Es
ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung selektive Beta-3-Agonisten
bereitzustellen, welche zur Herstellung von Arzneimitteln zur Behandlung
von Obesitas und Typ II Diabetes geeignet sind.
Detaillierte Beschreibung
der Erfindung
Überraschenderweise
wurde gefunden, daß Verbindungen
der allgemeinen Formel (I), in denen die Reste L, R1 und
R2 die nachstehend genannten Bedeutungen
haben, als selektive Beta-3-Agonisten wirken. Somit können die
erfindungsgemäßen Verbindungen
zur Behandlung von Erkrankungen, die mit der Stimulation von Beta-3- Rezeptoren in
Zusammenhang stehen, verwendet werden.
Die
vorliegende Erfindung betrifft daher Verbindungen der allgemeinen
Formel (I)
in der
R
1 eine Phenylgruppe, welche durch ein bis
drei Fluor-, Chlor- oder Bromatome oder ein bis drei C
1-3-Alkyl-, C
1-3-Alkyloxy-, Trifluormethoxy- oder Difluormethoxygruppen
substituiert sein kann, wobei die Substituenten gleich oder verschieden
sind,
L eine C
1-3-Alkylengruppe, in
der eine Methylengruppe durch ein Sauerstoff- oder Schwefelatom
oder durch eine NH-Gruppe ersetzt sein kann, und
R
2 eine
Carboxy- oder C
1-3-Alkoxy-carbonylgruppe
bedeuten,
wobei die in den oben genannten Gruppen enthaltenen
Alkylgruppen jeweils geradkettig oder verzweigt sein können,
sowie
deren Tautomeren, Racemate, Enantiomere, Diastereomere, Solvate,
Hydrate, deren Gemische und deren Salze, sowie gegebenenfalls ihrer
Prodrugs, Doppel-Prodrugs
und ihrer Salze, insbesondere ihrer physiologisch verträglichen
Salze mit anorganischen oder organischen Säuren oder Basen.
Bevorzugt
sind Verbindungen der allgemeinen Formel (I), in denen
R2 wie oben erwähnt definiert ist,
R1 eine Phenylgruppe, welche durch ein Fluor-,
Chlor- oder Bromatom oder eine C1-3-Alkyl-,
C1-3-Alkyloxy-, Trifluormethoxy- oder Difluormethoxygruppe
substituiert sein kann, und
L eine C1-3-Alkylengruppe
oder eine -O-CH2- Gruppe bedeuten,
deren
Tautomere, deren Enantiomere, deren Diastereomere, deren Gemische
und deren Salze.
Besonders
bevorzugt sind Verbindungen der allgemeinen Formel (I) gemäß, in denen
R2 wie oben erwähnt definiert ist,
R1 eine Phenylgruppe und
L eine -CH2-, -CH2-CH2- oder -O-CH2- Gruppe
bedeuten,
deren Tautomere, deren Enantiomere, deren Diastereomere,
deren Gemische und deren Salze.
Eine
bevorzugte Untergruppe betrifft diejenigen Verbindungen der allgemeinen
Formel (I), in denen die Reste L, R1 und
R2 wie obern erwähnt definiert sind, in denen
sich die Gruppe -L-R2 in Position 3 oder
4 des Phenylrings befindet, insbesondere diejenigen Verbindungen
der allgemeinen Formel (I), in denen sich die Gruppe -L-R2 in Position 4 des Phenylrings befindet.
Eine
weitere bevorzugte Untergruppe betrifft das (R)-Enantiomer der Formel
(Ia)
der erfindungsgemäßen Verbindungen,
in denen die Reste L, R
1 und R
2 wie
oben erwähnt
definiert sind, sowie dessen Salze.
Eine
dritte bevorzugte Untergruppe betrifft das (S)-Enantiomer der Formel
(Ib)
der erfindungsgemäßen Verbindungen,
in denen die Reste L, R
1 und R
2 wie
oben erwähnt
definiert sind, sowie dessen Salze.
Insbesondere
bevorzugt sind folgende Verbindungen:
[4-(1-{3-[2-(3-Benzolsulfonylamino-phenyl)-2-hydroxy-ethylamino]-3-methyl-butyl}-1H-imidazol-4-yl)-phenyl]-essigsäure,
[4-(1-{3-[2-(3-Benzolsulfonylamino-phenyl)-2-hydroxy-ethylamino]-3-methyl-butyl}-1H-imidazol-4-yl)-phenyl]-essigsäure-methylester,
[3-(1-{3-[2-(3-Benzolsulfonylamino-phenyl)-2-hydroxy-ethylamino]-3-methyl-butyl}-1H-imidazol-4-yl)-phenyl]-essigsäure,
[4-(1-{3-[2-(3-Benzolsulfonylamino-phenyl)-2-hydroxy-ethylamino]-3-methyl-butyl}-1H-imidazol-4-yl)-phenoxy]-essigsäure,
3-[4-(1-{3-[2-(3-Benzolsulfonylamino-phenyl)-2-hydroxy-ethylamino]-3-methyl-butyl}-1H-imidazol-4-yl)-phenyl]-propionsäure und
3-[3-(1-{3-[2-(3-Benzolsulfonylamino-phenyl)-2-hydroxy-ethylamino]-3-methyl-butyl}-1H-imidazol-4-yl)-phenyl]-propionsäure,
sowie
deren Enantiomere und Salze.
Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung sind Verbindungen der allgemeinen
Formel (I) zur Verwendung als Arzneimittel.
Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung sind Verbindungen der allgemeinen
Formel (I) zur Verwendung als Arzneimittel mit selektiver beta-3-agonistischer
Wirkung.
Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung sind Verbindungen der allgemeinen
Formel (I) zur Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung und/oder
Prävention
von Erkrankungen, die mit der Stimulation von Beta-3-Rezeptoren
in Zusammenhang stehen.
