-
Technisches
Gebiet
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Turbomaschine, beispielsweise
eine Turbine oder einen Verdichter einer Turbogruppe, insbesondere
in einer Kraftwerksanlage.
-
Stand der
Technik
-
Turbomaschinen
weisen üblicherweise
einen Rotor auf, der in einem Stator drehbar angeordnet ist. Derartige
Turbomaschinen werden dementsprechend auch als rotierende Strömungsmaschinen
bezeichnet. Der Rotor weist zumindest eine Laufschaufelreihe mit
mehreren Laufschaufeln auf, während der
Stator wenigstens eine Leitschaufelreihe mit mehreren Leitschaufeln
aufweist. Dabei ist es üblich, im
Bereich der Leitschaufeln rotorseitig und im Bereich der Laufschaufeln
statorseitig Axialdichtungen auszubilden. Je wirksamer diese Axialdichtungen sind,
desto höher
ist der Wirkungsgrad der Turbomaschine.
-
Zur
Realisierung einer Axialdichtung, die einer Laufschaufelreihe zugeordnet
ist, kann der Stator in einem dieser Laufschaufelreihe zugeordneten
Axialabschnitt mit einer Aussparung versehen werden, die in Umfangsrichtung
vollständig
umläuft
und radial nach innen offen ist. Die zugehörige Laufschaufelreihe taucht
dabei mehr oder weniger tief in radialer Richtung in die Aussparung
ein, beispielsweise mit einem Deckband. In der Aussparung kann beispielsweise
eine Labyrinthdichtung realisiert sein, um eine radial außen die
Laufschaufelreihe bzw. deren Deckband axial umgehende Strömung zu
behindern.
-
Darstellung
der Erfindung
-
Hier
setzt die vorliegende Erfindung an. Die Erfindung, wie sie in den
Ansprüchen
gekennzeichnet ist, beschäftigt
sich mit dem Problem, für
eine Turbomaschine der eingangs genannten Art eine verbesserte Ausführungsform
anzugeben, die sich insbesondere durch eine verbesserte Wirkung
der im Bereich der Aussparung ausgebildeten Axialdichtung auszeichnet.
-
Dieses
Problem wird erfindungsgemäß durch
den Gegenstand des unabhängigen
Anspruchs gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen
sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
-
Die
Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, in der Aussparung
im Bereich eines zwischen der zugehörigen Laufschaufelreihe und
dem Stator ausgebildeten anströmseitigen
Spalts eine radial nach innen gerichtete Gegenströmung oder Sperrströmung zu
erzeugen, die ein Eindringen der die Strömungsmaschine durchströmenden Arbeitsgase
durch besagten Spalt in die Aussparung behindert. Durch diese Behinderung
im anströmseitigen Spalt
wird die Leckageströmung,
welche die jeweilige Leitschaufelreihe im Bereich der Aussparung
umgeht, reduziert. Realisiert wird diese Gegen- oder Sperrströmung dadurch,
dass in einer anströmseitigen
Wand der Aussparung eine Nut eingearbeitet ist, die in Umfangsrichtung
vollständig
umläuft
und deren radial innenliegende Wand gegenüber einer Rotationsachse des
Rotors so geneigt ist, dass sie eine in Strömungsrichtung radial nach innen
abfallende Rampe bildet. Im Betrieb bewirkt eine radial außenliegende
Wand der Nut die Ausbildung eines Wirbels innerhalb der Nut, der
an der inneren Nutwand in die Aussparung entlang besagter Rampe
einströmt
und dabei im anströmseitigen
Spalt quer zur Strömungsrichtung
der Leckageströmung
sowie radial nach innen orientiert ist.
-
Bei
einer Weiterbildung kann auch die außenliegende Nutwand gegenüber der
Rotationsachse geneigt sein, und zwar so, dass sich eine in Strömungsrichtung
radial innen ansteigende Rampe ausbildet. Durch die Neigung der äußeren Nutwand
kann die Wirbelbildung innerhalb der Nut und somit die Beeinflussung
der Leckageströmung
im anströmseitigen
Spalt verstärkt
werden.
