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Die
vorliegende Erfindung betrifft einen pneumatischen Aktuator für eine aktive
Haube eines Kraftfahrzeuges.
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Unter
einer aktiven Haube wird eine Haube verstanden, die bei einem Unfall
durch einen oder mehrere Aktuatoren automatisch angehoben wird, um
den Abstand zwischen der Haube und darunterliegenden, schwer verformbaren
Teilen des Kraftfahrzeuges zu vergrößern und so einem eventuell
auf die Haube aufschlagenden Fußgänger einen
verlängerten
Deformationsweg zur Verfügung
zu stellen. So soll vermieden werden, dass der Fußgänger mit
einer Geschwindigkeit auf die nicht verformbaren Karosserieteile
prallt, die zu lebensgefährlichen
Verletzungen führen
kann.
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Die
Aktuatoren für
eine solche Haube können
auf unterschiedliche Art und Weise angetrieben sein. So beschreiben
zum Beispiel
DE 197
12 961 A1 und
DE
103 31 018 A1 mechanische, durch Federn angetriebene Aktuatoren.
In
DE 197 12 961 A1 wirkt eine
Druckfeder einerseits auf die Karosserie eines Fahrzeuges und andererseits
auf einen langgestreckten Scharnierträger, der an einem Ende durch ein
Gelenk und an einem anderen Ende durch einen lösbaren Riegel an der Karosserie
verankert ist und Lenker eines Mehrgelenkscharniers trägt, welche eine
Bewegung zum Öffnen
und Schließen
der Haube führen.
Ein Nachteil dieser bekannten mechanischen Aktuatoren ist, dass
sie zum Speichern der für ein
schnelles Anheben der Haube benötigten
Energie kräftige
und dementsprechend schwere Federn benötigen.
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Ein
günstigeres
Verhältnis
von Gewicht zu verfügbarer
Antriebsenergie ist durch Verwendung von pneumatisch, insbesondere
auf pyrotechnischem Wege, durch Zünden einer Treibladung, angetriebene
Aktuatoren zu erreichen. Pyrotechnische Aktuatoren haben jedoch
das Problem, dass der sie antreibende Gasdruck nur im Moment des
Anhebens der Haube verfügbar
ist. Unter normalen Betriebsbedingungen ist der Zylinder eines solchen
Aktuators drucklos, und ein eventuelles Spiel des Kolbens in Bezug
auf den Zylinder im drucklosen Zustand überträgt sich auf die Haube, wenn
diese nur von Aktuatoren dieses Typs gehalten ist. Es sind daher
Konstruktionen mit zerstörbaren
Brücken
vorgeschlagen worden, die unter normalen Betriebsbedingungen unversehrt
bleiben und die Haube sicher und spielfrei an der Karosserie verankern,
die aber bei einem Unfall zerstört
werden, um eine Anhebung der Haube zu ermöglichen. Die zum Zerstören der
Brücken
erforderliche Energie muss gleichzeitig mit der Energie zum Anheben
der Haube zur Verfügung
stehen, was eine entsprechend leistungsfähige Energiequelle erforderlich
macht. Darüber
hinaus beinhaltet die Zerstörung
der Brücken
eine irreversible Beschädigung des
gesamten Aufbaus, so dass nach jeder Auslösung der Aktuatoren kostspielige
Reparaturen selbst dann erforderlich sind, wenn die Haube bei einem Unfall,
der zur Auslösung
der Aktuatoren geführt
hat, ansonsten in keiner Weise betroffen gewesen ist.
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Es
besteht daher Bedarf nach einem pneumatischen Aktuator für eine aktive
Haube, der eine ohne Zuhilfenahme von zerstörbaren Brücken einen festen Halt der
Haube an der Karosserie zu vermitteln vermag.
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In
einer noch unveröffentlichten
Patentanmeldung der ACTS-GmbH, Sailauf, ist ein pneumatischer Aktuator
für eine
aktive Haube beschrieben, der ohne Zuhilfenahme von zerstörbaren Brücken einen
festen Halt der Haube an der Karosserie zu vermitteln vermag, indem
ein Kolben, der an einem Zylinder des Aktuators zwischen einer Ruhestellung und
einer ausgefahrenen Stellung geführt
bewegbar ist, in der Ruhestellung durch einen Riegel festlegbar ist,
der in eine Bohrung des Kolbens und eine Bohrung des Zylinders eingreift.
