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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Röntgendiagnostikeinrichtung
mit einer Röntgenstrahlenquelle,
einem Röntgenbilddetektor
und einem Bildsystem zur Erstellung einer Subtraktionsangiographie-Sequenz.
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Eine
derartige, aus der
DE
100 37 735 A1 bekannte Röntgendiagnostikeinrichtung
ist beispielsweise in der
1 dargestellt,
die einen an einem Ständer
1 drehbar
gelagerten C-Bogen
2 aufweist, an dessen Enden ein Röntgenstrahler
3 und
ein Röntgenbilddetektor
4 angebracht
sind.
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Anstelle
des dargestellten Ständers 1 können auch
Boden- und/oder Deckenstative Verwendung finden. Der C-Bogen 2 kann
auch durch einen so genannten elektronischen C-Bogen 2 ersetzt
werden, bei dem eine elektronische Kopplung von Röntgenstrahler 3 und
Röntgenbilddetektor 4 erfolgt.
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Der
Röntgenbilddetektor 4 kann
ein rechteckiger oder quadratischer, flacher Halbleiterdetektor
sein, der vorzugsweise aus amorphem Silizium (aSi) erstellt ist.
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Im
Strahlengang des Röntgenstrahlers 3 befindet
sich ein Patientenlagerungstisch 5 zur Aufnahme beispielsweise
eines Herzen eines zu untersuchenden Patienten. An der Röntgendiagnostikeinrichtung
ist ein Bildsystem 6 angeschlossen, dass die Bildsignale
des Röntgenbilddetektors 4 empfängt und
verarbeitet.
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In
der Röntgendiagnostik
werden hochaufgelöste
Bilder als Grundlage einer sicheren und korrekten Diagnose benötigt. Ziel
dabei ist es, auch kleinste Details in hoher Qualität sichtbar
zu machen. In der Röntgendiagnostik
hat man in erster Linie durch die verabreichte Röntgendosis Einfluss auf die
Bildqualität.
Die Röntgendosis
beeinflusst aber in erster Linie das Bildrauschen eines Röntgenbildes,
wobei, sehr allgemein gesprochen, eine hohe Röntgendosis ein rauschfreies
Bild ergibt.
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Auf
die Auflösung
eines Röntgenbildes
hat man gerade beim Einsatz von Flachbilddetektoren (FD) keinen
direkten Einfluss. Sie hängt
im Wesentlichen von der Pixelauflösung des Detektorsystems ab.
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Stand
der Technik, um ein hochaufgelöstes
Röntgenbild
darzustellen, sind so genannte Zoom-Formate an C-Bogenanlagen. Diese
Verfahren verwenden nicht den gesamten Röntgenbilddetektor zur Bildgenerierung,
sondern nur eine kleinere Teilfläche,
so dass das Bild vergrößert erscheint.
Dieses Vorgehen findet ihre Grenzen aber auch letztendlich an der
vorhandenen Auflösung
des Röntgenbildverstärkers (RBV)
bzw. Flachdetektors (FD) und ist nicht in der Lage, anatomische
Details darzustellen, die kleiner sind als das physikalische Auflösungsvermögen des
Röntgenbilddetektors.
Auch Bildinterpolationsverfahren, die einzelne Bilder z.B. per Bi-kubischer
Interpolation auf eine höhere
Auflösung
hochrechnen, sind nicht in der Lage, zu kleine und dadurch nicht
sichtbare Details herauszuarbeiten.
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Die
einzige Lösung,
das Auflösungsvermögen zu verbessern,
ist bei RBV- und FD-Systemen eine teure Änderung der Röntgenbilddetektoren.
Das heißt,
ein besserer Röntgenbilddetektor
muss zum Beispiel statt 1024×1024
Pixel auf der gleichen Fläche
2048×2048
Pixel bieten. Dies stellt aber zum einen hohe Anforderungen an die
Detektorhersteller, die heute schon an den Grenzen des aktuell technisch
Möglichen
angekommen sind, von den Kosten, die ein neuer Röntgenbilddetektor nach sich
zieht, gar nicht zu sprechen. Zudem hat die Fläche eines einzelnen Pixels,
die bei einer Auflösungserhöhung kleiner
wird, einen direkten Einfluss auf die Röntgenquantenausbeute und damit
beispielsweise auch auf das Rauschen im Röntgenbild.