Eine
weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Methode zur Behandlung
und/oder Prävention
von Erkrankungen, die mit der Stimulation von Beta-3-Rezeptoren
in Zusammenhang stehen, wobei man einem Patienten eine effektive
Menge einer Verbindung der allgemeinen Formel I verabreicht.
Eine
weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine pharmazeutische Zusammensetzung,
enthaltend als Wirkstoff eine oder mehrere Verbindungen der allgemeinen
Formel (I) gegebenenfalls in Kombination mit üblichen Hilfs- und/oder Trägerstoffen.
Eine
weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine pharmazeutische Zusammensetzung
enthaltend als Wirkstoff eine oder mehrere Verbindungen der allgemeinen
Formel (I) oder deren physiologisch verträgliche Salze und einen oder
mehrere Wirkstoffe ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Antidiabetika, Inhibitoren der Proteintyrosinphosphatase
1, Substanzen, die eine deregulierte Glucoseproduktion in der Leber
beeinflussen, Lipidsenker, Cholesterolresorptionsinhibitoren, HDL-erhöhende Verbindungen,
Wirkstoffe zur Behandlung von Obesitas und Modulatoren oder Stimulatoren
des adrenergen Systems über
alpha 1 und alpha 2 sowie beta 1, beta 2 und beta 3 Rezeptoren.
Eine
weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung
einer Verbindung der allgemeinen Formel (I)
worin
L,
R
1 und R
2 die oben
angegebenen Bedeutungen aufweisen können, wobei eine Verbindung
der allgemeinen Formel (II)
mittels eines Chlorierungsmittels
in eine Verbindung der Formel (III)
überführt,
die Verbindung der
Formel (III), gegebenenfalls mit einer Amino-Schutzgruppe versehen,
mit 4-Iodimidazol in eine Verbindung der Formel (IV),
überführt wird,
die Verbindung
der Formel (IV) mit einer Verbindung der Formel (V)
wobei R
1 die
in den Ansprüchen
1 bis 9 angegebene Bedeutung aufweist,
umgesetzt wird und die
so erhaltene Verbindung der Formel (VI)
mit einer Verbindung der
allgemeinen Formel (VII) gekuppelt wird,
wobei L und R
2 die
in den Ansprüchen
1 bis 9 angegebene Bedeutung aufweisen und die Reste R unabhängig voneinander
jeweils ein Wasserstoffatom oder eine lineare oder verzweigte C
1-4-Alkylgruppe oder zusammen eine gegebenenfalls
verzweigte C
2-6-Alkylengruppe bedeuten können,
und
anschließend
gegebenenfalls eine Enantiomerentrennung durchgeführt wird.
Unter
Alkylgruppen sowie Alkylgruppen, welche Bestandteil anderer Reste
sind, sind, soweit nichts anderes angegeben wird, verzweigte und
unverzweigte Alkylgruppen mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen zu verstehen,
wobei Gruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen bevorzugt sind. Besonders
bevorzugt sind Alkylgruppen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, insbesondere
solche mit 1 oder 2 Kohlenstoffatomen. Beispielsweise werden genannt:
Methyl, Ethyl, Propyl, Butyl, Pentyl, Hexyl, Heptyl, Octyl, Nonyl
und Decyl. Sofern nicht anderes erwähnt wird, sind von den vorstehend
genannten Bezeichnungen Propyl, Butyl, Pentyl, Hexyl, Heptyl, Octyl,
Nonyl und Decyl sämtliche
der möglichen
isomeren Formen umfaßt.
Beispielsweise umfaßt
die Bezeichnung Propyl die beiden isomeren Reste n-Propyl und iso-Propyl,
die Bezeichnung Butyl n-Butyl,
iso-Butyl, sec. Butyl und tert.-Butyl, die Bezeichnung Pentyl, iso-Pentyl,
Neopentyl etc.
In
den vorstehend genannten Alkylgruppen können gegebenenfalls ein oder
mehrere Wasserstoffatome durch andere Reste ersetzt sein. Beispielsweise
können
diese Alkylgruppen durch die Halogenatome Fluor, Chlor, Brom oder
Iod substituiert sein. Bevorzugt sind die Substituenten Fluor oder
Chlor. Besonders bevorzugt ist der Substituent Fluor. Es können gegebenenfalls
auch alle Wasserstoffatome der Alkylgruppe ersetzt sein.
Ebenso
können
in den vorstehend genannten Alkylgruppen, soweit nicht anders beschrieben,
gegebenenfalls ein oder mehrere Wasserstoffatome beispielsweise
durch OH, NO2, CN oder einen gegebenenfalls substituierten
Rest ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus -O-(C1-C5-Alkyl), vorzugsweise Methoxy oder Ethoxy,
-O-(C6-C14-Aryl), vorzugsweise Phenyloxy, -O-Heteroaryl,
vorzugsweise -O-Thienyl, -O-Thiazolyl, -O-Imidazolyl,
-O-Pyridyl, -O-Pyrimidyl oder -O-Pyrazinyl, gesättigtes oder ungesättigtes
-O-Heterocycloalkyl, vorzugsweise -O-Pyrazolyl, -O-Pyrrolidinyl,
-O-Piperidinyl,
-O-Piperazinyl oder -O-Tetrahydro-oxazinyl, C6-C14-Aryl, vorzugsweise Phenyl, Heteroaryl,
vorzugsweise Thienyl, Thiazolyl, Imidazolyl, Pyridyl, Pyrimidyl oder
Pyrazinyl, gesättigtes
oder ungesättigtes
Heterocycloalkyl, vorzugsweise Pyrazolyl, Pyrrolidinyl, Piperidinyl,
Piperazinyl oder Tetrahydro-oxazinyl, einen Aminrest, vorzugsweise
Methylamin, Benzylamin, Phenylamin oder Heteroarylamin, gesättigte oder
ungesättigte
bicyclische Ringsysteme, vorzugsweise Benzimidazolyl und C3-C8-Cycloalkyl,
vorzugsweise Cyclohexyl oder Cyclopropyl, ersetzt sein.
