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DE102006006725A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Steuerung eines Computers - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Steuerung eines Computers Download PDF

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DE102006006725A1
DE102006006725A1 DE102006006725A DE102006006725A DE102006006725A1 DE 102006006725 A1 DE102006006725 A1 DE 102006006725A1 DE 102006006725 A DE102006006725 A DE 102006006725A DE 102006006725 A DE102006006725 A DE 102006006725A DE 102006006725 A1 DE102006006725 A1 DE 102006006725A1
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computer
seat
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movements
user
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Steffi Beckhaus
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A47FURNITURE; DOMESTIC ARTICLES OR APPLIANCES; COFFEE MILLS; SPICE MILLS; SUCTION CLEANERS IN GENERAL
    • A47CCHAIRS; SOFAS; BEDS
    • A47C15/00Other seating furniture
    • A47C15/004Seating furniture for specified purposes not covered by main groups A47C1/00 or A47C9/00
    • GPHYSICS
    • G06COMPUTING OR CALCULATING; COUNTING
    • G06FELECTRIC DIGITAL DATA PROCESSING
    • G06F3/00Input arrangements for transferring data to be processed into a form capable of being handled by the computer; Output arrangements for transferring data from processing unit to output unit, e.g. interface arrangements
    • G06F3/01Input arrangements or combined input and output arrangements for interaction between user and computer
    • G06F3/011Arrangements for interaction with the human body, e.g. for user immersion in virtual reality

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Abstract

Es werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung eines Computers vorgeschlagen, wobei Bewegungen des Gesäßes bzw. der Hüfte des Benutzers und/oder Belastungen des Gesäßes bzw. der Hüfte mittels einer Sensoreinrichtung erfaßt und als Steuersignale für den Computer verwendet oder ausgewertet werden. So kann eine einfache, intuitive Steuerung des Computers erfolgen.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erzeugung von Steuersignalen, insbesondere zur Steuerung von auf einer Anzeige darstellbaren flächigen oder dreidimensionalen Objekten oder eines Computers.
  • Bisher wird ein Computer üblicherweise mit der Hand mittels einer Tastatur, einer Maus oder eines Joysticks gesteuert. Dies ist insbesondere für die Steuerung in vom Computer erzeugten virtuellen Welten bzw. dreidimensionalen Räumen nicht ideal.
  • Die DE 297 04 478 U1 und DE 100 04 340 A1 offenbaren Computersteuergeräte mit einem Sitz zur Betätigung eines Joysticks. Diese Computersteuergeräte sind nicht optimal einsetzbar.
  • Die US 5,195,746 A offenbart eine Videoanzeigesteuervorrichtung mit einem kippbaren Sitz. Das Verkippen des Sitzes wird von Sensoren erfaßt und zur Steuerung eines elektronischen Bildes auf einer Videoanzeige verwendet.
  • Die DE 197 50 441 C2 offenbart eine Vorrichtung zur Erfassung und Steuerung von Körperhaltungen zur therapeutischen Anwendung in sitzender Haltung. Es werden sowohl die Bewegungen eines Sitzmöbels durch eine zugeordnete Sensorik als auch die Körperhaltung mittels einer Kamera und Bildanalyse erfaßt. Dies ist sehr aufwendig.
  • Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zurunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erzeugung von Steuersignalen, insbesondere zur Steuerung von auf einer Anzeige darstellbaren flächigen oder dreidimensionalen Objekten oder eines Computers, anzugeben, wobei eine einfache, insbesondere intuitive, handfreie Bedienung des Eingabegerätes ermöglicht wird und insbesondere auch komplexere Vorgänge wie die Steuerung in erzeugten virtuellen Welten bzw. dreidimensionalen Räumen intuitiver ermöglicht wird.
  • Die obige Aufgabe wird insbesondere durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 oder eine Vorrichtung gemäß Anspruch 4 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
  • Eine grundlegende Idee der vorliegenden Erfindung liegt darin, daß die Sitzfläche um eine insbesondere im wesentlichen vertikale Achse frei drehbar ist und ihr Verdrehen bzw. ihre Drehlage erfaßt und als Steuersignal für den Computer verwendbar oder auswertbar ist und/oder daß die Vorrichtung eine Fußsensoreinrichtung zur Erfassung von Bewegungen oder Belastungen mindestens eines Fußes eines Benutzers aufweist, die als Steuersignal für den Computer verwendbar oder auswertbar sind.