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In
Summe sind die technischen Möglichkeiten
zur Erhöhung
der Pixelauflösung
sehr begrenzt.
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Aus
diesem Grunde wurden in der älteren
Patentanmeldung
DE 10 2005
010 119.4 für
heutige C-Bogen-Anlagen Veränderungen
der Source-Image-Distanz (SID) vorgeschlagen, bei denen eine Bildsequenz
von Bildern geringer Auflösung
mit unterschiedlichem Abstand (SID) erstellt werden, eine Angleichung
der Koordinatensysteme der Bilder durchgeführt und aus den Bildern ein
Bild hoher Auflösung,
ein so genanntes C-Bogen-Superresolution-Bild,
errechnet wird. Diese Lösung
erfordert zur Erzeugung von Superresolution-Bildern aber diesen
speziellen Aufnahmeprozess. C-Bogen-Anlagen sind aber im Allgemeinen
nicht die Röntgensysteme,
die für
diagnostische Zwecke eingesetzt werden, da sie zu teuer und zu viele
Features haben, um ein normales Röntgenbild zu machen. Die oben
genannte C-Bogen-Lösung – Variierung
des SID – ist
bei heutigen einfachen Systemen nicht anwendbar, da dort der SID
im Allgemeinen nicht variiert werden kann.
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Auch
auf anderen Gebieten, in denen Bilder z.B. mit gängigen Video- und Fotokameras
aufgenommen werden, besteht ein ähnliches
Problem. So kann die Auflösung
von Photokameras technisch nicht beliebig erhöht werden. In Anwendungen,
in denen ein hoher Detailgrad in den Bildern verlangt wird, wie
beispielsweise Satellitenaufnahmen und militärische Überwachungsaufnahmen, sind
seit geraumer Zeit Verfahren unter dem Oberbegriff „Superresolution" bekannt, die mehrere
einzelne Aufnahmen heranziehen, um daraus ein einzelnes hochaufgelöstes Bild
zu berechnen, wie dies beispielsweise in „Advances and Challenges in
Super-Resolution" von
Sina Farsiu et al., Invited Paper, International Journal of Imaging
Systems and Technology, Special Issue on High Resolution Image Reconstruction,
Vol. 14, No. 2, Seiten 47 bis 57, 2004, beschrieben ist.
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Im
medizinischen Bereich ist lediglich in „Superresolution in MRI: Application
to Human White Matter Fiber Tract Visualiza tion by Diffusion Tensor
Imaging" von Sharon
Peled et al., Magnetic Resonance in Medicine, 45, Seiten 29 bis
35 (2001), beschrieben, einen Superresolution-Ansatz zur Erzeugung
hochaufgelöster MRI
Bilder einzusetzen.
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Das
Funktionsprinzip von Superresolution-Ansätzen beruht darauf, dass als
Eingabe eine Bildsequenz zur Verfügung steht, die aus mehreren
Bildern besteht, welche durch eine geeignete, meist affine, aber
auch flexible Transformation gegeneinander registriert werden können, d.h.
Bilder, die eine geeignete Art von „Bewegung" aufweisen. Bei Satellitenaufnahmen
oder mit einer Videokamera aufgenommener Videosequenzen ist diese
geeignete Transformation beispielsweise durch eine Verschiebung
der Szene im Bild gegeben. Diese Translation erfüllt hinreichend die Forderungen
einer affinen Transformation und ist sehr einfach zu realisieren.
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Das
allgemeine Modell der Superresolution kann nach M. Elad et al., „Super-Resolution
Reconstruction of Image Sequences" IEEE Transactions on Pattern Analysis
and Machine Intelligence, Vol. 21, No. 9, Seiten 817 bis 834, September
1999, folgendermaßen
beschrieben werden:
Bilder gi geringer
Auflösung
einer Bildsequenz sind das Ergebnis einer Projektion P eines hochaufgelösten Bildes
f auf ihre Bildebene und einer Anpassung ihrer Koordinatensysteme
durch eine affine 2-D-Transformation. Beobachten kann man nur die
Bilder mit geringer Auflösung – das hochaufgelöste Bild
ist wegen der begrenzten Möglichkeiten
der Kamera nicht beobachtbar. Daraus folgt, dass die Bilder gi alle gegeneinander versetzt sind und auch
versetzt sein müssen,
dass der Ansatz funktioniert.
