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DE102006002669B4 - Mehrdimensional strukturiertes Gleit- und Rollbrett - Google Patents

Mehrdimensional strukturiertes Gleit- und Rollbrett Download PDF

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DE102006002669B4 DE200610002669 DE102006002669A DE102006002669B4 DE 102006002669 B4 DE102006002669 B4 DE 102006002669B4 DE 200610002669 DE200610002669 DE 200610002669 DE 102006002669 A DE102006002669 A DE 102006002669A DE 102006002669 B4 DE102006002669 B4 DE 102006002669B4
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Abstract

Gleit- oder Rollbrett als Sandwich mit mindestens einer dünnwandigen Materialschicht, insbesondere für Snowboard, Ski, Wassergleitbrett und Skateboard, wobei die mindestens eine dünnwandige Materialschicht eine durch biegende Verformung aus ebenen Blechen oder Bändern erzeugte dreidimensionale facettenförmige oder beul- bzw. wölbförmige Wandstruktur aufweist und eine Wand bildet, die im Verbund mit dem Sandwich Vibrationsschwingungen dämpft.

Description

  • Die Erfindung betrifft das Gebiet der Versteifung von Gleit- und Rollbrettern im weitesten Sinne vom Snowboard und Ski bis zum Skateboard.
  • Stand der Technik
  • Bei der Herstellung von Gleit- und Rollbrettern, beispielsweise Snowboard, Ski, Wassergleitbrett und Skateboard, werden versteifende Schichten oder Laminate verwendet, die dem Gleit- oder Rollbrett eine hohe Formsteifigkeit bei geringem Gewicht verleihen. Dazu verwendet man hoch- und höchstfeste Metall-Legierungen, vorzugsweise aus Aluminium, Titan, Stahl und Magnesium, und ferner aus faserverstärkten Kunststoffen oder auch aus verleimten Holzschichten. So erhält das Gleit- oder Rollbrett eine hohe Biege- und Torsionssteifigkeit. Gleichzeitig sollen die Gleit- und Rollbretter eine hohe Laufruhe im Fahrbetrieb aufweisen, wobei Vibrationen gedämpft werden. Deshalb geht der Trend auch hin zur Verwendung weicherer Materialien, weil diese durch ihre Duktilität dämpfend wirken. Das führt aber zu einer Biegeweichheit des Gleit- oder Rollbretts, die allenfalls bei Biegebeanspruchung in Längsrichtung des Bretts zu tolerieren oder sogar erwünscht ist. Die Torsionssteifheit des Gleitbretts soll jedoch hoch sein, damit ein guter Kantengriff des Snowboards oder Skis gewährleistet ist. Diese unterschiedlichen Eigenschaftsprofile führen zu teilweise sich widersprechenden Anforderungen an die zu verwendenden Materialien und an die Sandwichkonstruktion des Gleit- oder Rollbretts. Hier liegt das wesentliche Problem, das bisher nur unbefriedigend oder nur mit hohem, zusätzlichen Aufwand gelöst werden konnte. Zu den bekannten Maßnahmen zur Erhöhung der Dämpfung des Snowboards oder Skis gehören beispielsweise röhrenförmige Übertragungsstäbe in Kontakt mit viskoelastischem Material ( DE 69617649 T2 ), Piezo-Elemente ( DE 69625370 T2 ), Reibungsschichten aus Elastomer ( DE 4205356 A1 ) oder gekreuzte Fasergewebe ( DE 69720106 T2 ). Eine weitere bekannte Maßnahme zur Dämpfung der Vibrationsschwingungen besteht darin, durch Erhöhung der Eigenschwingungsfrequenz (ISO DIS 6267) die Halbwertzeit für das Abklingen der Vibrationsschwingungen zu verringern. Das wird beispielsweise durch zusätzliche Federelemente ( DE 20210811 U1 ) erreicht. Die oben erwähnten, aus dem Stande der Technik bekannten Maßnahmen haben zusammenfassend den Nachteil, dass sie zusätzliche Aufwendungen erfordern, weil sie den Widerspruch zwischen dem Anspruch einer hohen Formsteifigkeit, insbesondere Torsionssteifigkeit mit gutem Kantengriff einerseits und einer hohen Laufruhe durch Dämpfung der Vibrationsschwingungen andererseits nicht befriedigend aufheben und lösen können.
