DE102006004685A1 - Verfahren und Regelungsstruktur zur Regelung eines Stellwinkels und eines abgegebenen Moments eines Überlagerungswinkelstellers - Google Patents
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Abstract
Die
Erfindung betrifft ein Regelungsverfahren zur Regelung eines Stellwinkels
(δM) und eines abgegebenen Moments eines Überlagerungswinkelstellers
(9) eines Überlagerungslenksystems
(1) eines Kraftfahrzeugs. Wenigstens die Regelung des Stellwinkels (δM) erfolgt mittels eines nichtlinearen Kompensationsreglers
(13'a).
Description
- Die Erfindung betrifft ein Regelungsverfahren und eine Regelungsstruktur zur Regelung eines Stellwinkels und eines abgegebenen Moments eines Überlagerungswinkelstellers eines Überlagerungslenksystems eines Kraftfahrzeugs. Die Erfindung betrifft des weiteren ein Computerprogramm und ein Computerprogrammprodukt mit Programmcodemitteln, um das Regelungsverfahren durchzuführen sowie ein Überlagerungslenksystem.
- Aus der
DE 197 51 125 A1 ist ein Verfahren zum Betrieb eines Lenksystems bekannt. Dabei werden die vom Fahrer durch ein Lenkrad aufgebrachten Lenkbewegungen, der Lenkradwinkel, mittels eines Überlagerungsgetriebes mit den Bewegungen eines Stellantriebs bzw. Überlagerungswinkelstellers dem Motorwinkel bzw. Stellwinkel, überlagert. Die so entstandene überlagerte Bewegung wird über das Lenkgetriebe bzw. das Lenkgestänge an die lenkbar ausgelegten Räder zur Einstellung des Lenkwinkels weitergeleitet. Hierbei ist der Stellan trieb als Elektromotor ausgelegt. Das Funktionsprinzip bzw. die Nutzanwendungen eines derartigen Servolenksystems bestehen insbesondere darin, dass die Lenkung durch die Übersetzung des Überlagerungsgetriebes indirekt ausgeführt werden kann und damit geringe Lenkradmomente erreicht werden können. Dadurch bedingte, sehr große Lenkradwinkel werden vermieden, indem geeignete Stellwinkel überlagert werden, so dass mit Lenkradwinkeln üblicher Größe erforderliche Ausgangswinkel eingestellt werden können. Der zur Lenkunterstützung erforderliche Stellwinkel bzw. sein Sollwert wird aus dem Lenkradwinkel bestimmt. Darüber hinaus kann der Stellwinkel auch abhängig sein von Signalen, welche durch Sensoren und/oder andere Fahrzeugsysteme, wie zum Beispiel ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP), erfassten Fahrzeugbewegungen repräsentieren. Dies erfolgt durch ein Steuergerät, auf welchem die für die Bestimmung der erforderlichen Motorstellwinkel bzw. die für die Steuerung der Nutzanwendungen erforderlichen Programme ausgeführt werden. - Die Regelung des Stellwinkels und des abgegebenen Moments des Überlagerungswinkelstellers bzw. Elektromotors eines derartigen Überlagerungslenksystems eines Kraftfahrzeugs erfolgt üblicherweise mittels einer Folgeregelung der Position des Stellwinkels und einer Stromregelung des abgegebenen Moments als Kaskadenregler.
- Bei der Regelung sind die nachfolgend aufgeführten Eigenschaften des Überlagerungslenksystems zu berücksichtigen:
- – Dynamik, d. h. dynamisches Anlauf- und Führungsver halten der Lenkung;
- – Haptik, d. h. Rauigkeit bzw. Welligkeit des Lenkmoments (sogenanntes "Ripple");
- – Akustik; und
- – Robustheit des Überlagerungswinkelstellers, d. h. Empfindlichkeit gegenüber Veränderungen mechanischer Eigenschaften wie Haftreibung oder viskose Dämpfung sowie Umwelteinflüssen wie Temperatur, Produktionsungenauigkeiten und Toleranzen.
- Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Regelungsverfahren und eine Regelungsstruktur der eingangs erwähnten Art zu schaffen, welche ein Überlagerungslenksystem bzw. einen Überlagerungswinkelsteller hinsichtlich der Eigenschaften Dynamik, Haptik, Akustik und/oder Robustheit verbessern.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Regelungsverfahren zur Regelung eines Stellwinkels und eines abgegebenen Moments eines Überlagerungswinkelstellers eines Überlagerungslenksystems eines Kraftfahrzeugs gelöst, bei welchem wenigstens die Regelung des Stellwinkels mittels eines nichtlinearen Kompensationsreglers erfolgt.
- Die Aufgabe wird hinsichtlich der Regelungsstruktur durch Anspruch 13 gelöst.
- Durch den Einsatz eines nichtlinearen Kompensationsreglers erfolgt in vorteilhafter Weise eine deutliche Verbesserung des Anlauf- bzw. Führungsverhaltens des Überlagerungswinkelstellers. Eine direkte und mathematisch-physikalische Vorgabe der Stellerdynamik wird zusätzlich ermöglicht, d. h. auf Haptik und Akustik kann direkt Einfluss genommen werden. Bekannte Streuungen der Streckeneigenschaften (z. B. Reibung oder dergleichen) können bei dem Entwurf des Reglers bereits berücksichtigt werden, was die Stabilität bzw. Robustheit des Überlagerungswinkelstellers im Einsatz deutlich erhöht. Zugleich impliziert ein Entwurf des Reglers nach bekannten und anerkannten Verfahren der Regelungstechnik einen Stabilitätsnachweis und die Qualität des Reglers.
- Erfindungsgemäß kann ferner vorgesehen sein, dass zusätzlich die Regelung des abgegebenen Moments mittels eines nichtlinearen Kompensationsreglers erfolgt.
- Dadurch kann in vorteilhafter Weise sowohl die Regelung des Stellwinkels als auch die Regelung des abgegebenen Moments des Überlagerungswinkelstellers mittels des nichtlinearen Kompensationsreglers erfolgen.
- Als nicht lineare Kompensationsregler kommen vorzugsweise in Frage:
- – Computed-Torque-Regler;
- – Kompensationsregler auf Basis einer exakten Linearisierung; und
- – Sliding-Mode-Regler.
- Derartige Kompensationsregler bzw. Reglerkonzepte sind beispielsweise in "Klier, W., Theoretische Modellbildung, Rechnersimulation und Regelung räumlicher servopneumatischer Parallelroboter, Dissertation, Universität Kassel, Fachbereich Maschinenbau, Fachgebiet Regelungstechnik, Shaker Verlag, 2002" näher beschrie ben.
- Vorteilhaft ist es, wenn zusätzlich ein unstetiger Regler zur Kompensation von Systemunsicherheiten verwendet wird.
- Vorzugsweise kann wenigstens ein differenzierender Vorfilter bzw. Zustandsvariablenfilter verwendet werden.
- Vorteilhaft ist es, wenn eine modellbasierte Schätzung der resultierenden Zahnstangenkraft erfolgt. Eine Implementierung dieses Schätzverfahrens ist beispielsweise in "Pnini, B., Steering Rack Forces Model for Active Steering Systems, Diplomarbeit, Department of Machine and Vehicle Systems, Chalmers University of Technology, Sweden, 2004" beschrieben.
- Eine Polvorgabe von wenigstens zwei, insbesondere drei Polstellen kann ebenfalls vorgesehen sein.
