DE102006003719A1 - Rollenwerkzeug zum Schneiden einer auf einem Werkstück aufgebrachten Folie sowie Schneidvorrichtung mit einem derartigen Rollenwerkzeug - Google Patents
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Abstract
Ein Rollenwerkzeug (2) dient zum Schneiden einer auf einem Werkstück aufgebrachten Folie. Das Werkzeug hat eine Schneidrolle (4) mit einer Welle (5) und einem um diese rollenden Schneid-Rollenkörper (7) mit einem umlaufenden Schneidmesser (8). Die Schneidrolle (4) ist relativ zum Werkstück (3) zum Folienschneiden in einer Schneidebene linienhaft führbar. Es resultiert ein Rollenwerkzeug, mit dem ein definiertes Ausschneiden einer vorgegebenen Folienkontur möglich ist.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Rollenwerkzeug zum Schneiden einer auf einem Werkstück aufgebrachten Folie. Ferner betrifft die Erfindung eine Schneidvorrichtung mit einem derartigen Rollenwerkzeug.
- Zum Schutz gegen Verkratzen oder Verschmutzung weisen Werkstücke häufig einen Überzug mit einer Schutzfolie auf. Diese Schutzfolie muss, zum Beispiel zur Bearbeitung des Werkstücks, oft bereichsweise abgezogen werden, wobei die Folie an anderen Stellen verbleiben soll, um dort ihre Schutzfunktion auszuüben. Um die Schutzfolie bereichsweise abziehen zu können, muss diese längs der abzuziehenden Kontur eingeschnitten werden. Dies erfolgte bisher in der Regel manuell, was zeitraubend und ungenau ist und zudem die Gefahr einer sichtbaren Beschädigung des Werkstücks mit sich bringt.
- Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Rollenwerkzeug zum Schneiden auf einer auf einem Werkstück aufgebrachten Folie zu schaffen, mit welchem ein definiertes Ausschneiden einer vorgegebenen Folienkontur möglich ist.
- Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch ein Rollenwerkzeug mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen.
- Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass ein Rollenwerkzeug, mit dem zum Beispiel Sicken in Bleche geformt werden können, durch eine entsprechende Modifikation auch zum Folienschneiden eingesetzt werden kann.
- Hierzu weist die Rolle des Rollenwerkzeugs ein umlaufendes Schneidmesser auf, welches die Folie längs einer vorgegebenen Bahn bzw. Kontur durchschneidet. Die Bahnvorgabe erfolgt durch die linienhafte Führung der Schneidrolle relativ zum Werkstück. Auf diese Weise ist ein definiertes und präzises Folienschneiden gegeben, welches zudem schneller erfolgen kann als das manuelle Folienschneiden. Das Rollenwerkzeug kann insbesondere auf einer vom Markt her bekannten, CNC-gesteuerten Stanzmaschine zum Einsatz kommen. Hierbei wird das Stanzwerkzeug der Stanzmaschine durch das Rollenwerkzeug ersetzt. Das Werkzeug der Stanzmaschine kann aufgrund der CNC-Steuerung vorgegebene Bahnen, insbesondere vorgegebene Kurven und Radien abfahren.
- Bei einem Rollenwerkzeug mit einem Gegenkörper nach Anspruch 2 stützt sich die Schneidrolle über das Werkstück am Gegenkörper ab, was das Werkstück entlastet.
- Eine federnde Lagerung des Gegenkörpers nach Anspruch 3 schafft einen Toleranzausgleich. Der Schneidhub der Schneidrolle kann etwas größer als die Stärke der zu schneidenden Folie gewählt werden, ohne dass dann zwangsläufig große Druckkräfte zwischen dem Schneidmesser und dem Werkstück wirken. Die Folie wird auf diese Weise sicher durchgeschnitten, ohne dass hierunter die Schneide des Schneidmessers oder das Werkstück leiden.
- Eine Mehrzahl von Druckfedern nach Anspruch 4 führt zu einer definierten federnden Abstützung des Gegenkörpers.
- Ein Haltering nach Anspruch 5 verhindert, dass der Gegenkörper vom Stützkörper unerwünscht freikommt.
