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DE102006001201B4 - Verfahren zur Steuerung eines Batterieladungsvorgangs - Google Patents

Verfahren zur Steuerung eines Batterieladungsvorgangs Download PDF

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Abstract

Verfahren zur Steuerung eines Batterieladungsvorgangs einer Batterie (1) eines Kraftfahrzeuges mit durch Steuerung eines Generators (2) vorhandenen Rekuperationsphasen zur Umwandlung von kinetischer Energie des Kraftfahrzeuges in elektrische Energie und zur Rekuperation von Bremsenergie, wobei ein SOC-Level (State of Charge) der Batterie (1) innerhalb zweier Grenzwerte gehalten wird und ein SOC-Soll-Level vorgegeben ist sowie die während einer Rekuperationsphase fließende Ladungsmenge zur Batterie (1) an eine oder mehrere der vorhergehenden Rekuperationsphasen angepasst wird, wobei kurz vor einer Rekuperationsladung das Bremsverhalten überwacht und daraus eine Ladestrategie festgelegt wird, wozu eine kurzzeitige Ladungsmessung erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass der SOC-Soll-Level an den geflossenen Ladestrom derart durch einen Bremsvorgang angepasst wird, dass, wenn ein vorangegangener Bremsvorgang eine hohe Ladungsmenge ergeben hat, die Ladungsmenge einer vorliegenden Rekuperationsphase geringer ausfällt und umgekehrt.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines Batterieladungsvorganges einer Batterie eines Kraftfahrzeuges mit den im Oberbegriff des Anspruches 1 angegebenen Merkmalen.
  • In Kraftfahrzeugen werden Batterien zur elektrischen Energiespeicherung eingesetzt. Sie werden bei laufendem Motor durch einen Generator aufgeladen und liefern elektrische Energie, wenn der Motor ausgeschaltet ist. Sie liefern Energie zum Starten des Motors oder liefern bei laufendem Motor zusätzliche Energie, wenn viele Verbraucher, wie Licht, Heckscheibenheizung und weitere Verbraucher eingeschaltet sind.
  • Um die Lebensdauer der Batterie zu verlängern, sind Verfahren bekannt, die verhindern, daß eine Überladung der Batterie erfolgt. Hierbei schöpft man nicht die volle Speicherkapazität der Batterie aus (100%), sondern hält die Batterie möglichst zwischen zwei Grenzwerten, deutlich unterhalb von 100%. Der Ladungsstatus der Batterie ist der sogenannte SOC (State of Charge).
  • Auch sind Verfahren bekannt, die durch Generatorsteuerung praktisch eine Energierückgewinnung von Bremsenergie erlauben. Die kinetische Energie des Fahrzeugs wird durch den Generator in elektrische Energie umgewandelt, die durch die Batterie gespeichert wird. Diese Verfahren haben den Vorteil, daß eine Kraftstoffeinsparung bei Brennkraftmaschinen bis zu 2% möglich ist.
  • Hierbei tritt das Problem auf, daß eine möglichst hohe Kraftstoffeinsparung auf Kosten der Batterielebensdauer erfolgt. Bei vielen Bremsvorgängen wäre nämlich eine Überladung der Batterie leicht möglich. Würde man den SOC sehr gering halten, um die genannte Überladung zu verhindern, bestünde die Gefahr, daß keine ausreichende Energie zum Starten der Brennkraftmaschine vorhanden wäre.
  • Aus der DE 101 53 509 A1 ist ein Verfahren zur Steuerung des Batterieladungsvorganges einer Batterie eines Kraftfahrzeuges bekannt. Das Kraftfahrzeug ist als Hybridfahrzeug ausgebildet. Bei dieser Lösung ist vorgesehen, daß die Batterie über regeneratives Bremsen geladen wird, wobei der Ladezustand der Batterie zum Beispiel unterhalb eines vorbestimmten Wertes sein muss, der das Laden der Batterie durch den Betrieb des Anlassers/Generators als Generator noch erlaubt. Der Motor wird so in Betrieb gehalten, da die Batterieladung möglicherweise zu gering ist, um den Motor erneut zu starten, wenn er stillgelegt wird. Ein Steuergerät überwacht den Ladezustand. Wenn der Ladezustand unterhalb vorbestimmter Werte für verschiedene hybride Modi des Ladens, des regenerativen Bremsens oder für das Inbetriebhalten des Motors liegt, erlaubt das Steuergerät das Laden der Batterie. Wenn der Ladezustand oberhalb vorbestimmter Werte liegt, läßt das Steuergerät zu, daß die Batterie den Ladezustand sowohl für einen Entladungsmodus als auch für einen Hybridmodus reduziert. Es ist weiterhin ein SOC-Manager zur Überwachung des Ladezustandes vorgesehen. Zweck dieses SOC-Managers ist es zu verhindern, daß der Ladezustand der Batterie übermäßig hoch ist.