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Wenn
ein solcher Aktuator nach erfolgter Auslösung reversiert und weiterverwendet
wird, ist es nicht ausgeschlossen, dass durch die bei der Auslösung des
Aktuators auftretenden heißen,
aggressiven Gase die Oberfläche
des Riegels und der ihn führenden
Bohrungen angegriffen wird. Wenn dadurch die Beweglichkeit des Riegels
zu stark eingeschränkt wird,
könnte
es geschehen, dass der Riegel blockiert, und der Aktuator die Haube
nicht anheben kann. Es ist daher wünschenswert, über einen
verriegelbaren pneumatischen Aktuator zu verfügen, bei dem die Entriegelung
auch nach mehrfacher Auslösung
noch zuverlässig
funktioniert.
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Ein
solcher Aktuator ist in Anspruch 1 definiert. Während bei einem Aktuator mit
formschlüssig in
die Bohrungen des Kolbens und des Zylinders eingreifenden Riegel,
insbesondere einem Riegel von zylindrischer Gestalt, im Prinzip
jeder Punkt der Riegeloberfläche
mit der Wand einer Bohrung in Kontakt kommen kann und die Kontaktzonen
um so ausgedehnter sind, je exakter die Querschnitte von Riegel und
Bohrungen aneinander angeglichen sind, sind beim erfindungsgemäßen Riegel
durch die Form von dessen Umfang Nichtkontaktzonen festgelegt, die mit
der Wand der Bohrungen nicht in Kontakt gelangen können. Die
Ausdehnung der Flächen,
auf denen sich der Riegel und die Wände der Bohrungen berühren können, ist
dadurch reduziert, und dementsprechend ist auch die Gefahr eines
Steckenbleibens des Riegels bei Betätigung des Aktuators verringert.
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Vorzugsweise
sind die Kontaktzonen durch langgestreckte, schmale Rippen gebildet,
die durch als die Nichtkontaktzonen fungierende Vertiefungen voneinander
getrennt sind.
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Insbesondere
kann der Riegel einen vieleckigen Querschnitt haben, während die
Bohrungen einen runden Querschnitt aufweisen.
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Um
zu verhindern, dass bei einer Auslösung des Aktuators Arbeitsgas über die
Nichtkontaktzonen ungenutzt am Riegel vorbeistreicht, ist vorzugsweise ein
dem die Bewegung des Riegels antreibenden Arbeitsgas zugewandter
Stirnabschnitt des Riegels von Nichtkontaktzonen frei.
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Eine
andere Möglichkeit,
ein Steckenbleiben des Riegels zu verhindern, ist, diesem auf wenigstens
einem Teil seines Umfangs eine in Richtung von der Freigabestellung
zur Verriegelungsstellung verjüngte
Form zu geben. Diese Formgebung führt dazu, dass eine winzige
Verschiebung des Riegels in Richtung der Freigabestellung ausreicht,
um die Reibung zwischen dem Riegel und den Wänden der Bohrungen erheblich
zu verringern. Es genügt
daher ein vergleichsweise geringer Druck des Arbeitsgases, um den
Riegel in Bewegung zu setzen.
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Im
einen wie im anderen Falle sind der Kolben und der Riegel vorzugsweise
durch eine gleiche Druckgasquelle antreibbar.
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Zweckmäßigerweise
versperrt der Riegel in der Verriegelungsstellung eine Gaseinlassleitung
des Zylinders, so dass in einer Arbeitskammer des Zylinders, die
die Bewegung des Kolbens antreibt, kein Druck aufgebaut werden kann,
so lange nicht der Riegel verschoben ist und die Gaseinlassleitung
freigibt.
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Vorzugsweise
verläuft
die Gaseinlassleitung entlang der Bohrungen. Mit anderen Worten
sind die Bohrungen selber ein Teil der Gaseinlassleitung.
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Über einen
Kanal, der sich vom stromabwärtigen
Ende der Bohrung des Kolbens zu einer Bodenfläche des Zylinders erstreckt,
gelangt nach Verschiebung des Riegels in die Freigabestellung Arbeitsgas
an den Boden des Zylinders und treibt den Kolben heraus.