  • Ferner sind profilierte oder strukturierte Schichten oder Laminate, beispielsweise als Ober- und Untergurt von Skiern oder Snowboards bekannt, welche die Formsteifigkeit der Konstruktion zusätzlich erhöhen und so zu einem reduzierten Gewicht des Gleit- oder Rollbretts führen. Dabei weisen die bekannten mechanischen Profilierungen, wie Rillen oder Sicken, den wesentlichen Nachteil auf, daß diese das Gleit- oder Rollbrett nur in einer Richtung versteifen. So können Längsrillen lediglich die Biegesteifigkeit in Fahrtrichtung erhöhen, während die Torsionssteifigkeit gering bleibt. Auch die bekannten mechanischen Prägeverfahren, die dünnwandige Materialien auch mehrdimensional versteifen können, sind unbefriedigend, weil der Werkstoff dabei stark plastifiziert wird. Deshalb sind auf diese Weise höchstfeste Werkstoffe, beispielsweise „Titanal” (Aluminium-Titan-Legierung), das nur über eine extrem niedrige Dehnbarkeit verfügt, bisher noch nicht mehrdimensional zu versteifen. Darüber hinaus muss der verwendete Werkstoff im Fahrbetrieb des Gleit- oder Rollbretts noch über genügend Plastifizierungsreserven verfügen, damit die Vibrationen im Fahrbetrieb nicht zu einem Riß oder sogar zum Totalversagen des Gleit- oder Rollbretts führen. Diese Vorgänge lassen sich experimentell im Dauerschwingversuch untersuchen und durch die sogenannte Wöhlerkurve quantitativ beschreiben. Nach dem Stand der Technik lassen sich höchstfeste und zugleich leichte Bleche oder Bahnen, beispielsweise aus „Titanal” bisher ausschließlich als ebenes Material, beispielsweise für Snowboard und Ski, aber noch nicht als strukturversteiftes Material verwenden, weil dieser höchstfeste und extrem spröde Werkstoff beim plastischen Umformen leicht reißt.
  • Aufgabenstellung
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Gleit- und Rollbretter, insbesondere Snowboard oder Ski, in der Weise weiterzuentwickeln, daß sie eine hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht und ferner vorteilhafte Fahreigenschaften, wie ein guter Kantengriff und auch eine hohe Laufruhe durch Dämpfung von Vibrationsschwingungen erhalten.
  • Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
  • Danach wird das Gleit- oder Rollbrett als Sandwich mit einem oder mehreren dreidimensional facettenartigen oder dreidimensional wellenförmigen oder wölbstrukturierten, dünnen Wänden ausgestattet und auf diese Weise versteift. Dabei kommen vorzugsweise dünnwandige Bleche oder Bänder aus hoch- bzw. höchstfesten Werkstoffen, insbesondere metallische Leichbaulegierungen sowie faserverstärkte Kunststoffe zum Einsatz. Es können aber auch andere Leichtbaumaterialien, beispielsweise Holz, verklebte Verbundstoffe aus Natur- oder Kunstfasern bis hin zu Pappe- und Papier, eingesetzt werden. Letzteres gilt beispielsweise beim Gleitbrett für den Wassersport, dessen spezifisches Gewicht sehr gering sein soll. Hierbei ist das Volumen des Gleitbretts um Größenordnungen größer ist als beim Snowboard oder Ski. Bei den „dreidimensional facettenförmig strukturierten” oder „dreidimensional wellenförmig strukturierten” oder „wölbstrukturierten” Materialien handelt es sich um Bleche, Bänder oder Kunststoffe bzw. Faserverbundstoffe, die mit einer mehrdimensional versteifenden Makro- bzw. Meso-Struktur versehen werden. Diese mehrdimensionalen Strukturen entstehen besonders materialschonend mit Hilfe eines Beulverfahrens, wobei ein dünnwandiges Material in einer gekrümmten Gestalt auf seiner Innenseite durch linienförmige Elemente abgestützt und dann von außen mit Druck beaufschlagt