  • Eine derartige Lösung ist jedoch nur für Hybridfahrzeuge und für verschiedene Hybridmodi ausgelegt.
  • Ein Verfahren, bei dem ein SOC-Level zum Beispiel zwischen 50% und 70% veränderbar ist, beschreibt die Schrift US 6,344,732 B2 . Dieses Verfahren soll bei einem Hybridfahrzeug eine Verringerung der erforderlichen Batteriegröße schaffen. Grundlage bildet eine Geschwindigkeitsinformation. Wird eine geringe Geschwindigkeit des Fahrzeuges über einen festgelegten Zeitraum festgestellt, wird daraus eine Vorhersage getroffen, dass das Fahrzeug in Zukunft beschleunigen wird bzw. stoppen wird. Eine Kontrolleinheit steuert hierbei den Lade- bzw. Entladevorgang der Batterie, wobei eine Erfassung der Gaspedalstellung des Fahrzeuges erfolgt und die Fahrzeuggeschwindigkeit erfasst wird. Mit diesem Verfahren soll es zwar möglich sein, eine kleinere Batterie einzusetzen, eine Kraftstoffeinsparung jedoch wird weder beabsichtigt noch wird sie erreicht.
  • Ein anderes Verfahren zum Laden einer Batterie für Hybridfahrzeuge ist aus der WO 01/73919 A1 bekannt. Hierbei soll der SOC-Wert teilweise bis auf 80% und 90% steigen, ohne dass schädliche Vergasungseffekte der Fahrzeugbatterie eintreten. Dadurch soll der SOC-Wert optimiert werden, wobei eine möglichst hohe Ladekapazität erreicht werden soll. Weder wird dadurch die Lebensdauer der Batterie erhöht noch eine Kraftstoffeinsparung erreicht. Vielmehr wird die Lebensdauer der Batterie durch den hohen SOC-Wert deutlich verringert.
  • Gemäß der dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zugrundeliegenden Druckschrift DE 100 46 631 A1 wird vorgeschlagen, die Generatorspannung beim Beschleunigen zu erniedrigen, um den Fahrzeugmotor zu entlasten und beim Abbremsen die Generatorspannung zu erhöhen, damit der Generator zur Aufladung der Batterie durch Rekuperation von Bremsenergie mehr Leistung aufnehmen kann.
  • Eine technische Lösung mit der einerseits ein Rekuperationsbetrieb und andererseits eine Erhöhung der Batterielebensdauer möglich sein soll, wird in der DE 100 46 631 A1 vorgeschlagen. Dies soll durch einen Betriebsmodus erfolgen, der die Folgen der Beanspruchung der Batterie durch Rekuperation teilweise rückgängig machen soll. Erklärt wird dies durch einen häufigen Wechsel zwischen Entlade- und Ladevorgängen der Batterie. Deshalb ist ein Erholungsmodus vorgesehen. Als eine Rekuperationskenngröße wird ein Ladungsdurchsatz durch die Batterie genutzt, und zwar nämlich ab einem Umschaltzeitpunkt zwischen Erholungsmodus und einem Rekuperationsbereitschaftmodus. Dazu wird im Falle des regenerativen Bremens kurz vor einer Rekuperationsladung das Bremsverhalten überwacht und daraus eine Ladestrategie festgelegt, wozu eine kurzzeitige Ladungsmessung erfolgt. Ein vorgegebener Ladungsbereich liegt bei 60% bis 80% einer Vollladung.