- Das erfindungsgemäße Regelungsverfahren zur Regelung des Stellwinkels und des abgegebenen Moments eines Überlagerungswinkelstellers eines Überlagerungslenksystems eines Kraftfahrzeugs ist vorzugsweise als Computerprogramm auf dem Steuergerät des Überlagerungslenksystems realisiert. Dazu ist das Computerprogramm in einem Speicherelement des Steuergeräts gespeichert. Durch die Abarbeitung auf einem Mikroprozessor des Steuergeräts wird das Verfahren ausgeführt. Das Computerprogramm kann auf einem computerlesbaren Datenträger (Diskette, CD, DVD, Festplatte, USB-Memorystick, oder dergleichen) oder einem Internet-Server als Com puterprogrammprodukt gespeichert sein und von dort aus in das Speicherelement des Steuergeräts übertragen werden. Ein derartiges Computerprogramm bzw. Computerprogrammprodukt mit Programmcodemitteln ist in Anspruch 16 bzw. Anspruch 17 angegeben.
- Anspruch 18 betrifft ein Überlagerungslenksystem eines Kraftfahrzeugs.
- Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen. Nachfolgend sind anhand der Zeichnung prinzipmäßig Ausführungsbeispiele der Erfindung angegeben.
- Es zeigt:
-
1 eine schematische Darstellung eines Überlagerungslenksystems; -
2 ein schematisches Blockschaltbild einer Regelungsstruktur für ein Überlagerungslenksystem gemäß1 ; -
3 ein schematisches Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Regelungsstruktur in einer ersten Ausführungsform; -
4 ein schematisches Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Regelungsstruktur in einer zweiten Ausführungsform; und -
5 ein schematisches Blockschaltbild einer erfin dungsgemäßen Regelungsstruktur in einer dritten Ausführungsform. - In
1 ist ein Überlagerungslenksystem1 eines nicht dargestellten Kraftfahrzeugs dargestellt. Das Überlagerungslenksystem1 weist eine als Lenkrad2 ausgebildete Lenkhandhabe auf. Das Lenkrad2 ist über eine Gelenkwelle3 mit einem Lenkgetriebe4 verbunden. Das Lenkgetriebe4 dient dazu, einen Drehwinkel der Gelenkwelle3 in einen Lenkwinkel δFm von lenkbaren Rädern5a ,5b des Kraftfahrzeugs umzusetzen. Das Lenkgetriebe4 weist eine Zahnstange6 und ein Ritzel7 auf, an welches die Gelenkwelle3 angreift. Das Überlagerungslenksystem1 umfasst darüber hinaus Überlagerungsmittel8 , die einen als Elektromotor9 ausgebildeten Stellantrieb bzw. Überlagerungs-winkelsteller und ein von diesem angetriebenes Überlagerungsgetriebe10 aufweisen. Das Überlagerungsgetriebe ist als Planetengetriebe10 ausgebildet. Durch das Lenkrad2 wird ein Lenkradwinkel δS als Maß für einen gewünschten Lenkwinkel δFm der lenkbaren Räder5a ,5b des Kraftfahrzeugs vorgegeben. Mit Hilfe des Elektromotors9 wird dann ein Überlagerungswinkel δM generiert und durch das Überlagerungsgetriebe10 mit dem Lenkradwinkel δS überlagert. Der Stellwinkel δM wird zur Verbesserung der Fahrdynamik des Kraftfahrzeugs bzw. des Komforts erzeugt. Die Summe aus Lenkradwinkel δS und Stellwinkel δM ergibt den Eingangswinkel des Lenkgetriebes4 bzw. im vorliegenden Ausführungsbeispiel den Kitzelwinkel δG. - Den Überlagerungsmitteln
8 nachgeordnet könnte das Überlagerungslenksystem1 in einem weiteren nicht dar gestellten Ausführungsbeispiel zusätzlich einen Servoantrieb aufweisen, welcher insbesondere der variablen Momentenunterstützung dient. - Das Überlagerungslenksystem