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Vorzugsweise
ist die Arbeitskammer in eine Vorkammer und eine Hauptkammer gegliedert,
wobei der freie Querschnitt der Vorkammer kleiner als der der Hauptkammer
ist und die Bohrung in einem in die Vorkammer eingreifenden Verriegelungsvorsprung
des Kolbens gebildet ist. Dies ermöglicht eine sichere Verriegelung
des Kolbens bei gleichzeitig geringem Hub des Riegels zwischen der
Verriegelungsstellung und der Freigabestellung.
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Wenn
der Verriegelungsvorsprung den freien Querschnitt der Vorkammer
auf wenigstens einem Teil ihrer Länge ausfüllt, kann dadurch verhindert werden,
dass unter Druck stehendes Arbeitsgas in maßgeblicher Menge in die Hauptkammer
gelangt und auf deren Querschnitt Druck auf den Kolben ausübt, bevor
dieser vollständig
entriegelt ist.
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Eine
an einem Ende des Riegels angebrachte, die Bohrungen überdeckende
Schulter kann einerseits als ein Anschlag dienen, der die Verriegelungsstellung
des Riegels festlegt, zum anderen kann bei Betätigung des Aktuators Arbeitsgas,
welches über
die Nichtkontaktzonen am Riegel vorbeiströmt, Druck auf die Schulter
ausüben
und dadurch zur Entriegelung beitragen.
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Um
zu verhindern, dass in einer Nebenkammer, in der die Schulter verschiebbar
geführt
ist, sich bei Betätigung
des Aktuators ein Gegendruck aufbaut, der die Entriegelung erschwert,
kann vorgesehen werden, dass die Nebenkammer mit der Umgebung kommuniziert.
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Um
eine Reversierung des Kolbens nach Betätigung zu ermöglichen,
ist vorzugsweise der Riegel in seiner Freigabestellung reversibel
arretierbar. Hierfür
kann ein Sperrkörper
vorgesehen werden, der, wenn sich der Riegel in der Freigabestellung
befindet, zwischen einer Blockierstellung, in der er eine Rückkehr des
Riegels in die Verriegelungsstellung blockiert, und einer versenkten
Stellung beweglich ist, in der er die Rückkehr des Riegels in die Verriegelungsstellung
zulässt.
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Der
Sperrkörper
kann am Boden der Vorkammer angeordnet sein.
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Der
Sperrkörper
weist vorzugsweise eine erste Andrückfläche auf, an der in der Freigabestellung
des Riegels dessen Stirnseite anliegt und die bündig mit einer Oberfläche des
Kolbens ist, auf die die Bohrung mündet. Wenn der Riegel aus der
Bohrung verdrängt
ist, kann der Kolben ausfahren, wobei die Oberfläche, auf die die Bohrung mündet, an
der Stirnseite des Riegels entlang gleitet. Zusammen mit der Auswärtsbewegung
des Kolbens kann der Sperrkörper
nachrücken,
und die Stirnfläche
des Riegels kommt an der ersten Andrückfläche zu liegen.
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Eine
zweite Andrückfläche des
Sperrkörpers drückt in der
Blockierstellung des Sperrkörpers
gegen den Umfang des Riegels, so dass der Sperrkörper den Riegel nicht passieren
kann.
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Eine
dritte Andrückfläche des
Sperrkörpers schlägt in der
verriegelten Stellung des Kolbens am Kolben an und legt so in dieser
Stellung die Position des Sperrkörpers
fest.
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Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die beigefügten
Figuren. Es zeigen:
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1 1 ein
Kraftfahrzeug mit einer von Aktuatoren in einer angehobenen Stellung
gehaltenen Haube;
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2 eine
perspektivische auseinandergezogene Ansicht eines Aktuators gemäß der Erfindung;
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3 einen
schematischen Schnitt durch den Aktuator der 2;
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4 eine
perspektivische Ansicht des in dem Aktuator verwendeten Riegels
gemäß einer
ersten Ausgestaltung;
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5 den
Riegel gemäß einer
zweiten Ausgestaltung;
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6 den
von dem Riegel gemäß 4 oder 5 verriegelbaren
Kolben;
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7 den
Riegel gemäß einer
dritten Ausgestaltung; und
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8 den
von dem Riegel gemäß 7 verriegelbaren
Kolben.