  • Grundlage für eine Sollwertspannung bildet ein sogenannter Basiswert der Generatorspannung. Dieser Wert entspricht der Batterieruhespannung in einem Teilladungsbetrieb, der für den Rekuperationsbetrieb angestrebt wird. In Abhängigkeit vom tatsächlichen Ladezustand SOC, von der Temperatur der Batterie und von einer Gaspedalstellung wird diese Basisgeneratorspannung nach unten korrigiert. Der SOC-Level ist bei dieser Lösung abhängig von der Batterietemperatur und der Gaspedalstellung. Eine hohe Kraftstoffeinsparung, ohne die Lebensdauer der Batterie zu senken, ist jedoch mit diesem Verfahren nicht möglich.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu finden, das eine sehr hohe Kraftstoffeinsparung ermöglicht, ohne die Lebensdauer der Batterie zu verringern.
  • Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der SOC-Soll-Level an den geflossenen Ladestrom derart durch einen Bremsvorgang angepasst wird, dass, wenn ein vorangegangener Bremsvorgang eine hohe Ladungsmenge ergeben hat, die Ladungsmenge der vorliegenden Rekuperationsphase geringer ausfällt und umgekehrt.
  • Durch diese Maßnahme ist es in überraschender Weise möglich, mehr als 2% Kraftstoff und sogar bis zu 5 % Kraftstoff zu sparen.
  • Die Erfindung beruht einerseits auf die Erkenntnis, daß eine genaue Steuerung des SOC-Levels (State of Charge) der Batterie zu erzielen ist. Indem nur wenige, insbesondere nur die letzte vorhergehende Rekuperationsphase als Maßstab für die zu erlaubende Ladungsmenge berücksichtigt wird, ist eine genaue SOC-Steuerung und somit hohe Kraftstoffeinsparung möglich. Ein Fehler von bereits 5% beim SOC-Level kann nämlich eine bereits erzielte Kraftstoffeinsparung zunichte machen. Bei bekannten Verfahren kann ohne weiteres ein SOC-Fehler von 5–10% eintreten. Durch die Erfindung ist der SOC-Fehler minimal.
  • Durch die Erfindung kann daher ein möglichst hoher Anteil an Bremsenergie gespeichert werden.
  • Die Erfindung beruht aber auch andererseits auf der Erkenntnis, daß die Erstellung einer gleichmäßigen Ladungsbilanz bei eingesetzter Rekuperation wichtig ist. Dadurch, daß während einer Rekuperationsphase eine fließende Ladungsmenge zur Batterie der vorhergehenden Rekuperationsphase angepasst wird, ergibt sich eine optimale Ladestrategie. Es wird der Batterie praktisch kurzfristig nur soviel Energie durch Rekuperation zugegeben, wie durch einen günstigen SOC-Level erlaubt wird.
  • Es wird praktisch das Bremsverhalten kurz vor einer Rekuperatiosladung überwacht und daraus die Ladestrategie festgelegt. Eine kurzzeitige Strommessung bzw. Ladungsmessung trägt dieser Forderung Rechnung.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren geht einen anderen Weg als bei anderen Lösungen (z.B. 100 46 631 A1). Wesentlich ist, daß der State of Charge (SOC) anzupassen ist, und zwar an die geflossenen Ladeströme während der vorhergehenden Rekuperationsphase(n), so daß ein möglichst hoher Anteil an Bremsenergie gespeichert werden kann. Dagegen wird beim Stand der Technik zwischen Erholungsmodus und Rekuperationsmodus umgeschaltet.
  • In einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens, ist vorgesehen, daß die während einer Rekuperationsphase fließende Ladungsmenge zur Batterie nur an die letzte, vorhergehende Rekuperationsphase angepasst wird. Eine Anpassung bedeutet, wenn bereits ein letzter Bremsvorgang eine hohe Ladungsmenge ergeben hat, daß die Ladungsmenge der vorliegenden Rekuperationsphase entsprechend geringer ausfällt und umgekehrt (angepasst). Die Erfassung der letzten durch Rekuperation geflossenen Ladungsmenge kann mit einfachen Mitteln erfolgen und ist einfach zu verarbeiten.
  • Besonders vorteilhaft ist es, wenn eine Steuerung so erfolgt, daß die unmittelbar nach einer Rekuperationsphase aus der Batterie abfließende Ladungsmenge gleich der in der Rekuperationsphase zugeflossenen Ladungsmenge ist. Somit wird stets eine ausgeglichene Ladungsbilanz geschaffen, was eine sehr genaue SOC-Einhaltung erlaubt. Dadurch wird die Lebensdauer der Batterie sehr erhöht.