- Ein Überstand des Schneidmessers nach Anspruch 6 hat sich für die meisten derzeitigen Folienschneidaufgaben als ausreichend herausgestellt. Schneidmesser mit einem derartigen Überstand können hergestellt werden, in dem der Schneid-Rollenkörper entsprechend spanend bearbeitet wird. Der Schneid-Rollenkörper mit dem Schneidmesser wird in diesem Fall aus dem Vollen in einem Stück hergestellt.
- Eine federnde Lagerung des Schneid-Rollenkörpers nach Anspruch 7 hat Vorteile, die denjenigen entsprechen, die im Zusammenhang mit dem Anspruch 3 schon erläutert wurden. Gleichzeitig kann ein ungefederter Gegenkörper verwendet werden.
- Druckfedern nach Anspruch 8 bzw. eine Führung nach Anspruch 9 führen zu einer definierten federnden Abstützung des Schneid-Rollenkörpers.
- Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schneidvorrichtung zu schaffen, mit der auf Werkstücken aufgebrachte Folien längs beliebiger Konturen ausgeschnitten werden können.
- Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch eine Schneidvorrichtung nach Anspruch 10.
- Die Vorteile der Schneidvorrichtung entsprechen denjenigen, die vorstehend schon im Bezug auf das Rollenwerkzeug angesprochen wurden.
- Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend an Hand der Zeichnung näher erläutert. In dieser zeigen:
-
1 einen vertikalen Längsschnitt durch ein Rollenwerkzeug, wobei eine Drehachse eines Schneid-Rollenkörpers in der Schnittebene liegt; -
2 eine Ausschnittsvergrößerung aus1 im Bereich eines Schneidmessers des Schneid-Rollenkörpers; -
3 einen Schnitt durch ein Werkstück in Form eines Blechs, auf dem eine nicht dargestellte Folie aufgebracht ist, die mit dem Rollenwerkzeug geschnitten werden soll; -
4 einen vertikalen Längsschnitt durch einen Gegenkörper mitsamt dessen Federlagerung zur Ergänzung des Rollenwerkzeugs; -
5 einen zu1 ähnlichen vertikalen Längsschnitt durch eine weitere Ausführungsform eines Rollenwerkzeugs und eines Gegenkörpers; und -
6 eine Explosionsdarstellung des Rollenwerkzeugs nach5 . - Ein in
1 im Schnitt ohne einen Gegenkörper1 (vgl.4 ) dargestelltes, insgesamt mit2 bezeichnetes Rollenwerkzeug dient zum Schneiden einer auf einem Werkstück3 aufgebrachten, in3 nicht dargestellten Folie. - Das in
1 dargestellte Rollenwerkzeug2 hat eine Schneidrolle4 mit einer Welle5 , die als Zylinderstift ausgeführt ist. Um die Welle5 rollt, gelagert durch zwei axial zueinander beabstandete Nadellager6 , ein Schneid-Rollenkörper7 mit einem mittig umlaufenden Schneidmesser8 . Letzteres ist in der Ausschnittsvergrößerung der2 dargestellt und hat einen drei eckigen Querschnitt, wobei die beiden Schneidflanken9 in etwa zwei Seiten eines gleichseitigen Querschnitts-Dreiecks bilden, dessen dritten Seite von der Basis des Schneidmesser-Querschnitts gebildet wird. Das Schneidmesser8 steht über eine Mantelfläche10 eines hohlzylindrischen Gegenkörpers1 des Schneid-Rollenkörpers7 mit einem Überstand h von 80 μm über. Auch andere Überstände, zum Beispiels im Bereich zwischen 50 und 100 μm sind möglich. - Das in
1 dargestellte Rollenwerkzeug2 steht mit einem nicht dargestellten Antrieb in Verbindung, mit dessen Hilfe ein Verschwenken bzw. Verdrehen des in1 dargestellten Rollenwerkzeugs2 um eine Schwenk- bzw. Drehachse12 möglich ist. Die Schwenkachse12 steht senkrecht auf einer in3 oberen Schneid- bzw. Bearbeitungsebene13 , also senkrecht auf der zu schneidenden, auf dem Werkstück3 aufgebrachten Folie. - Beim Folienschneiden ist das Werkstück