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1 zeigt
schematisch ein Kraftfahrzeug mit einer Motorhaube 1, die
durch benachbart zum vorderen bzw. hinteren Rand der Haube 4, 2 angeordnete
Aktuatoren 5, 3 in einer gegenüber einer Normalstellung, in
der sie mit benachbarten Karosserieteilen 6 bündig ist,
angehobenen Stellung gehalten ist. Die Haube 1 ist ausschließlich durch
die Aktuatoren 3, 5 unterstützt.
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2 zeigt
eine perspektivische auseinandergezogene Ansicht eines der zwei
hinteren Aktuatoren 3. Er umfasst einen langgestreckten
Zylinder 7, der zwei Befestigungsflansche zur Montage des
Zylinders 7 an einem starren Rahmen des Kraftfahrzeuges
trägt.
An einem unteren Ende des Zylinders 7 ist ein Gaseinlassflansch 9 mit
Einlassöffnung 10 angeordnet.
Ein Gasgeneratorträger 11 ist
vorgesehen, um gasdicht an dem Einlassflansch 9 befestigt
zu werden. Der Gasgeneratorträger 11 weist
Kammern für
drei Gasgeneratoren 12 auf, die mit der Einlassöffnung 10 verbunden
sind. In einem Durchgang zwischen jeder Kammer und der Einlassöffnung 10 kann jeweils
eine in der Figur nicht gezeigte zerstörbare Trennwand in dem Gasgeneratorträger 11 angebracht
sein, die aufreißt,
wenn der Gasgenerator 12 in der ihr zugeordneten Kammer
gezündet
wird, die aber einen in der ihr zugeordneten Kammer untergebrachten
Gasgenerator 12 davor schützt, durch die Explosion eines
Gasgenerators 12 in einer benachbarten Kammer mitgezündet zu
werden.
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Ein
an der vom Zylinder 7 abgewandten Seite des Gasgeneratorträgers 11 zu
montierender Deckel 13 enthält eine elektronische Zündschaltung,
die jeweils bei Empfang eines Zündbefehls über ein
Signalkabel 14 einen der Gasgeneratoren 12 zündet.
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Der
Aktuator der 2 ist somit in der Lage, drei
Aufstellbewegungen der Haube 1 anzutreiben, bevor er verbraucht
ist und ausgetauscht werden muss.
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Es
liegt auf der Hand, dass auch mehr oder weniger als drei Gasgeneratoren 12 in
dem Gasgeneratorträger 11 untergebracht
sein können.
Die Zahl der Gasgeneratoren wird im Allgemeinen jedoch nicht größer sein
als fünf
oder sechs, da die Zahl der zu erwartenden Haubenaufstellbewegungen
während
der Lebensdauer eines Kraftfahrzeuges beschränkt ist.
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Grundsätzlich käme auch
ein Gasgeneratorträger
mit einem einzigen Gasgenerator in Frage, der dann jedes Mal nach
einer Aufstellung der Haube 1 ausgetauscht werden müsste, während der
Zylinder selber im Fahrzeug verbleiben könnte. Ein Austausch des Generatorträgers, der
dann nach jeder Aufstellung der Haube 1 erforderlich wäre, würde jedoch
erhebliche Sicherheitsvorkehrungen erfordern, die in einer Kfz-Werkstatt
nur schwierig zu gewährleisten
sind.
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Eine
an einer oberen Stirnseite 16 des Zylinders 7 austretende
Kolbenstange 18 ist an ihrer Spitze mit einem Gewinde versehen.