  • Ein optimaler Kompromiss zwischen Lebensdauerverlängerung und Kraftstoffeinsparung bei Umsetzung der erfindungsgemäßen Lösung ergibt sich, wenn der SOC-Level zwischen etwa 60–70% gehalten wird.
  • Um eine praxisnahe Lösung zu erhalten, ist es günstig, daß eine Steuerung durch ein Batterie-Management-System mit einer einen Batteriestatus erfassenden Überwachungseinrichtung und einer mit der Überwachungseinrichtung verbundenen Generator- und Rekuperationsphasen-Steuerung erfolgt, wobei der Batteriestatus der Generatorsteuerung als Eingangsparameter übergeben wird. Derartige Verfahrensweisen haben sich bei ähnlichen Verfahren bewährt und können durch das erfindungsgemäße Verfahren leicht modifiziert werden, indem zum Beispiel eine andere Programmierung und oder Parametrisierung erfolgt. Derartige Systeme bestehen nämlich aus Hard- und Software. Diese Maßnahme benötigt eine geringe bis keine Hardwareänderung.
  • Ein andere bevorzugte Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß die Generator- und Rekuperationsphasen-Steuerung weitere Eingangsparameter, wie mindestens ein Fahrzeugstatus, ein Gaspedalstatus und/oder ein Bremspedalstatus verarbeitet. Insbesondere die Erfassung von Fahrzeugpedalstellungen ist leicht z.B. über geeignete Sensoren und über Busse (z.B. CAN-Bus) realisierbar. Eine sichere Generatorsteuerung ergibt sich, wenn die Generator- und Rekuperationsphasen-Steuerung als Ausgangsparameter eine Erregerspannung des Generators umfasst. Durch Veränderung der Erregerspannung ist eine schnelle Veränderung des Ladestromes möglich.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders zweckmäßig für Kraftfahrzeuge mit Brennkraftmaschinen und einer einzigen 12V-Batterie. Die 12V-Batterie (genormte Batteriespannung) dient zum Andrehen der Brennkraftmaschine und zur Bordnetzversorgung, nicht jedoch zum eigentlichen Fahrzeugantrieb, wie bei Hybridfahrzeugen.
  • Damit keine sprunghafte Veränderung der Bordnetzspannung zu merken ist bzw. somit eine störende sprunghafte Veränderung der Fahrzeugbeleuchtung, Veränderungen von Lüfterbewegungen und dergleichen vermieden wird, ist es vorteilhaft, wenn die Generatorspannung während den Rekuperationsphasen so geregelt wird, daß die Spannungsänderungen der Generatorspannung einer Rampenfunktion folgen. Dies schafft einen sanften Übergang bzw. eine nur sanfte Veränderung der Bordnetzspannung, so daß eine Rekuperationsphase praktisch unbemerkt bleibt.
  • Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
  • Ein Ausführungsbeispiel wird anhand der Zeichnungen näher erläutert, wobei weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung und Vorteile derselben beschrieben sind.
  • Es zeigen:
  • 1 ein Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Generatorsteuerung,
  • 2 eine Prinzipdarstellung eines Ladungsfensters bei einem COC-Verfahren,
  • 3 ein Stromdiagramm mit Rekuperationsphasen,
  • 4 ein SOC-Diagramm mit Rekuperationsphasen,
  • 5 ein Strom- und Spannungsdiagramm in Abhängigkeit des SOC, und
  • 6 ein Spannungsdiagramm in Abhängigkeit von der Zeit.
  • 1. zeigt ein Blockschaltbild einer Generatorsteuerung zur Realisierung eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Steuerung eines Batterieladungsvorgangs einer Batterie 1 eines Kraftfahrzeuges. Ein Generator 2, der an einer Brennkraftmaschine mechanisch gekoppelt ist, versorgt die Batterie 1 und/oder ein Bordnetz 3 des Kraftfahrzeuges mit elektrischer Energie, und zwar durch Leistungs- bzw. Stromkabel 4 und 5.