1 weist ein elektronisches Steuergerät11 auf, welches unter anderem auch zur Regelung des Stellwinkels δM und des abgegebenen Moments des Elektromotors9 dient. Auf dem elektronischen Steuergerät11 läuft dazu ein Regelungsverfahren ab, welches als Regelungsstruktur bzw. als Computerprogramm auf einem nicht dargestellten Mikroprozessor des Steuergeräts11 ausgeführt ist. Der Elektromotor9 wird mit einem elektrischen Ansteuersignal δMd, welches dem Sollwert des von dem Elektromotor9 überlagernden Stellwinkels δM entspricht, angesteuert. Die Ansteuerung bzw. Regelung des Elektromotors9 erfolgt vorzugsweise in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit vx des Kraftfahrzeugs, d. h. das Übersetzungsverhältnis zwischen dem Lenkradwinkel δS und dem Ritzelwinkel δG bzw. dem Lenkwinkel δFm der Räder5a ,5b wird durch die Überlagerung des Lenkwinkels δS mit verschiedenen, geschwindigkeitsabhängigen Stellwinkeln δM in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit vx eingestellt. Dadurch ist es beispielsweise möglich, bei niedrigen Fahrzeuggeschwindigkeiten vx ein relativ kleines Übersetzungsverhältnis vorzugeben, bei welchem eine relativ geringe Drehung des Lenkrads2 zu einem relativ großen Lenkwinkel δFm der Räder5a ,5b führt. Ebenso ist es bei einer hohen Fahrzeuggeschwindigkeit vx aus Stabilitätsgründen denkbar, ein relativ großes Übersetzungsverhältnis vorzugeben. Diese Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit vx ist jedoch optional. - Damit die vorstehend angeführten Steuerungs- bzw. Regelungsfunktionen ausgeführt werden können, erhält das Steuergerät
11 als Eingangssignal die aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit vx (z. B. über den CAN-Bus des Kraftfahrzeugs). Außerdem weist das Überlagerungslenksystem1 Sensoren12a ,12b ,12c auf, welche den Lenkradwinkel δS, den Stellwinkel δM und den Ritzelwinkel δG messen bzw. äquivalente Signale liefern, aus denen diese Winkel bestimmt werden können. Wie in1 angedeutet, wird das Steuergerät11 über die Sensoren12a ,12b ,12c und andere Fahrzeugsysteme unter anderem mit den Eingangssignalen Lenkradwinkel δS, Ritzelwinkel δG, Stellwinkel δM und Sollwert des Stellwinkels δMd (z. B. als Vorgabe von anderen Fahrdynamiksystemen) versorgt. Alternativ oder zusätzlich könnten mehrere dieser Größen auch anhand der anderen oder weiteren Eingangsgrößen (z. B. Raddrehzahlen, usw.) insbesondere mit Hilfe geeigneter Modelle berechnet werden. - In
2 ist ein Blockschaltbild eines bekannten Regelkreises bzw. einer Regelungsstruktur zur Regelung des Stellwinkels δM und eines abgegebenen Moments des Elektromotors9 des Überlagerungslenksystems1 dargestellt. Der Regelkreis weist dazu einen als Kaskadenregler ausgebildeten Regler13 , eine zu regelnde Strecke14 , Störungseinflüsse15 und eine Signalaufbereitung16 auf. Der Regler13 weist eine Folgeregelung13a für den Stellwinkel und eine als Stromregelung13b ausgebildete Regelung des abgegebenen Moments des Elektromotors9 auf. Die Folgeregelung13a erhält den Sollstellwinkel δMd, den aktuell gemessenen bzw. ermittelten Stellwinkel δM und die aktuell gemessene bzw. ermittelte Stellwinkelgeschwindigkeit δ .M als Eingabe und liefert ein gewünschtes Solldrehmoment Md an die Stromregelung13b , welche ebenfalls als Eingaben den aktuellen Stellwinkel δM und dessen Geschwindigkeit δ .M sowie die Phasenströme Iu, Iv des Elektromotors9 erhält. Die Stromregelung13b bzw. der Regler13 liefert die Spannungen Usq, Usd als Ansteuersignale an den Elektromotor9 bzw. die Strecke14 . Die Strecke14 weist des weiteren die Stellermechanik17 auf, welche letztlich den Stellwinkel δM erzeugt und an den Elektromotor9 die erfasste aktuelle Geschwindigkeit des Stellwinkels δ .M sowie an die Signalaufbereitung16 den erfassten aktuellen Stellwinkel δM zurückliefert. Die Störungseinflüsse15 umfassen eine Lenkradbewegung15a und eine Fahrzeugbewegung bzw. Hydraulik15b , welche mit einer Reaktionskraft der Lenkradbewegung FS, welche von dem Lenkradwinkel6s bzw. von dessen Geschwindigkeit δ .S oder von dessen Beschleunigung δ ..S abhängig ist, bzw. einer Kraft FF2G der Fahrzeugbewegung über die Zahnstange6 , welche von der Druckdifferenz pL zwischen rechter und linker Hydraulikkammer oder dem Ritzelwinkel δG abhängig ist, auf die Strecke14 wirken. - Nachfolgend sind anhand der