  • So kann eine einfache, intuitive Steuerung insbesondere eines Computers erfolgen. Die Hände sind für die Steuerung nicht erforderlich. Sie können bedarfsweise für andere Tätigkeiten oder zusätzliche Steuerungsfunktion eingesetzt werden.
  • Die Begriffe „Bewegungen" und „Belastungen" sind bei der vorliegenden Erfindung in einem weiten Sinn dahingehend zu verstehen, daß beispielsweise eine seitliche oder vertikale Auslenkung oder ein Verkippen oder Verdrehen einer dem Gesäß zugeordneten Sitzfläche und/oder insbesondere auch statische und/oder dynamische Zustände umfaßt sind.
  • Weitere Aspekte, Vorteile, Merkmale und Eigenschaften der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen anhand der Zeichnung. Es zeigt:
  • 1 Hüfte, bzw. Gesäß mit Achsenbeschriftung;
  • 2 Rotation um Achse B, Frontalansicht Hüfte, Gesäß;
  • 3 Rotation um Achse A, Seitsicht auf Hüfte;
  • 4 Rotation um Achse C, Aufsicht auf Hüfte;
  • 5 Seitliche Ansicht Sitzsteuerung;
  • 6 Aufsicht Sitzsteuerung;
  • 7 Benutzer auf Sitzsteuerung;
  • 8 Translations- und Rotationsachsen der Sitz;
  • 9 eine weitere vorschlagsgemäße Vorrichtung.
  • Durch die physiologisch bedingten Bewegungsmöglichkeiten und -einschränkungen kann das Gesäß mit Hilfe der Hüfte und der Unterstützung der Beine verschieden im Raum bewegt und um Achsen rotiert werden. 1 illustriert die Achsen. Die Hüfte und damit das Gesäß wird abstrahiert als Kasten dargestellt.
  • Beispielsweise kann die Hüfte (3) bzw. das Gesäß auf die folgenden Arten bewegt und gedreht werden, wobei der Nullpunkt der in 1 beschriebenen Achsen in Körpermitte und ungefähr am oberen Rand der Hüfte liegt:
    Bewegung des Gesäßes durch Verkippung der Hüfte um die horizontalen Körperachsen A, B und C, aufgespannt durch Achse A in 1, die Achse von der rechten zur linken Seite der Hüfte, und der Achse B, der Achse die von vorne nach hinten durch die Hüfte geht (beides horizontale Orientierungen):
    • • Hüfte nach rechts hoch gekippt (Rotation um Achse B, 2)
    • • Neutrale Position
    • • Hüfte nach links hoch gekippt (Rotation um Achse B, 2)
    • • Hüfte nach vorne gekippt (Rotation um Achse A, 3)
    • • Hüfte nach hinten gekippt (Rotation um Achse A, 3)
  • Bewegung des Gesäßes durch Verdrehung der Hüfte um die vertikale Körperachse (Achse C in 4) (vertikale Orientierung:
    • • Hüfte nach links gedreht (Links-Rotation um Achse C)
    • • Hüfte gerade aus gerichtet
    • • Hüfte nach rechts gedreht (Rechts-Rotation um Achse C)
  • Positionierung des Gesäßes relativ zu einer absoluten Position im Raum
    • • Rechts, links, entlang der Achse A
    • • Vor, Zurück, entlang der Achse B
    • • Hoch, Runter, entlang der Achse C
  • Daraus ergibt sich eine Bewegung, die sich beschreiben läßt als eine Kombination von Positionierungen entlang der drei Achsen A, B, C in 1 des Raumes (drei translatorische Freiheitsgrade) und Rotation, bzw. Orientierung um die drei Raumachsen (drei rotatorische Freiheitsgrade).
