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DE102006015581B3 - Verfahren und Vorrichtung zur Durchführung eines Umformprozesses - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Durchführung eines Umformprozesses Download PDF

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    • B30PRESSES
    • B30BPRESSES IN GENERAL
    • B30B1/00Presses, using a press ram, characterised by the features of the drive therefor, pressure being transmitted directly, or through simple thrust or tension members only, to the press ram or platen
    • B30B1/26Presses, using a press ram, characterised by the features of the drive therefor, pressure being transmitted directly, or through simple thrust or tension members only, to the press ram or platen by cams, eccentrics, or cranks
    • B30B1/266Drive systems for the cam, eccentric or crank axis
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B30PRESSES
    • B30BPRESSES IN GENERAL
    • B30B15/00Details of, or accessories for, presses; Auxiliary measures in connection with pressing
    • B30B15/14Control arrangements for mechanically-driven presses
    • B30B15/148Electrical control arrangements

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  • Mechanical Engineering (AREA)
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchführung eines Umformprozesses. Hierbei ist ein Direktantrieb (2) zum Antrieb eines Umformwerkzeuges vorgesehen. Im Direktantrieb (2) werden mittels integrierter Messeinrichtungen zeitliche Verläufe des Motorstroms als Maß für die Kraft oder das Drehmoment des Direktantriebes (2) und der Geschwindigkeit des Direktantriebs (2) als Prozessparameter zur Erfassung und/oder Überwachung des Umformprozesses ermittelt.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchführung eines Umformprozesses.
  • Derartige Vorrichtungen können insbesondere als Pressvorrichtungen ausgebildet sein. Ein Beispiel für derartige Pressvorrichtungen sind Exzenterpressen, bei welchen ein Gleichstrommotor vorgesehen ist, der über ein Getriebe eine Schwungmasse antreibt. Diese Schwungmasse ist über eine Kupplung mit einer Exzentervorrichtung gekoppelt, die eine Pleuelstange mit einem ein Umformwerkzeug bildenden Pressenstößel umfasst. Der Gleichstrommotor wird mit gleich bleibender Drehzahl kontinuierlich betrieben. Das Ein- und Ausschalten der Pressvorrichtung erfolgt über die Kupplung.
  • Um eine einfache Vorgabe des Bewegungsablaufs des Pressenstößels zu erzielen, ist aus der DE 102 60 127 A1 eine Pressvorrichtung bekannt, welche einen Direktantrieb aufweist, der ohne Schwungrad direkt auf die Exzentervorrichtung geführt ist.
  • Mit derartigen Vorrichtungen kann der Bewegungsablauf des Umformwerkzeugs direkter vorgegeben werden. Jedoch verbleibt auch dann noch das Problem, dass die durchgeführten Umformprozesse häufig ungenau oder fehlerhaft sind, was beispielsweise durch Verschleiß von Komponenten der Vorrichtung oder eine unzureichende Anpassung des Umformprozesses an die jeweiligen Randbedingungen bedingt sein kann.
  • Aus der EP 1 541 330 A1 ist ein Antriebssystem für eine Presse bekannt. Die Antriebsvorrichtung umfasst zwei Servomotoren zum Antrieb eines Stempels zur Durchführung von Stanzpressvorgängen. Zur Charakterisierung der Stanzpressvorgänge werden in zeitaufgelösten Messungen die Positionen des Stempels in Abhängigkeit der Drehmomente und der Geschwindigkeiten der Servomotoren erfasst.
  • Die US 5,697,146 betrifft eine Vorrichtung mittels derer durch Crimpen aus Rohmaterialien Drähte hergestellt werden. Der Umformvorgang wird mit einem Werkzeug durchgeführt, welches mittels eines Antriebs angetrieben ist, der als Servomotor ausgebildet ist. Zur Überwachung des Umformvorgangs wird der Motorstrom des Servomotors erfasst.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung bereitzustellen, durch welche eine systematische Erfassung und Optimierung von Umformprozessen ermöglicht wird.
  • Zur Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale der Ansprüche 1 und 9 vorgesehen. Vorteilhafte Ausführungsformen und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
  • Erfindungsgemäß wird zur Durchführung eines Umformprozesses ein Direktantrieb zum Antrieb eines Umformwerkzeuges eingesetzt. Mittels im Direktantrieb integrierter Messeinrichtungen werden zeitliche Verläufe des Motorstroms als Maß für die Kraft oder das Drehmoment des Direktantriebes und der Geschwindigkeit des Direktantriebs als Prozessparameter zur Erfassung und/oder Überwachung des Umformprozesses ermittelt. Zur Erfassung von Kenngrößen des Umformprozesses wird eine Mikromodulation eines Prozessparameters durchgeführt, welche den Umformprozess zumindest näherungsweise unverändert lässt, wobei die Reaktion wenigstens eines weiteren Prozessparameters hierauf erfasst wird.