3 ,4 und5 drei erfindungsgemäße Ausführungsformen von Regelungsstrukturen13' ,13'' ,13''' , welche den bekannten Regler13 aus2 ersetzen, dargestellt. Die Regelungsstrukturen13' ,13'' ,13''' sind zur Ausführung des erfindungsgemäßen Regelungsverfahrens geeignet bzw. stellen vereinfachte Blockschaltbilder des erfindungsgemäßen Regelungsverfahrens dar. - Die Regelungsstruktur
13' gemäß3 weist einen als Computed-Torque-Regler ausgebildeten, nichtlinearen Kompensationsregler13'a auf, welcher ein gewünschtes Sollmoment Md des Elektromotors9 an die aus2 bekannte, ebenfalls vorgesehene Stromregelung13b liefert. Des weiteren sind differenzierende Vorfilter18a und18b vorgesehen, welche aus dem gewünschten Sollstellwinkel δMd bzw. dem aktuell gemessenen Stellwinkel δM jeweils die entsprechenden Geschwindigkeiten δ .M, Md und eine Beschleunigung δ ..Md ermitteln und an eine Polvorgabeeinheit19 , an den Kompensationsregler13'a und an die Stromregelung13b des Moments liefern. Die Polvorgabeeinheit19 ermittelt zwei Polstellen für den nichtlinearen Kompensationsregler13'a , welcher im vorliegenden Ausführungsbeispiel lediglich die Stellermechanik17 berücksichtigt. Dazu werden Reglerkoeffizienten K0, K1 vorgegeben. Die Stromregelung13b erfolgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel feldorientiert. Darüber hinaus erfolgt in einer Einheit20 eine modellbasierte Schätzung der resultierenden Zahnstangenkraft FR, welche an den nichtlinearen Kompensationsregler13'a als Eingabe geliefert wird. Die Phasenströme Iu,v,w und Phasenspannungen Uu,v,w werden der Stromregelung13b ebenfalls zur Verfügung gestellt. Als Ausgangssignal liefert die Regelungsstruktur13' die Spannungen Usq, Usd als Ansteuersignale für den Elektromotor9 (entsprechend2 ). - In
4 ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Regelungsstruktur13'' dargestellt, wobei sowohl die Regelung des Stellwinkels δM als auch die Regelung des abgegebenen Moments des Elektromotors9 mittels eines nichtlinearen Kompensationsreglers13''c erfolgt, welcher die mechanischen und die elektronischen Systemdynamiken berücksichtigt und auf einer nicht exakten Linearisierung beruht. Des weiteren werden nun von der Polvorgabeeinheit19'' drei Polstellen mittels Reglerkoeffizienten K0, K1, K2 vorgegeben. Die Regelungsstruktur13'' umfasst somit ein inverses Modell des gesamten Überlagerungswinkelstellers bzw. Elektromotors9 . - In
5 ist eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Regelungsverfahrens bzw. einer erfindungsgemäßen Regelungsstruktur13''' dargestellt. Dabei ist ein nichtlinearer Kompensationsregler13'''c vorgesehen, welcher ein inverses Modell des gesamten Elektromotors9 bzw. der gesamten Strecke14 , d. h. sowohl die mechanischen als auch die elektronischen Systemdynamiken berücksichtigt. Der nichtlineare Kompensationsregler13'''c ist als Sliding-Mode-Regler ausgebildet. Zusätzlich ist ein unstetiger Regler21 zur Kompensation von Systemunsicherheiten vorgesehen. Dieser zusätzliche unstetige Regler21 ist übergeordnet und gewährleistet trotz Ungenauigkeiten oder eventuell falscher Parameter, dass das gesamte System weiterhin stabil bleibt. Je nach