Das Gewinde ist vorgesehen, um in einen Scharnierträger 19 eingeschraubt
zu werden, an dem ein Lenker oder, im bevorzugten Fall eines Einge lenkscharniers,
ein fest an der Haube 1 angebrachtes Scharnierteil 17 angelenkt
ist. Ein Pufferstück 20 aus
Hartgummi oder einem anderen geringfügig elastisch verformbaren
Material mit einer zentralen Bohrung 21 ist vorgesehen, um
auf die Kolbenstange 18 aufgesteckt und in der Ruhestellung
des Aktuators zwischen dem Scharnierträger 19 und der Stirnseite 16 des
Zylinders eingeklemmt und verformt zu werden. Hierfür ist die
Kolbenstange 18 im Ruhezustand in dem Zylinder 7 verriegelt,
wie im Folgenden noch genauer beschrieben wird. Die Verformung des
Pufferstücks 20 ist
stark genug, um eine Rückstellkraft
des Pufferstücks 20 hervorzurufen,
die größer ist
als jede unter normalen Betriebsbedingungen, beim Fahren oder beim Öffnen und
Schließen
der Haube 1, auf die Haube wirkende Kraft. So findet unter
normalen Betriebsbedingungen keine zusätzliche Verformung des Pufferstücks 20 statt,
das heißt,
der Scharnierträger 19 ist effektiv
unbeweglich in Bezug auf den Zylinder 7 und die diesen
tragende Karosserie.
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3 zeigt
den Zylinder 7 der 2 in einem
axialen Schnitt. Eine interne Kammer 23 des Zylinders 7 ist
gegliedert in eine Hauptkammer 24 und eine Vorkammer 25,
die jeweils von zylindrischer Form und zueinander koaxial sind.
Der freie Durchmesser der Vorkammer 25 ist deutlich kleiner
als derjenige der Hauptkammer 24. Eine Bohrung 26 erstreckt
sich zwischen der Vorkammer 25 und der Einlassöffnung 10.
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Die
Kolbenstange 18 hängt
zusammen mit einem Kolben 22, der sich in seiner in der
Figur gezeigten Ruhestellung am unteren Ende der Kammer 23 befindet.
Der in 6 in einer perspektivischen Ansicht gezeigte Kolben 22 umfasst
eine Kolbenplatte 27, die den Querschnitt der Hauptkammer 24 ausfüllt, und
einen von der Kolbenplatte 27 nach unten in die Vorkammer 25 hinein abstehenden
Zapfen 28. In einem oberen Bereich der Vorkammer 25,
zwischen der Einmündung
der Bohrung 26 in die Vorkammer 25 und der Hauptkammer 24,
füllt der
Zapfen 28 den Querschnitt der Vorkammer 25 aus.
Eine Spitze 29 des Zapfens 28 ist im Querschnitt
halbzylindrisch und liegt mit ihrer gekrümmten Außenseite dicht an der Wand
der Vorkammer 25 rings um die Einmündung der Bohrung 26 an.
Eine mit der Bohrung 26 fluchtende Bohrung 30 durchsetzt
die Spitze 29 des Zapfens 28.
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Ein
in der Figur halb in Seitenansicht, halb im Schnitt gezeigter Riegel 31 ist
in der Bohrung 30 verschiebbar aufgenommen. Ein Stirnende 32 des
Riegels 31 greift in die Bohrung 26 ein. Ein am
gegenüberliegenden
Fußende
des Riegels 31 abstehender Ringflansch 33 ist
in einer Kammer 34 verschiebbar aufgenommen, die an der
der Bohrung 26 diametral gegenüberliegenden Seite der Vorkammer 25 gebildet
ist. Eine in der Kammer 34 untergebrachte Druckfeder 35 hält den Riegel 31 in
der gezeigten Position, in der der Ringflansch 33 an einer
Schulter der Kammer 34 anliegt.
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Am
Boden der Vorkammer 25, unterhalb der Spitze 29 des
Zapfens 28, ist ein Sperrkörper 36 angeordnet.
Der Sperrkörper 36 hat
eine gestufte Oberseite mit einer ersten horizontalen Andrückfläche 38, die
in der gezeigten Konfiguration durch eine Druckfeder 37 gegen
die Spitze 29 gedrückt
ist, sowie einer vertikalen Andrückfläche 39 und
einer weiteren horizontalen Andrückfläche 40,
deren Funktion im Folgenden in Verbindung mit dem Entriegelungsvorgang und
der Reversierung des Aktuators beschrieben wird.
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Im
Falle der Betätigung
des Aktuators dringt Druckgas vom Gasgenerator 12 in die
Bohrung 26 ein und drückt
gegen die Stirnseite 32 des Riegels 31. Der Riegel 31 weicht
unter dem Druck zurückt, bis
er die Bohrung 30 im Zapfen 28 verlassen hat. Nun
strömt
das Gas durch die Bohrungen 26, 30 frei in die
Vorkammer 25 und wirkt auf die Unterseite des Zapfens 28.
