
- 26
- dritter
Verbindungsabschnitt
- 28
- Innenrohr
- 29
- Ausströmöffnung
- 30
- Haltelasche
- 40
- Gasgenerator
- 42
- Ausströmbereich
- 50
- erste
Naht
- 52
- zweite
Naht
- 54
- dritte
Naht
- 58
- vierte
Naht