  • Weiter kann die Bewegung der Hüfte bzw. des Gesäßes über die Zeit verfolgt werden. So kann eine Bewegungsfolge entstehen
  • Beispiele einzelner Bewegungsabfolgen sind
    • • Hüftschwünge um die drei Rotationsachsen zum Beispiel hin und her, vor und zurück
    • • Auf- und Abbewegungen, Vor- und Zurückbewegungen, Rechts- und Linksbewegungen des Gesäßes relativ zu einem absoluten Raumpunkt.
  • Die Qualitäten dieser Bewegungen können unterschieden werden in (Beispiele)
    • • Amplitude (Auslenkung der einzelnen Bewegungsabfolge)
    • • Frequenz (Wiederholrate, Länge einer Bewegungsabfolge)
    • • Dauer der gesamten Bewegung (über alle wiederholten Bewegungsabfolgen).
  • Die beschriebene Hüft- bzw. Gesäßposition, -orientierung und -bewegung über die Zeit kann alleine oder in Kombination als Steuersignale zur Kontrolle von beliebigen Computerprogrammen genutzt werden (7). Dazu werden diese beschriebenen Parameter in einer geeigneten Übertragung den Steuerungsparametern des Programms im Computer (7) zugeordnet werden. Beispielsweise können Bewegungskomponenten der Hüfte bzw. des Gesäßes auf Bewegung von Mauscursor, auf Mausklicks, auf Selektion von Menüparametern oder auf Bewegung im 3D Raum übertragen werden.
  • Die beschriebenen Parameter Position des Gesäßes, Orientierung und Bewegungsabfoge über die Zeit kann auf zwei Arten aufgenommen werden
    • 1. über ein externes Gerät als Vermittler
    • 2. direkt.
  • Im ersten Fall wird die Bewegung übertragen auf das externe Gerät (Sensoreinrichtung), dessen Sensoren) dann die Information ermitteln und weiterleiten. Dieses Gerät ist beispielweise in einen Sitz integriert. Im zweiten Fall sind sie am Gesäß selber befestigt (Positions und Orientierungstracker, biophysiologischen Sensoren oder nehmen die Bewegungen des Gesäßes berührungslos auf (Kamerabasierter Sensor).
  • Ein Anwendungsbereich ist in den Fällen gegeben, wo die Hände für bestimmte Arbeiten am Computer nicht benutzt werden können oder eine alternative Steuerungsmöglichkeit gewünscht ist. Gründe dafür können in der Umgebung, den Arbeitsbedingungen, den Anforderungen einer Anwendung, den Einsatz beider Hände für andere Tätigkeiten oder der Physiologie des Benutzers liegen. Im Folgenden werden hier beispielhaft zwei Szenarien und drei vorgeschlagene Schnittstellen beschrieben, welche die hier vorgeschlagene Art der Hüft, bzw. Gesäßsteuerung illustrieren.
  • Szenario 1:
  • Navigation in einer 3D Welt. In der modellierten Welt einer dreidimensionalen Anwendung, wie man sie aus der Virtuellen Realität (VR) kennt, ist ein Hauptproblem, wie ein Benutzer sich durch diese dreidimensionale Welt bewegt. Über Eingabegeräte übermittelt der Benutzer dem Computer Befehle zur Bewegung. Die Eingabegeräte für den Computer sind klassisch die Maus und das Keyboard. In der VR werden zusätzliche Geräte eingesetzt, zum Beispiel solche, deren Position im 3D Raum über Positions- und Orientierungsverfolgende Geräte (Tracker) bekannt sind. Eine Möglichkeit, diese Art von Hand-kontrollierten Eingabegeräten zur Steuerung zu ersetzen ergibt sich durch Steuerung über Hüft und Gesäßbewegungen,. Dies kann zum Beispiel in Kombination mit einem Sitz geschehen. Eine solche Schnittstelle ist unten beschrieben (7).
  • Szenario 2:
  • Bedienung eines Desktop Computers mit grafischer Benutzungsoberfläche. Grafische Benutzeroberflächen werden klassisch mit einer Maus und dem Keyboard bedient. Die Mausbedienung ist oft unergonomisch und kann nicht gleichzeitig mit der beidhändig bedienten Tastatur benutzt werden. Über den Transfer der Aufgaben einer Maus auf andere Körperteile, zum Beispiel das Gesäß und Hüfte, kann die Mausbewegung intuitiv über kleine Bewegungen gesteuert werden und die Hände werden frei für andere Aufgaben.
