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Hintergrund der Erfindung
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Die
Erfindung bezieht sich auf Aluminiumlegierungszusammensetzungen
und Verfahren zur Fertigung extrudierter Komponenten aus Aluminiumlegierungszusammensetzungen
durch Conform-Fließpressen.
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Fließpressprozesse
sind seit einigen Jahren in verschiedenen Industriezweigen übliche Praxis
für die
Warmumformung von Aluminiumlegierungen. Das Fließpressen von Aluminium wird
als einer der vielseitigsten bekannten Prozesse genannt. Seine vielen
Anwendungen im alltäglichen
Gebrauch beweisen die vielseitige Anwendung sowohl des Prozesses
als auch des Metalls.
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Das
konventionelle Fließpressen
schließt das
Gießen
des Materials in lange Blöcke,
das Herausnehmen aus der Form und das Schneiden in Knüppellängen jeweils
zwischen etwa 24 inch (609,6 mm) und 36 inch (914,4 mm) ein. Die
Knüppel
werden anschließend
einem Homogenisierungsglühen genannten
Erwärmungsprozess
unterworfen. Im Homogenisierungsprozess werden die Nichtaluminiumelemente
der Knüppel
gelöst
und in gewünschte diskrete
Strukturen mit dem Aluminium gebracht. Zwecks Herstellung eines
Aluminiumfließpressprofils wird
ein zylindrischer Block auf eine Temperatur von etwa 450 °C vorgewärmt und
mit einem hohen Druck von bis zu 850 MPa durch eine geformte Öffnung in einem
Gesenk aus gehärtetem
Stahl gepresst.
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Die
resultierenden Formen und Längen
eines Aluminiumlegierung-Halbzeugs mit konstantem Querschnitt können voll
oder hohl (mit Hohlräumen), einfach
oder außerordentlich
komplex sein. Außerdem
haben diese Formen alle die für
Schmiedeprodukte erwarteten gewünschten
Merkmale einschließlich
einer entsprechenden metallurgischen Struktur, die umformend oder
spanend bearbeitet oder geschweißt werden kann. Mit dem konventionellen Fließpressprozess
kann die Produktion hochkomplizierter Formen, die Herstellung von
Formen hoher Genauigkeit, die Schaffung von Scharniermerkmalen für bewegliche
Baugruppen, die Herstellung von mit minimalem Befestigungsaufwand
montierbaren Formen, die Realisierung einer Form aus einem Stück anstelle
aus mehreren zu montierenden Teilen sowie die Bereitstellung lokaler
Festigkeit und Steifigkeit erreicht werden.
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Obwohl
die gegenwärtigen
konventionellen Fließpressprozesse
brauchbar sind, könnten
Verbesserungen vorgenommen werden. Zum Beispiel kann eine typische
Fließpresseinrichtung/-maschine
eine beträchtliche
Fläche
von etwa 6 ft (1,83 m) mal 30 ft (9,14 m) beanspruchen. Außerdem erfordert
ein konventioneller Fließpressprozess
das Schneiden der jeweiligen Knüppellänge auf
ein Maß zwischen
etwa 24 in (609,6 mm) und 36 in (914,4 mm) und das Vorwärmen der
Knüppel
auf etwa 400 °C,
wodurch sich ein relativ hoher Aufwand an Zeit und Energie ergibt.
Außerdem
erfordert das System für
jeden dem Fließpressprozess
zugeführten
Knüppel
eine Unterbrechung.
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Kurze Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
Erfindung stellt allgemein eine Legierungszusammensetzung bereit,
die zur verbesserten Korrosionsbeständigkeit und zur Verringerung
des Verschleißes
der Düse
bei ihrem Einsatz führt.
Dieses Ergebnis wird erzielt, indem festgelegte Mengen von Kupfer
zwecks Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit, von Zirconium zwecks
Verbesserung der Korngröße nach
einem Hartlötprozess,
von Mangan zwecks Erhöhung
der Festigkeit und zur Verringerung des Kornwachstums zur Legierung
zugemischt werden. Außerdem
führt die
Zugabe eines festgelegten ausgeglichenen Anteils von Zink, Magnesium und
Silicium zur Legierung zur Bildung einer relativ großen Anzahl
von Körnern
mit geringer Korngröße nach
dem Hartlötprozess.