3 zwischen der Schneidrolle4 und dem Gegenkörper1 angeordnet. Der Gegenkörper1 ist senkrecht zur Schneidebene13 federnd gelagert. Hierzu stützt sich der Gegenkörper1 federnd an einem maschinenrahmenfesten und in4 unten dargestellten Stützkörper14 ab. Zu diesem Zweck ist zwischen dem Gegenkörper1 und dem Stützkörper14 eine Mehrzahl, bei der dargestellten Ausführungsform insgesamt acht, von Druckfedern15 angeordnet. Sowohl die gegenkörperseitigen Enden der Druckfedern15 als auch die stützkörperseitigen Enden stützen sich in Sackbohrungen16 des Gegenkörpers1 einerseits und in Sackbohrungen17 des Stützkörpers14 andererseits ab. Die Sackbohrungen16 im Gegenkörper1 sind dabei tiefer ausgeführt als die Sackbohrungen17 im Stützkörper14 . Das Federspiel des Gegenkörpers1 beträgt 0,5 mm. - In
4 von oben her gesehen ist der Gegenkörper1 rund, hat also eine insgesamt scheibenförmige Gestalt. Der Stützkörper14 ist in etwa tellerförmig und ebenfalls rund. Am Stützkörper14 ist in4 oben ein Haltering18 angeflanscht. Letzterer hat einen inneren Umfangsvorsprung19 . Dieser hintergreift den Gegenkörper1 , wobei der Umfangsvorsprung19 in eine hierzu komplementär geformte Umfangs-Ringnut20 eingreift. - Der Gegenkörper
1 mit dem Stützkörper14 und dem Haltering18 ist hydraulisch in einen nicht dargestellten Maschinenrahmen geklemmt. - Die auf dem Werkstück
3 aufgebrachte Folie wird mit dem Rollenwerkzeug2 folgendermaßen geschnitten: Zunächst wird das Werkstück3 auf dem Gegenkörper1 fixiert. Die auf dem Werkstück3 aufgebrachte Folie ist in dieser fixierten Stellung der Schneidrolle4 zugewandt. Anschließend wird die Schneidrolle4 hydraulisch auf das Werkstück3 abgesenkt. Dieses Absenken geschieht mindestens soweit, bis das Schneidmesser8 die auf dem Werkstück3 aufgebrachte Folie vollständig durchdrungen hat. In der Regel wird die Schneidrolle4 noch etwas weiter abgesenkt, so dass die Schneidenspitze des Schneidmessers8 auf das Werkstück3 drückt und letzteres mitsamt dem Gegenkörper1 gegen die Vorspannung der Druckfedern15 zum Stützkörper14 hin verlagert. - Anschließend wird das Rollenwerkzeug
2 mit Hilfe des nicht dargestellten Antriebs relativ zum Werkstück längs der gewünschten Folienschneidkontur verlagert. Das Schneidmesser8 rollt dabei auf dem Werkstück3 ab und durchschneidet die Folie längs der gewünschten Schneidkontur. - Der Schneidvorgang verläuft längs einer geschlossenen Schneidkontur. Sobald diese geschlossene Schneidkontur fertiggestellt ist, wird die Schneidrolle
4 vom Werkstück3 abgehoben. Die ausgeschnittene Folienkontur kann dann vom Werkstück3 abgezogen werden. Dort, wo nach dem Abziehen die Folie nicht mehr vorhanden ist, kann das Werkstück3 sodann anderweitig bearbeitet, zum Beispiel gestanzt oder geprägt werden. -
5 und6 zeigen eine weitere Ausführungsform eines insgesamt mit21 bezeichneten Rollenwerkzeugs. Komponenten des Rollenwerkzeugs21 , die denjenigen entsprechen, die vorstehend im Zusammenhang mit den1 bis4 schon erläutert wurden, werden nicht nochmals im Einzelnen diskutiert. - Beim Rollenwerkzeug
21 ist nicht ein Gegenkörper22 , sondern das Rollenwerkzeug21 selbst gefedert. Hierzu weist das Rollenwerkzeug21 einen Tragkörper23 auf, der fest mit einer Werkzeugaufnahme verbunden wird. Zusätzlich hat das Rollenwerkzeug21 noch zwei Lagerbuchsen24 ,25 , die ein Axial-/Radiallager für die beiden Endabschnitte der Welle5 darstellen. Der Schneid-Rollenkörper7 ist zwischen den Lagerbuchsen24 ,25 angeordnet. - Zwischen den Lagerbuchsen
24 ,25 und dem Tragkörper23 stützen sich Druckfedern26 ab, deren Funktion derjenigen der Druckfedern15 der Ausführung nach den1 bis4 entspricht. Eine Federbewegung der Lagerbuchsen24 ,25 parallel zur Schwenkachse12 ist geführt über gegenüberliegende, einstückig mit den Lagerbuchsen24 ,25 verbundene Nasen27 , die in hierzu komplementäre Führungsnuten28 des Tragkörpers23 eingreifen. - Zusammengehalten wird das Rollenwerkzeug
