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Die
Erfindung betrifft eine Brennkammer mit einem Brennraum und einer
Resonatoreinrichtung, welche ein oder mehrere Resonatoren umfaßt und zur
Einstellung der akustischen Eigenschaften der Brennkammer dient.
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Die
Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Einstellung der akustischen
Eigenschaften einer Brennkammer, bei dem die Brennkammer mit einem
oder mehreren Resonatoren versehen wird.
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In
oder an Brennkammern, insbesondere für Flugkörper wie Raketen, können oszillierende
Teilvorgänge
der Verbrennung stattfinden. Die Brennstoffzufuhr kann oszillieren,
die Mischungsbildung von Brennstoff und Oxidator kann oszillieren
und die chemischen Reaktionen in der Brennkammer können oszillieren.
Bei Flüssigbrennstoff
oder bei einem gelförmigen
Treibstoff kann die Zerstäubung
und Verdampfung Oszillationen aufweisen.
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Die
Brennkammer selbst ist ein Hohlkörper,
welcher akustische Eigenmoden aufweist. Es ist grundsätzlich möglich, daß eine akustische
Kopplung der beschriebenen oszillierenden Vorgänge mit Eigenmoden der Brennkammer erfolgt.
Dadurch können
Druckpulsationen entstehen, die beispielsweise zur Beschädigung der
Brennkammer führen
können
oder die Verbrennung stören
können.
Es ist dabei sogar möglich,
daß die Verbrennung
erlischt.
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Bei
einer Störung
der Verbrennung tritt üblicherweise
eine Leistungsminderung auf. Es besteht auch die Gefahr, daß die Betriebssicherheit
erniedrigt wird und die Lebensdauer erniedrigt wird. Es kann auch
eine Erhöhung
der Schadstoffbelastung und der Schallbelastung auftreten.
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Die
akustischen Eigenschaften einer Brennkammer lassen sich durch das
Vorsehen von einem oder mehreren akustischen Resonatoren als Dämpfungselemente
beeinflussen. Diese akustischen Resonatoren können an Eigenmoden der Brennkammer
koppeln, um so Eigenmoden in unkritische Frequenzbereiche verschieben
zu können
bzw. störende
Eigenmoden dämpfen
zu können.
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Aus
der nicht vorveröffentlichten
deutschen Patentanmeldung Nr.
10 2005 035 085 vom 20. Juli 2005 des gleichen Anmelders
ist ein Verfahren zur Einstellung der akustischen Eigenschaften
einer Brennkammer bekannt, bei dem die Brennkammer mit mindestens
einem akustischen Resonator als Dämpfungselement versehen wird
und eine erste Eigenmode einer Ausgangs-Brennkammer-Resonator-Kombination
unterhalb der Eigenmode der Ausgangs-Brennkammer und einer zweiten
Eigenmode der Ausgangs-Brennkammer-Resonator-Kombination oberhalb
der Eigenmode der Ausgangs-Brennkammer
bezüglich
Intensität
und/oder Halbwertsbreite verglichen wird.
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Aus
der nicht vorveröffentlichten
deutschen Patentanmeldung Nr.
10 2005 050 029.3 vom 14. Oktober 2005 des gleichen Anmelders
ist eine Resonatorvorrichtung für
eine Brennkammer mit einem Brennraum bekannt, welche eine Wandung
umfaßt,
durch welche ein Resonatorraum gebildet ist, wobei der Resonatorraum an
einer ersten Stirnseite zur Verbindung mit der Brennkammer mittels
einer ersten Öffnung
offen ist. Die Wandung weist an einer der ersten Stirnseite gegenüberliegenden
zweiten Stirnseite eine zweite Öffnung
auf.
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Untersuchungen
zu den Eigenmoden einer zylindrischen Brennkammer sind in dem Artikel "Resonance Frequencies
and Damping in Combustion Chambers with Quarter Wave Cavities" von Z. Faragó und M. Oschwald,
6th Symposium an Launcher Technologies,
November 8th to 11th,
2005, München,
beschrieben.
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Aus
der
EP 0 892 217 A1 ist
eine Ringbrennkammer für
eine Gasturbine bekannt, welche Kühlkanäle mit einem Eintritt in eine
Brennkammerhaube aufweisen, wobei die Kühlkanäle so ausgelegt sind, dass
die akustische Impedanz am Eintritt der Kühlkanäle in die Brennkammerhaube
bei bestimmten, zu dämpfenden Frequenzen
minimiert wird.