Die Erfindung schließt
eine aluminiumbasierte Legierungszusammensetzung für Fahrzeugkomponenten,
wie z. B. Fahrzeugwärmetauscherrohre,
ein. Die Zusammensetzung besteht im Wesentlichen aus etwa 0,15 bis
0,6 Gew.-% Silicium zum Herbeiführen
von Rekristallisation, etwa 0,2 bis 0,7 Gew.-% Eisen, etwa 0,4 bis
0,6 Gew.-% Kupfer, etwa 1,1 bis 1,4 Gew.-% Mangan, etwa 0,15 bis 0,3
Gew.-% Magnesium, etwa 0,15 bis 0,4 Gew.-% Zink, etwa 0,1 bis 0,15
Gew.-% Zirconium; Restmenge Aluminium.
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In
einer anderen Ausgestaltung umfasst die Erfindung ein Conform-Fließpressverfahren
für ein aluminiumbasiertes
Wärmetauscherrohr.
Das Verfahren umfasst das Pressen der aluminiumbasierten Legierungszusammensetzung
und Umformen einer formbaren Legierungszusammensetzung in eine festgelegte
Konfiguration des aluminiumbasierten Wärmetauscherrohrs.
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In
einer noch anderen Ausgestaltung der Erfindung umfasst das Verfahren
das Prägen
der aluminiumbasierten Legierungszusammensetzung zwecks Schubumformung
der Legierungszusammensetzung und Schubumformung der Zusammensetzung
zwecks Vorwärmen
der aluminiumbasierten Legierungszusammensetzung, sodass sich die
formbare Legierung für
die Bereitstellung der Umformbarkeit der Legierungszusammensetzung
bildet. Das Verfahren umfasst außerdem das Vorantreiben der formbaren
Legierungszusammensetzung und das Pressen der formbaren Legierungszusammensetzung
durch eine Düse
in eine festgelegte Konfiguration des aluminiumbasierten Wärmetauscherrohrs.
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Weitere
Ziele, Merkmale und Vorteile der Erfindung sind nach Prüfung der
nachfolgenden Beschreibung und der beigefügten Patentansprüche in Verbindung
mit den zugehörigen
Zeichnungen leicht erkennbar.
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Kurzbeschreibung der Zeichnungen
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1 ist
eine Tabelle, die eine einer der Ausgestaltungen der Erfindung entsprechende
aluminiumbasierte Legierungszusammensetzung für Fahrzeugkomponenten zeigt.
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2 ist
ein Systemschaubild eines Conform-Fließpressprozesses für das Fließpressen
der aluminiumbasierten Legierungszusammensetzung entsprechend einem
Beispiel der Erfindung.
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3A ist
ein schematisches Schaubild eines Conform-Fließpressprozesses für das Fließpressen
der aluminiumbasierten Legierungszusammensetzung zwecks Formen eines
aluminiumbasierten Wärmetauscherrohrs.
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3B ist
eine vergrößerte Ansicht
des Kreises 3B in 3A des
Conform-Fließpressprozesses.
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4 ist
ein Flussdiagramm, das ein Verfahren des Conform-Fließpressens
eines aluminiumbasierten Wärmetauscherrohrs
entsprechend einem Beispiel der Erfindung zeigt.
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Ausführliche Beschreibung der Erfindung
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Die
Ausgestaltungen der Erfindung stellen eine aluminiumbasierte Legierungszusammensetzung
und ein Verfahren zur Herstellung von Komponenten, wie z. B. Wärmetauscherrohr,
aus der aluminiumbasierten Legierungszusammensetzung bereit. Die
Erfindung bietet eine Lösung
hinsichtlich der Apparategröße und des
Wirkungsgrads, während
die Rekristallisation maximiert und das Kornwachstum der Zusammensetzung
minimiert wird.
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Allgemein
umfasst die Zusammensetzung zugemischtes Silicium für einen
reduzierten Düsenverschleiß, für die Erhöhung der
Düsenlebensdauer und
für minimales
Kornwachstum. Die Rekristallisation der Zusammensetzung wird außerdem durch
die Verwendung von Kupfer, Magnesium und Zink maximiert. Das Kornwachstum
der Zusammensetzung wird durch die Verwendung von Zirkonium, Chrom und
Mangan minimiert. Außerdem
wird bevorzugt, dass der gewichtsprozentuale Anteil an Silicium
relativ gering ist, also zwischen 0,15 und 0,3 Gew.-% liegt, um
die Rekristallisation zu fördern.