Der Kolben 22 weicht dem Druck des Gases nach oben aus,
da er mit dem Austritt des Riegels 31 aus der Bohrung 30 entriegelt
ist. Gleichzeitig mit dem Kolben 22 bewegt sich der Sperrkörper 36 unter
dem Druck der Feder 37 aufwärts, bis er durch den Kontakt
der horizontalen Anschlagfläche 40 mit dem
Riegel 31 gestoppt wird.
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Sobald
die Spitze 29 des Zapfens 28 beginnt, die Vorkammer 25 zu
verlassen, strömt
Druckgas aus der Vorkammer 25 in die Hauptkammer 24 ein
und wirkt so auf die gesamte Querschnittsfläche des Kolbens 22 ein
und treibt den Kolben mit großer Kraft
aufwärts.
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Es
wäre auch
eine Ausgestaltung denkbar, bei der die Kammer des Zylinders nicht
unterteilt ist, der Zapfen 28 entfällt und stattdessen eine zu
der Bohrung 30 homologe Bohrung in der Kolbenplatte selbst
gebildet ist. Die in der Figur gezeigte Ausgestaltung hat demgegenüber jedoch
eine Reihe von Vorteilen. Zum einen wird eine kompaktere Bauform erzielt,
da die Kammer 34, in die der Riegel 31 bei der Entriegelungsbewegung
ausweicht, nicht seitlich über
das Zylindergehäuse überstehen
muss. Ein weiterer Vorteil ist, dass eventuelles Leckgas, das durch die
Bohrung 26 kommend unter Umgehung der Bohrung 30 des
Zapfens 28 direkt in die Vorkammer 25 gelangt,
nur auf der kleinen Querschnittsfläche der Vorkammer 25 Druck
auf den Kolben ausüben
kann, der die Entriegelung erschweren könnte. Des Weiteren genügt eine
kurze Bewegung des Riegels 31, um den Kolben freizugeben,
so dass eine merkliche Verzögerung
der Haubenanhebung durch den Entriegelungsvorgang vermieden wird.
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Nach
erfolgter Anhebung der Haube 1 baut sich der Gasdruck in
der Kammer 23 allmählich
ab, und die Feder 35 neigt dazu, den Riegel 31 in
seine in 3 gezeigte Stellung zurückzutreiben.
Die Verriegelungsstellung wird jedoch nicht erreicht; statt dessen
drückt
die Feder 35 lediglich die Stirnseite 32 des Riegels 31 gegen
die vertikale Andrückfläche 39 des
Sperrkörpers 36.
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Daher
stellt der Riegel 31 auch kein Hindernis dar, wenn der
Kolben 22 später
in seine Ausgangsstellung zurückgeschoben
wird. Die Spitze 29 des Zapfens 28 kann die Stirnseite 32 des
Riegels 31 passieren, trifft schließlich auf die Andrückfläche 38 und
treibt den Sperrkörper 35 so
weit abwärts,
bis die Bohrung 30 mit dem Riegel 31 fluchtet
und letzterer, angetrieben von der Feder 35, wieder die
Bohrung 30 passiert und ein Stück weit in die Bohrung 26 eindrückt. Der
Aktuator ist nun bereit, um erneut ausgelöst zu werden.
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4 zeigt
den Riegel 31 in einer detaillierten perspektivischen Ansicht.
Der Riegel 31 ist vorgesehen, um in die Bohrungen 26, 30 von
gleichem, jeweils kreisförmigem
Querschnitt einzugreifen, ist aber seinerseits im Querschnitt nicht
exakt kreisförmig,
sondern hat die Gestalt eines Kreises mit etwas kleinerem Radius
als dem der Bohrungen 26, 30, von dem mehrere
sich in Längsrichtung
des Riegels 31 erstreckende flache Rippen 41 abstehen.
Die Höhe der
Rippen 41 ist so klein gewählt wie erforderlich, um einen
Kontakt der zwischen den Rippen 40 liegenden zylindersegmentförmigen Oberflächenbereiche 42 des
Riegels 31 mit der Wand der Bohrung 26 bzw. 30 sicher
auszuschließen.