Vorzeichen sign(s) des Fehlers bei einer Abweichung wird nun eine entsprechende Korrektur durchgeführt. Dazu ist ein Reglerkoeffizient KSM(δ .M) und ein Koeffizient λ für Modellunsicherheiten vorgesehen. Derartige Kompensationsregler13'a ,13''c ,13'''c , die Bestimmung der entsprechenden Reglerkoeffizienten K0, K1, K2, KSM und die Bestimmung des Koeffizienten λ für Modellunsicherheiten sind näher in "Klier, W., Theoretische Modellbildung, Rech nersimulation und Regelung räumlicher servopneumatischer Parallelroboter, Dissertation, Universität Kassel, Fachbereich Maschinenbau, Fachgebiet Regelungstechnik, Shaker Verlag, 2002" beschrieben. -
- 1
- Überlagerungslenksystem
- 2
- Lenkrad
- 3
- Gelenkwelle
- 4
- Lenkgetriebe
- 5a, 5b
- lenkbare Räder
- 6
- Zahnstange
- 7
- Ritzel
- 8
- Überlagerungsmittel
- 9
- Überlagerungssteller, Elektromotor
- 10
- Planetengetriebe
- 11
- elektronisches Steuergerät
- 12a, 12b, 12c
- Sensoren
- 13, 13', 13'', 13'''
- Regelungsstrukturen
- 13a, b
- Regelungen
- 13'a, 13''c, 13'''c
- nichtlineare Kompensationsregler
- 14
- Strecke
- 15
- Störungseinflüsse
- 16
- Signalaufbereitung
- 17
- Stellermechanik
- 18a, 18b
- diff. Vorfilter
- 19, 19', 19''
- Polvorgabeeinheit
- 20
- Einheit zur Schätzung FR
- 21
- unstetiger Regler zur Kompensation von Systemunsicherheiten
- δFm
- Winkel der lenkbaren Räder
- δG
- Ritzelwinkel
- δM
- Stellwinkel
- δMd
- Solldrehmoment
- δS
- Lenkradwinkel
- pL
- Druckdifferenz
- vx
- Fahrzeuggeschwindigkeit
- Iu,v,w
- Phasenströme
- Uu,v,w
- Phasenspannung
- λ
- Koeffizient bezüglich Modellunsicherheiten
- K0, K1, K2, KSM
- Reglerkoeffizienten
Claims (18)
- Regelungsverfahren zur Regelung eines Stellwinkels (δM) und eines abgegebenen Moments eines Überlagerungswinkelstellers (
9 ) eines Überlagerungslenksystems (1 ) eines Kraftfahrzeugs, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die Regelung des Stellwinkels (δM) mittels eines nichtlinearen Kompensationsreglers (19' ,19'' ,19''' ) erfolgt. - Regelungsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Überlagerungswinkelsteller ein Elektromotor (
9 ) ist. - Regelungsverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelung des abgegebenen Moments über eine Stromregelung des Elektromotors (
9 ) erfolgt. - Regelungsverfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromregelung des Elektromotors (
9 ) feldorientiert ist. - Regelungsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich die Regelung des abgegebenen Moments mittels eines nichtlinearen Kompensationsreglers (
19'' ,19''' ) erfolgt. - Regelungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der nichtlineare Kompensationsregler (
19' ) als Computed-Torque-Regler ausgebildet ist. - Regelungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der nichtlineare Kompensationsregler (
19'' ) auf einer exakten Linearisierung beruht. - Regelungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der nichtlineare Kompensationsregler (
19''' ) als Sliding-Mode-Regler ausgebildet ist. - Regelungsverfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich ein unstetiger Regler (
21 ) zur Kompensation von Systemunsicherheiten verwendet wird. - Regelungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein differenzierender Vorfilter (
18a ,18b ) verwendet wird. - Regelungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine modellbasierte Schätzung der resultierenden Zahnstangenkraft des Überlagerungslenksystems (
1 ) erfolgt. - Regelungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine Polvorgabe von wenigstens zwei Polstellen erfolgt.