Außerdem versteht
sich von selbst, dass in der Zusammensetzung kein Titan oder Chrom
zur Minimierung des Düsenverschleißes enthalten
ist.
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1 ist
eine Tabelle, die die Elemente darstellt, die die einer Ausgestaltung
der Erfindung entsprechende aluminiumbasierte Legierungszusammensetzung
bilden. Wie gezeigt, enthält
die aluminiumbasierte Legierungszusammensetzung Silicium (Si), Eisen
(Fe), Kupfer (Cu), Mangan (Mn), Magnesium (Mg), Zink (Zn) und Zirconium
(Zr). Die aluminiumbasierte Legierungszusammensetzung besteht vorzugsweise
im Wesentlichen aus 0,15 bis 0,6 Gew.-% Si, 0,2 bis 0,7 Gew.-% Fe,
0,4 bis 0,6 Gew.-% Cu, 1,1 bis 1,4 Gew.-% Mn, 0,15 bis 0,30 Gew.-%
Mg, 0,15 bis 0,40 Gew.-% Zn und 0,10 bis 0,15 Gew.-% Zr.
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Ungeachtet
theoretischer Überlegungen
wird angenommen, dass Kupfer, Magnesium, Zink und Silicium die Rekristallisation
der Legierungszusammensetzung fördern
und Zirconium, Chrom und Mangan das Kornwachstum der Legierungszusammensetzung
minimieren.
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In
dieser Ausgestaltung kann die Legierungszusammensetzung extrudiert
werden, um Fahrzeugkomponenten zu formen, die für die Herstellung von Klimaanlagenerzeugnissen,
wie z. B. Wärmetauscherrohre,
geeignet sind. Es wurde entdeckt, dass die Legierungszusammensetzung,
wenn sie in einem Conform-Fließpressprozess
extrudiert wurde, die Fähigkeit
aufweist, die Korngröße für eine geeignete Anwendung
zu beschränken.
Außerdem
wurde entdeckt, dass die Zusammensetzung die Fähigkeit zur Erhöhung des
Korrosionswiderstands des Enderzeugnisses aufweist, wodurch sich
die Lebensdauer des Erzeugnisses verlängert.
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2 stellt
ein Systemschaubild 110 dar, das eine normale Prozesslinie
für Conform-Fließpressen
zur Produktion von aluminiumbasierten Wärmetauscherrohren aus der in
der Tabelle in 1 bereitgestellten aluminiumbasierten
Legierungszusammensetzung zeigt. Entsprechend einer Ausgestaltung
der Erfindung umfasst das System eine Ausgangsmaterialabwickeleinheit 112.
Die Ausgangsmaterialabwickeleinheit 112 nimmt die Ausgangslegierungszusammensetzung
auf, die in dieser Einheit in 9,5 mm bis 12 mm dicke Ausgangsmaterialstangen gegossen
wird. Die Ausgangsmaterialstangen werden danach in eine Ausgangsmaterialrichteinheit 114 gezogen.
In dieser Ausgestaltung sind die Ausgangsmaterialabwickeleinheit 112 und
die Ausgangsmaterialrichteinheit 114 keine angetriebenen
Einheiten, da eine (nachfolgend erwähnte) nachgeschaltete Conform-Maschine
eine ausreichende Leistung zum Ziehen der Ausgangsmaterialstange
durch die Ausgangsmaterialeinheiten hat.
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Um
die Ausgangsmaterialstangen von Oxid, Öl, Fett und sonstigen Verunreinigungen
zu befreien, werden die Stangen durch ein Ausgangsmaterialreinigungssystem 116 geführt. Dieses
System kann jedes geeignete System, wie z. B. ein Ultraschallsystem
oder ein parorbitales System, sein. Wie im Fachgebiet bekannt, besteht
das Prinzip des parorbitalen Systems in einem kombinierten mechanischen
und chemischen Reinigungsvorgang.
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Zum
Beispiel kann das parorbitale System ein Vielzahl von Reinigungsköpfen umfassen,
wobei jeder Reinigungskopf Eintritts- und Austrittsluftbürsten zur
Verhinderung des Entweichens des Reinigungsfluids und eine Vielzahl
von Hydrokonvertern zur Ausführung
der Reinigung enthält.