Als
Alkenylgruppen sowie Alkenylgruppen, welche Bestandteil anderer
Reste sind, werden verzweigte und unverzweigte Alkylgruppen mit
1 bis 10 Kohlenstoffatomen bevorzugt 1 bis 6, besonders bevorzugt
1 bis 4 Kohlenstoffatomen bezeichnet, die mindestens eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung
enthalten. Beispielsweise werden genannt: Ethenyl, Propenyl, Methylpropenyl,
Butenyl, Pentenyl, Hexenyl, Heptenyl, Methylheptenyl, Octenyl, Nonenyl
und Decenyl. Sofern nicht anders erwähnt, sind von den vorstehend
genannten Bezeichnungen Propenyl, Butenyl, Pentenyl, Hexenyl, Heptenyl,
Octenyl, Nonenyl und Decenyl sämtliche
der möglichen
isomeren Formen umfaßt.
Beispielsweise umfaßt
die Bezeichnung Butenyl, die isomeren Reste But-1-enyl, But-2-enyl
und But-3-enyl, etc.
In
den vorstehend genannten Alkenylgruppen können gegebenenfalls ein oder
mehrere Wasserstoffatome durch andere Reste ersetzt sein. Beispielsweise
können
diese Alkenylgruppen durch die Halogenatome Fluor, Chlor, Brom oder
Iod substitu iert sein. Bevorzugt sind die Substituenten Fluor oder
Chlor. Besonders bevorzugt ist der Substituent Fluor. Es können gegebenenfalls
auch alle Wasserstoffatome der Alkenylgruppe ersetzt sein.
Als
Alkinylgruppen sowie Alkinylgruppen, welche Bestandteil anderer
Reste sind, werden verzweigte und unverzweigte Alkylgruppen mit
1 bis 10 Kohlenstoffatomen bevorzugt 1 bis 6, besonders bevorzugt
1 bis 4 Kohlenstoffatomen bezeichnet, die mindestens eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Dreifachbindung
enthalten. Beispielsweise seien genannt: Ethinyl, Propinyl, Butinyl,
Pentinyl, Hexinyl, Heptinyl, Octinyl, Noninyl und Decinyl. Sofern
nicht anderes erwähnt
wird, sind von den vorstehend genannten Bezeichnungen Propinyl,
Butinyl, Pentinyl, Hexinyl, Heptinyl, Octinyl, Noninyl und Decinyl
sämtliche
der möglichen
isomeren Formen umfaßt.
Beispielsweise umfaßt
die Bezeichnung Butinyl, die isomeren Reste But-1-inyl, But-2-inyl
und But-3-inyl, etc. In den vorstehend genannten Alkinylgruppen
können
gegebenenfalls ein oder mehrere Wasserstoffatome durch andere Reste
ersetzt sein. Beispielsweise können
diese Alkinylgruppen durch die Halogenatome Fluor, Chlor, Brom oder
Iod substituiert sein. Bevorzugt sind die Substituenten Fluor oder
Chlor. Besonders bevorzugt ist der Substituent Fluor. Es können gegebenenfalls
auch alle Wasserstoffatome der Alkinylgruppe ersetzt sein.
Der
Begriff Aryl steht für
ein aromatisches Ringsystem mit 6 bis 18 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise 6
bis 14 Kohlenstoffatomen, bevorzugt 6 oder 10 Kohlenstoffatomen,
besonders bevorzugt für
Phenyl, das gegebenenfalls substituiert sein kann und dabei vorzugsweise
einen oder mehrere der nachfolgend genannten Substituenten tragen
kann: OH, NO2, CN, -OCHF2,
-OCF3, -NH2, -NH-Alkyl,
-N(Alkyl)-Alkyl, -NH-Aryl, -N(Alkyl)-Aryl, -NHCO-Alkyl, -NHCO-Aryl,
-N(Alkyl)-CO-Alkyl, -N(Alkyl)-CO-Aryl,
-NHSO2-Alkyl, -NHSO2-N(Alkyl)2, -NHSO2-Aryl, -N(Alkyl)-SO2-Alkyl, -N(Alkyl)-SO2-Aryl, -CO2-Alkyl, -SO2-Alkyl,
-SO2-Aryl, -CONH(OH), -CONH-Alkyl, -CONH-Aryl,
-CON(Alkyl)-Alkyl, -CON(Alkyl)-Aryl, -SO2NH-Alkyl,
-SO2NH-Aryl, -SO2N(Alkyl)-Alkyl,
-SO2N(Alkyl)-Aryl, -O-Alkyl, -O-Aryl -S-Alkyl,
-S-Aryl, Tetrazolyl, Halogen, beispielsweise Fluor, Chlor, Brom
oder Iod, vorzugsweise Fluor oder Chlor, insbesondere Fluor, C1-C10-Alkyl, vorzugsweise
C1-C5-Alkyl, besonders
bevorzugt C1-C3-Alkyl, ganz
besonders bevorzugt Methyl oder Ethyl, -O-(C1-C3-Alkyl), vorzugsweise Methoxy oder Ethoxy,
-COOH oder -CONH2.
Unter
Heteroaryl-Resten sind 5- bis 10-gliedrige mono- oder bicyclische
Heteroarylringe zu verstehen, in denen ein bis drei Kohlenstoffatome
jeweils durch ein Heteroatom ausgewählt aus der Gruppe Sauerstoff, Stickstoff
oder Schwefel ersetzt sein können.