wird. Dabei stellen sich auf Basis einer Selbstorganisation (Bifurkation) oder auf eine technisch modifizierte Verfahrensweise mit extrem geringem Energieaufwand nach dem „Plopp-Effekt” besonders materialschonend regelmäßig angeordnete, viereckige oder sechseckige Beul- bzw. Wölbstrukturen ( EP 0693 008 B1 , EP 0900 131 B1 ) oder Wappenstrukturen ( EP 0888 208 B1 ) oder dreidimensional wellenförmige Strukturen ( DE 10 2005 041 516 A1 ) oder dreidimensional facettenförmige Strukturen ( DE 10 2005 041 555 A1 ) ein. Die auf diese Weise strukturierten Materialien lassen sich dann aus ihrer gekrümmten Form in die ebene Gestalt überführen ( DE 19856236 A1 ). Die besonderen Merkmale des dreidimensional wellenförmigen Strukturierens bestehen darin, dass mit Hilfe einer vergleichsweise dicken Elastomerschicht (zwischen dem zu strukturierenden dünnen Material und den Stützelementen) sanft gerundete Wülste (im Gegensatz zu den engen Falten mit kleinem Biegeradius beim Wölbstrukturierprozess) entstehen und auf diese Weise der Werkstoff des Materials sehr geschont wird. So bleiben die Plastifizierungsreserven des Werkstoffs auch nach dem mehrdimensionalen Strukturieren weitestgehend erhalten. Dadurch kann die Voraussetzung für eine hohe Dauerstandfestigkeit (gemessen durch die Wöhler-Kurve) der strukturierten Materialbahn beim späteren Gleit- oder Rollbretteinsatz geschaffen werden. Die besonderen Merkmale des dreidimensional facettenförmigen Strukturierens bestehen darin, dass die noch bestehenden Defizite der wölbstrukturierten oder dreidimensional wellenförmig strukturierten Materialbahn, insbesondere für den Einsatz in Gleit- und Rollbrettern mit hochfesten metallischen und/oder Faserverbundstoffen, überwunden werden können. Das läßt sich folgendermaßen erklären, wobei ein zweistufiger Strukturierungsprozess zum Einsatz kommt: Beim Wölbstrukturieren entsteht eine strukturierte Materialbahn, die anschließend stark gekrümmt ist, weil sich die wölbstrukturierte Materialbahn beim Strukturierungsprozess an die Stützelementwalze (beschrieben in EP 0693 008 A1 und in EP 0900 131 A1 ) eng anlegt. Beim dreidimensional wellenförmigen Strukturierungsprozess erhält die strukturierte Materialbahn ebenfalls eine gekrümmte Gestalt, wobei jedoch die Krümmung weniger stark ausgeprägt ist als beim Wölbstrukturierungsprozess. Diese verbleibende Krümmung in der dreidimensional strukturierten Materialbahn stellt insbesondere bei höchstfesten und zugleich hochelastischen Werkstoffen, wie „Titanal”, ein bisher ungelöstes Problem dar, weil der hochelastische Werkstoff beim Biegen stets wieder zurückfedert und sich deshalb nicht in die ebene Gestalt richten lässt. Ein weiteres Defizit der wölbstrukturierten oder dreidimensional wellenförmig strukturierten Materialbahn besteht darin, das bei diesen Strukturierungsprozessen das „Ploppen” ausschließlich in eine einzige Richtung (gemeint ist auf einer Seite) der zu strukturierenden Materialbahn stattfindet. Dadurch wurde die neutrale Biegelinie der strukturierten Materialbahn einseitig zu einer einzigen Seite der Materialbahn hin verschoben (im Vergleich zur ursprünglichen Mittelebene der nicht-strukturierten Materialbahn). Dieser nachteilige Effekt verursacht eine Anisotropie der strukturierten Materialbahn, welche zu einer Instabilität der Materialbahn in der Gestalt des unerwünschten „Frosches” führen kann. Deshalb war bisher ein Richten der gekrümmten Materialbahn insbesondere bei hoch- und höchstfesten Werkstoffen mit starker Rückfederungsverhalten in die ebene Gestalt