-
Optional
kann vorgesehen sein, die der Aussparung zugeordnete Laufschaufelreihe
mit einem der anströmseitigen
Aussparungswand axial gegenüberliegenden
Anströmbereich
zu versehen, der radial innen, also an einer der Hauptströmung der
Turbomaschine ausgesetzten Seite gegenüber der Rotationsachse geneigt
ist, und zwar so, dass sich eine in der Strömungsrichtung radial nach innen
ansteigende Rampe ausbildet. Durch diesen angefasten Anströmbereich
wird das Einströmen
der Gasströmung
in den anströmseitigen
Spalt erschwert. Darüber
hinaus unterstützt
diese Formgebung des Anströmbereichs
die durch die Nut induzierte Sperrströmung und verbessert dadurch
deren Sperrwirkung.
-
Weitere
wichtige Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen Turbomaschine ergeben sich aus
den Unteransprüchen,
aus der Zeichnung und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der
Zeichnung.
-
Kurze Beschreibung
der Zeichnung
-
Ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in der nachfolgenden
Beschreibung näher
erläutert.
-
Die
einzige 1 zeigt einen stark vereinfachten,
schematisierten Längsschnitt
durch eine Turbomaschine im Bereich einer Axialdichtung.
-
Wege zur Ausführung der
Erfindung
-
Entsprechend 1 umfasst
eine nur teilweise dargestellte Turbomaschine 1 einen Stator 2 und
einen Rotor 3. Der Rotor 3 ist um eine Rotationsachse 4 relativ
zum Stator 2 drehbar gelagert. Bei der Turbomaschine 1 handelt
es sich somit um eine rotierende Strömungsmaschine, beispielsweise
um eine Turbine oder um einen Verdichter einer Turbogruppe. Vorzugsweise
handelt es sich dabei um eine stationäre Turbomaschine, die insbesondere
in einer Kraftwerksanlage zur Anwendung kommt.
-
Der
Stator 2 weist wenigstens eine Leitschaufelreihe 5 auf,
die jeweils durch mehrere, in Umfangsrichtung des Rotors 3 beabstandete
Leitschaufeln 6 gebildet ist. Im Unterschied dazu weist der
Rotor 3 zumindest eine Laufschaufelreihe 7 auf, die
durch mehrere, in Umfangsrichtung beabstandete Laufschaufeln 8 gebildet
ist. Bei der in 1 gezeigten Ausführungsform
ist die Laufschaufelreihe 7 außerdem mit einem Deckband 9 versehen,
das radial außen
an den Laufschaufeln 8 angeordnet ist und sich in Umfangsrichtung
erstreckt.
-
Die
Schaufeln 6, 8 sind in einem Gaspfad 10 der
Turbomaschine 1 angeordnet, in dem eine durch einen Pfeil
symbolisierte Hauptströmung 11 eines
Arbeitsgases die Turbomaschine 1 durchströmt. Die Richtung
des Pfeils gibt dabei die Strömungsrichtung des
Arbeitsgases an, die im Folgenden daher ebenfalls mit 11 bezeichnet
wird. Bei einer Turbine kann das Arbeitsgas durch Verbrennungsabgase
oder durch Dampf gebildet sein.
-
Der
Stator 2 weist in einem durch eine geschweifte Klammer
gekennzeichneten Axialabschnitt 12 eine Aussparung 13 auf,
die sich in Umfangsrichtung vollständig umlaufend erstreckt. Der
Axialabschnitt 12 ist besagter Laufschaufelreihe 7 zugeordnet.
Dementsprechend ist die Aussparung 13 radial nach innen
zu den Laufschaufeln 8 dieser Laufschaufelreihe 7 hin
offen. In der Aussparung 13 bzw. mit dieser Aussparung 13 wird
statorseitig eine dieser Laufschaufelreihe 7 zugeordnete
Axialdichtung 14 ausgebildet. Zur Realisierung dieser Axialdichtung 14 können exemplarisch
in der Aussparung 13 mehrere, ringscheibenförmige Stege 15 angeordnet
sein, die sich von einem zylindrischen Boden 16 der Aussparung 13 radial
nach innen erstrecken. Hierdurch wird eine axial wirkende Labyrinthdichtung
geschaffen, die im vorliegenden Fall mit dem Deckband 9 der Laufschaufelreihe 7 zusammenwirkt.
Das Deckband 9 wirkt zur Ausbildung der Axialdichtung 14 mit
der Aussparung 13 zusammen, wozu das Deckband 9 in die
Aussparung 13 radial eintaucht.