Als Beispiele seien Furan, Thiophen, Pyrrol, Pyrazol, Imidazol, Triazol,
Tetrazol, Pyridin, Pyridazin, Pyrimidin, Pyrazin, Triazin, Oxazol,
Isoxazol, Thiazol, Thiadiazol, Oxadiazol genannt, wobei jeder der
vorstehend genannten Heterocyclen gegebenenfalls ferner an einen
Benzolring anneliert sein kann, wie beispielsweise Benzimidazol,
und wobei diese Heterocyclen gegebenenfalls substituiert sein können und
dabei vorzugsweise einen oder mehrere der nachfolgend genannten
Substituenten tragen können:
OH, NO2, CN, -NH2,
-NH-Alkyl, -N(Alkyl)-Alkyl,
-NH-Aryl, -N(Alkyl)-Aryl, -NHCO-Alkyl, -NHCO-Aryl, -N(Alkyl)-CO-Alkyl,
-N(Alkyl)-CO-Aryl, -NHSO2-Alkyl, -NHSO2-Aryl, -N(Alkyl)-SO2-Alkyl,
-N(Alkyl)-SO2-Aryl, -CO2-Alkyl,
-SO2-Alkyl, -SO2-Aryl,
-CONH-Alkyl, -CONH-Aryl, -CON(Alkyl)-Alkyl, -CON(Alkyl)-Aryl, -SO2NH-Alkyl, -SO2NH-Aryl,
-SO2N(Alkyl)-Alkyl, -SO2N(Alkyl)-Aryl,
-O-Alkyl, -O-Aryl -S-Alkyl, -S-Aryl, -CONH2,
Halogen, vorzugsweise Fluor oder Chlor, C1-C10-Alkyl, vorzugsweise C1-C5-Alkyl, bevorzugt C1-C3-Alkyl, besonders bevorzugt Methyl oder
Ethyl, -O-(C1-C3-Alkyl),
vorzugsweise Methoxy oder Ethoxy, -COOH, -COOCH3,
-CONH2, -SO-Alkyl, -SO2-Alkyl,
-SO2H, -SO3-Alkyl
oder gegebenenfalls substituiertes Phenyl.
Als
Cycloalkylreste werden gesättigte
oder ungesättigte
Cycloalkylreste mit 3 bis 8 Kohlenstoffatomen wie beispielsweise
Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl, Cyclopentenyl, Cyclohexyl,
Cyclohexenyl, Cycloheptyl oder Cyclooctyl, vorzugsweise Cyclopropyl,
Cyclopentyl oder Cyclohexyl, bezeichnet, wobei jeder der vorstehend
genannten Cycloalkylreste gegebenenfalls ferner einen oder mehrere
Substituenten tragen oder an einen Benzolring anneliert sein kann.
Als
Heterocycloalkyl- bzw. Heterocyclylreste werden, soweit in den Definitionen
nicht anders beschrieben, 5-, 6- oder 7-gliedrige, gesättigte oder
ungesättigte
Heterocyclen, die als Heteroatome Stickstoff, Sauerstoff oder Schwefel
enthalten können, bezeichnet,
wie beispielsweise Tetrahydrofuran, Tetrahydrofuranon, γ-Butyrolacton, α-Pyran, γ-Pyran, Dioxolan,
Tetrahydropyran, Dioxan, Dihydrothiophen, Thiolan, Dithiolan, Pyrrolin,
Pyrrolidin, Pyrazolin, Pyrazolidin, Imidazolin, Imidazolidin, Tetrazol,
Piperidin, Pyridazin, Pyrimidin, Pyrazin, Piperazin, Triazin, Tetrazin,
Morpholin, Thiomorpholin, Diazepan, Oxazin, Tetrahydro-oxazinyl,
Isothiazol, Pyrazolidin, vorzugsweise Pyrazolyl, Pyrrolidinyl, Piperidinyl,
Piperazinyl oder Tetrahydrooxazinyl, wobei der Heterocyclus gegebenenfalls
substituiert sein kann.
Die
Verbindungen der obigen allgemeinen Formel (I), die einen in-vivo
abspaltbaren Rest enthalten, stellen sogenannte Prodrugs dar, und
Verbindungen der allgemeinen Formel I, die zwei in-vivo abspaltbare Reste
enthalten, sogenannte Doppel-Prodrugs.
Unter
einer in-vivo in eine Carboxygruppe überführbare Gruppe ist beispielsweise
ein Ester der Formel -CO2R11 zu
verstehen, wobei
R11 Hydroxymethyl,
Alkenyl, Alkinyl, Aryl, Heteroaryl, Cycloalkenyl, Heterocycloalkyl,
C1-C3-Alkoxycarbonyl, 1,3-Dihydro-3-oxo-1-isobenzofuranol,
-C(-Alkyl)(-Alkyl)-OC(O)-Alkyl,
-CHC(O)NH(-Alkyl), -CHC(O)N(-Alkyl)(-Alkyl),
-Alkyl, vorzugsweise
C1-C6-Alkyl, besonders
bevorzugt Methyl, Ethyl, n-Propyl, Isopropyl, n-Butyl, n-Pentyl- oder
n-Hexyl,
Cycloalkyl, vorzugsweise C1-C6-Cycloalkyl, besonders bevorzugt Cyclohexyl,
-(C1-C3-Alkyl)-aryl,
vorzugsweise (C1-C3-Alkyl)-phenyl,
besonders bevorzugt Benzyl, -CHC(O)N(-Alkyl)(-Alkyl), vorzugsweise -CHC(O)N(-C1-C3-Alkyl)(-C1-C3-Alkyl), besonders
bevorzugt -CHC(O)N(CH3)2,
-CH(-Alkyl)OC(O)-Alkyl,
vorzugsweise -CH(-CH3)OC(O)(-C1-C6-Alkyl), besonders bevorzugt -CH(-CH3)OC(O)-Methyl, -CH(-CH3)OC(O)-Ethyl,
-CH(-CH3)OC(O)-n-Propyl, -CH(-CH3)OC(O)-n-Butyl
oder -CH(-CH3)OC(O)-t-Butyl, oder
-CH2OC(O)-Alkyl, vorzugsweise -CH2OC(O)(-C1-C6-Alkyl), besonders
bevorzugt -CH2OC(O)-Methyl, -CH2OC(O)-Ethyl,
-CH2OC(O)-n-Propyl, -CH2OC(O)-n-Butyl
oder -CH2OC(O)-t-Butyl, bedeutet.