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Aus
der
DE 100 58 688
A1 ist eine Dämpferanordnung
zur Reduktion von sich innerhalb einer Gasturbine ausbildenden Brennkammerpulsationen
bekannt.
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Aus
der
EP 0 597 138 A1 ist
eine Gasturbinenbrennkammer mit einem ringförmigen Verbrennungsraum bekannt,
wobei im Bereich eines Brenners gespülte, aus einem Zuführrohr,
einem Resonanzvolumen und einem Dämpfungsrohr bestehende Helmholtz-Dämpfer angeordnet
sind.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Brennkammer der eingangs
genannten Art bereitzustellen, bei welcher sich Eigenschwingungen
auf effektive Weise dämpfen
lassen.
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Diese
Aufgabe wird bei der oben genannten Brennkammer erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
daß mindestens
ein Resonator mit einem Oberton und nicht mit seinem Grundton auf
eine Eigenmode der Brennkammer abgestimmt ist.
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Es
hat sich gezeigt, daß,
wenn mindestens ein Resonator mit einem Oberton (das heißt nicht
mit seinem Grundton) auf eine Eigenmode abgestimmt ist, sich dann über einen
oder mehrere weitere Obertöne
auch eine oder mehrere weitere Eigenmoden dämpfen lassen. Beispielsweise
lassen sich mit einem Lambda-Viertel-Resonator, welcher mit seinem
ersten Oberton auf die erste tangentiale Eigenmode einer zylindrischen Brennkammer
abgestimmt ist, auch über
den zweiten Oberton die zweite tangentiale Eigenmode und über den dritten
Oberton die dritte tangentiale Eigenmode effektiv dämpfen.
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Durch
die erfindungsgemäße Lösung läßt sich
dadurch die Anzahl der Resonatoren, welche an einer Brennkammer
angeordnet werden müssen,
verringern und/oder die Dämpfungswirkung
läßt sich
erhöhen. Grundsätzlich ist
es so, daß für die Dämpfung jeder
relevanten Eigenmode mehrere Resonatoren vorgesehen werden müssen, da
Resonatoren nur für
einen bestimmten Raumbereich eines Brennraums wirken. Weiterhin müssen spezielle
Resonatoren für
transiente Vorgänge,
insbesondere im Zusammenhang mit einem Brennerstart, vorgesehen
werden. Durch die erfindungsgemäße Lösung läßt sich
mit einer geringeren Anzahl an Resonatoren eine effektive Dämpfung einer
Mehrzahl von Eigenmoden erzielen.
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Da
eine geringere Anzahl von Resonatoren vorgesehen werden muß, ist auch
die Einstellung der akustischen Eigenschaften der Brennkammer erleichtert.
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Insbesondere
ist die Abstimmung über
Einstellung der geometrischen Abmessungen eines Resonatorraums des
mindestens einen Resonators erreicht. Dadurch läßt sich eine Anpassung des
entsprechenden Obertons und weiterer Obertöne des mindestens einen Resonators
an die zu dämpfenden
Eigenmoden der Brennkammer erreichen.
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Insbesondere
ist die Länge
des Resonatorraums eingestellt. Es kann sich dabei um eine feste
Einstellung handeln; der Resonator wird dann entsprechend ausgewählt. Es
ist beispielsweise auch möglich,
daß an einem
Resonator die Länge
des Resonatorraums variabel einstellbar ist und es wird die entsprechende
Einstellung dann gewählt.
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Beispielsweise
ist der mindestens eine Resonator ein Lambda-Viertel-Resonator.
Dieser weist ein geschlossenes Ende und ein offenes Ende zu dem
Brennraum auf. Das offene Ende steht mit dem Brennraum in Verbindung.
Resonanzen können
sich ausbilden, wenn sich eine stehende Welle in dem entsprechenden Resonatorraum
ausbilden kann. Ein Lambda-Viertel-Resonator ist sehr obertonreich.
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Es
ist beispielsweise auch denkbar, daß der mindestens eine Resonator
ein Helmholtz-Resonator ist. Dieser weist einen Resonatorraum mit
einem geschlossenen Ende auf. An dem gegenüberliegenden Ende ist der Helmholtz-Resonator mit dem
Brennraum verbunden, wobei der Durchmesser des Verbindungsbereiches (erheblich)
kleiner ist als der Durchmesser des Resonatorraums.