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Anhand
der 2 wird nun das Prinzip der Superresolution erläutert. Jedes
Kästchen – sowohl
große, als
auch kleine – stellt
ein einzelnes Pixel oder einzelnen Bildpunkt dar. In der 2 sind
ein erstes Bild 7 geringer Auflösung mit Pixeln 10 sowie
ein in x- und y-Richtung verschobenes zweites Bild 8 mit
gleicher geringer Auflösung
dargestellt, die zu einem Bild 9 mit hoher Auflösung mit
Bildpunkten 11 mittels Transformation geführt werden
sollen. Im hochaufgelösten
berechneten Bild 9 ist die Fläche der Bildpunkte 11 klein,
in den Pixeln 10 niedrigaufgelöster Original-Bilder 7 und 8 dagegen
groß.
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Der
für die
Superresolution geforderte Koordinatensystemversatz ist für Satelliten-
und Videoaufnahmen sehr einfach zu erzeugen:
- • Bei Satellitenaufnahmen:
Der
Satellit bewegt sich von alleine um die Erde. Die aufgenommenen
Bilder sind dadurch gegeneinander versetzt.
- • Bei
Videoaufnahmen:
Eine geeignete Bewegung ist handgeführt sehr
einfach möglich.
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Das
heißt,
dass in beiden Fällen
eine bewegte Szene von Bildern mit niedriger Auflösung das
Ausgangsprodukt für
ein hochaufgelöstes
Bild bilden.
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Die
Erfindung geht von der Aufgabe aus, ein Verfahren der eingangs genannten
Art derart auszubilden, dass auf beliebigen Röntgenanlagen aus dynamischen
Bildsequenzen hoch aufgelöste
Bilder von Gefäßsystemen
mit einer maximalen Erkennbarkeit von kleinsten Details erstellbar
sind.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
- – dass
eine Subtraktionsangiographie-Sequenz von Einzelaufnahmen geringer
Auflösung
mit sich rhythmisch bewegender feiner Strukturen erstellt wird,
- – dass
eine Registrierung der Einzelaufnahmen mittels Transformation gegeneinander
durchgeführt
wird und
- – dass
aus den Bildern der Subtraktionsangiographie-Sequenz ein Bild hoher
Auflösung
errechnet wird.
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Durch
die Nutzung eines Superresolution-Ansatzes auf einer Röntgen-Anlage
wird eine Röntgenbildqualität ermöglicht,
die in ihrer Auflösung
einen Detailgrad erlaubt, der mit anderen technischen Möglichkeiten heute
nur schwer erreichbar ist. Man kann damit anatomische Strukturen
oder krankhafte verän derungen sichtbar
machen, die für
heutige Röntgenbilddetektoren
einfach zu klein sind. Gerade das Gefäßsystem weist kleinste Strukturen
auf, die in heutigen Bildern nicht sichtbar sind.
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In
vorteilhafter Weise kann ein Superresolution-Bild aufgrund einer
affinen 2-D-Transformation der Bilder geringer Auflösung errechnet
werden.
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Erfindungsgemäß kann das
Verfahren folgende Schritte umfassen:
- a) Erzeugung
einer Reihe von Röntgenbildern
eines bewegten Objekts,
- b) Auswahl eines beliebigen Bildes als Referenzbild,
- c) Bestimmung der optimalen affinen Transformationen bestehend
aus einem Rotationswinkel und einer Translation innerhalb der Bildebene,
einer Skalierung (sx,i, sy,i)
und Scherung (kx,i, ky,i),
jeweils in x- und y-Richtung, zur Ermittlung der Parameter, die
das jeweilige Bild mit minimalem Fehler auf das Referenzbild abbilden,
und
- d) Überlagerung
aller Bilder durch Bildrekonstruktion und Berechnung eines Superresolution-Bildes.
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Es
hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der Rotationswinkel, die
Translation, die Skalierung und die Scherung mit Sub-Pixelgenauigkeit
bestimmt werden.
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Erfindungsgemäß lässt sich
das Verfahren auch durch folgende Schritte beschreiben:
- a) Erzeugung einer Subtraktionsangiographie-Sequenz,
- b) Gewinnung des nötigen
Bildversatzes,
- c) Wahl einer Interessensregion,
- d) Wahl eines geeigneten Zeitabschnitts,
- e) Registrierung der Interessensregion oder des gesamten Bildes
und
- f) Rekonstruktion eines Superresolution-Bildes.