Unter
einer in-vivo in eine Sulfonamid- oder Aminogruppe überführbare Gruppe
ist beispielsweise eine der folgenden Gruppen zu verstehen:
-OH,
-Formyl, -C(O)-Alkyl, -C(O)-Aryl, -C(O)-Heteroaryl, -CH2OC(O)-Alkyl,
-CH(-Alkyl)OC(O)-Alkyl, -C(-Alkyl)(-Alkyl)OC(O)-Alkyl,
-CO2-Alkyl, vorzugsweise C1-C9-Alkoxy-carbonyl, besonders bevorzugt Methoxycarbonyl-,
Ethoxycarbonyl-, n-Propyloxycarbonyl-, Isopropyloxycarbonyl-, n-Butyloxycarbonyl-,
n-Pentyloxycarbonyl-, n-Hexyloxycarbonyl-, Cyclohexyloxycarbonyl-,
n-Heptyloxycarbonyl-, n-Octyloxycarbonyl- oder n-Nonyloxycarbonyl-,
-CO2(-C1-C3-Alkyl)-Aryl,
vorzugsweise -CO2(-C1-C3-Alkyl)-Phenyl, besonders bevorzugt Benzyloxycarbonyl-,
-C(O)-Aryl,
vorzugsweise Benzoyl-,
-C(O)-Heteroaryl, vorzugsweise Pyridinoyl-
oder Nicotinoyl- oder
-C(O)-Alkyl, vorzugsweise -C(O)(-C1-C6-Alkyl), besonders
bevorzugt 2-Methylsulfonylethoxycarbonyl-, 2-(2-Ethoxy)-ethoxycarbonyl-.
Als
Halogen wird im allgemeinen Fluor, Chlor, Brom oder Jod, vorzugsweise
Chlor oder Fluor, insbesondere bevorzugt Fluor bezeichnet.
Die
erfindungsgemäßen Verbindungen
können
in Form der einzelnen optischen Isomeren, Mischungen der einzelnen
Enantiomeren, Diastereomeren oder Racemate, Prodrugs, Doppel-Prodrugs
und in Form der Tautomere, Salze, Solvate und Hydrate sowie in Form
der freien Basen oder der entsprechenden Säureadditionssalze mit pharmakologisch
unbedenklichen Säuren – wie beispielsweise
Säureadditionssalze
mit Halogenwasserstoffsäuren,
beispielsweise Chlor- oder Bromwasserstoffsäure, oder organische Säuren, wie
beispielsweise Oxal-, Fumar-, Diglycol-, Ameisen-, Äpfel-, Benzoe-,
Benzolsulfon-, Camphersulfon-, Essig-, Ethansulfon-, Glutam-, Malein-,
Mandel-, Milch-, Phosphor-, Salpeter-, Schwefel-, Succin-, para-Toluolsulfon-, Trifluoressig-,
Wein-, Zitronen- oder Methansulfonsäure vorliegen.
Außerdem lassen
sich die so erhaltenen neuen Verbindungen der Formel I, falls diese
eine Carboxygruppe oder eine andere saure Gruppe enthalten, gewünschtenfalls
anschließend
in ihre Salze mit anorganischen oder organischen Basen, insbesondere
für die
pharmazeutische Anwendung in ihre physiologisch verträglichen
Salze, überführen. Als
Basen kommen hierbei beispielsweise Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid,
Cyclohexylamin, Ethanolamin, Diethanolamin und Triethanolamin in
Betracht.
Ferner
können
die erhaltenen Verbindungen der allgemeinen Formel I in ihre Enantiomeren
und/oder Diastereomeren aufgetrennt werden.
So
lassen sich beispielsweise die erhaltenen Verbindungen der allgemeinen
Formel I, welche in Racematen auftreten, nach an sich bekannten
Methoden (siehe Allinger N. L. und Eliel E. L. in "Topics in Stereochemistry", Vol. 6, Wiley Interscience,
1971) in ihre optischen Antipoden und Verbindungen der allgemeinen Formel
I mit mindestens zwei asymmetrischen Kohlenstoffatomen auf Grund
ihrer physikalischchemischen Unterschiede nach an sich bekannten
Methoden, z.B. durch Chromatographie und/oder fraktionierte Kristallisation,
in ihre Diastereomeren auftrennen, die, falls sie in racemischer
Form anfallen, anschließend
wie oben erwähnt
in die Enantiomeren getrennt werden können.
Die
Enantiomerentrennung erfolgt vorzugsweise durch Säulentrennung
an chiralen Phasen oder durch Umkristallisieren aus einem optisch
aktiven Lösungsmittel
oder durch Umsetzen mit einer, mit der racemischen Verbindung Salze
oder Derivate wie z.B. Ester oder Amide bildenden optisch aktiven
Substanz, insbesondere Säuren
und ihre aktivierten Derivate oder Alkohole, und Trennen des auf
diese Weise erhaltenen diastereomeren Salzgemisches oder Derivates,
z.B. auf Grund von verschiedenen Löslichkeiten, wobei aus den
reinen diastereomeren Salzen oder Derivaten die freien Antipoden
durch Einwirkung geeigneter Mittel freigesetzt werden können. Besonders
gebräuchliche,
optisch aktive Säuren
sind z.B. die D- und L-Formen von Weinsäure oder Dibenzoylweinsäure, Di-o-Tolylweinsäure, Apfelsäure, Mandelsäure, Camphersulfonsäure, Glutaminsäure, Asparaginsäure oder
Chinasäure.