  • Mit der Batterie 1 ist elektrisch ein eine Überwachungseinrichtung umfassendes Batterie-Management-System 6 verbunden. Dieses überwacht den Batteriestrom und die Batteriespannung U. Zusätzlich kann es weitere Größen wie Batterietemperatur T überwachen. Das Batterie-Management-System 6 ist an eine Rekuperationsphasen-Steuerung 7 angeschlossen und liefert einen Batteriestatus. Das System 6 bestimmt die Ladestrategie der Batterie 1. Die Rekuperationsphasen-Steuerung 7 steuert den Generator 2 und bestimmt seinen Arbeitspunkt, so daß zum Beispiel eine höhere Spannung als die Batteriespannung geliefert wird, so daß die Batterie 1 geladen wird oder so daß eine nicht höhere Spannung geliefert wird, so daß er praktisch leer läuft. Die Rekuperationsphasen-Steuerung 7 umfasst auch übliche Steuerungsfunktionen, die außerhalb der eigentlichen Rekuperationsfunktion liegen. Als Eingangsparameter dienen insbesondere der Fahrzeugstatus, eine Gaspedal- und/oder Bremspedalstellung sowie vorzugsweise auch andere charakteristische Parameter.
  • Durch diese Anordnung ist eine Steuerung des Generators 2 bzw. Steuerung von Rekuperationsphasen zur Umwandlung von kinetischer Energie des Kraftfahrzeuges in elektrischer Energie und zur Rekuperation von Bremsenergie möglich. Wenn kein Bremsvorgang vorhanden ist und die Batterie ausreichend geladen ist, ist die Generatorspannung niedrig und der Generator belastet nicht die Brennkraftmaschine. Bei einem Bremsvorgang wird entsprechend der Ladestrategie die Generatorspannung erhöht, wobei ein Ladestrom durch die Batterie 1 fließt und die Brennkraftmaschine mit einem Drehmoment des Generators 2 belastet wird, so daß die gewünschte Bremsenergieumwandlung eintritt.
  • Wie in 2 veranschaulicht ist, wird ein SOC-Level (State of Charge) der Batterie innerhalb zweier Grenzwerte gehalten wird. Ein SOC-Soll-Level wird nach der vorgegebenen Ladestrategie vorgegeben. Es ist praktisch ein SOC-Fenster vorhanden, innerhalb dessen die Batterie 1 zu betreiben ist. Das SOC-Fenster wird durch die Überwachungseinrichtung 6 bestimmt.
  • Der SOC-Level bzw. das SOC-Fenster beträgt 60–70%. Dadurch wird ein voller Batteriezustand und mögliche Überladung vermieden, was eine lange Lebensdauer der Batterie 1 sicherstellt. Auch wird eine zu geringe Ladung der Batterie 1 vermieden. Eine nur gering aufgeladene Batterie könnte nämlich keinen Andrehvorgang der Brennkraftmaschine gewährleisten.
  • 3 veranschaulicht den Batteriestrom in Zusammenhang mit Rekuperationsphasen bzw. Bremsvorgängen und Rückgewinnung von Bremsenergie.
  • Erfindungsgemäß wird die während einer Rekuperationsphase fließende Ladungsmenge zur Batterie an eine oder mehrere der vorhergehenden Rekuperationsphasen angepasst, indem der SOC-Soll-Level an den geflossenen Ladestrom angepasst wird. Bei der in 3 gezeigten Lösung wird die Ladungsmenge an die vorhergehende Rekuperationsphase angepasst.
  • Das erste Stromrechteck mit positiven Stromverlauf stellt eine erste Rekuperationsphase dar, bei der vorzugsweise ein Bremspedal betätigt wird. Wie in 4 dargestellt wird, verändert sich der SOC bzw. ΔSOC rampenförmig nach oben. Die Batterie 1 wird aufgeladen und der Brennkraftmaschine bzw. dem Fahrzeug kinetische Energie entzogen, was zu einer zusätzlichen Abbremsung des Fahrzeugs führt. Dieser Vorgang spart nicht nur Kraftstoff, sondern schont auch vorhandene Bremseinrichtungen. Nach der hier dargestellten ersten Rekuperationsphase wird die Batterie entladen, um z.B. einen an das Bordnetz angeschlossenen Verbraucher, wie Fahrzeugbeleuchtung oder dergleichen, zu versorgen, was anhand des ersten negativen Stromrechtecks in 3 oder durch die zugehörige fallende Rampe in 4 zu sehen ist. Die Batterieentladung entspricht der gewonnenen Ladung während der Rekuperation. Die Generatorsteuerung erfolgt so, daß die unmittelbar nach einer Rekuperationsphase aus der Batterie abfließende Ladungsmenge gleich der in der Rekuperationsphase zugefloßene Ladungsmenge ist.