-
Eine
durch einen Pfeil angedeutete Leckageströmung 17 tritt über einen
zwischen der Laufschaufelreihe 7 und dem Stator 2 ausgebildeten
anströmseitigen
Spalt 18 in die Aussparung 13 ein und wird auf
ihrem Weg bis zu einem zwischen der Laufschaufelreihe 7 und
dem Stator 2 ausgebildeten abströmseitigen Spalt 19 durch
die Axialdichtung 14 mehr oder weniger gedrosselt.
-
Die
Aussparung 13 ist in Axialrichtung durch eine anströmseitige
Wand 20 oder Aussparungswand 20 und eine abströmseitige
Wand 21 oder Aussparungswand 21 begrenzt. In die
anströmseitige Aussparungswand 20 ist
eine Nut 22 eingearbeitet, die sich in Umfangsrichtung
vollständig
umlaufend erstreckt und die zur Aussparung 13 hin, also
axial offen ist. Eine entsprechende Öffnung der Nut 22 ist dabei
mit 25 bezeichnet. Die Nut 22 ist durch eine radial
innenliegende Wand 23 oder innere Nutwand 23 sowie
durch eine radial außenliegende
Wand 24 oder äußere Nutwand 24 und
einen der Nutöffnung 25 zugewandten
Boden 26 begrenzt.
-
Bei
der erfindungsgemäßen Turbomaschine ist
nun die innere Nutwand 23 in einer hier der Zeichnungsebene
entsprechenden, nicht näher
bezeichneten Schnittebene, welche die Rotationsachse 4 enthält, gegenüber einer
Achse 27, die sich parallel zur Rotationsachse 4 erstreckt,
mit einem Neigungswinkel αIN geneigt. Diese Neigung ist dabei so orientiert,
dass die innere Nutwand 23 eine in Strömungsrichtung 11 radial
nach innen abfallende Rampe bildet. Außerdem kann gemäß der hier
gezeigten, bevorzugten Ausführungsform
optional auch die äußere Nutwand 24 in
besagter Schnittebene gegenüber
einer Achse 28, die sich ebenfalls parallel zur Rotationsachse 4 erstreckt,
um einen Neigungswinkel αOUT geneigt sein. Dabei ist hier die Neigung
so orientiert, dass die äußere Nutwand 24 eine
in der Strömungsrichtung 11 radial
nach innen ansteigende Rampe bildet. Im gezeigten Ausführungsführungsbeispiel
ist der Neigungswinkel αIN der inneren Nutwand 23 kleiner
gewählt
als der Neigungswinkel αOUT der äußeren Nutwand 24.
Bei einer anderen Ausführungsform können beide
Neigungswinkel αIN und αOUT gleich groß gewählt sein. Ebenso ist eine Ausführungsform denkbar,
bei welcher der Neigungswinkel αIN der inneren Nutwand 23 größer ist
als der Neigungswinkel αOUT der äußeren Nutwand 24.
Winkelwerte, zwischen denen der Neigungswinkel αIN der
Nutwand 23 und/oder der Neigungswinkel αOUT der äußeren Nutwand 24 liegen
können,
erstrecken sich beispielsweise zwischen 0° und 80° oder zwischen 10° und 70° oder ab
10° oder
zwischen 30° und
60°.
-
Durch
die spezielle Ausgestaltung der Nut 22 wird erreicht, dass
von der durch den anströmseitigen
Spalt 18 in die Aussparung 13 eintretenden Leckageströmung 17 über die äußere Nutwand 24 ein Teil
der Leckageströmung 17 in
die Nut 22 umgeleitet wird, wodurch in der Nut 22 eine
Wirbelströmung ausgebildet
wird, was hier durch verschiedene Pfeile angedeutet ist. Die gezielt
gewählte
Neigung der inneren Nutwand 23 bewirkt nun, dass im Bereich
des anströmseitigen
Spalts 18 eine durch Pfeile repräsentierte Sperrströmung 29 entlang
der inneren Nutwand 23 im Bereich des anströmseitigen
Spalts 18 aus der Nut 22 austritt. Diese Sperrströmung 29 besitzt
dabei eine axiale sowie eine radial nach innen orientierte Komponente
und erzeugt im anströmseitigen
Spalt 18 somit eine intensive Behinderung der Leckageströmung 17.