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Die
Erfindung ist nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es
zeigen:
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1 eine
bekannte Röntgendiagnostikeinrichtung,
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2 symbolische
Bilder zur Erläuterung
der Superresolution,
-
3 einen
Teil eines erfindungsgemäßen Bildsystems,
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4 eine
Subtraktionsangiographie-Sequenz,
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5 einen
ausgewählten
Interessensbereich eines Bildes der Subtraktionsangiographie-Sequenz gemäß 4,
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6 eine
Vergrößerung des
Ausschnittes aus 5, und
-
7 den
gleichen Ausschnitt aus einem hoch aufgelösten Superresolution-Bild.
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Will
man die oben genannten Superresolution-Ansätze für hoch aufgelöste Bilder
des Gefäßsystems anwenden,
muss man einen Weg finden, einen Versatz von Einzelaufnahmen gegeneinander
zu erreichen. Im Gegensatz zur älteren
Patentanmeldung
DE 10 2005
010 119.4 soll nicht nach Möglichkeiten gesucht werden, die
eine Erzeugung von Superresolution-Bildern erlaubt. Der konstruktive
Aufwand für
diese Lösung
soll sich dabei in Grenzen halten.
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Dies
wird durch den in der 3 dargestellten Aufbau eines
Bildsystems mit den geforderten Eigenschaften erreicht.
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Die
von dem Röntgenbilddetektor 4 erfassten
digitalen Signale der Röntgenbilder
werden einem ersten Bildspeicher 12 zugeführt, in
dem eine oder mehrere Leeraufnahmen gespeichert werden. Nach einer
erfolgten Injektion eines Kontrastmittels wird eine Angiographie-Sequenz
mit Röntgenbildern
mit Kontrastmittel, so genannte Füllungsaufnahmen, mittels des
Detektors 4 erfasst und in einem Bildspeicher für Füllungsaufnahmen
abgespeichert. Eine an den Bildspeichern 12 und 13 angeschlossene
Subtraktionsstufe 14 bildet entweder online oder als Nachbearbeitung
offline die Differenz der Leeraufnahmen und Füllungsaufnahmen, die in einem
Bildspeicher 15 für
Subtraktionsaufnahmen abgespeichert werden. An diesem Bildspeicher 15 ist eine
Registrierungsstufe 16 zur später noch beschriebenen Registrierung
der einzelnen Subtraktionsaufnahmen angeschlossen, die mit einer
Rekonstruktionsstufe 17 zur Erzeugung einer Superresolution-Aufnahme verbunden
ist, die nachfolgend noch beschrieben wird.
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In
der 4 ist eine Subtraktionsangiographie-Sequenz mit
Einzelaufnahmen 18a bis 18i dargestellt, wie sie
am Ausgang der Subtraktionsstufe 14 anliegen und in dem
Bildspeicher 15 für
Subtraktionsaufnahmen enthalten sind.
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Der
prinzipielle Ablauf lässt
sich folgendermaßen
beschreiben:
- a) Erzeugung einer Subtraktionsangiographie-Sequenz:
Zuerst
wird ein Röntgenbild
von der untersuchten Körperregion,
eine so genannte Leeraufnahme, angefertigt. Dann wird ein Katheter
oder eine Injektionsnadel in beziehungsweise vor das interessierende
Blutgefäß gebracht.
Nachdem das Kontrastmittel gespritzt wurde, werden in schneller
Abfolge weitere Röntgenbilder angefertigt.
Werden diese Bilder digital gespeichert, kann man von den Angiographiebildern
die Leeraufnahme subtrahieren. Störende Bildelemente, die auf
beiden Bildern vorhanden sind, wie z.B. Knochen, werden dadurch
ausgeblendet. Dieser Vorgang wird allgemein als Digitale Subtraktionsangiographie
bezeichnet. Ein Beispiel für
eine derartige Bildsequenz ist in 4 dargestellt,
die Einzelaufnahmen 18a bis 18i zeigt, in denen
das Kontrastmittel unterschiedlich weit vorgedrungen ist.