In diesem Beispiel kann jeder Hydrokonverter zwei Wolframcarbiddüsen mit
geringfügig
größerem Durchmesser
als die Ausgangsmaterialstange haben. Ein Hochgeschwindigkeitsstrahl
des Reinigungsfluids kann dann in den Reinigungskonverter in einer
solchen Weise eingespritzt werden, dass sich rund um die Ausgangsmaterialstange
ein Wirbel bildet. Der Wirbel des Fluids bewirkt, dass die Ausgangsmaterialstange
mit hoher Geschwindigkeit umläuft
und die Oberfläche
der Stange gegen die Wolframcarbiddüsen scheuert.
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Das
Legierungszusammensetzungsmaterial wird anschließend geprägt, sodass es in die Conform-Fließpresse
eingeführt
werden kann. Wie in 2 dargestellt, umfasst das System 110 außerdem ein
Conform-Prozesssystem 118. Wie nachfolgend ausführlicher
beschrieben, umfasst der Conform-Prozess eine Conform-Maschine,
die eine aus Rillenrad und Welle bestehende Baugruppe einschließt. In der
Conform-Fließpresse
wird die Zusammensetzung durch einen Düsenapparat gepresst und in
eine Endform eines Rohres umgeformt, das aus der Maschine austritt.
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Die
Conform-Linie kann durch ein Computersystem gesteuert werden, das
mit einer zur Bereitstellung der (nachfolgend aufgelisteten) gewünschten
Merkmale konfigurierten Software ausgestattet ist. Zum Beispiel
können
dies folgende Merkmale sein: Messung und Aufzeichnung der Betriebsparameter,
wie z. B. Temperatur, Geschwindigkeiten und Maschinenbelastungen;
tabellarische Anzeige der primären,
sekundären
und Steuerparameter; grafische Anzeige auf einer zweiten Zeitbasis
von beliebigen vier primären
Parametern über
die vergangenen 24 Stunden; grafische Anzeige auf 1/10-Sekunden-Zeitbasis
von beliebigen vier Steuerparametern; Dateiaufzeichnung der primären, sekundären und Steuerparameter;
Wiedergabe der aufgezeichneten Dateien; Steuerung des dynamischen
Systems, wie z. B. Heiz- und Warneinrichtungen; Kalibrierung der Systeminputs
und -outputs sowie Setup und Kalibrierung der Regelkreise. Andere
Merkmale können
enthalten sein, ohne dass vom Geltungsbereich oder Sinn der Erfindung
abgewichen wird.
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Wie
außerdem
in 2 gezeigt wird, kühlt ein Kühlsystem 120 das Rohr,
das anschließend
aufgewickelt wird. Danach wird das Rohr auf eine festgelegte Länge geschnitten.
Es ist keine Wärmebehandlung
notwendig. Zum Beispiel kann das Kühlsystem 120 für das Fließpressrad
und -werkzeug aus einem Vorratstank mit einer oben montierten Erzeugniskühlwanne
bestehen. Die Rückseite
des Tanks kann eine Pumpanlage sein, die eine Pumpe und einen Wärmetauscher
für jeden
Kühlkreislauf
enthält. Eine
Pumpe mit hohem Durchsatz kann den erforderlichen Pegel und die
erforderliche Strömungsgeschwindigkeit
im Erzeugniskühlkreislauf
aufrechterhalten. Die Kreisläufe
mit geringem Durchsatz können
Kühlung
für Fließpressrad
und -werkzeug bereitstellen. Es können Durchflussregelventile
für jeden der
Kühlkreisläufe an der
Vorderseite des Tanks montiert sein, und ein geschlossenes System
kann verwendet werden, um zu ermöglichen,
dass das mit dem Erzeugnis- und dem Werkzeugkreislauf in Kontakt
kommende Wasser enthärtet
wird.
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Es
können
spezielle Merkmale des Kühlsystems
geschaffen werden, um die Abkühlgeschwindigkeit
des Produkts bei Verlassen der Pressdüse zu steuern. Ein schnelles
Abschrecken oder eine geringere Abkühlgeschwindigkeit sind möglich. Das
wiederum unterstützt
die Regulierung der Kornstruktur und damit der Eigenschaften der
extrudierten Komponente.