  • Die voran beschriebenen Szenarien können mittels verschiedener Arten von Ausgestaltung des hier vorgeschlagenen Verfahrens und Vorrichtung gesteuert werden
  • Die erste vorgeschlagene Ausführungsvariante A1 ist eine Sitzsteuerung, basierend auf einem beweglichen Stuhl, illustriert in 5, der einen Computer steuert, illustriert in 7. Der Benutzer (2) sitzt auf diesem Stuhl (1) und sein Körper steuert den Computer über die Veränderung der Position und Orientierung des Gesäßes (3). Diese Bewegungsinformation wird auf den Stuhl übertragen. Der Stuhl unterstützt dabei durch seine physikalischen Eigenschaften einerseits das Sitzen und andererseits die Bewegung im Raum. Die Bewegung des Stuhls wird dabei durch Sensoren aufgenommen und an den Computer übermittelt. Mittels einer Übertragungsmetaphorik (Mapping) wird dann die Bewegung des Stuhls auf Bewegung durch den dreidimensionalen Raum wie in Szenario 1 beschrieben übertragen. Ein Sitz kann zum Beispiel auch eine Stehhilfe sein.
  • Die hier vorgeschlagene Ausführungsform auf Basis eines Hockers oder Stuhles 1 in 5 hat eine runde, frei drehbare Sitzfläche (4 und 6), die auf einer vorzugsweise in alle Richtungen seitlich auslenkbaren Halterung, bspw. einer gedämpften Spiralfeder (5), befestigt ist und auf einem soliden Fuß (6) steht. Dadurch kann die Sitzfläche durch Veränderung der Körperpositur und damit Veränderung der Position und Orientierung des auf der Sitzfäche sitzenden Gesäßes an verschiedene Positionen und in verschiedene Orientierungen gebracht werden. Über Sensoren, die zum Beispiel am Stuhl selber befestigt sind, kann dadurch die oben beschriebenen Bewegungen und Rotationen des Gesäßes relativ zum Raum im Umkreis der Auslenkungsmöglichkeiten des Stuhls, illustriert in 5, aufgenommen werden.
  • Die Bewegung des Stuhls 1 relativ zu seinem Fuß und relativ im Raum wird über Positions- und Orientierungssensoren im Raum gemessen, die an der Sitzfläche befestigt sind. Eine andere Ausführungsform integriert die Sensoren in den Stuhl, so daß über Kraft und Dehnungsmessungen, die Position und Orientierung der Sitzfläche relativ zum Stuhl gemessen wird. Eine dritte Variante erfaßt mit einer Videokamera die Lage des Stuhles oder direkt des Gesäßes.
  • Die Bewegungen des Gesäßes, die auf den Stuhl 1 übertragen werden, steuern beispielsweise eine erzeugte virtuelle Umgebung 10 im Computer 7 wie in 7. Zur Bewegung vorwärts wird der Stuhl mit leichtem Druck durch Verlagerung des Gewichtes oder Vorkippen des unteren Teils der Hüfte, des Gesäßes, (3 und Auslenkung der Sitzfläche relativ zum Fuß entlang Achse A in 8, wenn der Benutzer mit dem Gesicht nach rechts sitzt) nach vorne bewegt. Analog erfolgt eine Rückwärtsbewegung durch Bewegung des Stuhls nach hinten oder Kippen der Hüfte nach hinten (Gesäß nach hinten). Eine Seitwärtsbewegung erfolgt durch Auslenkung des Stuhles nach rechts oder links bzw. Verkippen der Hüfte und damit des Gesäßes um die Achse B (2 und Auslenkung der Sitzfläche relativ zum Fuß entlang Achse B in 8, wenn der Benutzer mit dem Gesicht zur Seite sitzt). Eine Rotation der Ansicht erfolgt durch Drehung der Sitzfläche bzw. Rotation der Hüfte um die Achse C (4 und Rotation um Achse C in 8). Die Stärke der Auslenkung bestimmt linear oder nicht-linear die Geschwindigkeit der Bewegung. Aufwärtsbewegung kann durch Anheben des Gesäßes erfolgen, Abwärtsbewegung durch Erhöhung des Drucks auf die Sitzfläche 4 und damit Abwärtsbewegung der Sitzfläche (Bewegung auf Achse C in 8). Durch intuitive Kombination dieser verschiedenen Bewegungen können komplexe Bewegungsverhalten der Bewegung in der erzeugten dreidimensionalen virtuellen Welt erzeugt werden.