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Ganz
besonders vorteilhaft ist es, wenn ein solchen Oberton des mindestens
einen Resonators eingestellt ist, daß mindestens näherungsweise
mindestens ein weiterer Oberton in Resonanz mit mindestens einer
weiteren Eigenmode der Brennkammer steht. Dadurch lassen sich mit
einem Resonator eine Mehrzahl von Eigenmoden dämpfen. Insbesondere sind die
Eigenmoden tangentiale Eigenmoden. Es hat sich beispielsweise gezeigt,
daß sich,
wenn ein Resonator mit seinem ersten Oberton auf die erste tangentiale
Eigenmode (1T) der Brennkammer abgestimmt ist, sich auch die zweite
tangentiale Eigenmode (2T) und die dritte tangentiale Eigenmode
(3T) über
den zweiten Oberton bzw. dritten Oberton effektiv dämpfen lassen.
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Ganz
besonders vorteilhaft ist, wenn der erste Oberton des mindestens
einen Resonators auf eine Eigenmode der Brennkammer abgestimmt ist.
Es lassen sich dann mehrere Eigenmoden (insbesondere tangentiale
Eigenmoden) effektiv dämpfen.
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Insbesondere
ist es vorteilhaft, wenn der zweite Oberton mindestens näherungsweise
in Resonanz mit einer weiteren Eigenmode (beispielsweise mit der
2T-Mode) steht. Diese läßt sich
dann dämpfen,
ohne daß ein
weiterer Resonator vorgesehen werden muß. Aus dem gleichen Grund ist
es günstig,
wenn der dritte Oberton mindestens näherungsweise in Resonanz mit
einer weiteren Eigenmode wie beispielsweise der 3T-Mode steht.
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Insbesondere
ist es vorteilhaft, wenn der mindestens eine Resonator auf die erste
tangentiale Eigenmode der Brennkammer abgestimmt ist. Es hat sich
gezeigt, daß sich
dann beispielsweise auch die zweite tangentiale Eigenmode und die
dritte tangentiale Eigenmode effektiv dämpfen lassen. Transverse Eigenmoden und
insbesondere tangentiale Eigenmoden können bei Verbrennungsvorgängen zu
Problemen führen,
so daß deren
Dämpfung
sich günstig
auswirkt.
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Günstigerweise
weist der mindestens eine Resonator eine Röhre auf, in welcher ein Resonatorraum gebildet
ist. Ein solcher Resonator läßt sich
auf einfache Weise herstellen und abstimmen.
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Günstig ist
es, wenn der Brennraum mindestens außerhalb eines Halsbereichs
zylindrisch ausgebildet ist. Die Eigenmoden einer solchen Brennkammer
lassen sich auf einfache Weise berechnen; die entsprechenden Eigenfunktionen
sind Besselfunktionen. Es hat sich dabei gezeigt, daß auch für eine Brennkammer
mit einem Halsbereich Bessel-Eigenwerte sehr gute Näherungen
sind.
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Insbesondere
ist der Abstand zwischen der Resonatoreinrichtung und dem Halsbereich
bezogen auf eine Brennkammerachse größer als der Durchmesser des
Brennraums im zylindrischen Bereich. Dadurch werden die akustischen
Eigenschaften der Brennkammer durch den zylindrischen Bereich dominiert.
Diese lassen sich auf einfache Weise berechnen. Es zeigt sich dann,
daß beispielsweise über Abstimmung
des ersten Obertons eines Resonators auf die erste tangentiale Eigenmode
der Brennkammer sich auch die zweite tangentiale Eigenmode und die
dritte tangentiale Eigenmode der Brennkammer effektiv dämpfen lassen.
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Günstigerweise
ist mindestens eine Öffnung
vorgesehen, an welcher der mindestens eine Resonator angeordnet
ist. Dadurch läßt sich
eine akustische Kopplung zwischen dem Resonator und dem Brennraum
erreichen.
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Günstig ist
es, wenn der mindestens eine Resonator quer zu einer Brennkammerachse
orientiert ist. Dadurch lassen sich mehrere Resonatoren an einer
Außenseite
der Brennkammer anordnen. Die Resonatoren können dabei gerade oder gekrümmt ausgebildet
sein.
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Aus
dem gleichen Grund ist es günstig,
wenn der mindestens eine Resonator mindestens teilweise radial orientiert
ist.
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Günstig ist
es, wenn die Resonatoreinrichtung an einer Außenseite der Brennkammer angeordnet
ist. Dadurch werden die Strömungseigenschaften
innerhalb der Brennkammer durch die Resonatoreinrichtung minimal
beeinflußt.