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3A stellt
eine schematische Ansicht einer Conform-Fließpressmaschine 210 für das Fließpressen
einer aluminiumbasierten Fahrzeugkomponente, wie z. B. ein Wärmetauscherrohr,
aus einer aluminiumbasierten Legierungszusammensetzung dar. Entsprechend
einer Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Conform-Fließpressmaschine 210 ein Drehrad 212,
das sich dreht, um das Ausgangsmaterial durch die Maschine 210 zu
befördern.
Das Drehrad 212 enthält
eine auf seinem Umfang geformte Rille 214, in der das Ausgangsmaterial
geführt
wird. Die Conform-Fließpressmaschine 210 enthält außerdem eine
schwenkbar befestigte oder Schubumformgleitplatte, an der das Drehrad 212 angrenzend
angeordnet ist. Wie dargestellt, kooperiert die Gleitplatte 216 mit
dem Drehrad 212 zwecks Bildung einer Abdeckung auf der
Rille 214, wenn das Ausgangsmaterial durch die Rille 214 befördert wird,
sodass das Ausgangsmaterial geprägt
wird. Der Fließpressdruck wird
erzeugt, indem die Gleitplatte 216 die Rille 214 abdeckt.
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Die
Maschine 210 enthält
außerdem
einen Anschlag 220, der integral mit der Gleitplatte 216 verbunden
und zum Kooperieren mit dem Drehrad 212 konfiguriert ist.
Der Anschlag 220 staut das zu extrudierende Material. Wenn
das Ausgangsmaterial in der Rille 214 befördert wird,
bewirkt der Anschlag 220, dass das Material gegen die Gleitplatte 216 schubumgeformt
wird, was zum Überhitzen
des Materials und zur Bildung einer formbaren Legierung führt. Das
Material erzeugt Reibungswärme
und Formänderungswärme, d.
h. dass Temperaturen von bis zu 500 °C oder mehr ohne Verwendung
einer Heizeinrichtung erreicht werden können. Wenn das Ausgangsmaterial
in der Rille 214 befördert
wird, wird das Material aufgrund der Änderung zur Schubrichtung am
Anschlag 220 und aufgrund der hohen Temperatur in einem
hochplastischen Fließzustand
gehalten.
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Außerdem wird
während
des Prozesses das extrudierte Material rekristallisiert und befindet
sich in einem „getemperten" Zustand. Da außerdem das Ausgangsmaterial
in dieser Ausgestaltung die Form von Walzdraht hat, ist kontinuierliches
Fließpressen ohne
einen Stopp der Maschine zum Verbinden von Materialstücken möglich.
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Die
Maschine 210 enthält
außerdem
eine Fließpresskammer 222 mit
einer Pressdüse 224, durch
die das Material nach Passieren des Anschlags 220 extrudiert
wird. Der Anschlag 220 ist geformt, um mit dem Drehrad 212 zu
kooperieren und einen Stau des zu extrudierenden Materials herbeizuführen, wodurch
das Material durch die Fließpresskammer 222 gepresst
wird. Im Betrieb drängt
der Anschlag 220 das voranzutreibende Material zur Fließpresskammer 222.
Das Material wird durch die Pressdüse 224 gepresst, sodass
es in eine festgelegte Konfiguration des aluminiumbasierten Wärmetauscherrohrs
umgeformt wird. Da der Metalldraht durch kontinuierliches Gießen und
Walzen gefertigt wird, ist es relativ preiswert und einfach, eine
verhältnismäßig große Rolle
mit einem Gewicht von zwei Tonnen und mehr herzustellen. Außerdem ist
die Maschine, wie dargestellt, so konfiguriert, dass eine begrenzte
Menge Verlustmaterial vom Anschlag wegfließen kann.
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Es
versteht sich von selbst, dass jeder geeignete Apparat verwendet
werden kann, um die Conform-Fließpressmaschine entsprechend
der Erfindung betriebsfähig
zu machen. Die Conform-Maschine kann zum Beispiel in Wälzlagern
aufgenommen sein, die Mehrfachdichtungen zum Zurückhalten von Öl und zur
Verhinderung des Eindringens von Fremdmaterial enthalten. Ein separates
unter Druck stehendes sowie mit Filter und Kühlung ausgestattetes Schmiersystem
stellt sicher, dass die Lager angemessen geschmiert werden können und
geeignete Betriebstemperaturen aufrechterhalten werden. Die Lager
können
in einem robusten Stahlrahmen aufgenommen sein, der größer dimensioniert
ist, sodass er die schwenkbar befestigte Gleitplatte und ein hydraulisches
Gleitplattenhaltesystem trägt.