  • Die Bewegungen in den verschiedenen Achsen über die Zeit ermöglichen die Erzeugung weiterer Parameter zur Steuerung des Computers. Beispielsweise läßt sich über die Frequenz der Auf- und Abwärtsbewegung entlang Achse C in 8 an Stelle der vertikalen Bewegung in der dreidimensionalen Welt nun die Geschwindigkeit der Vorwärtsbewegung bei einer zweidimensionalen Steuerung in der Fläche bestimmen. Über ein einmaliges Auf und Ab läßt sich ein Mausklick simulieren. Durch Nutzung der Auslenkung entlang der Achsen A und B in 8 und dem simulierten Klick läßt sich eine klassische Maussteuerung für Szenario 2 ersetzen. Zusammenfassend können durch Kombination von Gesäß Bewegungen komplexere Gesten erzeugt werden, denen jeweils eine eigene Bedeutung bei der Steuerung eines Computerprogammes zugeordnet werden kann.
  • Eine weitere Ausführungsvariante A2 ist die Gesäßsteuerung basierend auf Drucksensoren in einem Stuhl. Die oben beschriebenen Bewegungen können ebenso über Sensoren, die in einen festen Stuhl eingebaut sind, gemessen werden. Beispielsweise kann die Veränderung des Sitzposition über Messung der Druckverteilung durch Drucksensoren aufgenommen werden. Kraftsensoren können auf den Stuhl ausgeübte Kräfte aufnehmen. Diese werden zum Beispiel durch versuchte Rotation oder Bewegung der Hüfte ausgeübt.
  • Die Ausführungsvarianten A1 und A2 lassen sich mit Fußschaltern und Fußsensorvorrichtungen, als zusätzliche Möglichkeiten, Parameter für die Computersteuerung zu erzeugen, erweitern. Durch die gleichzeitige Nutzung der Gesäßsteuerung als Sitz sind die Füße entlastet und können einen oder mehrere Fußschalter oder komplexere Fußsensoren gezielt steuern. Eine Fußschalterkonstruktion kann dabei aus einem oder mehreren getrennten großflächigen Schaltern bestehen, die auf dem Fußboden ausgelegt oder in den Stuhl integriert sind. Sie kann auch aus einem oder mehreren komplexen Fußsensorvorrichtungen bestehen, welche verschiedene Positionen und Orientierungen des Fußes über Sensoren aufnehmen. Eine Ausführungsvariante einer solchen Fußvorrichtung kann analog einer dreidimensionalen federnden Wippe aufgebaut sein, die durch Veränderung des Drucks oder Zugs eines Fußes auf Ferse, Zehen und die Seiten bedient werden kann und Daten über die Kraft, Auslenkung und Orientierung dieser Konstruktion in den drei Raumkoodinaten mit Hilfe von mehreren Kraftsensoren, Positions- und Orientierungssensoren generiert. Bei der Nutzung solcher komplexer zusätzlich generierter Parameter muß dabei berücksichtigt werden daß gegebenenfalls durch die Steuerung des Stuhls je nach Art der Fußsteuerung Kraft auf diese ausgeübt wird, die nicht explizit zur Steuerung der Fußvorrichtung vorgesehen war.