Die Neigung der äußeren Nutwand 24 kann
dabei die Wirbelbildung in der Nut 22 unterstützen. Insbesondere
kann ein Übergang 30 zwischen
der äußeren Nutwand 24 und
der anströmseitigen
Aussparungswand 20 vergleichsweise scharfkantig ausgestaltet
sein.
-
Des
weiteren kann zur Unterstützung
der Behinderungswirkung der Leckageströmung 17 eine Abströmkante 31 der
stromauf an die Aussparung 13 angrenzenden Leitschaufelreihe 5 vergleichsweise scharfkantig
und – wie
hier – rechtwinklig
ausgestaltet sein. Die Abströmkante 31 bildet
hierbei den Übergang
zwischen einer der Hauptströmung 11 ausgesetzten
Innenseite des Stators 2 und der anströmseitigen Aussparungswand 20.
-
Die
Sperrwirkung der Sperrströmung 29 kann
auch dadurch verbessert werden, dass ein Anströmbereich 32 der Laufschaufelreihe 7,
die der Aussparung 13 zugeordnet ist, radial innen in der Schnittebene
gegenüber
einer Achse 33, die sich parallel zur Rotationsachse 4 erstreckt,
um einen Neigungswinkel α geneigt
ist. Diese Neigung ist hierbei so orientiert, dass der Anströmbereich 32 radial
innen eine in der Strömungsrichtung 11 radial
nach innen ansteigende Rampe bildet. Dabei ist besagter Anströmbereich 32 der
anströmseitigen
Aussparungswand 20 innerhalb der Aussparung 13 axial
gegenüberliegend
angeordnet. Bei der hier gezeigten Ausführungsform ist der Anströmbereich 32 am
Deckband 9 ausgebildet.
-
Der
Anströmbereich 32 ist
somit an einer der Hauptströmung 11 ausgesetzten
Innenseite 35 mit besagter Neigung versehen. Hierdurch
wird zum einen erreicht, dass es für die Leckageströmung 17 erschwert
ist, durch den anströmseitigen
Spalt 18 in die Aussparung 13 einzuströmen. Zum
anderen wird durch die Rampenform des Anströmbereichs 32 erreicht,
dass die Sperrströmung 29 den
Anströmbereich 32 radial
innen anströmen
kann, wodurch die Sperrströmung 29 insgesamt
besser ausgeprägt werden
kann. Besonders vorteilhaft ist dabei eine Ausführungsform, bei welcher der
Neigungswinkel α des
Anströmbereichs 32 so
gewählt
ist, dass eine durch eine strichpunktierte Linie angedeutete virtuelle
Verlängerung 34 der
Rampe bzw. der Innenseite 35 des Anströmbereichs 32 entgegen
der Hauptströmungsrichtung 11 in
die Nut 22 hineinragt. Der zuvor genannte Effekt zur besseren
Ausprägung
bzw. Formierung der Sperrströmung 29 wird
dadurch unterstützt.
-
- 1
- Turbomaschine
- 2
- Stator
- 3
- Rotor
- 4
- Rotationsachse
- 5
- Leitschaufelreihe
- 6
- Leitschaufel
- 7
- Laufschaufelreihe
- 8
- Laufschaufel
- 9
- Deckband
- 10
- Gaspfad
- 11
- Strömungsrichtung/Hauptströmung
- 12
- Axialabschnitt
- 13
- Aussparung
- 14
- Axialdichtung
- 15
- Steg
- 16
- Boden
von 13
- 17
- Leckageströmung
- 18
- anströmseitiger
Spalt
- 19
- abströmseitiger
Spalt
- 20
- anströmseitige
Wand von 13
- 21
- abströmseitige
Wand von 13
- 22
- Nut
- 23
- innenliegende
Wand von 22
- 24
- außenliegende
Wand von 22
- 25
- Öffnung von 22
- 26
- Boden
von 22
- 27
- Achse
- 28
- Achse
- 29
- Sperrströmung
- 30
- Übergang
zwischen 24 und 20
- 31
- Abströmkante von 5
- 32
- Anströmbereich
- 33
- Achse
- 34
- virtuelle
Verlängerung
- 35
- Innenseite
von 32
- α
- Neigungswinkel
von 32
- αIN
- Neigungswinkel
von 23
- αOUT
- Neigungswinkel
von 24