Die relativen Lageabweichungen des Rads und des Werkzeugs können auf
einem Minimum gehalten werden, sodass trotz der auftretenden relativ
hohen Betriebskräfte
angemessene Produkttoleranzen eingehalten werden. Die Hauptwelle
kann durch einen stufenlos regelbaren Gleichstrommotor über ein
Getriebe angetrieben werden. Der Hüllkurvenverlauf der Leistungsabgabe
des Antriebs kann an die festgelegte oder die gewünschte Fertigungsgeschwindigkeit
angepasst werden.
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Außerdem kann
die das Werkzeug tragende, schwenkbar befestigte Gleitplatte durch
vom Bedientableau an der Maschine aus betätigte Hydraulikzylinder eingeschoben
oder zurückgezogen
werden. Im geschlossenen Zustand kann die Gleitplatte in ihrer Lage
durch Hydraulikzylinder festgeklemmt sein. Das System bietet einfache
Anlaufbedingungen und minimiert das Risiko eines Schadens durch Überlastung bei
der Verarbeitung eines neu in das Fertigungsprogramm aufzunehmenden
Erzeugnisses, da vom Klemmdruck entlastet werden kann, indem das
Lösen der
Gleitplatte ermöglicht
wird.
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4 stellt
ein Flussdiagramm von einem Verfahren 310 des Conform-Fließpressens
eines aluminiumbasierten Wärmetauscherrohrs
entsprechend einem Beispiel der Erfindung dar. Wie gezeigt, umfasst
das Verfahren 310 das Pressen einer aluminiumbasierten
Legierungszusammensetzung, die zur Bildung einer formbaren Legierung
für die
Bereitstellung der Umformbarkeit der Legierung im Wesentlichen aus
folgenden Elementen besteht:
etwa 0,15 bis 0,6 Gew.-% Silicium
zur Verringerung des Verschleißes
der Düse
der Conform-Fließpressmaschine;
etwa 0,2 bis 0,7 Gew.-% Eisen; etwa 0,4 bis 0,6 Gew.-% Kupfer; etwa
1,1 bis 1,4 Gew.-% Mangan; etwa 0,15 bis 0,3 Gew.-% Magnesium; etwa 0,15
bis 0,4 Gew.-% Zink;
etwa 0,1 bis 0,15 Gew.-% Zirconium zur Verringerung des Kornwachstums; Restmenge
Aluminium.
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Vorzugsweise
liegt die Temperatur der Zusammensetzung während des Arbeitsschritts „Pressen" zwischen 400 °C und 500 °C. Stärker bevorzugt ist
eine Temperatur von etwa 480 °C.
In dieser Ausgestaltung umfasst der Arbeitsschritt Pressen das Prägen der
aluminiumbasierten Legierungszusammensetzung zwecks Schubumformung
der Legierungszusammensetzung und Schubumformen der Zusammensetzung
zwecks Überhitzung
der aluminiumbasierten Legierungszusammensetzung, sodass die formbare
Legierung für
die Bereitstellung der Umformbarkeit der Legierung gebildet wird.
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Das
Verfahren 310 umfasst außerdem das „Umformen" der formbaren Legierung in eine festgelegte
Konfiguration des aluminiumbasierten Wärmetauscherrohrs. In dieser
Ausgestaltung umfasst der Arbeitsschritt Umformen das Vorantreiben
der formbaren Legierung hin zur Fließpresskammer der Conform-Fließpressmaschine
und das Pressen der formbaren Legierung durch die Pressdüse in eine
festgelegte Konfiguration des aluminiumbasierten Wärmetauscherrohrs.
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Wie
erwähnt,
wird die Pressdüse
vorzugsweise in einer schwenkbar befestigten Gleitplatte in der
Düsenkammer
gehalten. Die Düsenkammer
hält den
Anschlag (die Anschläge),
der (die) in die Radrille(n) passend eingreift (eingreifen) und
das Fließen der
Legierung in die Düsenkammer
hinein lenkt (lenken). Die Düsenkammer
stellt eine genaue Ausrichtung des Werkzeugs sicher und ermöglicht eine
Vormontage des Werkzeugs für
schnelle Wechsel. In dieser Ausgestaltung kann die Düsenkammer
einen weiten Bereich von erzeugnisspezifischen Düsen aufnehmen.