- Regelungsstruktur (
13' ,13'' ,13''' ) zur Regelung eines Stellwinkels (δM) und eines abgegebenen Moments eines Überlagerungswinkelstellers (9 ) eines Überlagerungslenksystems (1 ) eines Kraftfahrzeugs, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zur Regelung des Stellwinkels (δM) ein nichtlinearer Kompensationsregler (19' ,19'' ,19''' ) vorgesehen ist. - Regelungsstruktur (
13' ,13'' ,13''' ) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der nichtlineare Kompensationsregler (19'' ,19''' ) ebenfalls für die Regelung des abgegebenen Moments vorgesehen ist. - Regelungsstruktur (
13' ,13'' ,13''' ) nach Anspruch 13 oder 14, welche Mittel zur Ausführung des Regelungsverfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12 aufweist. - Computerprogramm mit Programmcodemitteln, um ein Regelungsverfahren zur Regelung eines Stellwinkels (δM) und eines abgegebenen Moments eines Überlagerungswinkelstellers (
9 ) eines Überlagerungslenksystems (1 ) eines Kraftfahrzeugs gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12 durchzuführen, wenn dass Programm auf einem Mikroprozessor eines Computers, insbesondere auf einem Steuergerät (11 ) des Überlagerungslenksystems (1 ), ausgeführt wird. - Computerprogrammprodukt mit Programmcodemitteln, die auf einem computerlesbaren Datenträger gespeichert sind, um ein Regelungsverfahren zur Regelung eines Stellwinkels (δM) und eines abgegebenen Moments eines Überlagerungswinkelstellers (
9 ) eines Überlagerungslenksystems (1 ) eines Kraftfahrzeugs gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12 durchzuführen, wenn dass Programm auf einem Mikroprozessor eines Computers, insbesondere auf einem Steuergerät (11 ) des Überlagerungslenksystems (1 ), ausgeführt wird. - Überlagerungslenksystem (
1 ) eines Kraftfahrzeugs, mit – einer Lenkhandhabe (2 ) zur Vorgabe eines Lenkradwinkels (δS) als Maß für einen gewünschten Lenkwinkel (δFm) für wenigstens ein lenkbares Rad (5a ,5b ) des Kraftfahrzeugs, – einem Lenkgetriebe (4 ), welches den Lenkradwinkel (δS) in den Lenkwinkel (δFm) des wenigstens einen lenkbaren Rades (5a ,5b ) des Kraftfahrzeugs umsetzt, und – Überlagerungsmitteln (8 ) zur Erzeugung eines Stellwinkels (δM) durch einen Überlagerungswinkelsteller (9 ) und zur Erzeugung eines Eingangswinkels (δG) des Lenkgetriebes (4 ) aus einer Überlagerung des Lenkradwinkels (δS) mit dem Stellwinkel, wobei der Überlagerungswinkelsteller (9 ) mittels einer Regelungsstruktur gemäß einem der Ansprüche 13 bis 15 regelbar ist.
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