Als optisch aktiver Alkohol kommt beispielsweise (+)- oder (–)-Menthol
und als optisch aktiver Acylrest in Amiden beispielsweise der (+)-
oder (–)-Menthyloxycarbonylrest in
Betracht.
Wie
gefunden wurde, zeichnen sich die Verbindungen der allgemeinen Formel
(I) durch vielfältige
Anwendungsmöglichkeiten
auf therapeutischem Gebiet aus. Hervorzuheben sind solche Anwendungsmöglichkeiten,
für welche
die Wirkung von Beta-3-Agonisten, insbesondere von selektiven Beta-3-Agonisten
eine Rolle spielen.
Zu
solchen Erkrankungen gehören
beispielsweise:
Atherosklerose, Cholangitis, Gallenblasenerkrankung,
chronische Zystitis, chronische Blasenentzündung; chronische Prostatitis,
Zystospasmus, Depression, Duodenal Ulcus, Duodenitis, Dysmenorrhoe,
erhöhter
intraoculärer
Druck und Glaukom, Enteritis, Ösophagitis,
Magengeschwür,
Gastritis, Magen-Darm Störungen verursacht
durch Kontraktion(en) der glatten Muskulatur, Magen-Darm Störungen inkl.
Magengeschwür,
gastrointestinale Ulzerationen, gastrointestinale Geschwüre, Glaukom,
Glukosurie, Hyperanakinesie, Hypercholesterinämie, Hyperglykämie, Hyperlipämie, arterielle
Hypertonie, Hypertriglyceridämie,
Insulin-Resistenz, intestinale Ulzerationen oder Dünndarm Geschwüre (inkl.
Entzündliche
Darmerkrankungen, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und Proktitis =
Mastdarmentzündung),
irritables Kolon und andere Erkrankungen mit erniedrigter Darmmotilität, Depression,
Schwermut, Melancholie, Pollakisurie, häufiger Harndrang, nervlich
bedingte neurogene Entzündung,
neurogene Blasendysfunktion, neurogene Entzündung der Atemwege, neuropathische
Blasendysfunktion, Nykturie, nicht spezifizierte Diarrhoe, Dumping
Syndrom, Fettsucht, Fettleibigkeit, Pankreatitis, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Magengeschwüre, Prostata
Erkrankungen wie die benigne Prostatahyperplasie, Prostata Vergrößerung,
Spasmus, Krampf, Diabetes mellitus Typ 2, Reizblase oder Konkrement
der ableitenden Harnwege.
Besonders
geeignet sind die erfindungsgemäßen Beta-3-Agonisten
zur Behandlung von Obesitas, Insulin Resistenz, Diabetes mellitus
Typ 2, Harninkontenenz, Irritables Kolon und andere Erkrankungen
mit erniedrigter Darmmotilität
oder Depression, insbesondere zur Behandlung von Diabetes und Obesitas.
Die
Aktivität
der beta-3-Agonisten kann beispielsweise in einem Lipolysetest ermittelt
werden. Die Testmethode kann wie im folgenden beschrieben durchgeführt werden: Adipocyten
wurden aus ex vivo Fettgewebe durch Modifizierung einer Methode
nach Rodbell isoliert (Rodbell, M. Metabolism of isolated fat cells. I.
Effects of hormones on glucose metabolism and lipolysis. J Biol
Chem 239: 375–380,
1964). Herausgeschnittenes Fettgewebe wurde in kleine Stücke geschnitten
und mit 1 mg/ml Collagenase in Krebs Ringer Puffer (KBR) enthaltend
6 mM Glucose and 2 % Albumin durch leichtes Schütteln über 30–40 min bei 37°C vermischt. Die
Zellen wurden über
ein Gaze filtriert, zweifach mit KRB gewaschen und jeweils 50–150g über 5 min
zentrifugiert. 10 μl
der zentrifugierten Adipocyten wurden mit 90 μl einer erfindungsgemäßen Verbindung
(Agonisten) bei Konzentrationen zwischen 10–15 bis
10–4 M
inkubiert. Die Agonisten wurden über
40 min bei 37°C
inkubiert. Eine variierende Glycerolabgabe in das Medium zeigte
eine aufgrund des zugesetzten Agonisten veränderte Fettzellenlipolyse an.
Freigesetztes Glycerol wurde enzymatisch mit einem Kit von Sigma
(Triglyceride (GPO Trinder) Reagent A; Cat. # 337-40A), wie im folgenden
beschrieben, detektiert.
Glycerol
wird von ATP über
Glycerol Kinase phosphoryliert. Das resultierende Glycerol-1-phosphat wird
durch Glycerolphosphat Oxidase zu Dihydroxyaceton phosphat und Wasserstoffperoxid
oxidiert. Dann entsteht durch die Peroxidase katalysierte Kupplung
von Natrium-N-ethyl-N-(3-sulfopropyl)m-ansidin und 4-Aminoantipyrine ein
Quinonimin Farbstoff. Der Farbstoff zeigt ein Absorptionsmaximum
bei 540 nm. Die Absorption ist direkt proportional zur Glycerolkonzentration
in den Proben.