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Günstig ist
es, wenn eine Mehrzahl von Resonatoren ringförmig an der Brennkammer angeordnet
ist. Dadurch läßt sich
ein großer
Raumbereich des Brennraums über
die Resonatoren beeinflussen, um über einen großen Raumbereich
Eigenmoden der Brennkammer effektiv dämpfen zu können.
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Insbesondere
ist es günstig,
wenn Resonatoren auf gleicher Höhe
angeordnet sind. Beispielsweise wird dazu an der Brennkammer ein
Ringflansch angeordnet, an dem die Resonatoren positioniert sind.
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Der
Erfindung liegt ferner die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs
genannten Art bereitzustellen, mittels welchem sich die akustischen
Eigenschaften der Brennkammer auf einfache und effektive Weise einstellen
lassen.
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Diese
Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Verfahren erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
daß mindestens
ein Resonator mit einem Oberton und nicht mit seinem Grundton auf
eine Eigenmode der Brennkammer abgestimmt wird.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
weist die bereits im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Brennkammer
erläuterten
Vorteile auf.
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Weitere
vorteilhafte Ausführungsformen
wurden ebenfalls bereits im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Brennkammer
erläutert.
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Die
nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen dient im Zusammenhang
mit der Zeichnung der näheren
Erläuterung
der Erfindung. Es zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung einer Brennkammer mit einer Meßanordnung
zur Bestimmung der akustischen Eigenschaften der Brennkammer sowie
mit an der Brennkammer angeordneten Resonatoren;
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2 eine
Draufsicht auf die Brennkammer gemäß 1;
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3 eine
schematische Schnittdarstellung eines ersten Ausführungsbeispiels
eines Resonators (Lambda-Viertel-Resonator);
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4 eine
schematische Schnittdarstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels
eines Resonators (Helmholtz-Resonator);
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5 die
grafische Darstellung von Eigenfrequenzen einer zylindrischen Brennkammer
und von Eigenfrequenzen eines Lambda-Viertel-Resonators sowie eines Lambda-Halbe-Resonators
als Funktion des Verhältnisses
Resonatorlänge
L zu Brennraumradius r, wobei über
eine Länge
L1 der Resonator mit seinem Grundton auf
die erste tangentiale Eigenmode (1T) der Brennkammer abgestimmt
ist;
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6 ein ähnliches
Diagramm wie in 5, wobei der Resonator hier
erfindungsgemäß mit seinem ersten
Oberton (entsprechend einer Länge
L2 des Resonatorraums) auf die erste tangentiale
Eigenmode (1T) der Brennkammer abgestimmt ist; und
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7 die
gemessene Mikrofonspannung an einer Brennkammer, welche in akustische
Schwingungen versetzt wurde und die mit einem Lambda-Viertel-Resonator
mit einem Resonanzraum der Länge
L versehen wurde, in Abhängigkeit
des Verhältnisses
L zu dem Radius r des Brennraums, für drei verschiedene Anregungsfrequenzbereiche.
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Ein
Ausführungsbeispiel
einer Brennkammer, welches in 1 schematisch
gezeigt und dort mit 10 bezeichnet ist, umfaßt eine
Brennkammerwand 12 und einen Innenraum als Brennraum 14.
Der Brennraum 14 ist üblicherweise
rotationssymmetrisch um eine Brennkammerachse 16 ausgebildet.
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Die
Brennkammer 10 weist ein Ende 18 auf, an welchem
eine Einblaseinrichtung zum Einblasen von Brennstoff und Oxidator
angeordnet ist (in 1 nicht gezeigt). Das Ende 18 liegt
an einem zylindrischen Bereich 19, auf welchen ein eingeschnürter Halsbereich 20 folgt.
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Brenngase
treten aus der Brennkammer 10 über den Halsbereich 20 aus.
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Eine
Brennkammer 10 weist akustische Eigenmoden auf. Kenntnis
und Einstellung der akustischen Eigenschaften einer Brennkammer 10 kann
für Verbrennungsvorgänge wichtig
sein. Teilvorgänge
der Verbrennung eines Treibstoffs in der Brennkammer 10 wie
Brennstoffzufuhr, Mischungsbildung und chemische Reaktion sowie
bei Flüssigbrennstoff
Zerstäubung
und Verdampfung können
periodische bzw. pulsierende Vorgänge sein. Wenn die entsprechende
Oszillationsfrequenz irgend eines dieser Teilvorgänge eine
akustische Eigenmode der Brennkammer 10 zur Schwingung
anregt, können
in der Brennkammer 10 aufgrund akustischer Kopplung starke
Druckpulsationen entstehen, die wiederum zu einer Beschädigung der
Brennkammer 10 führen
können
bzw. zu Störungen
der Verbrennung führen
können.