  • Der Ladestrom ist jedoch z.B. höher als der Entladestrom, so daß die Batterie langsamer entladen wird als daß sie geladen wird. Hier war der Ladestrom etwa doppelt so hoch wie der Entladestrom.
  • Anschließend folgt eine Ruhephase der Batterie, in der der ΔSOC konstant gehalten wird. Eine Bordnetzversorgung erfolgt ausschließlich über den Generator 2.
  • Da der erste Bremsvorgang relativ lange und/oder relativ intensiv war, wird erfindungsgemäß die zweite in 3 und 4 dargestellte Rekuperationsphase an die erste angepasst. Der zweite Stromimpuls ist daher niedriger als der erste. Somit verändert sich der ΔSOC infolge der zweiten Rekuperationsphase weniger, was durch die geringere Scheitelhöhe des zweiten Dreiecks in 4 zu sehen ist. Die Batterieentladung kann jedoch größer sein als ihre Rekuperationsladung. Die Batterie kann eine längere Entladungsdauer haben, wie 3 veranschaulicht. Analog ist es auch möglich, einen höheren Versorgungsstrom für das Bordnetz zuzulassen. In diesem Fall könnte eine Mischeinspeisung von Batterie 1 und Generator 2 vorgesehen sein. Analog kann auch je nach bezweckter Strategie eine geringere Entladung erfolgen, so daß der SOC-Level der Batterie angehoben wird.
  • Eine Veränderung des SOC-Levels erfolgt erfindungsgemäß indem der SOC-Soll-Level an den geflossenen Ladestrom angepasst wird.
  • Durch diese Vorgehensweise wird das Ladezyklusverhalten der Batterie und somit die Batterielebensdauer verbessert.
  • 5 zeigt die Batteriespannung U und beispielhaft den Batteriestrom I während einer Rekuperationsphase in Abhängigkeit des SOC-Levels in %. Bei einem sehr niedrigen SOC-Level von z.B. 50 %, der unterhalb der tolerierten Grenze von 60 % liegt, wird ein sehr hoher Ladestrom von z.B. 50 A zugelassen. Zu Beginn eines solchen Ladevorgangs ist die Batteriespannung niedrig, z.B. 12 V. Bei dem oberen SOC-Grenzwert von 70% ist der Ladestrom schon erheblich geringer und bei 100 % sogar nur wenige A. Ladestrom I und Batteriespannung sind vorzugsweise lineare Funktionen des SOC-Levels.
  • Sehr vorteilhaft ist, daß eine ausgeglichene Ladungsbilanz erfolgt, so daß der SOC-Level vor und nach einem Fahrzyklus konstant gehalten wird. Es ist insbesondere die kurzfristige Ladungsbilanzbetrachtung wichtig. Auch ist es vorteilhaft, wenn die Außentemperatur in dem Batterie-Management-System 6 und somit in der Generatorsteuerung Einfluss findet. An kalten Tagen ist es vorteilhaft, wenn der SOC-Level erhöht wird. Auch können lange Stillstandzeiten z.B. eine 30-Tage-Parkzeit entsprechend berücksichtigt werden. Bei Fahrzeugen, die üblicherweise länger stillstehen, kann der SOC-Level ebenfalls erhöht werden. Das Batterie-Management-System 6 erfasst auch diese oder auch andere Größen und legt entsprechend die Ladestrategie fest. Die Lade- bzw. Entladestrategie kann über eine Veränderung der Erregerspannung des Generators 2 umgesetzt werden.
  • 6 zeigt ein Beispiel, bei dem die Generatorspannung während den Rekuperationphasen so geregelt wird, daß die Spannungsänderungen der Generatorspannung einer Rampenfunktion folgen. Zu Beginn der ersten Rekuperationsphase beginnt eine ansteigende Spannungsrampe A. Am Ende der Rekuperationsphase beginnt eine abfallende Spannungsrampe B, wobei vorzugsweise die Steigungen der ansteigenden Rampe A und der abfallenden Rampe B etwa gleich sind. Die Punkte C und D markieren den Beginn und das Ende der Rekuperationsphase. Das Bezugszeichen E kennzeichnet die maximale Spannung. Das Bezugszeichen F kennzeichnet den Sollwert, bei dem die Batterie 1 das Bordnetz versorgt.