Die
neuen Verbindungen können
zur Prävention,
Kurz- oder Langzeitbehandlung der vorstehend genannten Erkrankungen,
auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen, die für dieselben
Indikationen Verwendung finden, verwendet werden. Dazu gehören beispielsweise
Antidiabetika, wie etwa Metformin, Sulfonylharnstoffe (z.B. Glibenclamid,
Tolbutamid, Glimepiride), Nateglinide, Repaglinide, Thiazolidindione
(z.B. Rosiglitazone, Pioglitazone), PPAR-gamma-Agonisten (z.B. GI
262570), alpha-Glucosidasehemmer
(z.B. Acarbose, Voglibose), alpha2-Antagonisten, Insulin und Insulinanaloga,
GLP-1 und GLP-1 Analoga (z.B. Exendin-4) oder Amylin. Daneben Inhibitoren
der Proteintyrosinphosphatase 1, Substanzen, die eine deregulierte
Glucoseproduktion in der Leber beeinflussen, wie z.B. Inhibitoren
der Glucose-6- phosphatase,
oder der Fructose-1,6-bisphosphatase, der Glycogenphosphorylase,
Glucagonrezeptor Antagonisten und Inhibitoren der Phosphoenolpyruvatcarboxykinase,
der Glykogensynthasekinase oder der Pyruvatdehydrokinase, Lipidsenker,
wie etwa HMG-CoA-Reduktasehemmer (z.B. Simvastatin, Atorvastatin),
Fibrate (z.B. Bezafibrat, Fenofibrat), Nikotinsäure und deren Derivate, Cholesterolresorptionsinhibitoren
wie zum Beispiel Ezetimibe, gallensäurebindende Substanzen wie
zum Beispiel Colestyramin, HDL-erhöhende Verbindungen wie zum
Beispiel Inhibitoren von CETP oder Regulatoren von ABC1 oder Wirkstoffe
zur Behandlung von Obesitas, wie etwa Sibutramin oder Tetrahydrolipstatin.
Insbesondere
ist eine Kombination mit Medikamenten zur Beeinflussung des Bluthochdrucks
wie z.B. AII Antagonisten oder ACE Inhibitoren, Diuretika, β-Blocker,
sowie anderen Modulatoren des adrenergen Systems oder Kombinationen
daraus geeignet. Darüberhinaus
sind Kombinationen mit Stimulatoren des adrenergen Systems über alpha
1 und alpha 2 sowie beta 1, beta 2 und beta 3 Rezeptoren besonders
geeignet.
Die
Verbindungen der allgemeinen Formel (I) können allein oder in Kombination
mit anderen erfindungsgemäßen Wirkstoffen,
gegebenenfalls auch in Kombination mit weiteren pharmakologisch
aktiven Wirkstoffen, zur Anwendung gelangen. Geeignete Anwendungsformen
sind beispielsweise Tabletten, Kapseln, Zäpfchen, Lösungen, – insbesondere Lösungen zur
Injektion (s.c., i.v., i.m.) und Infusion – Säfte, Emulsionen oder dispersible
Pulver. Hierbei soll der Anteil der pharmazeutisch wirksamen Verbindung(en)
jeweils im Bereich von 0,1–90
Gew.-%, bevorzugt 0,5–50
Gew.-% der Gesamtzusammensetzung liegen, d.h. in Mengen die ausreichend
sind, um den unten angegebenen Dosierungsbereich zu erreichen. Die
genannten Dosen können,
falls erforderlich, mehrmals täglich
gegeben werden.
Entsprechende
Tabletten können
beispielsweise durch Mischen des oder der Wirkstoffe mit bekannten Hilfsstoffen,
beispielsweise inerten Verdünnungsmitteln,
wie Calciumcarbonat, Calciumphosphat oder Milchzucker, Sprengmitteln,
wie Maisstärke
oder Alginsäure,
Bindemitteln, wie Stärke
oder Gelatine, Schmiermitteln, wie Magnesiumstearat oder Talk, und/oder
Mitteln zur Erzielung des Depoteffektes, wie Carboxymethylcellulose,
Celluloseacetatphthalat, oder Polyvinylacetat erhalten werden. Die
Tabletten können
auch aus mehreren Schichten bestehen.
Entsprechend
können
Dragees durch Überziehen
von analog den Tabletten hergestellten Kernen mit üblicherweise
in Drageeüberzügen verwendeten
Mitteln, beispielsweise Kollidon oder Schellack, Gummi arabicum,
Talk, Titandioxid oder Zucker, hergestellt werden. Zur Erzielung
eines Depoteffektes oder zur Vermeidung von Inkompatibilitäten kann
der Kern auch aus mehreren Schichten bestehen. Desgleichen kann
auch die Drageehülle
zur Erzielung eines Depoteffektes aus mehreren Schichten bestehen
wobei die oben bei den Tabletten erwähnten Hilfsstoffe verwendet
werden können.
Säfte der
erfindungsgemäßen Wirkstoffe
beziehungsweise Wirkstoffkombinationen können zusätzlich noch ein Süßungsmittel,
wie Saccharin, Cyclamat, Glycerin oder Zucker sowie ein geschmacksverbesserndes Mittel,
z.B. Aromastoffe, wie Vanillin oder Orangenextrakt, enthalten. Sie
können
außerdem
Suspendierhilfsstoffe oder Dickungsmittel, wie Natriumcarboxymethylcellulose,
Netzmittel, beispielsweise Kondensationsprodukte von Fettalkoholen
mit Ethylenoxid, oder Schutzstoffe, wie p-Hydroxybenzoate, enthalten.
Injektions-
und Infusionslösungen
werden in üblicher
Weise, z.B. unter Zusatz von Isotonantien, Konservierungsmitteln,
wie p-Hydroxybenzoaten, oder Stabilisatoren, wie Alkalisalzen der
Ethylendiamintetraessigsäure,
gegebenenfalls unter Verwendung von Emulgiermitteln und/oder Dispergiermitteln,
wobei beispielsweise bei der Verwendung von Wasser als Verdünnungsmittel
gegebenenfalls organische Lösemittel
als Lösevermittler
bzw. Hilflösemittel
eingesetzt werden können,
hergestellt und in Injektionsflaschen oder Ampullen oder Infusionsflaschen
abgefüllt.
Die
eine oder mehrere Wirkstoffe beziehungsweise Wirkstoffkombinationen
enthaltenden Kapseln können
beispielsweise hergestellt werden, indem man die Wirkstoffe mit
inerten Trägern,
wie Milchzucker oder Sorbit, mischt und in Gelatinekapseln einkapselt.