nicht möglich oder zumindest sehr erschwert. Mit Hilfe des sich anschließenden dreidimensional facettenförmigen Strukturierens läßt sich diese Anisotropie größtenteils wieder dadurch kompensieren, dass die primär wölb- oder dreidimensional wellenförmig strukturierte Materialbahn durch das sekundäre „Gegenploppen” in eine dreidimensional facettenförmig strukturierte Gestalt übergeführt wird und dabei gleichzeitig in eine zumindest näherungsweise ebene Planlage gebracht wird. Das geschieht dadurch, dass jeweils vorzugsweise drei zu einem Sternpunkt zusammenlaufende Stützelemente gegen die konkave Seite einer Mulde/Kalotte der Wölbstruktur bzw. dreidimensional wellenförmigen Struktur der Materialbahn drücken, wobei die Rückseite der Materialbahn mittels einer elastischen Walze mit Druck beaufschlagt wird (beschrieben in DE 10 2005 041 555 A1 ). So entsteht die dreidimensional facettenförmig strukturierte Materialbahn, welche aufgrund ihrer räumlichen Facettenflächen ferner den wesentlichen Vorteil einer nahezu richtungsunabhängigen Versteifung der Materialbahn aufweist. Auf diese Weise erhält die strukturierte Materialbahn sowohl in ihrer Längsrichtung (entsprechend der Strukturierungsrichtung bei dem Herstellungsprozess) als auch in ihrer Querrichtung eine verbesserte Versteifung. Das ist vorteilhaft für eine gute Torsionssteifigkeit, beispielsweise für den guten Kantengriff eines Skis oder Snowboards.
  • Diese Vorteile wirken sich insbesondere bei den hoch- und höchstfesten Materialien aus, beispielsweise „Titanal” (Aluminium-Titan-Legierung), das sehr spröde ist und nur über eine kleine Dehnbarkeit verfügt. Wegen seiner extrem hohen Festigkeit bei geringem Gewicht konnte „Titanal” bisher nur als glattes, d. h. nicht strukturiertes Material für Gleit- und Rollbretter eingesetzt werden. „Titanal” konnte auf traditionelle Weise noch nicht mehrdimensional strukturiert und in die ebene Gestalt gerichtet werden. Nach der Erfindung ist das mit Hilfe der dreidimensional facettenförmigen Strukturierung zu realisieren. Ferner haben Experimente überraschend gezeigt, daß sich die vorteilhaften Merkmale der dreidimensional facettenförmigen Strukturierung und die der dreidimensional wellenförmigen Strukturierung vorteilhaft miteinander verknüpfen lassen. Nach der Erfindung lassen sich sogar höchstfeste Materialbahnen, beispielsweise „Titanal”, dreidimensional facettenförmig strukturieren und dabei zugleich mit sanft gerundeten Wülsten (im Gegensatz zu den Falten beim Wölbstrukturieren) versehen. Das gelingt dadurch, dass beim Strukturierungsprozeß („Gegenploppen”) des dreidimensional facettenförmigen Strukturierens zusätzlich eine Elastomerschicht zwischen der Materialbahn und der Stützelementwalze geführt wird. Auf diese Weise können die Falten (d. h. mit kleinem Krümmungsradius) vermieden werden und so die Dauerschwingfestigkeit der mehrdimensional strukturierten Materialbahn ganz entscheidend verbessert werden. Zugleich kann nach der Erfindung die so mehrdimensional strukturierte Materialbahn ohne zusätzlichen Richtaufwand in die ebene Gestalt gebracht werden. Analoges gilt auch für faserverstärkte Kunststoffe und dünne Sandwichmaterialien. Auf diese Weise können nach der Erfindung Gleit- und Rollbretter, beispielsweise Snowboard und Ski, mit nahezu richtungsunabhängig versteiften, bis hin zu hoch- und höchstfesten, dünnwandigen Materialien ausgestattet werden. Diese weisen eine hohe Steifigkeit und zugleich eine hohe Dauerschwingfestigkeit und somit eine lange und zuverlässige Betriebsfestigkeit auf.