  • Mit den erfindungsgemäß im Direktantrieb integrierten Messeinrichtungen können dessen Kraft bzw. das Drehmoment und dessen Geschwindigkeit als wesentliche, den Umformprozess kennzeichnende Prozessparameter erfasst werden, wodurch eine systematische Optimierung des Umformprozesses selbst möglich wird.
  • Vorteilhaft hierbei ist, dass diese Messeinrichtungen in einem Antrieb in Form eines Direktantriebs integriert sind, der eine direkte Ansteuerung des jeweiligen Umformwerkzeuges ermöglicht. Dadurch bedingt können die in den Messeinrichtungen generierten Messwerte zur Optimierung des mit dem Umformwerkzeugs durchgeführten Umformprozesses genutzt werden.
  • Gemäß einer ersten Variante der Erfindung werden die mit den Messeinrichtungen generieren Messwerte zu einer fortlaufenden Überwachung des Umformprozesses verwendet. Dabei erfolgt die Überwachung bevorzugt in Echtzeit während des Umformprozesses. Bei periodischen Umformprozessen bedeutet dies, dass zur Gewährleistung einer schnellen Reaktionszeit die Überwachung zeitaufgelöst für jede Periode des Umformprozesses erfolgt. Die Überwachung des Umformprozesses erfolgt bevorzugt derart, dass anhand der in den Messeinrichtungen generierten Messwerte überprüft wird, ob die aktuell gemessenen Kräfte oder Drehmomente sowie die Geschwindigkeit innerhalb von Toleranzbändern bildenden Sollwertbereichen liegen, die einen fehlerfreien Umformprozess kennzeichnen. Eine Störung wird dadurch erkannt, dass wenigstens die Messwerte für die Kraft oder das Drehmoment oder die Messwerte für die Geschwindigkeit außerhalb des jeweiligen Toleranzbandes liegen. Ist dies der Fall, wird ein Fehlersignal generiert, welches bevorzugt zu einem Notstopp der Vorrichtung, d. h. zu einem Abbruch des Umformprozesses führt, wodurch Beschädigungen der Vorrichtung und/oder des zu bearbeitenden Werkstücks vermieden werden können. Das Fehlersignal wird bevorzugt sofort bei Erkennen der Störung und damit noch vor Ablauf der Periode des Umformprozesses generiert. Die Generierung eines solchen Fehlersignals erfolgt bevor zugt in einer Auswerteeinheit, in welcher die Auswertung der Messwerte erfolgt. Diese Auswerteeinheit kann in dem Direktantrieb selbst oder in einer dem Direktantrieb zugeordneten Steuerung integriert sein.
  • Gemäß einer zweiten Variante der Erfindung werden die in den Messeinrichtungen generierten Messwerte zu einer detaillierten Analyse des jeweiligen Umformprozesses genutzt. In diesem Fall werden bevorzugt Messwerte mit einer hohen Auflösung generiert um möglichst genaue Informationen über den Umformprozess zu erhalten. Bei periodischen Umformprozessen werden hierzu zur Erhöhung der Messgenauigkeit die Messwerte über mehrere Perioden des Umformprozesses ortsabhängig gemittelt.
  • Durch die fortlaufende Erfassung der Messwerte für die den Umformprozess kennzeichnenden Prozessparameter können insbesondere Informationen über den Verschleiß der verwendeten Umformwerkzeuge gewonnen werden. Diese Informationen wiederum können zur Anpassung des Umformprozesses an die veränderten Eigenschaften des Umformwerkzeugs und damit zur Optimierung des Umformprozesses genutzt werden.
  • Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung besteht darin, dass die Erfassung von Prozessparametern derart erfolgt, dass ein erster Prozessparameter in vorgegebener Weise moduliert wird und als Antwort hierauf die Messwerte für den zweiten Prozessparameter registriert werden. Dabei erfolgt die Variation des ersten Prozessparameters erfindungsgemäß durch eine Mikromodulation, d. h. eine geringfügige Modulation des Prozessparameters, wodurch der Umformprozess zumindest näherungsweise unverändert bleibt, d. h. die Messwerterkennung kann ohne Beeinträchtigung des Umformprozesses erfolgen.