Geeignete
Zäpfchen
lassen sich beispielsweise durch Vermischen mit dafür vorgesehenen
Trägermitteln,
wie Neutralfetten oder Polyäthylenglykol
beziehungsweise dessen Derivaten, herstellen.
Als
Hilfsstoffe seien beispielsweise Wasser, pharmazeutisch unbedenkliche
organische Lösemittel, wie
Paraffine (z.B. Erdölfraktionen), Öle pflanzlichen
Ursprungs (z.B. Erdnuß-
oder Sesamöl),
mono- oder polyfunktionelle Alkohole (z.B. Ethanol oder Glycerin),
Trägerstoffe
wie z.B. natürliche
Gesteinsmehle (z.B. Kaoline, Tonerden, Talkum, Kreide) synthetische
Gesteinsmehle (z.B. hochdisperse Kieselsäure und Silikate), Zucker (z.B.
Rohr-, Milch und Traubenzucker), Emulgiermittel (z.B. Lignin, Sulfitablaugen,
Methylcellulose, Stärke und
Polyvinylpyrrolidon) und Gleitmittel (z.B. Magnesiumstearat, Talkum,
Stearinsäure
und Natriumlaurylsulfat) erwähnt.
Die
Applikation erfolgt in üblicher
Weise, vorzugsweise oral oder transdermal, insbesondere oral. Im Falle
der oralen Anwendung können
die Tabletten selbstverständlich
außer
den genannten Trägerstoffen
auch Zusätze,
wie z.B. Natriumcitrat, Calciumcarbonat und Dicalciumphosphat zusammen
mit verschiedenen Zuschlagstoffen, wie Stärke, vorzugsweise Kartoffelstärke, Gelatine,
und dergleichen, enthalten. Weiterhin können Gleitmittel, wie Magnesiumstearat,
Natriumlaurylsulfat und Talkum zum Tablettieren mitverwendet werden. Im
Falle wäßriger Suspensionen
können
die Wirkstoffe außer
den obengenannten Hilfsstoffen mit verschiedenen Geschmacksaufbesserern
oder Farbstoffen versetzt werden.
Für den Fall
der parenteralen Anwendung können
Lösungen
der Wirkstoffe unter Verwendung geeigneter flüssiger Trägermaterialien eingesetzt werden.
Die
Dosierung für
die intravenöse
Anwendung liegt bei 1–1000
mg pro Stunde, vorzugsweise zwischen 5–500 mg pro Stunde.
Trotzdem
kann es gegebenenfalls erforderlich sein, von den genannten Mengen
abzuweichen, und zwar in Abhängigkeit
vom Körpergewicht
bzw. der Art des Applikationsweges, vom individuellen Verhalten
gegenüber
dem Medikament, der Art von dessen Formulierung und dem Zeitpunkt
bzw. Intervall, zu welchen die Verabreichung erfolgt. So kann es
in einigen Fällen
ausreichend sein, mit weniger als der vorgenannten Mindestmenge
auszukommen, während
in anderen Fällen
die genannte obere Grenze überschritten
werden muß. Im
Falle der Applikation größerer Mengen
kann es empfehlenswert sein, diese in mehreren Einzelgaben über der
Tag zu verteilen.
Die
nachfolgenden Formulierungsbeipiele illustrieren die vorliegende
Erfindung ohne sie jedoch in ihrem Umfang zu beschränken:
Pharmazeutische
Formulierungsbeispiele
| A)
Tabletten | pro
Tablette |
| Wirkstoff | 100
mg |
| Milchzucker | 140
mg |
| Maisstärke | 240
mg |
| Polyvinylpyrrolidon | 15
mg |
| Magnesiumstearat | 5 mg |
| | 500
mg |
Der
feingemahlene Wirkstoff, Milchzucker und ein Teil der Maisstärke werden
miteinander vermischt. Die Mischung wird gesiebt, worauf man sie
mit einer Lösung
von Polyvinylpyrrolidon in Wasser befeuchtet, knetet, feuchtgranuliert
und trocknet. Das Granulat, der Rest der Maisstärke und das Magnesiumstearat
werden gesiebt und miteinander vermischt. Das Gemisch wird zu Tabletten
geeigneter Form und Größe verpreßt.
| B)
Tabletten | pro
Tablette |
| Wirkstoff | 80
mg |
| Milchzucker | 55
mg |
| Maisstärke | 190
mg |
| Mikrokristalline
Cellulose | 35
mg |
| Polyvinylpyrrolidon | 15
mg |
| Natrium-carboxymethylstärke | 23
mg |
| Magnesiumstearat | 2 mg |
| | 400
mg |
Der
feingemahlene Wirkstoff, ein Teil der Maisstärke, Milchzucker, mikrokristalline
Cellulose und Polyvinylpyrrolidon werden miteinander vermischt,
die Mischung gesiebt und mit dem Rest der Maisstärke und Wasser zu einem Granulat
verarbeitet, welches getrocknet und gesiebt wird. Dazu gibt man
die Natriumcarboxymethylstärke
und das Magnesiumstearat, vermischt und verpreßt das Gemisch zu Tabletten
geeigneter Größe.
| C)
Ampullenlösung | |
| Wirkstoff | 50
mg |
| Natriumchlorid | 50
mg |
| Aqua
pro inj. | 5
ml |
Der
Wirkstoff wird bei Eigen-pH oder gegebenenfalls bei pH 5,5–6,5 in
Wasser gelöst
und mit Natriumchlorid als Isotonans versetzt. Die erhaltene Lösung wird
pyrogenfrei filtriert und das Filtrat unter aseptischen Bedingungen
in Ampullen abgefüllt,
die anschließend
sterilisiert und zugeschmolzen werden. Die Ampullen enthalten 5
mg, 25 mg und 50 mg Wirkstoff.