  • Wenn die mehrdimensionalen Strukturen die geometrische Außenfläche (Gurt) des Roll- bzw. Gleitbrettes darstellen, können sich ferner strömungstechnische Vorteile ergeben. Je nach Größe und Tiefe der mehrdimensionalen Oberflächenstrukturen können sich strömungstechnische Verwirbelungseffekte im Fahrbetrieb des Roll- oder Greitbretts einstellen, die ein Anhaften von Partikeln, beispielsweise Schnee, vermeiden oder zumindest reduzieren. Bei kleineren (kürzeren) Strukturen findet bei der Überstömung ein häufigeres Ablösen und Wiederanlegen der Strömungsgrenzschicht statt als bei den größeren (längeren) Strukturen.
  • Überraschenderweise ergaben ferner experimentelle Schwingungsanalysen an einem Prototyp eines Snowboards, das sich aus einem Ober- und einem Untergurt aus dreidimensional facettenförmig strukturiertem Blech aus Titanal und einer verklebten Zwischenlage aus Holz zusammensetzt, gezeigt, daß die Vibrationsschwingungen erheblich besser gedämpft werden als in der ebenen, d. h. nicht strukturierten, Lage. Die akustischen Meßergebnisse der experimentellen Modalanalyse (aus den Nachgiebigkeitsfrequenzgängen) ergaben beispielsweise die folgenden Relationen für die Dämpfung beim Einsatz dreidimensional facettenförmig strukturierter gegenüber den glatten Blechen (in einem Sandwich): 3-fach bei der 1. Torsionsschwingung, 2-fach bei der 2. Torsionsschwingung und 1,5-fach bei der 3. Torsionsschwingung. Die analogen Werte für die Relationen für die Dämpfung bei den Biegeschwingungen (in Längsrichtung) waren: 1,2-fach jeweils bei der 1. und 2. und 3. Biegeschwingung. Die verbesserte Dämpfung der Vibrationen entsteht mit Hilfe der mehrdimensional strukturierten, beispielsweise dreidimensional facettenförmig- und dreidimensional wellenförmig strukturierten und der wölbstrukturierten Materialien, dadurch, daß diese mehrdimensional strukturierten Materialien selbst ein dämpfendes Verhalten aufweisen. Ferner entsteht durch Reibungs- und Deformationseffekte an den Klebekontakten zwischen der mehrdimensional strukturierten Wandfläche (Ober- und Untergurt) und der Wandfläche des Kerns der Sandwichkonstruktion eine dissipative Energie, welche die Vibrationsenergie abbaut. Schließlich werden infolge der höheren Steifigkeiten der dreidimensional strukturierten Materialien (gegenüber den glatten Materialien) insbesondere die niedrigen Eigenfrequenzen etwas in den höheren Frequenzbereich angehoben und auf diese Weise die Halbwertzeit für das Abklingen der Vibrationsschwingungen reduziert. Es ergeben sich nach der Erfindung noch weitere vorteilhafte funktionelle und optische Eigenschaftsprofile. Wenn ein mehrdimensional strukturiertes Material als Obergurt beispielsweise eines Snowboards oder Skis verwendet wird, ergibt sich eine dreidimensional geformte Wandoberfläche von Meso- bzw. Makro-Strukturen. Experimentelle Untersuchungen an beispielsweise wölbstrukturierten Oberflächen haben infolge der gleichmäßig versetzten Strukturfalten und -mulden eine sanfte und zugleich intensive Strömungsumlenkung von Fluiden, beispielsweise Luft und Wasser ergeben, die quasi einen Freispüleffekt bewirken. Dabei entstehen sanfte Strömungsumlenkungen an den räumlich versetzten Wölbungen der strukturierten Wandoberfläche. Dadurch kommt es beispielsweise zum reduzierten Anhaften von Schnee und Eis an dem Snowboard oder an dem Ski. Ferner bieten die Strukturmulden und -falten für Wasser-Gleitbretter durch eine Art Saugnapf- und Rauhigkeitseffekt eine verbesserte Haftung für den nackten Fuß oder für die Schuhsohle. Schließlich ergeben die wölbstrukturierten, dreidimensional wellenförmig strukturierten und ganz besonders die dreidimensional facettenförmig strukturierten Wandoberflächen der Gleit- und Rollbretter verschiedenster Art ein einzigartiges, unverwechselbares Design. Da bei diesen besonders materialschonenden Strukturierungsprozessen die Oberflächengüte des Ausgangsmaterials nicht beeinträchtigt wird, können auch Ausgangsmaterialien, die bereits vor dem Strukturierungsprozess oberflächenveredelt oder beschriftet wurden, zum Einsatz kommen.