  • Mit diesem Modulationsverfahren können insbesondere Informationen über die Materialeigenschaften von zu bearbeitenden Werkstücken gemessen werden. Beispielsweise können beim Schneiden von Blechen durch die Analyse der Kraftänderung auf eine Modulation der Geschwindigkeit der Umformwerkzeu ge beim Schneidvorgang Informationen über das Fließverhalten des Werkstücks gewonnen werden.
  • Weiterhin kann beispielsweise bei der Bearbeitung von Kunststoffen, insbesondere bei der Durchführung von Stanzvorgängen, durch eine Mikromodulation der Kraft und Auswerten der dadurch bedingten Geschwindigkeitsänderungen das Kompressionsmodul des Materials des Werkstücks bestimmt werden.
  • Diese Modulation von Prozessparametern kann generell über eine gesamte Periode eines Umformprozesses durchgeführt werden. Alternativ kann die Modulation auch nur in Teilbereichen hiervon durchgeführt werden. Dabei kann beispielsweise ein Prozessparameter wie die Kraft des Direktantriebs innerhalb eines Teilschritts des Umformprozesses moduliert werden und dann als unmittelbare Reaktion hierauf die Messwerte eines zweiten Prozessparameters in demselben Teilschritt oder als Folgewirkung hierauf die Messwerte des zweiten Prozessparameters in einem folgenden Teilschritt erfasst werden. Besonders vorteilhaft kann die Phasenverschiebung, d. h. die Verzögerungszeit der Reaktion auf die Modulation als Kenngröße des Umformprozesses bestimmt werden.
  • Generell können die auf diese Weise aus den Messwerten gewonnenen Informationen dazu genutzt werden, den jeweiligen Umformprozess zu optimieren.
  • Hierzu können beispielsweise die Sollwertbereiche für die Prozessparameter in Abhängigkeit der Prozessanalyseergebnisse nachgeführt werden, um diese den sich verändernden Randbedingungen, wie zum Beispiel dem Verschleiß des Umformwerkzeugs, anzupassen.
  • Weiterhin kann anhand der Prozessanalyseergebnisse auch eine unmittelbare Änderung des Umformprozesses vorgenommen werden. Beispielsweise kann durch Analyse der Kraft und Geschwindigkeit in einem Direktantrieb zur Steuerung eines eine periodische Hubbewegung durchführenden Pressenstößels als Bestandteil einer Pressvorrichtung die Geschwindigkeit in Teilbereichen des Umformprozesses, in welchem keine Schneidvorgänge erfolgen, erhöht werden um so bei gleicher Qualität des Umformprozesses die Hubzahl des Umformwerkzeuges erhöhen zu können.
  • Die Erfindung wird im Nachstehenden anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
  • 1: Schematische Darstellung einer Exzenterpresse mit einem Direktantrieb
  • 2: Typischer Kraftverlauf bei einem Normalschneiden eines Blechs mit der Exzenterpresse gemäß 1
  • 3: Mikromodulation von Prozessparametern bei dem Normalschneiden eines Blechs gemäß 2
  • 1 zeigt als Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Durchführung von Umformprozessen eine Exzenterpresse 1, welche als Antriebseinheit einen Direktantrieb 2 aufweist, welche über eine Kupplung 3 eine Exzentervorrichtung steuert. Die Exzentervorrichtung umfasst eine Exzenterscheibe 4 mit einer daran gelagerten Pleuelstange 5, an deren unterem Ende als Umformwerkzeug ein Pressenstößel 6 mit einem Stempel 7 vorgesehen ist.
  • Die mit dem Direktantrieb 2 erzeugte Drehbewegung wird über die Pleuelstange 5 in eine mit den Pfeilen in 1 veranschaulichte in vertikaler Richtung verlaufende Hubbewegung des Umformwerkzeugs umgesetzt.
  • Der Direktantrieb 2 wird über eine Steuerung 8 gesteuert. In dem Direktantrieb 2 sind als Messeinheit zwei Messgeber 9a, 9b integriert, wobei mit dem ersten Messgeber 9a der Motorstrom des Direktantriebs 2 zur Ermittlung der Kraft bzw. des Drehmoments des Direktantriebs 2 als erstem Prozessparameter erfasst wird. Der Messgeber 9a kann von einem Hallsensor oder dergleichen gebildet sein, der für die Regelung des Direktantriebs 2 eingesetzt wird. Mit dem zweiten Messgeber 9b wird als zweiter Prozessparameter die Geschwindigkeit des Direktantriebs 2 ermittelt. Beispielsweise kann mit dem zweiten Messgeber 9b die Drehzahl des Direktantriebs 2 ermittelt werden, wobei auch dieser Messgeber 9b für die Regelung des Direktantriebs 2 vorgesehen sein kann. Die von den Messgebern 9a, 9b generierten Messwerte werden in einer Auswerteeinheit 10 ausgewertet, die im vorliegenden Fall in der Steuerung 8 integriert ist. Prinzipiell kann die Auswerteeinheit auch im Direktantrieb 2 integriert sein. Die Auswerteeinheit 10 ist bevorzugt von einem Mikroprozessor gebildet.