- b) Gewinnung des nötigen
Bildversatzes:
Das Hauptproblem ist, die benötigte Bewegung
im Bild zu bekommen, wenn diese nicht mechanisch erzeugt wird. Die
Theorie sagt, dass Bewegungen im Bereich von Sub-Pixeln ausreichend
sind. Über
die gesamte Subtraktionsangiographie hinweg bewegt sich der Patient
selbst nicht, d.h. es sind in den Einzelaufnahmen 18a bis 18i keine
Verschiebungen des Patienten vorhanden. Allerdings ist zu beobachten,
dass sich das Gefäßsystem
selbst während
der Subtraktionsangiographie durch den Blutfluss in sehr geringem, aber
ausreichendem Maße
bewegt. Diese Bewegung ist für
die Erzeugung der Superresolution-Bilder ausreichend. Nachdem durch
die Subtraktionsangiographie der sich nicht bewegende anatomische
Hintergrund entfernt wird, bleiben nur die bewegten Gefäßstrukturen
im Bild zu sehen.
- c) Wahl der Interessensregion:
Es ist unter Umständen nötig, einen
räumlichen
Interessensbereich in der Subtraktionsangiographie-Sequenz zu wählen, falls
sich aus den Gesamtbildern der Sequenz, d.h. aus dem gesamten sichtbaren
Bereich, keine ausreichend gute geeignete Transformation schätzen lässt. Dies
erfolgt beispielsweise mittels des in 5 dargestellten,
manuell markierten Interessensbereichs 19 in dem Subtraktionsbild 18d.
Lässt sich
eine affine Transformation anwenden, kann das weiter unten noch
beschriebene Verfahren angewandt werden. Lässt sich dagegen keine affine
Transformation anwenden, so kann in diesen Bereichen ein flexibles
Registrierungsverfahren Anwendung finden, wie es beispielsweise
in den Arbeiten von Bernd Fischer et al., „FLIRT: A Flexible Image Registration
Toolbox" in Biomedical
Image Registration, Second International Workshop (WBIR) 2003, Seiten
261 bis 270, Lecture Notes in Computer Science, Band 2717, Springer Verlag,
Heidelberg, und Ast rid Franz et al., „Modular Tool-box for Derivative-based
Medical Image Registration" in
Proceedings of SPIE 2005, Editors J. Michael Fitzpatrick, Joseph
M. Reinhardt, Vol. 5747, Seiten 1222 bis 1233, 2005, beschrieben
ist. Diese Problematik entsteht dadurch, dass die Bewegung des Gefäßsystems
in der Bildebene nur in einem begrenzten Bereich durch eine affine
Transformation beschrieben werden kann. Eine flexible Registrierung
kann diese Problematik erleichtern, aber nicht in allen Fällen lösen, da
gegenläufige
Gefäßbewegungen
in der Tiefe auch von diesen Verfahren nicht beschrieben werden können.
- d) Wahl eines geeigneten Zeitabschnitts:
Wähle in der
zeitlichen Sequenz einen Zeitabschnitt, in dem in der Interessensregion,
bzw. in den Gesamtbildern ein konstanter Füllungsgrad der Gefäße vorherrscht.
So sind, wie aus 4 ersichtlich, am Anfang und
am Ende der Subtraktionsangiographie-Sequenz die Gefäße nicht
gefüllt.
Diese Einzelaufnahmen 18a und 18i wird man nicht
verwenden, da ein möglichst
gleicher Inhalt in den Bildern vorhanden sein muss.
- e) Registrierung der Interessensregion oder des gesamten Bildes:
Die
zeitlich aufeinander folgenden Einzelaufnahmen der Subtraktionsangiographie-Sequenz
des gewählten
Interessensbereichs bzw. des gesamten sichtbaren Bereichs werden
mit einem geeigneten Verfahren gegeneinander registriert.
- f) Rekonstruktion eines Superresolution-Bildes:
Aus den
dergestalt registrierten Einzelaufnahmen 18b bis 18h kann
aufgrund der redundanten Information – mehrere Bilder zeigen den
gleichen Bildausschnitt, deren Inhalte sind aber gegeneinander versetzt – ein Superresolution-Bild berechnet werden,
dessen räumliche
2-D-Auflösung
größer ist
als in den Einzelaufnahmen. Dieser Schritt wird allgemein als Bildrekonstruktion
bezeichnet, zu dem in der Literatur eine ganze Reihe von Arbeiten
existiert:
• Das
Generalized Sampling Theorem, beschrieben von A. Papoulis in "Generalized Sampling
Expansion", IEEE
Transactions on Circuits and Systems, Vol. 24, No. 11, Seiten 652
bis 654, Nov. 1977.