  • Ausführungsbeispiel
  • Im folgenden wird die Erfindung anhand von schematischen Zeichnungen näher erläutert:
  • 1 zeigt die Draufsicht auf ein dreidimensional facettenförmig strukturiertes Snowboard 1 mit facettenförmigen Flächen 2, 3, 4, die räumlich wie aneinander gereihte Quader mit jeweils einer hervorstehenden Ecke 5 und einer tiefer liegenden Ecke 6 aussehen. Diese Quader laufen an den Ecken 7 zusammen. Die vorstehenden Kanten 8 und die tieferliegenden Kanten 9 des Quaders sind sanft gerundet (mit etwas größerem Radius) und werden kurz mit „Wulst” bezeichnet. Diese Wülste 8 und 9 werden jeweils schematisch durch drei parallele Linien dargestellt. Die runden Linien in den Facetten- bzw. Quaderflächen 2, 3, 4 dienen der perspektivischen Darstellung. Diese Flächen 2, 3, 4 sind eben oder nur schwach gekrümmt. Die Herstellung der Wülste wird später in 7 und 8 näher erläutert.
  • 2 zeigt in analoger Weise zu 1 die Draufsicht auf ein dreidimensional facettenförmig strukturiertes Snowboard 1, wobei die Kanten 10 der Quaderflächen (Facettenflächen) aus „Falten” bestehen. Die Kanten bzw. Falten 10 besitzen einen engen Biegeradius.
  • 3 zeigt die Draufsicht auf ein dreidimensional wellenförmig strukturiertes Snowboard 1 mit hexagonalen Wülsten 11 im oberen Bild und die Draufsicht auf ein wölbstrukturiertes Snowboard 1 mit hexagonalen Falten 12 im unteren Bild.
  • 4 zeigt die Draufsicht auf ein wappenförmig strukturiertes Snowboard 1 mit geschwungenen Falten 13 und 14.
  • 5 zeigt die Draufsicht auf ein strukturiertes Snowboard 1 mit mechanisch eingedrückten kugel- bzw. kreisförmigen Kalotten 15 im oberen Bild und mit ei- bzw. ovalförmigen Kalotten 16 im unteren Bild.
  • 6 zeigt schematisch ein Spannungs-Dehnungsdiagramm (aus dem einachsigen Zugversuch) erstens eines glatten Blechstreifens mit einem linearen Kurvenanstieg 17 (Hook'sche Gerade: elastischer Bereich) und einem gekrümmten Kurvenverlauf 18 (plastischer Bereich) und zweitens eines mehrdimensional strukturierten Blechstreifens mit einem nur wenig gekrümmten Kurvenanstieg 19 und einem stärker gekrümmten Kurvenverlauf 20. Infolge dieser nicht-linearen Kurvenverläufe des mehrdimensional strukturierten (dreidimensional facetten-, dreidimensional wellenförmig strukturierten oder wölbstrukturierten) Blechstreifens treten bei Vibrationsschwingungen bereits geringe Plastifizierungen des Materials auf, die dämpfend wirken.