  • 2 zeigt den typischen Kraftverlauf bei einem Normalschneiden eines Blechs mit der Exzenterpresse 1 gemäß 1. Dabei ist mit der durchgezogenen Linie der Verlauf der Kraft F in Abhängigkeit des Pressenwinkels in Grad dargestellt. Weiterhin ist mit der gestrichelten Linie der zugehörige winkelabhängige Verlauf des Hubs H des Umformwerkzeugs dargestellt. Ausge hend von der Kraft F=0 steigt die auf das Umformwerkzeugs wirkende Kraft F bei dessen Aufsetzen auf dem Blech zunächst kontinuierlich an. In dem in 2 mit a bezeichneten Bereich des kontinuierlichen Kraftanstiegs findet eine elastische Verformung des Blechs statt. Anschließend beginnt das Blech im Schneidbereich zu fließen. In diesem mit b bezeichneten Bereich wird die Zunahme der Kraft erheblich geringer. Danach erfolgt der Durchbrechvorgang, das Blech reißt durch, die Kraft fällt rasch ab (Bereich c).
  • Im Verlauf der Zeit verschleißt das Umformwerkzeug, wodurch sich der Kraftverlauf gemäß 2 ändert. Mit den Messgebern 9a, 9b des Direktantriebs 2 kann diese Änderung erfasst werden. Hierbei wird der Kraftverlauf über eine Vielzahl von Perioden des periodischen Umformprozesses erfasst, wobei zur Erhöhung der Messgenauigkeit der Kraftverlauf jeweils über eine bestimmte Anzahl von Perioden gemittelt werden kann.
  • In der Auswerteeinheit 10 erfolgt eine Analyse und Dokumentation der Messwerte, die mit den Messgebern 9a, 9b aufgenommen wurden. Weiterhin können die Messwerte der Messgeber 9a, 9b auch zu einer Optimierung des Umformprozesses verwendet werden. Beispielsweise können für den Betrieb der Exzenterpresse 1 Sollwertbereiche für die Kraft und die Geschwindigkeit des Direktantriebs 2 vorgegeben, wobei bei einem fehlerfreien Betrieb die aktuellen Kraft- und Geschwindigkeitswerte innerhalb der Toleranzbänder bildenden Sollwertbereiche liegen. Liegen die aktuellen Messwerte außerhalb der Sollwertbereiche, so wird in der Auswerteeinheit 10 ein Fehlersignal generiert, welches beispielsweise einen Notstopp der Exzenterpresse 1 auslösen kann. Durch die Erfassung der Änderungen des Kraftverlaufs bedingt durch den Verschleiß des Umformwerkzeugs der Exzenterpresse 1 können die entsprechenden Sollwertbereiche hierzu angepasst werden.
  • Ein zweites Beispiel zur Erfassung von den Umformprozessen kennzeichnenden Kenngrößen ist in 3 dargestellt. In 3 ist wiederum der winkel abhängige Kraftverlauf F dargestellt, welcher bei dem mit der Exzenterpresse 1 gemäß 1 durchgeführten Umformprozess nämlich einem Normalschneiden eines Blechs, erhalten wird. Weiterhin ist in 3 die mit dem Messgeber 9b erfasste Geschwindigkeit des Umformwerkzeugs in Abhängigkeit des Pressenwinkels dargestellt.
  • Zur Erfassung von Kenngrößen des Umformprozesses wird im vorliegenden Fall eine Mikromodulation der Geschwindigkeit als Prozessparameter des Umformprozesses ausgeführt. Dabei erfolgt die Mikromodulation wie in 3 dargestellt derart, dass über eine Periode des Umformprozesses die Geschwindigkeit von dem ursprünglichen Wert v auf einen reduzierten Wert v'=v-Δv geändert wird, wobei Δv eine Konstante ist. Der Betrag der Geschwindigkeitsänderung Δv ist dabei sehr klein im Verhältnis zum Absolutwert v, so dass der Umformprozess durch diese Änderung zumindest näherungsweise unverändert bleibt. Der sich für die geänderte Geschwindigkeit v' ergebende Kraftverlauf ist in 3 mit F' bezeichnet. Wie aus 3 ersichtlich, weicht der Kraftverlauf von F' vom ursprünglichen Kraftverlauf F nur im Bereich des Fließens des Blechs ab. Aus dem Maß der Abweichung zwischen F und F' in Abhängigkeit der Geschwindigkeit in diesem Bereich können Rückschlüsse auf das Fließverhalten des Blechs während des Schneidvorgangs gezogen werden.