• Die
Iterated Backprojection, beschrieben von M. Irani et al., in „Super
resolution from image sequences", International
Conference on Pattern Recognition (ICPR 90), Seiten 115 bis 120,
1990.
• Das
Maximum-Likelihood-Verfahren und das Maximum a-posteriori Propability-Verfahren,
beschrieben von M. Elad und A. Feuer in „Restoration of a Single Superresolution
Image from Several Blurred, Noisy, and Undersampled Measured Images", IEEE Transactions
on Image Processing, 6(12), Seiten 1646 bis 1658, December 1997
und M. Elad et al., in „Superresolution
reconstruction of an image" IEEE
Transactions on Pattern Analysis and Machine Intelligence, 21, Seiten
817 bis 834, 1999.
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Durch
diese Bildrekonstruktion können
Details sichtbar gemacht werden, die in keiner der Einzelaufnahmen 18a bis 18i sichtbar
sind, im Superresolution-Bild aber wegen der Bildrekonstruktion
und der herangezogenen redundanten Information schon.
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Ein
Beispiel für
die Leistungsfähigkeit
von Superresolution-Ansätzen im
Gefäßsystem,
die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
entstanden sind, zeigen die 4 bis 7.
In der 4 sind einige der Einzelaufnahmen 18a bis 18i der
Angiographie-Sequenz im Format 1024×1024 Pixel dargestellt, wie
sie heutzutage mit FD-Detektoren aufgenommen werden. Aus diesen
Einzelaufnahmen 18a bis 18i wird ein hoch aufgelöstes Bild 21 berechnet.
Der markierte Interessensbereich 19 in der 5 ist
in 6 vergrößert dargestellt.
Die 7 zeigt das resultierende Superresolution-Bild 21.
Selbst in der schlechten Qualität
des normalen Papierausdrucks sind erhebliche Verbesserungen der
räumlichen
Auflösung
mit einem dementsprechenden Informationsgewinn erkennbar. Viele
der sehr feiner Strukturen sind nur in dem Bild 21 der 7 erkennbar.
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Im
Folgenden wird die Vorgehensweise der Registrierung mittels affiner
Transformation beschrieben. Gegeben seien eine Reihe von Einzelaufnahmen
gi mit i = 1...N der Subtraktionsangiographie
bzw. Interessensbereiche aus diesen. Sie sind durch Translation,
Rotation, Skalierung und Scherung gegeneinander versetzt.
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Der
Registrierungsablauf gestaltet sich wie folgt:
Wähle zu Beginn
ein beliebiges Bild gR als Referenzbild.
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Bestimme
die optimalen affinen Transformationen T
i,
bestehend
aus dem Rotationswinkel (α
i) und einer Translation (x
i,
y
i) innerhalb der Bildebene, einer Skalierung (s
x,i, s
y,i) und Scherung
(k
x,i, k
y,i) – jeweils
in x- und y-Richtung. Diese optimale Transformation bestimmt die
Parameter, die das jeweilige Bild g
i mit
minimalem Fehler auf das Referenzbild g
R abbilden.
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Es
gilt für
g
R = g
i natürlich
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Die
wesentlichen erfindungsgemäßen Punkte
sind:
- – Die
menschlichen Gefäße bewegen
sich alleine durch den Blutfluss.
- – Mit
Kontrastmittel werden diese Gefäße sichtbar.
- – Um
den unbewegten anatomischen Hintergrund zu eliminieren, erstellt
man eine Subtraktionsangiographie-Sequenz. Dort sind nur die bewegten
Gefäße, an denen
man interessiert ist, sichtbar.
- – Wähle einen
räumlichen
Interessensbereich.
- – Wähle einen
zeitlich geeigneten Teil der Sequenz.
- – Registriere
die Einzelaufnahmen des gewählten
Interessensbereichs im gegebenen Zeitbereich gegeneinander und erstelle
daraus ein Superresolution-Bild.
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In
der 5 ist ein normales Röntgenbild der Subtraktionsangiographie-Sequenz
mit einer Auflösung von
1024×1024
Pixeln dargestellt, wie es mit heutigen FD-Detektoren aufgenommen
wird. Der markierte, ausgewählte
Interessensbereich 19 ist in der 6 vergrößert dargestellt
und zeigt das räumliche
Auflösungsvermögen, wie
es mit einer normalen Röntgendiagnostikeinrichtung
erreichbar ist.