Die mögliche
Kontaktfläche
zwischen dem Riegel 31 und der Wand der Bohrungen 26, 30,
an denen der Riegel 31 anhaften kann, beschränkt sich
daher auf die Scheitelflächen der
Rippen 41. Um diese Kontaktfläche zu minimieren, beträgt die Breite
der Rippen 41 nur einen kleinen Bruchteil der Breite der
dazwischen liegenden Bereiche 42.
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Die
Oberflächenbereiche 42 begrenzen
zusammen mit den durch eine Strichpunktlinie angedeuteten Wänden der
Bohrungen 26, 30 Kanäle, durch welche Druckgas in
die Vorkammer 25 gelangen kann, noch bevor der Riegel 31 die
Bohrung 30 verlassen hat. Infolge der geringen Höhe der Rippen 40 ist
der Querschnitt dieser Kanäle
jedoch klein und der darin auftretende Druckabfall ist groß, so dass
ein Druck, der die Entriegelung maßgeblich erschweren könnte, sich
vor dem Entweichen des Riegels 31 aus der Bohrung 30 nicht
in der Vorkammer 25 aufbauen kann.
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Eine
alternative Ausgestaltung des Riegels 31 ist in 5 gezeigt.
Hier sind die zwischen den Rippen 41 in die Umfangsfläche des
Riegels eingetieften Oberflächenbereiche 42 deutlich
tiefer als beim Riegel der 4, sie erstrecken
sich jedoch nicht bis zur Stirnseite 32 des Riegels. Diese
ist durch eine kreisrunde Scheibe gebildet, die mit geringer Toleranz
in die Bohrungen 26, 30 eingepasst ist. Die Kontaktflächen, an
denen der Rand der Scheibe die Bohrungen berührt, ist zwar in Umfangsrichtung
der Scheibe um so größer, je
enger die Toleranz ist, doch bleibt aufgrund der geringen Dicke
der Scheibe die Kontaktfläche
insgesamt klein.
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Eine
dritte Ausgestaltung der Erfindung wird anhand der 7 und 8 erläutert, die
jeweils einen Riegel 31' und
einen durch den Riegel zu verriegelnden Kolben 22' zeigen. Der
Riegel 31' kann
hier aufgefasst werden als die Überschneidung
eines sich vom durch den Ringflansch 33 gebildeten Fußende zur
Stirnseite 32 des Riegels 31 hin geringfügig verjüngenden
Kegelstumpfes 44 und eines an zwei Seiten abgeflachten,
zu dem Kegelstumpf 44 koaxialen Zylinders, der zwei über die
Mantelfläche des
Kegelstumpfes überstehende
flache Rippen 45 und einen die beiden Rippen verbindenden
Steg 46 an der Stirnseite 32 bildet.
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Der
Kolben 22' umfasst
eine Kolbenplatte 27 und einen von der Kolbenplatte 27 nach
unten abstehenden Zapfen 28, durch den sich die Bohrung 30 erstreckt.
Die Bohrung 30 ist komplementär zum Riegel 31 im
Wesentlichen kegelstumpfförmig
und mit die Rippen 45 aufnehmenden Nuten 47 geformt,
von denen in 8 nur eine sichtbar ist. Die
untere Nut 47 ist durch eine Kerbe 48 mit der
Unterseite des Zapfens 28 verbunden. Die Breite der Kerbe 48 ist
wenigstens genauso groß wie
die des Steges 46, und ihre Tiefe wenigstens so groß wie der Überstand
des Steges 46 über
die Stirnfläche 32.
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In
der verriegelten Stellung ist der Riegel 31' in Richtung des Pfeils 49 in
die Bohrung 30 eingeführt und
liegt formschlüssig
an den Wänden
der Bohrung 30 an. Es genügt bei Betätigung des Aktuators eine geringe
Verschiebung des Riegels 31',
um den Kegelstumpf 44 den Kontakt mit den Wänden der
Bohrung 30 verlieren zu lassen, so dass der Riegel 31' leicht weiter
beweglich ist. Über
die aus der Verschiebung des Riegels 31' resultierenden Zwischenräume zwischen
dem Kegelstumpf 44 und den Wänden der Bohrung 30 kann
jedoch noch kein Gas in die Vorkammer 25 gelangen, da der
Zapfen 28 diese auf ihrem gesamten Querschnitt ausfüllt und
die Kerbe 48 durch die untere Rippe 45 des Riegels
verdeckt ist. Erst wenn der Riegel 31 entgegen der Richtung
des Pfeils 49 so weit verschoben ist, dass der Kegelstumpf 44 die
Bohrung 26 vollständig
verlassen hat, kann Gas an der Spitze des Steges 46 vorbei
durch die Kerbe 48 fließen. Gleichzeitig ist jedoch
der Kolben 22' entriegelt,
der Steg 46 passiert die Kerbe 48, und der Kolben 22' hebt sich.