  • Mit Hilfe solcher zusätzlicher Fußschalter und Fußsensorvorrichtungen können alleine und in Kombination mit den vorgeschlagenen Ausführungsvarianten A1 und A2, zusätzliche Parameter zur Steuerung des Computers erzeugt werden. Sie können zwischen verschiedenen Zuordnungen (Mappings) der vom Stuhl erzeugten Parametern zu Verhalten im Computerprogramm umschalten. In einem einfachen Fall können sie im Sinne einer klassischen Computermaus mit Eingabetasten die Funktion dieser Tasten übernehmen, während der beschriebene Sitz weiter für die Steuerung der Bewegung zuständig ist. Ferner können sie zusätzliche Dimensionen zur Steuerung des Computerprogrammes erzeugen. Diese können beispielsweise in Zusammenhang mit der Bedienung des Stuhls stehen und bekannte, intuitive Metaphern einer Steuerung implementieren. Analog der Bewegung eines Skifahrers kann so beispielsweise die Verkantung der Fußflächen in verschiedene Richtungen zusätzliche Informationen für das Computerprogramm generieren. Ein weiteres Beispiel ist bei Inline Skatern das Abstoppen einer Bewegung mit Hilfe der „Fersen" Bremse durch Erzeugung von Druck auf die Ferse.
  • Die vorgeschlagene Erweiterung durch Fußschalter und Fußsensorvorrichtungen kann auch zusätzliche, vom Stuhl unabhängige, Parameter generieren. Beispielsweise kann die Bewegung eines Benutzers durch den dreidimensionalen Raum im Computer von der Sitzsteuerung gesteuert werden, während die Bewegung eines in diesem Raum befindlichen Objektes unabhängig von einer Fußsteuerung gesteuert ist.
  • Diese Möglichkeiten, zusätzliche zu der Sitzsteuerung Parameter zu generieren, besteht sowohl mit den vorgeschlagenen Erweiterungen durch Fußschalter und Fußsensorvorrichtungen, als auch mit allen bekannten Eingabevorrichtungen für Computer, beispielsweise Computermaus 8 und Keyboard 9 in 7 für die Hände.
  • Eine dritte Ausführungsvariante A3 ergibt sich durch eine Gesäßsteuerung basierend auf biophysiologischen Sensoren. Über biophysiologische Sensoren kann Muskelaktivität gemessen werden (Elektromyographie). Die Anspannung und Entspannung von Gesäßmuskeln und Beinmuskeln kann somit mit mehreren Sensoren, verteilt auf dem Gesäß und Beinansatz, gemessen werden. Hierdurch läßt sich eine initiierte Bewegung des Gesäßes, die aber nicht unbedingt in einer Positions-, oder Orientierungsänderung des Gesäßes im Raum resultieren muss, aufnehmen.
  • Die Messung dieser Werte kann sowohl im Sitzen, als auch in jeder anderen Position aufgenommen werden. So können auch über absichtlich gesteuerte Anspannung und Entspannung der Muskeln, Parameter im Sinne des hier vorgeschlagenen Verfahrens gesteuert werden.
  • 9 zeigt eine weitere Ausführungsform der vorschlagsgemäßen Vorrichtung 1 mit einem Stuhl 11, der eine Sitzfläche 12 und eine vorzugsweise eine Lehne 13 aufweist. Die Sensoreinrichtung umfaßt vorzugsweise eine Steuereinrichtung 14, einen der Sitzfläche 12 zugeordneten Sensor 15, einen der Lehne 13 zugeordneten Sensor 16, einen Kipp- oder Drehsensor 17 und/oder einen Fußschalter oder -sensor 18 (Fußsensoreinrichtung). Die Steuereinrichtung 14 und/oder die Sensoren 15 bis 17 sind insbesondere in den Stuhl 11, die Sitzfläche 12 oder dessen Fuß 6 o.dgl. integriert. Die Sensoren 15 und 16 sind beispielsweise als Druckaufnehmer ausgebildet. Der Sensor 17 erfaßt insbesondere ein Verkippen und/oder Verdrehen des Stuhls 11 bzw. der Sitzfläche 12. Die Sensoreinrichtung bzw. Steuereinrichtung 14 weist vorzugsweise eine zugeordnete, insbesondere integrierte Stromversorgung (nicht dargestellt) auf. Die Steuersignale S sind vorzugsweise drahtlos übertragbar bzw. ausgebbar, wie in 9 angedeutet. Ansonsten gelten die bisherigen Erläuterungen und Ausführungen entsprechend oder ergänzend.