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In
der 7 ist der gleiche Ausschnitt jedoch von einem
errechneten Superresolution-Bild nach Anwendung der beschriebenen
Verfahren dargestellt. Diesem Superresolution-Ansatz standen mehrere
Eingabebilder der Qualität
gemäß 6 mit
den benötigten
Bewegungen zur Verfügung,
die zu einer erheblichen Verbesserung der räumlichen Auflösung mit
einem dementsprechenden Informationsgewinn führen. Es sind deutlich mehr
und feinere Strukturen erkennbar. Stellen an denen die Vorteile
des vorgestellten Superresolution-Ansatzes besonders deutlich werden,
sind mittels Kreise 20 markiert.
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Bei
der Berechnung des Röntgenbildes 21 hoher
Auflösung
können
verschiedene Bereiche mit unterschiedlichem Informationsgehalt auftreten:
- • Bereiche,
bei denen in keiner Einzelaufnahme 18a bis 18i Bewegungen
sichtbar sind:
In diesen Bereichen kann natürlich auch die Auflösung erhöht werden,
allerdings ohne Informationsgewinn. Das heißt, es werden hier keine Details
sichtbar, die nicht schon in der Einzelaufnahme mit geringer Auflösung sichtbar
waren. Solche Verfahren zur Auflösungserhöhung sind
z.B. eine einfache Bi-lineare Interpolation.
- Es ist aber anzumerken, dass diese Bildbereiche wegen des relativ
geringen Bewegungsbereichs des SID gering sind und das Interessensobjekt
vom behandelnden Arzt auch einigermaßen mittig platziert sein wird.
- • Bereiche,
bei denen in allen Einzelaufnahmen 18a bis 18i Bewegungen
sichtbar sind:
In diesen Bereichen wird sich der Informationsgewinn
voll niederschlagen. Das heißt,
in dem Teil des Röntgenbilds 21 werden
Details sichtbar, die in keinem der Einzelbilder 18a bis 18i Bewegungen
sichtbar waren.
- • Bereiche,
bei denen in einigen – mehr
als 1, aber nicht in allen – Einzelbildern
vorhanden sind:
Hier ist ganz allgemein zu sagen, dass der
Informationsgewinn – die
letztendlich erkennbare Auflösungsverbesserung – desto
größer ist,
in je mehr Bildern ein Bereich vorhanden ist.
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Zusammenfassend
ist zu sagen, dass die Auflösung
des Röntgenbildes 21 hoher
Auflösung
immer gleich groß ist
und prinzipiell selbst gewählt
werden kann. Der Informationsgehalt, d.h., die letztendlich sichtbaren
Strukturen, wird aber davon abhängen,
wie viel Information für
einen Bereich vorhanden ist, d.h., in wie vielen Röntgenbildern 18a bis 18i niedriger
Auflösung
Bewegungen sichtbar waren.
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Es
hat sich gezeigt, dass die Nutzung eines Superresolution-Ansatzes auf einer
Röntgen-Anlage
eine Röntgenbildqualität ermöglicht,
die in ihrer Auflösung
einen Detailgrad erlaubt, der mit anderen technischen Möglichkeiten
heute nicht erreichbar ist. Man kann damit anatomische Strukturen
oder krankhafte Veränderungen
sichtbar machen, die für
heutige Röntgenbilddetektoren
einfach zu klein sind. Gerade das Gefäßsystem weist kleinste Strukturen
auf, die auf heutigen Bildern nicht sichtbar sind.
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Ein
wichtiger Vorteil ist, dass die benötigten Änderungen an Röntgenanlagen
leicht zu realisieren sind, aufgrund derer sich beliebige Subtraktionsangiographie-Sequenzen,
wie sie heute täglich
aufgenommen werden, verwenden lassen, um daraus hochaufgelöste Bilder
zu erzeugen. Dieser Vorgang wäre
als Post-Processing-Schritt durchzuführen, sobald der Arzt sich
die Sequenzen zur Diagnose ansieht. Die dann erforderliche Bildrekonstruktion
kann leicht in dem vorhandenen Bildsystem der Röntgendiagnostikeinrichtung
realisiert werden.
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In
der Diagnostik der digitalen Subtraktionsangiographie sind erhebliche
Vorteile zu erwarten, da dort Strukturgrößen existieren, die mit den
heute bekannten Röntgendiagnostikeinrichtungen
nur mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
sichtbar gemacht werden können.