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Durch
gezielte Einstellung der akustischen Eigenschaften der Brennkammer 10 über eine
Resonatoreinrichtung 21 kann man die geschilderten Probleme
vermeiden.
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An
der Brennkammer 10 sind ein oder mehrere akustische Resonatoren 22 als
Dämpfungselemente angeordnet.
Wenn ein solcher akustischer Resonator 22 (oder eine Mehrzahl
von akustischen Resonatoren 22) mit einer akustischen Eigenmode
der Brennkammer 10 koppelt (das heißt in Resonanz steht), dann
kann bei geeigneter Wahl die Eigenmode in einen Frequenzbereich
geschoben werden, in dem sie für
den Verbrennungsvorgang nicht mehr störend ist, bzw. gedämpft werden
und im Idealfall weitgehend unterdrückt werden.
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Es
kann beispielsweise ein Ringflansch 24 an einer Außenseite 26 der
Brennkammer 10 fixiert sein, an welchem sich akustische
Resonatoren 22 insbesondere um eine Umfangslinie an der
Außenseite 26 der Brennkammer 10 positionieren
lassen (vorzugsweise auf der gleichen Höhe). Der Abstand der Resonatoren 22 (längs der
Brennkammerachse 16) zu dem Halsbereich 20 ist
vorzugsweise größer als
der Durchmesser 2r des Brennraums 14.
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Ein
akustischer Resonator 22 weist dabei einen Resonatorraum 28 (Resonanzraum)
auf, welcher über eine Öffnung in
Verbindung mit dem Brennraum 14 der Brennkammer 10 steht.
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Zur
akustischen Untersuchung der Brennkammer 10 erfolgt eine
akustische Anregung der Brennkammer 10 über einen Lautsprecher 30.
Zur Signalerzeugung ist ein Signalgenerator 32 vorgesehen,
dessen Signale von einem Verstärker 34 verstärkt werden.
Der Verstärker 34 ist
an den Lautsprecher 30 gekoppelt.
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Zur
Signaldetektion ist ein Mikrofon 36 vorgesehen, welches
an einen Verstärker 38 gekoppelt
ist. Der Verstärker 38 liefert
die verstärkten
Signale an eine Auswerteeinrichtung 40, durch welche insbesondere
das Frequenzspektrum der Brennkammer 10 ermittelbar ist.
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Als
akustischer Resonator läßt sich
beispielsweise ein Lambda-Viertel-Resonator 42 einsetzen (3).
Dieser umfaßt
eine zylindrische Röhre 44,
in welcher der Resonatorraum 28 gebildet ist. Die Röhre 44 mündet über ein
offenes Ende 46 in den Brennraum 14 der Brennkammer 10.
Die Röhre 44 ist
quer zu der Brennkammerachse 16 orientiert und mindestens
teilweise radial ausgerichtet.
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Der
Resonatorraum 28 ist an dem dem Ende 46 gegenüberliegenden
Ende 48 durch eine Wand 50 abgeschlossen. Diese
Wand 50 kann festliegen oder sie kann, wie in 3 gezeigt,
verschieblich sein, so daß die
Länge L
des Resonatorraums 28 zwischen dem Ende 46 und
dem Ende 48 variabel einstellbar ist.
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In
dem gezeigten Ausführungsbeispiel
sitzt die Wand 50 an einer Spindel 52, wobei die
Spindel 52 zur Einstellung des Resonatorraums 28 in
eine Richtung 54, welche quer und insbesondere senkrecht
zur Achse 16 der Brennkammer 10 orientiert ist,
feststellbar verschieblich ist. Bei Vergrößerung des Volumens des Resonatorraums 28 (welches
das Produkt von Länge
und Querschnittsfläche
ist) wird die Resonatorfrequenz verringert.
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Ein
weiteres Beispiel für
einen akustischen Resonator ist ein Helmholtz-Resonator, welcher
in 4 schematisch gezeigt und dort mit 56 bezeichnet
ist. Ein Helmholtz-Resonator umfaßt einen Resonatorraum 58, welcher
beispielsweise teilweise in einer Röhre 60 gebildet ist.