  • 7 zeigt im oberen Bild die Seitenansicht im Querschnitt einer Vorrichtung zur Herstellung einer dreidimensional wellenförmig strukturierten Materialbahn 25. Gegen die obere Seite der glatten, d. h. nicht strukturierten Materialbahn 21 drückt eine vergleichsweise dicke Elastomerbahn 22 und eine Stützelementwalze. Auf der Stützelementwalze sind in dieser Seitenansicht nur die Stützelemente 23 quer zur Laufrichtung der Materialbahn 22 sichtbar. In dieser Ansicht sind die anderen hexagonalen Stützelemente auf der Stützelementwalze nicht sichtbar. Gegen die unteren Seite der Materialbahn 22 drückt eine Walze mit einer elastischen Schicht 24. Das untere Bild in 7 zeigt die Draufsicht auf die erzeugte dreidimensional wellenförmig strukturierte Materialbahn 25 mit ihren hexagonal angeordneten Wülsten 11.
  • 8 zeigt in einer perspektivischen Darstellung eine Vorrichtung zur Herstellung von einer dreidimensional facettenförmig strukturierten Materialbahn (übernommen aus der DE 10 2005 041 555 A1 ). Mit Hilfe der 8 sollen die Unterschiede zwischen dem bekannten und dem weiterentwickelten Prozess anschaulich erläutert werden. Die bereits hexagonal strukturierte Materialbahn wird von links zugeführt und mit Hilfe der oberen Stützelementwalze und der unteren elastischen Druckwalze dreidimensional facettenförmig strukturiert. Dabei drücken jeweils drei zu einem Sternpunkt zusammenlaufende Stützelemente (auf der oberen Walze) gegen die Mitte einer Mulde der hexagonalen Struktur der Materialbahn. Zur Vereinfachung dieser Darstellung wurde auf die 3D-Darstellung der Stützelemente (der oberen Walze) und der Strukturen in der Materialbahn verzichtet. Bei dem weiterentwickelten Strukturierungsprozess wird analog zu 7 zusätzlich eine Elastomerschicht 22 zwischen die obere Stützelementwalze und die zu strukturierende Materialbahn geführt (in 8 nicht explizit dargestellt). Auf diese Weise entstehen die Wülste (mit sanften Rundungen anstatt der Falten mit engem Biegeradius). Durch Abstimmung der Prozessparameter, insbesondere Anstelldruck der Walzen sowie Dicke und Shorehärte der Elastomerschicht, wird gleichzeitig erreicht, daß die dreidimensional facettenförmig strukturierte Materialbahn ohne zusätzlichen nachgeschalteten Richtprozess in eine ebene Planlage übergeführt wird. Das gelingt auch bei höchstfesten Materialien, beispielsweise „Titanal” und faserverstärkte Kunststoffe. Die in 1 schematisch dargestellten Wülste 8 und 9 der dreidimensional facettenförmig strukturierten Materialbahn des Snowboards 1 entstanden auf diese Weise.
  • 9 zeigt im oberen Bild die Seitenansicht im Querschnitt eines mehrdimensional strukturierten Snowboards 30 mit den Strukturkalotten 26 (Oberseite) und den Wülsten 27 des Obergurts und den Strukturkalotten 28 (Unterseite) des Untergurts und dem Kern 29. Das mittlere Bild in 9 zeigt in analoger Weise einen strukturierten Ski 32. Das untere Bild in 9 zeigt in analoger Weise ein strukturiertes Skateboard 34.
  • 10 zeigt die Seitenansicht im Querschnitt eines Sandwichs, bei dem die Strukturkalotten 28 des Obergurts partiell auf kleine Elastomerscheiben 35 drücken, die mit dem Kern 29 verbunden sind. Die Klebeverbindung ist dabei nicht explizit dargestellt. In analoger Weise drückt der strukturierte Untergurt mit seinen Wülsten 27 partiell gegen die Elastomerscheiben 36, die mit ebenfalls mit dem Kern 29 verbunden sind. Auf diese Weise werden die Vibrationsschwingungen beim Fahrbetrieb noch stärker gedämpft, ohne dass dabei die Betriebsstandfestigkeit durch Reduzierung der Dauerschwingfestigkeit maßgeblich beeinträchtigt wird.