  • Der Spannungssollwert des Generators nach einer Rekuperationsphase gegenüber dem Spannungssollwert vor Beginn einer Rekuperationsphase in Abhängigkeit des zu verändernden SOC-Soll-Levels ist veränderbar. So ist die Spannung vor der Rekuperationsphase (SOC. z.B. 70%) höher als danach, wie in 6 zu sehen ist.
  • Durch die rampenförmigen Veränderungen werden Flakererscheinungen, wie Lichtflachern, und/oder Geräuscherscheinungen vermieden.
  • Als Batterie in Sinne dieser Beschreibung ist auch ein ähnlicher elektrischer Energiespeicher, wie ein Superkondensator oder dergleichen, zu betrachten.
  • 1
    Batterie
    2
    Generator
    3
    Bordnetz
    4
    Leistungskabel
    5
    Stromkabel
    6
    Batterie-Management-System
    7
    Rekuperationsphasensteuerung

Claims (12)

  1. Verfahren zur Steuerung eines Batterieladungsvorgangs einer Batterie (1) eines Kraftfahrzeuges mit durch Steuerung eines Generators (2) vorhandenen Rekuperationsphasen zur Umwandlung von kinetischer Energie des Kraftfahrzeuges in elektrische Energie und zur Rekuperation von Bremsenergie, wobei ein SOC-Level (State of Charge) der Batterie (1) innerhalb zweier Grenzwerte gehalten wird und ein SOC-Soll-Level vorgegeben ist sowie die während einer Rekuperationsphase fließende Ladungsmenge zur Batterie (1) an eine oder mehrere der vorhergehenden Rekuperationsphasen angepasst wird, wobei kurz vor einer Rekuperationsladung das Bremsverhalten überwacht und daraus eine Ladestrategie festgelegt wird, wozu eine kurzzeitige Ladungsmessung erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass der SOC-Soll-Level an den geflossenen Ladestrom derart durch einen Bremsvorgang angepasst wird, dass, wenn ein vorangegangener Bremsvorgang eine hohe Ladungsmenge ergeben hat, die Ladungsmenge einer vorliegenden Rekuperationsphase geringer ausfällt und umgekehrt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die während einer Rekuperationsphase fließende Ladungsmenge zur Batterie (1) nur an die letzte, vorhergehende Rekuperationsphase angepasst wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuerung so erfolgt, daß die unmittelbar nach einer Rekuperationsphase aus der Batterie (1) abfließende Ladungsmenge gleich der in der Rekuperationsphase zugefloßene Ladungsmenge ist.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der SOC-Level zwischen etwa 60–70% gehalten wird.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuerung durch ein Batterie-Management-System (6) mit einer einen Batteriestatus erfassenden Überwachungseinrichtung und einer mit dem Batterie-Management-System (6) verbundenen Generator- und Rekuperationsphasen-Steuerung (7) erfolgt, wobei der Batteriestatus der Generatorsteuerung als Eingangsparameter übergeben wird.
  6. Verfahren Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, daß die Generator- und Rekuperationsphasen-Steuerung (7) weitere Eingangsparameter, wie mindestens ein Fahrzeugstatus, ein Gaspedalstatus und/oder ein Bremspedalstatus verarbeitet.
  7. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die verbundene Generator- und Rekuperationsphasen-Steuerung (7) als Ausgangsparameter eine Erregerspannung des Generators umfasst.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Anwendung auf eine 12V-Batterie.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Anwendung auf einen Batterieladungsvorgang mit einem mit einer Brennkraftmaschine gekoppelten Generator.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Generatorspannung während den Rekuperationsphasen so geregelt wird, daß die Spannungsänderungen der Generatorspannung einer Rampenfunktion folgen.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß zu Beginn einer Rekuperationsphase eine ansteigende Spannungsrampe beginnt und am Ende der Rekuperationsphase eine abfallende Spannungsrampe beginnt, wobei vorzugsweise die Steigungen der ansteigenden Rampe und der abfallenden Rampe etwa gleich sind.
  12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Spannungssollwert des Generators nach einer Rekuperationsphase gegenüber dem Spannungssollwert vor Beginn einer Rekuperationsphase in Abhängigkeit des zu verändernden SOC-Soll-Levels veränderbar ist.
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