Die Röhre 60 ist über einen
Hals 62 mit dem Innenraum 14 der Brennkammer 10 verbunden.
Ein Innenraum 64 im Hals 62 ist auch Teil des
Resonatorraums 58. Der Resonatorraum ist über eine
Wand 65 geschlossen.
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Der
Hals 62 weist eine kleinere Querschnittsfläche als
die Röhre 60 auf.
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Durch
gezielte Wahl bzw. Einstellung von einem oder mehreren akustischen
Resonatoren 22 lassen sich die akustischen Eigenschaften
der Brennkammer 10 einstellen. Die Einstellung erfolgt
insbesondere derart, daß für pulsierende
Vorgänge
bei der Verbrennung in der Brennkammer 10 keine Kopplung
mit Eigenmoden der Brennkammer 10 erfolgen kann.
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Die
Eigenmoden der Brennkammer 10 (ohne akustische Resonatoren 22)
und die entsprechenden Eigenfrequenzen hängen von der geometrischen
Form der Brennkammer 10 ab. Für eine ideale zylindrische Brennkammer 10 sind
die Eigenfunktionen beispielsweise zylindrische Besselfunktionen.
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Bei
einer rotationssymmetrischen Brennkammer 10 mit Zylindergeometrie
gibt es als Eigenmoden transverse Moden und Längsmoden (Axialmoden). Die
Längsmoden
tragen üblicherweise
die Bezeichnung nL wie 1L, 2L usw. Die transversen Moden umfassen
Radialmoden (R-Moden) und Tangentialmoden (T-Moden). Die Radialmoden
werden üblicherweise
mit der Bezeichnung nR wie 1R, 2R usw. versehen und die tangentialen
Moden mit der Bezeichnung nT wie 1T, 2T usw.
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Wenn
der zylindrische Bereich 19 eine genügend große Höhe aufweist im Vergleich zu
dem Halsbereich 20, dann sind auch hier die Eigenfunktionen
in guter Näherung
Besselfunktionen. Auch die Öffnungen 46 zu
Resonatoren 22 haben einen relativ geringen Einfluß.
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Die
Eigenfrequenzen der Brennkammer
10 für die transversen (radialen
und tangentialen) Eigenschwingungen sind in guter Näherung durch
die Gleichung
bestimmt, wobei α
n,m Eigenwerte
der Besselfunktionen sind und c
B die Schallgeschwindigkeit
im Brennraum
14 ist; r ist der Radius des Brennraums
14.
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(m-1)
ist die Ordnung der radialen Eigenmode; n ist die Ordnung der tangentialen
Eigenmode.
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In 5 sind
mit den durchgezogenen Linien Eigenfrequenzen einer zylindrischen
Brennkammer mit einem Radius r = 0,1 m bei einer Schallgeschwindigkeit
cB = 343 m/s als Funktion der Resonatorlänge L normiert
auf den Radius r des Brennraums 14 gezeigt, wobei ein Resonator 42 vorgesehen
ist. Da die Eigenfrequenzen der Brennkammer 10 unabhängig von
der Resonatorlänge
L sind, sind die Eigenfrequenzen der Brennkammer 16 in 5 parallele
Geraden. Die Bezeichnung T bedeutet, daß es sich um eine tangentiale Eigenmode
handelt. Die Bezeichnung R bedeutet, daß es sich um eine radiale Eigenmode
handelt. Die Zahl vor T bzw. R bedeutet die Ordnung der Eigenmode;
1T ist die erste tangentiale Eigenmode und 1R ist die erste radiale
Eigenmode. 1R1T ist eine radial-tangentiale Eigenmode.
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Die
Eigenfrequenz eines Lambda-Viertel-Resonators ist
mit der Resonatorlänge L und
der Schallgeschwindigkeit c
R im Resonator.
I ist die Ordnungszahl der Eigenmoden des Lambda-Viertel-Resonators,
wobei I = 1 dem Grundton entspricht, I = 2 ist der erste Oberton,
I = 3 ist der zweite Oberton usw.
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In 5 ist
die Frequenzabhängigkeit
der Eigenfrequenz eines solchen Lambda-Viertel-Resonators 42 in
Abhängigkeit
der Länge
L und der Ordnung I gezeigt. Da die Länge L im Zähler der Eigenfrequenz steht, sind
die entsprechenden Funktionen parallel beabstandete Hyperbeln.
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Wenn
der Resonator 42 auf die erste tangentiale Eigenmode (1T)
der Brennkammer 10 abgestimmt ist, dann entsprechen sich
die Frequenzen. Die Abstimmung erfolgt durch gezielte Wahl bzw.