Claims (12)

  1. Gleit- oder Rollbrett als Sandwich mit mindestens einer dünnwandigen Materialschicht, insbesondere für Snowboard, Ski, Wassergleitbrett und Skateboard, wobei die mindestens eine dünnwandige Materialschicht eine durch biegende Verformung aus ebenen Blechen oder Bändern erzeugte dreidimensionale facettenförmige oder beul- bzw. wölbförmige Wandstruktur aufweist und eine Wand bildet, die im Verbund mit dem Sandwich Vibrationsschwingungen dämpft.
  2. Gleit- oder Rollbrett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die dünne Wand mit einer dreidimensional facettenförmigen Struktur versehen ist, wobei ebene oder nur gering gekrümmte Facettenflächen und Falten bzw. Wülste aneinander gereiht sind.
  3. Gleit- oder Rollbrett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die dünne Wand mit einer dreidimensionalen Wellenstruktur versehen ist, wobei Kalotten und Wülste aneinander gereiht sind.
  4. Gleit- oder Rollbrett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die dünne Wand mit einer Beul- bzw. Wölbstruktur versehen ist, wobei Mulden und Falten aneinander gereiht sind.
  5. Gleit- oder Rollbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die mehrdimensionale Wandstruktur nach einem auf der Basis der Selbstorganisation beruhenden Verfahren hergestellt ist.
  6. Gleit- oder Rollbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die mehrdimensionale Wandstruktur durch mechanisches Prägen, beispielsweise durch zwei mechanische Formwerkzeuge oder durch ein mechanisches Formwerkzeug und ein Wirkmedium erzeugt wird, wobei die Materialdicke nicht oder nur unwesentlich verändert wird.
  7. Gleit- oder Rollbrett mit nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mehrdimensionale Wandstruktur aus metallischen Werkstoffen oder faserverstärkten Kunststoffen oder Faserverbünden eingesetzt werden.
  8. Gleit- oder Rollbrett nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die mehrdimensionale Wandstruktur aus einer Aluminium-Titan-Legierung, beispielsweise „Titanal”, eingesetzt wird.
  9. Gleit- oder Rollbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Hauptrichtung der mehrdimsionalen Wandstruktur in Längsrichtung der Gleit- oder Rollbretter verläuft und so eine hohe Torsionssteifigkeit und eine hohe Dämpfung der Vibrationsschwingungen erzielt.
  10. Gleit- oder Rollbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die mehrdimensional strukturierten Wände eine nahezu richtungsabhängige Versteifung im Fall der hexagonalen Struktur oder eine nahezu richtungsunabhängige Versteifung im Fall der dreidimensional facettenförmigen Struktur erhält.
  11. Gleit- und Rollbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die dreidimensional strukturierten Wandoberflächen bei ihrer Umströmung mit Fluiden durch die Wahl von Größen und Tiefen der Strukturen einen Freispüleffekt erhalten.
  12. Vorrichtung zur Herstellung einer dünnwandigen Materialschicht mit einer dreidimensional facettenförmigen Struktur mit aneinander gereihten, ebenen oder wenig gekrümmten Facettenflächen und Wülsten für ein Gleit- oder Rollbrett nach dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine hexagonal oder wappenförmig primär strukturierte Materialbahn um eine Stützelementwalze gebogen wird, wobei jeweils vorzugsweise drei linienförmige Stützelemente zu einem Sternpunkt zusammenlaufen, und wobei jeweils diese drei linienförmige Stützelemente etwa mittig gegen eine Mulde der primär strukturierten Wand drücken, und wobei sich zwischen der Stützelementwalze und der zu strukturierenden Materialbahn eine elastische Materialbahn befindet, und wobei die zu strukturierende Materialbahn mit Hilfe einer elastischen Walze mit Druck beaufschlagt wird.
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