21 durch einen rechteckigen Montagerahmen29 , der ein Fenster30 zum Durchtritt eines unteren Ab schnitts des Schneid-Rollenkörpers7 aufweist. Vier im Bereich der Ecken des Montagerahmens29 angeordnete Bohrungen31 dienen zur Aufnahme nicht dargestellter Montageschrauben, die in entsprechende Sackbohrungen im Tragkörper23 , die ebenfalls nicht dargestellt sind, beim Montieren des Rollenwerkzeugs21 eingeschraubt werden. - Zur Ausrichtung des Rollenwerkzeugs
21 relativ zur Werkzeugaufnahme dient ein Ausrichtkeil32 , der mittels einer Schraube33 in5 von oben her mit dem Tragkörper23 verbunden wird. - Beim Schneiden einer Folie drückt die Schneidenspitze des Schneidmessers
8 über das Werkstück3 gegen den Gegenkörper22 , sodass der Schneid-Rollenkörper7 mitsamt den Lagerbuchsen24 ,25 gegen die Vorspannung der Druckfedern15 zum Tragkörper23 hin verlagert werden.
Claims (10)
- Rollenwerkzeug (
2 ;21 ) zum Schneiden einer auf einem Werkstück (3 ) aufgebrachten Folie – mit einer Schneidrolle (4 ) mit einer Welle (5 ) und einem um diese rollenden Schneid-Rollenkörper (7 ) mit einem umlaufenden Schneidmesser (8 ), – wobei die Schneidrolle (4 ) relativ zum Werkstück (3 ) zum Folienschneiden in einer Schneidebene (13 ) linienhaft führbar ist. - Rollenwerkzeug nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gegenkörper (
1 ), wobei das Werkstück (3 ) beim Folienschneiden zwischen der Schneidrolle (4 ) und dem Gegenkörper (1 ) angeordnet ist. - Rollenwerkzeug (
2 ) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenkörper (1 ) senkrecht zur Schneidebene (13 ) federnd gelagert ist. - Rollenwerkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Gegenkörper (
1 ) federnd an einem maschinenrahmenfesten Stützkörper (14 ) abstützt, wobei eine Mehrzahl von Druckfedern (15 ) zwischen dem Gegenkörper (1 ) und dem Stützkörper (14 ) angeordnet sind. - Rollenwerkzeug nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch einen am Stützkörper (
14 ) festgelegten Haltering (18 ), der einen inneren Umfangsvorsprung (19 ) aufweist, der den Gegenkörper (1 ) am Stützkörper (14 ) halternd hintergreift. - Rollenwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidmesser (
8 ) über eine Mantelfläche (10 ) eines zylindrischen Grundkörpers (11 ) des Schneid-Rollenkörpers (7 ) mit einem Überstand (h) zwischen 50 und 100 μm, insbesondere mit einem Überstand von 80 μm, übersteht. - Rollenwerkzeug (
21 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneid-Rollenkörper (7 ) senkrecht zur Schneidebene (13 ) federnd gelagert ist. - Rollenwerkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Schneid-Rollenkörper (
7 ) über mindestens einen Lagerkörper (24 ,25 ) federnd an einem werkzeugaufnahmefesten Tragkörper (23 ) abstützt, wobei mindestens eine Druckfeder (26 ) zwischen dem mindestens einen Lagerkörper (24 ,25 ) und dem Tragkörper (23 ) angeordnet ist. - Rollenwerkzeug nach ein Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Federbewegung des Lagerkörpers (
24 ,25 ) relativ zum Tragkörper (23 ) über eine Nutführung (27 ,28 ) geführt ist. - Schneidvorrichtung – mit einem Rollenwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, – mit einem Rollenwerkzeug-Halter, – mit einem Antrieb zum Verschwenken des Rollenwerkzeug-Halters um eine Achse (
12 ) senkrecht zur Schneidebene (13 ).
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