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Um
eine Reversierung des Aktuators zu ermöglichen, können der Riegel 31' und der Kolben 22' gemäß 7, 8 mit
dem gleichen Sperrkörper 35,
wie anhand von 3 beschrieben, wechselwirken.
Die Kegelform erleichtert beim Reversieren das erneute Einrücken des
Riegels 31' in
die Bohrung 30. Es ist nicht erforderlich, dass der Riegel 31' in die Bohrung 30 sofort
bis zu einer Endstellung einrückt, in
der die Wände
des Riegels und der Bohrung sich auf ihrem gesamten Umfang berühren, denn
wenn überhaupt
ein Eingriff zwischen Bohrung 30 und Riegel 31' stattgefunden
hat, führen
spätere
Bewegungen des Kolbens 22',
z.B. aufgrund von Erschütterungen
im Fahrbetrieb, Windlast auf der Haube 1 oder einer sich
auf die Haube 1 stützenden
Person, dazu, dass der Riegel 31' im Laufe der Zeit immer weiter
in die Bohrung 30 einrückt
und schließlich
die Endstellung erreicht.
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Einer
vierten Ausgestaltung zufolge, die eine Vereinfachung der dritten
Ausgestaltung darstellt, sind am Riegel 31' die Rippen 45 und der
Steg 46 weggelassen, d.h. der Riegel umfasst lediglich
den Kegelstumpf 44 und den Ringflansch 33, und
die Bohrung 30 ist rein kegelförmig. Die Mantelfläche des Kegelstumpfs 44 und/oder
die Wand der Bohrung 30 kann im axialen Schnitt leicht
konvex sein, um die Kontaktfläche
zwischen Kolben 22' und
Riegel 31' im verriegelten
Zustand auf eine umlaufende Dichtlinie zu begrenzen. Ein Durchtritt
von Gas in die Kammer 23 bzw. deren Vorkammer 25 ist
dann zwar nicht mehr ausgeschlossen, sobald der Riegel sich unter dem
Druck des Arbeitsgases geringfügig
bewegt hat, doch kann bei geeigneter Auslegung des Kegelwinkels
die durchtretende Gasmenge so klein sein, dass sie die Entriegelung
des Kolbens nicht merklich behindert.
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- 1
- Motorhaube
- 2
- Rand
- 3
- Aktuator
- 4
- Rand
- 5
- Aktuator
- 6
- Karosserieteil
- 7
- Zylinder
- 8
- Befestigungsflansch
- 9
- Gaseinlassflansch
- 10
- Einlassöffnung
- 11
- Gasgeneratorträger
- 12
- Gasgenerator
- 13
- Deckel
- 14
- Signalkabel
- 15
-
- 16
- Stirnseite
- 17
- Scharnierteil
- 18
- Kolbenstange
- 19
- Scharnierträger
- 20
- Pufferstück
- 21
- Bohrung
- 22
- Kolbenplatte
- 23
- Kammer
- 24
- Hauptkammer
- 25
- Vorkammer
- 26
- Bohrung
- 27
- Kolbenplatte
- 28
- Zapfen
- 29
- Spitze
- 30
- Bohrung
- 31
- Riegel
- 32
- Stirnende
- 33
- Ringflansch
- 34
- Kammer
- 35
- Druckfeder
- 36
- Sperrkörper
- 37
- Druckfeder
- 38,
39, 40
- Andrückfläche
- 41
- Rippe
- 42
- Oberflächenbereich
- 44
- Kegelstumpf
- 45
- Rippe
- 46
- Steg
- 47
- Nut
- 48
- Kerbe
- 49
- Pfeil