  • Einzelne Merkmale und Aspekte der verschiedenen Ausführungsformen können auch beliebig miteinander kombiniert oder in sonstiger Weise eingesetzt werden.

Claims (12)

  1. Verfahren zur Erzeugung von Steuersignalen, insbesondere zur Steuerung von auf einer Anzeige darstellbaren, vorzugsweise flächigen oder dreidimensionalen Objekten oder zur Steuerung eines Computers, wobei Bewegungen oder Belastungen, die auf eine Sitzfläche von einem Benutzer ausgeübt werden, mittels einer Sensoreinrichtung erfaßt und als Steuersignale für den Computer verwendet oder ausgewertet werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Sitzfläche um eine insbesondere im wesentlichen vertikale Achse frei drehbar ist und ihr Verdrehen bzw. ihre Drehlage erfaßt und als Steuersignal für den Computer verwendet oder ausgewertet wird und/oder daß Bewegungen oder Belastungen mindestens eines Fußes eines Benutzers erfaßt und als Steuersignal für den Computer verwendet oder ausgewertet werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Kipp- oder rotatorische Bewegungen und/oder Belastungen bezüglich mindestens einer horizontalen Achse und Auslenkungen in mindestens einer horizontalen Richtung erfaßt und als Steuersignale verwendet oder ausgewertet werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckbelastung und insbesondere die Druckverteilung der Sitzfläche, die vom Benutzer verursacht wird, erfaßt und als Steuersignale verwendet oder ausgewertet werden.
  4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuersignale drahtlos übertragen werden und/oder Objekte auf einer vom Benutzer sichtbaren Anzeige steuern.
  5. Vorrichtung zur Erzeugung von Steuersignalen, insbesondere zur Steuerung von auf einer Anzeige darstellbaren, vorzugsweise flächigen oder dreidimensionalen Objekten oder zur Steuerung eines Computers, wobei die Vorrichtung eine Sensoreinrichtung zur Erfassung von Bewegungen oder Belastungen, die auf eine Sitzfläche von einem Benutzer ausgeübt werden, aufweist, so daß Steuersignale von der Sensoreinrichtung oder aus Sensorsignalen der Steuereinrichtung erzeugbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Sitzfläche um eine insbesondere im wesentlichen vertikale Achse frei drehbar ist und ihr Verdrehen bzw. ihre Drehlage erfaßt und als Steuersignal für den Computer verwendbar oder auswertbar ist und/oder daß die Vorrichtung eine Fußsensoreinrichtung zur Erfassung von Bewegungen oder Belastungen mindestens eines Fußes eines Benutzers aufweist, die als Steuersignal für den Computer verwendbar oder auswertbar sind.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoreinrichtung derart ausgebildet ist, daß Kipp- oder rotatorische Bewegungen und/oder Belastungen bezüglich mindestens einer horizontalen Achse und Auslenkungen in mindestens einer horizontalen Richtung erfaßbar und als Steuersignale verwendbar oder auswertbar sind.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung einen Stuhl oder Hocker mit der Sitzfläche aufweist.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoreinrichtung derartig der Sitzfläche oder einem Stuhl oder Hocker mit der Sitzfläche zugeordnet oder in die Sitzfläche, den Stuhl oder Hocker integriert ist, daß insbesondere translatorische oder rotatorische Bewegungen oder Belastungen, insbesondere seitliche und/oder vertikale Auslenkungen, die auf die Sitzfläche, den Stuhl oder den Hocker durch den Benutzer ausgeübt werden, erfaßt werden können, um als Steuersignale verwendet oder ausgewertet werden zu können.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung als Stuhl oder Hocker für den Benutzer ausgebildet und die Sensoreinrichtung darin integriert ist.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuersignale drahtlos übertragbar sind.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung oder Sensoreinrichtung eine vorzugsweise integrierte, insbesondere aufladbare Stromversorgung aufweist.
  12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung oder Sensoreinrichtung erst durch Bewegung oder Belastung der Sitzfläche oder der Fußsensoreinrichtung aktivierbar ist und/oder die Steuersignale aussendbar sind.
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