  • Während bei dem in 3 dargestellten Ausführungsbeispiel die Geschwindigkeit v mit einem konstanten Wert Δv moduliert wird, kann in einer alternativen, besonders vorteilhaften Ausführungsform ein kontinuierlich variierender Verlauf des modulierten Prozessparameters vorgesehen sein. Besonders vorteilhaft kann beispielsweise eine sinusförmige Modulation des Prozessparameters, im vorliegenden Fall der Geschwindigkeit, vorgesehen werden. Als Reaktion auf diese Modulation wird wiederum die Kraft F als weiterer Prozessparameter registriert. Vorteilhaft kann hierbei die Kraft F in den Scheitelpunkten der Modulation registriert werden.
  • Generell kann zur Erhöhung der Auflösung der bei der Modulation durchgeführten Messungen bei periodischen Umformprozessen eine Mittelung über mehrere Perioden des Umformprozesses erfolgen. Weiterhin kann die Mittelung über mehrere Perioden der Modulation erfolgen, deren Dauer von der Periodendauer des Umformprozesses verschieden sein kann.
  • 1
    Exzenterpresse
    2
    Direktantrieb
    3
    Kupplung
    4
    Exzenterscheibe
    5
    Pleuelstange
    6
    Pressenstößel
    7
    Stempel
    8
    Steuerung
    9a
    Messgeber
    9b
    Messgeber
    10
    Auswerteeinheit

Claims (14)

  1. Verfahren zur Durchführung eines Umformprozesses, bei welchem ein Direktantrieb (2) zum Antrieb eines Umformwerkzeuges vorgesehen ist und mittels im Direktantrieb integrierter Messeinrichtungen zeitliche Verläufe des Motorstroms als Maß für die Kraft oder das Drehmoment des Direktantriebes (2) und der Geschwindigkeit des Direktantriebs (2) als Prozessparameter zur Erfassung und/oder Überwachung des Umformprozesses ermittelt werden, wobei zur Erfassung von Kenngrößen des Umformprozesses eine Mikromodulation eines Prozessparameters durchgeführt wird, welche den Umformprozess zumindest näherungsweise unverändert lässt, und die Reaktion wenigstens eines weiteren Prozessparameters hierauf erfasst wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Überwachung des Umformprozesses überprüft wird, ob die ermittelten Prozessparameter innerhalb vorgegebener Sollwertbereiche liegen.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei außerhalb der Sollwertbereiche liegenden Prozessparametern ein Fehlersignal generiert wird.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass für einen periodischen Umformprozess die Messwerte der Messeinrichtungen über mehrere Perioden gemittelt werden.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mit den Messeinrichtungen ermittelten Messwerte zur Dokumentation des Umformprozesses verwendet werden.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die mit den Messeinrichtungen ermittelten Messwerte zur Optimierung des Umformprozesses verwendet werden.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass anhand der mit den Messeinheiten ermittelten Messwerte den Prozessparametern zugeordnete Sollwertbereiche geändert werden.
  8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass anhand der mit den Messeinheiten ermittelten Messwerte der Umformprozess verändert wird.
  9. Vorrichtung zur Durchführung eines Umformprozesses mit einem Direktantrieb (2) zum Antrieb eines Umformwerkzeuges, mit im Direktantrieb (2) integrierten Messeinrichtungen zur Ermittlung zeitlicher Verläufe des Motorstroms als Maß für die Kraft oder das Drehmoment des Direktantriebs (2) und der Geschwindigkeit des Direktantriebs (2) als Prozessparameter zur Erfassung und/oder Überwachung des Umformprozesses, wobei zur Erfassung von Kenngrößen des Umformprozesses eine Mikromodulation eines Prozessparameters durchgeführt wird, welche den Umformprozess zumindest näherungsweise unverändert lässt, und die Reaktion wenigstens eines weiteren Prozessparameters hierauf erfasst wird.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zur Auswertung der in den Messeinrichtungen generierten Messwerte eine Auswerteeinheit (10) vorgesehen ist.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit (10) in dem Direktantrieb (2) integriert ist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit (10) in einer dem Direktantrieb (2) zugeordneten Steuerung (8) integriert ist.
  13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass diese als Exzenterpresse (1) ausgebildet ist.
  14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Umformwerkzeug von einem Pressenstößel (6) gebildet ist, welcher über eine Exzenterwelle vom Direktantrieb (2) angetrieben ist.
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