Einstellung der Länge
L eines Resonators 42. In 5 ist ein
Resonator 42 mit seinem Grundton (I = 1) über Einstellung
der Länge
L auf L1 auf die erste tangentiale Eigenmode
(1T) abgestimmt. Bei dieser Länge
L1 ist das Verhältnis L1 zu
r ca. 0,85. cR/cB.
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Man
erkennt aus 5, daß bei dieser Einstellung nur
die erste tangentiale Eigenmode (1T) gedämpft ist. Um weitere Eigenmoden
zu dämpfen,
sind weitere Resonatoren notwendig, die auf die zu dämpfenden
Eigenmoden abgestimmt werden müssen.
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Es
ist auch möglich,
daß ein
Lambda-Viertel-Resonator bei einer Kopplung zwischen Brennkammer und
Resonator als Lambda-Halbe-Resonator oszillieren kann. Die entsprechende
Eigenfrequenz ist
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Die
entsprechenden Resonanzfrequenzen sind in 5 ebenfalls
gezeigt.
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Bei
dem Diagramm gemäß 5 ist
davon ausgegangen, daß die
Schallgeschwindigkeit in dem Brennraum 14 und in einem
Resonator 42 die gleiche ist, das heißt daß CR =
CB ist. Grundsätzlich ist das Verhältnis F
= cR/cB eine Funktion
der Zeit nach dem Brennerstart, wobei bei genügendem zeitlichen Abstand F
= 1 ist.
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Man
benötigt
deshalb zusätzliche
Resonatoren, um während
der Startphase zeitlich veränderliche
Eigenmoden dämpfen
zu können.
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Wie
aus
5 ersichtlich ist, sind beispielsweise zur Dämpfung der
ersten bis dritten tangentialen Eigenmode (mindestens) drei Resonatoren
mit Längen
gemäß untenstehender
Tabelle notwendig:
| Eigenmode | L/r |
| 1T | cR/cB·0,85 |
| 2T | cR/cB·0,5 |
| 3T | cR/cB·0,35 |
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Für transiente
Vorgänge,
bei denen sich das Verhältnis
F zeitlich ändert,
sind weitere Resonatoren zur Dämpfung
von transienten Eigenmoden vorzusehen.
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Erfindungsgemäß ist mindestens
ein Resonator mit einem Oberton (I ≥ 2) auf eine oder mehrere Eigenmoden
der Brennkammer 10 abgestimmt, das heißt nicht mit seinem Grundton
(I = 1) auf eine Eigenmode abgestimmt, wie es anhand 5 erläutert wurde.
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Das
Resultat der erfindungsgemäßen Lösung ist
in 6 schematisch gezeigt. Dort ist ein Resonator 42 über seine
Länge L
mit seinem ersten Oberton (I = 2) auf die erste tangentiale Eigenmode
(1T) der Brennkammer 10 abgestimmt. Daraus ergibt sich
eine Länge
L2 des Resonators 42, welche bei
ca. F. 2,58 liegt. Diese Länge
ist ca. dreifach größer als
die Länge
L1.
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Wie
aus 6 ersichtlich ist, liegt ein solcher Resonator
mit seinem zweiten Oberton (I = 3) in Resonanz mit der zweiten tangentialen
Eigenmode (2T) und mit seinem dritten Oberton (I = 4) in Resonanz
mit der dritten tangentialen Eigenmode (3T) der Brennkammer 10.
Dadurch werden auch diese Eigenmoden effektiv gedämpft.
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Es
lassen sich also durch einen einzigen Resonator 42, welcher
mit seinem ersten Oberton auf die erste tangentiale Eigenmode (1T)
der Brennkammer 10 abgestimmt ist, über den zweiten Oberton auch
die zweite tangentiale Eigenmode (2T) und über den dritten Oberton auch
die dritte tangentiale Eigenmode (3T) der Brennkammer 10 effektiv
dämpfen.
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In 6 ist
auch ersichtlich, daß beispielsweise
bei L3 = 3,65 der dritte Oberton in Resonanz
mit der 2T-Eigenmode steht und der vierte Oberton des Resonators 42 in
Resonanz mit der 1R-Mode steht. Bei dieser Einstellung eines Resonators 42 lassen
sich also gleichzeitig die 2T-Eigenmode und die 1R-Eigenmode dämpfen.
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Nach
dem oben beschriebenen Prinzip, bei dem ein Oberton, auf eine Eigenmode
abgestimmt wird, lassen sich beispielsweise auch longitudinale Moden
(L-Moden) dämpfen.
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In 7 ist
die Mikrofonspannung U des Mikrofons 36 als Funktion der
Resonatorlänge
L (normiert auf den Brennraumradius r) in verschiedenen Anregungsfrequenzbereichen
gezeigt. Die Anregung erfolgte über
den Lautsprecher 30. Mit Kreisen als Meßpunkte dargestellt ist die
erste tangentiale Eigenmode (1T), welche durch eine Anregung in
einem Frequenzbereich zwischen 947 Hz und 1061 Hz erzeugt wurde.
Mit Dreiecken als Meßpunkte
dargestellt ist die zweite tangentiale Eigenmode (2T), welche durch
Anregung in einem Frequenzbereich zwischen 1637 und 1710 Hz erzeugt
wurde. Weiterhin dargestellt mit Quadraten als Meßpunkte
ist die dritte tangentiale Eigenmode (3T), welche durch die Anregung
in einem Frequenzbereich zwischen 2286 und 2387 Hz erzeugt wurde.
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Man
erkennt, daß sich,
wenn der Resonator 42 auf die Länge L1,
wie oben beschrieben, eingestellt wird, dann die erste tangentiale
Eigenmode effektiv dämpfen
läßt. Die
zweite tangentiale Eigenmode und die dritte tangentiale Eigenmode
werden jedoch nicht ausreichend gedämpft.
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Bei
der erfindungsgemäßen Lösung, bei
welcher der Resonator 42 mit einem Oberton (insbesondere seinem
ersten Oberton) auf die erste tangentiale Eigenmode eingestellt
ist, lassen sich, wie in 7 ersichtlich ist, sowohl die
erste tangentiale Eigenmode als auch die zweite tangentiale Eigenmode
und auch die dritte tangentiale Eigenmode effektiv dämpfen.
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Bei
der erfindungsgemäßen Lösung wird
mindestens ein Resonator 22 in Resonanz mit einem Oberton
auf eine Eigenmode der Brennkammer 10 abgestimmt. Insbesondere
wird der erste Oberton auf die erste tangentiale Eigenmode abgestimmt.
Dadurch lassen sich auch effektiv die zweite tangentiale Eigenmode über Resonanz
mit dem zweiten Oberton und die dritte tangentiale Eigenmode über Resonanz
mit dem dritten Oberton dämpfen.
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Durch
die erfindungsgemäße Lösung läßt sich
deshalb die Anzahl der benötigten
Resonatoren 22 der Resonatoreinrichtung 21 reduzieren,
da mit einem Resonator mehrere Eigenmoden effektiv gedämpft werden können, bzw.
es läßt sich
mit einer gleichen Anzahl von Resonatoren 22 (bezogen auf
den Fall, daß Resonatoren
mit ihrem Grundton auf Eigenmoden der Brennkammer 10 abgestimmt
sind) eine effektivere Dämpfung erreichen.
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Da
ein Resonator 22 üblicherweise
nur in einem begrenzten Raumbereich des Brennraums 14 wirkt, müssen um
die Brennkammer 10 verteilt eine Mehrzahl von Resonatoren 22 angeordnet
werden. Da sich, wie oben erwähnt,
das Verhältnis
F während
der Startphase der Brennkammer 10 stark ändert, sind
zusätzliche Resonatoren 22 notwendig,
um Brennkammerschwingungen auch in einer transienten Phase unterdrücken zu können. Es
ist beispielsweise bekannt, 48 Resonatoren an einer Brennkammer
anzuordnen. Da der zur Verfügung
stehende Raum um eine Brennkammer begrenzt ist, läßt sich
die Anzahl der Resonatoren nicht beliebig erhöhen; wenn eine große Anzahl
von Resonatoren benötigt
wird, dann muß der
Durchmesser von Resonatorräumen
entsprechend verringert werden. Dadurch wiederum verringert sich
die dämpfende
Wirkung der Resonatoren.
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Durch
die erfindungsgemäße Lösung läßt sich
die Anzahl der Resonatoren verhältnismäßig gering halten
mit hoher Dämpfungseffektivität.
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Weiterhin
ist die Einstellbarkeit erleichtert, da mit einem Resonator, welcher
mit einem Oberton auf eine Eigenmode abgestimmt ist, sich auch weitere
Eigenmoden effektiv dämpfen
lassen.